Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 25.01. bis 31.01.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 4. Besonders zu empfehlen: Dienstag, 26.1.2021 – 22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK — Horizonte: Gassenhauer krawallgebürstet – Der Komponist Gordon Kampe.

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 25.01.2021


20:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Das Konzert: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2020: Aris Quarett

Ausgezeichnet! – Publikumspreis 2019. Erwin Schulhoff: Fünf Stücke für Streichquartett | Dmitrij Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110 | Franz Schubert: Streichquartett G-Dur D 887. Aris Quartett. Aufzeichnung vom 11. Dezember 2020 im Schloss Schwiessel

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: NOW! Prismen: Gondwana

Anders Hillborg: Mouyayoum für 16-stimmigen gemischten Chor | Giacinto Scelsi: Tre canti sacri für Chor a cappella | Tristan Murail: Gondwana für Orchester | Malika Kishino: Chant für Chor und Orchester, Uraufführung | Kaija Saariaho: Oltra mar für Chor und Orchester, Deutsche Erstaufführung

ChorWerk Ruhr; Bochumer Symphoniker, Leitung: Florian Helgath. Aufnahme aus der Philharmonie Essen

Gondwana, das mikrotonale Orchesterwerk von Tristan Murail war namensgebend für das erste Konzert im Rahmen des Essener NOW! Prismen Festivals für Neue Musik. Die Musik von Tristan Murail ist gemeinhin als Spektralmusik bekannt. Philosophisch betrachtet ist sie ein Flechtwerk wechselseitig wirkender Klangereignisse, der Versuch den Klang in sein Spektrum aufzuspalten und in einem mystischen Farbenspiel leuchten zu lassen. Sein Orchesterwerk „Gondwana“ evoziert den vorzeitlichen Riesenkontinent – der sich in die Kontinente Südamerika und Afrika spalten wird – in seinen Dimensionen. Verzaubernd und bewegend zugleich wirkt „Mouyayoum“ von Anders Hillborg, das bisweilen an Steve Reichs Minimalismus denken lässt. Unversiegbar fließen dagegen die Gesänge in Giacinto Scelcis „Tre canti sacre“, flankiert von „Oltra mar“ von Kaija Saariaho. Als Uraufführung steuert Malika Kishino einen „Chant“ bei, der vielstimmig einen Text in seine Klang- und Bedeutungsspektren zerlegt und zu einem Chor/Orchester-Gesang strahlend neu verbindet.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die künstlerische Freiheit in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. Gerade in der neuen Musik sind die musikalischen Parameter oft bis ins Kleinste festgelegt. Und dennoch ist die künstlerische Freiheit der Interpretinnen und Interpreten immer noch ein wichtiger Aspekt. Wir erforschen das Phänomen in der zeitgenössischen Musik.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Vergesst was bisher war“ – Das Ensemble Apparat als Wegbereiter für neue Blechbläsermusik

Von Ulrike Klobes. Die technischen Möglichkeiten von Trompete, Horn, Posaune und Tuba auszureizen und damit das bestehende Repertoire für zeitgenössische Blechbläsermusik zu erweitern, das haben sich die fünf Mitglieder vom Ensemble Apparat auf die Fahnen geschrieben. Seit 2012 beauftragen die beiden Trompeter Nathan Plante und Matthew Conley, der Hornist Samuel Stoll, der Posaunist Florian Schmidt und der Tubist Max Murray gezielt Komponistinnen und Komponisten wie Ann Cleare, Niklas Seidl oder Arne Sanders, für ihre Formation Stücke zu schreiben und loten mit ihnen gemeinsam die Grenzen ihrer Instrumente aus.

23:03 – 24:00 | Ö1
Drei Radiokonzerte vom Huddersfield Contemporary Music Festival 2020

Auch für das traditionsreiche Huddersfield Contemporary Music Festival im englischen West Yorkshire war im Pandemiejahr 2020 notgedrungen alles anders: Das umfangreiche geplante Programm musste auf das Eröffnungswochenende Mitte November zusammenschrumpfen und sich zudem von Livekonzerten vor Publikum auf virtuelle Teilnahme verlegen. Aber schon lange vor Internet und Streaming gab es eine wohlerprobte Möglichkeit, Musik all jenen Neugierigen ins Haus zu liefern, die eben nicht vor Ort mit dabei sein können: das Radio. Drei Konzerte wurden von der BBC live übertragen und mitgeschnitten, zwei davon aus der St Paul’s Hall der Universität Huddersfield, der „geistigen Heimat“ des Festivals, wie dessen künstlerischer Leiter Graham McKenzie betont. Mit auf dem Programm: zwei Uraufführungen von James Dillon zu dessen 70. Geburtstag, der nun vollendete vierteilige Zyklus „Pharmakeia“ mit der London Sinfonietta unter Geoffrey Paterson sowie das Klavierstück „Echo the Angelus“ für und mit Noriko Kawai. Weitere Novitäten und UK-Erstaufführungen der jüngeren Generation stellten das Explore Ensemble, das GBSR Duo (Klavier und Schlagzeug) und die Klarinettistin Heather Roche vor. Gestaltung: Walter Weidringer


di – 26.01.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Verkörperte Poetik – Die Stimmakrobatin Anna Clementi

Von Rilo Chmielorz. Für Anna Clementi muss das Stück im Körper sein. Nicht nur die Stimme, sondern jede Geste, und sei sie noch so klein.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Wilhelm Killmayer: Aus „Hölderlin-Lieder“ (Christoph Prégardien, Tenor; Ensemble Kontraste); Helga Pogatschar: „Underground surround“ (Reinhilde Gamper, Leopold Hurt, Martin Mallaun, Zither; Greifer); Paul Engel: „Widerhall“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Arturo Tamayo); Carl Orff: „Prometheus“, Szene des Prometheus (Roland Hermann, Bariton; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rafael Kubelík); Konstantia Gourzi: „Perseus & Androméda“, op. 78 (Staatsphilharmonie Nürnberg: Joana Mallwitz); Antje Uhle: „Der Geist der Stille“ (Martina Koppelstetter, Alt; Trio Con brio)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Gordon Williamsons Couvertüre für Musik 21

Von Helmut Peters. Im Jahr seines zehnjährigen Jubiläums als Kompositionsprofessor an der Musikhochschule

Hannover, wo er mittlerweile auch das Institut für Neue Musik Incontri leitet, hat der kanadische Komponist Gordon Williamson eine auf Beethoven bezogene „Couvertüre“ für das Klavierquartett Flex Ensemble komponiert. Wir senden in der neuen musik die gerade auf CD beim Label AVI erschienene Einspielung des Werkes, gespielt vom Widmungsträger Flex Ensemble.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Gassenhauer krawallgebürstet – Der Komponist Gordon Kampe

Von Florian Heurich. In seinen Partituren stehen Vortragsbezeichnungen wie „immer feste druff“, „volle Möhre“ oder „knallhart und mit Krawallbürste“, er mag Zombie-Filme und kann sich für Puccini und Mahler genauso begeistern wie für Rudi Carrell. Alles, was Gordon Kampe im täglichen Leben begegnet, fließt in seine Kompositionen mit ein, von den ganz banalen Geräuschen des Alltags über Populäres und Tagesaktuelles bis hin zu Beobachtungen in Kunst, Literatur und der musikalischen Vergangenheit. Dabei sind seine Werke einmal hoch politisch, ein anderes Mal voller skurrilem und makaberem Humor und dann wieder einfach nur emotional. Gordon Kampe amalgamiert in seiner Musik Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, und zeigt sich dabei als origineller Geschichtenerzähler mit einem Hang zum Theatralischen.

Florian Heurich hat sich mit Gordon Kampe unterhalten und zeichnet das Porträt eines Komponisten, der zwar Alltägliches musikalisch verarbeitet, die Musik dabei aber immer als etwas Außergewöhnliches sieht.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Inspiration in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. Zahllose Werke entstehen dadurch, dass sich Komponistinnen und Komponisten und Ensembles, Musikerinnen und Musiker anregen und inspirieren lassen. „Musik der Gegenwart“ bringt einige Beispiele, u. a. mit Tabea Zimmermann, Pierre-Laurent Aimard, Patricia Kopatchinskaja und Theo Nabicht.

23:03 – 24:00 | Ö1
Beethoven für die Westentasche – Neue Musik zu Beethoven in der Sargfabrik Wien

Unter dem Motto „Beethoven aber anders“ haben sich Komponistinnen und Komponisten auf Initiative von Ernst Vogel (Sargfabrik Wien) mit dem Jahresregenten 2020 auseinandergesetzt. Als künstlerischen Kopf konnte er den Komponisten, Pianisten und Ensembleleiter Christoph Cech gewinnen. Der in verschiedenen Klangsprachen aktive Künstler hat dazu sein vor Jahren geleitetes Janus Ensemble reaktiviert. Dieses wurde – in der Zusammenarbeit mit 20 Komponistinnen und Komponisten – zu dem Projekt „Beethoven Pocket Orchestra“. Die aus dieser Kooperation neu entstandenen Auftragsarbeiten, die sich um das Werk Beethovens drehen sollten, fielen aufgrund der Diversität der Mitwirkenden sehr unterschiedlich aus. „Zeit-Ton“ präsentiert einige jener Kompositionen, die im Herbst 2020 bereits live aufgeführt worden sind. Gestaltung: Gerhard Krammer


mi – 27.01.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Gustav Gunsenheimer: Konzert Nr. 1 (Sabine Spath, Klavier; Dmitriy Nedelev, Pauken; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Heinrich Hartl: „Galacto burico“, op. 56 (Georg Huber, Vibrafon; Florian Müller, Marimbafon); Ernst Ueckermann: „Japanischer Liederzyklus“ (Elisabeth Grimm, Sopran; Ernst Ueckermann, Klavier); Helmut Bieler: „Musik für fünf“ (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Eduard Brunner, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Kurt Richter, Horn); Wolfram Graf: „Suite symphonique“ (Martin Seel, Flöte; Chie Honda, Klavier); Claus Kühnl: „Reflexionen“ (Academia Sancta Katharina: Werner Andreas Albert)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Beethoven – Ein Genie und sein Gefolge (4)

Das Werk eines Meisters wie Beethoven bleibt nicht unverändert. Seine Sinfonien werden für den Hausgebrauch in Trios umgeschrieben, Streichquartette verwandeln sich in Klaviersonaten, und die Erfolgsstücke des Meisters inspirieren nachgeborene Komponisten zu ganz Neuem.

Im verlängerten Beethoven-Jubiläumsjahr gibt es all das in klangfrischen Neuaufnahmen zu hören. Dies ist die vierte Folge eines Streifzugs durch die Welt der Bearbeitungen, Vollendungen und Neuschöpfungen von Beethovens Werk.

21:17 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Anton Bruckner

Von Marcus Stäbler. Lateinische Motetten – Lettischer Rundfunkchor. Ltg.: Sigvards Klava

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: 100 Jahre Donaueschinger Musikage: Spot Neue Medien

Von Lydia Jeschke. Die Donaueschinger Musiktage waren immer auch ein Medienfestival. In den 1920er-Jahren probten Bert Brecht und Kurt Weill ihre Visionen vom emanzipierten Radiohörer auf der Festivalbühne. Der Jahrgang 1930 widmete sich Experimenten mit Schallplatten. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Satellitentechnik und das Internet musikalische Themen, der mobile Empfang von Rundfunkwellen, Videoprojektionen, Handys und Tablets … Die Sendung wirft einen Seitenblick auf die Wechselwirkung von künstlerischer Produktion und ihrer Übertragung.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


do – 28.01.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Sara Glojnaric

„sugarcoating #2“ für Klarinette, Violoncello und Klavier (2017) | „Artefacts #3“ für Flöte, Schlagzeug, Klavier, Akkordeon, Violine, Violoncello und Video (2020) | „sugarcoating“ Version 3 (2017/20) | „Artefacts“ für sechs Stimmen, Elektronik und Video. Neue Vocalsolisten Stuttgart. ensemble mosaik. Arne Vierck, Klangregie. Leitung: Enno Poppe. (Aufnahmen aus den Jahren 2019 und 2020)

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Harald Genzmer: Klavierkonzert Nr. 2 (Oliver Triendl, Klavier; Bamberger Symphoniker: Werner Andreas Albert); Hermann Zilcher: Vier Lieder, op. 12 (Annette Dasch, Sopran; Carl-Heinz März, Klavier); Anton Würz: Streichquartett C-Dur, op. 19 (Sonnleitner-Quartett); Peter Jona Korn: Sonata, op. 18 (Johannes Ritzkowsky, Horn; Barbara Korn, Klavier); Heinz Benker: Concertino (Kimberly Wilson-Märkl, Klarinette; Camerata Romanica: Heinz Benker)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Gezi Park – Kompositionen von Fazil Say

Hierzulande ist er seit Jahren der bekannteste Musiker aus der Türkei: der Pianist und Komponist Fazil Say, der seine ästhetischen Aktivitäten auch als Brückenbau zwischen Orient und Okzident versteht und der mit Wort und Tat Stellung bezieht zu brisanten gesellschaftlichen Debatten.

Fazil Say (*1970): „Hezarfen“ op. 39 (2011/12). Konzert für Ney und extra großes Orchester – Burcu Karadag, Ney. Aykut Köserli, Küdüm. Fazil Say, Klavier. hr-Sinfonieorchester. Leitung: Howard Griffiths (Aufnahme vom 10. November 2012 aus dem hr-Sendesaal, Frankfurt) | „Universe“ – 3. Sinfonie op. 43 (2012) für Orchester – Carolina Eyck, Theremin. Fazil Say, Klavier. hr-Sinfonieorchester. Leitung: Howard Griffiths. (Aufnahme vom 10. November 2012 aus dem hr-Sendesaal, Frankfurt) | „Gezi Park 1“ op. 48 (2013). Konzert für zwei Klaviere und Orchester – Ferhan Önder und Ferzan Önder, Klaviere. Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Leitung: Markus Poschner. (Aufnahme vom 29. Mai 2016 aus der Berliner Philharmonie durch Deutschlandfunk Kultur)

Eine Plastik-Melodica ist das erste Instrument, das der 1970 in Ankara geborene Fazil Say als Zweijähriger ausprobiert. Ein Jahr später hat er seinen ersten Klavierunterricht und als Siebenjähriger gibt er sein erstes öffentliches Konzert – auch mit eigenen Stücken. Er studiert Klavier und Komposition in Ankara, später in Düsseldorf, lebt in den Neunzigern einige Jahre in Berlin und dann in New York. 2002 lässt sich Say, der als Pianist weltweit mit namhaften Orchestern auftritt, in Istanbul nieder und wendet sich verstärkt der eigenen Musik zu. Zahlreiche Kompositionen greifen Sujets seiner Heimat auf, zeichnen effektvolle Stimmungsbilder oder thematisieren gesellschaftliche Situationen in der Türkei. So in dem Doppelklavierkonzert „Gezi Park I“, das die Proteste der Bürger gegen die Abholzung des Istanbuler Stadtparks (Mai 2013) und die vehemente Niederschlagung der Demonstrationen durch Politik und Polizei in Klängen festzuhalten sucht.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Kompositionen von Ulrich Leyendecker und Matthias Pintscher

Claude Debussy: Des pas sur la neige, Prélude – orchestriert von Ulrich Leyendecker | Ulrich Leyendecker: Pensées sur un prélude, Debussy-Variationen, Deutsche Radio Philharmonie, Antonio Méndez, Dirigent | Mannheimer Konzert für Doppelorchester. Deutsche Radio Philharmonie. Wolfram Christ, Dirigent. Matthias Pintscher: Janusgesicht. Tabea Zimmermann, Viola / Alban Gerhardt, Violoncello / A twilight’s song -Julie Moffat, Sopran / Klangforum Wien / Matthias Pintscher / Transir, Konzert für Flöte und Kammerorchester. Sebastian Wittiber, Flöte / Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Matthias Pintscher

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Werkzeuge der Neuen Musik | Das Ensemble Teil 3 von 4

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Phantome – Von Hermann Kretzschmar

Unter Verwendung von Texten aus Racines „Phädra“ und Marcel Prousts „Sodom und Gomorrha“. Aus dem Französischen von Bernd-Jürgen Fischer. Mit dem Ensemble Modern und Marcus Meyer. Komposition und Regie: Hermann Kretzschmar. (Produktion: SWR 2021 – Ursendung)

Die Idee einer idealen Übersetzung von Text in Musik und Musik in Text ist eine alte wie immer wieder neue künstlerische Herausforderung. „Phantome“ des Komponisten Hermann Kretzschmar reflektiert musikalisch die Innenwelt und Struktur von Prousts „Sodom und Gomorrha“ und strukturiert sie kompositorisch neu. Die Musik entstand ursprünglich für die SWR-Hörspielfassung des Romans, wird aber über gut 20 Tableaus in neue Zusammenhängen gesetzt, wodurch die Komposition ihre Selbstständig- wie Unabhängigkeit behauptet. Ihre Resemantisierung leisten ein Racine-Text über die Jugend.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Aufnahmen mit der Sopranistin Edith Urbanczyk

Robert Maximilian Helmschrott: „Atmosfera ovattata III“ (Barbara Polasek, Gitarre); Fritz Büchtger: „Der Vogel Unheil“; „Dein Schweigen“; „Abgesang“; „Orpheus“; „Ein Gleichnis“ (Else Stock, Klavier); Gloria Coates: „Kriegstimmen der Frauen“ (Reinhold Johannes Buhl, Violoncello; Karl-Hermann Mrongovius, Klavier; Hermann Gschwendtner, Schlagzeug); Peter Jona Korn: „Boten des Herbstes“, op. 47 (Else Stock, Klavier)

23:03 – 24:00 | Ö1
Eisbrechende Sounds von der Cellistin Christina Ruf

Die 1991 in Linz geborene zwischen Dänemark und Wien pendelnde (E-) Cellistin und Komponistin Christina Ruf arbeitet in vielen musikalischen Bereichen; sie will sich keine musikalischen Grenzen setzen und so geht es ihr darum „nicht einfach Cello zu spielen, sondern Musik zu machen“. Dafür lässt Ruf sich von den unterschiedlichsten Klängen und der Ästhetik von Wörtern inspirieren, integriert das Cello in diesen Kosmos.

Mit dem E-Cello arbeitet Ruf an einer Neuinterpretation ihres Instruments und möchte dessen Möglichkeiten in der elektro-akustischen Musik in Verbindung mit anderen Kunstsparten ausschöpfen, das zeigt etwa ihr Celloperformance-Projekte namens „Moiré“, mit der im Bereich der Bildenden Kunst tätigen Ahoo Maher, angesiedelt zwischen Abstrakter Malerei und Neuer Musik, Performativer Kunst und Freier Improvisation.

Wir tauchen noch tiefer in Christina Rufs musikalische Ideen ein: Gerade beschäftigt sie sich mit dem Bau eines akustisch-elektronischen „Hybrid-Cellos“ namens „MelloDome“ und einer eigens dafür geschriebenen Cello-Suite in vier Sätzen.

Vergangenes Jahr hat sie ihr drittes Solo-Album „TØ“ veröffentlicht. „TØ“ ist das dänische Wort für Auftauen, – es geht um tiefe Klänge, kristallartige, eisbrechende Sounds aufgenommen mit u.a. Cello, E-Cello, E-Mandoline und Effektgeräten. Ruf hat das Album innerhalb von zwei Monaten eingespielt, Ende März 2020 zu Beginn der Covid-19 bedingten veränderten Lebensumstände. Was sie noch aus 2020 nach 2021 mitnimmt, etwa ein neues dänisch-österreichisches Trio mit Erik Emil Eskildsen (Touch Guitar U8, Electronics) und Tobias Leibetseder (Voice, Electronics), erzählt sie in diesem Zeit-Ton Portrait. Gestaltung: Marlene Schnedl


fr – 29.01.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: KONTINUUM: Zukunftsmusik – Von S4NTP (Society for Nontrivial Pursuits)

Produktion: Deutschlandfunk Kultur/ORF/CTM Festival 2021. Länge: 54’30. (Ursendung). Was bringt die Zukunft? Auf der Webseite zukunftsmusik.radio sind wir aufgerufen, diese Frage mit Audiobotschaften zu beantworten. Dieses Material verarbeitet die Gruppe S4NTP mithilfe von Algorithmen zu einem Klangstrom.

Zukunft wird herbeigesehnt, ausgemalt, angestrebt. Doch von wem? „Jedes Paradies, jede Utopie, wird von jenen entworfen, die nicht dabei sind, weil sie nicht reingelassen werden“, sagt die Schriftstellerin Toni Morrison. In den sozialen Medien verhallen zwischen Filterblasen, Likes, viralen Hits und Shitstorms viele Stimmen ungehört: die zaghaften, die leisen, die unspektakulären, die differenzierten.

S4NTP erinnern an die Erwartungen und Wünsche aus der Anfangszeit des Internet – partizipativ, kooperativ, auf Augenhöhe sollte es sein. Alle sind wieder eingeladen, sich eine Zukunft auszumalen: Auf der Webseite zukunftsmusik.radio sollen persönliche Zukunftsvisionen hinterlassen werden. Die dort hochgeladenen Audiobotschaften verarbeitet ein Algorithmus ein Jahr lang zu einem kontinuierlichen Strom von Zukunftsmusik.

S4NTP (Society For Nontrivial Pursuits) ist ein Kollektiv aus Studierenden, Lehrkräften, Alumni und Unterstützenden der Klasse „Generative Kunst“ der Universität der Künste Berlin. Seit mittlerweile 10 Jahren untersucht, baut, programmiert und designt das Kollektiv in immer neuen Konstellationen komplexe Systeme aus Sensoren, elektronischen und analogen Elementen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Gertraud Kaltenecker: „Spirale“ (Studio Neue Musik Oberpfalz); Markus Lehmann-Horn: „Ode an die Freude“ (via-nova-chor München: Florian Helgath); Thomas Müller: „Paian“ (Werner Taube, Violoncello); Alfred Müller-Kranich: „L’aura“ (Martina Koppelstetter, Mezzosopran; Thomas E. Bauer, Bariton; Klaus-Peter Werani, Viola; Marlis Neumann, Harfe; Uta Hielscher, Klavier); Klaus Obermayer: Tanzsuite (Münchner Bläserquintett); Theo Rossmann: Musik für Orchester (Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Philippine Schick: Sonate, op. 43 (Franz Amann, Violoncello; Ingeborg Schneider, Klavier); Christoph von Reitzenstein: „Marsch im barocken Stile“ (Bavaria-Blechbläsersolisten: Gerd Zapf)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz – Wie verzichtbar sind geschützte Hölzer im Instrumentenbau?

Von Sophie Emilie Beha. Im hochwertigen Instrumentenbau werden oft Tropenhölzer verwendet. Sie haben besonders gute Klangeigenschaften, sind widerstandsfähig und lange nutzbar. Das Holz ist allerdings nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern auch zunehmend Mangelware. Durch Raubbau hat sich sein Bestand in den letzten Jahrzehnten drastisch dezimiert. Dazu kommt der Klimawandel, der den Bäumen immer mehr zusetzt. Zwar stehen viele Tropenhölzer mittlerweile unter Artenschutz. Dennoch gelten sie im hochwertigen Instrumentenbau nach wie vor als unersetzbar. Dementsprechend floriert auch der illegale Handel mit geschützten Hölzern – auch in Europa. Dagegen regt sich inzwischen Widerstand. Engagierte Geigen- und Bogenbauer versuchen, die bedrohten Arten durch Wiederaufforstung vor dem Aussterben zu schützen und alternative Materialien zu finden. Dennoch setzen sich Veränderungen im traditionellen Handwerk nur langsam durch. Problembewusstsein ist zwar vorhanden, Alternativen aber stoßen auf Skepsis.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Tinder is the night“ von Susanne Mewe

Mit Claudius von Stolzmann, Sina Martens, Jakob Diehl und Till Hagen. Regie: Ulrich Lampen. SWR 2020. Lust und Frust der scheinbar risikofreien Liebe in Zeiten von Tinder, Parship und Co. Ab Mitte Dreißig beginnt sich das Zeitfenster langsam zu schließen, in dem man noch rein könnte ins richtige Leben mit erfüllter Partnerschaft und Kaffee-und-Kuchen auf der Natursteinterrasse. Denkt Paul und überlässt sämtliche Daten seines Lebens – genetische Disposition, Finanzstatus, sexuelle Präferenzen, Träume und prägende Kindheitserlebnisse – einer Partnerschaftsagentur. Denn „Perfect Match“ verspricht Null Zukunftsrisiko mit Geld-zurück-Garantie. Doch was passiert, wenn man dem mathematisch perfekten Partner schließlich begegnet, das Sehnen plötzlich ein Ende hat? Der Hörspieltitel ist eine Anspielung auf den Vers „Tender ist the night“ aus der Ode an eine Nachtigall des romantischen Dichters John Keats: „Auch wenn das Hirn sich wirr und schleppend regt. Und bin schon bei dir! Zärtlich ist die Nacht.“

Susanne Mewe, geb. 1981 in Greven, Autorin. Theaterstücke, Romane, Drehbücher. Tinder is the night ist ihr Hörspiel-Debüt.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Im Klanghagelschauer – Musikalische Räume im Werk von Iannis Xenakis

Von Boris Hofmann (Wdh. v. 02.01.2007). Der 1922 als Grieche in Rumänien geborene Komponist Iannis Xenakis, begann sein Berufsleben nach einem Ingenieurstudium zunächst als Architekt. 1947 floh er als Widerstandskämpfer nach Paris, wo er zwölf Jahre als Assistent im Büro von Le Corbusier arbeitete. In seiner Freizeit begann er zu komponieren und nahm unter anderem Unterricht bei Olivier Messiaen. Seine Musik ist stark von seinem Interesse an mathematischen, akustischen, architektonischen und philosophischen Gesetzmäßigkeiten geprägt. Dazu benutzte er ab den 1960er Jahren digitale Rechner, die graphische Kurven und Zeichnungen in Klang und Klangabläufe umwandelten. Aus zufälligen Geräuschen entwickelte er ab 1954 einen eigenen Musikstil, die „stochastische Musik“.

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Musik von Georg Graewes Sonic Fiction Orchestra und dem Studio Dan

Erstmals ist Georg Graewe mit seinem Sonic Fiction Orchestra 2006 bei den Konfrontationen Nickelsdorf aufgetreten. Über die Jahre hinweg haben sich Veränderungen in der Besetzung ergeben. Und nicht zuletzt hat der umtriebige Pianist immer neue Stücke komponiert. Kürzlich folgten Studio Sessions für eine CD. Unterbrochen wurden sie durch den ersten Lockdown. Diesen hat Georg Graewe einfach dazu genutzt, um einzelne Musikerinnen und Musiker – auch einige Gäste – zu bitten, Teile seiner Stücke alleine einzuspielen, um sie dann re-kompositorisch in sein Ensemblewerk zu integrieren. Vielschichtige und abwechslungsreiche Ensemblekompositionen mit Freiraum zur Improvisation sind entstanden und nun auf CD und im heutigen Zeit-Ton nachzuhören.

Das Studio Dan ist ein weiteres Wiener Ensemble, dem Improvisation und Experiment nicht fremd sind. Davon zeugt u.a. eine CD mit Werken George Lewis und Oxana Omelchucks. Die Aufnahme von Lewis‘ „As We May Feel“ ist beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst 2017 entstanden. Gestaltung: Nina Polaschegg


sa – 30.01.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz – Wie verzichtbar sind geschützte Hölzer im Instrumentenbau?

Von Sophie Emilie Beha. Im hochwertigen Instrumentenbau werden oft Tropenhölzer verwendet. Sie haben besonders gute Klangeigenschaften, sind widerstandsfähig und lange nutzbar. Das Holz ist allerdings nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern auch zunehmend Mangelware. Durch Raubbau hat sich sein Bestand in den letzten Jahrzehnten drastisch dezimiert. Dazu kommt der Klimawandel, der den Bäumen immer mehr zusetzt. Zwar stehen viele Tropenhölzer mittlerweile unter Artenschutz. Dennoch gelten sie im hochwertigen Instrumentenbau nach wie vor als unersetzbar. Dementsprechend floriert auch der illegale Handel mit geschützten Hölzern – auch in Europa. Dagegen regt sich inzwischen Widerstand. Engagierte Geigen- und Bogenbauer versuchen, die bedrohten Arten durch Wiederaufforstung vor dem Aussterben zu schützen und alternative Materialien zu finden. Dennoch setzen sich Veränderungen im traditionellen Handwerk nur langsam durch. Problembewusstsein ist zwar vorhanden, Alternativen aber stoßen auf Skepsis.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Ex&Pop – What Is This Thing Called „Soul“?

„The Meaning Of Soul“ heißt ein neues Buch der Literaturwissenschaftlerin Emily J. Lordi. „Soul blieb lange Zeit unzureichend erforscht. In den Black Studies haben wir die Ästhtetik von Blues und Jazz untersucht bis hin zum HipHop. Aber wir wissen wenig darüber, was das eigentlich ist: Soul? Und was seine Erfinder sich eigentlich dabei gedacht haben.“ Das sagt die Autorin im Interview. Es geht bei Lordi laut Untertitel um „Black Music And Resilience Since The 1960s“. Resilienz – ein Fremdwort, in dem man ziemlich viele deutsche Wörter von „Belastbarkeit“ bis „Rückstellkraft“ unterbringen kann. Wie belastbar ist also Soul?

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Vom inneren Dialog zum Raum der Musik – Der Komponist Roberto David Rusconi

Von Matthias R. Entreß. Roberto Rusconis Kammermusik brodelt. Sie ist angefüllt von innerem Aufruhr und heftigen Affekten. Seine Interpreten haben permanente Takt- und Tempowechsel zu leisten, statt einem Fluss gleicht seine Musik einer Lawine. Der 1976 in Venedig geborene Komponist, der heute in London lebt, erhielt schon im Elternhaus universelle Musikkenntnisse – von der Klassik bis zum Free Jazz. Als 16-Jähriger hatte er bereits Dirigierunterricht bei Carlo Maria Giulini. Am Ende seines Musikstudiums in Padua empfand er sich selbst als Enzyklopädie musikalischer Stile – das war für ihn eine sehr schwere Last. Rusconis heutige Kammermusik fesselt Hörer wie Ensembles durch ihre hyperexpressionistische Intensität. Musiktheatrale Arbeiten und elektronische Werke ziehen das Publikum fast auch physisch ins Innere der klanglichen Prozesse hinein. Der Terminus technicus dafür lautet „Immersion“ – gemeint ist das Eintauchen in eine simulierte Umgebung. Die Kammeroper „Dionysos rising“ beispielsweise stellt Gestalten der griechischen Mythologie als Patienten in einer psychiatrischen Rettungsstelle dar und gibt Rusconis neurophysiologischen Studien und seiner Erfahrung mit ADHS musikalischen Ausdruck.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
Hörspiel | Corona-bedingt von Dietrich Brants – Psychosoziale Symptome einer Krise

Welche Geschichten wir uns über die Krise erzählen, entscheidet darüber, wie wir uns an sie erinnern. Dietrich Brants berichtet von Lockdown-Kuriositäten wie dem spontanen Straßentennis am Beginn seiner Sackgasse, auch von Unsicherheit und Angst im Pflegeheim seiner Mutter.

Es ist insgesamt eine Geschichte der Gefühle im Quarantäneformat. Zufällig geht er im März 2020 Corona bedingt am selben Freitag in die Selbstisolation wie das ganze Land. So beschreibt er 14 Tage lang den Beginn einer neuen Epoche der Eventualitäten. Jeden Tag beobachtet er neue Symptome, an sich selbst wie an anderen. Alle haben psychosoziale Ursachen – zum Beispiel, wenn Politiker von »Krieg« sprechen und das Virus zur narzisstischen Kränkung wird. Irgendwann stellt sich die Frage: Warum nur hat man der Krankheit diesen niedlichen Namen gegeben? „Corona“ – muss so nicht eine Figur in einem Kinderfilm heißen?

Realisation: Dietrich Brants & Iris Drögekamp. hr 2021. Als Auftakt zum Podcast auf hr2.de und in der ARD Audiothek, sendet hr2-kultur heute die ersten beiden Folgen des Podcast.

Dietrich Brants, geboren in Tübingen, Kurt-Magnus-Preisträger der ARD, studierte Philosophie, Soziologie und Kommunikationswissenschaften in München und Paris. Seit den 1990er Jahren ist er Feature-Autor, Redakteur und Moderator im SWR, seit 2011 Redaktionsleiter von „SWR2 Kultur Aktuell“.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: „Die Ölbaumgrenze“ – alte Lieder und Tarantelle des Mittelmeerraums

Im Allgemeinen wird das Verbreitungsgebiet des Olivenbaumes als Faustregel für die Bezeichnung des Mittelmeerraums akzeptiert. Als sich das Ensemble L’Arpeggiata auf musikalische Entdeckungsreise zwischen Italien, Griechenland, Türkei, Spanien und Portugal begab, offenbarte sich ein gemeinsamer Nenner: Mitreißende Rhythmik und eingängige, meist folkloristische Melodik prägen etwa die „Canti greci-salentini“, die Lieder und Tarantellen, die ihre musikalischen Wurzeln in Italien haben. Auch der portugiesische Fado weist in seiner DNA Elemente auf, die italienisch-brasilianisch-afrikanischen Ursprungs sind. Eine Sendung von Roland Kunz

Sonntag, 31. Januar 2021, 23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Die Ölbaumgrenze – Alte Lieder und Tarantelle des Mittelmeerraums

In vielen Werken des lettischen Komponisten PÄteris Vasks wirkt die Zeit „gespreizt“. Musik soll seiner Meinung nach „die Botschaft von Glaube und Liebe verkünden“. Aus diesem Anspruch heraus kreiert der 74-Jährige eine tonale, harmonische Musik, die man auch als Echo auf nordische Weiten erfahren kann. In weiten Bögen drehen sich melodische Spiralen, umgarnen die alltäglichen Gedanken und verführen zum „Sich-Fallen-Lassen“ im Fluss der Zeit. Eine Sendung von Roland Kunz


so – 31.01.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Mehr als nur ein Tastenheld – Friedrich Gulda komponiert

Als Pianist war Friedrich Gulda einer der ganz Großen. Der Grenzgänger zwischen Konzertsaal und Jazzschuppen hatte aber nicht nur klassisches Klavierspiel studiert, sondern auch Komposition.

Sein Werk reicht von frühen Streichquartetten bis zu Cello- und Klavierkonzerten. Er schrieb für Jazzcombos, improvisierte über Rocksongs und sang seine eigenen Wiener Lieder. Kaisers Klänge begeben sich auf Spurensuche in der Klangwelt des Komponisten Gulda.

22:08 – 22:55 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show: Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit – Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.

Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Winterreisen (1)

Mit Ausschnitten aus: Hans Zender: Schuberts „Winterreise“, eine komponierte Interpretation; Hans Peter Blochwitz, Tenor; Ensemble Modern, Leitung: Hans Zender | Eivind Buene: Schubert Lounge für Stimmen und Ensemble; Tora Augestad, Mezzosopran; Halvor Festervoll Melien, Bariton; Eivind Buene, Gesang und Fender Rhodes; Oslo Sinfonietta, Klavier und Leitung: Christian Eggen | Franz Schubert / Tobias Schwencke / Nick Cave: Mercy Seat – Winterreise; Charly Hübner, Stimme; Kalle Kalima, E-Gitarre; Carlos Bica, Kontrabass; Max Andrzejewski, Schlagzeug; Ensemble Resonanz

In Schuberts Winterreise tun sich tiefe seelische Abgründe auf. Die 24 „schauerlichen“ Lieder wurden – und werden – immer wieder anders gedeutet. Kaum überschaubar sind inzwischen die vielen Bearbeitungen, Neulesungen und -vertonungen.

Schuberts epochaler Liederzyklus fordert bis heute Komponierende, aber auch Literaten und Regisseure zu ganz eigenen, nachschöpferischen Auseinandersetzungen heraus. Im ersten Teil unseres Streifzugs kommen Hans Zender, Eivind Buene und Tobias Schwencke/Nick Cave zu Wort.

Als „komponierte Interpretation“ bezeichnet Hans Zender seine Version. Zender bringt die im Werk verborgenen inneren Stimmen ans Licht und macht Schuberts kühnen Vorgriff auf die musikalische Zukunft hörbar.

Die Schubertiade scheint dagegen das Vorbild für die Schubert Lounge zu sein, die Eivind Buene in der Singer/Songwriter-Pose der 1970er Jahre, mit Fender Rhodes Piano und Popgesang inszeniert. Die Sphäre der Popmusik, aber auch der Brecht/Eisler-Tonfall bestimmt die neueste Version, eine zeitgenmäße Séance, die Songs von Nick Cave und Mahlers Adagietto einbezieht: Eine Geschichte der Sehnsucht, der Verzweiflung und des Trostes – die ganz direkt, fast ungeschliffen erzählt wird.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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