Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 30.09. bis 06.10.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 40. Die Sender sind zurück. Es gibt wieder volles Programm.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

Folge 51 – Wie fange ich an? Was ist Kreativität? 

Irene Kurka spricht in diesem Podcast über ihre Erfahrungen, wie sie ihren Alltag strukturiert, wie sie ihre verschiedenen Tätigkeiten ausübt und wie es ihr gelingt mit etwas zu starten. Sie teilt mit Ihnen ihre Gedanken, wie sie auf verschiedene Arten kreativ ist und was es dazu braucht. Ferner ergänzt sie diese Folge mit Ideen aus dem Buch „Morgen fange ich an…warum nicht heute“ von Steven Pressfield. Der Lieblingssatz von ihr „Start before your ready“ kommt auch wieder vor. (17 Minuten) Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


30.09.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Philippe Manoury

Mit Margarete Zander. Er gilt als Wegbereiter und Forscher auf dem Gebiet der Musik mit Live-Elektronik. Trotz aller Systematik seiner Kompositionstechnik ist für ihn vor allem das Intuitive wichtig: „Die Komposition muss aus einer inneren Sehnsucht heraus geboren werden und erfordert kein Gepäck an Vorbedingungen.“

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Life is a Bee – Emily Dickinson vertont

Von Thomas Meyer. Die lange kaum bekannte Lyrik von Emily Dickinson wurde um 1950 erstmals prominent von Aaron Copland vertont. In den letzten Jahrzehnten jedoch erst ist sie zu einem Lieblingssujet der KomponistInnen geworden. Die Ausdrucksbreite ist enorm und reicht von John Adams bis Jürg Frey, von Judith Weir und Oliver Knussen bis Franck Bedrossian. Kurze Spottgedichte stehen dabei neben Lebensreflexionen, Ironisches neben Hochromantischem.


01.10.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Geister der Erfindung – Die amerikanische Westküste als Hochburg der experimentellen Instrumentenbauer

Von Golo Föllmer. Sie nennen sich Musiker und Instrumentendesigner: Wie bei Bart Hopkin, Tom Nunn und Sudhu Tewari aus Konstruktionsideen Musik entsteht.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Günter Bialas: „Lamento di Orlando“ (Wolfgang Brendel, Bariton; Philharmonischer Chor München; Münchner Philharmoniker: Sergiu Celibidache); Harald Genzmer: Quartett (Eduard Brunner, Klarinette; Ingolf Turban, Violine; Wen-Sinn Yang, Violoncello; Oliver Triendl, Klavier); Carl Orff: „Eliland – Ein Sang vom Chiemsee“, op. 12 (Michael Schopper, Bassbariton; Wolfgang Brunner, Klavier); Karl Amadeus Hartmann: Symphonie Nr. 7 (Bamberger Symphoniker: Ingo Metzmacher)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Legendär und immer aufregend neu: Die Birmingham Contemporary Music Group

Von Margarete Zander. Mehr als 150 Werke hat dieses Spezial-Ensemble für Neue Musik uraufgeführt und setzt aus der britischen Perspektive ganz eigene Schwerpunkte. Seit 2016 hat der Schlagzeuger und Festivalmacher Stephan Meier die künstlerische Leitung. Wir erinnern an Highlights der Vergangenheit und blicken in die Zukunft, die derzeit auch die litauische Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla mitgestaltet.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Luftnummer – das Akkordeon in der Neuen Musik

Als Schifferklavier gescholten, als Klavierersatz gebraucht, als Arme-Leute-Instrument verschrien. Akkordeon spielte oft, wer sich nichts Besseres leisten konnte, Seeleute und Arbeiter. Wer hätte ahnen können, dass heute ausgerechnet dieses Instrument für viele zeitgenössische KomponistInnen ein klangsinnliches Reservoir bilden würde. Verantwortlich für diese Umdeutung sind Interpreten wie Stefan Hussong, die ihre virtuose Handhabung des Akkordeons in den Dienst der zeitgenössischen Musik stellen. Ob Cage, Gubaidulina, Hölszky oder Berio – Hussong hat sie alle interpretiert und dabei das Ausdrucksspektrum seines Instruments geweitet. Tilman Urbach unterhält sich im Studio mit dem Akkordeonvirtuosen und lässt sich vor dem Mikrofon zeigen, wie sinnlich, farbenreich, immer aber überraschend der Klang des Akkordeons sein kann.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Onomatonien – Hörstück von Anne Munka, realisiert durch Die Soziale Gruppe

Mit: Anne Munka und Jan F. Kurth. Komposition und Realisation: Die Soziale Gruppe. (Produktion: SWR 2019)

Die Stimme als Werkzeug zum Entdecken, Aktivieren, Erinnern und Enthüllen. Das ausführende Duo, „Die Soziale Gruppe“ (Anne Munka und Jan F. Kurth), nutzt im Vokalzyklus für zwei Stimmen Sprache und Sprechen als klangliche Medien. Hier wird nichts vertont, vielmehr werden Lautausbildung und Artikulationsvorgänge direkt als musikalische Mittel verinnerlicht.

Jedes Stück des Zyklus’ ist durch die klangliche Besonderheit eines spezifischen Sprachausdrucks und dessen Lautbildung bestimmt. Die kammermusikalische anthropogene Intimität des Vokalduos wird von collagierten O-Ton-Intermezzi unterbrochen und neu etabliert. Je nach Betrachtungswinkel verändern sich so die Beziehungen der zwei Protagonisten zueinander, aber auch der Blick auf die musikalischen Kommunikationssysteme, welche sich entwickeln.


02.10.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Dieter Buwen: „Gewidmet dem, der verloren hat, was sich nie wiederfindet … nie“ (Ensemble Phorminx Darmstadt); Robert HP Platz: „Branenwelten 6“ (Neus Estarellas Calderón, Klavier; Augustin Muller, Klangregie; Lennart Scheuren, Assistenz); Walter Zimmermann: „Colla Voce“ (ensemble recherche); Herbert Hechtel: „Relazione per due“ (Dirk Keilhack, Vivienne Keilhack, Klavier; Bamberger Symphoniker: Georg Schmöhe)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Einfach nur rüber – Musik zum Mauerfall

Der Mauerfall von 1989 war auch eine musikalische Angelegenheit. „Die Mauer muss weg!“ skandierten rhythmisch präzise die Leipziger Montags-Demonstranten.

„Macht das Tor auf“, rief Willy Brandt, und Udo Lindenberg nuschelte „Wir woll’n doch einfach nur zusammen sein“. Als die Mauer fiel, bejubelte Leonard Bernstein das mit „Freiheit, schöner Götterfunken“ und die Scorpions orakelten vom „Wind Of Change“. Auch die Mauer selbst ist musikalisch verewigt. Der Komponist Aulis Sallinen beschreibt sie in seiner „Mauermusik“ mit gespenstischen Orchesterklängen.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Zum 75. Geburtstag von Ton Koopman

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: George Crumb und Claude Debussy mit Martin Klett

George Crumb: Makrokosmos Volume I / 12 Fantasiestücke nach dem Tierkreiszeichen für verstärktes Klavier | Claude Debussy: Préludes I (Auszüge) für Klavier

Der Pianist Martin Klett hat in einer neuen Studioaufnahme im Hans-Rosbaud-Studio des SWR den ersten Band des „Makokosmos“-Zyklus von George Crumb und den ersten Band der „Préludes“ von Claude Debussy mit einem bemerkenswerten und hochmusikalischen Interpretationsansatz eingespielt.


03.10.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Sinn, fällig“ – Konrad Boehmer – Komponist und unbestechlicher Kritiker

Von Florian Neuner. (Wdh. v. 18.06.2013). Er war ein kritischer Geist und Freund des offenen Wortes: Vor fünf Jahren starb der deutsch-niederländische Komponist Konrad Böhmer (1941-2014).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Heiner Grenzland: „RadioEtüden“ (Heiner Grenzland, Computer); Bernd Englbrecht: „The spider and the fly“; „Twinkle, twinkle“ (Renner Ensemble Regensburg: Bernd Englbrecht); Kurt Graunke: Symphonie Nr. 7 (Symphonie-Orchester Graunke München: Kurt Graunke); Rochus Gebhard: „O wie so schön und gut“ (Chor der Landesblindenanstalt München: Alfons Forstpointner)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Komponisten zwischen Genie und Wahnsinn

„Unvollkommenheit ist Schönheit, Wahnsinn ist Genialität und es ist besser absolut lächerlich als absolut langweilig zu sein“ … das fand auch Marilyn Monroe. Nicht jeder Wahnsinnige ist ein Genie, umgekehrt hält sich der Mythos vom „wahnsinnigen Genie“ spätestens seit Robert Schumann beharrlich („Mir träumte, ich wäre im Rhein versunken“), dessen gesamtes (Spät-)Werk von seinem tragischen Ende her beäugt wird. Ähnlich wie Van Gogh (der schielende Maler mit seiner makabren Geschichte vom abgeschnittenen Ohr) muss Schumann (der Musiker den man aus dem Rhein fischte) häufig als Paradebeispiel dafür herhalten, wie eng kreative geistige Höchstleistungen und ein seelischer Ausnahmezustand beieinander liegen. Dabei ist man der Genie-Wahnsinn-Debatte schon seit über 2000 Jahren auf der Spur: schon Aristoteles behauptete, dass es kein großes Genie ohne diesen Schuss Wahnsinn gibt. Fest steht, kreative geistige Höchstleistungen entspringen immer einem Geist der Grenzgebiete erkundet. Was wäre alle Kunst ohne das Leiden der Seele? In der Musikgeschichte wimmelt es nur so von Klischees rund um Musiker-typische „Psycho-Macken“ unterschiedlichster Ausprägungen. Der verrückt-komische Mozart z. B. „tickte nicht ganz richtig“ („Ihr Süßmayer Scheißdreck“), bei Beethoven hat der Wahnsinn eher giftig-geistreich-grantlerische Züge, bei Wagner ist ohnehin alles übersteigert und Wolf schrieb sein Werk im Rausch … Die Liste von Musiker-Klischees mit psychischen Störungen oder Spleens ist lang. Um diese Wahnsinns-Typen in ihrer schräg- makabren bis heiter-zarten musikalischen Zwischenwelt soll es in diesem KlassikPlus gehen. Eine Sendung von Maria Schemm

20:00 bis 22:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 8

Der Beitrag der Bremer Philharmoniker zum Musikfest Bremen im Jahr 2015 bestand aus einem einzigen Werk – aber aus was für einem! Unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Markus Poschner spielte das Orchester am 9. September im Großen Saal der Bremer Glocke die Sinfonie Nr. 8 c-moll von Anton Bruckner – ein Werk von rund 80 Minuten Länge. Das umjubelte Konzert gehörte sicher zu den Höhepunkten des Musikfests, und den Mitschnitt können Sie in dieser Sendung hören.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement

Peter Ruzicka: Hölderlin-Symphonie – NDR Chor / Deutsche Radio Philharmonie / Peter Ruzicka | Claude Vivier: Siddharta – Deutsche Radio Philharmonie / Christoph Poppen | Gerhard Stäbler: „… und in diesem Blau eine Ahnung von Grün … „ – Salome Kammer, Sopran / Markus Weiss, Saxophon / Mike Svoboda, Posaune / Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Peter Rundel

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Das Saxophon, Teil 2 von 2

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Wolfgang Mitterer: „Nine in One“ (Wolfgang Mitterer, Elektronik; Haydn Orchester von Bozen und Trient: Gustav Kuhn)

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Galina Ustwolskaja 100

Am Mikrofon: Stefan Fricke. Ihre Musik ist radikal und wuchtig. Die St. Petersburger Komponistin Galina Ustwolskaja (1919-2006) hat mit den 25 von ihr als gültig befundenen Werken ein einzigartig energetisches Klangerbe hinterlassen.


04.10.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: The Unknown – Von Matthew Herbert

Recherche: Clarisse Cossais. Mit RIAS Kammerchor und Rundfunkchor Berlin – Besetzung RIAS Kammerchor: Sopran: Anja Petersen, Gina Sarabinski, Mirabela Osuna Castillo; Alt: Sibylla Löbbert, Andrea Effmert, Franziska Markowitsch; Tenor: Minsub Hong, Christian Mücke, Volker Nietzke; Bass: Andrew Redmond, Johannes Schendel, Paul Mayr.

Besetzung Rundfunkchor Berlin: Sopran: Isabelle Voßkühler, Lotta Hultmark, Heike Peetz; Alt: Roksolana Chranjuk, Christina Seifert, Sibylle Juling; Tenor: Ulrich Löns, Robert Franke, Christoph Leonhardt; Bass: Axel Scheidig, Artem Nesterenko, Oliver Gawlik. Chorleitung: Sabine Wüsthoff. Choraufnahmen: Christian Fischer

Aufnahmeort: Kapelle der Versöhnung – Gedenkstätte Berliner Mauer. Produktion: Deutschlandradio Kultur / BR 2015. Länge: 30’07. (Wdh. v. 02.10.2015)

Am letzten Tag der deutschen Teilung sprachen die Menschen im Rundfunk über ihre Zukunft – hüben wie drüben. Der britische Electronica-Komponist Matthew Herbert verarbeitet historische Zitate zu einer Chorkomposition.

Die deutsche Teilung beginnt und endet im Äther. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Alliierten die Rundfunkhoheit in ihren jeweiligen Machtbereichen. Aber Radiowellen machen an keiner Grenze halt! Der britische Electronica-Produzent Matthew Herbert lässt mit ‚The Unknown’ den letzten Tag der Teilung im Radio Revue passieren. Sendungen vom 2. Oktober 1990 hüben und drüben bilden die Grundlage einer Chorkomposition für zwei zentrale Institutionen des deutsch-deutschen Musiklebens: den RIAS Kammerchor und den Rundfunkchor Berlin. Diese zu Zeiten der Teilung gegründeten Klangkörper sind heute unter dem Dach der ‚roc berlin’ vereint, die als Kulturholding vier Rundfunk Orchester und Chöre umfasst.

Matthew Herbert, geboren 1972 in Pembury, England, ist Musiker, Komponist und Produzent elektronischer Clubmusik. 2017 gründete er die „Brexit Big Band“ mit rund 1.000 Mitgliedern.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von fremden Ländern und Menschen – Musikstudierende im Erasmus-Programm

Von Maria Gnann. Die deutsche Sprache habe ihr geholfen, die Musik von Robert Schumann zu enträtseln, sagt Clara Védèche. Die französische Cellistin verbringt ein Auslandssemester in Leipzig, erforscht einige Monate ein anderes europäisches Land. Erasmus-Erfahrungen prägen junge Studierende nicht nur künstlerisch durch das Kennenlernen der verschiedenen Musik- und Ausbildungstraditionen, sondern fördern auch die Entwicklung eigenständiger Persönlichkeiten und schärfen den Blick auf die europäische Politik. Erasmus – das ist das weltgrößte Förderprogramm für Auslandsaufenthalte an Universitäten, das die EU 1987 ins Leben gerufen hat. Aufgrund der hohen Dichte an exzellenten Musikhochschulen ist Deutschland sehr beliebt bei Studierenden aus ganz Europa. Deutsche Musikstudierende wiederum bevorzugen Aufenthalte in England, Österreich und Frankreich, aber auch die skandinavischen Länder sind gefragt. Auf Stippvisite bei Erasmus-Studierenden in Leipzig, Wien, Budapest und Düsseldorf.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Ein geheimnisvoller Grund unserer Seele“ – Die Freundschaft von Marcel Proust und Reynaldo Hahn

Von Sabine Fringes. Im glanzvollen Salon der Madame Lemaire begegneten sich die beiden wahrscheinlich zum ersten Mal: der 19-jährige Reynaldo Hahn und der drei Jahre ältere Marcel Proust. Ihre leidenschaftliche Liebesbeziehung endet nach zwei Jahren, doch ihre Freundschaft hält ein Leben lang, bis zu Prousts Tod im Jahr 1922. Gemeinsam teilen sie die Liebe zur Musik, die für Marcel Proust einen besonderen Stellenwert unter den Künsten einnimmt: „Das Wesen der Musik besteht darin (…), in uns einen geheimnisvollen Grund unserer Seele wachzurufen, der dort beginnt, wo das Endliche und alle Künste, deren Gegenstand im Endlichen besteht, aufhören.“


05.10.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von fremden Ländern und Menschen

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musik der Zeit [1] Due Dimensioni

Johannes Boris Borowski: Eternity für Kammerorchester, Uraufführung | George Benjamin: Duet für Klavier und Kammerorchester | Bruno Maderna: Musica su due dimensioni für Flöte und Tonband | Matthias Krüger: Bellygoat Boom für Kammerorchester, Uraufführung – Florence Millet, Klavier; Michael Faust, Flöte; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Elena Schwarz.

Übertragung aus dem Kölner Funkhaus. Parallele Ausstrahlung in Dolby Digital 5.1 Surround-Sound

„Das Schlimmste auf der Welt ist Konsequenz“. Geschlossene Systeme waren dem Multitalent Bruno Maderna, dessen Werke 2019-20 im Fokus der Reihe Musik der Zeit stehen, mehr als suspekt: „Ich hasse es, konsequent zu sein, weil es tödlich ist.“

„Due Dimensioni“: Der Titel steht wie ein Motto für Madernas Musik, für Spannung, Widersprüchlichkeit und Gleichwertigkeit verschiedener Stile. Oder, wie in dem gleichnamigen Pionierwerk, für die Kombination von Flötenklängen mit elektroakustischem Material. Auch bei George Benjamin erproben Klavier und Orchester die Gleichberechtigung „wie mit den Zahnrädern einer Uhr. Wenn nur ein kleines Detail nicht stimmt, funktioniert nichts.“ In die Dimensionen der Gegenwart führen zwei junge Komponisten. Matthias Krüger und Johannes Boris Borowski, die beide im Auftrag des WDR neue Werke schreiben, sind in regem Austausch mit „Fremdmaterial“ aus der Vergangenheit.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Studios der Welt [49]: La Muse en circuit und GRM

Luc Ferrari: Hétérozygote / L’escalier des aveugles / Danses Organiques / Ouvert-Fermé | Gavin Bryars: A Man in a Room, Gambling No. 4 | Michel Redolfi: Walk Dog | David Jisse: Ouvre-moi vite la porte | Luc Ferrari / David Jisse: Toutes les musiques | Wilfried Wendling / Hélène Breschand: Imaginarium | François Sarhan: Wandering Rocks | Clara de Assis: Live at Bruits Blancs, 2016 | Marc Fell: Live at Présences électronique, 2014 | Lionel Marchetti / Xavier Garcia: Concert Présences électronique, 2014 | Else Marie Pade: Etude, 1962 | Jaap Vink: Granule | Peter Rehberg: 20150609 | Kassel Jaeger: Onden | Eliane Radigue: | Elemental II

Anschließend: Point of View [75]: Wilfried Wendling – Von Reinhold Friedl

Christian Zanési: Arkhéion | Wilfried Wendling: Arkhéion-Celan 01 | Merzbow: Klo Ken Phantasie | Luc Ferrari: Cycle des souvenirs | Heiner Goebbels: Ou Bien Le Débarquement Désastreux | Pierre Henry / Wilfried Wendling: Hamlet

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Heimkehr zu neuen Ufern – Péter Eötvös in Budapest

Der 1944 in Siebenbürgen geborene Ungar Péter Eötvös ist ein bedeutender europäischer Komponist, Dirigent und Pädagoge, der bis heute vielfältig im Westen Deutschlands wirkt. In jungen Jahren gehörte er hier etwa zum Ensemble von Karlheinz Stockhausen, später zählte er zu den Mitarbeitern des Studios für Elektronische Musik des WDR, noch später hatte er eine Professur an der Kölner Musikhochschule inne. 1991 gründete er das Internationale Eötvös-Institut und 2004 in Budapest die Eötvös-Stiftung für zeitgenössische Musik. Im Gespräch mit Egbert Hiller äußert sich Péter Eötvös über seine Rückkehr nach Ungarn, sein dortiges Wirken, über den musikalischen Nachwuchs und seinen Sehnsuchtsraum Transsilvanien.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik – Nicht-europäische Instrumente, Teil 2 von 2

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Rebellen vom Mittelmeer – Das Trio Monsieur Doumani aus Zypern

Monsieur Doumani ist ein Trio aus Nikosia, das zypriotische Folk-Traditionen mit Improvisationen verbindet. Dabei entdeckte Sänger Antonis Antoniou zuerst Jazz und erst später die eigenen Wurzeln. Es gibt berückenden Gesang bei den alten Liedern, aber auch bei neuen Songs über die Teilung Zyperns, korrupte Politiker und die Umweltzerstörung auf ihrer Insel. Das Trio verbindet rebellische Texte mit virtuoser Spielfreude auf Posaune, Tsouras und Gitarre. Die Zyprioten gewannen für ihr aktuelles Album „Anghatin“ den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und sind nominiert als beste Band bei den Songlines Awards in Großbritannien, im Oktober spielt das Trio auch auf der Womex im finnischen Tampere und kommt vorher nach Bayern. Eine Sendung von Grit Friedrich


06.10.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Nachtwache mit Ständchen – Rembrandt-Klänge

Er malte Portraits, Landschaften und biblische Szenen. Berühmt geworden ist er vor allem mit seiner „Nachtwache“.

Vor 350 Jahren starb der niederländische Maler Rembrandt van Rijn. Seitdem hat sein Werk immer wieder musikalische Schöpfungen hervorgerufen: von Sinfonien und Suiten bis zu Bildvertonungen und Opern. Die Rembrandt-Klänge zeigen eine große musikalische Farbpalette; nicht  abwechslungsreich als die Hell-Dunkel-Kontraste, für die Rembrandt bekannt war.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Ein romantischer Liederabend

Die englische Mezzosopranistin Catherine Wyn-Rogers und der Pianist Christopher Glynn stellten in der Kirche Lunsen Vertonungen nach Gedichten von Franz Rückert sowie englische und französische Lieder vor. Wir senden die Aufnahme vom 13. April 2008.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Hardcore: Improvisiertes, made in Swiss

Mit Ausschnitten unter anderem: Irene Schweizer / Pierre Favre: Ulrichsberg; Irene Schweizer, Klavier; Pierre Favre, Schlagzeug | Karl ein Karl: Nine to Nine; Peter K Frey, Kontrabass; Michel Seigner, Gitarre; Alfred Zimmerlin, Violoncello; Claudia Ulla Binder, Klavier; Matthes Seidl, Bratsche | Alfred Zimmerlin: Klarinettenquintett; Jürg Frey, Klarinette; Marianna Aeschbacher und Marlyse Capt, Violine; Susanna Hefti, Viola; Tobias Moster, Violoncello | Jacques Demierre / Urs Leimgruber / Barre Philips: Improvisationen; Jacques Demierre, Klavier; Urs Leimgruber, Saxofon; Barre Philips, Kontrabass | Jacques Demierre: No Alarming Interstice für Improvisationstrio und Orchester; Jacques Demierre, Klavier; Urs Leimgruber, Saxofon; Barre Philips, Kontrabass; Tonhalle-Orchester Zürich, Leitung: Sylvain Cambreling | Urban Mäder: Gesang der Engel; Franziska Baumann, Gesang; Marc Unternährer,Tuba; Beat Unternährer, Posaune; Markus Lauterburg und Christian Bucher, Perkussion; Ensemble ad hoc | Hildegard Kleeb / Roland Dahinden / Alexandre Babel: Lines; Hildegard Kleeb, Klavier; Roland Dahinden, Posaune; Alexandre Babel, Perkussion | Koch / Schütz / Studer: Hardcore Chambermusic; Hans Koch, Klarinette; Martin Schütz, Violoncello; Fredy Studer, Schlagzeug | Felix Profos: Get Out Of My Room; Steamboat Switzerland | Adesso: Improvisation; Walter Fähndrich, Bratsche; Hansjürgen Wäldele, Oboe; Peter K Frey, Kontrabass | Charlotte Hug: Son-Icon Music; Lucerne Festival Academy | Charlotte Hug / Lucas Niggli: Fulguratio; Charlotte Hug, Viola und Stimme; Lucas Niggli, Schlagzeug.

Seit den späten 1970er Jahren hat sich in der Schweiz eine ungemein rege Szene für frei improvisierte Musik gebildet. Dazu gibt es etliche Spiellokale in verschiedenen Städten; an den Musikhochschulen wird längst schon Freie Improvsation unterrichtet.

Zahlreiche Working Bands kamen zusammen, die sich nicht nur als Improvisations-, sondern auch als Kompositionskollektive verstehen, so Karl ein Karl oder Koch/Schütz/Studer. Einige sind als KomponistInnen, InterpretInnen und ImprovisatorInnen unterwegs und haben Elemente des einen Bereichs in die anderen integriert.

Wie bewegen sich diese MusikerInnen auf der Trennlinie von Komposition und Improvisation? Wie definieren sie die unterschiedlichen Spielhaltungen? Gibt es eine (historische) Entwicklung der Freien Improvisation? Und schließlich: Lässt sich ein spezifisch helvetischer Improvisierstil erkennen?

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Seele der amerikanischen Musik – Zum 150. Geburtstag des Priesters und Musikethnologen Komitas

„In Komitas’ Liedern fand das armenische Volk seine Seele, und erkannte seine spirituelle Natur wieder. Komitas Vartabet ist ein Anfang ohne Ende. Er wird durch das armenische Volk leben, und dieses muss durch ihn leben – jetzt und für alle Zeit.“ Was Katholikos Vazgen I. als damaliges Oberhaupt der armenischen Kirche äußerte, ist trotz des biblischen Tonfalls nicht übertrieben. Denn Komitas bewahrte in seinen Liedern und Hymnen das nationale Kulturgut seines Volkes vor Vernichtung und Vergessen. 1894 zum Priester der armenischen Kirche, zum Vartabet, geweiht, errang er sich bei seinen Auslandsreisen durch seine musikethnologische Sammlertätigkeit und kreative Bearbeitungskunst auf dem Gebiet der Folklore den Beinamen eines „armenischen Bartók“. Als im April 1915 der Völkermord an den Armeniern im osmanischen Reich begann, wurde auch Komitas verhaftet. Zwar kehrte er – aufgrund einer internationalen Intervention – zurück; doch hatten ihn die Erlebnisse während der Deportation geistig so schwer zerrüttet, dass er die letzten 16 Jahre seines Lebens in einer psychiatrischen Klinik verbrachte. So durchlitt Komitas exemplarisch das Schicksal seines Volkes, das nach Jahrhunderte langer Verfolgung in aller Welt verstreut lebt. Kein Wunder, dass sich viele Armenier mit ihm identifizieren und seine Lieder als Klang einer Heimat erleben, die für immer verloren ging. Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz

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