Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 18.02. bis 24.02.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 08. Jörg Widmann, Geschichte der Klangkunst, Neues in alten Formen, Olga Neuwirth, Ultraschall Berlin, Johannes Kreidler, Martin Tchiba, Festival TIME:SPANS, Macht der Musik in Zeiten von #MeToo, Atacama-Perspektiven, Camille Kerger, Music for Hotel Bars, „Trance“-Sibirien.

Werbung


Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

27 – Wie ich meine Stücke auswähle

Irene Kurka erzählt dir heute, nach welchen Gesichtspunkten sie ihre Musikstücke auswählt. Sie entscheidet nach musikalischen und inhaltlichen Aspekten, aber auch nach der Art der Zusammenarbeit. Sie ist ein großer Fan von Vertrauen und Kooperation, weil aus ihren Augen dann das beste Ergebnis möglich ist. Und sie erklärt dir ihre Bedeutung von „Match“ und wie […]

26 – 30 Jahre Unerhörte Musik Berlin

Martin Daske und Rainer Rubbert erzählen, wie es vor 30 Jahre zu der wöchentlichen Neue Musik Konzertreihe im BKA in Berlin gekommen ist und welche Bedeutung diese Plattform bis zum heutigen Tag hat. Sie hat vielen neu gegründeten Ensembles eine Auftrittsmöglichkeiten gegeben und macht das bis heute. Auch gibt die unerhörte Musik vor allem jungen […]

https://www.irenekurka.de/podcast.html


18.02.2019


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann

Mit Andreas Göbel. Jörg Widmann ist einer der erfolgreichsten Komponisten und Klarinettisten in Personalunion. Wie seine Doppelbegabung ihn und seine Musik selbst, aber auch andere Komponisten und Interpretinnen beeinflusst, verrät diese Sendung. Widmanns Oper „Babylon“ kommt am 9. März in einer Neufassung erstmals an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Kulturradio überträgt live ab 18 Uhr.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Die Gartenzwerge sind gewachsen“ – Eine kleine Geschichte der Klangkunst

Von Stefan Fricke. Es war Mitte der 90er, da bezeichnete der Komponist Wolfgang Rihm die Klangkunst einmal provokant als die „Gartenzwerge der Musik“. Mittlerweile hat sich diese audiovisuelle Artistik, die sich bewusst zwischen die Stühle der neuen Musik, der skulpturalen und der Installations-Kunst setzt, als eigenständiges Genre ausgeprägt. Sie ist dauerhaft bei zentralen Festivals präsent, hat eigene Ausstellungsorte, wird an Kunsthochschulen gelehrt und hat die Landschaften der Kunstklänge nachhaltig verändert. Von hortensischem Nippes mit nur kleinen Tönen kann keine Rede mehr sein. (Produktion 2015)


19.02.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Rondo, Canon und Co. – Neues in alten Formen

Von Maximilian Marcoll. Inwieweit ist es für Komponisten heute interessant, sich alter Formen zu bedienen oder sich daran abzuarbeiten?

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Robert Delanoff: „Eine Fliege im Winter“ (Dorothea von Albrecht, Violoncello; Christine Olbrich, Klavier); Markus Zahnhausen: „Winterbilder“ (Markus Bartholomé, Blockflöte); H. E. Erwin Walther: Sechs Lieder (Yvonne Friedli, Sopran; Frank Gutschmidt, Klavier); Hans Werner Henze: „Royal Winter Music“ (Stephan Stiens, Gitarre); Wilhelm Killmayer: „Hölderlin-Lieder“, 3. Zyklus (Markus Schäfer, Tenor; Siegfried Mauser, Klavier); Konstantia Gourzi: „Wind Dances“, Winter (Oksana Martyniuk, Akkordeon); Oskar Sigmund: Fünf Lieder (Robert Wippenbeck, Bariton; Paula Luise Baer, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: So klingt Venedig – Olga Neuwirth in der Elbphilharmonie

Von Margarete Zander. Olga Neuwirth liebt die Lagunenstadt Venedig mit ihrer ganz speziellen Klangkulisse. Wie Luigi Nono versucht sie, daraus im Konzertsaal eine lebendige Klangkulisse zu gestalten. Um diese Illusion der beweglichen Klänge im Konzertsaal zu realisieren, arbeitet sie mit Musikern des Ensemble Intercontemporain, mit einem Klangregisseur, einem Musikinformatiker und vielen anderen. Ob es gelingt? Wir stellen die Komponistin vor, die 2010 mit der höchsten österreichischen Kunstauszeichnung, dem Großen Österreichischen Staatspreis geehrt wurde.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Die Trommel, der Wirbel, das Bumm – Kommen die besten Schlagzeuger aus der Schweiz?

Roland HH Biswurm begibt sich auf eine Spurensuche – bei Pierre Favre, Daniel Humair, Lucas Niggli, Markus Lauterburg, Michael Wertmüller und Fritz Hauser. Allesamt Schweizer, und jeder von ihnen ein gefeierter Schlagzeuger. Wertmüller etwa ist im Bereich aktueller zeitgenössischer Musik unterwegs und hat für Niggli (der im Trio Steamboat Switzerland spielt) etliches komponiert. Hauser wiederum war 2018  Artist in Residence beim Lucerne Festival. Was ist dran an diesem Eindruck, dass die Schweizer die Besten sind? Was machen die eventuell anders als die anderen? Und: Was macht die aktuelle Schlagzeugmusik eigentlich aus? Die Trommel: Macht die immer nur Wirbel? Oder anders gefragt: Was macht wann und weshalb überhaupt: Bumm?


20.02.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Rainer Rubbert: Concertino (Ulrich Krieger, Saxophon; Universal Ensemble Berlin: Gerald Humel); Stefan Johannes Walter: „Hohelied auf die Gesellschaft – Betrachtungen des Zusammenlebens“ (Judith Arens, Sopran; Ensemble für Neue Musik – Hochschule für Musik Würzburg: András Hamary); Klaus Ospald: „a sei – auf Erdhöhe“ (Klarinetten-Ensemble: Klaus Ospald); Horst Lohse: „A Schmidts Monde“, Métaphores lunaires (oh ton-ensemble: Benjamin Lang); Toni Völker: Esposizione – „nero e bianco“ (Polarity Percussion-Ensemble)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: 1225 Jahre Frankfurt – Die Musikgeschichte einer Stadt

Als die Stadt Frankfurt am Main vor 1225 Jahren zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, war noch nicht von musikalischen Ereignissen die Rede. Später aber entwickelte die Stadt ein reges Musikleben.

Der Geschichte der Musik in Frankfurt spüren „Kaisers Klänge“ heute nach. Wir hören die Komponisten, die in der Mainmetropole gewirkt haben, von Georg Philipp Telemann bis Heiner Goebbels. Und es erklingen berühmte Werke, die in Frankfurt uraufgeführt worden sind, von Humperdincks „Hänsel und Gretel“ bis Orffs „Carmina Burana“.

20:55 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Klang der Stimmen

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2019

Mit Eckhard Weber. In seinem Konzert im Rahmen von Ultraschall Berlin präsentierte das ensemble recherche einen „Klassiker“ von Iannis Xenakis sowie mehrere aktuelle Werke, darunter eine Uraufführung des jungen britischen Komponisten Christian Mason. Konzertaufnahme vom 18. Januar 2019 im Radialsystem V

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Johannes Kreidler: Klavierstücke (2/2)

Martin Tchiba (Klavier). Johannes Kreidler: Klavierstück 6 | „Zum Geburtstag“ | „Neutralisation Study“ | „Das Ungewöhnliche“.

Der Komponist Johannes Kreidler gilt als einer der wichtigsten Vertreter des sogenannten „Neuen Konzeptualismus“. Doch nicht alles in seinem Werk Konzeptstück. Der Hauptkorpus seines Klavierwerks ist auf den ersten Blick einfach als „Klavierstücke“ bezeichnet. Den Interpreten stellt Johannes Kreidler dabei vor ganz besondere Herausforderungen was Intonation, Dynamik und Tempo betrifft. Der Pianist Martin Tchiba hat das Klavierwerk Kreidlers nun in einer exemplarischen Studioproduktion im Hans-Rosbaud-Studio in Baden-Baden eingespielt.


21.02.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival TIME:SPANS – Mary Flagler Cary Hall, New York. Aufzeichnung vom 18.08.2018

Linda Catlin Smith: „Folkestone“ (1999). Bozzini Quartet: Clemens Merkel, Violine; Alissa Cheung, Violine; Stéphanie Bozzini, Viola; Isabelle Bozzini, Violoncello.  | Sabrina Schroeder: „Underroom“ für Streichquartett und live-Elektronik (Uraufführung). JACK Quartet: Christopher Otto, Violine; Austin Wulliman, Violine; John Pickford Richards, Viola; Jay Campbell, Violoncello; SWR Experimentalstudio Freiburg; Caley Monahon-Ward, Elektronik

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Paul Ben-Haim: Symphonie Nr. 1 (NDR Radiophilharmonie: Israel Yinon); Ernst Fienbork: Divertimento (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Karl Kolbinger, Fagott)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Die Macht der Musik in Zeiten von #MeToo

Sein Gestank war ohrenbetäubend und er stellte jeder Göttin, Nymphe oder Syrinx nach, die ihm über den Weg lief. Meistens endeten seine Avancen in panischen Fluchtversuchen, kaum ein weibliches Wesen fühlte sich von ihm angezogen. Für den schmierigen Pan ein frustrierender Zustand, den er durch das Spielen auf seiner Flöte zu kompensieren versuchte. Pan, ein Frauenunterdrücker, der sein Ventil in der Musik findet? In Zeiten von #MeToo wird das Bild des ewig lüsternen Mannes in ein neues Licht gerückt. Agnes von Einem und Dorothee Binding gehen der Frage nach, welche Auswirkungen die #MeToo-Debatte auf die Klassische Musik hat, auf Pans Spuren und ganz aktuell im Gespräch mit der österreichischen Sängerin Elisabeth Kulman, die als eine der ersten europäischen Künstlerinnen öffentlich Stellung zu dem Thema bezog. Eine Sendung von Dorothee Binding

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement

Henrik Ajax: – Gesänge des Typhon (Auszug), – Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier, – Trialog für Klavier | Roman Haubenstock Ramati: – Tenebrae für Klavier und Tonband, – Credentials or „Think, think lucky“ für Stimme und 8 Spieler (zum 100. Geburtstag des Komponisten am 27. Februar) | KarlheinzStockhausen: Klavierstück VI

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Der Kontrabass, Teil 1 von 2

Von Michael Kunkel. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Zum Leuchtturm (3/3) – Nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf

Aus dem Englischen von Gaby Hartel. Mit: Zoe Hutmacher, Wiebke Puls, Krista Posch, Walter Hess, Shenja Lacher u. a. Hörspielbearbeitung: Gaby Hartel; Komposition: Ulrike Haage; Regie: Katja Langenbach. (Produktion: BR 2016)

Im letzten Teil von Virginia Woolfs Roman, der in der Virtuosität der modernen Erzähltechnik als ihr vollkommenster Roman gilt, kehrt die Familie Ramsays nach 10 Jahren kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges in das alte Landhaus zurück. Die lange verschobene Fahrt zum Leuchtturm wird nachgeholt. Dabei erkennen die jungen Mitglieder der Familie, dass es wichtiger ist, ihren eigenen künstlerischen Visionen zu folgen als irgendeinem Generationenvermächtnis gerecht zu werden.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Tobias PM Schneid: Streichquartett Re: 3 – „Schumann“ (Leopold Mozart Quartett); Bent Sørensen: „Rosenbad – Papillons“ (Katrine Gislinge, Klavier; Stenhammar Quartet; Esbjerg Ensemble)


22.02.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Catábasis – Von Lucrecia Dalt and Regina de Miguel

Wem gehört das Gold unter der Erde Kolumbiens? Eine akustische Untersuchung.

Wem gehören Bodenschätze und ihre Erträge? Inwiefern prägen Lohnarbeit und Ausbeutung unsere Beziehungen zur Erde und unsere Beziehungen zueinander? Diese Fragen stellen die Künstlerinnen Lucrecia Dalt und Regina de Miguel anhand der Region Chocó in Kolumbien. Hier ringen der Staat, die lokale Bevölkerung und internationale Konzerne um das Gold unter der Erde. Gebraucht wird es nicht zuletzt für die Computerindustrie. So trifft die Beschleunigung von Rechenvorgängen auf die Langsamkeit geologischer Abläufe. In ‘Catábasis’ wird diese Mechanik hörbar.

Regina de Miguel, geboren 1977 in Málaga, Spanien, lebt und arbeitet in Berlin. Als Künstlerin schafft sie hybride Kunst- und Wissensobjekte mit kritischem und interdisziplinärem Ansatz.

Lucrecia Dalt, geboren 1980 in Pereira, Kolumbien, studierte Bauingenieurwesen. Heute lebt und arbeitet sie als Musikerin, Klangkünstlerin und Radiomacherin in Berlin. Sieben veröffentlichte Alben zwischen Avantgarde und zeitgenössischer elektronischer Musik.

Produktion: SAVVY Contemporary/Deutschlandfunk Kultur/DISK-CTM 2019. Länge: ca. 54’30 (Ursendung).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Andreas Dohmen: „Musik für Gerhard Richter“ (SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg: Lothar Zagrosek); Gerald Eckert: „Bruchstücke … erstarrtes Lot“ (Ensemble Reflexion K: Gerald Eckert); Helmut Bieler: Drei Stücke (Uta Walther, Klavier); Tobias K. Giesen: „… vom Strahlenwind“ (Ensemble Maderna); Marcus Maria Reißenberger: „MEM 5“ (Ensemble Kontraste)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Meiningen – Ein Theater mit Stadt

Von Bettina Mittelstraß. Man ziehe auf der Landkarte zwei Geraden: von Leipzig nach Frankfurt am Main und von Kassel nach Bayreuth. Wo sie sich kreuzen, befinden sich Wald und Wiese und: die Musikstadt Meiningen. „Gott grüß die Kunst“, steht auf einem der ältesten Häuser der Stadt, und wer Ende August durch die alten Gassen schlendert, hört den Gruß an jeder Ecke: „Eine schöne Spielzeit!“. Gefühlt arbeitet in Meiningen jeder für Musik und das Theater, den wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Rund 170.000 Zuschauer besuchen pro Jahr mitten in Mitteldeutschland Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Konzerte oder Puppentheater. Sie reisen dafür aus Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen in einen Ort, den sonst kaum einer kennt. Die Wurzeln dieses Ruhms liegen im 19. Jahrhundert: Die ehemalige Haupt- und Residenzstadt Sachsen-Meiningen hatte eine bald in ganz Europa berühmte Theatertruppe und die Meininger Hofkapelle, mit der sich Namen wie Hans von Bülow, Richard Wagner, Johannes Brahms verbinden. Der Ruf als Hort der Hochkultur hat selbst die Wende überlebt. Warum? Eine Spurensuche in einer Stadt, deren Lebensadern aus Musik und Theater zu sein scheinen.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Nicolas Humbert/Marc Parisotto: Cut Up the Border

Originalaufnahmen: Jean Vapeur. Mit Fred Frith, Tom Cora, Iva Bittová, Pavel Fajt, Robert Frank, Jonas Mekas und anderen. Musik: Fred Frith und andere. Realisation: Nicolas Humbert/Marc Parisotto. BR/DLF Kultur 2019. Ursendung. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Dieser Film hat Musikgeschichte geschrieben: „Step Across the Border“ begeisterte 1990 eine ganze Generation für die Improvisationen des Gitarristen Fred Frith. Zwei Jahre lang begleiteten die Filmemacher Nicolas Humbert und Werner Penzel Protagonisten und musikalische Wegbegleiter wie Tom Cora, John Zorn und Iva Bittòva durch die Welt, filmten bei Konzerten, Proben, in Hotelzimmern und unter freiem Himmel. Dabei improvisierten die Filmemacher genauso virtuos wie die gezeigten Musiker. Die Originaltonaufnahmen lagerten seitdem jahrelang auf Magnetbändern in einer Blechkiste.

„100 Tonbänder. Aufgenommen von Jean Vapeur mit dem inzwischen legendär gewordenen Tonbandgerät Nagra IV S. Eine Kiste mit den Original-Tapes für unseren Film „Step Across the Border“. Noch vor dem Zusammenbruch des Sozialismus und der digitalen Übernahme der Welt. Auf jedem Band 20 Minuten. Das sind 33 Stunden Tonmaterial. Im Film waren schließlich nur 90 Minuten davon. Der Rest schlummerte weiter in dieser Blechkiste und wanderte bei jedem Umzug mit, überstand eisige Winter im Container und sogar Überschwemmungen. All dieses Material, das nun nochmals auftaucht. Schichtungen aus Klängen, Originaltonaufnahmen aus den nächtlichen New Yorker Straßen, aus den Spielhallen in Shibuja, von den Möwen aus Yorkshire, Lebensgeschichten, verwehte Spuren. Der wunderbare Tom Cora mit seinem Cello. Viel zu jung gestorben, nur ein paar Jahre nach „Step Across the Border“. Aber der Klang seines Cellos, der bleibt. Und die Stimme von Robert Frank, dem großen amerikanischen Photographen und Chronisten der Beat-Generation, in der die Cut Up-Montage erfunden wurde, die auch unserer Klangkomposition zugrunde liegt. Zusammen mit dem Marseiller Tonkünstler Marc Parisotto ist nun aus all diesen Klangspuren, die bislang unveröffentlicht waren, eine neue Komposition entstanden. Und Fred Frith ist noch einmal ins Studio gekommen, um im Abstand dieser 30 Jahre auf neue Weise mit diesem Material und seiner elektrischen Gitarre zu spielen. Eine Stunde aus 31 ½ Stunden: Cut Up the Border.“ (Nicolas Humbert, November 2018)

Nicolas Humbert, geboren 1958 in München, ist Filmemacher und Autor. Zusammenarbeit mit Werner Penzel, Simone Fürbringer und Martin Otter. „Step Across the Border“ wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis und dem Golden Gate Award.

Marc Parisotto, geboren 1957 in Marseille, ist Komponist und Sounddesigner im Bereich Film. Studium der Elektroakustischen Musik am Konservatorium in Marseille. Zusammenarbeit unter anderem mit den Regisseuren Michael Haneke, Hans-Christian Schmidt, Benjamin Heisenberg, Philip Gröning.

Fred Frith, geboren 1949 in England, ist Multiinstrumentalist und Komponist. Er wurde bekannt als Gitarrist in Bands wie Henry Cow, Art Bears, Massacre, Skeleton Crew, Keep the Dog und Cosa Brava. Seit den 1980er Jahren gilt er als stilprägende Figur der internationalen Improvisationsmusik.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Johannes Julius Fischer – „Gathering“ für präpariertes und erweitertes Vibrafon (Leonie Klein, Perkussion)


23.02.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Meiningen

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Atacama-Perspektiven

Andreas Bodenhöfer: Klangausgrabungen. Realisation: der Autor. Aufnahme des WDR 2013 | Peter Kutin: Desert Sound. Realisation: der Autor. Aufnahme des WDR 2013

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Über eigene Grenzen hinaus – Der luxemburgische Komponist und Netzwerker Camille Kerger

Von Robert Nemecek. Wenn von der Neuen Musik in Luxemburg die Rede ist, dann darf der 1957 in Redange-sur-Attert geborene Camille Kerger nicht fehlen. Seit nunmehr 40 Jahren ist er einer ihrer produktivsten Repräsentanten. Zum einen als Sänger und Posaunist, zum anderen als leidenschaftlicher Netzwerker und Organisator – vor allem aber als Komponist. Seine jede Begrenzung negierende Haltung ist auch ein prägendes Merkmal seiner Musik. In atemberaubend virtuosen Instrumentalwerken bewegt sich Kerger an physisch-klanglichen Grenzen von Solist und Instrument. In multimedialen Bühnenwerken erkundet er Schnittstellen zwischen Musik, Literatur und bildender Kunst und in außereuropäischer Musik sucht er nach neuen Ideen und Klängen und Ideen.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik – Die Elektronik, Teil 1 von 4

Von Michael Iber. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Argentinien – der Mix aus Tanz, Leidenschaft und Gerüchen

Folklore, Trova Rosarina, Cuarteto, Cumbia, Merengue, Musica Tropical, Pop- und Rockmusik – Argentinien ist „mehr als Tango“. Zu den populären Exponenten der argentinischen Musik zählen Martha Argerich, Carlos Gardel, Alberto Ginastera, Daniel Barenboim und natürlich Astor Piazzolla, der mit seinem damals innovativen Tango dem ganzen Land den Stempel aufdrückte: Argentinien – ein Mix aus Tanz und Leidenschaft: Es ist die Bewegung, die dieser Musik ihren besonderen Charakter verleiht, ein gewisser Stolz, gepaart mit der Anmut kreisenden Tanzes … Aber nicht nur Tango, sondern Musik im Allgemeinen ist der wahre Schatz Argentiniens. Die Kolonisten des Landes glaubten zwar in der ungeheuren Weite des zweitgrößten Staates Südamerikas Silber (lat.: „Argentum“) en gros finden zu können, aber Argentum war eher ein leuchtender Schatzgräber-Traum. Palisander, Rosenhölzer, Eukalyptus, die berühmte Pampa mit ihrer unendlichen Weite der Graslandschaften, auf denen riesige Weizenfelder und Weideflächen für Rinder Platz haben würden – das war die Realität eines an Natur überreichen Silber-Landes. Und genau dieses Argentinien war und ist ein Nährboden für Leidenschaft und Folklore mitunter hymnischer Emotionalität. Die Gerüche, die Land und Klänge verströmen, sind von schöner Exklusivität. Eine Sendung von Roland Kunz


24.02.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Der Worte sind genug gewechselt“ – Musik zu Goethes Faust

Goethes Faust-Drama ist nicht nur einer der meistvertonten Theatertexte überhaupt, das Stück enthält auch in sich bereits zahlreiche musikalische Elemente von Liedern und Chören bis hin zu den vielen musikalischen Metaphern.

Die Musik ist eine Kraft, die zwar nicht die Welt, aber zumindest Goethes Faust im Innersten zusammenhält. Als klingender Schauspielführer begleiten wir heute den wissbegierigen Doktor Faust auf seiner Suche nach des Pudels Kern – von den Studentenliedern in Auerbachs Keller bis zum Hexentanz im Harz.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Den Abend umschmeichelnd – Music for Hotel Bars

Von Matthias Nöther. Seit Juni 2018 gibt es in Berlin die Neue-Musik-Reihe ‚Music for Hotel Bars’, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. Für jede neue Aufführung in jeweils einem anderen Berliner Hotel hat der Kurator Bastian Zimmermann eine/n andere/n Komponisten/in beauftragt. Zum Teil spielen auch szenische Elemente eine Rolle. Die wechselnde Aufmerksamkeit der zufälligen Zuhörer, die gerade in den Hotelbars anwesend sind, wird selbst zum musikalischen Parameter bzw. zum musikalischen Material. Diese Reihe hat ihre ästhetischen Vorbilder in der ‚Musique d’ameublement’ von Erik Satie und der Musik in Transiträumen wie z.B. Flughafenhallen, wie sie Brian Eno Anfang der 1980er-Jahre erfand.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Klaviermonolith

Volker Heyn: 203.. for piano; Ian Pace, Klavier

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: „Trance“-Sibirien

Die Russen kommen! – im Radio. Eigentlich bin ich zu ihnen gekommen. Weil mich ein Freund fragte, ob ich ihn begleite. Einmal mit der der „Transsibirischen“ fahren. Ich wollte eher am Baikalsee im entlegeneren Norden wandern. Taigaträume. Daraus wurde beides. Und mehr. Im Rhythmus der Eisenbahnen fuhren wir bis zur kältesten Großstadt der Welt: Jakutsk. Für Russland ist das schon jenseits von Sibirien. „Trans“-Sibirien. Oder Trance-Sibirien? So wie ein Titel der jakutischen Sängerin Stepanida Borisowa verkündet: Trance, das steht für „veränderte Bewusstseinszustände mit einem intensiven mentalen Erleben“. Wie bei den alten sibirischen Schamanen. Wie in den nimmer enden wollenden Landschaften von Wald und Tundra. Manchmal glaube ich auch, wie in den derzeitigen Wahrnehmungen unserer Länder. Und jetzt kommen sie wieder, die Russen. Im Radio. Zusammen mit Ewenken, Burjaten, Tuwinern, Jakuten … Wir spielen für sie die Reise nach. Musikalisch „trance-skribiert“. Mit allem was dazugehört. Abenteuer, Action und Agenten. Eine Sendung von Conrad Dorer.

Author profile
Chefmitarbeiter bei | Website

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.