Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 26.02. bis 04.03.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 9. Schwerpunkte: Maler und Klangexperimentator Jean Dubuffet (1901-1985), Komponist Matthew Shlomowitz, Stefan Juster, Sopranistin Katharina Konradi, Komponist Frederic Rzewski, Maja Osojnik ||| Ultraschall Berlin, ECLAT 2018, Rückblick auf das Jazzfest Berlin ||| Trial and Error – Komponieren zwischen Codes, Routinen und Nervenzusammenbruch, „Bilder im Kopf“ – Kompositionswettbewerb im Rahmen von Wien Modern, Raumklang und Elektronik, Eboardmuseum in Klagenfurt, Musik nicht nur zum Einschlafen, The Black Hole Radio, Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau der Universität Bayreuth, eine Schlager-Operetta und Musik im Rausch.

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26.02.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Neue Musik aktuell

Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Trial and Error – Komponieren zwischen Codes, Routinen und Nervenzusammenbruch

Von Julia Mihály. Auf der Suche nach neuen Klangfarben und musikalischen Strukturen bedienen sich Komponistinnen und Komponisten nicht selten der Möglichkeiten synthetischer Klangerzeugung und algorithmischer Konzepte. Das allerdings fordert letztlich die Bereitschaft zur bedingungslosen Hingabe an digitale Arbeitsprozesse, komplexe Quellcodes und aufwendige Rechenoperationen. Sobald sich hier aber Fehler einschleichen, ist ein zeitintensiver, bis an körperliche Grenzen und emotionale Extremzustände reichender Kreislauf die Folge: Fehlermeldung – Lösungsversuch – Fehlermeldung. Wie emotional ist das Verhältnis von Musikschaffenden zu ihren Computern? Ist eine Programmiersprache mehr als nur ein Kompositionswerkzeug? Und welche Auswirkungen haben Programmier-Exzesse auf den Kompositionsprozess? Julia Mihály über den Faktor Emotionalität bei der Audio-Programmierung.

23:03 | Ö1
Studierende und ihre „Bilder im Kopf“ – Kompositionswettbewerb im Rahmen von Wien Modern

Gestaltung: Rainer Elstner. Gemeinsam mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien hat Wien Modern im vergangenen Jahr einen Kompositionswettbewerb unter dem Festival-Motto „Bilder im Kopf“ ausgerufen. Die Siegerkompositionen waren beim Abschlusskonzert des Festivals im ORF RadioKulturhaus zu hören, gespielt vom mdw-Orchester unter Jean-Bernard Matter.


27.02.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Eine Musik wie vor 50.000 Jahren“ – Der Maler und Klangexperimentator Jean Dubuffet (1901-1985)

Von Richard Schroetter

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Dorothee Eberhardt: „Xenon Phi“ (Münchner Flötentrio); Peter Kiesewetter: „Sphinxes“, op. 100 (Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik und Theater); Ulrich Stranz: „déjà vu“ (Hansjörg Schellenberger, Oboe d’amore; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Gloria Coates: „Lichtsplitter“ (Irmela Nolte, Flöte; Ulrike von Sybelerpf, Viola; Rosemarie Schmid-Münster, Harfe); Herbert Blendinger: Klarinettenkonzert, op. 72 (Hans Schöneberger, Klarinette; Münchener Kammerorchester: Peter Gülke)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Raumklang und Elektronik

Von Helmut Peters. Die Einbeziehung des Raumes, in dem ein bestimmtes Stück aufgeführt werden soll, hat in der Neuen Musik einen hohen Stellenwert. In der Folge sind auch elektronische Mittel, Raumklang-Environments und Lautsprecherinstallationen wichtige Ausdrucksmittel. Wir stellen in der „neuen musik“ unter anderem eine Neuproduktion des Ehepaares Wilfried Jentzsch und Hiromi Ishii vor, die mit einer quasi domförmig über den Zuhörern schwebenden Lautsprecherkonstruktion experimentiert haben.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Ars Electronica für Tasteninstrumente – Das Eboardmuseum in Klagenfurt

Der russische Physiker Lev Termen konnte nicht ahnen, dass er mit der Erfindung seines Theremins im Jahr 1920 einen Meilenstein setzen würde für eine Familie von Instrumenten, die unter der Bezeichnung „Keyboard“ bekannt geworden sind. Sie alle funktionieren wie das Theremin auf der Basis elektromagnetischer Klangerzeugung und sind doch ganz unterschiedlich hinsichtlich ihrer Größe und ihres Innenlebens. Da ist die Orgel, die Albert Hammond 1935 erfand, oder das Melotron, mit dem die Beatles ihren Hit „Strawberry Fields“ aufnahmen. Da ist der berühmte DX7-Synthesizer der 1970er Jahre und der kleine Minimoog, der unter den schwergewichtigen Keyboards wie ein kleiner Laptop anmutet. Seit 1987 trägt der österreichische Musiker Gerd Prix Keyboards aus aller Welt zusammen – in der von ihm begründeten europaweit größten Sammlung. Ulrich Möller-Arnsberg hat Gert Prix in seinem „Eboardmuseum“ in Klagenfurt besucht und unternimmt in seiner Horizonte-Sendung eine Reise durch die schillernde Geschichte dieses Instruments.

23:03 | Ö1
Komponist Matthew Shlomowitz im Porträt. Zeit-Ton Porträt. Der australische Komponist Matthew Shlomowitz

Gestaltung: Astrid Schwarz. Der in London beheimatete australische Komponist Matthew Shlomowitz hat neben anderen bei Brian Ferneyhough studiert, dann aber seine eigene Klangsprache gefunden. Neben Performance-Stücken und Konzertmusik für Ensembles wie asamisimasa, Calefax, Ensemble Offspring, Ives Ensemble, Nieuw Ensemble und Quatuor Diotima beschäftigt er sich aktuell mit einer Serie von Kompositionen – „Popular Contexts“ – die Aufnahmen mit Instrumentalmusik verbinden und „Letter Pieces“, bei denen körperliche Handlungen und Musik zueinander geführt werden, sowie „Public Lectures about Music“, eine Reihe von Vortrags-Stücken, die ästhetische Wertung und seelische Wirkung von Musik thematisieren. Derzeit unterrichtet Matthew Shlomowitz Komposition an der Universität von Southampton und ist Co-Direktor des Ensembles Plus-Minus mit der Komponistin Joanna Bailie.

Beim ORF musikprotokoll im vergangenen Herbst fand die umjubelte Premiere seiner ersten Oper „Electric Dreams“ statt. Wir haben ihn für ein Gespräch getroffen.


28.02.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Andreas Dohmen: „Musik für Gerhard Richter“ (SWR -infonieorchester Baden-Baden und Freiburg: Lothar Zagrosek); Hermann Beyer: Musik für zwei Posaunen, Schlagzeug und Orgel (Fridolin Lürzel, Michael Junghans, Posaune; Jeff Beer, Schlagzeug; Georg Schmitt, Orgel); Roland Schmidt: „Der Hofnarr“ (Renate Kaschmieder, Mezzosopran; Cabaza Percussion Quartett); Stefan Johannes Walter: „Bis Licht wiederkehrt … – Nachtmusik“ (Kammerorchester Schloss Werneck: Ulf Klausenitzer)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Balde ruhest du auch“ – Musik nicht nur zum Einschlafen

Was bringt den Zuhörer bei Schlafmusik überhaupt zum Einschlafen? Es kann ja nicht aufkommende Langeweile sein oder eine mindere musikalische Qualität, sonst würden sich nicht so viele Wiegenlieder zu Evergreens entwickeln.

Noch ist es dunkel, wenn Kaisers Klänge im Radio laufen. Höchste Zeit also, einmal mit erhöhter Wachsamkeit auf die besonderen Schönheiten der Einschlafmusik zu achten. Moderation: Niels Kaiser

20:55 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: „Touched by the Strings“ – Chorwerke mit Solovioline –

Ola Gjeilo: O Magnum Mysterium; Wolfram Buchenberg: Splendor paterne glorie; Knut Nystedt: Ave Maria; Vytautas Miskinis: In lectulo meo; Gregor Hübner: Ich rufe zu Gott. Ida Bieler, Violine / Orpheus Vokalensemble. Ltg.: Michael Alber

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2018

Mit Eckhard Weber. Bei ihrem Gastspiel im Rahmen von Ultraschall Berlin haben Nina Janßen-Deinzer (Klarinette), Sarah Saviet (Violine), Lucas Fels (Violoncello) und Nicolas Hodges (Klavier) einen klingenden Blick auf zeitgenössische Musik im ostasiatischen Raum geworfen. Aufnahme vom 19. Januar 2018 im Heimathafen Neukölln

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2018 – Klavierduo Yukiko Sugawara und Tomoko Hemmi / Quatuor Diotima

Zeynep GedizlioÄlu: Neues Werk für 2 Klaviere und Streichquartett (Uraufführung); Rebecca Saunders: Neues Werk für Streichquartett (2017) (Deutsche Erstaufführung); Tomoko Fukui: „Synchronous“ für 2 Klaviere (2017) (Uraufführung); Joanna Bailie: „Radio-Kaleidoscope“ für Streichquartett mit Video (2017) (Deutsche Erstaufführung); Mauro Lanza: „The 1987 Max Headroom Broadcast Incident“ für Streichquartett und Elektronik (2017) (Deutsche Erstaufführung); Helmut Lachenmann: „Marche fatale“ (Erstaufführung der Fassung für Klavier) für Klavier solo (2016) (Deutsche Erstaufführung) (Konzert vom 2. Februar 2018 im Theaterhaus Stuttgart)

Die klangliche Konfrontation und Verschmelzung zweier unterschiedlicher, in sich homogener Klangapparate spielt bei ECLAT immer wieder eine Rolle. Im Konzert mit dem Quatuor Diotima und dem Klavierduo Yukiko Sugawara/Tomoko Hemmi sind zwei solcher Formationen zu erleben: einzeln, im Zusammenspiel und ergänzt durch Elektronik oder Video.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Gestaltung: Reinhard Kager. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


01.03.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik

Giacinto Scelsi: Streichquartett Nr. 4. Streichquartett des Klangforum Wien / Mathias Spahlinger: „entfernte ergänzung“ für vier (auch drei oder zwei) Gitarren. Aleph Gitarrenquartett / John Cage: Konzert für präpariertes Klavier und Kammerorchester. Robert Regös, präpariertes Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Leitung: Lucas Vis

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Norbert R. Stammberger: „A Prophecy“ (Alison Weller, Alt; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); Rudi Spring: Präludien, op. 37 (Wiener Sextett); Peter Michael Hamel: „Vom Klang des Lebens“ (Roger Woodward, Klavier); Isabel Mundry: „Le Voyage“ (Klangforum Wien)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Musica notturna (2)

Werke von Hans Werner Henze, Jörg Widmann, Manfred Trojahn, Cornelius Schwehr, Helmut Lachenmann, Siegfried Matthus, Friedrich Cerha und Dietrich Erdmann

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: The Black Hole Radio

Gespräche über das Nullwachstum und Lieder aus der Nachbarschaft. Hörspiel von Luise Voigt mit der Gruppe huRRa!

Die Akademie der Darstellenden Künste kürte das Stück zum „Hörspiel des Monats Juni 2015“ mit folgenden Worten: „In einem gesellschaftlich fast schon zur Religion verordneten Zustand allgemeinen Wachstumsstrebens, das alles zu beherrschen scheint, bringt Luise Voigt drei Menschen dazu, ausgerechnet über Nullwachstum nachzudenken. In immer wieder erneuten Anläufen denken die Drei über die NULL nach. Eine Null, die doch viel bedeuten kann: Ende und Anfang, entweder – oder, weder – noch, sowohl – als auch … So werden drei Monologe, die auf Interviews basieren, auch zu Dialogen. Indem dieses Hörspiel das Stocken des Redeflusses nicht kaschiert, die sympathischen sprachlichen Unzulänglichkeiten nicht falsch glättet, sondern offenherzig kundtut, lädt Luise Voigts Hörspiel den Zuhörer geradezu ein mitzudenken, mitzugehen.“

23:03 | Ö1
Jung an Tagen. Hyperreale Sound-Sphären – Jung an Tagen im Zeit-Ton Porträt

Gestaltung: Heinrich Deisl. Jung an Tagen ist seit einigen Jahren das Hauptprojekt des in Wien lebenden Klangkünstlers und Visualisten Stefan Juster. Das heute erscheinende Album „Agent im Objekt“ ist seine vierte Fulltime-Veröffentlichung als Jung an Tagen und nach „Das Fest der Reichen“ seine zweite für Editions Mego. In Justers Elektronikmusik treffen elektroakustisches Sounddesign auf polyrhythmische Techno-Referenzen und weitverzweigte Klanglandschaften.

Die ersten Aufnahmen von Juster reichen ins Jahr 2007 zurück, stark inspiriert war er von der Rave- und Techno-Kultur der frühen 1990er Jahre. Anfangs machte er auf Techno-Parties die Visuals. Bis heute beschäftigt sich Juster auch mit visueller Kunst: so hat er zahlreiche Videos realisiert und setzt sich aktuell mit 3D-Visualisierungen auseinander.

Als Musiker verfolgt er einen Zugang, der ebenfalls aus dem frühen Techno kommt und hat unter den Namen Alex Strelka, Bobby Lazar oder Stefan Kushima auf Labels wie 100% Silk, Not Not Fun oder Orange Milk Records Musik herausgebracht. Außerdem betreibt er das auf Cassetten-Releases spezialisierte Label SF Broadcasts. Als Bündelung seiner Aktivitäten dient die Plattform Virtual Institute Vienna.

Molekulare Klangbewegungen. Nachdem Pita Rehberg von Editions Mego ein Konzert von Jung an Tagen gesehen hatte, kam der Kontakt mit dem Label zustande. Daraus folgte 2016 das Album „Das Fest der Reichen“, auf dem Jung an Tagen mit dem österreichischen Musiker Superskin sowie der amerikanischen Band Ensemble Economique zusammenarbeitete und das große mediale Aufmerksamkeit erhielt. Es war nach mehr als einem Dutzend Cassetten-Veröffentlichungen Justers erste Release auf Vinyl. 2017 trat er u. a. mit der Violinistin Battle-Ax am Hyperreality-Festival der Wiener Festwochen auf.

Und heuer ist er einer jener Künstler/innen, die 2018 vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst für die Plattform Shape des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound nominiert wurden.

Eines der Wesensmerkmale der Musik von Jung an Tagen ist, dass bei teils recht ausgeprägter analytischer Schärfe immer auch Momente des poetisch-vertrackten Geschichtenerzählens mitschwingen. Es gehe ihm darum, Raum und Zeit klanglich erfahrbar zu machen, so der Künstler.

„Agent im Objekt“ ist eine weitere Präzisierung der synästhetischen Arbeitsweisen von Jung an Tagen, bei dem körperliche und zerebrale Zustandsbeschreibungen gegeneinander austariert werden. Der Zeit-Ton präsentiert anhand dieses Albums einen Überblick über das reichhaltige Schaffen von Stefan Juster.


02.03.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Zhuangzi’s Cup of Tea – Von Arsenije Jovanovic

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2017. Länge: 37’03. (Wdh. v. 03.03.2017)

Eines Tages saß ein Klangkünstler in seinem Haus an der kroatischen Küste und klopfte gegen eine Teetasse. Als die Frau des chinesischen Philosphen Zhuangzi starb, trommelte er auf einem Bottich herum und sang. Denn der Tod war für ihn nur ein Übergang von vielen. Rund zweieinhalb Jahrtausende später saß Arsenije Jovanovic nachts in seinem Haus an der kroatischen Küste und klopfte gegen eine Teetasse. ‚Zhuangzi’s Cup of Tea‘ besteht ausschließlich aus Klängen von Küchenutensilien – doch ist diese Information überhaupt relevant? Beschränkt sie nicht vielmehr die Vorstellungskraft der Hörer? „Möglich“, antwortet der Klangkünstler sich selbst, „doch dieses Wagnis gehe ich hiermit ein.“

Arsenije Jovanovic, 1932 in Belgrad geboren, ist Autor zahlreicher Audio-Art-Stücke, für die er internationale Auszeichnungen bekam, u.a. Prix Italia und Premios Ondas. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur: „Archipelago Prospero“ (2006).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Michael Hirsch: „La tragicomedia de Calisto Melibea“ (Neue Vocalsolisten Stuttgart); „Le carnet d’esquisse“ (TrioLog); Diskant (Burkhard Jäckle, Piccoloflöte; Bettina Faiss, Klarinette; Ruschana Pamirova, Klavier; Stefan Blum, Glockenspiel); „Hirngespinst“ (Teodoro Anzellotti, Robert Podlesny, Akkordeon); „Monolog“ (Carin Levine, Piccoloflöte); „NN“ (Michael Hirsch, Sprecher, Klangobjekte; Stefan Blum, Schlagzeug)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Im Theorienreich der Oper – Das Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau der Universität Bayreuth

Von Dagmar Penzlin. Ob Operette oder große Oper, ob zeitgenössische Musikperformance oder sogar Karnevalsumzüge – am Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau (fimt) herrscht große Offenheit, wenn es darum geht, was alles eine genauere Untersuchung lohnt. Aktuell befassen sich Forschungsprojekte etwa mit dem Verhältnis von Musik, Stimme und Geschlecht oder mit der Frage, was Casting-Shows zu einer Form des Musiktheaters macht. Vor bald 42 Jahren von der Universität Bayreuth gegründet, hat sich das Forschungsinstitut international einen Namen gemacht als Anlaufstelle für alle, die interdisziplinär Musiktheater erforschen und studieren wollen. Neben dem Bachelor-Studiengang Musiktheaterwissenschaft bietet das fimt auch die Möglichkeit, auf dem Feld „Musik und Performance“ einen Master-Abschluss zu erwerben und eine Doktorarbeit zu erarbeiten. Das Institut ist beheimatet in der oberfränkischen Provinz unweit von Kulmbach, in einem malerisch gelegenen Schloss, dessen älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Zum Bestand gehört eine umfangreiche Programmheftesammlung – sie soll Stoff liefern für ein neues Forschungsprojekt. Die Vorbereitungen laufen.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Tomer Gardi: Die Feuerbringer: Eine Schlager-Operetta

Mit Songtexten der Feuerbringer Christina Meyer, Doris Schmeer, Omar Sheik Khamiis und Tomer Gardi. Musik: Christian Hecker/Rainer Quade. Regie: Susanne Krings. WDR/BR 2018. Erstsendung

Liebe. Sehnsucht. Leidenschaft. Was ist am deutschen Schlager eigentlich deutsch? Und was passiert, wenn seine Sprache unterwandert wird von anderen Sprachen, Zungen, Vorstellungen? Die Feuerbringer zündeln fröhlich an der deutschen Schlager-Leitkultur. In allen Kulturen erzählt man sich ihre Geschichten – Geschichten von denen, die den Menschen das Feuer gebracht haben. In unserer Geschichte heißen sie Farrell, Sandra, Beverly und Leib. Vier, die von weither gekommen sind bis nach Deutschland, Köln, in Beverly‘ s Café. Hier machen sie ihren Traum wahr: Sie gründen die Band „Die Feuerbringer“. Doch jeder Feuerbringer braucht einen Verbündeten. Deshalb ist das auch die Geschichte von Rüdiger, einem alternden Schlagerstar. Gerade ist er vor Gericht zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert worden: „Schlagerworkshop für Migranten“, ausgerechnet.

Tomer Gardi, geb. 1974 in Dan / Israel, Schriftsteller. Hörspiele u.a. Broken German (SWR 2017, bearbeitet von Noam Brusilovsky, Deutscher Hörspielpreis der ARD 2017).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Gedankenverloren – Das CD-Debüt der Sopranistin Katharina Konradi

Lieder von Franz Schubert, Manfred Trojahn und Lori Laitman. Musik gab es für Katharina Konradi immer. In ihrer kirgisischen Heimat standen im Elternhaus zwar nur ein altes Klavier und eine Gitarre, doch der Großvater spielte Akkordeon und aus den Lautsprechern dröhnten die Beatles und Whitney Houston. Franz Schubert oder Claude Debussy hat die Sopranistin erst viel später für sich entdeckt, als sie schon in Deutschland lebte. Nach einer Gesangsausbildung in Berlin und München sang sie ihre ersten Partien als Pamina und Gretel. In dieser Spielzeit singt sie die Arabella in Wiesbaden. 2016 gewann die junge Sängerin den Deutschen Musikwettbewerb und damit die Möglichkeit, eine erste, eigene CD im Studio aufzunehmen. Klavierpartner war Gerold Huber.

23:03 | Ö1
„In All Languages“, Vielfältige Fusionen beim Jazzfest Berlin – Rückblick auf das Jazzfest Berlin (Teil 2)

Gestaltung: Reinhard Kager. „Berlin-London Conversations“ war eine dreiteilige Konzertreihe des Jazzfests Berlin betitelt, in der Musiker/innen aus der britischen Metropole und aus der deutschen Hauptstadt aufeinandertrafen, um spontan miteinander zu improvisieren. Mit aufwühlenden Sprachsamples überraschten etwa Orphy Robinson und der Pianist Pat Thomas ihre in Berlin lebenden Kollegen, den Saxofonisten Frank Gratkowski und den Gitarristen Jean-Paul Bourelly, um sie zu kühnen improvisatorischen Experimenten anzuregen.

Eine Fusion ganz anderer Art vollzog der New Yorker Saxofonist Steve Lehman, der mit der senegalesischen HipHop-Gruppe Sélébéoyne auftrat. Historisches Material, berührende Songs einer unbekannt gebliebenen Strafgefangenen von 1939, dienten wiederum dem US-amerikanischen Trompeter Ambrose Akinmusire als Inspirationsquelle. Insofern repräsentieren alle Konzertausschnitte dieser Zeit-Ton-Sendung das Motto des diesjährigen Jazzfests: „In All Languages“.


03.03.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Im Theorienreich der Oper

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Coming together – Der amerikanische Komponist Frederic Rzewski wird 80

Von Stefan Amzoll. Klaviermusik mit politischer Ästhetik war und ist sein Markenzeichen. Er spielt sie im Regelfall selbst. Nicht minder kennzeichnend sind die frühere Beschäftigung mit der Improvisation und seine Kritik der europäischen Avantgarde. Frederic Rzewski, geboren 1938 in Massachusetts, wurde pianistisch mit Uraufführungen von Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez, Morton Feldman bekannt. 1966 gehörte er in Rom zu den Begründern der legendären Gruppe Musica Elettronica Viva, in der sich Jazzer und Neue-Musik-Spezialisten trafen. Im Vorfeld seines 80. Geburtstags äußert sich der amerikanische Komponist zu wichtigen eigenen Werken, über seine Auseinandersetzung mit dem europäischen Musikdenken sowie seine kulturelle und politische Herkunft.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Hessen Hören 31 – Frauke Eckhardt: Das Rauschen von Lorch

Seit 2002 ist die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal UNESCO-Welterbe. Die Stadt Lorch befindet sich am nördlichsten Ende des hessischen Mittelrheintals. Auf engem Raum direkt am Rhein und der Mündung der Wisper gelegen, ist der über 900 Jahre alte Ort dicht umgeben von steilen Weinbergen, mittelalterlichen Burgen, artenreichen Naturschutzgebieten und vielfältigem Verkehr. hr 2018 | Ursendung

Neben dem prominenten Wasserweg drängen sich heute Bundesstraßen und Bahntrassen an beiden Ufern durchs besiedelte Tal, in dem sich Geräuschemissionen wegen der speziellen Topografie schnell verstärken. Durch die Zunahme des (nächtlichen) Güterverkehrs auf den Bahntrassen rumort es nahezu unaufhörlich. Der „Hessen hören“-Beitrag der 1968 in Frankfurt am Main geborenen, heute in Saarbrücken arbeitenden Klangkünstlerin und Bildhauerin Frauke Eckhardt dokumentiert und analysiert die örtlichen (Re-)Sonanzen in Lorch mit ästhetischen Mitteln.


04.03.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Coffee and Cigarettes – Musik im Rausch

Für die Gesundheitsapostel des 18. Jahrhunderts war er die schlimmste Droge überhaupt: der schwarze „Türkentrank“, der Kaffee.

„Tu mir den Coffee weg!“ heißt es in Bachs Kaffee-Kantate und „Trink nicht so viel Kaffee“ im bekannten C-A-F-F-E-E-Kanon. Seither aber gilt ein Tässchen Kaffee als wohl bekömmlich und auch als musikalisch anregend, sei es in den Kaffeehausliedern Saties, sei es in der Ballettmusik von Richard Strauss, wo der Mokka mit „Schlagobers“ serviert wird. Nur die kleine Zigarette dazu, die ist heutzutage  schon wieder out. Moderation: Niels Kaiser

22:08 | Ö1
Auf dem Plattenteller von Maja Osojnik – Maja Osojnik empfiehlt. Die Lieblingsstücke der vielseitigen Musikerin

Gestaltung: Rainer Elstner. Maja Osojnik ist eine virtuose wie vielseitigste Musikerin. Die in Slowenien geborene und in Wien lebende Künstlerin ist in mehreren Szenen fest verankert. Als Sängerin, Komponistin, Improvisatorin, Elektronikmusikerin und Paetzold-Blockflöten-Spezialistin ist sie stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Stilistisch reicht ihr Repertoire von Barock bis Jazz, von freier Improvisation bis Klangkunst. Sie ist an Projekten wie Maja Osojnik Band, Broken.Heart.Collector und Rdeca Raketa beteiligt. In Zeit-Ton extended wird Osojnik Musik vorstellen, die sie als Künstlerin und Musikerin geprägt hat – abgespielt von CD und von Vinyl.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio

„Studio Frankenstein“ – Ein Radiokunststück von Studierenden, das im Rahmen einer Lehrveranstaltung bei Ralo Mayr am Institut für Ortsbezogene Kunst an der Universität für Angewandte Kunst entstanden ist.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Störungen

Steve Reich: Pendulum Music für Mikrofone, Verstärker und Lautsprecher; Martin Demmler und Steffen Schleiermacher, Mikrofone /// Mark Andre: Riss 2 für Ensemble; musikFabrik /// John Cage: Imaginary Landscape No. 4 (March No. 2) für 12 Radios; Xensemble /// Giorgio Netti: Ausschnitt aus „necessità d´interrogare il cielo“ für Sopransaxofon; Marcus Weiss

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei | | + posts

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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Martin Hufner

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