Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 01.02. bis 07.02.2021

Radio Neue Musik. Montage: Hufner
Radio Neue Musik. Montage: Hufner

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 5. Besonders zu empfehlen: Montag, 1.2.2021 – 23:03 – 24:00 | Ö1 Der kleine Tod kommt auf Besuch. Zeitgenössisches Musiktheater für Kinder

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 01.02.2021

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Musikalische Freiheit? – Musikalische Grafiken – das Missverständnis der musikalischen Freiheit

Von Björn Gottstein. Musikalische Grafiken verheißen Freiheit. Wie weit diese Freiheit aber geht und wie der Interpret mit der gewährten Lizenz umgeht, bleibt umstritten. Mit einem Blick auf historische und aktuelle Beispiele von John Cage bis Mica Levi spürt Björn Gottstein dem Phänomen nach.

23:03 – 24:00 | Ö1
Der kleine Tod kommt auf Besuch. Zeitgenössisches Musiktheater für Kinder

„Das tapfere Schneiderlein“ (Wolfgang Mitterer), „Die feuerrote Friederike“ (Elisabeth Naske), „Atlas der abgelegenen Inseln“ (Hannes Dufek) oder – ganz aktuell – „Der Besuch vom kleinen Tod“ (Klaus Lang): Ganz unterschiedliche Geschichten und Themen liegen den zeitgenössischen Musiktheater-Kompositionen für Kinder zugrunde. Also ganz so, wie im Musiktheater für Erwachsene auch. Die Liste der Komponierenden, die sich darin bereits betätigt haben, ist lang und reicht von gemäßigt modernen oder experimentellen Zugängen über elektronische Musik bis hin zu genreübergreifenden Ansätzen mit Einflüssen aus Pop, Jazz oder der Volksmusik.

Festivals wie Wien modern bereichern ihr Programm seit einigen Jahren mit Produktionen für Kinder, freie Gruppen, wie make make oder die Wiener Taschenoper haben sich auf diese musikalische Nische spezialisiert.

Anlässlich der Premiere von Klaus Langs „Der Besuch vom kleinen Tod“ am 5. Februar 2021, einer Produktion von netzzeit rund um Nora und Michael Scheidl, mit dem Ensemble Phace im „dschungel. Theaterhaus für junges Publikum“ in Wien, geben Beteiligte Einblicke in ihre Arbeit. Der Verein netzzeit nimmt mit der Umsetzung der gleichnamigen Bilderbuch-Geschichte der britischen Autorin und Illustratorin Kitty Crowther ein präsentes, aber selten für Kinder aufgearbeitetes Thema auf: der Tod als ganz selbstverständlicher Teil des Lebens. Die entzückende Figur des kleinen Todes, dargestellt durch eine Tänzerin, ist sympathisch und ein wenig traurig zugleich.

Diese „Zeit-Ton“-Sendung bietet Einblicke in den vielfältigen Musiktheater-Kosmos für Kinder, der auch für Erwachsene an- und aufregend sein kann. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


di – 02.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Moderne Zeiten – 30 Jahre Gaida-Festival Vilnius

Von Ramune Kazlauskaite. Das Gaida-Festival in Vilnius ist heute eines der wichtigsten Foren neuer Musik in Osteuropa. Obwohl Litauen schon 1936 Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) wurde, konnte die Neue-Musik-Szene erst nach der wiedererlangten Unabhängigkeit im Jahre 1991 sich frei entwickeln und der Welt öffnen. 1991 fand auch das erste Gaida-Festival statt – bis heute das wichtigste Forum für neue Musik im Lande, das sich zur Aufgabe macht, die interessantesten Werke der litauischen und ausländischen Komponisten zu präsentieren. Während seiner 30 Jahre hat sich Gaida zur internationalen Veranstaltung entwickelt, die 2019 Gewinner der Assoziation der europäischen Festivals (EFFE) wurde. Wie spannend finden Kritiker dieses Festival? Welchen Einfluss hat es auf die Musikszene in Vilnius? Und welchen Platz hat inzwischen die litauische Musik im Festival?

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Fredrik Schwenk: „Night Hawks“ (Nora-Louise Müller, Ákos Hoffmann, Klarinette); Johannes X. Schachtner: „Symphonischer Essay“ (Ensemble Zeitsprung: Markus Elsner); Alexander Strauch: „So what? – putin & tchaikovsky“ (Johannes Gutfleisch, Violoncello; Andreas Skouras, Klavier); Salome Kammer: „Laut und Klanggedichte“ (Salome Kammer, Gesang); Rodion Schtschedrin: „Die Fresken des Dionysios“ (Ensemble Zeitsprung: Markus Elsner); Stephan Stiens: „Achilles Moves“ (Guitar Company); Fredrik Schwenk: „El primer Tango“ (Monika Drasch, Gesang, Violine; Dudelsack; Georg Glasl, Zither); Nicolaus Richter de Vroe: „…dank sanfter Willkür…“ (Xsemble München); Fredrik Schwenk: Sonatine Nr. 2 (Rudi Spring, Klavier); Markus Schmitt: „Siebenkäs-Musik“ (Barbara Kink, Violine; Sebastian Hess, Violoncello; Moritz Eggert, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Visions – Momentaufnahme der Gegenwärtigen Kunst Alan Gilbert feiert die Neue Musik

Von Margarete Zander. Mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und weiteren Orchestern der ARD Rundfunkanstalten präsentiert er in einer 10-tägigen Biennale den Soundtrack unserer Zeit. „Alles, was heute weltweit komponiert wird, ist doch ein Spiegel der Gesellschaft, in der wir leben.“ Alan Gilbert ist als Dirigent am Puls der Szene. Wir sprechen mit ihm über die Faszination am Neuen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Rebellion oder Reflexion? Nono und Lachenmann

Von Florian Hauser. Er nannte ihn seinen „Leerer“ und hat sich gründlich an ihm gerieben und abgearbeitet. Helmut Lachenmann und sein Lehrer Luigi Nono sind zwei der profiliertesten Komponisten des 20. Jahrhunderts und sie führten eine ganz besondere Künstlerfreundschaft – getragen von Sympathie und Bewunderung, durchzogen von heftigen Diskussionen, Kontroversen und persönlichen Verletzungen. Kurz nach seinem 85. Geburtstag erinnert sich Lachenmann an den streitbaren Luigi Nono und erzählt, wie er durch alle Höhen und Tiefen hindurch einen Weg gefunden hat, der um vieles radikaler war als der von Luigi Nono.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Das Cello in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. Nicht erst seit Helmut Lachenmanns „Pression für einen Cellisten“ ist das Violoncello ein beliebtes Instrument für klangliche Forschungen und Neuentdeckungen zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten. „Musik der Gegenwart“ stellt einige Beispiele vor.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Art’s Birthday 2021 (bis 2 Uhr) – EBU Ars Acustica Special Evening

Senderegie: Frank Halbig (Produktion: SWR/E-Werk Freiburg 2021). Eine vernetzte Hommage an die Kunst, das war die Idee des Fluxus-Künstlers Robert Filliou im Jahre 1963. Zwölf Rundfunkstationen in der European Broadcast Union vernetzen sich am 17. Januar, um eine gemeinsame Klanginstallation zu realisieren. Hierfür teilt der Künstler und Kurator Carl Michael von Hausswolff in seinem „freq_wave“ Projekt das hörbare Frequenzspektrum auf zwölf Klangkünstler*innen auf, die an unterschiedlichen Orten über ganz Europa hinweg verteilt, eigene live aufgeführte Klangkompositionen spielen. Im Best of Art’s Birthday hören Sie die Aufzeichnung und weitere Geschenke an die Kunst von Antje Vowinckel, Ira Hadzic u. v. m.

23:03 – 24:00 | Ö1
Beethoven für die Westentasche (2) – Neue Musik zu Beethoven in der Sargfabrik Wien (2)

Unter dem Motto „Beethoven aber anders“ haben sich Komponistinnen und Komponisten auf Initiative von Ernst Vogel (Sargfabrik Wien) mit dem Jahresregenten 2020 auseinandergesetzt. Den Komponisten, Pianisten und Ensembleleiter Christoph Cech hat das Projekt koordiniert. Mit Musiker/innen der ehemaligen Janus Ensemble hat er gemeinsam mit 20 Komponistinnen und Komponisten das Projekt „Beethoven Pocket Orchestra“ ins Leben gerufen. „Zeit-Ton“ präsentiert den zweiten Teil dieses Projekte, das im Herbst 2020 live aufgeführt worden ist. Gestaltung: Gerhard Krammer


mi – 03.02.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Hans Schmidt-Mannheim: „Spiele“ (Ernst Gröschel, Cembalo); „Wenn wir in den Himmel träumen“ (Chor der Kirchenmusikschule Bayreuth: Hans Schmidt); „Verschlossener Garten“ (Ulrich Schaible, Bariton; Gerhard Scheuer, Oboe; Wolfgang Lieske, Violoncello; Hans Schmidt-Mannheim, Cembalo); Kerstin Thieme: Violinkonzert – „Omaggio a Tartini“ (Wilhelm Walz, Violine; Nürnberger Symphoniker: Hikotaro Yazaki); Hermann Dechant: Concertante (Hermann Dechant, Flöte; Otto Winter, Oboe; Viktor Lukas-Consort); Lorenz Schmidt: „Die Straße nach Areopolis“ (Ivan Tanzil, Gitarre); Christoph Weinhart: Concertino (Achim Weigel, Viola da gamba; Oliver Urtel, Percussion; Ein Kammerensemble der Hochschule für Musik Würzburg: Christoph Weinhart); Hans Ludwig Schilling: „Suite romaine“ (Klangkonzepte)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Mehr als nur ein Tastenheld – Friedrich Gulda komponiert

Als Pianist war Friedrich Gulda einer der ganz Großen. Der Grenzgänger zwischen Konzertsaal und Jazzschuppen hatte aber nicht nur klassisches Klavierspiel studiert, sondern auch Komposition.

Sein Werk reicht von frühen Streichquartetten bis zu Cello- und Klavierkonzerten. Er schrieb für Jazzcombos, improvisierte über Rocksongs und sang seine eigenen Wiener Lieder. Kaisers Klänge begeben sich auf Spurensuche in der Klangwelt des Komponisten Gulda.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musikfabrik im WDR 73

Liisa Hirsch: Autarkes für 10 Musiker, Uraufführung | Saed Haddad: Critiques & Ironies für Klavier, Uraufführung | Chaya Czernowin: The Fabrication of Light für Ensemble, Uraufführung. Benjamin Kobler, Klavier; Ensemble Musikfabrik, Leitung: Enno Poppe. Aufnahme aus der Kölner Philharmonie. Die Musikfabrik präsentiert unter dem Dirigat von Enno Poppe eine Serie von drei Uraufführungen.

Eigentlich gehört die Herstellung von Licht nicht unbedingt zu den Kernaufgaben eines Ensembles. Chaya Czernowin beschäftigt das Ensemble Musikfabrik aber doch mit dem Versuch einer „Fabrication of Light“. Eine imposante Orchestermaschinerie bereitet die klanglichen Zutaten auf und schickt sie auf eine Reise durch diverse Produktionsspiralen. Aufgaben, die die israelische Komponistin den Mitgliedern des Ensembles auf den Leib geschrieben hat. Davor fordern Saed Haddads „Critiques & Ironies“ die ganze Klaviervirtuosität des Musikfabrik-Pianisten Benjamin Kobler. Die introvertierte Ausgeglichenheit von Liisa Hirschs „Autarkes“ schärft zu Beginn die Sinne.

21:26 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: „…wo die Zitronen blühn“ – Lieder für Chor und Klavier

figure humaine kammerchor. Werke von Gabriel Fauré, Clara Schumann u.a. Teil 1. Julia Kammerlander & Katharina Schlenker, Klavier. Miriam Zimmermann, Tz-Shiuan You und Eveline Balz, Horn / Hannah Gries, Sopran. Ltg.: Denis Rouger. Sendung von Marcus Stäbler

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Internationale Ensemble Modern Akademie 19/20

IEMA-Ensemble 19/20: Lina Andonovska (Flöte); Tamon Yashima (Oboe); Leonel Matias Quinta, Moritz Schneidewendt (Klarinette); Ya Chu Yang (Horn); Joren Elsen (Posaune); Tomoki Park, Thibaut Surugue (Klavier); Noah Rosen (Schlagzeug); Yezu Woo, Holly Workman (Violine); Nefeli Galani (Viola); Yi Zhou (Violoncello); Jakob Kru (Kontrabass); Lucia Kilger (Klangregie); Leitung: Lucas Vis

Corné Jan Roos: Chorals inappétissants (2020) UA | Stylianos Dimou: est croisée (2020) UA | Eliav Kohl: Ouija Board (2020) UA | György Ligeti: Kammerkonzert für 13 Instrumentalisten (1969/70)

(Konzert vom 11. September 2020 im Haus der DEA in Frankfurt am Main, veranstaltet vom „Herrenhaus Edenkoben“). Nicht physisch anwesend waren die Mitglieder der Internationalen Ensemble Modern Akademie bei diesem Konzert im Herrenhaus Edenkoben. Aus coronabedingten Platzgründen mussten die jungen Musiker auf einen Spielort in Frankfurt a. M. ausweichen. Das Konzert wurde live nach Edenkoben gestreamt. An dem malerischen Ort in den pfälzischen Weinbergen finden sich regelmäßig Künstler aus aller Welt zusammen. Die IEMA bestritt ihr virtuelles Edenkobener Gastspiel mit einem Programm, bei dem Uraufführungen junger Komponisten auf ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts trafen: György Ligetis Kammerkonzert.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl


do – 04.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Gösta Neuwirth

„Folie à deux“ für zwei Klaviere im Vierteltonabstand (1989). Tomas Bächli, Klavier; Gertrud Schneider, Klavier. „Eine wahre Geschichte“ (1981). Tragifarce in drei Bildern und einem Prolog für vier Sänger und Kammerensemble. Ensemble Zeitklänge

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Erna Woll: „Sola gratia“ (Siegmund Nimsgern, Bariton; Neues Saarländisches Kammerorchester: Helmut Haag); Nikolaus Brass: „Zeit im Grund“ (Das Klarinettenduo; Münchener Kammerorchester: Alexander Liebreich); Kerstin Thieme: Requiem (Marlis Petersen, Sopran; Jürgen Linn, Bariton; Sigrid Wild, Orgel; Hans-Sachs-Chor Nürnberg; Nürnberger Symphoniker: Wolfgang Riedelbauch); Heinrich Kaspar Schmid: Zwei Lieder nach Texten von Joseph von Eichendorff (Heidemarie Bender, Sopran; Johannnes Bosch, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Kennst Du das Land wo die Zitronen blühn? Deutsche Komponisten in Italien

Fast alle waren da – und die meisten mit großer Begeisterung: Händel und Hasse, Mozart, Mendelssohn, Franz Liszt oder Hans Werner Henze. Über Jahrhunderte war Italien das Sehnsuchtsland deutscher Musiker und Komponisten. So verlockend touristische Aspekte wie Rotwein, antike Ruinen und mediterrane Sonne auch waren, sie waren nicht alleine ausschlaggebend für die Italien-Begeisterung vieler deutscher Künstler. Denn schon zu Zeiten eines Heinrich Schütz galt, wer eine internationale Karriere anstrebte, der musste sich im „Mutterland der Musik“ bewiesen haben. „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ Unter diesem Titel begleiten wir einige Komponisten auf ihrem Trip über die Alpen, wir lesen in Briefen, schmökern in Reiseberichten und hören natürlich auch Werke, die unterwegs entstanden sind. Eine Sendung von Markus Vanhoefer

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Max Pommer dirigiert Werke des 20. Jahrhunderts

Hanns Eisler: Kammersinfonie für 15 Solo-Instrumente op. 69; Leipziger Kammervereinigung des Gewandhausorchesters | Georg Katzer: Streichermusik I; Kammerorchester Berlin | Einojuhani Rautavaara: Klavierkonzert Nr. 1; Ralf Gothoni, Klavier / Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig | Isang Yun: Engel in Flammen, Memento für Orchester mit Epilog; Chor und Orchester der Hochschule für Musik Saar

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Werkzeuge der Neuen Musik | Das Ensemble Teil 4 von 4

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Der Großinquisitor – Von Björn SC Deigner

Frei nach Fjodor Dostojewskijs gleichnamigen Text aus seinem Roman „Die Brüder Karamasow“. Mit: Valery Tscheplanowa. Musik und Regie: Björn SC Deigner. (Produktion: SWR 2021 – Ursendung)

Die großen Fragen der Großinquisitor-Episode aus Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“ gelten auch heute. Der Dramatiker Deigner, Jahrgang 1980, versucht, ihnen in einer Hörspielarbeit nachzuspüren: Was bedeuten Eliten in unserer Gesellschaft? Wäre es nicht besser, ein einfacher Glaubender zu sein als ein hoffnungsloser Zweifler? Und wer hatte am Ende recht: Jesus oder der Andere, der den Störenfried aus kluger wie humaner Staatsräson wegsperrt? Das Stück legt den Text in eine musikalische Landschaft und erforscht ihn bewusst über eine weibliche Stimme.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: In memoriam Paul Heinz Dittrich

Paul Heinz Dittrich: Kammermusik Nr. 5 (Eckhard Rödger, Synthesizer; Bläservereinigung Berlin); Violoncellokonzert (Martin Ostertag, Violoncello; Symhonieorchester des Südwestfunks: Ernest Baur); Klaviermusik Nr. 4 (Irina Emeliantseva, Frank Gutschmidt, Klavier)

23:03 – 24:00 | Ö1
Wie Xenakis Naturgesetze in Musik verwandelt hat – Unmittelbar und kraftvoll. Zum 20. Todestag von Iannis Xenakis

Die Musik von Iannis Xenakis hat ihre Wirkung nicht verloren. Das liegt wohl an ihrer Unmittelbarkeit und energetischen Kraft, mit der sie dem Publikum entgegentritt. Vertieft man sich näher in die Bauart und Konstruktion seiner Kompositionen, wird es offensichtlich, dass er mathematische und physikalische Gesetzmäßigkeiten in sinnlich erfahrbare Musik verwandeln kann. Iannis Xenakis widmete sich technischen wie musikalischen Studien, vereinte seine visuelle, raumplanerische Begabung mit seiner musikalischen.

Geboren 1922 als Sohn griechischer Eltern in Rumänien, genoss er eine elitäre Schulausbildung in Griechenland und schloss sich 1940 verschiedenen Widerstandsbewegungen gegen die italienische und deutsche Besatzung an. Dabei zog er sich eine schwere Gesichtsverletzung zu, bei der er ein Auge verlor. Schließlich begann er 1947 in Paris als Mitarbeiter des Star-Architekten Le Corbusier und nahm parallel Kompositionsunterricht bei Olivier Messiaen. Mitte der 1950er Jahre machte ihn die Uraufführung seines Orchesterwerks „Métastasis“ schlagartig bekannt. 1966 gründete er das Pariser Studio CEMAMu (Centre d’Etudes de Mathématique et Automatique Musicales), das sich der Erforschung und Anwendung der Umwandlungen von graphischen Kurven und Zeichnungen in Klang und Klangabläufe widmete.

Seine stets kritische Haltung verhinderte bis in die 1970er Jahre, dass er bei den einschlägigen Neue Musik Festivals die ihm gebührende Präsenz erhielt. Heute zählen seine Kompositionen, die von groß besetzten Orchester- bis hin zu Solowerken und elektroakustischen Arbeiten reichen, zum Kanon der klassischen Moderne. Heute vor zwanzig Jahren, am 4. Februar 2001, ist Iannis Xenakis in Paris gestorben. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


fr – 05.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 106

Feature, Hörspiel, Klangkunst – Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene. Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp und Johann Mittmann. Produktion: Autor*innen / Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 56’30. (Wdh. v. 28.01.2021)

Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Wir stellen regelmäßig innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke vor.

Heute mit Einblicken in eine Lebensgemeinschaft zwischen Mensch und Kuh. Außerdem: Neues aus der „Wurfsendung“ mit Julia Tieke.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Heinz Winbeck: „Winterreise“ (Mitglieder der Staatsphilharmonie Nürnberg: Christian Reuter); Stefan Hippe: „Nachtmusik Nr. 1“ (Kolja Lessing, Violine; Nürnberger Akkordeonorchester: Stefan Hippe); Ines Lütge: „Dein Gedenken“ (Judith Arens, Sopran; Kristof Dohms, Bass; Peter Marino, Klavier); Tobias PM Schneid: Violoncellokonzert Nr. 2 (Maximilian Hornung, Violoncello; Münchener Kammerorchester: John Storgårds); Joachim F.W. Schneider: „Nacht und Träume“ (Stefan Barcsay, Gitarre)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Probelauf zum Traumjob – Die Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wird 20 Jahre alt

Von Annekatrin Hentschel. Seit 20 Jahren ist die Akademie des BRSO ein Sprungbrett für Nachwuchsmusiker aus der ganzen Welt. Über 180 Absolventinnen und Absolventen aus über 30 Ländern kann die Akademie bis heute zählen und die meisten von ihnen spielen in renommierten Orchestern. Annekatrin Hentschel stellt im Feature die Köpfe der ersten Stunde vor, die mit ihrem Engagement die Idee in die Realität umgesetzt haben: Eine orchestereigene Akademie – um Nachwuchs zu finden, zu fördern, hohe künstlerische Qualität fortzuführen und sich als Orchester zeitgemäß für die Zukunft aufzustellen. Sie blickt auf 20 Jahre Arbeit der Akademie und begleitet aktuelle Akademistinnen und Akademisten zur Probenwoche mit Gustavo Dudamel, ins Probespieltraining und zum Yoga. Gemeinsam mit der neuen Geschäftsführung wirft sie einen Blick in die Zukunft. Wie sieht Nachwuchsförderung im neuen Jahrzehnt aus?

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Die Fragwürdigen“ von Judith Keller

Mit Lara Körte, Urs Jucker, Jeanne Devos, Linda Olsansky, Anna-Katharina Müller, Thomas Douglas, Jonas Rüegg, Fritz Fenne, Miriam Japp, Jessika Cuna und Irina Schönen. Musik: Philipp Schaufelberger. Bearbeitung und Regie: Simona Ryser. SRF 2020

Unterwegs durch die Stadt Zürich, wie in einer Tramfahrt. Man sieht die Menschen verloren am Straßenrand stehen oder an der Tramhaltestelle warten, sieht sie durchs Fenster ihrer Wohnung am Tisch sitzen. Jede und jeder hat seine kleine Geschichte. Wie Anatol, der geht einer Arbeit nach, bis er mit ihr nicht mehr Schritt halten kann. Seismografisch beschreibt die junge Schweizer Autorin Judith Keller in Kürzestgeschichten, Miniszenen und Prosastücken Menschen, die sachte und fast unbemerkt durch ihren Alltag stolpern. Es sind fragile Figuren, listige und lustige, schwermütige und leichtfüßige. Verbindende Stimme ist die „weit hergeholte Frau“. Unbeirrt geht sie, oft nachts, am Tramliniennetz der Stadt entlang. Den Sound der Stadt Zürich haben Philipp Schaufelberger und Simona Ryser mit dem Mikrofon eingefangen. Die Atmos und Geräusche sind in Schaufelbergers Komposition eingegangen.

Judith Keller, geb.1985 in Lachen im Kanton Schwyz, Schriftstellerin. Studium der Germanistik und Literarisches Schreiben in Zürich, Biel und Leipzig, Deutsch als Fremdsprache in Berlin und Bogotá. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, darunter die Erzählung Wo ist das letzte Haus? (2015) und der Erzählband Die Fragwürdigen (2017). Die Fragwürdigen ist ihr Hörspiel-Debüt.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Alte Meister“ – Thomas Bernhard und die Musik

Von Sabine Fringes. Thomas Bernhard war der Meister der fein dosierten Empörung. Wenn es jedoch um Musik ging, schlug er versöhnlichere Töne an. Und die Sprache seiner Texte weist Strukturen auf, die an musikalischen Formen orientiert sind. Eine Werkschau zum bevorstehenden 90. Geburtstag.

23:03 – 24:00 | Ö1
40 Jahre „Psychedelisches Afrika“ – Zeit-Ton Zeitreise. Eno/Byrne und African Head Charge.

1981 erschien das Album „My Life in the Bush of Ghosts“, mit dem Brian Eno und David Byrne eine musikalische Vision über ein psychedelisches Afrika entstehen ließen. Kurz danach veröffentlichte die von Bonjo Iyabinghi Noah und Adrian Sherwood gegründete Band African Head Charge ihr Debüt „My Life in a Hole in the Ground“. Der Zeit-Ton stellt beide Platten einander gegenüber, die zu prominenten Wegbereitern für experimentelle Club-Musik wurden.

Mit „My Life in the Bush of Ghosts“ und „My Life in a Hole in the Ground“ tauchen wir tief in postkoloniale Popkultur ein. Beide Alben bearbeiten von Großbritannien aus klangliche Vorstellungen auf Afrika und den Vorderen Orient.

1954 hatte der nigerianische Autor Amos Tutuola den Roman „My Life in the Bush of Ghosts“ veröffentlicht, der als eine Vorlage für das gleichnamige Album diente. 1981 brachten Brian Eno und David Byrne (von der Band The Talking Heads) es heraus: voll von Fieldrecordings, arabisch klingenden Rhythmuspassagen und elektronischen Klangmanipulationen, stellte es für Eno, wie er es in einem Interview formulierte, eine Vision über ein psychedelisches Afrika dar.

De- und Rekonstruktionen. Einer, dem das alles andere als ausreichte, war Adrian Sherwood. Kurz vorher hatte er in London sein Studio und sein Label On-U Sound eröffnet, wo er v.a. jamaikanische Musiker produzierte. Einer von ihnen war der Meister-Perkussionist Bonjo Iyabinghi Noah und zusammen gründeten sie African Head Charge, ein bis heute bestehendes Projekt, das wie kaum eine andere Formation Sounds der „Black Diaspora“ und der klanglichen Manipulationsmöglichkeiten des Studios auf sich vereint.

African Head Charges Debüt „My Life in a Hole in the Ground“, das sich direkt auf Enos und Byrnes Album bezieht, ist eine psychedelische Expedition durch traditionelle jamaikanische und westafrikanische Perkussion, Jazz und Post-Punk, zusammengehalten von Klangästhetiken und Rhythmusverschiebungen der Dub-Musik.

In dieser Zeit-Ton Zeitreise treffen zwei vor fast genau 40 Jahren erschienene Alben aufeinander: ähnliche Konzepte mit recht unterschiedlichen Resultaten. Und beides Meilensteine für Dub, TripHop und Dance-Elektronik. Gestaltung: Heinrich Deisl


sa – 06.02.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Probelauf zum Traumjob – Die Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wird 20 Jahre alt

Von Annekatrin Hentschel.Seit 20 Jahren ist die Akademie des BRSO ein Sprungbrett für Nachwuchsmusiker aus der ganzen Welt. Über 180 Absolventinnen und Absolventen aus über 30 Ländern kann die Akademie bis heute zählen und die meisten von ihnen spielen in renommierten Orchestern. Annekatrin Hentschel stellt im Feature die Köpfe der ersten Stunde vor, die mit ihrem Engagement die Idee in die Realität umgesetzt haben: Eine orchestereigene Akademie – um Nachwuchs zu finden, zu fördern, hohe künstlerische Qualität fortzuführen und sich als Orchester zeitgemäß für die Zukunft aufzustellen. Sie blickt auf 20 Jahre Arbeit der Akademie und begleitet aktuelle Akademistinnen und Akademisten zur Probenwoche mit Gustavo Dudamel, ins Probespieltraining und zum Yoga. Gemeinsam mit der neuen Geschäftsführung wirft sie einen Blick in die Zukunft. Wie sieht Nachwuchsförderung im neuen Jahrzehnt aus?

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Stromlinie reloaded [8]

Konzert im Studio: Serge Baghdassarians und Boris Baltschun. Serge Baghdassarians / Boris Baltschun: ein wald vor lauter bäumen, Live-elektronische Improvisation.  Serge Baghdassarians und Boris Baltschun, Synthesizer. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus

Porträt: Serge Baghdassarians und Boris Baltschun – Serge Baghdassarians / Boris Baltschun: archive 6, aus „mal d’archive“; Serge Baghdassarians, Gitarre und Elektronik; Boris Baltschun, Sampler und Elektronik | Serge Baghdassarians / Boris Baltschun / Alessandro Bosetti / Michel Doneda: Strömung VI, aus „Strom“; Serge Baghdassarians, Gitarre und Elektronik; Boris Baltschun, Sampler; Alessandro Bosetti und Michel Doneda, Saxofon | Boris Baltschun / Axel Dörner / Kai Fagaschinski: No furniture: Tisch; Boris Baltschun, Sampler; Axel Dörner, Computer und Trompete; Kai Fagaschinski, Klarinette | Serge Baghdassarians / Boris Baltschun / Burkhard Beins: 040803; Serge Baghdassarians, Gitarre und Elektronik; Boris Baltschun, Sampler; Burkhard Beins, Schlagzeug |

Serge Baghdassarians und Boris Baltschun haben in jahrelang währender Zusammenarbeit einen ganz eigenen Sound entwickelt, bei dem die gitarrenorientierte Elektronik von Baghdassarians und die technoid-sterilen Klangtypen von Baltschun zu etwas Neuem verschmelzen. Bei den beiden Musikern entstehen Klang und Form an den Nahtstellen von Anekdote und Physik, von Prozess und Geschichte.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Zeitmühle – Der ungarische Komponist József Sári

Von Thomas Beimel. Der Kanon verkörpert für ihn eine musikalische Form, die losgelöst von allem Modischen überzeitliche Gültigkeit hat. József Sári, 1935 in Ungarn geboren, beweist in seiner Musik, dass Respekt vor der Vergangenheit keine antiquierte Haltung sein muss. Sein Komponieren folgt einem ganz eigenen Stil. Über das Konservatorium von Györ kam er an die Budapester Musikuniversität. Sein Lehrer Endre Szervánszky gab ihm Arnold Schönberg und Anton Webern zu hören. Die wichtigste Lehre indes war das eigene Experimentieren, dessen Lebendigkeit auf der Basis von Kalkulation und strengen Strukturen beruhte. 1972-84 lebte Sári in Gießen, hier beschäftigte ihn die Arbeit mit klanglichen Mobiles. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn erfuhr er dort endlich eine wachsende Wahrnehmung seiner Musik. Spät wurde er für sein Schaffen geehrt, dennoch ist der Einzelgänger ein Unbekannter geblieben. Auch deshalb lohnt es, Thomas Beimels Porträt aus dem Jahre 2007 heute wieder zu hören.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Hannes Seidl – Befreit die Maschinen!

Das Versprechen war lange Zeit, dass Maschinen uns von der müßigen Arbeit befreien. Sie sollen uns die Schufterei abnehmen, so dass wir uns den schönen, angenehmen und erhabenen Dingen zuwenden können. hr 2021 | ca. 40 Min. | Hörpremiere

Und Musikmaschinen haben lange das Versprechen mit sich getragen, dass sie allen ermöglichen, Musik zu machen. Jede Musik, die erdacht und geträumt werden kann, soll erklingen können. Aber weder arbeiten die Menschen heute weniger, noch ist die Faszination am echten Virtuosentum verschwunden. Im Gegenteil scheint die Möglichkeit einer Welt, in der die Apparate uns mit Grundbedürfnissen versorgen, heute fast schon als naiver Traum. In seinem neuen Radiostück hört der Frankfurter Komponist Hannes Seidl (*1977) den Maschinen zu. Was ist aus dem Versprechen geworden? Verschiedene Computerprogramme erzeugen die Klänge, von denen Seidl selbst „nur“ noch auswählt, welche von ihnen es in das Stück schaffen. Mit „Befreit die Maschinen“ verschiebt er das Musizieren vom Virtuosentum hin zu einem „nachdenkenden Zuhören“. Diesen automatisierten Klängen stehen Ausschnitte aus einem Vortrag des Philosophen Michael Hirsch gegenüber. Dieser macht sich Gedanken um die Frage nach einer Gesellschaft, in der Lohn und Arbeit voneinander entkoppelt sind. Zentral für Seidls Stück ist Hirschs Forderung „weniger Arbeiten, damit alle arbeiten und besser leben können“.


so – 07.02.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Sternenklänge – Magie am Nachthimmel

Das Funkeln und Glitzern der Sterne hat nicht nur Maler zu phantastischen Bildern, sondern auch immer wieder Komponisten zu magisch-stimmungsvollen Musikwerken angeregt.

Aufblitzende Töne am Klavier, helle Glockenschläge, vibrierende Streicherakkorde und sphärische Bläserklänge: alles das sind Abbilder des Sternenglanzes in der Musik.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Am 13. März 1997 gastierte ein damals noch recht junges Streichquartett bei der Kammerkonzertreihe in Bremens Nachbargemeinde Stuhr.

22:08 – 22:55 | Ö1
Jonathan Powell spielt Kaikhosru Sorabjis „Sequentia cyclica“. Eines der komplexesten Klavierwerke der Musikgeschichte zum ersten Mal auf CD

Der Pianist und Komponist Jonathan Powell und das Label Piano Classics haben mit der nun auf sieben CDs vorliegenden „Sequentia cyclica super Dies irae ex Missa pro Defunctis“ von Kaikhosru Sorabji (1892 – 1988) sich überschlagende Kritiken und den Deutschen Schallplattenpreis eingeheimst.

Von den 27 Variationen der „Sequentia cyclica“ (1948/49, Busonis Meisterschüler Egon Petri gewidmet) sind einige sehr kurz, einige können als Charakterstudien gelten (Walzer, Aria, Marcia funebre). Am anderen Ende des Spektrums des Werkes mit einer Gesamtdauer von achteinhalb Stunden finden sich drei jeweils einstündige, darunter eine Passacaglia mit 100 Binnenvariationen und, als Gipfel, eine Quintupelfuge mit mehreren Strettas, die sich von der Zwei- bis zur Sechsstimmigkeit aufbaut. Gestaltung: Peter Kislinger

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Winterreisen (2)

Mit Auschnitten aus: Mauricio Kagel: Aus Deutschland, Eine Lieder-Oper; Aloys Kontarsky, Klavier; Solisten, Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin, Leitung: Michael Gielen | Reiner Bredemeyer: Die Winterreise, Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten; Georg Christoph Biller, Bariton; Josef Christof, Klavier; Sebastian Weigle, Horn | Bernhard Lang: The Cold Trip, Monadologie XXXII nach Schuberts „Winterreise“, Part I für Stimme und 4 Gitarren, Part II für Klavier, Laptop und Stimme; Sarah Maria Sun, Stimme; Aleph Guitar Quartet; Juliet Fraser, Stimme; Mark Knoop, Klavier und Laptop | Alberto Posadas: Poetica del camino für 6 Stimmen und Ensemble; Neue Vocalsolisten; ensemble recherche

Teil 2 unseres Streifzugs durch die verschiedenen Versionen, Arrangements und Anreicherungen der Winterreise. Der monumentale Zyklus erweist sich durch alle Wandlungen hindurch immer wieder als erstaunlich resistent, ja unverwüstlich.

Auch für Mauricio Kagels „Lieder-Oper“ Aus Deutschland ist das Opus neben anderen romantischen Zyklen die wichtigste Referenz. Kagel collagiert die Gedichte, verzichtet jedoch auf musikalische Zitate: „Es klingt nach Kagel, erinnert jedoch an Schubert“.

Bernhard Lang wagt ebenfalls eine Neuvertonung, remixt dazu Schubert-Fragmente. Lang übersetzt die Lieder ins Heute, stilistisch vielfältig, mit englischen Texten, die sich an Wilhelm Müller anlehnen und nähert das Ganze bewusst der Pop-Sphäre.

Einen ganz anderen Weg schlägt Alberto Posadas ein, der nur wenige Zeilen von Müller neu vertont: Der Weg ist hier Symbol für Vergänglichkeit und ewiges Werden. Auch Reiner Bredemeyer verzichtet ganz auf Schuberts Musik. Er fühlt sich herausgefordert „von den bitteren Versen eines politischen Dichters, der einhundert Jahre zuvor sich einmischte in die Angelegenheiten der Zeit.“

 

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Radioman.

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.