Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 30.07. bis 05.08.2018

Neue Musik bei Radio Fritz
Neue Musik bei Radio Fritz

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 31. Schwerpunkte: Pianist und Musikforscher Herbert Henck, Gordon Sherwood, Wenn Barockmusik und zeitgenössische Musik ganz mühelos aufeinandertreffen, Junge griechische Avantgarde, Filmmusik bei Peter Greenaway, Der Souffleur als heimlicher Operndirigent?, Das finnische Frauenquartett Suden Aika.

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30.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Freispiel: Mobile Karma – Von Leo Hofmann

Kurzstrecke 76: Feature, Hörspiel, Klangkunst. Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel. Produktion: Autorinnen und Autoren / Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 54’30. (Ursendung)

Hörstücke aus der freien Szene. Heute unter anderem mit Datenübertragung vor dem Internet und Einblicken in das moderne Arbeitsmonadentum.

Hard Bit Rock – Von Roland Etzin. Außerdem: Neues aus der Wurfsendung mit Julia Tieke


31.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Denken über die Tasten hinaus – Der Pianist und Musikforscher Herbert Henck

Von Werner Klüppelholz. Herbert Henck steht für Bescheidenheit, äußerste Präzision und umfassende Analyse – auch der Wirklichkeit hinter den Noten.

Alles Oberflächliche und Eventmäßige ist Herbert Henck vollkommen fremd. Er steht für Bescheidenheit, äußerste Präzision und umfassende Analyse, auch der Wirklichkeit hinter den Noten. Als Pianist von hohem Rang hat er sich fast ausschließlich der Neuen Musik gewidmet, Klassikern wie Antheil, Cage, Ives oder Schönberg, Generationsgenossen wie Klarenz Barlow, Wolfgang Rihm oder Walter Zimmermann. Aber auch eher unbekannte Namen wie Ruth Crawford Seeger, G. I. Gurdjieff oder Federico Mompou erfahren seine liebevolle Aufmerksamkeit. Über seine Arbeit an Stockhausens ‚Klavierstück X‘ verfasste Henck ein ganzes Buch und er ging dem Schicksal des von den Nazis ermordeten Komponisten Norbert von Hannenheim nach, mittels Suchmeldung in der Zeitung Heimatgruß. Als unabhängiger Kopf war Henck zugleich lange Zeit sein eigener Verleger, etwa des Jahrbuchs ‚Neuland‘, einem bedeutenden Forum der Neuen Musik. Die Texte Hencks sind stets so klar wie lebendig – genau wie sein Spiel. Klavierprofessor ist er nie gewesen, „um die Zahl der arbeitslosen Pianisten nicht weiter zu erhöhen“. Am 28. Juli wird Herbert Henck 70 Jahre alt.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Robert Fabian Schneider: Lieder (Anette Joanna Niemeier, Sopran; Robert F. Schneider, Klavier); Markus Zahnhausen: „Einsamer Wanderer“ (Susanna Laurin, Blockflöte); Anton Würz: „Vor der Reise“, op. 6, Nr. 5 (Ursula Benedik, Mezzosopran; Barton Weber, Klavier); Tobias PM Schneid: „Five Portraits“ (Esther Hoppe, Violine); Erik Schäpers: „Reisebilder“ (Wolfgang Holzmair, Bariton; Thomas Palm, Klavier); Elke Tober-Vogt: „Reiseskizzen“ (Rudi Spring, Klavier); Robert Owens: Drei Lieder, op. 19 (Elisabeth Emme, Mezzosopran; Robert Owens, Klavier); Harald Genzmer: „Hölderlinfragmente I-V“ (Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern: Werner Andreas Albert)


01.08.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Peter Gahn: „ink, colours and gold on paper I + II“ (Felix Kroll, Akkordeon; Ensemble Reflexion K); Armin Fuchs: „… vielleicht – vielleicht auch nicht …“ (András Hamary, Markus Bellheim, Armin Fuchs, Klavier); Stefan David Hummel: „In one’s heart of hearts“ (Stefan Teschner, Violine; Klaus Jäckle, Gitarre; Sven Forker, Schlagzeug); Rainer Rubbert: „obstacle 1078“ (Ensemble United Berlin); Heinrich Hartl: „Wandlungen“, op. 115. (Mährisches Philharmonie Olomouc: Toshiyuki Shimada); Ernst Ueckermann: „Japanischer Liederzyklus“ (Elisabeth Grimm, Sopran; Ernst Ueckermann, Klavier); Andreas Dohmen: „Tempo giusto“ (Schlagquartett Köln; WDR Sinfonieorchester Köln: Stefan Asbury); Hermann Seidl: Fünf kleine Stücke (Hermann Seidl, Klavier)


02.08.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vor 50 Jahren

Luciano Berio: „O King“ für Sopran und fünf Instrumente. Ensemble Avantgarde. Leitung: Thomas Michael Gribow | Vinko Globokar: „Discours II“ für fünf Posaunen. Vinko Globokar, Posaune. Posaunenquartett „Four Bones“ | Ernstalbrecht Stiebler: „Betonungen“ für Orgel. Hans-Peter Schulz, Orgel | Jani Christou: „Anaparastasis I ‚The Bariton’„ für Bariton und Kammerensemble mit kleinem Chor. Spyrros Sakkas, Bariton. Ensemble „musik unserer zeit“. Sinnhofer-Quartett. Chor des Bayerischen Rundfunks. Leitung: Jaroslav Opela

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Wolfgang Jacobi: Sonate (Julia Rebekka Adler, Viola; Andreas Skouras, Klavier); Joseph Haas: Streichquartett, op. 50 (Diogenes Quartett); Heinz Benker: Suite (Franziska Reinmiedl, Harfe; Frank Strobel, Schlagzeug; Kammerorchester des Pestalozzi-Gymnasiums: Ferdinand Preis); Werner Egk: Variationen über ein karibisches Thema (Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott); Kerstin Thieme: „Daß Fried im Lande ist“, Motette (Palestrina Chor Nürnberg)

22:05 bis 23:00 – BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik – Gordon Sherwood

Gordon Sherwood: „Dance Suite“, op. 67 (Masha Dimitreva, Klavier); Symphonie Nr. 1 (Bayerisches Landesjugendorchester: Werner Andreas Albert); „Sonatina nello stilo del medio oriente“, op. 27, Nr. 3; „Boogie Canoicus“, op. 50; „Sonatina alla Francese“, op. 27, Nr. 1 (Masha Dimitreva, Klavier)


03.08.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Production a+f – Von Marina Rosenfeld

Mit: Eli Keszler, Greg Fox, Cléo Palacio-Quintin, Philippe Lauzier, Adam Kinner, Joanna Zieliñska, Natalia Magdaleno, Rafael und Carys Mesinai, und den Musikern der Fusiliers de Mont Royal. Produktion: documenta 14 / Deutschlandradio Kultur 2017. Länge: 42’00. (Wdh. v. 28.04.2017)

Für die documenta 14 entwarf die Künstlerin eine Reihe von musikalischen Übungen.

a. Notation folgt MIGRATION; b. Kein Lied ohne Lärm; c. DIS-UNISONO folgt auf Unisono; d. Dauer = 42 Minuten; e. Ganze Note** = VARIABLE; f. INTERVALL = rein; a+b = Übertragung; a+f = [unbekannt].

Marina Rosenfelds Arbeit bezieht die Zuhörerinnen in eine Reihe von musikalischen Übungen ein, die die Grenzen des rhythmischen und melodischen, über verschiedene Orte hinweg und ohne Körperkontakt erklingenden Unisonos auslotet. „Production a+f“ inszeniert Muster von Kooperation und Konflikt, die sich in akustischen Räumen entfalten.

„Production a+f“ war Teil der gemeinsamen Radiokunst-Ausstellung „Every Time A Ear di Soun“ von documenta 14 und Deutschlandradio Kultur. Sie zeigt 30 neue Hörstücke von internationalen Künstler*innen. Der Titel der Ausstellung ist einem Song des jamaikanischen Dub-Poeten Mutabaruka entlehnt. Er bedeutet ‚Immer wenn ich den Klang höre‘. Kuratiert wurde die Ausstellung von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung und Marcus Gammel.

Marina Rosenfeld lebt als Künstlerin und Komponistin in New York City. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem im Museum of Modern Art, The Kitchen, Whitney Museum of American Art und bei der Biennale Montréal.

Außerdem: Mehr über „Every Time A Ear di Soun“: http://www.documenta14.de/de/public-radio/

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Rudolf Mors: Klavierkonzert (Volker Banfield, Klavier; Philharmonisches Orchester Bielefeld: Rainer Koch); Helmut Bieler: „Miserere Domine“, Pastoralmesse (Ute Döring, Alt; Wilhelm Hofmann, Bariton; Uwe Hoppe, Sprecher; Chor der Universität Bayreuth; Streichorchester der Universität Bayreuth: Helmut Bieler); Waldram Hollfelder: Sechs Bagatellen (Otto Kapperer, Waldram Hollfelder, Klavier)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Oswald Egger: Vom Drehen und Wenden der Blätter

Zu seiner Radioarbeit für eine Schauspielerin notiert der Dichter Oswald Egger: „Vom Welken, Verdorren und Wiederstraffwerden der Blätter erzählt eine einzige Stimme: Ereignishafte, doch eigenlose Begebenheiten, wie leere Träume, die unter dem Baumlaub nisten als flüchtiger Windgott. Hallige Zwischenfälle, ein ganzer Archipel von unverstummten Zeitinseln, die auftauchen, erscheinen und verschwinden, raue Scharen in einem Meer von Geschichten. Die Rede ist eine vielgestaltig verschossen geflochtene, unauflöslich wortknotige Schnur als Knotenlinie von Verknotungen – in einem Monolog von leblos lebendigen Vorkommnissen davon. Wie ein Echo, das seine Silben wiederholt und, auf Lücke gesetzt, pausenlos verschränkt und selbstlaut verschluckt, stimmhaft. Unentwegt kommt dabei zur Sprache, was nicht gesagt ist, was als Inversion der Stille jetzt hörbar wird, wortwörtlich: Das Blatt hat sich gewendet, man sagt, es ist Herbst geworden, die rastende, gesättigte Zeit ohne Zeit.“

Oswald Egger, geb. 1963 in Südtirol, Schriftsteller. Seit 2011 Inhaber der Professur „Sprache und Gestalt“ an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Weitere Hörspiele u.a. „Linz und Lunz“ (SWR 2013), „Ohne Ort und Jahr“ (SWR 2010).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Zeitsprung – Wenn Barockmusik und zeitgenössische Musik ganz mühelos aufeinandertreffen

Die Cembalistin Elina Albach im Gespräch mit Ulrike Klobes


04.08.2018


22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Lust am Experimentieren – Junge griechische Avantgarde

Von Barbara Eckle. Die Musikkultur Griechenlands ist ein Hybrid zwischen Ost und West. Auf der Landkarte der Neuen Musik liegt das Land an der äußeren Peripherie. Aber nicht alle Komponisten sind in die einschlägigen Zentren ausgewandert, um am zeitgenössischen westlichen Musikleben teilzunehmen. Die bekanntesten, Iannis Xenakis und Georges Aperghis, gingen jung nach Paris. Ein Zurück gab es aus politischen Gründen nicht. Solche Zwänge gelten heute nicht mehr. Aber noch immer gilt: Wer als Komponist nur in Griechenland bleibt, wird in den Hotspots der Neuen Musik kaum wahrgenommen. In den 90er-Jahren haben in der nördlichen Metropole Thessaloniki Komponisten wie Dimitris Papageorgiou und Michalis Lapidakis nach Alternativen gesucht. Von Thessaloniki aus haben sie Achsen konstanten Austauschs geschlagen – nach Österreich, Deutschland, in die Vereinigten Staaten. Die Generation ihrer Schüler, darunter Zesses Seglias, Dimitris Maronidis oder Eleni Ralli, folgen ihnen darin. Und ihre Lust an Experimenten und neuen Initiativen wird selbst von der großen finanziellen Krise nicht ausgebremst.


05.08.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Der Kontrakt des Regisseurs – Filmmusik bei Peter Greenaway

Die Filme des britischen Regisseurs Peter Greenaway fielen schon immer durch ihre Musik auf. Sie wird nicht im Nachhinein zur Szene dazu komponiert, sie entsteht bereits vor dem Film und bestimmt dessen Gestaltung mit.

Unvergessen ist, wie in „Der Kontrakt des Zeichners“ zu den Minimalklängen Michael Nymans Zeichnungen entstehen. Oder wie in „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ feierliche Barockprozessionen durch kühl ausgeleuchtete Raumlandschaften ziehen.

19:04 bis 20:00 | WDR 3
WDR 3 Hörspiel: Das Tierreich – Von Michel Decar und Jakob Nolte

Komposition: Max Andrzejewski und Daniel Bödvarsson. Mit Lukas Darnstädt, Max Hegewald, Olga Hohmann, Stefan Hornbach, Lola Klamroth, Luis Krawen, Adrienne von Mangoldt, Juno Meinecke, Thea Rasche, Lena Schmidtke, Karla Sengteller, Paula Thielecke, Eric Wehlan und Anton Weil. Regie: Michel Decar

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Maestro suggeritore – Der Souffleur als heimlicher Operndirigent?

Von Markus Kosel. Was sich hinter den Kulissen einer Opernaufführung abspielt, bleibt meist verborgen. Das gilt auch für jene Akteure, die ihren Platz an unsichtbarer Stelle vor der Bühne oder an deren Rampe haben, den Souffleur oder die Souffleuse. Dabei ist gerade deren Rolle für den reibungslosen Ablauf des Abends von eminenter Bedeutung. Ein Einblick in die Arbeit der Souffleure.

23:05 bis 24:00 – BR-KLASSIK
Musik der Welt: Zeit der Wölfe – Das finnische Frauenquartett Suden Aika

Eine Sendung von Ulrike Zöller

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seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.