Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.12. bis 29.12.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 52. Schwerpunkte: Beethoven, Joachim Kaiser, Niklas Seidl, Mirela Ivicevic, Sprachsamples in der Neuen Musik, Hans Zenders Winterreise …

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

60 – Interview mit Ivan Blatter: Experte für Zeitmanagement gibt Tipps für Musiker.

Ivan Blatter gibt dir viele wichtige Tipps zu den Themen Routinen, Disziplin, Bündeln, Fokus und Struktur. Auch spricht er über den Nutzen und positiven Aspekt der Pause und des Innehaltens. Ivan gibt hilfreiche Hinweise zur Kreativität und Entscheidungsfindung. Diese Episode ist für MusikerInnen und NichtmusikerInnen inspirierend und geeignet.

 Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


23.12.2019

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Klingendes Zauberreich mit Ecken und Kanten: Die Komponistin und Performerin Mirela Ivicevic

Mit Eckhard Weber. Mirela Ivicevic gehört zu den jungen Wilden der Wiener Musikszene. In ihren verspielt anmutenden Werken hinterfragt sie akademische Rituale oder Phänomene des Musikbetriebs und nimmt fantasievoll Stellung zu politischen Fragen. Augenblicklich ist sie Residenzkünstlerin im Berliner Künstlerprogramm des DAAD.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Der O-Ton macht die Musik – Sprachsamples in der Neuen Musik

Von Michaela Natschke. Sprache und Musik leben beiden von der Stimmführung, von den Pausen und der Dynamik. Die Grenzen zwischen der sprachlichen Rhetorik und musikalischen Strukturen sind häufig fließend. Es ist also nachvollziehbar, wenn Komponisten in ihren Werken mit O-Tönen arbeiten. Aber auch der Inhalt des gesagten fließt in das Werk ein, zumal wenn der O-Ton von berühmten Persönlichkeiten kommt. Auch ist der O-Ton nicht nur in der Neuen Musik beliebt, sondern auch im Jazz, in Klangcollagen, in der Industrial Music, beim Techno und im Musiktheater. Gemeinsam ist dem allen aber, dass das gesprochene Wort in einen neuen Zusammenhang gestellt wird und dem Hörer somit andere Wahrnehmungsebenen eröffnet.

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Uralte ins Jetzt komponieren

Erstaufnahmen des österreichischen Komponisten kubanischer Herkunft Jorge E. López. Für Jorge E. López ist Komponieren mit einem Roman oder einem figurativen Bild vergleichbar: „Durch Klang wird erzählt, was man im Lauf des Lebens wahrgenommen und erfahren hat. Die Auffassung, dass Musik nur aus Klängen besteht, die nur als Klänge ohne Assoziationen oder andere Bedeutungsebenen aufzunehmen sind, ist mir völlig fremd.“

Der 1955 in Kuba geborene, in den USA aufgewachsene Komponist begann 1970 – angeregt durch die Musik von Mahler, Berg, Ives, Messiaen, Stockhausen und Xenakis – zu komponieren und studierte 1971-1976 am California Institute of the Arts. 1987, nach Orchesteraufführungen in Donaueschingen, verlagerte sich sein Lebensmittelpunkt nach Europa und in den deutschsprachigen Raum. Seit 1991 lebt er in Österreich, zunächst im Mölltal, seit 2008 in Wien.

Er habe sich mit dem von vielen gleichsam normativ missbrauchten Begriff „Neue Musik“ nie zu identifizieren vermocht. „Eher trieb mich von Anfang an, dass es darum geht, das Uralte präsent zu machen.“ Er suche nicht das Neue, sondern „eher das Verdrängte“.

Das Collegium Novum Zürich unter der Leitung von Jonathan Stockhammer hat eine CD mit zwei Werken von Jorge E. López vorgelegt, die diese Suche – und das Finden – des „Verdrängten“ mit bedeutungssatten Klängen der Lebensgeschichte des Komponisten und der Musikgeschichte erfahrbar machen. Gestaltung: Peter Kislinger


24.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Musikalische Milieustudien – Der Komponist Niklas Seidl

Von Michael Rebhahn. Kammermusik trifft Karneval, James Joyce das „Traumschiff“. Niklas Seidls Musik macht vor nichts Halt und aus allem etwas Neues.

Niklas Seidl, 1983 in Bremen geboren, ist ein Komponist, der seine Klangsprache aus der Perspektive des Interpreten entwickelt hat. Als Cellist hat er in zahlreichen Ensembles für Neue Musik mitgewirkt und daraus ein großes Vergnügen am Instrumentalspiel und seinen Metamorphosen und Verfremdungen in seine eigenen Stücke übernommen. Dabei ist es der Gegensatz zweier Klangwelten, der seine Musik charakterisiert: Auf der einen Seite präzise differenzierte Gestalten, auf der anderen vermeintlich hässliche Klänge: laut und schroff, zumeist mit Anspielungen auf die Absurdität der Alltagswelt. Durch ihre Andersartigkeit entsteht eine reizvolle Dynamik der Gegensätze. Das Resultat sind Kompositionen, in denen grundverschiedene musikalische Sprachen aufeinander reagieren und zu einem unerwarteten Dritten führen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Hermann Wolfgang von Waltershausen: „Krippenmusik“, op. 23 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Rudolf Zöbeley: „Nun komm, der Heiden Heiland“; „Die Nacht ist vorgedrungen“; Max Reger: „Unser lieben Frauen Traum“ (Münchner Motettenchor: Rudolf Zöbeley); Robert Heger: „Bruder Philipp des Karthäusers Marienleben“, Vier alte Marienlieder, op. 31 (Erika Köth, Sopran; Gerhard Poppe, Klavier); Arthur Piechler: Fünf Improvisationen, op. 13 (Wolfgang Thoma, Orgel); Mark Lothar: „Kleine Weihnachtsgeschichte“, op. 51 (Hans Hotter, Bariton; Mark Lothar, Klavier); Rudolf Zöbeley: „Du Kind, zu dieser heil’gen Zeit“ (Münchner Motettenchor; Bläserensemble des Münchner Motettenchors: Rudolf Zöbeley); Franz Biebl: „Fröhliche Weihnacht überall“ (Regensburger Domspatzen: Georg Ratzinger); Joseph Haas: „In dulci jubilo“ (Eberhard Kraus, Orgel; Regensburger Domspatzen: Georg Ratzinger); Gloria Coates: Variationen über „Es ist ein Ros entsprungen“ (Herbert Blendinger, Violine; Karl Christian Kroll, Orgel)

09:05 bis 10:00 | BR-KLASSIK
Ludwig van Beethoven – Eine Hörbiografie (1/10) – Kapitel 1: Ein zweiter Mozart? (1770-1792)

Von Jörg Handstein. Mit Udo Wachtveitl (Erzähler), Cornelius Obonya (Beethoven), Ariane Payer, Thomas Albus, Folkert Dücker und andere (Zitate)

Anschließend: Ludwig van Beethoven: Sechs Variationen G-Dur über das Duett „Nel cor più non mi sento“ von Giovanni Paisiello, WoO 70 (Alfred Brendel, Klavier); Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur (Ronald Brautigam, Klavier; Norköpping Symphony Orchestra: Andrew Parrott)

20:00 bis 22:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Das Weihnachtsoratorium

Am 20. Dezember 1996 fand in der Bremer Kirche „Unser Lieben Frauen“ eine denkwürdige Aufführung von vier Kantaten aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium statt. Der Dirigent Thomas Hengelbrock leitete damals die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, dazu kamen der klein besetzte und in Hochform singenden Balthasar-Neumann-Chor und Solisten von Rang wie Christoph Prégardien, Mona Spägele oder Bernhard Landauer.


25.12.2019


09:05 bis 10:00 | BR-KLASSIK
Ludwig van Beethoven – Eine Hörbiografie (2/10) – Kapitel 2: Unermessliches Tonreich (1792-1800)

Von Jörg Handstein. Mit Udo Wachtveitl (Erzähler), Cornelius Obonya (Beethoven), Ariane Payer, Thomas Albus, Folkert Dücker und andere (Zitate)

Anschließend: Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 1 C-Dur (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Mariss Jansons); Sechs Ecossaisen Es-Dur, WoO 83 (Rudolf Buchbinder, Klavier)


26.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Mathias Monrad Moeller

„Tiffany“ für sechs Stimmen und 8-Kanal-Zuspiel / „Something larger“ für acht Stimmen und 2-Kanal-Zuspiel / „Motiv vom Brocken“ für acht Männerstimmen und 2-Kanal-Zuspiel / „Ich seh sie“ für Bariton und Keyboards / „Feieromlied“ für Klarinette und Zuspiel.

Solistenensemble Phoenix16. Leitung: Timo Kreuser; Sebastian Berweck, Keyboards; Carola Schaal, Klarinette; Simon Spillner, Elektronik; Kassian Troyer, Elektronik. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019

09:05 bis 10:00 | BR-KLASSIK
Ludwig van Beethoven – Eine Hörbiografie (3/10) – Kapitel 3: Heroische Zeiten (1801-1805)

Von Jörg Handstein. Mit Udo Wachtveitl (Erzähler), Cornelius Obonya (Beethoven), Ariane Payer, Thomas Albus, Folkert Dücker und andere (Zitate)

Anschließend: Ludwig van Beethoven: Streichquartett F-Dur, op. 18, Nr. 1 (Artemis Quartet)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Kaiser’s Corner: Beethoven – Werk und Wirkung (1)

Kritischer Enthusiast. Kaiser und Beethoven. Als „leidenschaftlichen und heiteren Aufklärer im Reich der Kunst“ sowie als „einzigen deutschsprachigen Kritiker von Rang und Format, der gleichermaßen unterhaltsam und belehrend, geistreich und urteilssicher über Musik, Literatur und Theater zu schreiben vermag“ würdigte ihn Kollege Marcel Reich-Ranicki anlässlich der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises im Oktober 1993. Und in der Tat zählte der im Mai 2017 in München verstorbene Joachim Kaiser zu den einflussreichsten Kritikern Deutschlands. Als „Klavier-Michelin“ gilt etwa sein Buch „Große Pianisten in unserer Zeit“. Kaiser selbst verstand sich bescheidener als „kritischen Enthusiasten“. Und in seiner gemeinsam mit Tochter Henriette verfassten Autobiographie „Ich bin der letzte Mohikaner“ resümierte er, dass sein „Leben in einem beinahe gespenstischen Maße aus dem Zusammentreffen mit großen Kunstwerken“ bestehe. Beethoven spielte dabei stets eine besondere Rolle: Mit dem Bayerischen Rundfunk – damals noch für Bayern 4 Klassik – produzierte er zwischen 1999 und 2001 in der legendären Reihe „Kaiser’s Corner“ allein 100 Folgen zu „Beethoven – Werk und Wirkung“.

Als Auftakt zum Beethoven-Jahr 2020 wiederholt BR-KLASSIK im Festtagsprogramm die erste Folge über die frühe „Trauerkantate auf den Tod Kaiser Josephs II.“ und die letzte Folge zur „Missa Solemnis“. Außerdem aus der 21-teiligen Reihe Kaisers Konzertführer die Beiträge zur 5. und 9. Symphonie sowie zum 4. Klavierkonzert.

20:04 bis 22:00 | SR2 KulturRadio
Hans Zenders Winterreise

Hans Zender: Schuberts Winterreise. Eine komponierte Interpretation für Tenor und kleines Orchester. Julian Pregardien, Tenor. Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern; Robert Reimer, Dirigent.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Proms 2019

Im Juli 1854 wurde das Oratorium „L’Enfance du Christ“ (Die Kindheit Christi) in Paris uraufgeführt. Und das mit einem für den oft als Enfant terrible verschrienen Komponisten mit großem Erfolg.

Gesangssolisten, Ensemble und Orchester spielten das Oratorium „L’Enfance de Christ“ von Hector Berlioz im August 2019 in der Royal Albert Hall in London.


27.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Performa 19 Biennale – New Museum, New York. Performance-Aufzeichnung vom 14.11.2019

Als Zeichner prägte Raymond Pettibon die Ikonografie des US-amerikanischen Punk.  bekannt, aber kaum  explosiv sind seine Texte. Bei einer seltenen Lesung im Rahmen der Performa 19 Biennale stellte Pettibon diesen Strang seiner Arbeiten vor.

Bekannt wurde er durch Plattencover für Black Flag und Sonic Youth. Seit Ende der 70er-Jahre gestaltete der Künstler Raymond Pettibon den Look des amerikanischen Punk entscheidend mit. Wenig später begann er auch zu schreiben und Videofilme zu drehen. Diesen  bekannten Teil seiner Arbeit zeigte Pettibon im November bei einer Performance in New York. Gemeinsam mit Freunden und langjährigen Weggefährtinnen las er aus seinen Texten und Drehbüchern.

Eine eigenständige Radiokomposition von Raymond Pettibon und Oliver Augst präsentieren wir am 29. Dezember um 18.30 Uhr als Ursendung im Hörspiel: ‚What we know is secret’.

Raymond Pettibon, geboren 1957 in Tucson, USA, ist Autodidakt und zeitgenössischer Künstler. Bekannt wurde er mit stilisierten Tuschezeichnungen, die Bild und Text kombinieren. Seit den 1970er-Jahren entwirft er Plattencover und Gelegenheitsgrafik, unter anderem für die kalifornische Punkband Black Flag und die Noise-Rockband Sonic Youth.

Seine Arbeiten sind Teil der Sammlungen des Centre Georges Pompidou (Paris), des Museum of Modern Art (New York) und der Tate Gallery (London). Raymond Pettibon lebt und arbeitet in New York. Zusammenarbeit mit Oliver Augst seit 2003.

Oliver Augst, geboren 1962 in Andernach am Rhein, ist Komponist und Radiomacher. Er studierte visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Bühne an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und Popularmusik/Performance an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. Mitbegründer des Künstlerkollektivs „textXTND“.

Zuletzt gemeinsam mit Sven-Åke Johansson für Deutschlandfunk Kultur: „In St. Wendel am Schlossplatz“ (2017).

09:05 bis 10:00 | BR-KLASSIK
Ludwig van Beethoven – Eine Hörbiografie (4/10) – Kapitel 4: Schaffensrausch (1804-1808)

Von Jörg Handstein. Mit Udo Wachtveitl (Erzähler), Cornelius Obonya (Beethoven), Ariane Payer, Thomas Albus, Folkert Dücker und andere (Zitate)

Anschließend: Ludwig van Beethoven: „Coriolan-Ouvertüre“, op. 62 (Deutsche Kammerphilharmonie Bremen: Paavo Järvi); Fantasie c-Moll, op. 80 (Kit Armstrong, Klavier; Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Esa-Pekka Salonen)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Kaisers Konzertführer – Mit Joachim Kaiser: Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 9 d-Moll

Kritischer Enthusiast – Kaiser und Beethoven. Als „leidenschaftlichen und heiteren Aufklärer im Reich der Kunst“ sowie als „einzigen deutschsprachigen Kritiker von Rang und Format, der gleichermaßen unterhaltsam und belehrend, geistreich und urteilssicher über Musik, Literatur und Theater zu schreiben vermag“ würdigte ihn Kollege Marcel Reich-Ranicki anlässlich der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises im Oktober 1993. Und in der Tat zählte der im Mai 2017 in München verstorbene Joachim Kaiser zu den einflussreichsten Kritikern Deutschlands. Als „Klavier-Michelin“ gilt etwa sein Buch „Große Pianisten in unserer Zeit“. Kaiser selbst verstand sich bescheidener als „kritischen Enthusiasten“. Und in seiner gemeinsam mit Tochter Henriette verfassten Autobiographie „Ich bin der letzte Mohikaner“ resümierte er, dass sein „Leben in einem beinahe gespenstischen Maße aus dem Zusammentreffen mit großen Kunstwerken“ bestehe. Beethoven spielte dabei stets eine besondere Rolle: Mit dem Bayerischen Rundfunk – damals noch für Bayern 4 Klassik – produzierte er zwischen 1999 und 2001 in der legendären Reihe „Kaiser’s Corner“ allein 100 Folgen zu „Beethoven – Werk und Wirkung“.

23:03 – 24:00 | Ö1
Am Inn: Bergwandern und hören – 2019 revisited.

Klangwanderungen bei den Festivals Klangspuren und Rümlingen. Jedes Jahr findet im Rahmen des Tiroler Festivals Klangspuren eine Klangwanderung statt. Man wandert in der Gruppe von Konzert-Station zu Konzert-Station durch beeindruckende Landschaften. In diesem Spätsommer wurde das Konzept ausgeweitet: Das Schweizer Festival Rümlingen organisierte ebenfalls eine Wanderung in der Grenzregion zu Tirol, im Engadin, entlang des Inns. Die Musikpilger/innen konnten also an einem Tag von Altfinstermünz aus mit dem Klangspuren-Team die österreichisch-schweizerische Grenze zu Fuß überwinden und beim gemeinsamen Abschlusskonzert in Scuol mit Franz Hautzingers Regenorchester teilnehmen. Und dann am zweiten Tag die Routen tauschen. Dieses intensive Wander- und Musikwochenende rund um den tosenden Innfluss nannte sich „A l’ur da l’Ehn. Innland und Ausland“.

Die beeindruckende Gebirgslandschaft bot die perfekte Kulisse für die Musik, die von Blasmusik des Tirolers Werner Pirchner über Posaune solo mit Mike Svoboda am idyllischen Grünen See bis hin zu Improvisationen der Stimmperformerin und Klarinettistin Isabelle Duthoit reichte. Der Wandergruppe gehören stets einige Stammgäste an, Neulinge werden umgehend miteingeschlossen. Man lernt sich kennen und tauscht sich im Gehen über die Eindrücke, die aus den Konzerten gewonnen wurden, aus.

Die Wanderung auf Engadiner Seite war etwas anders konzipiert: Auf diesem Pfad konnte das Publikum eigenständig wandern und an den Plätzen entlang des Inns Konzerte, Performances und Installationen erleben, die mehrfach aufgeführt wurden. Akkordeons zum Nachziehen, Glasharmonikaspiel an einem wilden Waldbach mit poetisch-absurden Texten, eine Uraufführung von Beat Furrer in einer kleinen Kapelle, eine Violine im Zwiegespräch mit Vogelgezwitscher … und zum Abschluss im romantischen, stark von der rätoromanischen Sprache geprägten Dorf Sur En d’Ardez die Osttiroler Musicbanda Franui am Hauptplatz.

Marie-Therese Rudolph ist beide Wanderungen mitgegangen und berichtet von diesem eindrücklichen Musik- und Natur-Erlebnis, das zu ihren persönlichen Konzert-Highlights des Jahres 2019 zählt. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


28.12.2019


22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: techné [78]: Synthetic Voice

Amnesia Scanner & Bill Kouligas: Lexachast / Amnesia Scanner feat. Oracle: AS Spectacult / Florian Hecker: Chimerization / Holly Herndon, Jlin & Spawn: Godmother / Ian Hatcher: Drone Pilot / Jenna Sutela: nimiia cétiï / Sam Kidel: Voice Recognition DoS Attack / Swantje Lichtenstein: echo enjoyx / YONA: C

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Zwischen Philosophie und Physik – Der Komponist Michael Quell – in Aufnahmen mit dem Ensemble Aventure

Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre. Das eigentlich Substanzielle bleibe stets im Verborgenen und steuere zugleich die Welt des „Wahrgenommenen in aller subtilsten Differenziertheit“. Der in Fulda ansässige Komponist Michael Quell, Jahrgang 1960, ist fasziniert vom Abenteuer der Vorstellung. Die Vorstellung (von den Dingen und Verhältnissen) der Welt (und darüber hinaus) hat für ihn ein enormes ästhetisches Potenzial. Kompositorisch bewegt Quell sich bevorzugt in Spannungsfeldern, zwischen starker Strukturiertheit und tiefer Sinnlichkeit. Seine Musik vermittelt zwischen Extremen diverser Phänomene und versucht dabei, das Alltagsbewusstsein zu schärfen. Autorin Yvonne Petitpierre beleuchtet Quells Schaffen und Musikdenken anhand zweier aktueller CDs mit Aufnahmen des Freiburger Ensemble Aventure aus unterschiedlichen Schaffensperioden des Komponisten.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Unterland | Von Björn SC Deigner

Aufgewachsen auf dem Land. Für die einen Sehnsuchtsort und Naturidylle – für die anderen Enge und Begrenzung, die so alt ist wie der Ort selbst. Mit Timo Weisschnur. Realisation: Björn SC Deigner. hr 2019

Björn SC Deigner wurde 1983 in Heidelberg geboren und studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Er ist Autor, Hörspielmacher und komponiert für Hörspiele und für das Theater. Seine Musiken sind u. a. am Schauspiel Frankfurt, am Deutschen Theater Berlin und dem Thalia Theater zu hören. Deigners Autorenhörspiel »Sich abarbeiten« erhielt eine lobende Erwähnung durch die Akademie der Darstellenden Künste und war für die ARD Hörspieltage 2012 nominiert. Als Autor wurde er 2018 zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen, sowie 2019 zum Heidelberger Stückemarkt.


29.12.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Schaurige Balladentöne – Fontane und die Musik

Wenn die „Brück’ am Tay“ krachend zusammenbricht und der darüberfahrende Zug donnernd in die tosenden Fluten stürzt, dann klingt das mit Musik noch einmal so dramatisch.

Der eingestürzte Mittelteil der Firth-of-Tay-Brücke kurz nach dem Unfall am 28. Dezember 1879.

Die berühmten Figuren aus Fontanes Balladen vom Herrn Ribbeck im Havelland bis zum Steuermann John Maynard: Sie alle finden sich wieder in musikalischen Nachschöpfungen. Das gleiche gilt sogar für einige von Fontanes Romanfiguren. Zum 200. Geburtstag des Dichters streifen Kaisers Klänge heute durch die Musikwelten von Theodor Fontane.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: British Connection

Das Programm der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen vom September dieses Jahres war geprägt durch zwei britische Musiker, den Dirigenten Duncan Ward und den Organisten Thomas Trotter. Zentrales Stück an diesem Abend waren Edward Elgars berühmte „Enigma-Variationen“. Hier war der englische Dirigent hörbar in seinem Element, und er leitete das Bremer Orchester souverän durch diesen musikalischen „Bilderbogen“.

22:08 – 22:55 | Ö1
Thomas Larcher empfiehlt – 2019 revisited. Die Lieblingskompositionen von Thomas Larcher

Der Große Österreichische Staatspreis ging heuer an den Innsbrucker Komponisten und Pianisten Thomas Larcher. Die höchste Kulturauszeichnung der Republik ist mit 30.000 Euro dotiert. In „Zeit-Ton extended“ hat Thomas Larcher aus diesem Anlass Musik vorgestellt, die sein Schaffen geprägt hat. Eine kenntnisreich kommentierte Auswahl, die wir nun in der Serie 2019 revisited wiederholen.

Der Kunstsenat, der den Vorschlag für die jährlich ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur für ein künstlerisches Lebenswerk vergebene Auszeichnung abgibt, begründete sein Votum mit Larchers Bedeutung für die zeitgenössische Szene. „Seine Musik bewegt sich auf gefährlichen Routen zwischen gesicherter und ungesicherter Tonalität bis hin zu rein geräuschhaften Flächen“, so die Jury. „Larcher hat seine eigene Klangwelt und Handschrift entwickelt. Er lässt sich keinerlei gängigen Trends unterordnen. Sein Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten eines großen Orchesters ist virtuos.“

Die Sparte Musik war bei den letzten Jahrgängen des Staatspreises prominent vertreten, mit Georg Friedrich Haas (2006), Olga Neuwirth (2010) und Beat Furrer (2014).

Geboren wurde Thomas Larcher am 16. September 1963 in Innsbruck. Er studierte in Wien Komposition und Klavier und machte sich zu Beginn seiner Laufbahn als Interpret zeitgenössischer Werke einen Namen. Erste eigene Kompositionen folgten ab Ende der 1980er mit Werken wie „Naunz“ für Klavier. Aber auch dem großen Format hat sich Larcher immer wieder gewidmet – 2011 wurde etwa das große Orchesterwerk „Red and Green“ vom San Francisco Symphony Orchestra uraufgeführt. Seine erste Oper „Das Jagdgewehr“ kam im Vorjahr als Auftragsarbeit der Bregenzer Festspiele zur Uraufführung.

Seine Vielseitigkeit stellt Larcher auch als Programmmacher immer wieder unter Beweis. So gründete er 1994 das Festival Klangspuren in Schwaz, das er bis 2003 leitete. Im Jahr darauf folgte das Kammermusikfestival „Musik im Riesen“, das seitdem jährlich in Wattens stattfindet und unter seiner Leitung jeweils „einen kleinen Ausschnitt meiner musikalischen Welt“ zeigt.

Vielfach wurde Larcher bereits prämiert. Zuletzt erhielt er etwa den mit 75.000 Euro dotierten „Prix de Composition Musicale“ in Monaco für seine 2016 geschriebene Symphonie Nr. 2 „Kenotaph“ und den mit 10.000 Euro dotierten Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien. Gestaltung: Patrizia Jilg

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Beckett Lektüre (2)

Stefan Prins: Ausschnitt aus „Not I“ für E-Gitarre; Yaron Deutsch / Agata Zubel: What is the Word for voice, flute, violin, cello and pianoforte; Agata Zubel; Klangforum Wien / John McGuire: Decay für 8 Hörner; Christine Chapman / Rebecca Saunders: Ausschnitt aus „Void“ für 2 Schlagzeuger und Kammerorchester

Samuel Beckett, der Meister der Negation, des Nicht-Erzählens und Nicht-Enden-Könnens, liebte die Musik. Vor allem die Werke Beethovens und Schuberts, die für viele seiner Texte prägend waren.

Der Vertonung seiner Texte stand Beckett hingegen skeptisch gegenüber, sind sie doch in vielen Fällen bereits voller Musik. Und doch wurden und werden sie immer wieder musikalisch reflektiert, mit Musik versehen oder gar vertont. Von so unterschiedlichen Komponisten wie Morton Feldman, György Kurtág, Hein Holliger, Georges Aperghis, Luciano Berio, Peter Eötvös oder Philip Glass. Oder, wie hier, von Stefan Prins, Agata Zubel und John McGuire.

Oder Rebecca Saunders, die sich mehr als einmal vom irischen Dichter hat anregen lassen, wenn es darum ging, Nichtbenennbares in Worte zu fassen. „Wenn ich ein Stück fertig habe, sitze ich tagelang über einem Text und einem Titel – nur um zu erkennen, dass es Beckett einfach besser konnte.

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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