Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 17.06. bis 23.06.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 25: Irene Kurkas Podcast: Die steile Lernkurve von Musikern | Das ensemble unitedberlin | Luigi Nonos „Prometeo“ | Konzepte einer „akustischen“ Elektronik | Galina Ustwolskaja | Hermann Meier | Jacques Offenbach | Wittener Tage für neue Kammermusik 2019 | Michael Quell gespielt vom Ensemble Aventure | ENIAC girls | Robin Hoffmann | Younghi Pagh-Paan und Isang Yun beim Forum neuer Musik 2019 | Vom Aussterben bedroht – Die Zeitschriften der Gegenwartsmusik |

Werbung


Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

39 – Die steile Lernkurve von Musikern

Lernturbo“ Musiker – sich zeigen als Musiker, Komponist und Künstler. Musiker lernen so viel in kürzester Zeit, um mit ihrer Musik, Emotionen und Menschlichkeit in der Öffentlichkeit zu bestehen. Musiker stellen sich immer wieder auf neue Menschen, Länder und Konzertorte ein. Sie stellen sich den Herausforderungen des Reisens. Irene Kurka träumt von einer „Gepäck-Cloud“. Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


17.06.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Das ensemble unitedberlin

Mit Andreas Göbel. Gegründet wurde das ensemble unitedberlin vor drei Jahrzehnten in Wendezeiten und hat daher auch seinen Namen erhalten. Seitdem sorgen die Musikerinnen und Musiker, inzwischen unter der Leitung ihres Artistic Advisor Vladimir Jurowski, für originelle Programme in Sachen zeitgenössische Musik und sind seit einigen Jahren Ensemble in Residence im Konzerthaus Berlin.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: 70/80 Ritual Musik Theater (3/5): Luigi Nonos „Prometeo“

Von Rainer Nonnenmann. Die zu Ende gehenden 1970er-Jahre: die Technokratie der Musik durch die serielle Methode in der Sackgasse, die utopischen Hoffnungen der elektronischen Musik unerfüllt, der Zufall zur postmodernen Beliebigkeit verfallend. Aus diesem Dilemma suchen so unterschiedliche Komponisten wie Wolfgang Rihm, Olivier Messiaen, Luigi Nono, Harrison Birtwistle und Per Nørgård einen Ausweg. Völlig unabhängig voneinander suchen sie zeitgleich die musikalische Authentizität in der Verbindung von Ritual, Musik und Theater. Es ist der unterbewusste Link höchst unterschiedlicher Konzeptionen, die alle Ausdruck einer musikalischen Zeitenwende sind. (Teil 4, Montag, 24. Juni, 23.03 Uhr)


18.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Jenseits des Lautsprechers – Konzepte einer „akustischen“ Elektronik

Von Hubert Steins. Kompositorische Vorgehensweisen, bei denen die elektronische Klangproduktion mit den Resonanzeigenschaften realer Körper verschränkt wird.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Wilfried Hiller: „Chagall-Zyklus I“ (Giora Feidman, Klarinette; Philharmonisches Kammerorchester München: Michael Helmrath); Peter Kiesewetter: „Sonata rappresentativa“ (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Peter Jona Korn: Symphonie Nr. 1, op. 3 (Bamberger Symphoniker: Rudolf Alberth); Ulrich Stranz: „Coniunctio“ (Yaara Tal, Andreas Groethuysen, Klavier); Paul Engel: „Widerhall“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Arturo Tamayo)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Herz und Seele und alles, was ich habe – Zum 100. Geburtstag von Galina Ustwolskaja

Von Margarete Zander. Religiös sein kann man auch ohne Religion, erklärte Galina Ustwolskaja (17.06.1919 – 22.12.2006 St. Petersburg). Erst gegen Ende ihres Lebens haben exzellente Musiker und Dirigenten ihre mit gewaltigen Urkräften geladene Musik im Sinne der kompromisslosen Komponistin auf die Bühne gebracht. Anlässlich eines Festivals von Reinbert de Leeuw in den Niederlanden 2005 wurde Galina Ustwolskaja gefragt: „Bitten Sie immer noch Gott um Hilfe?“ – „Ja!“, antwortete sie. Und: „Fühlen Sie sich immer noch einsam?“ – „Ja.“

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Der Schweizer Komponist Hermann Meier – Eine Entdeckung aus dem Schwarzbubenland

Als Dorfschullehrer verbrachte Hermann Meier den Großteil seines Lebens abgeschieden im Schweizer Jura. Versuche, an die Szene des zeitgenössischen Musiklebens anzudocken, scheiterten mehr oder weniger. Erst in den letzten Jahren entdecken MusikerInnen und MusikwissenschaftlerInnen den musikalischen Schatz, den der eigenständig an Fragen neuen Komponierens arbeitende Komponist hinterlassen hat. Eine Sendung von Nina Polaschegg


19.06.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Georg Haider: „Mein Haus war schon zur Ruh’ gekommen“ (Ensemble Maderna); Bernhard Weidner: „dunkellied“ (Harald Lillmeyer, Wolfgang Ostermeier, Gitarre); Ulrich Schultheiß: Drei Intermezzi (Raimund Trenkler, Violoncello; Hee-Young Song, Klavier); Stefan Poetzsch: Quintett (Konstanze Beyer, Violine; Stefan Poetzsch, Viola; Ha-Yang Kim, Violoncello; Jürgen Brauner, Klavier; Nathan Davis, Perkussion); Tobias Klaus Giesen: „Abfuhr“ (Akiko Tanaka, Violine; Tobias Giesen, Midi-Programmierung; Jürgen Rummel, Technische Realisierung); Jürgen Schmitt: „Vil Sturm & linde Zeit“ (Toscana Ensemble für Neue Musik); Viera Janárceková: „Die vier apokalyptischen Reiter“ (Yuka Ishimaru, Orgel); Klaus Hinrich Stahmer: „… und hätte der Liebe nicht …“ (Carola Schlüter, Sopran; Antje Langkafel, Flöte; Detlef Dörner, Orgel; Achim Hauser, Schlagzeug; Kammerchor der Musikhochschule Lübeck: Hans Gebhard)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mehr als nur Theater – Die Musik von Jacques Offenbach

Er war der produktivste und erfolgreichste Operettenkomponist des 19. Jahrhunderts. Doch Jacques Offenbach konnte auch anders.

Als meisterhafter Cellist schrieb er Konzerte und Suiten für sein Instrument. Außerdem verfasste er Ouvertüren, Ballette, Kantaten und jede Menge Klaviermusik. Zum 200. Geburtstag des Komponisten unternehmen „Kaisers Klänge“ eine Reise durch den Offenbach’schen Musikkosmos jenseits der Theaterbretter.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Hymnen und Gebete

Werke von Georgi Swiridow, Vytautas Barkauskas, Arvo Pärt und Eriks Esenvalds. NDR Chor / Ltg.: Sigvards KÄava. Aufzeichnung vom 24. Februar 2019 in der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Wittener Tage für neue Kammermusik 2019

Mit Andreas Göbel. In diesem Jahr stand das Festival ganz im Zeichen der Musik des tschechischen Komponisten Ondrej Adámek. Weitere Programmpunkte beschäftigten sich mit künstlichen Ordnungen, Spiel-Stationen oder einer interaktiven Installation für motorisiertes Klavier.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Michael Quell gespielt vom Ensemble Aventure

Michael Quell: „Meister Eckhart und Suhrawardi – der Klang der Schwinge des Gabriel: hikmat al ishraq“ (2017) für 4 mikrotonale Gitarren und Klavier | „Staubaggregation“ (2017) für Flöte, Kontrabass und Klavier | „Dark Matter“ (2011) für Oboe, Klarinette und Fagott | „String II – Graviton“ (2015/16) für Ensemble

Neue Studioaufnahmen von Werken des Komponisten Michael Quell aus dem Hans-Rosbaud-Studio in Baden-Baden.


20.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: 20. Biennale Aktueller Musik – Sendesaal Bremen. Aufzeichnung vom 22.09.2018

Leif Elggren: „Tin-can Crowns“ für Blechdosen und Elektronik, Leif Elggren, Blechdosen, Elektronik | Michael Vorfeld: „Glühlampenmusik“, Statement, Solist: Michael Vorfeld | Lê Quan Ninh: „With respect to the surrounding ‘silence 4’“ für Schlagzeug, Lê Quan Ninh, Schlagzeug

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Gerhard Dorda: Zwei Stücke (Veronika Dorda-Kirschner, Klavier); Georg Emmerz: „Das Wartburg-Rosenwunder“ (Karin Hautermann, Sopran; Claude-France Journès, Klavier); Friedemann Graef: Rondo (Berliner Saxophon Quartett); Robert Maximilian Helmschrott: „Luther weiterdenken“ (Siri Thornhill, Mira Graczyk, Anna Karmasin, Sophia Körber, Sopran; Theresa Holzhauser, Florence Losseau, Alt; Markus Schäfer, Robert Sellier, Tenor; Andreas Mattesberger, Niklas Mallmann, Bass; GiedrÄ SiaulytÄ, Harfe; Stefan Blum, Schlagwerk, Pauken; Simon-Mayr-Chor; Concerto de Bassus: Franz Hauk); Russell Smith: Sonate (Alfons Kontarsky, Klavier)

15:04 bis 16:00 | WDR 3
WDR 3 Musikporträt: Genie der Heiterkeit – Jacques Offenbach zum 200. Geburtstag

Vor 200 Jahren wurde Jacob Offenbach am Großen Griechenmarkt No. 1 in Köln geboren, um die Welt mit Musik zu erfüllen, die überreich aus ihm heraussprudelte. Vor allem der Cancan aus Orpheus in der Unterwelt und die Barcarole erlangten Unsterblichkeit. Der WDR fühlt sich dem Kölner Kind, das als Pariser Idol Karriere machte und die Operngeschichte des 19. Jahrhunderts mitschrieb, in besonderer Weise verpflichtet. In Rufweite zum Großen Griechenmarkt und zum Opernhaus, wo die bescheidene Synagoge des Vaters Isaac Offenbach stand, hat die Rundfunkanstalt über Jahrzehnte Jacobs – Jacques’ -Werke produziert, die großen wie Die Banditen und Die Großherzogin von Gerolstein, die kleinen Einakter wie Die Rose von Saint-Flour, hat den bekannten Werken und den unbekannten wie dem Bad Emser Coscoletto Lorbeeren gewunden. Das Musikporträt am Geburtstag selbst, am 20. Juni 2019, begibt sich auf die Spuren eines der größten Söhne der Domstadt.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Henri Pousseur: Madrigal I (Eduard Brunner, Klarinette); „Couleurs croisées“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: David Robertson); „Exercises“, Impromptu und Variation (Ernst Gröschel, Klavier); „Zeus joueur de flûtes“ (Roberto Fabbriciani, Flöte; Alvise Vidolin, Elektronik)


21.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: ENIAC girls – Von Udo Moll

Mit: Michaela Ehinger, Sarah Krasnow, Matthias Scheuring. Rie Watanabe, Perkussion; Audrey Chen, Stimme; Etienne Nillesen, Snare Drum; Florian Ross, elektrische Orgel; Dirk Rothbrust, Perkussion; Konzept, Komposition, Synthesizer und Elektronik: Udo Moll; Ton: Eva Pöpplein; Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 50’34. (Wdh. v. 01.06.2018)

Um 1945 trugen Computernerds lange Röcke und modische Frisuren: ein Hörstück über die Programmiererinnen des ersten vollelektronischen Rechners.

Sechs Mathematikerinnen programmierten ab 1945 in Philadelphia den ersten vollelektronischen Computer der Welt. Der ‚ENIAC’ war 167 Quadratmeter groß, tonnenschwer und fehleranfällig. Für die Programmierung gab es keine Grundlagen – Techniken und Methoden wurden von den ‚ENIAC girls’ erarbeitet. Und doch dauerte es über 50 Jahre, bis die wegbereitende Arbeit der sechs Programmiererinnen als solche erkannt und gewürdigt wurde. Mit Field Recordings, Interviews und einem Ensemble aus Perkussion, Hammondorgel, Stimme und Analogsynthesizern erzählt der Komponist Udo Moll eine beinahe vergessene Geschichte.

Ganz aktuell wurde „ENIAC girls“ im Rahmen des internationalen Festivals Prix Marulic „Old texts revisited“ 2019 im kroatischen Hval mit dem Special Achievement Award ausgezeichnet!

Udo Moll, geboren 1966 in Kirchheim unter Teck, ist Trompeter und Komponist. 2014 Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis, 2016 Kompositionsstipendium der Villa Aurora (Pacific Palisades/USA). Seit 2016 arbeitet er verstärkt mit analogen Modularsynthesizern.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach (VI)

Der Orpheus vom Rhein Oder: Wie Jacques Offenbach die Operette erfand. Von Dagmar Penzlin. Wie wenige andere Komponisten wusste Jacques Offenbach, mit Klängen und Rhythmen, mit Wiederholungen und Motiv-Spielereien mitzureißen und zu spotten. Ob Einakter oder abendfüllendes Stück – seine Operetten bürsteten das damalige Musiktheater gegen den Strich beziehungsweise erfanden das Genre neu. Zugleich spiegelte sich das Zweite Kaiserreich Frankreichs in Offenbachs Werken wider – nicht selten mit satirischen Zügen. Ob „Orpheus in der Unterwelt“, „Die schöne Helena“ oder „Die Großherzogin von Gérolstein“ – Jacques Offenbach und seine Textdichter spießten in diesen und anderen Operetten menschliche, allzumenschliche Abgründe und Schwächen auf. Jacques Offenbachs Karriere als Musikdramatiker lief erst schleppend an. Der gebürtige Kölner, Sohn eines jüdischen Kantors, musste sich im Pariser Musikleben seinen Platz erkämpfen: vom Cello-Studenten, später Cello-Virtuosen hin zum erfolgreichen Intendanten und gefragten Musikdramatiker. Der Liebhaber von schönen Frauen, Glücksspiel und Zigarren arbeitete wie besessen. Noch auf seinem Sterbebett beschäftigte den Workaholic sein letztes Werk, die Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Was fasziniert uns heute, im Jahr seines 200. Geburtstags, an Offenbachs Werk? Auch ein genauerer Blick auf seine Cello-Kompositionen lohnt.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Die Quellen sprechen – Teil 13

Die Quellen sprechen. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Eine dokumentarische Höredition – Teil 13: Slowakei, Rumänien und Bulgarien

Bearbeitet von Mariana Hausleitner, Souzana Hazan und Barbara Hutzelmann; Manuskript: Kirsten Böttcher; Regie: Ulrich Lampen; BR in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte/Edition „Judenverfolgung 1933-1945“, 2019. Ursendung. www.die-quellen-sprechen.de. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Die Slowakei und Rumänien wurden 1940 Verbündete der Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan, 1941 trat Bulgarien dem Pakt bei. In allen drei Ländern herrschten autoritäre Regime, die mit der nationalsozialistischen Judenpolitik sympathisierten, bereits vor Kriegsausbruch selbst antisemitische Gesetze erließen und schließlich auch bei der Ermordung der Juden mit der deutschen Regierung kooperierten. Die Regierungen aller drei Länder waren bereit, die Minderheiten und insbesondere die Juden preiszugeben, um eigene politische und territoriale Interessen durchzusetzen: Die Slowakei und Bulgarien lieferten Juden an die Deutschen aus und ließen sie in die Vernichtungslager deportieren; die rumänische Führung verfolgte in den annektierten und besetzten Gebieten eine eigene Politik, der Hunderttausende Juden zum Opfer fielen.

Rumänien, Bulgarien und die Slowakei sahen sich vor die Frage gestellt, ob und inwieweit sie die eigene antijüdische Diskriminierung am deutschen Vorgehen ausrichten, die deutschen Maßnahmen unterstützen oder gar übernehmen wollten. Die Praxis und die Dynamik der Judenpolitik unterschieden sich in den drei Ländern erheblich. Die Regierungen nahmen Handlungsspielraume wahr und agierten mittels Hinhaltemanövern bisweilen auch gegen deutsche Forderungen, wenn sie darin Nachteile sahen. Deutsche Judenberater und Diplomaten drängten jedoch unablässig darauf, die antisemitischen Maßnahmen zu verschärfen, die jüdische Bevölkerung an Deutschland auszuliefern sowie Juden die Flucht in sichere Staaten wie die Türkei zu verwehren.

Teil 13 der Höredition zeichnet die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der Juden in der Slowakei, Rumänien und Bulgarien seit den späten 1930er Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nach. Die Dokumente von Opfern, Tätern und Beobachtern belegen die diversen Manöver der Regierungen in Bratislava, Sofia und Bukarest, eine eigenständige Politik der Entrechtung der jüdischen Bevölkerung zu gestalten und zeigen gleichzeitig die jeweiligen Handlungsspielräume auf. In den drei hier dokumentierten Ländern fielen etwa 450.000 Juden der Vernichtungspolitik zum Opfer.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand

MieczysIaw Weinberg: Fantasie für Violoncello und Orchester op. 52 | Vladimir Kobekin: „Bacchants“ für Violoncello und Orchester. Anastasia Kobekina, Violoncello; Berner Symphonieorchester; Leitung: Kevin John Edusei


22.06.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach – Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: praxis [45]: Robin Hoffmann

Robin Hoffmann: Waidmanns Ruf und Widerhall, elektroakustische Musik aus Klängen von Vogelpfeifen und Wildlockern, ergänzt durch Texte von Ludwig Tieck, Ferdinand Maximilian Klinger sowie Passagen aus dem Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens | Robin Hoffmann: Schlundharfe, elektroakustische Musik aus Klängen von 25 chromatisch gestimmten Maultrommeln, ergänzt durch Atem-, Mund- und Rachenlaute

ab 23:00 Uhr: point of view [73]: Robin Hoffmann

Tobias Hagedorn: Standpunkte | Rolf Riehm: Machandelboom | nEGAPADRÉS.3.3.: Convincing People | Joanna Bailie: Artificial Environment No. 1 | Iannis Xenakis: Stratégie | Graciela Paraskevaídis: Huauqui | Diamanda Galás: The Litanies of Satan

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Zwischen Ost und West – Younghi Pagh-Paan und Isang Yun beim Forum neuer Musik 2019

Isang Yun: Tuyaux sonores | Younghi Pagh-Paan: Ta-Ryong IV für Schlagzeug, Bleibt in mir und ich in euch für Schlagzeug und Orgel. Dominik Susteck, Orgel; Michael Pattmann, Schlagwerk. Aufnahme vom 6.4.2019 im Rahmen des Forums neuer Musik 2019 in der Kirche Sankt Peter, Köln. Am Mikrofon: Hanno Ehrler

Isang Yun (1917-1995) und Younghi Pagh-Paan (*1945) kamen zu ihrer Zeit jeweils aus Korea nach Deutschland, um hier ihr Studium fortzusetzen. Beide waren in der ostasiatischen Musiktradition verwurzelt, als sie im Westen der Avantgardemusik begegneten. Beide blieben, etablierten sich im deutschen Neue-Musik-Betrieb und reiften zu bedeutenden Lehrerpersönlichkeiten sowie zu Wegbereitern kompositorischer Diversität. Ein Projekt des Forums neuer Musik 2019 in der Kirche Sankt Peter zeigte jüngst auf, wie östliches und westliches Musizieren für beide Urheber wichtige Ressourcen fürs eigene Komponieren darstellen.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik, Die Stimme, Teil 2 von 4 – Von Julia Mihály

17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Und singt ein Lied dabei – Die Musik der Loreley

Sie sitzt auf einem Felsen und stürzt mit ihrem Gesang die Rheinfahrer ins Verderben. So erzählt es Heine in seinem bekannten Gedicht. Spätestens seit Friedrich Silchers Vertonung hat sich die Männer mordende Loreley auch zum musikalischen Dauerbrenner entwickelt. Sie wurde zur Opernheroine und zum Musical-Star, sie trällerte sich durch Operetten und Schlagerschmonzetten. Mit all dieser Musik im Gepäck wagen „Kaisers Klänge“ heute die gefährliche Fahrt zum Rheinfelsen.


23.06.2019


22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Vom Aussterben bedroht – Die Zeitschriften der Gegenwartsmusik

Von Leonie Reineke. Reflexionen, Assoziationen und Diskussionen zur Gegenwartsmusik manifestieren und bündeln sich in Konzertpausen, an Musikhochschulen, bei Festivals oder in der Kneipe. Aber hier verbleiben sie meist in kleinen und vielfach abgeriegelten Kreisen. Die Musikzeitschrift dagegen ist ein öffentliches, ortsneutrales und flüchtiges Medium. Als frei zugängliches Interpretations- und Diskursforum erfüllt sie ein demokratisches Moment. Aber was ist dieses Alleinstellungsmerkmal in Zeiten alternativer Formate im Internet noch wert? Viele Zeitschriften kämpfen aktuell mit finanziellen Schwierigkeiten, sinkenden Abonnentenzahlen und schwindender Aufmerksamkeit. Dass 2018 gleich zwei Traditionszeitschriften für Gegenwartsmusik in Österreich und der Schweiz eingestellt wurden, gehört wohl zu den drastischsten Auswirkungen dieser Entwicklung.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Rastlose Liebe: Lieder für Klavier (1)

Hugues Dufourt: An Schwager Kronos für Klavier | Franz Schubert / Carl Czerny: An Schwager Kronos für Klavier bearbeitet | Hugues Dufourt: Meeresstille für Klavier | Franz Schubert / Franz Liszt: Meeresstille für Klavier bearbeitet, Jean-Pierre Collot, Klavier

Hugues Dufourt hat immer wieder Musik der deutschen Romantik intensiv reflektiert. In einer Reihe von Klavierstücken bezieht sich der französische Komponist auf Goethe-Lieder von Franz Schubert, die er in seiner eigenen Ton-Sprache, ganz ohne Zitate, Anklänge oder Anleihen quasi „neu“ schreibt.

„Goethe hatte für Schubert eine besondere Bedeutung. Er fand bei ihm sowohl Weite als auch Radikalität. Schubert unternahm jedoch nicht den Versuch, musikalisch auszudrücken, was die Lyrik bereits sagt, sondern das, was sie nicht vermochte. In Schuberts Lied zeigt sich die Entfesselung elementarer Kräfte, es trägt das Gewicht der Welt und erzählt von Irrungen, Einsamkeit und Verlassenheit.“

„Ich illustriere nichts“. Dufourts Stücke erzählen keine Geschichten, sondern entfalten einen großen Reichtum an Farben, wirken fast wie Landschaften.

Der Erstaufnahme dieser Stücke stellt der französische Pianist Jean Pierre Collot hier die entsprechenden Schubert-Lieder in der Transkription von Franz Liszt bzw. von Carl Czerny gegenüber.

Author profile

Erstellt die Radioumschau. Freak.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.