Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 16.09. bis 22.09.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 38. Die Sender sind zurück. Es gibt wieder volles Programm. In dieser Ausgabe erscheinen auch wieder Termine für Sendungen unseres österreichischen Rundfunks – Ö1. Dankenswerterweise bekommen wir nun monatlich eine Liste mit passenden Sendungen.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

Interview mit Frederik Göke über Musik Performance im öffentlichen Raum

Frederik Göke erzählt, wie er über das Schauspiel zur Regiarbeit gekommen ist und wie ihn sein Familienhaus geprägt hat. Er berichtet über die Herausforderungen von Musikaufführungen im öffentlichen Raum und die Erfahrungen mit Metropolitan 1 und 2. Frederik geht seine Regiearbeit offen und spontan an und kann sich gut in die Interpreten einfühlen. Auch verrät er, wofür er brennt und was es heißt authentisch seinen Beruf zu leben.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


16.09.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Geile Stellen – Vom Hören außerhalb der Zusammenhänge

Von Mara Genschel. Die geile Stelle in der Neuen Musik darf längst benannt werden. Loops und Samples sind seit Jahrzehnten Teil fetischisierender Praktiken in Komposition und Improvisation. Dessen ungeachtet pflegt der Konzertbetrieb nach wie vor die lange Dauer. Dem Bedürfnis nach der geilen Stelle ist meist nur mit Maß und Geduld beizukommen. Mara Genschel, Unterhaltungshörerin und somit Fan geiler Stellen in der Neuen Musik, spricht in gemütlicher Runde mit dem Komponisten Theodor W. Adorno, dem Experten John Oswald, der Bildungskonsumentin J. W. von Goethe sowie weiteren Überraschungsgästen über Vor- und Nachteile der musikalischen Atomisierungstendenzen des 21. Jahrhunderts.

23:03 bis 00:00 | Ö1
Meditationen über den Abschied – Salzburger Festspiele 2019. oenm spielt Gubaidulina und Dusapin

Sofia Gubaidulinas 1982 komponierte „Sieben Worte für Violoncello, Bajan und Streicher“ standen bei diesem Konzert im Rahmen der „Ouverture spirituelle“ der Salzburger Festspiele geistlichen Chorwerken von Pascal Dusapin gegenüber. Der französische Komponist – ihm war ein Schwerpunkt bei den Festspielen 2019 gewidmet – hat Ende der 1990er Jahre unter anderem Texte aus dem Officium defunctorum, dem Totenoffizium, vertont. Beide Komponisten setzen sich bei den hier aufgeführten Werken mit dem Tod Jesu am Kreuz und dem Sterben als existenziellem Übergang auseinander. Das Österreichische Ensemble für Neue Musik (oenm) spielte unter der Leitung von Laurence Equilbey, es sang der Choeur accentus. Clemens Hagen (Violoncello) und Stefan Hussong (Bajan) waren die Instrumentalsolisten. (Aufgenommen am 25. Juli 2019 in der Kollegienkirche Salzburg). Gestaltung: Philipp Weismann


17.09.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Wenig sagen, das aber klar und deutlich – Der englische Komponist Laurence Crane

Von Leonie Reineke. Laurence Crane skelettiert das musikalische Material der letzten 500 Jahre Musikgeschichte, bis eine radikal neue Sprache entsteht.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Tobias PM Schneid: „Amadé“ (Seraphin-Trio); Johannes X. Schachtner: „Natur/Ton/Tanz“ (Matthew Sadler, Trompete; Lukas Rüdisser, Horn; Henri Bonamy, Klavier); Minas Borboudakis: „Tautochronie“ (Andreas Skouras, Prodromos Symeonidis, Klavier; Mathias Lachenmayr, Carlos Vera Larrucea, Schlagzeug; Paolo Mariangeli, Live-Elektronik, Klangregie); Alexander Strauch: „Linie und Block“ (Quartetto Maurice); Klaus-Peter Werani: „small difference“ (Véronique Bastian, Klaus-Peter Werani, Viola), Markus Zahnhausen: „Klingende Zeit“ (Simon Pauly, Bariton; Markus Zahnhausen, Föte; Ryuichi Rainer Suzuki, Violoncello; Andreas Skouras, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Seltsame Klangräume – Das Klavierduo GrauSchumacher und Freunde

Enno Poppe: Feld (Deutsche Erstaufführung) | Bernd Alois Zimmermann: Monologe | Einohuhani Rautavaara: Angel of Dusk.

Aufzeichnung vom 14. Juni 2019 in der Elbphilharmonie Hamburg. Das „Spontane, Assoziative, Traum-, ja Trancehafte“ nutzte Bernd Alois Zimmermann in seinen „Monologen“. Und nicht nur hier stockte dem Publikum im Konzert manches Mal der Atem: sensationell, wie der Solo-Kontrabassist des NDR Elbphilharmonie Orchesters Michael Rieber mit virtuoser Leichtigkeit den Kontrabass zum Tanzen und Fliegen brachte.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: The Forest Within – Within the Forest – Von Islands Songs

Regie: Roman Neumann; Komposition: Islands Songs (Silvia Ploner & Nicolas Perret); Text: César Enrique Giraldo Herrera, Islands Songs; Mit: Anne Müller, Florens Schmidt; Mischung: Marc Parazon. Autorenproduktion für Deutschlandfunk Kultur 2019. Länge: 56’30 (Ursendung)

Ein kolumbianischer Biologe legt nahe, dass Schamanen in Südamerika nicht mit „Geistern“ und „Seelen“ kommunizieren, sondern mit mikrobiellen Ökosystemen. Daraus entwickelt das Duo Islands Songs eine fabulative Klangerzählung.

Mehr als 50 Prozent der menschlichen Körperzellen sind Mikroorganismen. Jüngste Forschungen zeigen: Die Zellen sind sozial und kommunizieren sogar. Und dennoch bleiben sie rätselhaft. Doch nicht für alle. Der kolumbianische Anthropologe und Biologe César Enrique Giraldo Herrera legt nahe, dass jene Wesen, mit denen Schamanen im Tiefland Südamerikas interagieren, weitaus mehr mit mikrobieller Ökologie gemein haben als mit den Begriffen Geister und Seelen, die von christlichen Missionaren während der Kolonialisierung eingeführt wurden. Gemeinsam mit Giraldo Herrara entwickelt das Duo Islands Songs eine fabulative Klangerzählung über den „inneren Wald“.

Islands Songs ist ein Künstlerduo aus Silvia Ploner, geboren 1982 in Innichen/Italien und Nicolas Perret, geboren 1978 in Nizza/Frankreich. Seit 2011 untersuchen sie unbekannte und mysteriöse Klangumgebungen und Klangphänomene. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur: „Nýey“ (2014).

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Fluxus-Musik als Neueste Musik, als Anti-Musik

Frischer als Cage sollten ihre Sachen sein und als die von Stockhausen, den sie mithin wüst attackierten, sowieso. Die Fluxisten, die erstmals 1962 bei den „Internationalen Festspielen Neuester Musik“ in Wiesbaden ihre neo-dadaistischen Klangkonzepte präsentierten, begriffen das gesamte Leben als Musik. Gerade im „Golden Age of Fluxus“ – so der Fluxus-Initiator George Maciunas über die ersten Jahre der losen Musiker-Künstler-Kooperative – kämpften die Akteure mit musikalischen Mitteln gegen die Normen der bürgerlichen Kultur, gegen ihren ästhetischen Staub. Die Fluxus-Leute, etwa Nam June Paik, George Brecht oder Ben Patterson, dekonstruierten und demolierten, was bis dahin als unantastbar galt im Gral der „Ernsten Musik“. So sollte Platz für Neues, Neuestes und Anderes entstehen, was auch (später) entstand. Doch das hat die Musikgeschichte lange großflächig vergessen. Eine Sendung von Stefan Fricke

23:03 bis 00:00 | Ö1
Schneeflocken auf der Spur – Klangspuren 2019. Judith Unterpertinger

Im Konzert „Face to Face“ – einem Abend mit elektroakustischer Musik – standen bei den Klangspuren Schwaz zwei aus Tirol stammende Künstlerinnen im Zentrum: Judith Unterpertinger (a.k.a JUUN) und Elisabeth Schimana. Beide sind Interpretinnen, Komponistinnen und Performancekünstlerinnen, beide wurden mit dem Hilde-Zach-Kompositionsstipendium ausgezeichnet. Und beide bringen im Rahmen dieses Konzertes eigene Werke zur Uraufführung. Elisabeth Schimanas „Monolith“ und Judith Unterpertingers „4 mg für drei Piano guts und Elektronik“. Piano guts sind das harfenähnliche Innenleben von Klavieren.

Das Konzert fand auf einem Podium mittig im Saal statt, das Publikum saß sich gegenüber. „4 mg“ steht für das Gewicht einer Schneeflocke. Unterpertinger war in diesem Stück Naturphänomenen auf die Spur. (Aufgenommen am 11. September 2019 im Silbersaal Schwaz). Gestaltung: Patrizia Jilg


18.09.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Willy Spilling: „Alt-Nürnberg“ (Nürnberger Symphoniker: Günter Neidlinger); Suite, op. 10 a (Paul Sanders, Klavier); „Psalmenkantate“, op. 43 (Lore Fischer, Alt; Elza van der Ven, Cembalo; Rudolf Zartner, Orgel; Nürnberger Singgemeinschaft; Nürnberger Symphoniker: Carl Gorvin); „Kleine Rokoko-Musik“, op. 28 b (Friedrike Sailer, Sopran; Rudolf Zartner, Cembalo; Kammerorchester des Fränkischen Landesorchesters: Erich Kloss); Edgar Bredow: „Simboli 1963“ (Nürnberger Gambencollegium); Franz Reizenstein: Präludium und Fuge Es-Dur (Helga Sengeleitner, Klavier); Richard Engelbrecht: Satz für Streichorchester (Orchester des Collegium Musicum Schloß Pommersfelden: Hiroshi Kodama)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Man(n) kommt nicht dran vorbei – Lockruf der Sirenen

Über ihr Aussehen herrscht Unklarheit: mal Vögel mit Menschenköpfen, mal männlich und bärtig, mal weiblich mit Flügeln – so werden die Sirenen beschrieben.

Klar hingegen ist, dass sie verdammt gut singen können! Elegisch und verführerisch klingen ihre Stimmen, einfach unwiderstehlich. Umso größer ist die Herausforderung, das Lied der Sirenen in der menschengemachten Musik nachzuschöpfen.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: International Rostrum of Composers 2019, Teil 1

Mit Andreas Göbel. Organisiert vom International Music Council und mit finanzieller Unterstützung der teilnehmenden Rundfunkanstalten findet in jedem Jahr das Internationale Rostrum of Composers statt. Ziel ist der Austausch von zeitgenössischer Musik. Ein Überblick über die Gewinnerwerke und über neueste Trends in der zeitgenössischen Musik. Teil 2 am 23. September.

21:36 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Love Songs

Werke von Harold Arlen, Randy Newman, John Legend u.a. The King’s Singers

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Encores und Kontraste

Roderik de Man: chordis canam für Cembalo und Zuspielband | John Palmer: Vision für Cembalo und Elektronik. Kristian Nyquist (Cembalo); Panos lliopoulos (Live-Elektronik). (Konzert vom 17. Mai in der Galerie „zeitraumexit“ in Mannheim).

Béla Bartók: Streichquartett Nr. 5. Armida Quartett [Martin Funda, Johanna Staemmler (Violine), Teresa Schwamm (Viola), Peter-Philipp Staemmler (Violoncello)] (Konzert vom 12. Mai im Herrenhaus in Edenkoben)

Auf dem Programm stehen Kontraste. Zum einen geht es um die Neuerfindung des altehrwürdigen Cembalos mit Hilfe der Elektronik im Mitschnitt eines Konzerts der Gesellschaft für Neue Musik Mannheim mit dem Cembalisten Kristian Nyquist. Zum anderen spielt das Armida-Quartett mit Béla Bartóks letztem Streichquartett im Herrenhaus in Edenkoben einen radikalen Klassiker der Moderne.

23:03 bis 00:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Nina Polaschegg


19.09.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Wittener Tage für neue Kammermusik

Rudolf Steiner Schule. Aufzeichnung vom 12.05.2019. Mikel Urquiza: „Alfabet“ auf einen Text von Inger Christensen (Uraufführung) | Sasha J. Blondeau: „Atlas I: In principio“ (Uraufführung) | Sara Glojnaric: „Artefacts #2“ (Uraufführung)

Sarah-Maria Sun, Sopran; Marco Blaauw, Trompete; Carl Rosman, Klarinette; Dirk Rothbrust, Schlagzeug

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Dieter Schnebel: „Ekstasis“ (Michael Hirsch, Sidonie von Krosigk, Nils Keller, Sprecher; Isolde Siebert, Sopran; Isao Nakamura, Schlagzeug; Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Lothar Zagrosek); Ferit Tüzün: „Anatolia“ (Müfide Özgüç, Sopran; Münchner Philharmoniker: Hikmet Simşek); Elke Tober-Vogt: Orchestersuite Nr. 2 (Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Hans Herbert Winkel: Concertino (Kurt Kalmus, Oboe; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Hans-Herbert Winkel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Musik für Kinder kinderleicht? – Gespräch mit der Liedermacherin Dorothée Kreusch-Jacob

Dorothée Kreusch-Jacob ist seit Jahrzehnten eine Koryphäe im Bereich frühkindlicher Musikpädagogik. Zahlreiche Lieder und Klangspiele für die Jüngsten hat die Pianistin bereits geschrieben, denn sie ist überzeugt: „Jedes Kind ist musikalisch“. Aber wie komponiert man eigentlich Musik speziell für Kinder? Gibt es Harmonien, Instrumente, Rhythmen, die besonders gut funktionieren? Und wie kommt man zu passenden Texten und Melodien? Antonia Morin hat Dorothée Kreusch-Jacob in ihrem Haus in Ottobrunn besucht. Im gemeinsamen Gespräch wird schnell klar: Das Erfinden, Gestalten und Aufführen von Musik für Kinder ist alles andere als „kinderleicht“.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
68. Internationaler ARD-Musikwettbewerb: Preisträgerkonzert mit dem Münchener Kammerorchester

Direktübertragung aus dem Prinzregententheater in München. (Übernahme vom Bayerischen Rundfunk)

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Triumph der Farben – Hörspiel von Oswald Egger

Mit: Brigitta Falkner, Franziska Fuchsl, Handl Klaus, Bodo Hell u. a. Regie: Iris Drögekamp. (Produktion: ORF/SWR 2019 – Ursendung)

Dichtung als Welterkenntnis gebietet Einhalt, gerade im Medienzeitalter, wider den abgenutzten Sprachgebrauch, und so ist sie nicht immer einfach zu verstehen, wenn sie radikal ihrem Anspruch folgt; schließlich soll Poesie vielleicht verschüttete oder neue Erfahrungen erschließen. Dichtung rettet die Welt nicht, aber sie ringt mit ihr. In Oswald Eggers „Triumph der Farben“ verschränken und vernetzen sich Alltagsbeschreibungen mit Nonsenssprüchen, Worterkundungen im spracharchäologischen Sinne mit dialektalen Wendungen sowie Wissenschafts- mit Kindersprache. Ihr aller Thema: Die Farben der Welt.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Münchner Komponistenszene

Henrik Ajax: „Nexus“ (Brigitte Helbig, Klavier); Atac Sezer: „Fragmente alla Turca“ (Klaus-Peter Werani, Viola); Minas Borboudakis: „Katharsis“ (Minas Borboudakis, Klavier, Tonband)

23:03 bis 00:00 | Ö1
Solo-Konzert von Elisabeth Schimana bei den Klangspuren – Klangspuren 2019. Monolith von Elisabeth Schimana

Eines der Solokonzerte der Klangspuren 2019 ist Elisabeth Schimana gewidmet. Die Hilde-Zach-Kompositionspreisträgerin 2018 lässt in „Monolith“ einen Lautsprecherturm mithilfe des von ihr bedienten Computers erbeben. Aus diesem anfänglichen Chaos werden sich im Laufe des Konzertes Dialoge herauskristallisieren. Elisabeth Schimana ist als Musikerin und Komponistin eine der österreichischen Pionierinnen der elektronischen Musik und seit den 1980er Jahren mit Projekten präsent, die sich durch einen radikalen Ansatz und eine ebensolche Ästhetik auszeichnen. Die Künstlerin hat Gesang, Komposition, Computermusik, Musikwissenschaft und Völkerkunde studiert und untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit Fragen des Raums und der Kommunikation.  Gestaltung: Patrizia Jilg – Tirol


20.09.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: The Forest Within – Within the Forest – Von Islands Songs

Regie: Roman Neumann. Komposition: Islands Songs (Silvia Ploner & Nicolas Perret). Text: César Enrique Giraldo Herrera, Islands Songs. Mit: Anne Müller, Florens Schmidt. Mischung: Marc Parazon. Autorenproduktion für Deutschlandfunk Kultur 2019. Länge: 57’52. (Wdh. v. 17.09.2019, 22.03 Uhr)

Ein kolumbianischer Biologe legt nahe, dass Schamanen in Südamerika nicht mit „Geistern“ und „Seelen“ kommunizieren, sondern mit mikrobiellen Ökosystemen. Daraus entwickelt das Duo Islands Songs eine fabulative Klangerzählung.

Mehr als 50 Prozent der menschlichen Körperzellen sind Mikroorganismen. Jüngste Forschungen zeigen: Die Zellen sind sozial und kommunizieren sogar. Und dennoch bleiben sie rätselhaft. Doch nicht für alle. Der kolumbianische Anthropologe und Biologe César Enrique Giraldo Herrera legt nahe, dass jene Wesen, mit denen Schamanen im Tiefland Südamerikas interagieren, weitaus mehr mit mikrobieller Ökologie gemein haben als mit den Begriffen Geister und Seelen, die von christlichen Missionaren während der Kolonialisierung eingeführt wurden. Gemeinsam mit Giraldo Herrara entwickelt das Duo Islands Songs eine fabulative Klangerzählung über den „inneren Wald“.

Islands Songs ist ein Künstlerduo aus Silvia Ploner, geboren 1982 in Innichen/Italien und Nicolas Perret, geboren 1978 in Nizza/Frankreich. Seit 2011 untersuchen sie unbekannte und mysteriöse Klangumgebungen und Klangphänomene. Zuletzt für DKultur: „Nýey“ (2014).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Stefan Poetzsch: „Mensch und Maschine“ (Stefan Poetzsch, Instrumente); Hubert Hoche: „X-Way“ (Carin Levine, Flöten; Marta Klimasara, Perkussion); Matthias Schmitt: „Ghanaia“ (Peter Sadlo and Friends); Takako Ono: „JIKU-Zeitachsen“, op. 25 (Hironaru Saito, Flöten; Masako Saito, Flöte; Takako Ono, Klavier); Heinrich J. Hartl: „Julias Tango“, op. 43 (Eckhard Kopetzki, Marimba); Siegfried Fink: Perkussionkonzert (Dmitriy Nedelev, Perkussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel „Maryam. Kein Nachruf für euch“ von Dietmar Dath

Mit Sophia Kennedy, Marina Galic, Paul Behren und Jens Harzer. Komposition: Sophia Kennedy. Regie: Henri Hüster. BR/NDR 2019. Ursendung. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Die Wirtschaftsjournalistin und Schriftstellerin Samira Weiss schreibt seit Jahren an einem Roman, in dessen Zentrum das Werk der iranischen Mathematikerin Maryam Mirzakhani steht. Mirzakhani war Professorin an der Stanford University und leistete zudem äußerst bemerkenswerte Beiträge zur Geometrie und zu dynamischen Systemen. Als erste Frau erhielt sie die begehrte Fields-Medaille, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für Mathematik. Im Alter von 40 Jahren starb Mirzakhani an den Folgen einer Krebserkrankung. Nun soll Samira für eine Zeitschrift einen Nachruf schreiben. Doch sie weigert sich. Nicht, weil sie nicht will, sondern weil sie nicht kann.

„Dieses Hördrama handelt von einer Liebe. Sie erschöpft sich weder in Sex, noch spinnt sie so, wie man das meint, wenn man das Wort „platonisch“ sagt. Das eine wie das andere ist okay, aber die Liebe in diesem Hördrama ist viel zu ernst für beides. Eine lebendige Dichterin liebt hier eine tote Mathematikerin. Die Mathematikerin heißt Maryam Mirzakhani, es hat sie bis vor kurzer Zeit wirklich gegeben. Die Dichterin heißt Samira Weiss, es gibt sie jetzt, weil Sophia Kennedy sie spricht und singt. Die Mathematikerin hat Dinge herausgefunden, die mit allem verflochten sind, sogar mit dem Anfang des Universums. Die Dichterin findet heraus, dass sie keinen Nachruf auf die Mathematikerin schreiben will, den Leute verstehen, die sich für die Wahrheit nicht interessieren. Die Mathematikerin hat so viel gemalt und gezeichnet, dass ihre Tochter dachte, die Mutter wäre Künstlerin. Solche Missverständnisse sind die Wahrheit. Wer diese Wahrheit nicht will, wird von dem Hördrama zerstört, ohne es zu merken.“ (Dietmar Dath)

„Sophia Kennedys Stimme vermag es, den mathematisch-philosophischen Gedanken Sinnlichkeit zu verleihen. Ihre Musik bedient sich beim Pop und hat dennoch etwas ganz anderes, freieres. Wenn Kennedy Samira spricht, scheint sie bei sich zu bleiben und öffnet sich dabei doch ganz dem Text von Dietmar Dath. Ein Stück über unser Leben und die (Un-)Möglichkeit von Freiheit.“ (Henri Hüster)

Dietmar Dath, geboren 1970, Journalist, Autor, Übersetzer. Werke unter anderem „Cordula killt Dich!“ (1995). Weitere BR-Hörspiele unter anderem „Die Abschaffung der Arten“ (2011), „Antilopenverlobung“ (mit Mareike Maage, 2013), „Largoschmerzen“ (2014).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Abendkleid im Küchengarten“ – Die Erfolgsgeschichte des Glyndebourne Festivals

Von Katalin Fischer. Es begann 1934: Oper im Küchengarten? Ein Opernhaus, mitten in der Pampa? Würde dieses Konzept aufgehen? Es ging auf. Das Haus wurde zweimal erweitert, zuerst von 300 auf 850, schließlich auf 1.200 Plätze, und die sind regelmäßig ausverkauft. Zum Opernfestival kam bald ein Tournee- und ein ausgedehntes Ausbildungsprogramm hinzu. Seit über 30 Jahren fördert das südenglische Herrenhaus mit dem weltberühmten Namen die Jugend auf vielerlei Art: Kompositionskurse, Gesangsworkshops, Ausbildungs- und Förderkonzepte für alle Altersgruppen zwischen neun und 30, musikalische Fortbildung für Lehrer, die in London unterrichten. Ein eigenes Programm kümmert sich um Jugendliche im Umfeld des Anwesens: ‚Glyndebourne Young Opera’ bietet Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung die Möglichkeit, an Opernworkshops und Weltklasse-Inszenierungen teilzunehmen. Ein Einblick in den musikalischen Kosmos von Glyndebourne und dessen erzieherische Arbeit.

23:03 bis 00:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe – Roland 808 – ein billiger Drumcomputer verändert die Popmusik

Im Jahr 1980 versucht die japanische Firma Roland, einen preisgünstigen Drumcomputer als Alternative zu dem damals sehr erfolgreichen „Linn LM-1“ zu etablieren. Ursprünglich für Alleinunterhalter und für billige Musikdemos konzipiert, ist dieser Schlagzeugcomputer ursprünglich ein kommerzieller Flop, weil die Klänge unnatürlich und robotisch sind. Dieser artifizielle Klang wird dann letztendlich der Grund für eine Erfolgsgeschichte, die mit Marvin Gaye´s „Sexual Healing“ beginnt und bis heute mit zumeist gesampelten Basstrommelklängen der 808 in der modernen Pop-, Dance und Rapmusik noch lange kein Ende gefunden hat. Gestaltung: Klaus Wienerroither


21.09.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – praxis [46]: Luc Ferrari – Presque rien no. 1

Luc Ferrari: | Hétérozygote / Presque rien no. 1 | Ludwig van Beethoven: 2. Satz aus der Sinfonie Nr. 6 | Und zahlreiche Originalaufnahmen für „Presque rien no. 1“ aus dem Archiv Brunhild Ferraris

Anschließend: Point of View [74]: François Bonnet – Von Reinhold Friedl

François Bayle: tremblement de terre très doux | Bernard Parmegiani: De Natura Sonorum | Eliane Radigue: Arthesis | Jean-Claude Risset: Sud | Jaap Vink: En dehors | Philipp Carson: Turmac | Luc Ferrari: Presque rien no. 2 | François Bonnet: Erosion

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: In Klängen wühlen – Das Berliner Vokal-Solistenensemble PHØNIX16

Am Mikrofon: Julia Kaiser. Die Gründung von PHØNIX16 im Jahre 2012 verhieß, eine konkrete Lücke zu schließen: Anliegen der 16 Ensemblemitglieder ist nämlich die Aufführung aktueller Musik für und mit Stimmen – in größerer Besetzung und Differenzierung. Im Fokus stehen neueste Arbeiten und schon vergessene Werke aus der Geschichte der Neuen Musik, für die es seit langem keinen adäquaten Klangkörper gab. Ein spezielles Interesse gilt dabei Kompositionen, die die Möglichkeiten der menschlichen Stimme ausweiten. Konkret produziert und kuratiert PHØNIX16 im silent green Kulturquartier in Berlin die Konzertreihe D.O.A. (Dead On Arrival). Dieses Podium versteht sich als Möglichkeit der „kritischen Auseinandersetzung mit untergehenden Gesellschaftskonzepten, ihren Bedrohungsszenarien und Tendenzen in der Musik, sich dem entgegenzuwerfen“.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner


22.09.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Showboat zum Broadway – Die Geschichte des Musicals

Das Musical entstand vor knapp 100 Jahren am Broadway, als man begann, Schauspiel und Musikrevue miteinander zu kombinieren. In den 40er Jahren entstand dafür der Begriff „Musical“.

Seither ist vieles möglich: von Shakespeare-ähnlichen Dramen („Westside Story“) bis Überkitsch („Miss Saigon“). Später entdeckten sogar die Rockmusik („Jesus Christ Superstar“) und die Hippie-Bewegung („Hair“) das Musical für sich. Die Geschichte des Musicals ist eine bunte musikalische Klangreise vom Broadway bis zum Berliner Grips-Theater.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
1869.2019: 150 Jahre Liederfest in Estland

Genau vor 150 Jahren fand in der estnischen Universitätsstadt Tartu, damals Dorpat, das erste große Sängerfest („Laulupidu“) statt, das als Ursprung eines sich verfestigenden Einheitsgefühls der Esten gilt. Aus diesem Anlass sendet Radio Bremen den Mitschnitt vom 20. Juni 2019 aus der Kirche St. Marien in Tartu, aufgezeichnet vom Klassikaraadio Estland.

22:08 bis 22:55 | Ö1
Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit – Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23:00 bis 00:00 | Ö1
phonoFEMME 2019

Das Festival phonoFEMME, konzipiert von den Künstlerinnen und Musikerinnen Mia Zabelka und Zahra Mani setzt sich heuer mit dem Thema Disembodied Spaces auseinander. phonoFEMME findet 2019 im Radiocafe und live on air in Ö1 Radiokunst – Kunstradio statt.

Disembodied Spaces deutet auf Körperlichkeit hin und hinterfragt tradierte Erwartungshaltungen an Kunst, die von Frauen geschaffen wird. Die experimentelle Performance-, Installations- und Medienkunst, die im Rahmen von phonoFemme entwickelt und präsentiert wird, setzt sich inhärent mit Raum auseinander. Die Entkörperung und neue Definition von Klang und Raum schafft neue, erweiterte Rahmen. Disembodiment setzt Körper voraus und stellt die Frage, wo die Grenzen zwischen physischer Existenz und klanglichen Resonanzen liegen, wie sie gestaltbar und manipulierbar sind, und was künstlerisch und angewandt-politisch stattfindet, wenn diese Prozesse in den Mittelpunkt gerückt werden. Individuelle Wahrnehmung ist die Voraussetzung für neue Kreativität, kollektive Wahrnehmung schafft soziale Räume, aus denen Änderungen wachsen. phonoFemme 2019 wächst aus live Performances am ersten Abend in den Radioraum hinein und strahlt akustisch am zweiten Abend die neuen Begegnungen in den Äther hinaus. Einzelne Interpretationen des entkörperlichten Raumes wachsen in einem kollaborativen Kunstradiostück zusammen. Dieses wird durch die Übertragung wiederum entkörpert und von Zuhörern und Zuhörerinnen in der Intimität ihres Radio-Hör-Raumes empfangen.

phonoFemme findet in Kooperation mit EMS Stockholm, ORF Radiokulturhaus und Ö1 Radiokunst-Kunstradio statt.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Synthetic Skin

Uli Fussenegger: Synthetic Skin, Eine elastische Kollision von akustischem Spiel und Tonbandmusik von Yves de May und Jérôme Noetinger; Yaron Deutsch, E-Gitarre; Gerald Preinfalk, Saxofon; Andreas Lindenbaum, Violoncello; Uli Fussenegger, Kontrabass

„Synthetic Skin“ von Uli Fussenegger vereint nicht nur Komposition mit Improvisation, sondern spielt auch mit dem Spannungsfeld zwischen eigenem und fremdem Material, zwischen Instrumentalmusik und elektronischen Klängen.

Fussenegger nennt sein Projekt, das der österreichische Kontrabassist, Komponist und Labelgründer 2018 in Witten vorstellte, im Untertitel „eine elastische Kollision von akustischem Spiel und Tonbandmusik“. Ausgangsmaterial bilden Tonbandstücke von Yves de Mey und Jérôme Noetinger. Sie werden zugespielt. Dazu ist live ein Quartett hören, bestehend aus E-Gitarre, Saxophon, Cello und Kontrabass. Was die Livemusiker spielen, ist manchmal auskomponiert, manchmal relativ frei.

Das zugrundeliegende Prinzip ist das der Häutung. Es ist offen, d.h. nach und nach können – und sollen – auch ganz andere, neue Tonbandstücke integriert werden, wozu auch der komponierte Teil sich ändern und das Stück entsprechend weiter wachsen würde.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Experimente mit Gegensätzen – Das Trio Nihaylard zwischen türkischen Wurzeln und europäischer Klassik

Ein Abend mit traditionellen Liedern in neuen Arrangements aus Aserbaidschan, Anatolien oder aus der Schwarzmeerregion. Moderation: Kathrin Hasselbeck. Aufnahme vom 19. April 2018 im Goethe-Institut München. Traditionelle türkische Musik und europäische Kammermusik zusammen zu bringen – das erscheint zunächst einmal wie die Quadratur des Kreises, denn die beiden Musikwelten sind von starken Gegensätzen geprägt: orientalische Einstimmigkeit trifft auf Polyphonie, feinziselierte Melodik auf eine reichhaltige Harmonik – und dann wäre da noch das mikrotonal-modale Tonsystem, das vom Dur/Moll-Dualismus europäischer Tonkunst denkbar weit entfernt ist. Das Trio Nihaylard experimentiert jedoch äußerst poetisch, berührend und phantasievoll mit genau dieser Gegensätzlichkeit und begreift sie als klangliche Bereicherung und kreative Herausforderung. Drei klassisch ausgebildete Individualisten – die Sängerin Nihan DevecioÄlu, die Pianistin Aylin Aykan und der Gitarrist Ardhi Engl – die es sich zum Ziel gesetzt haben, die authentische Kraft und Ursprünglichkeit der türkischen Quellen zu achten, ohne ihre eigene, ebenso starke Verwurzelung in der europäischen Klassik zu verleugnen.

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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