Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 21.09. bis 27.09.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 39. Der Klang von Berlin | Radioballett von „Ligna“ | 30 Jahre Deutsche Einheit | Jazzgitarrist Harry Pepl | Béla Bartók | Werner Grimmel | Arditti Quartet | Unsuk Chin | Neue Musik zu und mit Friedrich Hölderlin | Workshop bei der Star-Fiddlerin Liz Carroll | Festival Rainy Days | Klangspuren 2020 | Stefan Keller | Maja Osojnik | Kronos Quartet | Biliana Voutchkova | Pierluigi Billone | spieltheoretischer Blick auf die Neue Musik | Vinko Globokar | Festival „NOW!“ Essen Pandora.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


21.09.2020


20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Festival „NOW!“ Essen Pandora

Conlon Nancarrow: Studies for Player Piano Nr. 6, 7, 19, 21 | Jean-Claude Risset: Duet for One Pianist | Klarenz Barlow: Pandora, aus „Orchideæ Ordinariæ“ / Estudio siete / kuri suti bekar / otodeblu / septima de facto | Roman Pfeifer / Florian Zwißler / Jagyeong Ryu: 3 Interludien für computergesteuerte Orgel, Uraufführung | Ludger Brümmer: Between Twilight für 4 computergesteuerte Midi-Klaviere (Flügel), Uraufführung; Susanne Achilles, Klavier

Aufnahme aus der Philharmonie. Beim Festival „NOW!“ teilt sich die Pianistin Susanne Achilles die Bühne der Essener Philharmonie mit automatischen Tasteninstrumenten.

Musikmaschinen sind seit Jahrhunderten immer auch ein wenig als Kuriositäten belächelt worden. Aber sie haben aufgeholt. Heutzutage machen sie dort weiter, wo menschliche Fähigkeiten enden: Spätestens mit Conlon Nancarrows aberwitzig komplizierten „Studies for Player Piano“ haben sich die Automaten auf der Bühne als ernstzunehmende Protagonisten etabliert. Und mit dem Einzug der Elektronik tut sich ab dem 20. Jahrhundert eine weitere, schier unbegrenzte Welt der Möglichkeiten auf. Die Pianistin Susanne Achilles spielt einen ungewöhnlichen Klavierabend lang Seite an Seite mit unerbittlich präzisen Duopartnern.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist und Posaunist Vinko Globokar

Mit Margarete Zander. Er reagiert mit seinen Kompositionen auf das Leben, auf politische Machtverhältnisse, auf Menschen und auf Räume. Der Sohn slowenischer Emigranten hat über Jahre ein Tagebuch musikphilosophischer Fragen komponiert. Vinko Globokar spricht in seiner Musik mit lauter Stimme und feinen Zwischentönen – als Komponist und als Posaunist.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Aufs Spiel gesetzt – Ein spieltheoretischer Blick auf die Neue Musik

Von Michel Roth. Musik wird gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Denkvarianten wie die Spieltheorie und die Kybernetik, also der Analyse von Entscheidungsprozessen, von Kommunikationssystemen und von Regulierungen. Das eröffnete der Musik neue Spiel- und Organisationsformen, weckt aber auch Befürchtungen, damit die Freiheit der Kunst zu verspielen. Die Sendung zeichnet diese Verbindungen von Musik und Spieltheorie nach und fragt nach Perspektiven für die Gegenwartsmusik.

23:03 – 24:00 | Ö1
Klangspuren 2020. FACE Dia.De von Pierluigi Billone

Johannes Kalitzke wird die Musiker/innen des Ensemble Phace durch die 65 Minuten dauernde und sehr komplexe Partitur von Pierluigi Billones „Face Dia.De“ führen. Das im letzten Jahr bei Wien Modern uraufgeführte Werk für zwei Frauenstimmen und acht Solist/innen ist ein Werk, das Grenzerfahrungen vermitteln will. Die Solistinnen lassen Laute fließen, als eine Art Urgesang ohne Text, der dennoch völlig verständlich wirken wird und an archaische Rituale erinnert. Gestaltung Patrizia Jilg – Tirol


22.09.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Rauer Modus – Die Geigerin und Komponistin Biliana Voutchkova

Von Thomas Groetz. Ihr Zuhause, sagt Biliana Voutchkova, sei dieses riesige weite Land der Musik, mit vielen Räumen und vielen Freiflächen, aber auch mit gemütlichen Notenbetten zum Ausruhen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Minas Borboudakis: „Chorochronos I“ (Alice Sara Ott, Mona Asuka Ott, Klavier; Peter Sadlo, Klaus Schwärzler, Schlagzeug); Tobias PM Schneid: „the lonely monk’s reflections on reprocreational aspects in fractal organizations II“ (Ulrich Löffler, Klavier; Musikfabrik: Peter Rundel); Bernd Redmann: „Scenario“ (Ensemble der Hochschule für Musik München: Ulrich Nicolai); Moritz Eggert: „Janus“ (Daria Iossifova, Moritz Eggert, Klavier); Jörg Widmann: „Jardin du Luxembourg“ (Carolin Widmann, Violine; Jörg Widmann, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: 50 Streichquartette für die Zukunft – Das Kronos Quartet setzt auf Gemeinschaft statt Konkurrenz

Von Margarete Zander. Eine weltweite Community der Streichquartette wünscht sich David Harrington, der Gründer des amerikanischen Kronos Quartettes. Mit einer Auswahl von 50 aus Hunderten von Quartetten der letzten 47 Jahre, richtet er große Scheinwerfer auf eine Gattung, die das Musikleben seit 250 Jahren prägt. Er zeigt ihr enormes Potential als Soundtrack unserer Zeit und richtet seinen Blick in die Zukunft.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Rote Rakete – Die Musikerin Maja Osojnik und die Kunst der Verwandlung

Von Florian Hauser. Flötistin mit großer Liebe zur alten Musik ist sie. Jazzsängerin ist sie. Klangtüftlerin und DJ ist sie, aber auch Elektronikerin und Komponistin, Lyrikerin und Performerin. Sie spielt in Bands mit klingenden Namen wie broken.heart.collector, frufru, dem Originalklangensemble Mikado, dem Low Frequency Orchestra oder rdeca raketa, der roten Rakete. An Stilen und Genres lässt Maja Osojnik fast nichts aus, sucht ständig nach neuen Herausforderungen – und findet surreale Abgründe, fragile Schönheit, melancholische Eleganz.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Stefan Keller

Mit Eckhard Weber. Der Schweizer Komponist Stefan Keller verbindet in seinen Werken Aspekte verschiedener stilistischer Ausprägungen und formt daraus seine individuelle Musiksprache. Derzeit ist er Stipendiat der Villa Massimo. Ein aktueller Einblick in das Schaffen des Komponisten.

23:03 – 24:00 | Ö1
Klangspuren 2020. „doppelt bejaht“ von Mathias Spahlinger.

Mathias Spahlingers eigentlich groß besetztes „doppelt bejaht“ ist im Rahmen der Klangspuren erstmals in der Fassung für Kammerensemble für achtzehn Instrumentalist/innen zu erleben.  Ein Klangerlebnis auch für die Musiker/innen, denn sie werden ohne Dirigenten selbst entscheiden, welche Musik sie spielen werden. Ihnen stehen 17 Module zur Verfügung, die in verschiedenen Instrumentalkonstellationen gespielt werden können. Die Solist/innen wählen die Kombinationen und die vorgeschlagenen Übergänge frei aus. Ein Werk, das einen so gut eingespielten und flexiblen Klangkörper wie das oenm erfordert. Und ein Werk, das zeigt, wie auch eine Gesellschaft funktionieren könnte. Gestaltung: Patrizia Jilg – Tirol


23.09.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Claus Kühnl: „Duplum, Musik des Lichtes und der Finsternis“ (Mitglieder des Kammerorchesters Schloss Werneck: Claus Kühnl); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Stefan Hippe: „Eine Nacht in Castle Hill“ (Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch: Irene Kauper-Meyer); Holmer Becker: Divertimento (Othmer Müller, Violoncello; Susanna Arzt, Klavier); Gustav Gunsenheimer: Concertino Nr. 1 (Andreas Böcking, Flöte; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Wolfram Graf: Vier Lieder nach Gedichten von Hermann Hesse (Barbara Maisch, Sopran; Katrin Flick, Klavier); Cornelius Hummel: Acht Musiken (il capriccio: Friedeman Wezel); Tobias K. Giesen: „… vom Strahlenwind …“ (Ensemble Maderna)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Meine Tage in dem Leide – Lieder von Krankheit und Genesung

Vom Kranksein und der Hoffnung aufs Gesundwerden wissen auch die Barden Lieder zu singen. Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini lassen ihre Opernheldinnen an Schwindsucht erkranken. Richard Strauss und Antonin Dvorák schreiben Musik am Krankenbett ihrer Kinder. Beethoven verfasst nach der eigenen Gesundung einen heiligen Dankgesang. Und Anna Prohaska singt auf einer der ersten unter Corona-Bedingungen entstandenen CDs Bach-Kantaten, die von Krankheit und Todesnähe erzählen.

21:29 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Internationale Chormusik des 20. Jahrhunderts

Mit dem SWR-Vokalensemble rund um den Globus – Chormusik aus aller Welt

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: A piece that is a size – Nicolas Hodges, Jascha Nemtsov (Klavier)

Annesley Black: A piece that is a size that is recognized as not a size but a piece | John Heller: Sonate op. 3, Little Suite, Divertimento

SWR2 JetztMusik stellt neue Aufnahmen mit Klavierwerken vor. Nicolas Hodges hat Annesley Blacks prosaisch-melancholisches A piece that is a size that is recognized as not a size but a piece eingespielt. Der Pianist und Musikforscher Jascha Nemtsov widmet sich den Werken von John Heller, der aus Deutschland vor den Nationalsozialisten floh und dessen Werke heute der Wiederentdeckung harren.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz


24.09.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival Rainy Days

Philharmonie Luxembourg. Aufzeichnung vom 23.11.2019. Natasha Barrett: „Mobilis in Mobili“ | Claude Lenners: „Third Dream“ für Violine und Klavier | Luc Ferrari: „Presque rien avec filles“ | Albena Petrovic: „Sacred Stone“ | ARS Nova Lux: Noise Watchers Unlimited a.s.b.l.; Martha Khadem-Missagh, Violine

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Jan Koetsier: Grassauer Zwiefacher, op. 105, Nr. 3 (TenThing); Ulrich Sommerlatte: „Tivoli Suite“ (Bremer Studio Orchester: August Peter Waldenmaier); Rolf Wilhelm: Concertino (Jens Björn Larsen, Tuba; Danish Concert Band: Jørgen Jensen); August Peter Waldenmaier: „Nordlandbilder“ (Münchner Rundfunkorchester: Reto Parolari); Charles Kálmán: „Globetrotter“ (Das große Orchester Willi Stech); Herbert Blendinger: Suite (Verena Blendinger, Herbert Blendinger, Klavier); Bert Grund: Konzert (Hans Wolf, Werner Tauber, Horst Reipsch, Saxofon; Münchner Rundfunkorchester: Bert Grund); Peter Jona Korn: „Beckmesser-Variationen“, op. 64 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: David Shal); Willy Richartz: „Gavotte galante“, op. 43 (Münchner Rundfunkorchester: Willy Mattes)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Ein Workshop bei der Star-Fiddlerin Liz Carroll

Was im klassischen Konzertbetrieb die Geige ist, ist in der traditionellen keltischen Musik die Fiddle. Das gleiche Instrument, aber zwei völlig unterschiedliche Spieltechniken. Eine, die ihre Fiddle meisterhaft beherrscht, ist die irischstämmige Musikerin Liz Carroll. Seit Jahrzehnten tourt sie um die Welt. Ihre Konzerte sind lange im Voraus ausverkauft, ihre Meisterkurse heiß begehrt. BR-KLASSIK-Autorin und Geigerin Antonia Morin trifft die Star-Fiddlerin beim legendären Scots Fiddle Festival in Edinburgh. Sie will wissen: Was macht das Fiddle-Spiel eigentlich aus? Und wie schwer ist es, als klassisch ausgebildeter Geiger traditionelle keltische „Tunes“ zu spielen? Ein Workshopbesuch bei Liz Carroll gibt überraschende Antworten.

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
„…stilltönend unter den Apfelbäumen“ – Neue Musik zu und mit Friedrich Hölderlin (1)

Es hat lange gedauert. Zu Lebzeiten hatte kaum ein Komponist Interesse an seinen Texten: den Gedichten, dem Roman, den Dramenfragmenten, den Übersetzungen. Das änderte sich im 20. Jahrhundert rasant.

OfEnsemble: Carola Schlüter, Sopran; Yumiko Noda, Violine / Viola; Olaf Joksch, Klavier; Bruno Suys, Kontrabass; Birgit Kindler, Sprecherin

Geoffrey Alvarez (*1961): „Eine Flußreise“ aus „Hölderlinfenster“ (2013) für Gesang und Klavier | Michael Maierhof (*1956): „Schwingende Systeme E“ (2020) für Sopran, Violine, Kontrabass, Flügel und Video (2020) – Uraufführung | Nicolaus A. Huber (*1939): „Ohne Hölderlin“ (1992) für Klavier, Kontrabass und mindestens zwei Tische | Andreas Sorg (*1959): „Last Exit Susette – Interlace Study I“ (2020) für Stimme, Viola/Violine, Klavier nach einem Gedicht von Danila Köhler sowie dem Gedicht „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin – Uraufführung | Annette Schlünz (*1964): „Aber die Liebe…“ (2020) für Sopran, Violine/Viola, Kontrabass und Klavier (2020) auf Texte von Undine Gruenter und Friedrich Hölderlin – Uraufführung

(Aufnahme vom 8. September 2020 aus dem Klingspor-Museum in Offenbach). Mittlerweile gehören die Dichtungen von Friedrich Hölderlin (1770-1843) zu jenen, die in Hülle und Fülle vertont worden sind und weiterhin sonore Impulse evozieren. Vor allem im deutschsprachigen Raum. Aber auch italienische Komponisten wie Luigi Nono oder Bruno Maderna – beide sprachen deutsch – haben sich der rätselhaften, oft fragmentarischen Lyrik Hölderlins bzw. dem revolutionären Briefroman „Hyperion“ zugewandt.

Ohne Hölderlin wäre nicht nur die Literaturgeschichte ärmer, sondern zugleich die Musikgeschichte, die sich ohne den „Fremdling im eigenen Haus“, wie er sich einmal selbst skizzierte, seit den 1970er Jahren zweifellos anders entwickelt hätte. Hölderlins Denken und Fühlen in Sprache hat einige musikalische Innovationen und neue ästhetische Perspektiven initiiert. Eine (letztlich nur kleine) Auswahl mit bekannten und weniger vertrauten Klangsichten auf Hölderlin stellen wir Ihnen in diesem hr2-Konzertsaal vor. Am Mikrofon: Stefan Fricke

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Porträtkonzert Unsuk Chin

NDR Elbphilharmonie Orchester; Stefan Asbury, Dirigent; Kari Kriikku, Klarinette. Unsuk Chin: Spira, Konzert für Orchester / Klarinettenkonzert / Mannequin, Tableaux vivant für Orchester. Konzert vom 14. Februar 2020 aus der Elbphilharmonie, Hamburg

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Botschafter der Neuen Musik – Das Arditti Quartet

Eine Sendung von Ursula Böhmer. Benjamin Britten, John Cage, Karlheinz Stockhausen, György Ligeti, Helmut Lachenmann – die Liste der Komponistennamen, die für das Londoner Arditti Quartet Werke geschrieben haben, ist überaus lang.

1974 von dem britischen Geiger Irvine Arditti gegründet, hat das vielfach preisgekrönte Quartett bis heute hunderte von Streichquartetten zur Uraufführung gebracht. Und das immer in enger Abstimmung mit den jeweiligen Komponistinnen und Komponisten. Mehr als zweihundert CD-Aufnahmen sind außerdem entstanden – darunter sämtliche Streichquartette von Luciano Berio und Brian Ferneyhough. Zum Selbstverständnis der vier Solisten zählt auch die Vermittlung Neuer Musik und ihrer spezifischen Spieltechniken.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

John Rutter: „Gloria“ (Chor des Bayerischen Rundfunks: Gustav Sjökvist); Andrzej Panufnik: Symphonie Nr. 10 (London Symphony Orchestra: Antonio Pappano); Witold Lutosławski: „Novelette“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Witold Lutoslawski)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Enden der Parabel / Gravity’s Rainbow (2/12) – Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Pynchon

23:03 – 24:00 | Ö1
Mit experimenteller Musik differenziertes Hören lernen – Neugier auf ungeahnte Hör-Erfahrungen

Das Hören neuer Musik, also von Kompositionen, in denen Rhythmen und Tonfolgen keinem klassischen Regelwerk folgen, Klängen und Geräuschen eine maßgebliche Rolle zukommt, profitiert von unterschiedlichen Ansätzen der Musikvermittlung. Denn dort ist Hörsensibilisierung ein zentrales Thema. Für das genaue Hinhören und Zuhören ist ein gewisses Überraschungsmoment besonders hilfreich und das bietet die zeitgenössische Musik in ihrer unglaublichen Bandbreite zuhauf. Beschäftigt man sich mit einzelnen Klängen, den speziellen Spieltechniken der Instrumente, die manchmal so verfremdet klingen, dass sie vom Laien keiner bestimmten Instrumentengruppe zugeordnet werden können, eröffnet sich ein ungeahnter Reichtum an Klangfarben. Auch der Raum, in dem ein Konzert stattfindet, das Ambiente, ob man währenddessen sitzt, liegt, steht oder sich bewegt, wirkt sich auf die Hörwahrnehmung aus. Ist die Bühne in der Mitte platziert, und das Publikum sieht die Mitwirkenden von allen Seiten, erklären sich auch die Klangquellen oft von alleine. Das Auge hört mit.

Dass die Fähigkeit der Bevölkerung zu genauem Hören in den vergangenen Jahren abgenommen hat, liegt an dem steigenden Lärmpegel unserer Lebensumwelt, der Dominanz der Bilder in unseren Medien und der generell sinkenden Dauer der Konzentrationsfähigkeit durch die ständige Reizüberflutung.

Der Kosmos der experimentellen Musik bietet – eine unvoreingenommene und neugierige Haltung vorausgesetzt – zahlreiche Ansätze, um sein eigenes Hören differenzieren zu lernen und neue Erfahrungen mit dem Sinnesorgan zu machen, das nicht abgeschaltet werden kann. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


25.09.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Gang nach Buchenwald – Von Christoph Korn

Nach einem Gespräch mit dem Shoa-Überlebenden Naftali Fürst (Haifa) und Textfragmenten aus dem Buch Hiob, von Paul Celan, Pauline Oliveros und Christoph Korn

Mit: Jana Schulz, Tom Jacobs; Komposition: Christoph Korn; Akkordeon: Sven Hermann; Dramaturgische Beratung: Claas Morgenroth; Nach einer Idee von Rolf C. Hemke; Produktion: Deutschlandfunk Kultur/Kunstfest Weimar/ACHAVA Festspiele Thüringen, Stiftung Buchenwald 2020; Länge: 50’ (Wdh. v. 13.09.2020)

Ein komponierter Audiowalk mit Erzählungen Überlebender über den Weg aus Weimar zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald.

Vom Weimarer Hauptbahnhof führt ein etwa zweistündiger Fußweg zum KZ Buchenwald. Diesen Weg mussten tausende Opfer des Naziregimes gehen. Am 16. April 1945, kurz nach der Befreiung des Konzentrationslagers, folgten ihnen auf Anordnung des amerikanischen Oberkommandos rund 1.000 Weimarer Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen sehen.

Zum Gedenken an diesen Weg hat der Medienkünstler Christoph Korn einen Audiowalk für das Projekt „Gang nach Buchenwald“ des Kunstfest Weimar komponiert. Sein gleichnamiges Hörstück ist ein Sich-Nähern: im Gehen auf Asphalt, Teer, Laub, Kies, hin zu jenem unaussprechlichen Ort. Ausgangspunkt des Hörspiels ist ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Naftali Fürst.

Diese Produktion wurde mit Kunstkopf-Mikrofonie hergestellt. Bitte Kopfhörer aufsetzen.

Mit freundlicher Unterstützung von Margol F. Guttman, Director of International Cultural and Artists Exchange, Ein Hod, Israel.

Christoph Korn, geboren 1965 in Frankfurt a.M., studierte Philosophie und Politologie in Frankfurt. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Audio- und Medienkunst. Die künstlerischen Werke basieren in den letzten Jahren zunehmend auf Versuchen des Maskierens, Löschens oder Entziehens. Korn erhielt internationale Preise und Stipendien. Sein Hörspiel „Waldstueck“ wurde beim Prix Ars Electronica ausgezeichnet. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Consolamini“ (2006).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Zum 68. Geburtstag von Werner Grimmel

Werner Grimmel: „In warmem Golde fließen“ (Joachim Schall, Violine; SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart: Robert HP Platz); Drei Lieder (Wolfgang Holzmair, Bariton; Russel Ryan, Klavier); „Entre deux mers“ (Mitglieder von Varianti: Michael Swoboda); „Im Mutterleib vernommene Gespräche“ (Stefan Schilli, Oboe; Christof Neundorf, Violoncello; Stefan Schumacher, Gitarre; Heike Grimmel, Klavier); „Hölderlin-Zyklus“ (Belcanto-Ensemble Frankfurt: Dietburg Spohr); Studie für Sechzehnteltonklavier Nr. 2 (Dominik Blum, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Béla Bartók – Aspekte eines Lebens – „Ich habe mein Vertrauen zu allem verloren“

Zum 75. Todestag des Komponisten Béla Bartók. Von Markus Vanhoefer. Am 26. September 1945, und damit vor 75 Jahren, starb Béla Bartók im New Yorker Exil. Der gebürtige Ungar war eine der universellsten Musikerpersönlichkeiten der klassischen Moderne, ein Mann mit vielen Fähigkeiten und Interessen. Da gab es Béla Bartók, den neugierigen Musik-Ethnologen, der mit dem Phonographen durch Südosteuropa, aber auch Nordafrika reiste, um dort Volksmusiken aufzuzeichnen und zu analysieren. Da gab es Bartók, den versierten Pianisten, oder Bartók, den Musikerzieher der didaktischen Klaviersammlung „Mikrokosmos“. Und natürlich den Komponisten Bartók, dessen Werk aus unseren Konzertsälen nicht wegzudenken ist. Die Sendung setzt Schlaglichter auf ein bewegtes Musikerleben, das von den großen politischen Umbrüchen und Konflikten der Zeit geprägt war. Es geht um Heimat und Entwurzelung, um Innovation und künstlerische Identität – und um die Frage, warum ein Komponist, der sich von „lokaler“ Volksmusik inspirieren ließ, zu einer „globalen“ Vaterfigur nachfolgender Musikergenerationen wurde.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Thank Bob for Beatniks“ von Bob Kaufman/A. Ammer

Mit Patti Smith, Moor Mother, Angel Bat Dawid, Durs Grünbein und anderen; Musik: Markus Acher/Micha Acher/Leo Hopfinger; Realisation: Andreas Ammer/Markus Acher/Micha Acher. BR 2020. Ursendung. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Allen Ginsberg erzählt, dass es Bob Kaufman war, der die Bezeichnung „Beatnik“ für ihre gemeinsame Lebenshaltung propagiert habe: Halb harter Beat wie im Jazz, halb zielloser Sputnik im Weltraum, stets unterwegs auf den Straßen und in den Cafés, am besten am North Beach, oben in San Francisco. A place is the space. Natürlich führte das FBI eine Akte über den ehemaligen Seemann Bob Kaufman. Aber das Büro verzweifelte fast am Lebenswandel des Bohème-Dichters mit karibisch-deutschen Wurzeln, der – öfters leicht berauscht – durch die Straßen von San Francisco schlenderte und jedem seine Gedichte vortrug (wenn er nicht gerade im Protest gegen die politischen Zustände in den USA in ein mehrjähriges Schweigen versunken war). Zwar hatten die Kommunisten den unsteten Genossen aus ihrer Partei geworfen, aber das FBI führte Kaufman weiter als verdächtigen, obdachlosen „drifter“. Es fand trotzdem weder seinen Wohnort noch war man sich sicher, ob man überhaupt den richtigen Bob Kaufman verfolgte, der im Beverly Hills Hotel als Kellner wegen Drogenkonsums gefeuert worden war und den es dann nach San Francisco verschlug, wo er Zeitschriften mit dem seltsamen Titel „Beatitude“ herausgab, des Öfteren verhaftet wurde und „Abomunistische Manifeste“ verfasste, die keiner verstand, der nicht ein früher Beatnik oder ein später Dadaist war: Auf „Engpop, emgpop, boint plolo, plolo, bob bob“ endet die Abomunistische Rationalhymne.

Zweimal wurde Bob Kaufman, der große Unbekannte der Beatniks, in Europa entdeckt. In Frankreich, wo er heute noch als „Schwarzer Rimbaud“ bezeichnet wird und in der Ost-Dichterszene um Durs Grünbein, Bert Papenfuß und Sascha Anderson, die 1990 gemeinsam seinen Gedichtband „Solitüden“ übersetzten und in einem Privatdruck herausbrachten. Für das Hörspiel „Thank Bob for Beatniks“ haben Andreas Ammer, die Gebrüder Acher und Leo Hopfinger eine verloren geglaubte Lesung des legendären Dichters aufgespürt und mit Musik versehen. Zusammen mit der FBI-Akte, Erinnerungen von Allen Ginsberg, Lesungen der afro-amerikanischen Jazz- und HipHop-Musikerinnen Angel Bat Dawid und Moor Mother und der legendären Patti Smith haben sie ein akustisch-anarchistisches Epitaph für den fast vergessenen Dichter errichtet, der einer der wenigen wirklichen Avantgardisten Amerikas gewesen ist.

Bob Kaufman, Autor, geb. 1925 in New Orleans, gest. 1986 in San Francisco. Mitbegründer der Beatbewegung. Werke u.a. „Abomunist Manifesto“ (1959), „Second April“ (1959), „Does the Secret Mind Whisper?“ (1960), „Solitudes Crowded with Loneliness“ (1965).

Andreas Ammer, Hörspielautor, Journalist. Werke u.a. „This is Ben Hecht…reporting live from the Revolution“ (zusammen mit Markus und Micha Acher, BR 2019).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Mein Cello und ich“ – Porträt des Cellisten Gregor Piatigorsky. Von Julia Smilga

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe: Der unvergessene Jazzgitarrist Harry Pepl

Der 2005 verstorbene österreichische Gitarrist und Komponist Harry Pepl hätte am 10.September seinen 75.Geburtstag gefeiert. Harry Pepl hat mit seinem sehr eigenständigen Sound mit so unterschiedlichen Musikern wie Benny Goodman und Werner Pirchner musiziert. Sein österreichisch-amerikanisches Quartett Airmail war wohl eine der besten Jazzgruppen heimischer Provenienz. Die Spielräume Nachtausgabe würdigt einen großen Individualisten. Zu Gast ist unter anderem Harry Pepls Sohn Daniel, der ebenfalls Musiker ist und der das musikalische Erbe seines Vaters hochhält. Gestaltung: Klaus Wienerroither


26.09.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Der unbekannte Morricone

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: 30 Jahre Deutsche Einheit – „Die Gebeine Dantons“ – Friedrich Schenkers Funkoper als Dokument der Wendezeit

Von Anna Schürmer. Von heute betrachtet, wirkt es naheliegend, dass pazifistisch gesinnte ostdeutsche Künstler wie der Lyriker und Librettist Karl Mickel und der Komponist Friedrich Schenker Mitte der 80er-Jahre ein besonderes Interesse an einer kritischen Reflexion von Revolutionsgeschichte zeigten. Ermöglichte ihnen doch das, mit einer Fülle aktueller Bezüge den krisenhaften Zustand im eigenen Land zu reflektieren. Tatsächlich erweist sich Mickel/Schenkers performatives Sprach-Musik-Stück vor der Folie der Französischen Revolution als intellektueller Kommentar zu den Entwicklungen in der Endzeit der DDR. Darüber hinaus ist „Die Gebeine Dantons“ ein echtes Radiowerk. Es aktualisiert die Neigung der Gattung Funkoper zu technischen Sujets, indem die radiophone Medientechnik der Zeit voll ausgenutzt wird. Etwa durch raumakustische Klangbewegungen, elektroakustische Montage- und Collagetechniken sowie atmosphärische Effekte mit Echo und Hall, Vocoder und Rückkoppelungen. Schenker und Mickel gelang nicht nur ein treffendes Wende-Stück, sondern auch ein kreativer Beitrag zur fast vergessenen Gattung Funkoper. Beauftragt wurde diese von Radio DDR zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution, ausgestrahlt wurde sie auf Deutschlandsender Kultur im wiedervereinigten Deutschland.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
Zerstreuung überall! Ein Radioballett von „Ligna“

Realisation: Ole Frahm, Michael Hüners & Torsten Michaelsen. Das ist neu: Ein Flashmob digital und distanziert. Die Performancegruppe LIGNA lädt Sie ein zum Mitmachen bei dieser Tanzperformance der besonderen Art Zerstreuung überall! ist eine Aufforderung zum zerstreuten Tanz und ein bewegendes Ritual zur Beschwörung der Kunst von Abwesenden.

Stimmen von namhaften Tanz- und Performancekünstler*innen animieren Sie, ihre Choreographien mit dem eigenen Körper auszuführen. So werden 12 sehr unterschiedliche Bewegungssprachen erfahrbar, 12 unterschiedliche Perspektiven auf die gegenwärtige Situation. Trotz geschlossener Grenzen und Reisebeschränkungen entsteht so eine physische Verbundenheit, in der die Frage aufscheint, wie die Corona-Krise das Verhältnis zu unseren Körpern verändert.

LIGNA führen ihre Produktionen meist über Kopfhörer im öffentlichen Raum auf. Hier nun werden die Bewegungen aller Teilnehmenden über das Radio synchronisiert oder Sie nutzen unseren Podcast zur Sendung für Ihre eigene zeitautonome Performance: am besten mit ein paar Freud*innen an einem öffentlichen Ort, der genügend Platz bietet. Es muss der Abstand von drei Metern gewahrt werden können, damit andere auch passieren können – und schon kann das internationale Radioballett beginnen.

Die Gruppe LIGNA reagiert damit auf die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Covid 19-Pandemie. Aus dem Gebot des social distancing wird die Hoffnung einer solidarischen Distanz. Statt einer Rückbesinnung auf das Nationale durch die Schließung der Grenzen schlägt LIGNA vor, die Ohren für andere Stimmen zu öffnen, den eigenen Körper neu zu entdecken und ein anderes planetarisches Zusammenleben zu imaginieren.

Mit Beiträgen von: Alejandro Ahmed | Edna Jaime | Jeong Geumhyung | Eisa Jocson | Raquel Meseguer | Bebe Miller | Maryam Bagheri Nesami & Mitra Ziaee Kia | Mamela Nyamza | Bhenji Ra | Melati Suryodarmo | Yuya Tsukahara / contact Gonzo | Dana Yahalomi / Public Movement

Musik: Emilian Gatsov. Realisation: Ole Frahm, Michael Hüners & Torsten Michaelsen

LIGNA besteht aus den Medien- und Performance-Künstlern Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen, die im Freien Sender Kombinats (FSK) in Hamburg zusammengefunden haben. In Radiosendungen, Performances, Interventionen und Installationen erforschen sie den Handlungsraum des Publikums und erweitern dessen Möglichkeiten. Ihre Arbeiten wurden mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

Diese Sendung können Sie bis 18 Monate nach Sendetermin als Podcast unter hr2.de oder in der ARD Audiothek hören.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Die Bedeutung Bartóks für die Etablierung der Musikethnologie

Eine Sendung von Ulrike Zöller


27.09.2020


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Vom Alex bis zum Bahnhof Zoo – Der Klang von Berlin

Von ferne klingen die Berliner Sinfonien von Carl Philipp Emmanuel Bach herüber. Aus Kaiser Wilhelms Zeiten dröhnen zackige Märsche übers Pflaster.

Die Geschichte der Stadt Berlin ist musikalisch bestens dokumentiert. Das hektische Berlin der 1920er Jahre verdichtet sich zur Sinfonie der Großstadt. Und auch die Teilung der Stadt und ihre Wiedervereinigung werden von zahlreichen Liedern begleitet. Kaisers Klänge liefern heute den ultimativen Berlin-Soundtrack.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert – Radio Years

Die Zusammenarbeit von Radio Bremen mit den Bremer Philharmonikern (früher dem Philharmonischen Staatsorchester) ist quasi so alt wie Radio Bremen selbst. Dabei entstanden zahlreiche Mitschnitte unter den verschiedensten Dirigenten, nahezu alle Generalmusikdirektoren sind in RB-Aufnahmen „unsterblich“ geworden, das Repertoire reicht von Barock und Klassik bis hin zu Uraufführungen.

22:08 – 22:55 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: My Favorite Choice (40): Christina Kubisch

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Bernard Parmegiani: Stries für 3 Synthesizer; Synthesizer Trio Berlin | Annea Lockwood: Streaming, Swirling, Converging, elektroakustische Komposition | Marina Rosenfeld: My Body für Perkussion, Klavier und Objekte; Ensemble Yarn/Wire und Marina Rosenfeld | Ernst-Albrecht Stiebler: Kanon für Orgel, elektrische Orgel und Blasinstrumente | Jacob Kierkegaard: Testimonium, Komposition und Installation für Field Recordings und Elektronik | Jean-Philippe Antoine: Superhummings, Audiocollage / Ambient Music.

Sie sei eine „experimentelle Klangarbeiterin“, sagt Christina Kubisch, die ihr jüngstes Projekt für die Wittener Tage für neue Kammermusik 2020 konzipiert hat, über ihre künstlerische Praxis zwischen Installation, Soundwalk und Performance.

„Dieses Etwas-wissen-wollen, ohne genau zu wissen, wo es hingeht“ prägt ihre Forschungen bis hin zu den „Electrical Walks“, in denen sie die Besucher durch alltägliche elektromagnetische Felder wandern lässt. Für His Master’s Choice hat die Komponistin, Flötistin und Bildende Künstlerin ästhetisch und zeitlich weit auseinanderliegende Hörerlebnisse ausgewählt. Fragen, die sie besonders interessieren, sind: Wie ist heute das Verhältnis von Interpret und Komponist? Welche Grenzen gibt es, welche verschwinden? Welche Rolle spielt der Komponist als gleichzeitiger Performer? Sind elektronische Instrumente und Field Recordings in der Neuen Musik angekommen? Wie werden sie notiert? Welche Rolle spielt der Raum bei Aufführungen?

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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