Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 09.12. bis 15.12.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 50. Schwerpunkte: Lina Lapelyte, Ensemble Adapter, Gordon Kampe, die Posaune, Nicolaus A. Huber, Tritonus, dies & das… .

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

59 – Interview mit Florence Millet

Pianistin, Klavierprofessorin, Kuratorin und Projektleiterin: Echospore, Echo aus Montepulciano, Ode to Joy Festival USA. Florence Millet erzählt, wie sie zur neuen Musik gekommen und wie sie gerne neue und klassische Musik kombiniert. Sie ist ein reger und aktiver Mensch: Sie spielt, unterrichtet und kuratiert und schätzt auch die Ruhe und Spaziergänge. Sie spricht darüber, was ihr das Unterrichten bedeutet und gibt viele gute Tipps. [Zum Podcast]

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


09.12.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neues Musiktheater

Anlässlich der Uraufführung der Oper „Heart Chamber“ von Chaya Czernowin an der Deutschen Oper Berlin fand dort in Kooperation mit rbbKultur ein Symposion zum Thema „Neues Musiktheater“ statt. Welche Rolle spielt die Kombination aus Text, Musik und Szene heute? Welche Möglichkeiten gibt es über die klassische Guckkastensituation hinaus? Und für welches Publikum macht man das alles?

Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion vom 15. November mit Chaya Czernowin, Sarah Nemtsov, Daniel Ott u. a. aus der Deutschen Oper Berlin. Moderation: Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Magazin – Mit Bernd Künzig

Berichte, Gespräche und Hintergrundinformationen unter anderem zu Wien Modern, dem Zeitgenuss-Festival in Karlsruhe, zum Giga-Hertz-Preis 2019.

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Klavier 21 Mal neu betrachtet

Wien Modern 2019. Mathilde Hoursiangous Projekt „Saiten-Tasten“ mit zahlreichen Uraufführungen. Das langfristig angelegte Projekt „Saiten-Tasten“ stellt das Klavier ins Zentrum und ermöglicht Betrachtungen des geschichtsträchtigen Instruments von seiner „anderen Seite“ her. Die Pianistin Mathilde Hoursiangou hat 21 Komponistinnen und Komponisten aus elf verschiedenen Ländern eingeladen, neue Stücke zu schreiben, in denen sowohl Tasten gedrückt, als auch Klänge auf unterschiedliche Art und Weise im Innenraum des Flügels erzeugt werden. Diese Miniaturen, sechs stammen von Komponistinnen, bringt die französische Pianistin, die seit Beginn der 1990er Jahre in Wien lebt und an der hiesigen Universität für Musikik und darstellende Kunst unterrichtet, mit den zwei jungen Kolleginnen Sylvia Kimiko Krutz und Eriko Muramoto sowie dem einem Kollegen Luca Lavuri zwei-, vier- und sechshändig zur Uraufführung.

Hoursiangou beauftragte in einem ersten Schritt jene, die sie im Lauf der Jahrzehnte begleitet haben, deren Musik sie berührt wie etwa Michael Jarrell, Beat Furrer oder Gérard Pesson. Aus Anlass des 90. Geburtstages von George Crumb werden die neuen Werke durch zwei Sätze aus dessen „Celestial Mechanics“ ergänzt, das genau vor 40 Jahren uraufgeführt wurde.

Die Themen der Auftragsstücke sind breit gestreut, Misato Mochizuki etwa orientiert sich an Ninja-Videospielen und deren Levelabfolgen, die zwei Pianistinnen als skurrile Verfolgungsjagd einer Geheimagentin umsetzen. Joana Woznys Komposition beschreibt Hoursiangou als extrem differenziert, ja mit einem sportlichen Ansatz würden verschiedenste Klänge erzeugt. Mit Katharina Klement und Elisabeth Harnik sind zwei Komponistinnen eingeladen, deren Ansatz Hoursiangou besonders interessiert, da sie selbst auch praktizierende experimentelle Pianistinnen sind. Elisabeth Harnik bezieht sich mit dem Titel ihres Werkes „of all stars the most beautiful“ auf eine Textzeile Sapphos. Hoursiangou beschreibt es als „wunderschön – kleine Fragmente, die nach Belieben kombiniert werden können“. Mit der Bezugnahme auf die antike Lyrikerin verweist Harnik indirekt auf das Fehlen von weiblichen Role Models im Kanon der Musikgeschichte und stellt ihr Stück unter ein Zitat von Laurie Anderson über Unberührbarkeit der Sterne als Sehnsuchtsobjekte. „Saiten-Tasten“ ist als work in progress konzipiert, den Uraufführungen wird eine Edition der Kompositionen mit spieltechnischen Ausführungen folgen, um jungen Musikschaffenden die Scheu vor experimentellen Zugängen zu nehmen und die Lücke in der Ausbildung zu schließen.

Eine Teilwiedergabe des Wien Modern-Konzerts vom 18. November 2019 im Wiener Konzerthaus. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


10.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Über uns selbst nachdenken – Die litauische Komponistin Lina Lapelyte

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Werner Egk: Drei kleine Stücke (Münchner Philharmoniker: Marek Janowski); Max Beckschäfer: „Nun zijt wellekomme“; „Quanno nascete nino“; „Entre le boeuf et l’âne gris“; „Canco de Nadal“ (Irmgard Gorzawski, Harfe; Die Singphoniker); Hans Stadlmair: „Concerto lirico“ (Uwe Komischke, Corno da caccia; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Franz Lehrndorfer: Improvisation über „O du fröhliche“ (Franz Lehrndorfer, Orgel); Richard Trunk: Weihnachtslieder, op. 61 (Olaf Bär, Bariton; Helmut Deutsch, Klavier); Jan Koetsier: Konzert, op. 17 (John Wilbraham, Trompete; Armin Rosin, Posaune; Nürnberger Symphoniker: Jan Koetsier); Wilfried Hiller: „Harfenklänge“ (Irmgard Gorzawski, Harfe); Jester Hairston: „Mary’s boychild“; Alfons Brandl: „Du gronne, glitrende tre“; Ludwig Thomas: „O sanctissima“ (Thomas Hamberger, Bariton; Die Singphoniker)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Adapter – ein isländisch-deutsches Musikensemble

Von Margarete Zander. Drei Isländer und ein Deutscher bilden den Kern des Ensembles, das je nach Programm andere Musiker einlädt, mitzuspielen: Gunnhildur Einarsdóttir (Harfe), Kristjana Helgadóttir (Flöte), Ingólfur Vilhjálmsson (Klarinette) und Matthias Engler (Schlagzeug). Wir haben genau hingehört und gefragt, welchen Beitrag das Ensemble zum Kulturleben beitragen möchte. Das prägende ‘Nordische’ ist nicht das, was man auf der Postkarte sieht.

23:03 – 24:00 | Ö1
Italian Style zwischen Geräusch und Ton – Das mdi Ensemble im Wiener Porgy & Bess

Diesen Oktober gastierte das Mailänder mdi Ensemble im Rahmen des Jeunesse-Zyklus „Fast Forward“ erstmals in Wien. Mit Ausdauer und unermüdlicher Aufmerksamkeit verfolgen sie bisher ihr Ziel: Bereits die erste CD-Einspielung (2009) wurde mit dem „Coupe de coeur – Musique contemporaine“ geehrt. 2017 verlieh ihnen das Teatro La Fenice die Auszeichnung „Una vita nella musica“. In Wien hatte das sechsköpfige mdi Ensemble ein Programm mit im Gepäck, welches durch mehrere Generationen italienischer zeitgenössischer Musik führte, u.a. mit Werken von Salvatore Sciarrino, Marco Stroppa sowie Francesco Filidei. Eine Klangreise, die von flüchtigen poetischen Momenten bis hin zu extrem gesteigerter Dramatik reichte und zwischen Geräusch und Sinnlichkeit mit neuen Musiksprachen aufwartete – etwa in Giorgio Nettis „place“, wo sich die Musik am und um den Ton-Steg der Streichinstrumente entwickelt. Gestaltung: Andreas Maurer


11.12.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Hans-Günther Allers: Quintett, op. 92 (Ensemble Kontraste); Stefan Hippe: Streichquartett Nr. 2 (Minguet-Quartett); Wolfram Graf: Suite symphonique (Martin Seel, Flöte; Chie Honda, Klavier); Tobias PM Schneid: „Einklang I“ (Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester: Dennis Russell Davies); Rainer Rubbert: „inside-distortion“ (Brigitte Metzenthin, Klavier)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit Crescendo in die Lüfte – Der Traum vom Fliegen

Seit Urzeiten träumen die Menschen den Traum vom Fliegen. Kaisers Klänge sind heute unser musikalischer Flugbegleiter und erzählen die klingende Geschichte der Fliegerei.

Von Ikarus’ vergeblichen Versuchen bis zu da Vincis frühen Flugapparaten. Vom sanft schwebenden Heißluftballon bis zum Meere überquerenden Zeppelin, von den ersten knatternden Propellermaschinen bis zum Ohren zerreißenden Überschallflugzeug. Alles das wird heute zu Musik.

20:58 bis 22:00 | NDR Kultur
Blaue Stunde: Ost-West

Ein literarisch-musikalischer Abend mit der NDR Radiophilharmonie im Sprengel Museum Hannover

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Das Violoncello in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. Das Violoncello ist für Komponist*innen der Gegenwart eine Fundgrube an neuen klanglichen Möglichkeiten. Das betrifft Klassiker wie das Solostück „Pression“ von Helmut Lachenmann, in dem kein einziger Klang auf „herkömmliche“ Weise erzeugt wird, aber ebenso neue und neueste Werke für dieses Instrument.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Rottenburg: Porträt Gordon Kampe (1/2)

Ensemble LUX:NM. Gordon Kampe: Füchse/Messer, Hommage an Akira Kurosawas Film „Yume“ für Saxofon, Posaune, Akkordeon, Violoncello, Klavier, Zuspielungen | Gordon Kampe: Dark-Lux-Suite | Gordon Kampe: knapp für Bass- und Kontrabassklarinette, Saxofon, Posaune, Violoncello | Gordon Kampe: „La Cantata per non cantata“. (Konzert vom 16. November 2019 in der Zehntscheuer in Rottenburg am Neckar)

Gordon Kampe – Jahrgang 1976 – ist ein Komponist, der sich einiges vom Ruhrpott-Humor bewahrt hat: „mit Schmackes“, „immer feste druff“ oder „volle Möhre“ lauten einige seiner Spielanweisungen. Hinter solch humoristischem Umgang mit seinen Interpreten verbirgt sich aber auch eine barocke Fantasie. Und üppig geht es in seiner Musik durchaus zu. Zur Üppigkeit hat Gordon Kampe auch eine musikhistorische Beziehung, ist er doch ein großer Bewunderer meisterhafter Instrumentationskünstler wie Franz Schreker. Fast nichts ist ihm in der Musik fremd – selbst dem Schlager erweist er liebevolle Aufmerksamkeit. (Teil 2, Mittwoch, 18. Dezember, 23.03 Uhr)

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einem Rückblick auf die diesjährige Ausgabe des Festivals Leicht über Linz. Gestaltung: Nina Polaschegg


12.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Ein Tag für Nicolaus A. Huber (2/3)

„Sister Sounds“, Solo für Glissandoflöte, Klangschalen und Triangel | „Blanco y Verde“ für Flöte und Klarinette | „Don’t fence me in“ für Flöte, Oboe und Klarinette. Erik Drescher, Flöte; Simon Strasser, Oboe; Matthias Badczong, Klarinette. (Teil 3 am 19.12.2019)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Christoph von Reitzenstein: „Marsch der Bavaria-Blechbläser“ (Bavaria-Blechbläsersolisten: Gerd Zapf); Meinrad Schmitt: „Im Zeichen der Venus“ (Bamberger Symphoniker: Rudolf Piehlmayer); Enrico Mainardi: Violoncellokonzert (Enrico Mainardi, Violoncello; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rafael Kubelík); Alexander Strauch: „Kampf von Ásmund und Hildebrand“ (Roman Payer, Tenor; Timothy Sharp, Bariton; Ensemble Schwerpunkt); Peter Wittrich: „Chor-eographie. Eine Sin(g)fonie“ (Madrigalchor der Hochschule für Musik; Blechbläser der Hochschule für Musik: Max Frey); Ruth Zechlin: Lieder nach Texten der Hildegard von Bingen (Mechthild Seitz, Mezzosopran; Werner Tast, Flöte)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Höllenschrecken und Liebesqual – Der Tritonus in der Musik

„Diabolus in musica“: der Teufel in der Musik. Mit dieser Bezeichnung wurde der Tritonus einst geschmäht. Das Intervall, das den Abstand von drei Ganztönen umfasst, galt als die klangliche Manifestation des Bösen und wurde im Mittelalter deshalb sogar verboten, um das Seelenheil derjenigen zu schützen, die mit Musik in Berührung kamen. Selbst wenn sich das Verbot nicht auf Dauer halten ließ, wurde das dissonante Intervall später noch von Komponisten entweder gemieden oder nur dann eingesetzt, wenn besonders schmerzliche Erfahrungen, qualvolle Zustände oder unheimliche Erscheinungen durch die Musik ausgedrückt werden sollten. Und man achtete darauf, die Klangschärfe des Tritonus in wohlklingenden Harmonien sorgfältig wieder aufzulösen. Wie das Intervall zu seinem schlechten Ruf kam, warum dieser so lange an ihm haften blieb und was viele Komponisten dennoch an dem dissonanten Klang reizte – diesen und weiteren Fragen um den Tritonus geht Michaela Fridrich in dieser Ausgabe von „KlassikPlus“ nach.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Der Komponist Nicolaus A. Huber – (80. Geburtstag am 15. Dezember)

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik: Werkzeuge der Neuen Musik – Die Posaune, Teil 2 von 2 – Von Sebastian Loelgen

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Verwirrungen des Zöglings Törless (3/3)

Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Musil. Mit: Michael Rotschopf, Stefan Konarske, Manuel Rubey u. a. Komposition: Michael Riessler. Hörspielbearbeitung: Manfred Hess. Regie: Iris Drögekamp. (Produktion: SWR/ORF 2014)

Um das Jahr 1900 in einem Militärinternat. Der Zögling Törleß und zwei Mitschüler entdecken, dass der Mit-Zögling Basini stiehlt. Die drei erproben an ihm als Opfer ihre Vorstellungen von sexueller Macht und Hörigkeit. Törleß beobachtet anfänglich aus distanziert-interessierter Perspektive die Experimente an Basini, erliegt dann dem Faszinosum für kurze Zeit, um sich aber am Ende abzuwenden. Als die ganze Klasse Basini im Sportraum quält, kommt es wegen des Zwischenfalls zur Anhörung durch die Schulleitung. Törleß verlässt das Internat.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 80. Geburtstag des Komponisten Nicolaus A. Huber

„Parusie – Annäherung und Entfernung“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Bruno Maderna); „Mit etwas Extremismus“ (Ensemble modern); „Darabukka“ (Catherine Vickers, Klavier); „Clash Music“ (Peter Sadlo, Becken)

23:03 – 24:00 | Ö1
Frank Pomassl. Taktile Sound-Praktiken – Franz Pomassl im Zeit-Ton Porträt.

Der Österreicher Franz Pomassl lotet Grenzbereiche der akustischen Wahrnehmung aus und verwendet dafür oftmals zu Musikinstrumenten umgerüstete Messtechnik-Apparaturen wie Echolote, Schwingungsgeneratoren und Erdbeben-Simulatoren. Das von ihm mitbegründete Label Laton war eines der ersten Österreichs für elektronische Musik. Auf dem aktuellen Album „Seismik Krew“ verbinden sich Klangforschung mit Club-Rhythmen.

Franz Pomassl gründete mit dem Elektronikmusiker Alois Huber 1990 in der Nähe des niederösterreichischen Allentsteig das Label Laton. Angeregt durch die Künstlerin Anna Ceeh, finden seit gut 20 Jahren Forschungsreisen nach Russland statt, bei denen Elektronik-Musiker/innen von Murmansk bis Wladiwostok dokumentiert wurden. Zu seinen Kollaborationspartnern zählen Pan Sonic, Carl Michael von Hausswolff, Carsten Nicolai und in den letzten Jahren besonders der finnische Elektroniker Randy Barracuda. Außerdem ist Pomassl langjähriger Leiter der Sound-Klasse an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

„Sonic Sience“ für den Club: Bei Pomassl geht es kaum um Musik als solche, sondern um physio- und psychoakustische Vibrationen, sein Spezialgebiet ist tieffrequenter Ultraschall. Es sind taktile Szenarien, die in industriellen Umgebungen wie Tankerwerften oder Kraftwerken ihre volle Intensität erreichen. So nennt sich eine Arbeit mit dem Musiktheoretiker Kodwo Eshun für das Museumquartier Wien treffend „Architectronics“; Pomassls Audiokunst ist eine Architektur des Hörens. Konzerte und Installationen brachten ihn zu Festivals und Ausstellungen bis Island und Japan.

Für ihn als einen der ersten Techno-Musiker Österreichs war der Club schon immer ein Ort der Innovation. Pomassls Klangforschungen finden in den letzten Jahren wieder verstärkt im Kontext Club-Kultur statt: sein zehntes, auf Laton veröffentlichtes Album „Seismik Krew“ bringt neben Huber, Eshun und Barracuda den Produzenten DJ Sotofett und Alessandro Cortini von der Band Nine Inch Nails.

Im Zeit-Ton erzählt Pomassl von den Club Rus Partys in der Secession, der sogenannten Latonautik und aktuellen Herausforderungen für hochtechnologische Klanggenerierungen. Gestaltung: Heinrich Deisl


13.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 92 – Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel. Produktion: Autoren / Deutschlandfunk Kultur 2019. Länge: 56’30. (Wdh. v. 28.11.2019)

„Bring Dein Hörspiel ins Radio“ – so wurden Freie Hörspielermacher*innen eingeladen, sich beim Wettbewerb ‚PiNball 2019’ zu beteiligen. Am 9. November wurde das „beste Kurzhörspiel“ bei den ARD Hörspieltagen ausgezeichnet.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Uwe Strübing: „Blick vom Turm“, op. 69 (Prometheus Trio); Bernhard Weidner: „dunkellied“ (Harald Lillmeyer, Wolfgang Ostermeier, Gitarre); Hans-Günter Brodmann: „Musica sacra“ (Hans-Günter Brodmann, Perkussion); Helmut Bieler: Zyklus in 6 Sätzen (Martin Krüger, Gitarre; Bernd Kremling, Schlagzeug); Claus Kühnl: „Vision“ (Mitglieder des Kammerorchesters Schloss Werneck)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: BTHVN2020 – Bonn und Beethoven im Jubiläumsjahr

Von Alexandra Maria Dielitz. Wenn die Welt 2020 Beethovens 250. Geburtstag feiern wird, will die Stadt Bonn natürlich im Zentrum stehen. Schließlich kam der Komponist hier im Dezember 1770 zur Welt – im „Beethoven-Haus“ in der Bonn-Gasse, das heute als Gedächtnisstätte, Forschungszentrum und Konzertsaal fungiert. Ihm angegliedert ist die eigens gegründete Beethoven Jubiläums GmbH, die innovative Projekte zum Thema Beethoven fördert sowie sämtliche Konzerte, Ausstellungen, Symposien und Theaterproduktionen des kommenden Jahres koordiniert. Ihr Logo BTHVN2020 ist zwar unaussprechlich, doch nicht ohne Bedacht gewählt. Jedem Buchstaben ist ein anderer Aspekt des Kosmos Beethoven zugeordnet: Beethoven als Bonner Weltbürger, als Tonkünstler, als Humanist, als Visionär und als Naturfreund. Und da große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, wird der Startschuss zum Jubeljahr bereits am 16. Dezember mit einem Konzert in der Bonner Oper (live übertragen auf BR-KLASSIK) abgefeuert. Dass die Beethovenhalle als wichtigster Veranstaltungsort wegen Sanierungsarbeiten ausgerechnet 2020 geschlossen bleibt, wirft nicht das beste Licht auf die lokale Kulturpolitik. Wie Bonn sich dennoch 2020 als „Beethovenstadt“ profilieren will – darüber unterhielt sich Alexandra Maria Dielitz vor Ort mit den führenden Organisatoren.

20:00 bis 22:00 | NDR Kultur
NDR Elbphilharmonie Orchester: Krzysztof Urbanski und Joshua Bell

György Ligeti: Atmosphères | Jean Sibelius: Violinkonzert d-Moll op. 47 | MieczysIaw Weinberg: Sinfonie Nr. 3 h-Moll op. 45. Joshua Bell, Violine / NDR Elbphilharmonie Orchester. Ltg.: Krzysztof Urbanski. Live aus der Elbphilharmonie Hamburg

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „A la Recherche du Temps perdu: As if“ von Korán/Vojtechovský

CZCR 2018. Ein vergessenes Kapitel der jüngeren Kunstgeschichte: Anfang der 1990er Jahre lud das Center for Metamedia der Hermit Foundation hunderte tschechische und internationale Musiker, Sound- und Performancekünstler, Filmemacher und Autoren zu interdisziplinären experimentellen Festivals in das alte Kloster Plasy bei Pilsen. Der Versuch, ein internationales Kunstzentrum zu etablieren, scheiterte. Was blieb, ist eine Reihe von Aufnahmen, die jetzt digitalisiert und publiziert wurden. A la Recherche du Temps perdu: As if besteht aus musikalischen Fragmenten und field recordings, die auf den Festivals aufgezeichnet wurden. Es handelt sich zum Großteil um Improvisationen im Klostergebäude, das auf 200 Eichenpfählen steht, wie ein gigantisches Musikinstrument. Das Hörstück wurde 2018 vom tschechischen Rundfunk in der Radiokunst-Reihe Radioateliér gesendet und von der Europäischen Rundfunkunion EBU für alle beteiligten Sendeanstalten zur Verfügung gestellt.

Mit Werken von Tibor Szemzo, Sharon Kivland, Peter Cusack, Michael Delia, Nicolas Collins, George Cremaschi, Jaroslav Koøán, Michael Delia, Vojtìch Havel, Tim Hodgkinson, Jim Meneses, Agon Orchestra, Richter Band, Jim Fulkerson, Phill Niblock, Paul Panhuysen, Phill Niblock, Jo Truman, Ad van Buuren

Jaroslav Korán (1940-2017), tschechischer Übersetzer, Autor. Mitglied der Bürgerrechtsbewegung Charta 77.

Milos Vojtìchovský, geb. 1955 in Prag, tschechischer Künstler. Initiator der Internationalen Symposien der Hermit Foundation.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Von der stolzen Gewissheit durchdrungen, die beste Harfenistin auf Erden zu sein“

Vicki Baum – Weltbestsellerautorin und Musikerin. Von Richard Schroetter. Vicki Baum hatte zwei große Begabungen, Musik und Literatur. Schließlich entschied sie sich für die Schriftstellerei.

„In den Jahren, als ich aufwuchs, war alles in der Musik Gärung und Wiedergeburt, mit Gustav Mahler als Mittelpunkt. Er war unser hohes, verehrtes Idol.“ So erinnert sich die Bestseller-Autorin Vicki Baum (1888- 1960), die bei der Münchner Uraufführung von Mahlers ‚Lied von der Erde’ als junge Harfenistin im Orchester mitgewirkt hatte. Ihre außergewöhnliche musikalische Begabung zeigte sich schon früh. Mit 13 ging sie bereits ans Wiener Konservatorium, wo sie zur Harfenistin ausgebildet wurde. Ihre Musikerlaufbahn in diversen Orchestern in Wien, Darmstadt, Kiel, Hannover und Mannheim brach sie allerdings schon 1926 zugunsten der noch erfolgreicheren Schriftstellertätigkeit ab. Doch scheinen die frühen Musikerinnenjahre – wie ihre Erinnerungen ‚Es war alles ganz anders’ eindrucksvoll belegen – die nachhaltigste und auch glücklichste Zeit ihres Lebens gewesen zu sein.


14.12.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: BTHVN2020 – Bonn und Beethoven im Jubiläumsjahr – Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – praxis [47]: Jean Claude Eloy – Reminiscences. Yo In Full Electronic

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Nieder mit dem Weltende! Über Paul Dessaus Oper ,Einstein’. Zum 125. Geburtstag des Komponisten

Von Frank Kämpfer. Eine Massenvernichtungswaffe wird konstruiert, erprobt und eingesetzt – und dies wird auf tragikomische Art auf der Bühne gezeigt. Die Physiker, die sie erschaffen, sinnieren über Notwendigkeit, Verantwortung, Zwang und Moral. Paul Dessaus ,Einstein’ hat allerdings mit dem historischen Physiker Albert Einstein nur oberflächlich zu tun. Die 1974 in der DDR uraufgeführte Oper handelt vielmehr von höchst zwiegesichtigen Prinzipen des Fortschritts, des Kriegs und der Männlichkeit, wie sie im 20. Jahrhundert ihre Wirkung entfalten. Autor Frank Kämpfer beginnt in seiner Werkanalyse mit Handlung, Figuren und Klängen und zeichnet nach, wie sich sein Blick auf dieses wichtige Werk der neueren Operngeschichte im Zuge der Zeitgeschichte veränderte. Anlässlich des 125. Geburtstags des Komponisten am 19. Dezember 2019 wird nach der Gegenwartsperspektive gefragt. Die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki liegen fast 75 Jahre zurück. Was sagt uns die Männer-Oper ,Einstein’ heute?

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Hessen hören 37 – Daniel Hensel | Burn, Witch burn! – Willkommen in Büdingen

Büdingen, am Rande des Vogelsberges in der östlichen Wetterau gelegen, ist eine ehemalige fürstliche Residenzstadt mit 22.000 Einwohnern, die vor allen Dingen durch ihre mittelalterlichen Wehranlagen bekannt ist. hr 2019 | 40 Min. | Ursendung

Die verwendeten Klänge wurden überwiegend im Büdinger Wald sowie an besonders wichtigen Stellen wie dem Schloss oder der Schlossmühle aufgenommen und werden auch stilisiert verwendet. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Wasser, beruhigend oder bedrohlich. Da meine Familie mütterlicherseits hier nachweislich seit 500 Jahren wohnt, lag die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte nicht fern, was unweigerlich zur Auseinandersetzung mit der Zeit der Hexenverbrennungen im Gerichtsort Büdingen führte, in der sich die Familien gegenseitig durch Denunziation auslöschten; die Namen aller Angeklagten werden in diesem Stück verlesen. Abgerundet wird das Stück von der Sage „Vom Groo Mennche bei Büdingen“, die kombiniert mit einer eigenen Fuge über „Der Mond ist aufgegangen“ im Büdinger Dialekt erzählt wird. [Daniel Hensel]


15.12.2019


19:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Euroradio Weihnachtstag 2019

Seit fünfundzwanzig Jahren gibt es an einem der späten Adventssonntage den „Christmas Music Day“ der Europäischen Rundfunkanstalten (EBU), mit Konzertangeboten aus verschiedenen Ländern. Sie versprechen ein vielfältiges Programm mit Vokal- und Instrumentalmusik, die uns die verschiedenen weihnachtlichen Musiktraditionen Europas näherbringt – am heutigen Abend von Polen bis England und Slowenien bis Deutschland.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Capriccio

Nicolaus A Huber: Barong des Meduses für 3 Schlagzeuger / Doux et scintillant für Trompete solo / Fingercapriccio für 2 Schlagzeuger; Paul Hübner, Trompete; Johannes Fischer, Domenico Melchiorre und Dirk Rothbrust, Schlagzeug

Zweiter Teil unserer Neuaufnahmen der Schlagzeugmusik von Nicolaus A Huber, ergänzt durch ein Stück für Trompete solo. Das alles zum 75. Geburtstag des in Essen lebenden Komponisten, der am 15. Dezember 1939 in Passau geboren wurde.

Auch hier huldigt Huber der Reduktion. Statt ausladender, schießbudenartiger Schlagwerksetups favorisiert er kleine und kleinste Besetzungen. Auch Fingercapriccio für zwei Schlagzeuger entspricht dieser instrumentalen Diät. Huber beschränkt sich hier auf zwei Bongopaare, die alles bieten, um eine Art hypnotische Sogwirkung zu erzeugen. Das Trio Barong bezieht sich auf das gleichnamige balinesische Tanzspiel, die „dunkelste und zugleich vertrauteste Gestalt der balinesischen Bühne“; „jede Aufführung ist voller unvorhersehbarer Risiken“.

Das Trompetensolo doux et scintillant bezieht sich auf die Welt der Quantenmechanik. Huber spricht von „Strings“, Töne, die über das ganze Stück hinweg mit anderen Tönen in einem Netzwerk agieren. Hier wird mit der latenten Mehrstimmigkeit einer einstimmigen Linie gespielt, mit der Idee von Reichweiten, Möglichkeiten des Aufscheinens und Verschwindens der Töne.

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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