Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 14.05. bis 20.05.2018

Radio Neue Musik. Montage: Hufner
Radio Neue Musik. Montage: Hufner

Neue Musik und Musikfeatures, Hörspiele in der Kalenderwoche 20. Schwerpunkte: Acht Brücken, Neun Hörspiele, 1000-mal musikalisches Glück. Ganz sicher.

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14.05.2018


20:05 bis 21:00 | Bayern 2
Hörspiel: Caroline Labusch: Der Ballon – ein deutscher Fall

Der Ballon – ein deutscher Fall. Von Caroline Labusch. Komposition: Julian Klein. Regie: Caroline Labusch/Julian Klein. RBB 2016

8. März 1989: Ein fallschirmartiges Gebilde aus durchsichtiger Plane verfängt sich in Berlin-Zehlendorf in einem Baum. Der Bewohner einer nahegelegenen Villa findet wenige Stunden später im Gebüsch seines Gartens eine Leiche. Todesursache: Sturz aus großer Höhe. Der junge Westberliner Alexander Schmid hört von diesem Ereignis in den Abendnachrichten. Es ist der Beginn einer Spurensuche, die ihn nicht mehr loslassen wird. Ein Vierteljahrhundert später begeben wir uns mit Alexander Schmid auf eine Zeitreise in das geteilte Berlin vor dem Fall der Mauer. Sie beginnt in Schmids Westberliner Privatwohnung und führt uns über den Berliner Nachthimmel hinüber zu einer Laubenkolonie im Ostteil der Stadt. Dort wird mithilfe von Dokumenten und Zeitzeugen versucht, die tragische Geschichte um Winfried Freudenberg und seine Flucht in den Westen zu rekonstruieren.

Caroline Labusch, geb. in Göttingen, bildende Künstlerin sowie Drehbuch-, Theater- und Radioautorin. 1992-2000 Studium der bildenden Kunst und Fotografie in Berlin und Zürich. Ausstellungsbeteiligungen u.a. Migros Museum für zeitgenössische Kunst, Fotomuseum Winterthur, NGBK Berlin, Frankfurter Kunstraum.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: ON@ACHT BRÜCKEN

Sarah Nemtsov: Journal für verstärktes Ensemble / Benjamin Grau: Mycel für Bassflöte, Percussion und Elektronik / Alexander Schubert: Sugar, Maths and Whips für Violine, Kontrabass, Klavier, Schlagzeug und Elektronik / Julian Siffert: Two Variations on Public Space, für Programmtext, Radiohörer/in, Ensemble, Elektronik und Hörposten im öffentlichen Raum, Uraufführung. electronic ID; Constantin Herzog, Kontrabass; Dorrit Bauerecker, Akkordeon; Dawid Liftinger, Licht-Klang-Installation; Maximilian Estudies, Klangregie

Bernd Alois Zimmermann: Sonate für Violine und Klavier / Salvatore Sciarrino: Lo spazio inverso, für Flöte, Klarinette, Celesta, Violine und Violoncello / Klaus Huber: Schattenblätter, für Basskarinette, Violoncello und Klavier / Francisco C. Goldschmidt: TALA, für Viola solo und Klavierresonanzen, Uraufführung / Fausto Romitelli: La sabbia del tempo, für 6 Instrumentalisten. Kommas Ensemble, Leitung: Lautaro Mura; Francisco C. Goldschmidt, Künstlerische Leitung; Maximiliano Estudies, Klangregie. Aufnahmen aus dem Kölner Funkhaus

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART Die Komponistin Birke J. Bertelsmeier

„Greifbar“, so wirkt die Musik der 1981 in Hilden geborenen Komponistin beim ersten Hören. Allerdings täuscht die Fassade, denn dahinter verbergen sich komplexe Strukturen, die den Hörer Schritt für Schritt auf fremdes Terrain führen.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Musik-Lektüren. Mit Björn Gottstein, Lydia Jeschke, Bernd Künzig und Michael Rebhahn

Über neue Musik wird immer noch viel geschrieben. Abgesehen von den schriftlichen Erwerbungen des Doktortitels werden jährlich zahlreiche Bücher zu Fragen der Neuen Musik veröffentlicht, darunter Fachbücher, Prosa, Sachbücher und Pamphlete. Die Redaktion Neue Musik hat Neuerscheinungen mit kritischem Blick gelesen und stellt die Bücher im Gespräch vor.


15.05.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Heiliger Ernst und teuflischer Spaß – ’68 und die Neue Musik (2/4)

Von Werner Klüppelholz. Die Früchte am Baum der Revolution: Konzertstörungen, Kollektivkompositionen, Partizipation, Straßenmusik, Darmstädter Ketzereien.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Jan Koetsier: Concertino, op. 115 (Oliver Siefert, Stefan Geiger, Uwe Schrodi, Markus Blecher, Posaune; Münchner Rundfunkorchester: Christoph Poppen); Peter Schöbach: „Verwehte Blätter“ (Rose Bihler Shah, Mezzosopran; Martin Wolfrum, Klavier); Ruth Zechlin: „Sieben Versuche und ein Ergebnis“ (Linda Ann Bangs, John-Edward Kelly, Bruce Weinberger, Carina Raschèr, Saxophon); Roland Leistner-Mayer: Klarinettenquintett (Eduard Brunner, Klarinette; Sinnhoffer-Quartett); Max Beckschäfer: „Michelangelo-Fragmente“ (Singphoniker); Widmar Hader: „Sonata venatoria“ (Uwe Komischke, Corno da caccia; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair)

20:10 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Hörspiel: Interview mit einem Stern (2/4) – Von Ernst Schnabel

Komposition: Johannes Aschenbrenner. Regie: Fritz Schröder-Jahn. Produktion: NWDR 1951. Länge: ca 49′. (Teil 3 am 22.5.2018)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Kunstfestspiele Herrenhausen: 18.05. – 03.06.2018 Hannover

Von Margarete Zander. Wieder einmal lädt Ingo Metzmacher uns ein, mit ihm Abenteuer großer Kulturschaffender des 20. und 21. Jahrhunderts zu erleben. Sie könnten mit der charismatischen Bratschistin Tabea Zimmermann in die Welt von Reger, Berio, Zimmermann und Ligeti tauchen oder mit dem Pianistenduo GrauSchumacher eine Zeitreise von Claude Debussy zu Britta Muntendorf erleben. Im Anschluss an jedes Konzert bekommen Sie die Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre im Spiegelzelt mit den Akteuren zu sprechen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „Lieber Pierre – mein lieber John“ – Die Künstlerfreundschaft zwischen John Cage und Pierre Boulez

So sehr wie Pierre Boulez und John Cage haben keine anderen Komponisten die musikalische Nachkriegsmoderne geprägt und beeinflusst. Beide Künstler einte der Wunsch nach einer tiefgreifenden Erneuerung des Komponierens. Selbst Schönbergs Zwölftontechnik empfanden sie einer musikalischen Tradition angehörig, die es zu überwinden galt. 1949 begegneten sich beide Musiker erstmals in Paris. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die von gegenseitigem Respekt und Neugierde geprägt war. Der von 1949 bis 1962 währende Briefwechsel spiegelt das eindrucksvoll wider. In ihm tauschten sich beide über neue Kompositionsverfahren und musikphilosophische Gedanken aus. Auch wenn sie die gleichen Ziele hatten, entwickelten sie im Lauf der Zeit geradezu diametral entgegengesetzte Methoden, um diese zu erreichen. Cage entwickelte seine Zufallsoperationen, Boulez ging es um maximale Kontrolle über die Form. Letztlich führten diese Gegensätze zum Bruch der Freundschaft. Eine Sendung von Robert Jungwirth


16.05.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Viera Janárceková: Konzert für Klarinette, Akkordeon und Streichorchester (Oliver Klenk, Klarinette; Stefanie Schumacher, Akkordeon; Quasars Ensemble: Ivan Buffa); Jürgen Schmitt: Klavierstück III (Jürgen Schmitt, Klavier); Gerald Eckert: „Sopra di noi … (niente)“ (Ensemble Reflexion K: Gerald Eckert); Volker Blumenthaler: „Steinbrech ist meine Blume“ (Volker Blumenthaler, Violoncello); Klaus Ospald: „Sopra un basso rilievo antico sepolcrale…“ (Hans Nickel, Tuba; Schlagquartett Köln; WDR Rundfunkchor Köln; Experimentalstudio des SWR: Rupert Hubert)

19:04 bis 20:00 | WDR 3
WDR 3 Hörspiel: Paul oder die Zerstörung eines Hörbeispiels. Von Wolf Wondratschek

Mit Olaf Quaiser, Arnold Richter, Erich Herr, Lothar Rollauer, Gerd Peiser, Brigitte Dryander, Jodoc Seidel, Peter Fitz, Werner Hanfgarn, Robert Seibert und Werner Rundshagen. Regie: Heinz Hostnig. Aufnahme WDR/BR/hr/SR 1969. Anschließend: WDR 3 Foyer – 1969: Hörspiel jetzt auch in ! Und im LKW.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Grad‘ noch dran gedacht – Musik zum Muttertag

Keine Blumenkränze, aber ein buntes Musik-Boquet winden Kaisers Klänge heute den Mamas und Muttis, den Muttchens und Mamutschkas, von denen schließlich jeder eine hat.

Berühmte Komponisten schreiben ihren Lebensspenderinnen Dankeshymnen und musikalische Nachrufe. Und so manche Erziehungsberechtigte widmet ihrerseits dem Nachwuchs klingende Reflexionen. Dabei kommt es mitunter sogar zum Duett der Erzeugerin mit dem eigenen Sprößling.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: „Sagenhaft! Märchen, Mythen und Legenden“ – 25 Jahre Singer Pur –

Werke unter anderem von John Cage, Wolf Kerschek, David Wikander und Wenzel Heinrich Veit

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Manos Tsangaris

Mit Andreas Göbel. Er ist Komponist, Perkussionist und Dichter und eine der originellsten Persönlichkeiten der Neue Musik-Szene. Mit seinen oft multimedialen Arbeiten, in denen Musiktheater, Installation, Musik, Schauspiel und Bildende Kunst eine Symbiose eingehen, beleuchtet er unsere Wahrnehmung von Kunst aus einem überraschend erhellenden, bisweilen auch durchaus humoristischen Blickwinkel. Am 19. Mai kommt das Musiktheater „Abstract Pieces“ von Manos Tsangaris in der Neuen Werkstatt der Staatsoper Unter den Linden Berlin zur Uraufführung.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: SWR JetztMusik in Edenkoben mit dem Jack Quartet. Christopher Otto, Austin Wulliman (Violine), John Pickford Richards (Viola), Jay Campbell (Cello)

Marcos Balter: Chambers/ Julian Anderson: String Quarter No. 3 / Brian Ferneyhough: Dum Transisset. (Konzert vom 14. April im Herrenhaus, Edenkoben). Das junge amerikanische Jack Quartet zählt mittlerweile zu den wichtigsten Streichquartetten der Neuen Musik. Mittlerweile ist es ein gern gesehener Gast bei allen wichtigen Festivals der Musik unserer Gegenwart. Auch die diffizilen Streichquartette Brian Ferneyhoughs zählen zu ihrem Standardrepertoire. Insofern darf dessen jüngste Auseinandersetzung mit der Renaissance-Musik in Edenkoben auch nicht fehlen. Aber das Jack Quartet setzt sich auch verstärkt für Komponisten ein, die hierzulande noch nicht die Aufmerksamkeit erfahren haben, die ihnen gebührt. Julian Anderson zählt zwar zu den wichtigsten englischen Komponisten, dennoch ist sein Werk im deutschsprachigen Raum noch zu entdecken. Das Jack Quartet präsentiert ihn in Edenkoben mit der deutschen Erstaufführungen seines jüngsten Streichquartetts.


17.05.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur‘
Neue Musik

Vassos Nicolaou: „Farbenmaschinen“ für Ensemble / Johannes Schöllhorn: „Pièces croisées“, Neun Bagatellen für großes Ensemble / Gérard Grisey: „Partiels“ für 18 Musiker / Dieter Mack: Kammermusik V (2007) für Kammerensemble. Ensemble Musikfabrik. Leitung: Emilio Pomàrico, Peter Rundel, Enno Poppe

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Nikolaus Schapfl: „Songs without words“ (Vladimir Tsypin, Violine; Gereon Kleiner, Klavier); Richard Heller: „Jeu concertant“, op. 28 (Hense Quartett); Peter Michael Hamel: Violinkonzert (Christiane Edinger, Violine; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Alicja Mounk); Wolfgang Zoubek: „Geräusche des Windes“ (Elisabeth Weinzierl, Edmund Wächter, Flöte); Franz Alfons Wolpert: „So schönen Wesen sind Nachkommen Pflicht“ (Kieth Engen, Bass; Franz Alfons Wolpert, Klavier)

19:04 bis 20:00 | WDR 3
WDR 3 Hörspiel: Wald. Ein deutsches Requiem – Von Gerhard Rühm

Komposition und Regie: der Autor. Dirigent: Wolfgang Fromme. Mit Elisabeth Hartmann, Matthias Ponnier, Gerhard Rühm, Othello Liesmann und dem Collegium Vocale Köln. Aufnahme des WDR 1983. Anschließend: WDR 3 Foyer: Dokumentarisches Hörspiel über das Waldsterben.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Das Tempo der Freiheit – Die Dirigentin Simone Young

Über die Frage wie es wohl sei als Frau am Dirigentenpult, kann sie nur noch müde lächeln: unzählige Male musste Simone Young sich während ihrer mehr als 30 Jahre währenden Karriere zu diesem Thema äußern. Dabei habe das mit ihrer Arbeit gar nichts zu tun, findet sie. Ob im Orchestergraben oder auf dem Konzertpodium: die Dirigentin hat sich mit Kompetenz und Zielstrebigkeit schon seit langem im internationalen Musikbetrieb durchgesetzt. Auch nach ihrem Abschied als Hamburger Opernintendantin und Generalmusikdirektorin vor drei Jahren braucht sie sich über leere Auftragsbücher keine Sorgen zu machen. So reist sie im Jahr 2018 um den ganzen Erdball und erfüllt ihre Engagements bei renommierten Klangkörpern und Opernhäusern. Ab Mai ist sie an der Bayerischen Staatsoper in einer Neuproduktion von Leoš JanáÄeks „Aus einem Totenhaus“ zu erleben. Über ihre Beziehung zum Schaffen des tschechischen Komponisten und ihre Erfahrungen der letzten Jahre als freie Dirigentin spricht sie in KlassikPlus mit Michaela Fridrich.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement live: Netzwellen – Martin Tchiba spielt neue Klaviermusik aus den sozialen Netzwerken

Direktübertragung aus dem Großen Sendesaal, Funkhaus Halberg, Saarbrücken

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: We love Israel (1 bis 3/7)

Ein Hörspiel-Serial von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman. SWR2 Serie: 70 Jahre Staat Israel. Folge 1: Am Flughafen Berlin Schönefeld / Folge 2: Heiliges Land / Folge 3: Milch und Honig. Musik: Jair Elazar Glotman. Regie: Noam Brusilovsky. (Produktion: SWR 2018)

Vor 70 Jahren, am 14. Mai 1948 endete das britische Mandat über Palästina. Am gleichen Nachmittag proklamierte Ben Gurion den Staat Israel. Für „We love Israel“ schickte das SWR-Hörspiel zwei Israels, die zwischen Berlin und Jerusalem/Tel Aviv leben, auf eine Reise ins „Heilige Land“. Das Mikrofon im dokumentarischen Sinne immer griffbereit. Es sind der Autor und Regisseur Noam Brusilovsky, Jahrgang 1989, und Ofer Waldman, geboren 1979, der als Musiker des West Eastern Divan Orchesters von Daniel Barenboim nach Deutschland kam und mittlerweile als Geisteswissenschaftler und politischer Feuilletonist arbeitet. Ihr Thema ist die Spurensuche vor Ort nach der heutigen deutschen Liebe für Israel (und Israelis) – und die der der Israelis zu den Deutschen. Über ein Serial in sieben Folgen erzählen sie von Berlin als eine der großen wachsenden jüdischen Gemeinden außerhalb Israels, von deutsch-christlichen Touristen in Israel, deutschen Schwulen in Tel Aviv u. v. m.

(Folgen 4 – 6: Donnerstag, 24. Mai, Folge 7: Donnerstag, 7. Juni 2018, jeweils 22.03 Uhr)


18.05.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: In The Woods There Is A Bird …

Von Olaf Nicolai. Realisation: Frank Bretschneider. Recherche: Marian Kaiser und Astrid Matron. Produktion: documenta 14/Deutschlandfunk Kultur 2017. Länge: 31’01. (Wdh. v. 09.06.2017)

Komposition mit Radioaufnahmen von Demonstrationen und politischen Kundgebungen.

Diese Arbeit nutzt das Radio als Quelle (nicht als Übertragungsmedium), um dem Verhältnis von Ton und Zeichenhaftigkeit nachzugehen. Hintergrundgeräusche von Demonstrationen, Krawallen und Aufmärschen, die für das Radio aufgezeichnet wurden, dienen hier als Ausgangsmaterial für das Erzeugen konkreter Klangobjekte und Interpretationen durch Musiker*innen.

„Im Wald, da ist ein Vogel, sein Gesang lässt euch stillstehen und erröten … Und am Ende, wenn man Hunger hat und Durst, kommt jemand und verjagt euch.“ (Arthur Rimbaud)

„In The Woods There Is A Bird …“ war Teil der gemeinsamen Radiokunst-Ausstellung „Every Time A Ear di Soun“. Während der documenta 14 präsentierte das Festival und Deutschlandfunk Kultur 30 neue Hörstücke von internationalen Künstler*innen. Diese Klänge wurden von neun Rundfunksendern auf der ganzen Welt ausgestrahlt. Der Titel der Ausstellung ist einem Song des jamaikanischen Dub-Poeten Mutabaruka entlehnt. Er bedeutet „Immer wenn ich den Klang höre“.

Olaf Nicolai, geboren 1962 in Halle an der Saale, ist Künstler. Seine zeitbasierten Medienkunstwerke und ortsspezifischen Installationen stellen alltägliche Erfahrungen von Raum, Zeit und Körperlichkeit in Frage. Lebt und arbeitet in Berlin.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Horst Lohse: „Mahan“ (Trio Contraste); Stefan Poetzsch: „Rhythmuslaboratorium“ (Stefan Poetzsch Ensemble); Steffen Schorn: „Afrika“ (Steffen Schorn’s Universe of Possibilities)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Tastenlöwen im Revier – 30 Jahre Klavierfestival Ruhr

Von Sylvia Systermans. Schmauchende Hochöfen, grollende Förderbänder und fettiger Kohlenruß sind im Ruhrgebiet Geschichte. Um den Wandel im Pott aktiv zu gestalten, gründeten Industrielle Ende der 1980er-Jahre den Initiativ-Kreis Ruhr. Kunst und Kultur statt Kohle und Stahl war die Devise. Glanzvolles Leitprojekt: das Klavier-Festival Ruhr. Zwischen Wesel und Hagen treffen sich im größten Ballungsraum Deutschlands seit nunmehr 30 Jahren Pianisten von Weltrang. In alten Industriehallen und malerischen Wasserschlössern, modernen Konzerthäusern, Theatern, Museen, Klöstern und Kulturzentren geben sie Recitals und Liederabende, spielen Kammermusik und Orchesterkonzerte. Groß geschrieben wird beim Klavier-Festival Ruhr auch das Engagement für die Kleinen. Mehrfach wurde das ambitionierte Education-Programm bereits ausgezeichnet.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Wittmann/zeitblom: Perpetuum Mobile. Nach Paul Scheerbart

„Eine ewig bewegliche Maschine? – Gibt’s nicht! Die physikalischen Hauptsätze sprechen dagegen!“ Das ist die gängige Antwort auf die Frage nach dem Perpetuum mobile. – Und doch beschäftigt das Phänomen Wissenschaftler, Tüftler, Erfinder und Poeten. Die Idee dieser hypothetischen Maschine, die einmal angestoßen, immer weiterläuft und womöglich dabei sogar Arbeit verrichtet, ist noch immer nicht tot. Kein Wunder. Was könnte man nicht alles mit einer Maschine machen, die – wie der Wasserkreislauf, die Schwerkraft und die Anziehung der Planeten – nahezu unendlich wirken könnte? Paul Scheerbart hat nach eigenen Angaben das Problem der perpetuierlichen mechanischen Bewegung bereits am 12. Juli des Jahres 1910 gelöst und ein Buch darüber geschrieben.

Wittmann / zeitblom stellen in ihrem Hörspiel elementare Fragen zum Phänomen des Perpetuum mobile und den damit verbundenen humanen Existenzbedingungen in den Mittelpunkt. Originaltext, aktuelle Beiträge und eine Komposition aus sich ständig transformierenden, elektronisch-akustischen Mustern erzeugen eine sinnlich-diskursive soundscape. Utopistische Visionen des frühen 20. Jahrhunderts verbinden sich mit aktuellen Überlegungen zu künstlicher Intelligenz, dummen und klugen Technologien sowie Gedanken zur Weltwahrnehmung. Dabei wird der überbordende gedankliche Entwurf, das Fantastische über das Diktum der Vernunft gestellt.

Ob die Maschine funktioniert oder nicht, spielt hier keine Rolle: Das Perpetuum mobile wird zu gebautem Denken, das das Denken selbst wiederum provoziert.

Christian Wittmann, geb. 1967, Schauspieler, Regisseur. Weitere Hörspiele in Zusammenarbeit mit zeitblom u.a. „T.A.Z. – Temporäre Autonome Zone“ (Deutschlandradio 2012), „Black Noise“ (WDR 2016).

zeitblom, geb. 1962, Komponist, Bassist und Produzent. Zahlreiche Kompositionen für BR-Produktionen, unter anderem seit 2008 für die BR-Folgen des ARD Radio Tatorts.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Hjalmar Borgström – Violinkonzert G-Dur op. 25

Eldbjørg Hemsing, Violine. Wiener Symphoniker. Leitung: Olari Elts


19.05.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Tastenlöwen im Revier – 30 Jahre Klavierfestival Ruhr Von Sylvia Systermans. Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

19:04 bis 20:00 | hr2-kultur
Hörbar Klangkunst

22:00 bis 22:30 | hr2-kultur
Im Labyrinth des Hörens: Mit dem Stimmforscher Jan Heinke

Die menschliche Stimme ist zu unendlichen Klängen in der Lage. Ob Beatbox, Klicklaut oder Obertongesang: Jan Heinke ist als Instrumentenbauer und Stimmforscher ständig auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln.

Im „Labyrinth des Hörens“ nehmen seine Zuhörer aktiv an dieser Forschungsarbeit teil. Jan Heinke zeigt, wie die Kulturen der Welt uns mit immer neuen Klängen und Geräuschen überraschen – und wie diese Vielfalt unsere Stimme, Sprache und Musik inspiriert und bereichert. In nahezu jedem Genre, von Pop bis Neuer Musik, erweitert sich die Palette vokaler Ausdrucksmittel so schnell wie nie zuvor. Und die Möglichkeiten der Stimme sind längst nicht erschöpft. Mit vielen Hörbeispielen, in denen Jan Heinke selbst als Stimmakrobat hervortritt, erläutert er, wie spektrales Hören möglich ist, warum es neben dem Obertongesang auch einen Untertongesang gibt, wie faszinierend die Gesangstechniken die Xhosa und die Stimmspiele der Inuit sind und was Physik mit all dem zu tun hat.

Das „Labyrinth des Hörens“ ist eine Veranstaltungsreihe des hr2-Hörfests Wiesbaden. Mitschnitt vom 25. Januar 2018 im Literaturhaus Villa Clementine. Mehr zum Thema: www.stahlquartett.de

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: REVISITED. Forum neuer Musik 2006 – Gamelan, postkolonial

Paul Bruinen: Angstzweet / Sinta Wullur: Kaleidoscoop / Roderik de Man: Antara benua dan benua. Ensemble Gending. Leitung: Jurrien Sligter. Aufnahme vom 19.3.2006 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Das Forum neuer Musik im März 2006 erkundete Szenen neuer Musik im fernen und mittleren Osten. Das Abschlusskonzert mit dem niederländischen Ensemble Gending führte in die spezielle Klangwelt des Gamelan-Instrumentariums. Die KomponistInnen des Programms wagten und thematisierten in neuen Werken interkulturelle Grenzgänge zwischen östlichen Instrumenten und westlichem Avantgardeverständnis. Bei Roderik de Man und Paul Bruinen kamen familiäre Aspekte hinzu, die politische Geschichte erinnern.

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Göttlicher Klang – Erleuchtender Gesang – Die Religionen Indiens und ihre Musik

Hindus bringen in den Shiva-, Lakshmi- oder Krishna-Tempeln ihren Gottheiten Opfergaben dar. Moslems huldigen an den Sufi-Schreinen ihren heiligen Männern. Buddha hat einst in Nordindien seine Lehren verkündet, und heute folgen ihm die Menschen auf dem Weg der Erleuchtung. Für die Parsen ist Indien zur neuen Heimat geworden, außerdem üben Jains und Sikhs ihre religiösen Riten aus. Alle diese Religionen leben in Indien zusammen. Manche seit vielen tausend Jahren, manche erst seit ein paar Jahrhunderten. Einige Glaubensrichtungen sind auf dem indischen Subkontinent entstanden, andere sind aus fremden Ländern nach Indien glangt und dort heimisch geworden. Einigen ist die Diaspora sogar zum neuen Glaubenszentrum geworden. Und jede Religion hat ihre eigenen Kultstätten und ganz besonderen rituellen Gesänge.

Florian Heurich hat die Tempel und Heiligtümer der indischen Glaubensgemeinschaften besucht, musikalische Impressionen eingefangen und sich mit dem Dirigenten Zubin Mehta, selbst ein praktizierender Parse, über seine Religion unterhalten.


20.05.2018


18:20 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel am Sonntag: November 1918 (4/5) – Eine deutsche Revolution

Mehrteiliges Hörspiel nach dem Erzählwerk von Alfred Döblin. Karl und Rosa (1).  Mit: Judith Hofmann, Wolf-Dietrich Sprenger, Jens Harzer, Werner Wölbern, Wolfgang Pregler, Christian Redl, Sebastian Rudolph u. v. a. Musik: Martina Eisenreich. Hörspielbearbeitung: Norbert Schaeffer. Regie: Iris Drögekamp. (Produktion: SWR/NDR 2015)

Döblins umfassendster Roman, der im November 1918 beginnt und mit der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts im Januar 1919 endet, ist eine Totale auf Historisches und Menschliches dieser wenigen Wochen, in denen sich das Schicksal Deutschlands auf Jahrzehnte hinaus entschied. Deutlich zutage tritt Döblins kritische Sympathie für die Revolutionäre Liebknecht und Luxemburg ebenso wie seine Verachtung für die Sozialdemokratie der Genossen Ebert und Noske, die für ihren Verrat am Volk und der Sache mit sorgfältig ausgesuchten Worten voller Zynismus und Sarkasmus bedacht werden. In „Karl und Rosa“ greift Döblin vor allem Luxemburgs Schicksal ab ihrer Zeit im Frauengefängnis in Breslau auf. Er lässt sie ihren toten Geliebten halluzinieren, setzt ihre Gespräche mit ihm in Beziehung zur Niederschrift ihres Buchs über die Russische Revolution und zeigt, dass ihre Trauer wie ein Bleigewicht am revolutionären Willen hängt. (Teil 5, Montag, 21. Mai, 18.20 Uhr)

19:04 bis 20:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Klänge, Sounds und Sensationen – Ordentlich was auf die Ohren

Musik, das sind nicht nur Töne, Rhythmen und Akkorde, da ist auch sonst noch so manches, was in die Ohren geht.

In Kaisers Pfingstklängen rattern heute Dampflokomotiven vorbei (auch echte), Küchenmaschinen klappern und Sturmwinde toben. Ein ganzer Bauernhof macht Musik, und eine komplette Wohnzimmergarnitur wird zur Klangschleife.

22:00 bis 22:30 | hr2-kultur
Im Labyrinth des Hörens: Mit der Neuropsychologin Daniela Sammler

Für unser Gehirn sind die Grenzen zwischen Musik und Sprache, zwischen Singen und Sprechen ausgesprochen fließend. Zufall? Wohl kaum. Die Neuropsychologin Daniela Sammler unternimmt eine musikalische Reise durch das Gehirn.

Musik und Sprache sind grundlegende, kulturübergreifende und kulturhistorisch sehr alte menschliche Fähigkeiten. Die neurowissenschaftliche Forschung der letzten Jahre zeigt eine Vielzahl kognitiver und neuronaler Parallelen der Musik- und Sprachverarbeitung auf. Daniela Sammler vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig vertritt die These, dass Kinder von Geburt an musikalisch sind und darauf hören, wie ihre Sprache „komponiert“ ist. Mit vielen Hörbeispielen zeigt sie im „Labyrinth des Hörens“ die Nähe von Musik und Sprache auf.

Das „Labyrinth des Hörens“ ist eine Veranstaltungsreihe des hr2-Hörfests Wiesbaden. Mitschnitt vom 29. Januar 2015 im Literaturhaus Villa Clementine.

22:00 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Wer eine Stoppuhr braucht, hat die Zeit nicht im Griff“

Die Musikmäzenin und -managerin Ursula Jones. Von Sabine Fringes. Ursula Jones, geboren 1932 in Luzern, ist eine außergewöhnliche Musikförderin. Ihre Eltern waren die Luzerner Kulturmäzene Maria und Walter Strebi. In ihrem Haus trafen sich Künstler wie Furtwängler, Karajan, Rubinstein, Hindemith und Strauss. Als junge Frau geht Ursula Jones Mitte der 50er-Jahre auf Einladung des Musikproduzenten Walter Legge als Sekretärin des Philharmonia Orchestra nach London. Sie bleibt – und gründet das English Chamber Orchestra. Auch mit 86 Jahren fördert sie mit ungebrochenem Engagement den musikalischen Nachwuchs. Sol Gabetta, Alison Balsom, Ksenija Siderova oder der Gitarrist Milos Karadaglic waren einst ihre Schützlinge.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Songs and Poems (2)

Wolfgang Rihm: Gegenstück für Schlagzeug, Kontrabass-Saxofon und Klavier / Aldo Clementi: Tre Ricercari für 3 Ausführende / Hans Thomalla: Lied für Saxofon, Schlagzeug und Klavier / Georges Aperghis: trio funambule für Saxofon, Schlagzeug und Klavier / Johannes Schöllhorn: Sinaïa 1916 für Bariton-Saxofon, Klavier und Schlagzeug. Trio Accanto

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Chefmitarbeiter bei Kritische Masse | Website

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.