Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 16.03. bis 22.03.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 12. Themen: Hölderlin | Ultraschall Berlin | Josef Anton Riedl | Klangforum Wien | Musik mit Eichen | Das Böse – Filmmusik | Beethoven-Reflexe | Günter Bialas-Kompositionswettbewerb | Mein lieber Herr Gesangsverein! | Virtuosen auf der Kora | Konfrontationen Nickelsdorf | Andreas H.H. Suberg: Honigklang III | Stromlinie reloaded | Neue und experimentelle Musik aus Aserbaidschan | Meilensteine der Moderne (23) Hans Zender „Hölderlin lesen I-V“ …

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

68 – Interview mit Christina C. Messner 3. März 2020

Christina C. Messner erzählt dir, wie sie zur neuen Musik, zur Improvisation und zum Komponieren gekommen ist und wie sie ihre verschiedenen Talente verbindet. Sie spricht auch über Musiktheater, Projekte die ihr sehr am Herzen liegen und über ihr interreligiöses Requiem, welches am 31.3.2020 in Bonn und am 1.4.2020 in Köln uraufgeführt wird.  […] Zum Podcast.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


16.03.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: MaerzMusik 2020 ????

Mit Andreas Göbel. Vom 20. bis 29. März findet in diesem Jahr die MaerzMusik – Festival für Zeitfragen – statt. Der Künstlerische Leiter Berno Odo Polzer ist im Studio und erläutert Konzept und Inhalte des aktuellen Festivaljahrgangs.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Hölderlinmusik (3/4) – Hölderlin 2020 – „Der Hyperion-Komplex“ des Bruno Maderna

Von Martin Zenck. Ein niemals endendes Projekt, ein verzweigtes work in progress: Das waren die Kompositionen zu „Hyperion“ für Bruno Maderna in den 1960er-Jahren. Anhand der zahlreichen Skizzen, die das Archiv der Paul Sacher Stiftung beherbergt, verfolgt Martin Zenck die verschlungenen Pfade einer musikalischen Hölderlin-Obsession. (Teil 4, Montag, 23. März, 23.03 Uhr)

23:03 – 24:00 | Ö1
Ein Festival, zwei Sender: Ultraschall Berlin

Rundfunkanstalten spielen in Mitteleuropa eine wichtige Rolle als Veranstalter von Festivals zeitgenössischer Musik. Der Südwestrundfunk (SWR) trägt die Verantwortung für die Donaueschinger Musiktage seit den 1950er Jahren, das ORF musikprotokoll im steirischen herbst wurde 1968 gegründet. Das seit 1999 bestehende Festival Ultraschall Berlin wird von Deutschlandfunk Kultur (DLF Kultur) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) organisiert.

Ultraschall Berlin ist kein reines Uraufführungsfestival, zentrale Strömungen der Gegenwartskultur sollen in neue Zusammenhänge gestellt werden. So standen in diesem Jänner Uraufführungen von Clara Iannotta, Sarah Nemtsov, Dai Fujikura und Gordon Kampe neben Klassikern des Repertoires. Aus österreichischer Sicht gab es ein interessantes Debüt: Das Black Page Orchestra aus Wien war das erste Mal bei diesem Festival zu hören. Das Ensemble spielte Werke von Mirela Ivicevic. Das zweite Porträtkonzert des Festivals war Clara Iannotta gewidmet: Das JACK Quartet spielte alle bisherigen Streichquartette der künstlerischen Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik. Zu Gast war in Berlin zudem das œnm. österreichisches ensemble für neue musik. Gestaltung: Rainer Elstner


17.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Musikingenieur, Musikarchitekt, Lautpoet – Der Komponist Josef Anton Riedl

Von Christoph Reimann. Die „Musique concrète“ war wesentlicher Impuls für seine Kompositionen, die ebenso Sprache und Klangaktionen miteinbeziehen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Jörg Widmann: „Nachtstück“ (Blaz Sparovec, Klarinette; Gabriel Schwabe, Violoncello; Nicholas Rimmer, Klavier); Heinz Winbeck: „Pas de deux“ (Dorothea Meinl, Flöte; Stephan Blum, Xylophon); Wilhelm Killmayer: „Blasons anatomiques du corps féminin“, 2. Zyklus (Moica Erdmann, Sopran; Axel Bauni, Klavier); Dorothee Eberhardt: Klaviertrio Nr. 4 (Satori Ensemble); Rudi Spring: Tango V, op. 67; „Metaphosphorhetorso“, op. 81 c (Maria Reiter, Akkordeon; Elisabeth Seitz, Hackbrett; Rudi Spring, Klavier); „Saltango“, op. 69 f (Stephanie Menacher, Flöte; Maria Reiter, Akkordeon; Rudi Spring, Klavier); Max Beckschäfer: „Michelangelo-Fragmente“ (Die Singphoniker); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Tobias Peter Maria Schneid: „Madrigali Astralis“ (Raschèr Saxophone Quartet)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Reden über Musik unserer Zeit – Bedeutet das Reden über unsere Gesellschaft und unsere Zukunft? Maerzmusik 2020

Von Margarete Zander. Vom 20. – 29. März widmet sich das Festival Maerzmusik in Berlin wieder musikalischen Zeitfragen. Wir stellen Ihnen die Musik vor, die ein Highlight werden könnte und sprechen auch über Werke, die polarisieren. Ein Festival, das die Extreme sucht und zum Reden über Musik verführt.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „… und der Stimme so vieler Vögel …“ – Hölderlin im Werk zeitgenössischer Komponisten

Anders als die liedhaft, das heißt auch populär gedachten Gedichte Goethes, Eichendorffs, Heines oder Wilhelm Müllers, die hauptsächlich als Lieder im Gedächtnis fortleben, entzog sich Hölderlins tiefer noch in der Sprache verankertes Wort der musikalischen Verwandlung. So waren es neben Brahms und seiner orchestralen Vertonung des ,in die Saiten’ gesungenen Schicksalslieds nur wenige Halbvergessene, die sich mit den subjektiv getönten Mitteln der Spätromantik an etwas versuchten, das seiner Zeit objektiv voraus war; das änderte sich im 20. Jahrhundert in dem Maße, in welchem sich Künstler auf den konzeptuell-prognostischen Gehalt dieses Werks besannen. Dass diese Entwicklung keineswegs am Ende sei, ist die Prämisse dieses Rückblicks. Er führt von Hans Werner Henzes 1958 vernommenem „In lieblicher Bläue“ über György Ligeti, Luigi Nono, Heinz Holliger, György Kurtág, Walter Zimmermann bis zu „Des Himmels Höhe glänzet“ – als Blick hinaus in reiner Stimmung für diese Sendung komponiert von Wolfgang von Schweinitz. Eine Sendung von Dietrich E. Sattler

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Klangforum und ein Raum aus Glas: Klangforum Wien mit einer Uraufführung von Clara Iannotta und Werken von Mirela Ivicevic und Unsuk Chin

Im Wiener Konzerthaus dirigierte Emilio Pomàrico das Klangforum Wien bei seinem Zyklusabend, der unter dem Motto „Raum aus Glas“ stand. Der Titel ist assoziativ gemeint und als Reminiszenz an die schillernden Klänge des präparierten Klaviers in Unsuk Chins „Doppelkonzert“ aus dem Jahr 2002 zu verstehen. Neben besagtem Klavier kommt der Perkussion in großer Vielfalt eine solistische Rolle zu. Die wohl erfolgreichste südkoreanische Komponistin, Unsuk Chin, lebt seit 1985 in Europa. Sie ist in dieser Saison Composer in Residence beim NDR Elbphilharmonie Orchester in Hamburg.

Die aus Split gebürtige, in Wien lebende Komponistin Mirela Ivicevic war in diesem Klangforum-Konzert mit ihrem Stück „Case White“ (2016) vertreten. Es nimmt Bezug auf die gleichnamige Aktion im Zweiten Weltkrieg, zu der die Schlacht an der Neretva, auch bekannt als die „Schlacht der Verwundeten“ in seiner letzten Phase zählen. Sie war der größte Vorläufer von „Case Black“, dem sie auch ein Stück gewidmet hat, nicht zuletzt aufgrund der Schicksale in ihrer dalmatinischen Familie, die mit diesen Kriegshandlungen verbunden sind.

Das dritte Werk des Abends war die Uraufführung von Clara Iannottas „a stir among the stars, a making way“. Die 1983 in Rom geborene Komponistin lebt derzeit in Berlin und ist seit 2014 künstlerische Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik.

Eine Teilwiedergabe des Konzerts vom 12. März 2020 aus dem Mozartsaal des Wiener Konzerthauses. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


18.03.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Georg Haider: „Scherzo funèbre“, treichquartett Nr. 2 (Quatuor Bozzini); Bernhard Weidner: Zwei Italienische Fantasien (Marije Grevink, Violine; via-nova-chor München: Florian Helgath); Bernd Kremling: „Wandlungen“ (Schlagzeug-Ensemble Bernd Kremling); Tobias Klaus Giesen: „Abfuhr“ (Akiko Tanaka, Violine; Tobias Giesen, Midi-Programmierung; Jürgen Rummel, Technische Realisierung); Eckhard Kopetzki: Marimbakonzert (Katarzyna Mycka, Marimba; Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken: Dominique Fanal)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Hymnen auf Hyperion – Hölderlin in der Musik

Das dichterische Werk von Friedrich Hölderlin erfuhr erst im 20. Jahrhundert seine große Wertschätzung. Hölderlins Hymnen und Gedichte sowie der Roman „Hyperion“ wurden nicht nur zu Vorbildern für Lyriker und Schriftsteller.

Eine Skulptur des Künstlers Waldemar Schröder, die Friedrich Hölderlin darstellt, steht vor Bäumen.

Sie beeinflussten auch die Komponisten von der frühen Moderne bis heute. Richard Strauss und Carl Orff, Benjamin Britten und Wolfgang Rihm, sie alle haben sich von Hölderlins Versen zu Klängen inspirieren lassen.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2020

Mit Eckhard Weber. Die italienische Komponistin Clara Iannotta ist nach eigener Aussage durch ihren Lehrer in Harmonielehre „gezwungen“ worden zu komponieren. Eine gute Entscheidung, denn inzwischen zählt sie zu den erfolgreichsten Komponist*innen der jüngeren Generation. Im Rahmen von Ultraschall Berlin spielte das amerikanische JACK Quartet ihre sämtlichen vier bislang fertiggestellten Streichquartette, darunter das letzte in Uraufführung. Konzertaufnahme vom 16. Januar 2020 im Heimathafen Neukölln

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Musik mit Eichen

Guillaume Barth: Concert Pour Une Nouvelle Forêt. Neus Estarellas (Klavier). Der französische Künstler Guillaume Barth hat Eichen gepflanzt. Während aus den Setzlingen Bäume werden, beobachtet und dokumentiert er ihr Wachstum. Das Besondere daran ist, dass er die Daten mithilfe eines Algorithmus musikalisiert. So ist im Laufe der Jahre ein verwegener, versponnener Klavierzyklus entstanden, der mit seinen einfachen Figuren und seinen Verästelungen die Zerbrechlichkeit organischen Lebens veranschaulicht. Neus Estarellas hat den Zyklus für den SWR eingespielt.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Festival Aspekte in Salzburg und auf die Klangmanifeste, die vom 21.3. bis zum 8.4. in Wien und Graz stattfinden werden. Gestaltung: Heinrich Deisl


19.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „… Geheimere Welt…“

Hölderlin-Bezüge in Luigi Nonos Streichquartett „Fragmente-Stille, an Diotima“. Von Mark Sattler

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Rudolf Alberth: Musik für Saxofon und Orchester (Karl-Heinz Hahn, Saxofon; Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Kurt Brüggemann: „Ein Neger singt“ (Cornelia Melian, Sopran; Sebastian Bluth, Bariton; Sylvia Hewig-Tröscher, Klavier); Harald Feller: Messe (Claudia Ulrich, Mechthild Kiendl, Sopran; Birgit Calm, Alt; Rosemarie Schmidt-Münster, Harfe; Harald Feller, Orgel); Gerhard Dorda: „Auf gut wienerisch“ (Veronika Dorda-Kirschner, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: „Wie Wasser von Klippe zu Klippe geworfen“ – Hölderlin-Vertonungen zum 250. Geburtstag des Dichters

Nicht nur Beethovens, auch Friedrich Hölderlins Geburtstag jährt sich 2020 zum 250. Mal. Als Vorlage für Vertonungen diente seine rätselhafte, hymnische Lyrik jedoch erst lange nach dem Tod des Autors – unter seinen Zeitgenossen war sein Werk fast unbekannt. Seine innere Berufung zum Dichter war gleichzeitig sein Lebenskonflikt. Die Mutter verlangte, dass er Pfarrer wird, doch Hölderlin sehnte sich nach einer freien künstlerischen Existenz, die ihn als Dichter jedoch nicht ernähren konnte und in Abhängigkeit brachte. Als Hauslehrer bei wohlhabenden Familien blieben ihm nur wechselnde Anstellungen, immer wieder musste er weiter ziehen und auch seine große Liebe zu der Bankiersgattin Susette Gontard an den Lebensumständen scheitern sehen. Hölderlins Leben in einer Zeit der Umbrüche ist ein Auf- und Ausbrechen-wollen aus der Enge, ein Aufbegehren gegen die bürgerliche Kleingeistigkeit. Das Profane war ihm zuwider, er war ein Freiheitskämpfer, der die Zerrissenheit der Welt nicht hinnahm und sie durch Poesie erobern wollte. Hölderlin, der „Begründer der modernen Lyrik“ war ein Sprachkünstler, der an seinen hohen Ansprüchen und stolzen Idealen in der Sprache wie in der Liebe nur scheitern konnte. Doch gerade der irrationale Anspruch, der Entzauberung der Welt entgegen zu wirken, übte im 20. Jahrhundert auf Komponisten jene Faszination aus, die vor allem ab den 1970er Jahren eine ganze Flut von Vertonungen seiner Gedichte auslöste. Sein hoher, ernster Ton ist wie ein einziger großer Gesang, eine berauschende Sprachmusik, geistvoll, symbolhaltig, mythisch, schön. An den „großen Autor des Nachruhms“ soll mit bekannten und neuen Vertonungen seiner Verse gedacht werden. Eine Sendung von Maria Schemm

20:00 bis 22:00 | NDR Kultur
NDR Radiophilharmonie: Das Böse – Filmmusik aus dem Großen Sendesaal

Filmmusik aus „The Shining“, „Seven“, „Dracula“ u.a. Julia Westlake, Moderation. NDR Radiophilharmonie / Ltg.: Frank Strobel. Live aus dem Großen Sendesaal des NDR in Hannover

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Beethoven-Reflexe

Jörg Widmann: Con brio | John Corigliano: Fantasia on an ostinato | Rodion Schtschedrin: Beethovens Heiligenstädter Testament | Friedrich Cerha: Paraphrase über den Anfang der 9. Symphonie von Beethoven | György Kurtág: Quasi una fantasia | Manuel Hidalgo: Introduktion und Fuge für Akkordeon und Orchester | Reiner Bredemeyer: Bagatellen für B.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Der Krieg geht zu Ende – 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs

Chronik für Stimmen Januar bis Mai 1945. Von Walter Kempowski und Walter Adler. SWR Fassung des gleichnamigen 12-stündigen Radiotags Teil 3/5: Mitte März 1945

Mit: Dorothee Hartinger, Irm Hermann, Donata Hoeffer, Jutta Hoffmann, Jürgen Holtz u. v. a. Regie: Walter Adler. (Produktion: hr/SWF/NDR/BR 1995)

Aus Anlass des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs sendet der SWR einmal pro Monat einen Auszug aus Walter Kempwoskis Stimmenchronik einer „Geschichte von unten“ der letzten Kriegsmonate 1945. Am 18. März warnt Albrecht Speer, Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, vor dem baldigen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft. Am 19. März ordnet Hitler auch für die Westfront die Zerstörung aller Industrie- und Versorgungseinrichtungen an, um „verbrannte Erde“ zurückzulassen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Preisträgerkonzert Günter Bialas-Kompositionswettbewerb für Kammermusik 2020

Ensemble Oktopus. Hanyu Xiao: Trio für Flöte, Viola und Harfe (2. Preis); Steven Heelein: „still 2“ (2. Preis); Sharleen Revia: „Dance in the rain“ (3. Preis); Günter Bialas: „Heptameron“. Aufnahme vom 26. Januar 2020 in der Musikhochschule München.

23:03 – 24:00 | Ö1
Die Ausnahmesängerin Hatis Noit und „Torso“ von Peter Kutin: Elevate 2020. Musik von Hatis Noit und Peter Kutin

Am 5. März gelangte beim Elevate Festival im Grazer Mausoleum das Stück „Half Chance“ für den Max Brand Synthesizer von Dorian Concept und Zanshin zu seiner Uraufführung, es war heute vor einer Woche in Zeit-Ton zu hören. Und noch zwei weitere spannende Konzerte standen an diesem Abend auf dem Programm. Die ursprünglich aus Japan stammende Ausnahmesängerin Hatis Noit beeindruckte mit ihrem ganz eigenen facettenreichen Gesangsstil, in dem die unterschiedlichsten Einflüsse ineinanderfließen. Und Peter Kutin präsentierte „Torso#1“, gleichsam kinetische Skulptur wie optoakustisches Instrument, mit der bzw. dem er vergangenes Jahr als erster Österreicher alleine die Goldene Nica in der Kathegorie „Digital Musics and Sound Art“ des Prix Ars Electronica gewonnen hat. Gestaltung: Susanna Niedermayr


20.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Nothingness; Life, Nothingness – Von NUM (Maryam Sirvan und Milad Bagheri)

Produktion: Deutschlandfunk Kultur / CTM Festival / Goethe Institut / ORF 2019. Länge: ca. 50’00. (Ursendung)

Das Leben kommt aus dem Nichts und kehrt dahin zurück. So einfach diese Erkenntnis ist, so schwer ist sie zu verarbeiten. Das iranische Klangkunst-Duo NUM versucht sich an einer Klangkomposition über gestern, heute und morgen.

Was bedeutet es, Gegenwart zu leben? Das Duo NUM sucht einen akustischen Ausdruck für den flüchtigen Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Klangkünstler orientieren sich dabei an ihren persönlichen Erfahrungen: Aus dem Iran nach Georgien emigriert, versuchen sie in Tiflis, sich ein neues Leben und eine neue künstlerische Laufbahn aufzubauen. Ihre Lebenswelt und ihre Gedanken verarbeiten sie anhand einer grafischen Partitur zu einer Klangkomposition.

Maryam Sirvan, geboren 1986, studierte Jura an der Guilan Universität in Rascht. Sie arbeitet als Komponistin, Klangkünstlerin, Gitarristin und Flötistin.

Milad Bagheri, geboren 1984, studierte Elektrotechnik an der Guilan Universität in Rascht. Seit 2017 studiert er Musiktechnologie am Konservatorium von Tiflis. Er arbeitet als Produzent, Komponist, Klangkünstler und Toningenieur.

Seit 2010 bilden Sirvan und Bagheri das Duo NUM. In ihrer elektronischen Arbeit verbinden sie Naturgeräusche, Instrumental- und Vokalklänge zu atmosphärischen Klangkompositionen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Walter Zimmermann: „Stille Tänze“ (Stephan Sauvageot, Posaune; John McAlpine, Klavier; Hubert Machnik, Gläserspiel; Martin Schulz, Schlagzeug; Konstantin Gockel, Gerhard Köhn, Violine; Horst Enger, Viola; Manuel Gerstner, Violoncello; Gabriele Emde, Stimme, Harfe); Rainer Rubbert: „ü=ø“ (Marion Bauer, Altflöte; Wilfried Krüger, Horn; Sigrid Hopperditzel, Harfe); Joachim F. W. Schneider: „St. Vitus’s dance“ (Ensemble für Neue Musik Würzburg: Andras Hamary); Toni Völker: „Continuamente“ (Gruppe 7529 – Ensemble für Neue Musik: Heinz Huber); Helmut Bieler: „Sounding Colours“ (Akademie-Quartett Nürnberg)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Mein lieber Herr Gesangsverein! – Oder: Was passiert, wenn Männer singen

Von Ulrike Zöller. „Ich kann nicht singen!“ Ein Satz, der so vielen ChorleiterInnen das Leben schwer macht. Vor allem Tenöre werden in Chören dringend gesucht. Seit Jahrzehnten ist das Singen für viele Männer mit Scham behaftet und nur wenige entdecken in A-cappella-Chören oder im Mantrensingen neue Formen für sich. Warum schämen sich Männer ihrer Stimme, während sie ihnen früher über Heimweh und Einsamkeit hinweghalf, sie in politischen Forderungen und religiöser Andacht unterstützte? Ist es eine Reaktion darauf, dass die männliche Stimme seit jeher dem Musikmarkt, politischer Demagogie und Machtstrategien ausgesetzt war? Ulrike Zöller begibt sich auf die Suche nach der männlichen Stimme zwischen dem Mittelalter und heute.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Sprache, mein Stern. Hölderlin hören.“ von Ruth Johanna Benrath – Zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin

Sprache, mein Stern. Hölderlin hören. Von Ruth Johanna Benrath und Ulrike Haage. Mit Robert Stadlober, Veronika Bachfischer, Gerd Wameling. Sopran: Christina Andersson. Komposition und Regie: Ulrike Haage. RBB/BR/DLF 2020. Ursendung. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin. Die späten Gedichte Hölderlins galten lange als zu vernachlässigende Erzeugnisse eines geistig Umnachteten. Mochte er einst ein großer Dichter gewesen sein, nun war er dem Wahnsinn erlegen. Man konnte ihn besuchen in seinem Tübinger Turmzimmer. Dann würde er wohl sein Klavierspiel unterbrechen und auf Bestellung ein Gedicht schreiben – „Der Mensch“ oder „Das fröhliche Leben“ oder ein Jahreszeitengedicht – je nach Wunsch. Gezeichnet „mit Untertänigkeit Scardanelli“.

Über Hölderlins Erkrankung und die Umstände ihres Ausbrechens ist viel spekuliert worden. War ihm etwas zugestoßen auf der Reise von Bordeaux heim nach Nürtingen, die er zu Fuß unternommen hatte? War es die Nachricht vom Tod seiner Geliebten Susette Gontard, seiner Diotima? War es das Scheitern auf allen Gebieten, die mangelnde Anerkennung durch die dichterischen Großgestirne Goethe und Schiller, das Fristen seines Daseins als Hauslehrer oder die sich nicht erfüllende Hoffnung auf die Französische Revolution? Verbürgt ist, dass Hölderlin bis zur Unkenntlichkeit verwahrlost und verwirrt zu Hause eintraf. Verbürgt ist auch, dass die Mutter ihn in die berühmt-berüchtigte Autenrieth’sche Klinik brachte, wo er sich über sieben Monate einer Behandlung mit einer Ledermaske unterziehen musste. Verbürgt ist schließlich, dass Hölderlin von da an nicht mehr schrieb wie bisher. Vorbei die Oden und Elegien, die Hexameter und freien Rhythmen. „April und Mai und Julius sind ferne./ Ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne.“ Doch Hölderlin schrieb. Er schrieb Gedichte. Man mag ihnen ihr stetig fließendes Versmaß vorwerfen, ihre Garantie auf den Reim, ihren beschränkten Wortschatz. Doch wenn man ihnen nachlauscht, ihrer Klarheit und Einfachheit, dann ahnt man, dass etwas unter der Oberfläche schlummert. Die Ideen von einst? Ein tieferes Wissen? Wie schreiben – wie unter allen Umständen schreiben, auch nach den erschütterndsten Erfahrungen, den schwersten Krisen? Das ist die Frage, der dieses Hörspiel nachspürt. Gemeinsam mit der Musik verwebt die Regie die Texte von Friedrich Hölderlin und Ruth Johanna Benrath zu einem inneren Dialog und verbindet das Damals mit einem heutigen Klang. Wo die Worte nicht mehr auffindbar sind, werden sie zu Musik.

Ruth Johanna Benrath, geb. 1966 in Heidelberg, ist Prosa-, Lyrik-, Theater- und Hörspielautorin. Auszeichnungen: 2011 Frau Ava-Preis  und 2019 Schwäbischer Literaturpreis. Weitere Hörspiele: Mich mir merken (SWR 2015), Der korallene Wald (WDR 2017), Aus der Tiefe (RBB 2018), Geh dicht dichtig! Ein lautpoetischer Dialog mit Elfriede Gerstl (ORF/BR 2019, Hörspiel des Jahres), „Wir gehen, wir gehen – ein Leben lang“ Eine Begegnung mit Hans Jürgen von der Wense (DLF Kultur/HR 2019).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Die Griots Gambias – Virtuosen auf der Kora – Ein Balanceakt zwischen Tradition und Moderne

Von Bettina Brand. Die Kora ist das prächtigste und mit ihren 21 Saiten das klangfarbenreichste Instrument Westafrikas. Die Stegharfe ist eine unverzichtbare Begleiterin der Griots, die in früheren Zeiten nicht nur die Geschichte des Landes bewahrten und diese in gesungenen Balladen verbreiteten, sondern auch eine wichtige Funktion als Ratgeber der Könige der Mandinka hatten. In unserem digitalen Zeitalter verdingen sie sich oft als Unterhaltungsmusiker bei Festen und Hochzeiten, aber sie transportieren auch aktuelle politische Inhalte.

23:03 – 24:00 | Ö1
Frauenpower mit dem Tiger Trio: Glanzlichter bei den Konfrontationen Nickelsdorf 2019: Das Tiger Trio

Konfrontationen, das international renommierte Festival für frei improvisierte Musik und freien Jazz im Burgenland feierte im Juli 2019 seine 40. Ausgabe. Der ORF zeichnet seit vielen Jahren einige Festivaltage auf und war auch vergangenes Jahr drei Tage lang vor Ort. Einige der Konzerte wollen wir Ihnen an den Freitagen im Jänner und Februar nun in ihrer vollen Länge präsentieren. Drei Powerfrauen des freien Spiels aus Frankreich und den USA haben sich vor einigen Jahren zum Tiger Trio zusammengetan. Die Kontrabassistin Joelle Leandre, die Pianistin Myra Melford und die Flötistin Nicole Mitchell zählen seit Jahrzehnten zu den zentralen Protagonistinnen der free music. Im Trio agieren die drei frei fließend zwischen der Energie des Free Jazz und Klangwelten der freien Geräuschimprovisation. Nicht zu vergessen, eine große Prise Humor und eine Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit im Spiel. Gestaltung: Nina Polaschegg


21.03.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Mein lieber Herr Gesangsverein Oder: Was passiert, wenn Männer singen

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Werke von Coriún Aharonián, eingespielt vom Ensemble Aventure. Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre- Auf der Suche nach einem lateinamerikanischen Selbstverständnis des Komponierens greift Coriún Aharonián (1940- 2017) immer wieder auf historische Ereignisse seiner Heimat zurück. Gesellschaftliche Verantwortung und künstlerischer Anspruch gehen bei ihm Hand in Hand. Seine musikalische Sprache ist in der Kultur des Widerstandes verwurzelt und in der Ablösung von Modellen europäischer Kompositionstradition. Ungeachtet weitgehender klanglicher Kargheit charakterisiert seine Musik vor allem eine physische Kraft und Präsenz. Das Freiburger Ensemble Aventure hat kammermusikalische Werke des Komponisten neu eingespielt – im Rahmen seiner mit dem Deutschlandfunk und dem Label Wergo begonnenen Lateinamerika-Reihe.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Andreas H.H. Suberg: Honigklang III

Bienen, ihr sozialer Organismus, ihr Wärme regulierender Flügelschlag und ihr Produkt Honig sind das thematische Sujet des Hörstücks „Honigklang III“ des 1958 in Essen geborenen Intermedia-Künstlers und Komponisten Andreas H.H. Suberg.. hr 2020 | ca. 40 Min. | Erstsendung

Eingewoben in die mannigfachen modulierten Flügelschlaggeräusche von Bienen in ihren Stöcken und Schwärmen sind Texte von u.a. Johann Wolfgang Goethe, Maurice Maeterlinck, Leonardo da Vinci und Joseph Beuys – der Düsseldorfer Künstler der sozialen Plastik bezeichnete Honig als eine lebendige Substanz, vergleichbar mit den Ideen als Resultat menschlichen Denkens. „Das Kunstwort ‘Honigklang’„, so Suberg, der u.a. in Gießen, Frankfurt und Darmstadt studiert hat, „versinnbildlicht durch den Aggregatzustand von Honig und dem damit verbundenen Prozess der Solideszenz (aus dem Flüssigen durchs Weiche zum Festen) das kontinuierliche Fließen, das den verwendeten Klängen in fortwährender Variation innewohnt.“

23:00 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Stromlinie reloaded [4]

Ausschnitte aus: Oval [Markus Popp]: Ovalcommers / Ovalprozess / Systemisch | Microstoria: Improvisers


22.03.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Böser Mond, du gehst so stille – Dunkle Seiten eines Nachtgestirns

Der Mond soll ein stiller und gutmütiger Begleiter der Erde sein? Von wegen! Im Lichte des Mondes geschehen schauderhafte Dinge!

Die Toten erheben sich aus den Gräbern und tanzen im Mondenschein! Schlafwandler taumeln im Schimmer des Mondes über Dachfirste! Diebe schleichen, nur vom Erdtrabanten begleitet, durch dunkle Gassen. Und die Geisterbeschwörung klappt auch erst bei Vollmond so richtig gut. Musik von der dunklen Seite des Mondes ist heute in „Kaisers Klänge“ zu hören.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Musikfest Bremen 2000

Klangvolle Namen vereinten sich beim Gastspiel des Orchestra of the 18th Century während des Bremer Musikfests im Jahre 2000 in Bremerhaven: Haydn, Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy versprachen klassischen und frühromantischen Wohlklang von Anfang bis Ende, und mit dem Geiger Thomas Zehetmair konnte ebenfalls ein großer Name der internationalen Musikszene verpflichtet werden.

22:08 – 22:55 | Ö1
Aktuelles Musikschaffen aus Aserbaidschan: Neue und experimentelle Musik aus Aserbaidschan (1)

In diesem „Zeit-Ton extended“ präsentieren wir aktuelles Musikschaffen aus Aserbaidschan. Gestaltung: Susanna Niedermayr und Rainer Elstner

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Meilensteine der Moderne (23) Hans Zender „Hölderlin lesen I-V“

Hans Zender: Hölderlin lesen I-V für Sprechstimme und Streichquartett / Viola / Akkordeon. Friedrich Hölderlins Gedichte hallen in vielen Werken der Neuen Musik – von Nono, Ligeti, Holliger oder N.A. Huber – nach. So stark, dass sich einige immer wieder mal fragten, ob Komponieren ohne den Dichter, der vor genau 250 Jahren, am 22. März 1770 zur Welt kam, überhaupt noch möglich sei.

Mit „Hölderlin lesen“ verfolgt Hans Zender einen ganz eigenen Ansatz. Ihm geht es, wie der Titel schon anzeigt, um die Lesbarkeit der Gedichte Hölderlins, um den performativen Aspekt und nicht um literaturwissenschaftliches oder rein semantisches Verstehen.

In seiner fünfteiligen Werkserie, die Zender über drei Jahrzehnte (1979-2012) beschäftigte, wird die Sprechstimme jeweils mit Streichquartett bzw. mit Viola oder Akkordeon kombiniert. Fern des Melodrams wie auch der gängigen „Vertonung“ geht es hier um die „Einheit von Musik und Dichtung, dem Musikalischen der Poesie wie der Sprachnähe der Musik.“

Auf der Suche nach einem Verständnis der Sprache jenseits der begrifflichen Fixierung, „in einen ‚musikalischen’ Zustand von Unbestimmtheit und Offenheit“, wie der Komponist erklärt: „Zwei autonome Künste durchdringen sich auf diaphane Weise, ohne sich zu überformen oder auszulöschen; es handelt sich um einen Dialog, nicht um eine Vereinnahmung durch Hierarchisierung.“

 

 

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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