Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 18.05. bis 24.05.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 21. Dominik Susteck, Wolfgang Liebhart, Elisabeth Schimama, Steffen Schleiermacher, Verworner-Krause-Kammerorchester, Kurt Weill, Klavieretüde in der neuen Musik, Zeynep Gedizlioglu, Gregor Piatigorsky, Kotaro Fukuma, Harald Muenz, Sergej Kussewitzki, Bruno Maderna, Ensemble Garage, Neue und experimentelle Musik aus der Ukraine und Aktuelle elektroakustische Beethoven-Attacken und – Referenzen aus Wien.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


91 – Interview mit Maria Jonas

Maria Jonas erzählt, wie sie zur Mittelalter Musik gekommen ist und welche Bedeutung für sie Improvisieren hat. Sie ist Gründerin und Leiterin des Mittelalter Ensembles Ars Choralis Köln und spricht auch über ein Herzensprojekt, die Musik von John Cage und Hildegard von Bingen in einem Konzert gegenüberzustellen. Maria Jonas gibt dir viele Einblicke in ihr Leben.

90 – Mein Alltag als Musikerin während der Corona-Krise – Woche 9
Solofolge mit Irene Kurka

Die Sopranistin Irene Kurka spricht heute vor allem über den Umgang mit Ängsten und Verschwörungstheorien. Thomas Höft hatte in seinem Podcast Interview erwähnt, daß es wohl KollegInnen gibt, die in der jetzigen Situation durchknallen. Daraufhin kamen viele Zuschriften, was man denn tun kann. Dies ist nun Irenes Antwort auf eure Frage, wie Ängste entstehen und wie ihr euch selbst oder Betroffenen in eurem Umfeld helfen könnt.

89 – Interview mit Thomas Höft in der Corona-Krise
Librettist, Regisseur, Dramaturg

Thomas Höft redet über künstlerische Konzepte zur Zeiten von Covid-19, fordert zum Umdenken und Neudenken auf und meint, daß gerade wir Kreative uns neu erfinden müssten. Er plädiert für neue Formen der Musikvermittlung und beschreibt, welchen Herausforderungen sich VeranstalterInnen und KünstlerInnen gerade stellen müssen, mit Blick auf Deutschland und Österreich.


18.05.


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Der Organist Dominik Susteck

Mit Andreas Göbel. Längst hat auch die Avantgarde die Orgel als Instrument für unerhörte Klänge für sich entdeckt. Einer der derzeit wichtigsten Vertreter ist der Organist und Komponist Dominik Susteck. Seit dreizehn Jahren arbeitet er an der Orgelanlage der Kölner Kunst-Station Sankt Peter und hat mit den dortigen beiden Instrumenten ideale Bedingungen für die zeitgenössische Orgelmusik.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Komponieren mit dem Schwarzen Gold – Die Schallplatte als Tonträger, Kunstobjekt und alternativer Klangerzeuger

Von Ulrike Klobes. Plastiklöffel, die am Plattenteller kratzen, gebrochenes Vinyl oder Scheiben, in die feinste geometrische Formen geritzt werden – der Möglichkeitsspielraum, wie die Schallplatte als Klangerzeuger genutzt wird, ist schier unendlich. Welche Optionen das „Schwarze Gold“ jenseits des bloßen Abspielens, des Scratchens und Remixens mittlerweile bietet, und welch eigenwillige Klangtexturen sich aus den Vinyl-Experimenten ergeben, davon erzählen Klangkünstler*innen, wie Mieko Suzuki, Ignaz Schick und Martin Lorenz.

23:03 – 24:00 | Ö1
Neues vom Komponisten Wolfgang Liebhart

Die Klangfarben in seiner Musik liegen dem österreichischen Komponisten Wolfgang Liebhart besonders am Herzen. Der Einsatz von elektronischen Mitteln hat in zunehmendem Maße an Bedeutung gewonnen. „Die Inspiration kommt von innen. Am Beginn stelle ich mir einen bestimmten Klang vor und dann begebe ich mich auf die Suche nach musikalischem Material, um diesen bestmöglich zu verwirklichen“, so Liebhart über das Schreiben einer Komposition. Dabei gilt das Prinzip: Weniger ist mehr. Nicht die Fülle des Materials mache die Qualität einer Musik aus, sondern wie es gehandhabt wird, so der 61-jährige, der seit 2002 Komposition an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien unterrichtet. Gestaltung: Ursula Strubinsky


19.05.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Reisen ins Innere der Maschinen – Die österreichische Komponistin und Performerin Elisabeth Schimama

Von Florian Neuner. Fragen des Raums, der Kommunikation oder des Körpers beschäftigen Elisabeth Schimama, die seit den 1980er-Jahren als eine Pionierinnen der elektronischen Musik gilt.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Alexander Strauch: „H-I-A-S“ (Xsemble München); Johannes X. Schachtner: „Symphonischer Essay“ (Ensemble Zeitsprung: Markus Elsner); Volker Nickel: „piano puzzle pieces II“ (Andreas Skouras, Klavier); Markus Schmitt: „Siebenkäs-Musik“ (Moritz Eggert, Klavier Barbara Kink, Violine; Sebastian Hess, Violoncello); Markus Lehmann-Horn: „Eva über Bord“ (Münchner Rundfunkorchester: Ulf Schirmer); Stefan Schulzki: „Der Sommer meines Lebens“ (Jane Berger, Agnes Malich, Violine; Verena Würtele, Viola; Johannes Gutfleisch, Violoncello; Andreas Kirpal, Klavier; Stefan Schulzki, Audiozuspielung); Moritz Eggert: „Number Nine VII: Masse“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Rundel)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Der Avantgartainer – Texte und Gespräche mit dem Komponist und Pianisten Steffen Schleiermacher

Von Margarete Zander. Ob Cage oder Paul Dessau – er bietet ganz besondere Schlüssel in ihre Welten. „Jemand hat mal nach einem Konzert gesagt, er wusste nicht, ob er in einer Vorlesung, in einem Konzert oder in einer Kabarett-Veranstaltung ist, und genau die Mischung strebe ich an“. Im neuen Buch „Der Avantgartainer“ kann man das jetzt nachlesen und bei uns im aktuellen Gespräch mit dem Künstler erleben.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Dinosaurier, vegane Küche und Musik – Ein Spaziergang mit dem Verworner-Krause-Kammerorchester

Von Frank Schwarz. Ist es Jazz? Pop? Zeitgenössische klassische Musik? Oder Techno? Alles zusammen, könnte man meinen. Das Verworner-Krause-Kammerorchester aus München, kurz VKKO, hat einen eigenwilligen musikalischen Stil entwickelt: tanzbare Musik mit klassischen Instrumenten. Auf der einen Seite steht der komplexe Klang der Streicher, auf der anderen eine Jazz-Rhythmusgruppe mit Klavier, Schlagwerk, Bass und Gitarre – dazu: Gesang. Das VKKO ist weniger in einem Saal, vielmehr in einem Club oder einer Bar zu Hause – ein Auftritt gleicht mehr einer Performance als einem Konzert. Hinzu kommt die Kombination mit anderen Künsten: Visuals, Mode und Kulinarik. Für die Komponisten und Dirigenten Christopher Verworner und Claas Krause ist das VKKO mehr als nur ein Orchester – für sie ist es ein Lifestyle mit einer klaren Vision: eine bessere Welt zu schaffen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Mitschnitte von Eclat. Festival Neue Musik Stuttgart

Eclat zählt zu den tonangebenden Festivals zeitgenössischer Musik in Deutschland. Heuer feierte das unter dem Namen „Tage für Neue Musik Stuttgart“ gegründete Festival 40. Geburtstag. Es bot vom 5. bis 9. Februar 2020 Konzerte, Klangexperimente, Musiktheater und Performances im Theaterhaus Stuttgart. Wir senden eine Auswahl der zahlreichen Ur- und Erstaufführungen. Eclat steht nicht für Aufruhr, sondern spielt vielmehr mit dem französischen Begriff „Éclat“ und dessen Bedeutungen wie „Aufschein“ „Glanz“, „Splitter“ und „Knall“. Gestaltung: Rainer Elstner


20.05.


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Joachim Schneider: „Guru“ (Patrick Winkel, Flöte; Monika Konradi, Klarinette; Fabian Kunkel, Fagott; Sebastian Jolles, Violoncello; Wolfgang Ostermeier, Hubert Steiner, Gitarre; Nancy Laufer, Akkordeon; Stefan Johannes Walter, Perkussion); Robert HP Platz: „Branenwelten 6“ (Neus Estarellas Calderón, Klavier; Augustin Muller, Lennart Scheuren, Klangrealisation IRCAM); Christoph Wünsch: Vier Stücke (Ruth Wentorf, Flöte; Bernd Kremling, Percussion); Klaus Hinrich Stahmer: „Weg nach Innen“ (Egidius Doll, Orgel; Bernd Kremling, Schlagzeug); Rainer Pezolt: „Quattro frammenti notturni“ (Antje Gerlof, Flöte; Stefan Weber, Gitarre); Karola Obermüller: „Nichts Fettes nichts Süßes“ (Ensemble Phorminx)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Weg der Verheißung – Kurt Weill und die jüdische Musik

Kurt Weill entstammte einem jüdischen Elternhaus. Sein Vater war Kantor der jüdischen Gemeinde in Dessau. Spuren davon finden sich in vielen Werken Weills.

Immer wieder hat er jüdische Musik und Dichtung aufgegriffen. Er schrieb liturgische Musik und vertonte hebräische Texte. Er thematisierte den Holocaust und orchestrierte die israelische Nationalhymne. Mit Franz Werfel verfasste er das großes Bibeldrama „Der Weg der Verheißung“.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Die Klavieretüde in der neuen Musik

Mit Andreas Göbel. Nicht nur Frédéric Chopin oder Franz Liszt haben in ihren Etüden neue und vor allem höhere Anforderungen in die Klaviertechnik ihrer Zeit aufgenommen. Auch in der Musik der Gegenwart gibt es prägnante Beispiele für Klavierwerke an der Grenze der Spielbarkeit.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT – Ausgewählte Kompositionen vom diesjährigen ECLAT-Festival für Neue Musik in Stuttgart

Im Jubiläumsjahr des Festivals ECLAT, das auch nach 40 Jahren offen ist für alle Strömungen und keine Themen vorgibt, erlebte im Februar 2020 das komponierte Werk ein fast schon unerwartetes Revival. Eine Auswahl dieser Stücke stellen wir in der SWR2 JetztMusik vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
Aktuelle Veröffentlichungen experimenteller Musik – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen die spannendsten Neuveröffentlichungen aus allen Bereichen neuer und experimenteller Musik. Gestaltung: Marlene Schnedl


21.05.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Zeynep Gedizlioglu

„sights of now“ – Klavierduo Tomoko Hemmi, Yukiko Sugawara. Quatuor Diotima | „Jetzt – Mit meiner linken Hand“ – Klangforum Wien. Leitung: Leonhard Garms | „kelimeler“ – Neue Vocalsolisten Stuttgart | „blick des abwesenden“ – Tamara Stefanovich, Klavier. hr-Sinfonieorchester. Jonathan Stockhammer

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Dieter Schnebel: „Dahlemer Messe“ (Christine Whittlesey, Sopran; Marga Schiml, Alt; Bernhard Gärtner, Tenor; Kurt Widmer, Bass; RIAS-Kammerchor; Sinfonieorchester des Südwestfunks: Zoltán Peskó); Walter Faith: Sonatine (Hans Altmann, Klavier); Wolfram Buchenberg: „Vidi calumnias et lacrymas“ (Chor des Bayerischen Rundfunks München: Max Frey)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Der König des Cello – Das abenteuerliche Leben von Gregor Piatigorsky

Er flieht 1921 aus dem kommunistischen Russland nach Polen, in dem er einen Grenzfluss durchwatet, das Cello hoch über den Kopf  haltend. Oft dienen ihm die Bänke in Berlins Tiergarten als Schlafstätten, einmal übernachtet er auch in einer Loge der Berliner Philharmonie – und wird  nach einem Vorspiel auf der Stelle von Wilhelm Furtwängler als erster Cellist der Philharmoniker engagiert. Das Leben von Gregor Piatigorsky liest sich wie ein Abenteuerroman. 1903 in der Ukraine geboren, wurde Piatigorsky zu einem der bedeutendsten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Es gab kaum einen großen Musiker seiner Zeit, keinen Dirigenten von Rang, kein Spitzenorchester, mit dem er nicht gespielt hatte. Ab 1929 widmete sich Piatigorsky vorwiegend der Kammermusik  – und die Liste seiner Musikpartner beeindruckt: Jascha Heifetz, Nathan Milstein, Arthur Rubinstein, Sergej Rachmaninow, Artur Schnabel, Vladimir Horowitz …  In seinem Buch „Cellist“ – zu deutsch „Mein Cello und ich und unsere Begegnungen“ – erzählt er humorvoll und  manchmal  auch schonungslos über die zahlreichen Künstler, denen er in seinem  Leben begegnete. Julia Smilga zeichnet den Lebensweg  von Gregor Piatigorsky nach.

20:00 bis 22:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Klavierabend Kotaro Fukuma

Das Debüt des japanischen Pianisten Kotaro Fukuma beim Radio Bremen-Festival „Auf schwarzen und weißen Tasten“ war eines der absoluten Highlights in der Geschichte der seit fast 30 Jahren bestehenden Konzertreihe. Das Bremer Publikum im ausverkauften Sendesaal verabschiedete den bescheiden auftretenden Virtuosen mit vier Zugaben und standing ovations – ein Klavierabend zum Staunen und Genießen!

20:04 bis 22:00 | hr2-kultur
Beethoven-Reflexe: Am Mikrofon: Stefan Fricke

Unvorstellbar: Ludwig van’s Klangkonzepte spielten in der Musik des 20./21. Jahrhunderts keine Rolle mehr. Dem ist ganz und gar nicht so. Nicht wenige der weitaus jüngeren Kolleg*innen arbeiten mit seinen Sounds – und sich an diesen ab. Link zur Sendung URL

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: rainy days (2): „Le Maximum du minimal“

Orchestre Philharmonique du Luxembourg. Ilan Volkov, Dirigent. Christoph Sietzen, Schlagzeug

Naomi Pinnock: The field is woven (2018) | Georg Friedrich Haas: Konzert für Klangwerk und Orchester (Uraufführung) | Coriun Aharonian: Mestizo | Morton Feldman: Coptic Light. Konzert vom 29. November 2019 aus der Luxemburger Philharmonie

22:00 bis 23:00 | hr2-kultur
selbstLAUT: Harald Muenz, Elektrophonet

Der Sprache und den Sprachen, dem Sprechen und den Sprechwerkzeugen gilt das Ohrenmerk des in Köln lebenden Komponisten Harald Muenz, der auch als ästhetischer Phonetiker, als SprachKlangKünstler arbeitet.

Und das gerne auch unter Einbezug elektroakustischer Mittel und Möglichkeiten. Überhaupt ist das Oeuvre des 1965 in Schwäbisch-Hall Geborenen, der seit 2005 an der Brunel University in West-London lehrt und der zudem das Elektronische Studio an der Musikhochschule Lübeck betreut, bemerkenswert vielseitig. In „selbstLAUT“ gibt er beredt Auskunft über seine ästhetischen Neigungen, seine künstlerische Neugierde und die daraus entstehenden akustischen Kunstwerke.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Ernst Helmuth Flammer: Klavierkonzert – „Zeitzeichen – Zeitmaße“ (Ortwin Stürmer, Klavier; BBC Symphony Orchestra: Lothar Zagrosek); Victor Ibarra: „Alice“ (Vertixe Sonora: Nacho de Paz)

23:03 – 24:00 | Ö1
Shape, die Plattform des Festival-Netzwerkes ICAS

Shape ist die Plattform für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst, die 2014 von 16 Festivals des Festival-Netzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound gegründet wurde, eines dieser 16 Festivals ist das ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Gemeinsam werden jedes Jahr 48 Künstler/innen und Projekte ausgewählt, auf die dann jeweils zwölf Monate lang die Shape-Scheinwerfer gerichtet sind. Vom ORF musikprotokoll 2020 für Shape nominiert wurden Richard Eigner, Peter Kutin und Rojin Sharafi. Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn


22.05.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Treibsand. Im Laufe des Tages: Verloren gegangene Stimmen. Von Hans Castrup

Stimme: Carla Worgull. Ton: Martin Englert. Produktion: Autorenproduktion 2020. Länge: 41’54. (Ursendung)

Der Boden gerät ins Wanken: Sounds von lyrischem Sprechgesang, Tonband, präpariertem Klavier und experimentellem Xylophon fangen an zu fließen. Humorvoll und wortgewaltig.

„Bereits am Anfang. Nur ein schöner Satz. / Schatten treten / einander / still vergnügt in die Rippen.“

Sounds von lyrischem Sprechgesang, präpariertem Klavier, Musique Concrète, experimentellem Xylophon. Flirren mal wortgewaltig, mal zart, mal bis zu Unkenntlichkeit geschichtet, mal ins kleinste Sample zerlegt. Da gerät der Boden ins Wanken. Ein Sog. Ein Gedankenfluss. Ein Loch. Verschwunden.

Hans Castrup, geboren 1957 in Osnabrück, ist Bildender Künstler und Autor. Er arbeitet mit den Medien Text, (Bewegt-)Bild, Fotografie und Musik. Zahlreiche Ausstellungen auch international und Veröffentlichungen von Hörspielen, CD-Alben und Gedichtbänden. Gewinner des Hörstückwettbewerbs „LAW: Liebe – Arbeit – Wissen“ des Bayerischen Rundfunks 2009.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Mit Blaulicht auf die Bühne – Einspringen und Absagen im Opernbetrieb

Von Florian Heurich. Ein Hubschrauber wird gebucht, um einen Sänger kurzfristig einzufliegen und die Aufführung zu retten. Eine Sängerin springt in einer Operettenproduktion ein und stellt plötzlich fest, dass eine ganz andere Textfassung gespielt wird, als die gewohnte. Man wird vom Abendessen weggerufen, um für eine indisponierte Kollegin den Schluss einer schon laufenden Vorstellung zu übernehmen. Solche und ähnliche Dinge passieren, wenn ein Sänger plötzlich ausfällt und schnell Ersatz gefunden werden muss. Stresssituationen für den Einspringer, für die man gute Nerven braucht; Organisationsaufwand für die Theater; manchmal sogar das Sprungbrett in eine große Karriere. Und umgekehrt: was macht man, wenn man am Morgen einer Vorstellung plötzlich merkt, dass die Stimme nicht da ist? Wie geht es Sängern, wenn sie sich für eine Absage entscheiden müssen?

Solchen Fragen und Geschichten rund ums Einspringen und Absagen im Opernbetrieb geht Florian Heurich nach und hat sich mit Sängern wie Diana Damrau, Pavol Breslik, Hanna-Elisabeth Müller, Marlis Petersen, Krassimira Stoyanova oder der Agentin Rita Schütz unterhalten.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Fragen für alle“ von Heike Geißler/Anke Dyes

Fragen für alle. Von Heike Geißler und Anke Dyes. Mit Beate Himmelstoß, Peter Veit sowie 47 Fragenden und Befragten. Realisation: Heike Geißler und Anke Dyes. BR 2016.

„Was ist intimer? Sprechen oder Anfassen? Ist die Zeit der Geheimnisse vorbei?“ Fragen irritieren oder motivieren. Sie sind suggestiv, rhetorisch, paradox, aber auch pragmatisch, direkt, humorvoll. Sie können Antworten provozieren, Ratlosigkeit und neue Fragen. Sie können die Augen öffnen für die Welt, oder den Befragten auf sich selbst zurückwerfen. Sie speisen sich aus dem Staunen, der Neugier und der Unwissenheit, genauso aber auch aus Macht, Hierarchien und Hilflosigkeit. So vielfältig und vielschichtig Fragen sind, so wichtig bleibt eines: Dass sie gestellt werden. Und deshalb haben die Autorin Heike Geißler und die Künstlerin Anke Dyes ein scheinbar nicht enden wollendes Fragenkonvolut zu Gesellschaft, Politik, Medien, Moral und vielem mehr zusammengestellt, mit dem sie Bekannte, Passanten und den Hörer ihres Hörspiels konfrontieren.

Heike Geißler, geb. 1977 in Riesa/Sachsen, Autorin. Werke u.a. „Rosa“ (2002), „Nichts was tragisch wäre“ (2007), „Emma und Pferd Beere“ (2009), „Saisonarbeit“ (2014). Beitrag „Vom Verlassen der Welt“ zum Hörspielprojekt „Deutschland 2089“ (BR 2010).

Anke Dyes, geb. 1977 in Gehrden/Hannover, Künstlerin, lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Nur keinen Haydn und Mozart“ – Die legendären Wolga-Tourneen des Dirigenten Sergej Kussewitzki

Von Richard Schroetter. Der Dirigent, Musik-Verleger und Mäzen Sergej Kussewitzki (1874- 1951) machte sich in seiner frühen Zeit besonders für die junge russische Avantgarde stark. Er unterhielt ein eigenes Orchester und vergab Kompositionsaufträge an Strawinsky, Hindemith, Honegger, Prokofjew, Ravel und Roussel. Und als er 1924 in die USA ging, auch an Hill, Copland und Gershwin. Internationales Aufsehen erregten seine langen Wolgatourneen 1910, 1912 und 1914. Mit seinen Musikern und einer kleinen Schar prominenter Solisten (nebst geladenen Presse-Vertretern) bereiste er per Dampfer die russische Provinz, mit dem hehren Ziel, den Menschen – „mitten in weltenfernen und musikfremden Gegenden“ – die großen Tonschöpfungen der Klassik und Moderne nahezubringen.


23.05.


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Mit Blaulicht auf die Bühne

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Zwischen Tradition und Innovation – Bruno Maderna zum 100. Geburtstag

Von Yvonne Petitpierre. Sein Ruhm als Dirigent und Lehrer stellte den Komponisten Bruno Maderna (1920- 1973) zu Lebzeiten in den Hintergrund. Zudem wollte er niemals Dogmatismen gehorchen, sondern bestehende Klangwelten in ihren akustischen Dimensionen offenlegen, erkunden. Maderna blieb darin seinem Lehrer Gian Francesco Malipiero treu – dergestalt, dass „nichts erfunden werden müsse, aber vieles entdeckt“. Vor diesem Hintergrund suchte Maderna den Dialog mit der Vergangenheit und erkundete Musikgeschichte mit schöpferischen Transkriptionen. Als Wegbereiter der elektronischen Musik in Italien gründete er gemeinsam mit Luciano Berio das „Studio di Fonologia“. Es ging ihm dabei darum, elektronische und instrumentale Klänge zu koppeln. Später galt sein Interesse musiktheatralischen Konzeptionen abseits verbindlicher musikalischer Formen.

22:08 – 22:55 | Ö1
Neue und experimentelle Musik aus der Ukraine (1)

In diesem „Zeit-Ton extended“ präsentieren wir aktuelles Musikschaffen aus der Ukraine. Gestaltung: Susanna Niedermayr und Rainer Elstner

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | „ewig dein, ewig mein, ewig uns“ – Aktuelle elektroakustische Beethoven-Attacken und – Referenzen aus Wien

Aus gegebenem Anlass – heuer feiert er seinen 200. Geburtstag – sendet The Artist’s Corner an diesem Samstag einige, meist kurze Wiener Lautsprecherstücke, die sich mit ausgewählten Hinterlassenschaften eines der bedeutendsten Komponisten der abendländischen Musikgeschichte kreativ, originell und leicht ironisch auseinandersetzen.

Am Mikrofon: Stefan Fricke. Altmeister wie Gerhard Rühm (*1930), dem man allerdings seit langem öfter in Köln als in der Sissi-Stadt begegnet, und Dieter Kaufmann (*1941) befinden sich in dieser TAC-Kollektion von ideellen Beethoven-Nachfahren wie noch sehr junge Komponist*innen aus den verschiedensten Ecken der Welt, u.a. Marius Binder (*1993), Matti Felber (*1996), Lucas Ramamonjisoa (*1994), Kejia Xing (*1989) und Xinghe Zhang (*1995).

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Die Welt in 88 Tönen – Der Bandoneonist und Komponist Dino Saluzzi

Eine Sendung von Susanne Schmerda


24.05.


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Mehr als nur ein Vorspiel – Bachs Präludium in C-Dur

Es ist eines der beliebtesten Werke Bachs, das kurze Präludium in C-Dur, das den ersten Band des „Wohltemperierten Klaviers“ eröffnet. Dabei hat es noch nicht einmal eine richtige Melodie.

Seine Akkorde aber werden von Takt zu Takt komplizierter und wirken wie ein großes Eingangsportal in die Welt der Harmonien. Bach hat lange daran gefeilt. Die verschiedenen Fassungen und Bearbeitungen, Vorbilder und Alternativen sind heute in Kaisers Klänge zu hören.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Großer Geiger – ganz ohne Allüren

Gleich mit zwei berühmten Violinkonzerten vermochte er das Publikum zu begeistern, und daneben standen Werke von Arnold Schönberg und Joseph Haydn.

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Homeoffice (3) Ensemble Garage

Werke unter anderem von Brigitta Muntendorf. Ensemble Garage

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Bewegung hören – Der Flamenco-Tänzer Farruquito und die Dynastie der Farrucos

Er stammt aus einer Flamenco-Dynastie aus Sevilla, die viele berühmte Künstler hervorgebracht hat. Vor allem Tänzer. Farruquito ist heute vielleicht der bekannteste aus der Familie der Farrucos. Er trägt den Flamenco und das familiäre Erbe in die Welt und setzt damit eine Tradition und einen Stil fort, der durch seinen Großvater, den legendären Tänzer El Farruco, begründet wurde. Wenn Farruquito energisch seine schnellen Schritte ins Parkett stampft, dann ist sein Tanz nicht nur Choreographie, sondern auch Rhythmus pur. Erlebbar mit allen Sinnen. Nicht nur optisch, sondern auch akustisch. Seine Bewegungen werden zum Teil der Musik. Die familiären Verzweigungen der Farrucos reichen in alle Bereiche der Flamenco-Szene, und Farruquito ist mit vielen wichtigen Tänzern, Sängern und Gitarristen verwandt. Florian Heurich hat Farruquito in seiner Heimatstadt Sevilla, im Zentrum der Flamenco-Kunst, besucht und zeichnet nicht nur das Porträt eines Künstlers, der den Flamenco mit all seinen Facetten lebt, sondern einer ganzen Dynastie, die sich mit Stolz und Leidenschaft dieser Musik widmet.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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