Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 10.02. bis 16.02.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 07. Themen: Marco Stroppa | Claus van Bebber | Unsuk Chin | Ultraschall Berlin | rainy days | 250 piano pieces for Ludwig van | Harald Muenz – Appendix zum Sprechbuch des neuen Unmenschen | Kurt Weill in Paris | Chansons créoles auf La Réunion | Neue Musik in Russland nach der Perestroika | Auf den Flügeln der Harfe.

Werbung


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

64 – Interview with Ryan Dohoney (in english) – musicologist, writer, vocalist

Ryan talks about friendship, generousity, focus between musicians and composers. Music is a essential part of our life. Ryan tells you how and what he found in meeting and being part of wandelweiser. He enjoys the qualitiy of presence of music and performers and when it all comes together. Ryan shares with you what motivates his work and writing and how it is intertwined with his personal life. He has written books on Morton Feldman. He also gives very practical advice on writing and what routines may help you.  [Zum Podcast]

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


10.02.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Marco Stroppa

Mit Andreas Göbel. „Komponist“ greift als Berufsbezeichnung für Marco Stroppa viel zu kurz. Neben der Musik hat sich der Italiner auch mit Kognitiver Psychologie, Informatik und Künstlicher Intelligenz beschäftigt und einen Kompositions- und Computermusikkurs begründet. In dieser Saison ist er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Der Komponist ist zu Gast im Studio.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Was bleibt? – Neue Musik in Russland nach der Perestroika

Von Thomas Groetz. Mit dem Fall des eisernen Vorhangs Ende der 1990er-Jahre veränderten sich auch die Arbeitsbedingungen zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten in Russland drastisch. Und es sind jene Protagonisten einer „spätsowjetischen“ Musik, die weitgehend in Vergessenheit gerieten. In einem Gespräch mit der Musikwissenschaftlerin Tatjana Frumkis begibt sich Thomas Groetz auf die Spur von Künstlern, die, zumal im Westen, wenig bekannt sind.


11.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Start from the Scratch – Der Kalkaer Künstler und Musiker Claus van Bebber

Von Hubert Steins. Claus van Bebber ist ein Urgestein der niederrheinischen Kulturszene und als außergewöhnlicher DJ in der elektronisch improvisierten Musik bekannt.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Konstantia Gourzi: „Evening at the window“; Paul Engel: „Sonogramm I“ (Christos Kanettis, Violine; Alfons Kontarsky, Klavier); Minas Borboudakis: „Tautochronie“ (Andreas Skouras, Prodromos Symeonidis, Klavier; Mathias Lachenmayr, Carlos Vera Larrucea, Schlagzeug; Paolo Mariangeli, Live-Elektronik, Klangregie); Peter Kiesewetter: „Shoshanim“, op. 61, Nr. 2 (Kelvin Hawthorne, Viola; Georg Glasl, Diskantzither); Jan Müller-Wieland: „Weiß trennt sich von schwarz“ (Tamara Stefanovich, Klavier); Isabel Mundry: „falten und fallen“ (Georgios Panagiotidis, Noah Bendix-Balgley, Violine; Julie Risbet, Viola; Anna Khubashvili, Violoncello; Minas Koutsambasopoulos, Klavier); Markus Schmitt: „echoi“ (Felix Seiffert, Violoncello; Stefan Schulzki, Klavier)

20:05 bis 22:00 | BR-KLASSIK
Interpretationen im Vergleich: Carlo Gesualdo da Venosa: Sesto Libro di Madrigali

Inwieweit beeinflusst die Kenntnis der Biographie eines Komponisten unsere Haltung zu seinem Werk? Beurteilen wir die Leistung eines Künstlers anders, wenn ihm kriminelles Fehlverhalten nachgewiesen wird – bis hin zum Mord? Im Fall von Don Carlo Gesualdo da Venosa scheint es paradoxerweise fast so zu sein, als würde – aus der sicheren Distanz von vier Jahrhunderten – die ihm zur Last gelegte Bluttat die Faszination seines außergewöhnlichen Oeuvres noch erhöhen. Jedenfalls werden seine Madrigale, Motetten und Responsorien seit jeher (oft mit nur unzureichend kaschiertem wohligem Schauder) als Spiegel seiner Gewissensqualen gehört. Der Fürst von Venosa hatte seine Frau beim Tête-à-tête mit ihrem Liebhaber erwischt und beide getötet (oder töten lassen); forthin wurden schmerzhafte Dissonanzen, gewagte Harmoniefortschreitungen und chromatische Verzerrungen zum Markenzeichen seiner Musik. Aber sind Kunst und Leben wirklich so eng verwoben, wie es der Anschein nahelegt? Und soll man beim Singen den expressiven Gehalt dieser Werke noch unterstreichen – oder sich in aristokratischer Zurückhaltung üben und den Fokus auf die technische Formvollendung richten? Thorsten Preuß nähert sich diesen Fragen beim Vergleich der Interpretationen von Gesualdos wohl kühnstem, seinem sechsten Madrigalbuch. In Wettstreit treten dabei nicht nur die enzyklopädischen Gesamtaufnahmen etwa des Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe, des Complesso Barocco unter Alan Curtis oder der Compagnia del Madrigale; es werden daneben auch Interpretationen einzelner Madrigale im Rahmen von Kompilationen (z. B. durch Les Arts Florissants unter William Christie oder das Exaudi Vokalensemble) herangezogen.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Wie in den Olymp gehoben – Residenzkünstlerin des NDR Unsuk Chin bekam den Bach-Preis der Stadt Hamburg

Von Margarete Zander. Grenzenlos fantasievoll spielt die koreanische Komponistin mit Klängen der Elektronik und des Streichquartettes in „ParaMetaString (1995-96)“ und mit Worten aus der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende und „Alice hinter den Spiegeln“ von Lewis Carroll in „Akrostichon (1991/93)“. Sie hören Aufnahmen aus dem NDR Konzert der Reihe das neue werk vom 28. November 2019 aus der Elbphilharmonie.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Von Afrika bis zum Mond – Klangexpeditionen mit Ulrike Haage und Martina Eisenreich

Von Franziska Stürz. Die Pianistin und Komponistin Ulrike Haage war Keyboarderin der Band Rainbirds und erhielt 2003 als erste Frau den Deutschen Jazzpreis, Martina Eisenreich wurde 2018 als erste Frau mit dem deutschen Filmmusikpreis für ihre Musik zum Tatort „Waldlust“ ausgezeichnet. Beide überschreiten mit ihrer Klangsprache die Grenzen der musikalischen Genres und widmen sich auch dem Hörspiel. Martina Eisenreichs 2019 uraufgeführte symphonische Dichtung „Tales of Rhythm“ ist Nelson Mandela gewidmet und bezieht sich auf Gedichte aus Afrika. Ulrike Haage reiste nach Fukushima, um die Musik für Doris Dörries Film „Grüße aus Fukushima“ zu schreiben und vertonte kürzlich Ethel Adnans Gedicht „Funeral March for the first Cosmonaut“ als Referenz an den Mondfahrer Yuri Gagarin. Franziska Stürz folgt den Spuren der beiden Komponistinnen.


12.02.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Claus Kühnl: „Duplum, Musik des Lichtes und der Finsternis“ (Mitglieder des Kammerorchesters Schloss Werneck: Claus Kühnl); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Stefan Hippe: „Eine Nacht in Castle Hill“ (Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch: Irene Kauper-Meyer); Holmer Becker: Divertimento (Othmer Müller, Violoncello; Susanna Arzt, Klavier); Gustav Gunsenheimer: Concertino Nr. 1 (Andreas Böcking, Flöte; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Wolfram Graf: Vier Lieder nach Gedichten von Hermann Hesse (Barbara Maisch, Sopran; Katrin Flick, Klavier); Cornelius Hummel: Acht Musiken (il capriccio: Friedeman Wezel); Tobias K. Giesen: „… vom Strahlenwind …“ (Ensemble Maderna)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Mich wundert schon gar nichts mehr“ – Spottverse über die Loreley

In der deutschen Romantik war sie stolze Heldin von Volksliedern, Opern oder Sinfonien. Später wurde sie gerne auch mal aufs Korn genommen: die Lieder singende Felsblondine Loreley.

Mit gold’nem Kamme hockt sie auf ihrem Rheinfelsen, und das „bei Regen, bei Schnee und bei Wind“. Weshalb sie bei Karl Valentin nur bronchial verstimmt ihre Weisen krächzt. Die schönsten Spottlieder auf die Loreley erklingen heute in Kaisers Klänge, frei nach dem Credo Erich Kästners: „Man stirbt nicht mehr beim Schiffen, bloß weil ein blondes Weib sich dauernd kämmt.“

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2020

Mit Eckhard Weber. Längst hat die zeitgenössische Musik die klanglichen Möglichkeiten der verschiedenen Klarinetten für sich entdeckt. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung ist die Klarinettistin Nina Janßen-Deinzer, die eine Fülle neuer Werke anregt und uraufführt. Bei Ultraschall Berlin präsentierte sie ein Programm mit u. a. zwei Klassikern und einer Uraufführung.. Konzertaufnahme vom 17. Januar 2020 im Heimathafen Neukölln

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Arbeiten im SWR Experimentalstudio (2/2) – Das Luther-Projekt 2017

Von Lydia Jeschke. Stockhausen und Luther, zwei große Themen: Die beiden umfangreichen Produktionen aus jüngster Zeit geben Einblick in die Arbeit des SWR Experimentalstudios. In der neusten Realisation von Karlheinz Stockhausens „Mixtur“ (2018) waren die Klangregisseure als Interpreten und Mitwisser eines inzwischen verstorbenen Komponisten gefragt. Im Luther-Projekt (2017) kamen verschiedene Komponist*innen selbst ins Studio und forschten dort zusammen mit den Klangregisseuren an ihren Ideen.


13.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: rainy days

Philharmonie Luxemburg. Aufzeichnung vom 29.11.2019. Naomi Pinnock: „The field is woven“ für Orchester | Morton Feldman: „Coptic Light“ für Orchester. Orchestre Philharmonique du Luxembourg. Leitung: Ilan Volkov

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Gustav Geierhaas: Streichquartett G-Dur (Seitz-Quartett); Friedrich Högner: Fantasia super H.C. (Friedrich Högner, Orgel); Otto Jochum: Streichquartett d-Moll, op. 22 (Keller-Quartett); Peter Jona Korn: Symphonie Nr. 3, op. 30 (Thüringen-Philharmonie Suhl: Olaf Koch); Wolfgang Lackerschmid: „Transparenz“ (Wolfgang Lackerschmid, Gramorimba)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Jiddische Lieder aus dem Shtetl – Widerhall der Vergangenheit

Eine untergegangene Welt, erweckt zu neuem Leben: Jiddische Lieder aus Osteuropa, die in den 1920er und 1930er Jahren auf Wachswalzen-Phonographen aufgenommen wurden und in Archiven den Terror des Stalinismus und des Zweiten Weltkriegs überdauert haben. Nun sind die Originalstimmen aus der Ukraine oder der Bukowina wieder zu erleben als berührende Begegnung mit der Vergangenheit: „Oves – Resonance of the Past“ – also „Widerhall der Vergangenheit“ -, so hat das Hamburger Trio WAKS seine jüngste CD genannt. Die „oves“, das sind die jiddischen Lieder der Vorfahren. Nun erklingen sie wieder für die Nachfahren, was bei diesem einzigartigen CD-Projekt wörtlich gemeint ist. Denn das Trio und die Sängerin Inge Mandos haben einige direkte Nachfahren dieser Wachswalzen-Sänger tatsächlich aufgespürt, in Israel und Australien. Und so einen sehr persönlichen Nachhall auf diese vergessenen Melodien mit Klavier, Akkordeon und Geige gestalten können. Das reicht von kreativen Neuvertonungen bis zum „Zusammensingen“ mit den historischen Stimmen. Susanne Schmerda hat Inge Mandos in Hamburg besucht und zu ihrem Singen mit den Vorfahren befragt.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Konzert aus Luxemburg

Orchestre Philharmonique du Luxembourg; Gustavo Gimeno, Dirigent; Patricia Kopatchinskaja, Violine. Maurice Ravel: Tzigane. Konzert-Rhapsodie für Violine und Orchester | Francisco Coll: Violinkonzert | Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104. Direktübertragung aus der Philharmonie in Luxemburg. in Kooperation mit Radio 100,7

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Der Krieg geht zu Ende – Zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs

Chronik für Stimmen Januar bis Mai 1945. Von Walter Kempowski und Walter Adler. SWR Fassung des gleichnamigen 12-stündigen Radiotags Teil 2/5: Mitte Februar 1945

Mit: Judith Engel, Rosemarie Fendl, Peter Fitz, Helmut Griem, Sylvester Groth, Gustl Halenke, Hans-Peter Hallwachs u. v. a. Regie: Walter Adler. (Produktion: hr/SWF/NDR/BR 1995)

1995 wurde ein 12-stündiges Hörspiel realisiert, das einem kollektiven Tagebuch aus den letzten Kriegsmonaten 1945 entsprach. Diese Collage aus Alltagszeugnissen und Tagebüchern sendet der SWR aus Anlass des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs. Der 2. Teil spiegelt u. a. das Ende der Konferenz von Jalta, die deutsche Kapitulation in Budapest vor der Roten Armee und die Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar.


14.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 94 – Feature, Hörspiel, Klangkunst

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Max Märkl: „Gebet“ (Dinyor Moriabadi, Arnfried Oehme, Helmut Schätz, Posaune; Andreas Weith, Orgel; Christian Partsch, Jörg Hannabach, Björn Kellerstrass, Schlagzeug); Volker Nickel: Kammermusik Nr. 9 – „Piano Puzzle Pieces“ (Andreas Skouras, Klavier); Hugo Pfister: „Augsburger Serenade“ (Karl Bobzien, Flöte; Erich Keller, Violine; Franz Schessl, Viola; Max Braun, Violoncello; Barbara Polasek, Gitarre); Wolfgang Edward Rebner: „Soirée passionelle“ (Julius Bassler, Klavier; Fränkisches Landesorchester: Leo Eysoldt)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Gitarrenstunde am Bildschirm – Wie die Digitalisierung den Instrumentalunterricht verändert

Von Jonas Zerweck. Die Digitalisierung prägt unsere Zeit, langsam dringt sie in alle Lebensbereiche vor. Immer stärker beeinflusst und verändert sie auch das Musikleben. Der Gitarrenschüler Fardin etwa übt zwar jeden Tag am Instrument, doch seinen Lehrer hat er nie getroffen. Unterrichtet wird er in einer Online-Musikschule. Bereits mehrere tausend Klavier- und Gitarrenschüler lernen heute ihr Instrument auf diese Weise. Doch die Möglichkeiten sind vielfältig und das Angebot ist auf den ersten Blick unüberschaubar: von Tutorials über Angebote der klassischen Musikschulen bis hin zu Unterricht per Videochat. Die Sendung gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen, zeigt Unterrichtsangebote im Internet via YouTube und Skype und skizziert, wie der Instrumentalunterricht von morgen funktioniert.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Erdöl – Erinnerungen an ein erloschenes Zeitalter“

Von Jens Jarisch/Dörte Fiedler. Mit Hannahlisa Kunyik, Dorit Blau, Katja Ruppenthal, Barbara Rozenkiewicz und anderen. Regie: Jens Jarisch. WDR/SWR/MDR/RBB 2008

Jahrmilliarden lag der Stoff unter der Erde, bis er Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde und ein industrielles Inferno entfachte, das das Gesicht der Welt veränderte. Wie aber wird es sein, wenn eines Tages die Quellen versiegen? Wie wird man aus einer Zukunft ohne Erdöl auf unsere Zeit zurückblicken? Eine Zeit, getrieben von Fortschrittsglauben, Größenwahn und Krisenangst. Denn die Endlichkeit der Ölvorräte ist längst bekannt. In unmittelbarer Folge der ersten Ölkrise 1973, besuchten der Radiomacher Peter Leonhard Braun und der Toningenieur Dieter Grossmann die Schauplätze der globalen Erdöl-Maschinerie. Ihre heute historischen Tonaufnahmen von Bohrern, Pumpen und Pipelines verarbeitet Jens Jarisch und Dörte Fiedler aus der Perspektive einer nicht allzu fernen Zukunft zu Erinnerungen an ein Zeitalter, dessen jähes Ende von Anfang an vorbestimmt war.

Jens Jarisch, geb. 1969, Leiter „Künstlerisches Wort“ beim rbbKultur. Preisgekrönte Radiofeature, unter anderen Prix Europa für „Die K. – Szenen eines Drogenstrichs“ (rbb/Dfl 2005) und Prix Marulic für „Hongkong Song“ (2009).

Dörte Fiedler, geb. 1979, Autorin, ehem. Stipendiatin der EBU Master School on Radio Features. Feature-Serie „Neuland“ (DLF 2018).

22:15 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Fichte, Ahorn, Fernambuk – Die Instrumentenbauermesse „Klanggestalten“

Von Christine Anderson. ‚Anspielen, Hören, Entdecken‘, unter diesem Motto stand im November 2019 in Berlin ein Treffen europäischer Streichinstrumentenbauer. Die mehrtägige Veranstaltung ‚Klanggestalten‘ dient dem Austausch unter den Instrumentenbauern, die sonst den Großteil des Jahres allein in ihrer Werkstatt arbeiten und tüfteln. Es werden neue Meisterinstrumente und -bögen ausgestellt und von Berliner Musikern in vergleichenden Klangproben und Konzerten präsentiert.


15.02.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Gitarrenstunde am Bildschirm

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Beethoven 2020 – 250 piano pieces for Ludwig van

Über Susanne Kessels Bonner Beethoven-Projekt. Von Yvonne Petitpierre. Der Run auf Beethoven setzt derzeit neue Maßstäbe. Keine Frage, dass sich auch zeitgenössische Komponisten daran beteiligen. 250 von ihnen hat die Bonner Pianistin Susanne Kessel mit einem musikalischen Statement beauftragt. Mit dabei sind u.a. Miranda Driessen, Enjott Schneider, Sidney Corbett und Charlotte Seither. Kessel ist bekannt für spektakuläre Maßnahmen und ungewöhnliche Wege, diese zu realisieren. In diesem Fall lautete ihr Auftrag an Urheber unterschiedlichster Ausrichtung und Genres, in einer Miniatur Beethovens Leben und Werk zu reflektieren – bzw. ein Detail daraus. Seit Jahren ist die Bonner Künstlerin damit befasst, die Werke selbst uraufzuführen und auch herauszugeben. Sie erscheinen im Druck, auf CD oder als Download-Edition. Wenn einige Werke langfristig Einzug ins feste Repertoire von Konzertpianisten halten, erfüllt sich ein großer Wunsch der Initiatorin.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Harald Muenz – Appendix zum Sprechbuch des neuen Unmenschen

Das jüngste Hörstück des Kölner Komponisten und Sprachkünstlers Harald Muenz (*1965) ist politisch äußerst aktuell. hr 2020 | ca. 35 Min. | Erstsendung.

Harald Muenz schreibt zu seinem Hörstück: „Sprache ist nicht bloß Ausdruck des eigenen Denkens. Hinter unseren gedanklichen Einteilungen stehen verinnerlichte linguistische Kategorien. Als semantischer, grammatischer und kultureller Faktor prägt und formt die jeweilige Art zu sprechen unsere Gedanken und Entscheidungen. Nachdem das eigentlich Undenkbare, das Unsägliche, verbal vorweggenommen wurde, kann es auch realiter geschehen. Reden bereitet Handlungen vor und ermöglicht sie. So werden Grenzen erweitert oder verschoben, geht Sprechen Taten voraus. Sprache kann gerade dann ihre ungeheure Macht über uns entfalten, wenn uns diese Zusammenhänge nicht bewusst werden. Das macht die Sache genuin politisch.“

23:00 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Engel, Grazien, Wendemanöver und Verbigeration – Zwei Hörstücke von Gerhard Rühm

Hugo Wolf und drei Grazien. Ein radiophones Sprechoratorium für Stimmen, Geräusche und Klavier. Von Gerhard Rühm. Realisation: der Autor. Mit Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld. Aufnahme WDR/hr

Jahrtausendwende – Ein Radiotrip durch Wahnwelten. Von Gerhard Rühm. Regie: der Autor. Sprecher: Monika Lichtenfeld und Gerhard Rühm. Gesang: Christina Hackelöer, Brigitta Borchers und Sybille Hummel. Aufnahme WDR/ORF

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Chansons créoles auf La Réunion – Der Klang einer französischen Insel im indischen Ozean

La Réunion, im 16. Jahrhundert von seefahrenden Portugiesen entdeckt, ist eine kleine Insel, 800 Kilometer östlich von Madagaskar, 10.000 Kilometer von Frankreich entfernt. Wegen der üppigen tropischen Vegetation ist La Réunion mit seinen weißen und schwarzen Sandstränden, seinen bis über 3000m hohen Gebirgsmassiven, Korallenriffen und einem noch aktiven Vulkan, Steinwüsten, Wasserfällen, Felsklippen und seinem tropischen Urwald zurecht „Garten Eden“ genannt worden. Der Vielfalt der Natur entspricht ein ungewöhnliches, die Siedlungsgeschichte spiegelndes Bevölkerungsgemisch: da sind die Nachkommen der europäischen, vor allem der französischen Siedler und der afrikanischen Sklaven, da sind Inder und Chinesen und dann vor allem die Créolen, eine Mischung aus Schwarzen und Weißen. In diesem von Rassismus freien Neben- und Miteinander der verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind ganz unterschiedliche kulturelle und religiöse Traditionen erhalten geblieben – Christentum und afrikanische Magie, taoistisch-buddhistische Riten, hinduistische Gebräuche und und spiritistische Geister- und Teufelsbeschwörungen. Klaus Konjetzky bringt bei seinem Inselstreifzug die von vielen Einflüssen geprägte Musik Réunions zu Gehör, „Sega“-Musik, in der sich afrikanische Rhythmen mit französischen Tanzformen vermischen, „Maloya“, in dem das Schicksal der schwarzen Sklaven ebenso aufgegriffen wird wie aktuelle gesellschaftliche Probleme, gesungen von Sängern wie Danyel Waro oder Gilbert Pounia, der mit seiner Gruppe „Ziskakan“ auch indische Elemente einbringt. Eine Sendung von Klaus Konjetzky (Wiederholung aus dem Jahr 2005)


16.02.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit Fantomas zum Eiffelturm – Kurt Weill in Paris

Kurt Weill (geboren vor 120, gestorben vor 70 Jahren) wurde in Deutschland bekannt als Komponist der Dreigroschenoper. Später brachte er erfolgreiche Musicals am Broadway heraus.  bekannt ist seine Zeit in Paris.

Bertolt Brecht mit Kurt Weill und dessen Ehefrau Lotte Lenya, die viele von seinen Songs gesungen hat.

Dort schrieb er nicht nur gemeinsam mit Brecht das Ballett „Die sieben Todsünden“, er arbeitete auch für den französischen Markt. Weill produzierte Schallplatten mit Chansons, er schuf Musik zu französischen Bühnenstücken und er verfasste sogar den Soundtrack zu einem „Fantomas“-Hörspiel.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Auf den Flügeln der Harfe (2)

Mark Andre: un-fini I für Harfe; Andreas Mildner | Nicolaus A Huber: Hímeros für Harfe, Schlagzeug und Zuspielung; Andreas Mildner, Harfe; Johannes Fischer, Schlagzeug | Mark Andre: …hin… für Harfe und Kammerorchester; Andreas Mildner; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Mariano Chiacchiarini

Teil zwei unserer kleinen Serie mit Neuaufnahmen des Harfenisten Andreas Mildner, für den zeitgenössische Komponisten immer wieder Stücke und Partien schreiben. Etwa Mark Andre, der ihm 2018 ein konzertantes Werk, …hin… für Harfe und Orchester, quasi in die Finger, auf den Leib schrieb.

Bei diesem Stück geht es nicht nur um das Gläsern-Zerbrechliche, für das das himmlische Instrument oft steht, sondern um das das Auffinden „kompositorischer Zwischenräume“: mit perkussiven Impulsen und moduliertem Hall werden hier fragile Klänge erzeugt. Neben der Harfe muss der Solist auf spektakuläre Weise auch Tamtam und große Trommel spielen, ähnlich wie in dem Solostück un-fini I, das 20 Jahre zuvor entstand und das den Nukleus des späteren Konzertes darstellt. Das, was Mildner hier noch allein schafft, vollbringt er in Nicolaus A Hubers Hímeros gemeinsam mit dem Schlagzeuger Johannes Fischer, ergänzt durch Zuspielungen.

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.