Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 12.08. bis 18.08.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 33: Fluxus-Künstler Ben Patterson, Hans G Helms im Gespräch mit Carolin Naujocks, Let’s do the Stumpfkonsonanz – Von Frieder Butzmann, „Hörspiel Hölle“ von Michael Lentz, 50 Jahre Kammermusikfestival Kuhmo, Die zeitgenössische Szene auf Malta, Die Musik der Kurden in Irak-Kurdistan, Die Musik der Kurden in der Türkei.

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Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

45 – Interview mit Farzia Fallah (Komponistin). Farzia Fallah erzählt Ihnen, warum für sie jede Arbeit mit Interpreten ein Geschenk und eine echte Begegnung ist. Komponieren ist für sie etwas Existentielles und deswegen macht sie es jeden Tag. Sie ermutigt andere Künstler immer dranzubleiben und ihrem Herzen und ihrer Vision zu folgen.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


12.08.2019


keine Sendung


13.08.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Papier & Zigaretten, Ameisen & Kontrabass – Der Fluxus-Künstler Ben Patterson (1934-2016)

Von Stefan Fricke. (Wdh. v. 03.06.2014). Ben Patterson wollte der erste Afroamerikaner in einem Profi-Orchester der USA werden – vergeblich. Nach einer Deutschland-Tournee 1961 blieb er hier, als Fluxist.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Enjott Schneider: „Höchsten Heiles Wunder“ (Münchener Bach-Orchester: Hansjörg Albrecht); Wilhelm Killmayer: Kammermusik (Ensemble Modern: Pablo Druker); Günter Bialas: „Ein Mensch und eine Fliege“ (Monika Brustmann, Sopran; András Adorján, Flöte); Konstantia Gourzi: „for four“, op. 59 (Slava Cernavca, Klarinette; Miltiades Papastamou, Violine; Konstantia Gourzi, Klavier; Sven Kacirek, Marimba); Moritz Eggert: „Morphing“ (Sofia Ahjoniemi, Akkordeon; Ensemble Schwerpunkt); Wilfried Hiller: „Gilgamesch“ (Simon Pauly, Bariton; Muriel Cantoreggi, Violine; Silke Avenhaus, Klavier; Marta Klimasara, Schlagzeug; Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „Sammelsurium – Musik für Blech und Tasten“

Die neue CD von Johannes X. Schachtner, eine Koproduktion des BR mit SOLO MUSICA


14.08.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Heinrich Hartl: „Wandlungen“, op. 115 (Mährischen Philharmonie Olomouc: Toshiyuki Shimada); Jürgen Schmitt: „Exequien für Mignon“ (Susanne Pfitschler-Schmitt, Sopran; Jürgen Schmitt, Klavier); Marcus Maria Reißenberger: „MEM 11“ (Ensemble Maderna); Viera Janárceková: „Musik für den Dom“ (Wen Xiao Zheng, Viola; Bamberger Symphoniker: Werner Pees)


15.08.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vor 20 Jahren – Kompositorische Strategien für eine Musik des 21. Jahrhunderts – Hans G Helms im Gespräch mit Carolin Naujocks

Werke von Charles Ives, Hector Berlioz, Giacomo Puccini, Gustav Mahler, José Luis de Delas und Hans G Helms

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Hans Loeper: Klarinettentrio (Gerd Starke, Klarinette; Fritz Ruf, Viola; Wolfgang Sawallisch, Klavier); Richard Dünser: „Canti notturni“ (Christoffer Sundqvist, Bassetthorn; Antti Tikkanen, Katharina Triendl, Violine; Lilli Maijala, Viola; Valentin Radutiu, Violoncello); Herbert Blendinger: Streichquartett Nr. 4 (ALEA-Quartett); Henrik Ajax: Streichsextett (Sonja Starke, Ágnes Pusker, Violine; Madeleine Przybyl, Benedikt Schneider, Viola; Sarah Wiederhold, Hendrik Blumenroth, Violoncello); Widmar Hader: „Lieder der Nacht“ (Thomas Lippert, Bariton; Rose Marie Zartner, Kavier)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Victor Bruns: Fünf Stücke für Fagott und Klavier, op. 40 (Achim von Lorne, Fagott; Barton Weber, Klavier); Lukas Foss: Symphonie Nr. 3 – „Symphony of Sorrows“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Werner Andreas Albert)


16.08.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Let’s do the Stumpfkonsonanz – Von Frieder Butzmann

Mit: Britta-Ann Flechsenhar, Daniel Mattar, dem Chor Judiths Krise, Olaf Oelstrom und dem Autor. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 49’13. (Wdh. v. 10.08.2018)

Ohne ihn gäbe es kein MP3 und keine Computerstimmen: Der Philosoph Carl Stumpf legte 1883 die Grundlagen der Psychoakustik. Nun stellt der Radiokünstler Frieder Butzmann die historischen Versuche Stumpfs mit seinen Mitteln nach.

In seiner Jugend las Frieder Butzmann die ‚Tonpsychologie’ von Carl Stumpf. Er war fasziniert, denn er lernte dabei die Zusammensetzung der Sprachlaute kennen. Da tauchte die Frage auf: Wie wird Musik? Forschend wühlt Butzmann sich 2018 durch die Täler und Höhen der gesungenen, gesprochenen, menschlichen, synthetischen, obertonarmen, obertonreichen Sprachlaute, um sodann im Tonspiel ‚Let’s do the Stumpfkonsonanz’ der sich wiederholenden und überlappenden Musik zu begegnen.

Frieder Butzmann, 1954 in Konstanz geboren, Komponist, Musiker, Autor und Vortragsreisender, Hörspielautor, Performancekünstler. Verdingt sich weltweit als ‚Crachmacheur’. Auftritte im Kreuzberger SO 36, Museum of Modern Art in New York, in Paris, Rotterdam, Kopenhagen. Seit den 1980er-Jahren zahlreiche Arbeiten für das Radio, z.B.: „Das Pfeifen im Walde“ (mit Thomas Kapielski, DLR Berlin 1997), „Das Spunkkrachlexikon“ (DLR Berlin 2001), „Alethes Soundbeams“ (Autorenproduktion für DKultur 2006), „juHrop – Klingonische Oper“ (DKultur 2009), „Burtts Family Combo“ (DKultur 2012) und verschiedene Wurfsendungsserien, z.B. „Exoplanet. Muster möglicher Welten“ (2016).

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel „Hörspiel Hölle“ von Michael Lentz

Mit Michael Lentz, Gunnar Geisse, Sophia Siebert und Uli Winters. Komposition: Gunnar Geisse. Sopran-, Alt- und Baritonsaxophon: Michael Lentz. Realisation: Michael Lentz. BR 2019. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Hörspiel Hölle ist das Protokoll eines Verhörs und ein Prozess, der kurz wäre, könnte man sich nur auf die richtige Beschreibung der Hölle einigen und müssten, weil man es nicht kann, nicht immer Teile des Prozesses wiederholt werden. Die Prozessbeteiligten sitzen inmitten der Bilder, die sie von der Hölle haben und deren Teil sie sind, als vom Sohn ins Hörspiel Hölle geholt und als Stimmen auf uns losgelassen. Der Sohn sagt: „Durch einen krötenbesetzten Torbogen schreitet eine unansehnliche Gestalt, mehr Tier als Mensch, mit rotglühenden Augen und einem vergitterten Hochofen mit glühenden Kohlen als Bauch, den ihr mit einem Reißverschluss versehenes schwarzes Gewand als dreieckiges Auge Gottes erscheinen lässt. Ihr Maul hat sie weit aufgerissen, es zeigt vier spitze Eckzähne vor dem feuerflammenden Schlund. Als Zeremonienmeister trägt sie eine vierfache Sense, mit der sie mir vierfach das Wort im Mund herumdrehen wird.“ Sie sagen: „Die Schuld des Delinquenten ist erwiesen durch den Umstand, dass der Prozess stattfindet. Eine Anhörung des Delinquenten ist nicht vorgesehen, er meldet sich trotzdem.“ Der Sohn ist verurteilt, soviel steht fest. Von wem? Vom Vater. Diesen Vater, der in seiner Freizeit Gott ist, lässt der Sohn im Äther verschwinden. Dort ist die Hölle. Und der Himmel ist in die Hölle gefahren. Also findet die Kreuzigung in der Hölle statt, im Bild der Kindheit, als Golgotha eine Muschel war, auf der das Kruzifix stand, beide aus grün phosphorizierendem Perlmutt. Dessen verblassendes Nachleuchten gab einen ersten Begriff vom Sterben. In der Dunkelkammer der Kindheit auf ewig die Kreuzigung zu vollziehen, so lautet die Strafe. Wie ist der Mann vom schulpsychologischen Dienst in das Hörspiel namens Hörspiel Hölle geraten? Er sagt: „Ihr Sohn ist ein Verschwörer. Er hat Sie verschwinden gemacht, gelöscht.“ Nach welchen Regeln funktioniert das Hörspiel Hölle? Wiederholung. Zerstörung. Und Wiederaufbau.

Michael Lentz, geb. 1964 in Düren, Autor, Musiker, Literaturwissenschaftler, Lautpoet. BR-Hörspiele u.a.: Die genaue Erinnerung (BR 2010), Hiddensea (2013), Diktate (2016). Hörspiel-Regie bei Uwe Dick: Sauwaldprosa (BR 2012), Herta Müller: Zeit ist ein spitzer Kreis (BR 2014)

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Nostalgische Klänge aus der Taiga – 50 Jahre Kammermusikfestival Kuhmo

Von Hildburg Heider. In der finnischen Taiga, mehr als 600 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Helsinki, gibt es Europas größtes Kammermusikfest: Weitab vom Getriebe einer Großstadt wurde es vor 50 Jahren in Kuhmo von dem Musikstudenten Seppo Kimanen gegründet. Aus improvisierten Sommerkonzerten hat sich ein internationales Festival entwickelt, das zahlreiche Nachahmer gefunden hat. Für zwei Juliwochen verwandelt sich der beschauliche Ort zum Treffpunkt von Musikfreunden aus aller Welt. Ungewöhnliche Spielorte, ein spannungsreiches Programm und vor allem die Künstler garantieren auch in diesem Jubiläumsjahr ein Musikerlebnis besonderer Art.


17.08.2019


22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Modern und maltesisch? – Die zeitgenössische Szene auf Malta

Von Magdalene Melchers. In der katholisch geprägten Inselrepublik wird heute viel komponiert: für Gottesdienste, für die Eröffnungsfeier des Kulturhauptstadtjahres 2018 oder für ein Festival zeitgenössischer Musik. Wie modern und maltesisch ist dies? Autorin Magdalene Melchers befragte drei Spezialisten danach.

Christopher Muscat ist Dirigent, Komponist und Domkapellmeister der Erzdiözese Malta. Elton Zarb komponierte Hits für den Eurovision Song Contest oder eine Chorsinfonie zum Auftakt des Kulturhauptstadtjahres. Ruben Zahra studierte am Mills College in Oakland (Kalifornien) Komposition und arbeitete anschließend als Soundtrackkomponist in Hollywood. Inzwischen ist Zahra Kulturunternehmer, Präsident des maltesischen Verbands für zeitgenössische Musik und künstlerischer Leiter des Malta International Arts Festival.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Leidenschaftliche Musik aus den zerklüfteten Bergen – Die Musik der Kurden in Irak-Kurdistan

„Es ist heiß, sehr heiß, 44°C im Schatten. Es ist mitten im Sommer in Kurdistan. Wir sitzen auf der Veranda von Delzars Haus. Zum Schutz gegen den starken heißen Wind aus den Bergen hat der Hausherr Teppiche und Tücher aufgehängt. Das schützt auch die Mikrofone unserer Aufnahmesession vor unerwünschten Geräuschen. Drumherum die Hügel der Qarachokh Bergkette. Wenig grün, nur hier und da relativ frisch angepflanzte Büsche und Bäume.“ So leitet der Autor Rolf Killius seine Sendung zur Musik der Kurden in der Autonomen Region Kurdistan ein. Er hat diese defacto unabhängige Region im Irak mehrmals besucht und viele traditionelle Musiker und Sänger in den Dörfern und kleinen Städten dieser Gegend getroffen. Die Musik wird von professionellen Musikern der Städte und unbekannten Liedermachern der Dörfer vorgetragen. Kurdische Klagelieder, lustige Tanzmusik, Milizengesänge und religiöse Musik wechseln sich ab. Eine Hochzeitsgruppe aus Gießen singt religiös angehauchte Lieder im heiligsten Schrein der Jesiden. Die Balaban-Dobeloboe und die Zarb-Topftrommel rufen in einer Bar zum Tanze auf. Versprochen, die Musik ist so leidenschaftlich wie die Liebe der Kurden zum Leben und der Kampf um ein besseres und selbstbestimmtes Leben.


18.08.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Die letzte Zugabe: Was von Gounod

Er hat Sinfonien geschrieben, große Opern und zahllose Sakralwerke. Aber am bekanntesten ist Charles Gounod wohl als Mann der geschmackvollen Petitessen, die im Konzertsaal immer wieder als Encores erklingen.

Sei es die Juwelenarie aus seiner Faust-Oper, seien es der Margareten-Walzer oder ein Trauermarsch für eine Marionette. Die Bearbeitung von Bachs C-Dur-Präludium als Ave Maria ist ohnehin ein Welthit. Und sogar die Nationalhymne des kleinsten Staates der Welt stammt von Gounod.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Lieder der Liebe, Sehnsucht und des Kampfes – Die Musik der Kurden in der Türkei

„Ich sitze in einem wackeligen Bus im ländlichen Südosten der Türkei, einem Kernland der Kurden. Wir sind nicht weit von der Grenze zum heutigen Syrien entfernt; dort sind heute die unabhängigen Kurdengebiete in der Region Rojava. Die Stereoanlage im Bus ist bis zum Anschlag aufgedreht; erst türkische populäre Dudelmusik und plötzlich das Stück Bahtiyar des Kurdisch-Türkischen Barden Ahmed Kaya. Die Gäste im Bus schrecken auf und sind positiv überrascht …“ So leitet der Autor Rolf Killius seine Sendung zur Musik der Kurden in der Türkei ein. Seine Suche nach kurdischer Musik hat den Autor in den Südosten der Türkei, nach London und ins hessische Gießen geführt. Er stellt die wohl bekanntesten kurdischen Barden Sivan Perwer und Ahmed Kaya vor. In London besucht er die junge kurdische Sängerin Olcay Bayir und in Gießen eine richtige kurdische Hochzeitsband. Die Musiker singen und spielen so unterschiedliche Musikinstrumente wie die Saz Laute, die Kamanche Fiedel, die Dahul Trommel und die Zurna Oboe. Musik, Musiker und Instrumente werden im Wechselspiel mit der tragischen Geschichte des kurdischen Volkes dargestellt und der Autor räsoniert: „Wahrscheinlich gibt es in keiner anderen Kultur der Welt einen so engen Zusammenhang zwischen Musik und Politik, zwischen Verfolgung und Widerstand. Aber ein wichtiger Bestandteil dieser kurdischen Musik ist auch der Wunsch nach einem besseren Leben, einem eigenen kurdischen Land und die Sehnsucht nach der Liebenden. So wird das Singen in kurdischer Sprache selbst, gewollt oder ungewollt, zu einem politischen Statement.“

Author profile

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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