Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 10.09. bis 16.09.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 37. Schwerpunkte: Deutlich im Zeichen des 10. Todestages von Mauricio Kagel. Daneben: Rūta VitkauskaitÄ, George Benjamin, Toni Völker, Alberto Posadas, Philippe Manoury, Hornist Tillmann Höfs |  Neue Musik kuratieren, Komponisten sampeln Komponisten, Kulturzentrum Belgrad, Städtebeschimpfungen, Das lange Sterben der deutschen Spieloper, Musik aus Usbekistan, Science Fiction und Musik.

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10.09.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART – Mit Andreas Göbel: Neue Musik aktuell

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Defragmentation – Neue Musik kuratieren

Von Björn Gottstein. Gemeinsam mit den Darmstädter Ferienkursen, der MaerzMusik und dem Ultima Festival haben die Donaueschinger Musiktage ein Forschungsprojekt initiiert, das sich Herausforderungen widmet, denen die Neue Musik heute begegnet. „Defragmentation“ fragt nach der Bedeutung von Geschlecht, Diversität und Postkolonialismus. Fragt, wie wir auf technische Innovationen reagieren. Und was heißt eigentlich „kuratieren“ im Bereich der Neuen Musik? In Darmstadt wurden diese Fragen im Rahmen eines Symposiums diskutiert.


11.09.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Gemalte Partituren und musikfremden Schichten – Die litauische Komponistin Rūta VitkauskaitÄ

Von RamunÄ KazlauskaitÄ. In ihren exzentrischen Arbeiten verbindet Rūta VitkauskaitÄ rituelle Musik mit Konzeptkunst und Medienkomposition.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

August-Peter Waldenmaier: „Ferienerinnerung“, op. 15 (Philharmonisches Orchester Bad Reichenhall: Klaus-Dieter Demmler); Robert Owens: Drei Lieder, op. 20 (Donnie Ray Albert, Bariton; Robert Owens, Klavier); Elke Tober-Vogt: „Reiseskizzen“ (Rudi Spring, Klavier); Erik Schäpers: „Reisebilder“ (Wolfgang Holzmair, Bariton; Thomas Palm, Klavier); Hans Melchior Brugk: Variationen und Rondo über ein heiteres Thema, op. 5 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Robert Fabian Schneider: Lieder (Anette Joanna Niemeier, Sopran; Robert Fabian Schneider, Klavier); Axel Frank Singer: Vier Stücke (Christian Altenburger, Violine; Siegfried Mauser, Klavier); Mark Lothar: „Musik des Einsamen“, op. 67 (Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton; Mitglieder der Münchner Philharmoniker: Mark Lothar)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Meisterwerk eines Genies – George Benjamin in Hamburg und Berlin

Von Margarete Zander. Musiker, Publikum und Kritiker lassen sich gern vom magischen Zauber seiner Musik einfangen und bewundern die Rafinesse, mit der der Messiaen-Schüler Klangdramen inszeniert. George Benjamin kennt den Grund für die Beliebtheit seiner Musik: „Komponieren ist sehr, sehr schwierig. Weil mir das so viel Mühe macht, muss es leicht klingen, sonst ist es Zeitverschwendung.“ In der Saison 2018/19 ist er Residenzkünstler der Elbphilharmonie und Composer in Residence der Berliner Philharmoniker. Erleben Sie ihn persönlich!

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Recompose

Komponisten sampeln Komponisten. Eine Sendung von Tobias Stosiek


12.09.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen – Zum 70. Geburtstag von Toni Völker

Toni Völker: „Esposizione – nero e bianco“ (Polarity Percussion-Ensemble); „Continuamente“ (Gruppe 7529 – Ensemble für Neue Musik: Heinz Huber); „Integral“ (Jürgen Heinrich, Schlagzeug; Mitglieder der Staatskapelle Karlsruhe: Frithjof Haas); Klaus Hinrich Stahmer: „Wie ein Stillstand der Zeit“ (Markus Bellheim, Klavier); Wilfried Jentzsch: „… und ihr Schatten“ (Harry Sparnaay, Bassklarinette; Wilfried Jentzsch, Tonband); Bertold Hummel: „Fünf Aspekte“, op. 88 d (Franz Bach, Stefan Gagelmann, Edgar Guggeis, Perkussion)

Am 13. September 2018 wird er siebzig – der fränkische Komponist, Universitätslehrer, Musiksoziologe und Organisator Toni Völker. 1948, im Jahr der Währungsreform, kam er im mittelfränkischen Dinkelsbühl zur Welt. Früh erhielt er Klavier- und Orgelunterricht, als Teenager begeisterte er sich in den 1960er Jahren für Rockmusik und spielte E-Gitarre in der von ihm gegründeten Dinkelsbühler Beatband. Von 1971 bis 1978 studierte er dann an der Würzburger Musikhochschule Musiktheorie, Klavier und Komposition bei Bertold Hummel und Klaus Hinrich Stahmer, der in Toni Völker auch das Interesse für Musiksoziologie weckte. Anschließend setzte er sein Kompositionsstudium an der Musikhochschule Karlsruhe bei Eugen Werner Velte fort, einem Enkelschüler von Arnold Schönberg und späterem Lehrer von Wolfgang Rihm. Nach zwei Jahren als Dozent für Musiktheorie, Musik- und Kunstsoziologie in Karlsruhe wurde Toni Völker 1985 Kompositionslehrer an der Akademie für Tonkunst Darmstadt sowie Organisator und Leiter der dortigen Tage für Neue Musik. Eine ganze Reihe seiner vielen Schüler – an der Karlsruher Musikhochschule unterrichtet er bis heute als Professor für Komposition – machten Karriere, darunter Alois Bröder, Michael Harenberg und Niko Heyduck. Für seine fast dreißigjährige pädagogische und organisatorische Tätigkeit wurde er 2013 mit der Bronzenen Verdienstmedaille der der Stadt Darmstadt ausgezeichnet. Der Komponist Toni Völker, der sich im Besonderen der Ästhetik Arnold Schönbergs verpflichtet fühlt, schrieb bislang Orchester- und Kammermusik, Solostücke sowie Bühnenwerke, Oratorien und andere Chorkompositionen. Das Concerto bavarese porträtiert Toni Völker mit zwei seiner Ensemblewerke und seinem Schlagzeugkonzert „Integral“.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: „Lore Lay“: Sirene, Fee & Femme Fatale

„Ihr Gesang klang so süß wie ein längst vergangener Traum“ und richtete verheerendes Unheil an: gleich den Sirenen der antiken Mythologie mit ihren himmlischen Gesängen lässt auch die geheimnisvolle Loreley ihre „wundersame, gewaltge Melodey“ ertönen. Auf ihrem 132 m hohen Felsen bei Bacharach am Rhein sitzt sie und singt so betörend, dass die vorbeifahrenden Schiffer davon abgelenkt auf Grund laufen und ertrinken. Geprägt hat das Bild der blonden Schönheit die auf dem Felsen sitzend ihr goldenes Haar kämmt Heinrich Heines „Lied von der Lore-Ley“, das durch Friedrich Silchers Vertonung von 1837 zum bekannten Volkslied geworden ist. Es beginnt mit den Worten „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin“. Zahlreiche Dichter und Komponisten haben sich von dem „Märchen aus alten Zeiten“ zu neuen Werken verführen lassen, darunter Franz Liszt, Max Bruch und Clara Schumann. Erfunden hat die faszinierende Rheindame, die erotische Wunsch- und  Wahnvorstellungen verkörpert, jedoch ein anderer Dichter 23 Jahre zuvor: Clemens Brentano. In seiner Ballade „Zu Bacharach am Rheine“ ist die „Lore Lay“ kein männermordender Unschuldsengel sondern eine mit Schönheit ausgestattete Zauberin die sich aus enttäuschter Liebe vom Felsen in die Fluten des Rheins stürzt. Ein musikalisch-poetisches KlassikPlus über die Macht des Gesangs und die Schönheit, über Mythos und Rheinromantik, Erotik und Naturgewalt, Tod und Verführung. Eine Sendung von Maria Schemm

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Horchet ihr der Glocke nicht“ – Goethe instrumental

Ob die säuselnden Winde aus dem „Erlkönig“, die Wasserschwälle des „Zauberlehrlings“ oder die regungslosen Wellen der „Meeresstille“: Zu den bekannten Goethe-Gedichten haben Komponisten auch immer wieder rein instrumentale Klänge gefunden, um die Stimmung der Verse in Musik umzusetzen.

21:04 bis 22:00 |NDR Kultur
Chormusik: Englische weltliche Gesänge des späten 16. Jahrhunderts

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART – Der Komponist und Dirigent George Benjamin

Mit Margarete Zander. Mit seinen Opern ist der britische Komponist an den großen Opernhäusern präsent und derzeit einer der begehrtesten Komponisten überhaupt. Aber auch seine Orchesterwerke und seine Kammermusik haben längst in die Konzertprogramme Einzug gehalten. In dieser Spielzeit ist George Benjamin Composer in Residence bei den Berliner Philharmonikern.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: SWR JetztMusik – Ritual und Zyklus (1/2)

Florian Hölscher (Klavier). Alberto Posadas: Erinnerungsspuren, Zyklus für Klavier. 3. Anklänge an Robert Schumann (2015); 4. Anklänge an Aitsi (2017); 5. Anklänge an Stockhausen (2017); 6. Anklänge an B. A. Zimmermann (2018). (Konzert vom 2. Juni im Theaterhaus Stuttgart)

„Erinnerungsspuren“ ist ein Zyklus von sechs Klavierstücken, die für den Pianisten Florian Hölscher entstanden sind. Das Klavierrepertoire vom Barock bis ins 20. Jahrhundert wird in diesem Zyklus von Alberto Posadas neu gelesen und es werden verschiedene musikalische Fragen neu gestellt. Diese Fragen bilden die Ausgangspunkte der Komposition. Die Art, in der die einzelnen Repertoirestücke „gelesen“ und verarbeitet werden, ist letztlich eine ganz persönliche. Dabei geht es Posadas nicht darum, in den Kompositionen explizite Bezüge zur Vergangenheit herzustellen. Im Gegenteil: Die neuen Stücke verstehen sich eher als „Erinnerungsspuren“ eben jener Konzepte, die sich aus dem historischen Repertoire herauslesen lassen. (Teil 2, Mittwoch, 19. September, 23.03 Uhr)


13.09.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: International Review of Composers – Kulturzentrum Belgrad

Aufzeichnung vom 07.10.2017. Mihaela Vosganian: „Symmetries III“ für Ensemble und Elektronik | Anton Svetlichny: „Looney Tunes Season I“ für Flöte, Violine und Klavier | SrÄan Hofman: „No Waking – Auf der Suche nach Arnold Schoenberg’s ‚Pierro’„ für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Mezzosopran, Klavier und Elektronik | Nemanja Radivojevic: „And the Angel Saw the Black Swan“ für Flöte, Oboe, Bassklarinette, Horn, Schlagzeug und Streichquartett | Elmir Nizamov: „The Sun, the Moon and the Truth“ für Oboe, Violine, Viola und Klavier | Seglias Zesses: „sonnet98_fragments“ für Sopran, Bassklarinette und Schlagzeug. Ensemble Construction Site; Leitung: Ivan Markovic.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Dorothee Eberhardt: Klaviertrio Nr. 2 (Sreten Krstic, Violine; Peter Wöpke, Violoncello; Micaela Gelius, Klavier); Gustav Meyer: „Kleine Suite“ (Marie Luise Schüpbach, Dieter Salewski, Leonhard Seifert, Oboe); Christoph Reiserer: „here we are“ (Christoph Reiserer, Saxophon; Gunnar Geisse, E-Gitarre; Stefan Blum, Schlagzeug); Hans Posegga: Klavierkonzert (Hans Posegga, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rudolf Alberth); Berthold Künzler: Bläserquintett, op. 18 (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Gerd Starke, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Gottfried Langenstein, Horn); Wolfgang Rebner: „Wenn der Vulkan“ (Edith Urbanczyk, Sopran; Else Stocke, Klavier)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Mauricio Kagel dirigiert das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken – (zum 10. Todestag des Komponisten am 18. September)

Mauricio Kagel: Etüde Nr. 1 – Konzertstück für Pauken und Orchester – Interview avec D. pour Monsieur Croche et orchestre. Aufnahme vom 28. September 1995 aus dem Funkhaus Halberg, Saarbrücken

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Ring und Rage | Der französische Komponist Philippe Manoury

Vorgestellt von Patrick Hahn. Philippe Manoury liebt das Sinfonieorchester: „Es ist der schönste Klang der Welt!“ Von vielen Komponisten inzwischen als „altmodisches Medium“ betrachtet, arbeitet der in Strasbourg lebende Philippe Manoury (* 1952) intensiv an der Zukunft dieses außergewöhnlichen Klangkörpers. Das Erfinden neuer Formen und Aufführungsmöglichkeiten für das Sinfonieorchester kennzeichnet das Schaffen von Manoury, der seine künstlerische Entwicklung als Autodidakt begonnen hat und zunächst als Pionier der Live-Elektronik bekannt geworden ist. Die Sendung zeichnet das Bild eines der bedeutendsten französischen Komponisten unserer Zeit, dessen rauschende Klangwelt mit ihrem orgiastischen Furor die Synapsen zum Tanzen bringt.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Städtebeschimpfungen – Revisited – Nach Texten von Thomas Bernhard

Mit: Peter Simonischek, Michael König und Thomas Bernhard. Hörspielbearbeitung: Ruthard Stäblein. Regie: Götz Fritsch. (Produktion: HR 2018). CD-Edition: Hörverlag

Thomas Bernhard war ein Meister der Schimpfrede. Er selbst und seine Figuren auf der Theaterbühne machten sich frei durchs Austeilen. Neben Personen wurde auch die Existenz von Städten zum literarischen Abschuss freigegeben, ob es nun Augsburg oder Wien war. Ebenso renommierte Theater mit ihrem Wohnsitz blieben nicht von seinen Attacken verschont, vor allem wenn sie eines seiner Dramen widersinnig inszenierten. Er beschwerte sich dann beim Suhrkamp Verleger Unseld, damit das Stück verhindert und die Stadt, z. B. München, verdammt werde. Das konnte bis zur Wirklichkeit der gerichtlichen Auseinandersetzung führen.

Grundlage dieses Stimmenspiels ist eine ca. 180-minütige inszenierte Lesung, die aus einer Collage aus Bernhards Bühnenszenen, Erzählpassagen und Briefen besteht. Auf 55 Minuten verknappt und pointiert, entsteht hingegen ein Hörspiel, ergänzt um Fiktionales wie Dokumentarisches. Reale Verteidiger und Kritiker reagieren da auf O-Ton-Sequenzen aus einer seiner seltenen Lesungen, hier der Erzählung „Die Mütze“ von 1969. Die Welt Bernhards ist großes Wirklichkeits-Theater. Und ob dieses Hörspiel eine Tragödie oder Komödie ist, das mag der Hörer entscheiden.


14.09.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 77 – Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel. Produktion: Autorinnen und Autoren/Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 54’30. (Wdh. v. 27.08.2018)

Die armen Fischer (Von Melanie Arns) – Casablanca Tells (Von Anna Raimondo) – Mutt Dog (Von Felix Blume). Was hören Hunde? Der französische Radiomacher Felix Blume klemmt den Vierbeinern Mikros an die Ohren und schickt sie zum Lauschangriff. | Was sagt Casablanca? Die italienische Klangkünstlerin Anna Raimondo interviewt ihre Lieblingsstadt. | Was machen wir hier eigentlich? Ein Paar treibt auf dem Meer, beobachtet die Fischer und versteht sich selbst nicht mehr.

Außerdem: Neues aus der „Wurfsendung“ mit Julia Tieke. Innovatives, Zeitgemäßes, Radiophones aus Feature, Hörspiel, Klangkunst

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Richard Mader: Impressionen über drei arabische Wörter, op. 75 (Eva Schieferstein, Klavier); Rudolf Gregor Knabl: „Streichquartett 1977“ (Volpini-Streichquartett); Peter Kiesewetter: „Shalah – NIRGA“, op. 69 (Birgit Stolzenburg, Hackbrett; Michael Eberth, Hammerflügel); Ludwig Bazil: „Astrazioni Meditative“ (Sonig Tchakerian, Violine); Richard Dünser: „Tage- und Nachtbücher“ (Martin Schelling, Klarinette; Walter Nothas, Violoncello; Alfons Kontarsky, Klavier); Bernhard Weidner: „Von der Wildheit des Herzens“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Auf des Lebens raschen Wogen – Das lange Sterben der deutschen Spieloper

Von Cornelia de Reese und Matthias Käther. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren sie Publikumslieblinge: die Opern von Lortzing, Flotow und Nicolai. „Zar und Zimmermann“ oder „Martha“ gehörten zum deutschen Repertoire einfach dazu wie „Tannhäuser“ oder „Die Zauberflöte“. Heute sind sie fast ganz von den Spielplänen der großen Häuser verschwunden. Warum ist die Spieloper in Ungnade gefallen? Und ist sie wirklich tot, oder schläft sie nur einen Dornröschenschlaf? Die Autoren sprechen mit Experten, Dirigenten und Regisseuren über das Aussterben einer musikalischen Gattung, die bei näherer Betrachtung so bieder(meierlich) gar nicht ist, wie ihre Gegner sie oft zeichnen. Im Gegenteil.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Elfriede Jelinek. Am Königsweg

Mit Christian Jablonka, David Zimmerschied, Johannes Herrschmann, Katja Bürkle, Kathrin von Steinburg, Peter Brombacher und anderen. Musik: Sven-Åke Johansson, Elliott Sharp, Chor des Bayerischen Rundfunks und Akademie für Alte Musik Berlin, Leitung: Howard Arman. Regie: Karl Bruckmaier. BR 2017. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Auf Abwegen: Zur Regie von Elfriede Jelineks „Am Königsweg“: Marie Schoeß im Gespräch mit Karl Bruckmaier, Regisseur. BR 2017. Als Podcast verfügbar in der artmix.galerie

Am Abend, an dem Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, begann Elfriede Jelinek, ihr Stück Am Königsweg zu schreiben. Vor Trumps Amtseinführung hatte die Autorin eine erste Fassung des Textes abgeschlossen. Schon die Konstellation – hier Elfriede Jelinek, dort Donald Trump – verspricht einen Schaukampf: auf der einen Seite die Literaturnobelpreisträgerin und Dramatikerin, die in ihren Werken ebenso sprachmusikalisch wie – analytisch die Inszenierungen politischer Macht und Verbrechen seziert und offenlegt, auf der anderen Seite ein skrupellos agierender Milliardär, Bauunternehmer und Skandalproduzent, der in einer jähen Wendung jene politische Rolle übernimmt, die ihn zum mächtigsten Mann der Welt werden lässt.

Elfriede Jelinek, geb. 1946 in Mürzzuschlag/Steiermark. Aufgewachsen in Wien. Lyrik, Prosa, Theatertexte, Libretti, Drehbücher, Hörspiele. BR-Hörspiele u.a. „Moosbrugger will nichts von sich wissen“ (2004), „Neid“ (2011), „Die Schutzbefohlenen“ (2014), „Wirtschaftskomödie“ (2015), „Wut“ (2018).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Mehr als ein Soloinstrument – Der Hornist Tillmann Höfs

Tillmann Höfs im Gespräch mit Carola Malter über das Horn, seinen Preis beim Deutschen Musikwettbewerb und sein CD-Debüt.


15.09.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Auf des Lebens raschen Wogen

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Konfrontation mit sich selbst – Sabine Liebner erkundet Mauricio Kagels Klavierwerk

Von Yvonne Petitpierre. 1961 schrieb Mauricio Kagel das Klavierstück ,Metapiece‘. In simultanen Zusammenhängen mit anderen Werken gespielt, wird es ,Mimetics‘ genannt. Die Münchner Pianistin Sabine Liebner nähert sich Kagel zehn Jahre nach dessen Tod, indem sie dieses Stück mit anderer Tastenmusik des Komponisten kombiniert. In ihrem beim Label Wergo erschienenen Kagel-Projekt findet sich besagtes Werk gleich mehrere Male. Entweder erklingt ,Metapiece‘ als ,Mimetics‘ Satz für Satz mit einem anderen mehrsätzigen Opus verschränkt oder ein wieder anderes Werk überlagernd. Auf dieser höchst eigenen Klangreise durch Kagels pianistisches Oeuvre begegnet man höchst Unterschiedlichem, und ein vielgestaltiges Panorama entfaltet sich – von Kagels ersten Klavierstücken aus den 1950er-Jahren bis zur großen Klavieretüde ,an tasten‘ von 1977.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: „Hill End“ – Roswitha von den Driesch & Jens-Uwe Dyffort

Das Thema heißt Gold – überhaupt die rasante Entwicklung des Rohstoffabbaus samt seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen, die ganze Regionen geprägt haben und prägen. Und längst die ganze Welt.

Das Hörstück entstand mit Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie dem „Hill End Artists in Residence Program“ (New South Wales, Australien). hr 2018 | 40 Min. | Ursendung

Die 1851 während des australischen Goldrausches gegründete Stadt Hill End steht als Sinnbild dafür. Heute zwar ein musealer Ort – weiterhin ist Australien einer der größten Goldförderer – erweist sie sich als idealer Geschichtsstandort, um mit den Mitteln des Künstlers die globalen Goldflüsse etwas anders als gewöhnlich zu skizzieren. Produzierende Minen verkaufen international Gold, das sich in Elektronikgeräten wiederfindet, das Recyclingfirmen in Deutschland schürfen und veräußern. Das Hörstück „Hill End“, vom Klangkunst-Duo Roswitha von den Driesch (*1964) und Jens-Uwe Dyffort (*1967) aus originalen Vorort-Sounds legiert, führt uns akustisch durch die Kreisläufe des Rohstoffabbaus, lässt unsere Hämmer und Ambosse mitwirken an Klängen des Extrahierens, Zerkleinerns und Verarbeitens.

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Lied vom fallenden Kamel – Musik aus Usbekistan

Türkisches trifft auf Persisches, dazu die Zeugnisse von fast siebzig Jahren Sowjetunion. Usbekistan ist das Herzstück Zentralasiens, einer Region, in der sich schon seit Jahrhunderten die verschiedensten Kulturen begegnet sind. Auf der alten Seidenstraße herrschte ein reger Austausch zwischen Orient und Okzident. Die legendären Städte Samarkand und Buchara waren nicht nur große Handelszentren, sondern auch Zentren der Wissenschaft und Kunst. In der Musik Usbekistans verschmelzen die Kulturen auf einzigartige Weise, etwa in den Gesängen auf Texte aus der Sufi-Mystik, in den Klängen der typischen Streich- und Zupfinstrumente Gijak und Dutar oder in den Tanzliedern, mit denen man sich auf dem Land unterhält. Florian Heurich begibt sich auf einen Streifzug durch Usbekistan entlang der Seidenstraße und trifft dabei auf Musik, die das Leben auf den alten Karawanenrouten widerspiegelt, frei nach einem Ausspruch des aus Buchara stammenden Gelehrten und Philosophen Avicenna: „Durch starkes Denken kann man ein Kamel zu Fall bringen.“


16.09.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: 2001 Odyssee im Weltraum – Science Fiction und Musik

Vor 50 Jahren schrieb der Regisseur Stanley Kubrick mit seinem Science Fiction-Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“ auch Filmmusikgeschichte.

Statt einen neuen Soundtrack schreiben zu lassen, setzte er vertraute Orchestermusik von Klassik bis Moderne ein. Unvergessen, wie Astronauten zum „Donauwalzer“ schwerelos durchs Weltall schweben, oder wie das Raumschiff zu den statischen Klängen von György Ligetis „Atmosphères“ in neue Bewusstseinsdimensionen vordringt. In „Kaisers Klänge“ ertönt heute der komplette Filmscore.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Der Schöpfer der Berliner Philharmonie – Hans Scharoun zum 125. Geburtstag

Von Albrecht Dümling. Als Hans Scharoun erstmals seine Pläne für die Berliner Philharmonie vorlegte, wurde die Platzierung des Konzertpodiums in der Mitte von Fachleuten als widersinnig kritisiert. Nur dank der Unterstützung von Visionären wie Herbert von Karajan wurde das Projekt schließlich akzeptiert und realisiert. Die Sendung vergleicht die Ideen des Architekten mit den Erfahrungen der Musiker und Musikhörer.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik (Barbara Eckle) Pas à Pas

Karel Goeyvaerts: Litanie I für Klavier; Jan Michiels | Louis Andriessen: Symphonie voor losse snaren für 12 Streicher; ensemble resonanz | Marcus Antonius Wesselmann: Sextett; Ensemble Modern, Leitung: Franck Ollu | Karel Goeyvaerts: Pas à Pas für Klavier; Jan Michiels

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Botschafter der Liebe – Der bosnische Sänger Božo Vréco

Seine Religion sei die Liebe, erklärte Božo Vréco kürzlich in einem Interview. Um seine Botschaft von der Liebe zu verkünden, setzt der bosnische Sänger seine Stimme ein, die von seinen Fans als kristallklar, engelsgleich, ja sogar als magisch beschrieben wird. Tatsächlich ist Božo Vrécos faszinierende Stimme aber nur ein Teil des großen Ganzen, das diesen außergewöhnlichen Künstler ausmacht. Mit langen schwarzen Haaren, kajalumrandeten Augen, wallenden Kleidern und seinem gepflegten Bart bekennt er sich offen zu seiner androgynen Veranlagung. Es grenzt an ein Wunder, dass der Sänger in seiner bosnischen Heimat, wo Andersdenkende und Andersfühlende immer noch massiv diskriminiert werden, mittlerweile als ein Popstar gilt. Der Grund dafür ist vermutlich die Authentizität, die Božo Vréco als Mensch und als Künstler ausstrahlt. Bewunderung weckt außerdem seine Fähigkeit, alte Tradition zu neuem Leben zu erwecken: so hat er die als Sevdalinka bezeichneten melancholischen Liebeslieder Bosniens wiederentdeckt und ein neues junges Publikum erschlossen. In ihrer Sendung lässt Michaela Fridrich den Künstler selbst zu Wort kommen und stellt seine Musik vor, die mittlerweile über die Grenzen Bosniens und der Balkanregion hinaus Popularität genießt.

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Martin Hufner

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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