{"id":3767,"date":"2011-02-25T13:19:18","date_gmt":"2011-02-25T12:19:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/?p=3767"},"modified":"2011-04-25T12:12:29","modified_gmt":"2011-04-25T11:12:29","slug":"in-der-fremde-1-stefan-pohlit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/2011\/02\/25\/in-der-fremde-1-stefan-pohlit\/","title":{"rendered":"In der Fremde (1): Stefan Pohlit"},"content":{"rendered":"<p>Ich m&#246;chte mich in den folgenden Artikeln einem Thema widmen, das mich schon seit langem interessiert: Warum kocht die deutsche Musikszene so beharrlich in ihrem eigenen Saft? Warum ist es relativ selten, dass deutsche Komponisten ins Ausland gehen oder dort wirken?<br \/>\nKlar, die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: tats&#228;chlich ist ja die hiesige Kulturlandschaft obwohl auch zunehmend vom Kahlschlag bedroht immer noch immens reichhaltig, wenn es um die M&#246;glichkeiten f&#252;r Komponisten geht. Warum also gehen? Als italienischer Komponist z.B. ist man dagegen gezwungen, das eigene Land zu verlassen, um &#252;berhaupt irgend etwas machen zu k&#246;nnen. Wir haben uns inzwischen daran gew&#246;hnt, dass die ganze Welt zu uns kommt, aber gehen wir auch in die Welt hinaus? Zieht es uns in die Fremde auch au&#223;erhalb der sicherlich wichtigen aber auch abgesicherten Pfade unserer Goethe-Institute?<br \/>\nHierzu will ich in den kommenden Wochen ein paar Komponisten befragen &#8211; alles K&#252;nstler, die mich auch musikalisch interessieren. Entstehen sollen kleine Portr&#228;ts der Menschen, aber auch Anregungen f&#252;r eine Diskussion, was eine Kulturlandschaft eigentlich ausmacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_3768\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?ssl=1\" class=\"thickbox no_icon\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3768\" data-attachment-id=\"3768\" data-permalink=\"https:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/2011\/02\/25\/in-der-fremde-1-stefan-pohlit\/stefan-pohlit\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?fit=1381%2C2171&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1381,2171\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"Stefan Pohlit\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Stefan Pohlit&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?fit=651%2C1024&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-3768\" title=\"Stefan Pohlit\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?resize=290%2C457&#038;ssl=1\" alt=\"Stefan Pohlit\" width=\"290\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?resize=190%2C300&amp;ssl=1 190w, https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?resize=651%2C1024&amp;ssl=1 651w, https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nmz.de\/badblog\/files\/2011\/02\/Stefan-Pohlit.jpg?w=1381&amp;ssl=1 1381w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3768\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Pohlit<\/p><\/div>\n<p>Ich beginne mit dem Komponisten <a href=\"http:\/\/www.stefanpohlit.com\/\">Stefan Pohlit<\/a>. Stefan stellt sich auf seiner Homepage in einer &#8222;30-Sekunden-Vorstellung&#8220; selber so vor:<\/p>\n<blockquote><p>stefan pohlit erforscht musikalische intervalle als eine sprache subtiler emotionaler beschaffenheiten. auf der einfachen basis arithmetischer beziehungen entfaltet er den dynamischen kontrapunkt eines logischen formalen dramas, das sich in h&#246;chste mikrotonale komplexit&#228;t ausdehnt.<\/p>\n<p>aus seiner interkulturellen perspektive, geschult durch langj&#228;hrigen aufenthalt im nahen osten, enth&#252;llt der komponist und theoretiker die diskreten verbindungen zwischen musikalischer substanz und den bestimmenden geistigen und sozialen knotenpunkten einer neuen globalen erkenntnis.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und hier die biografischen Daten: geboren in Heidelberg, Studium bei Komponisten wie Wittinger, Brandm&#252;ller, M&#252;ller-Siemens und Rihm, fr&#252;he Lehrt&#228;tigkeit als Dozent, vor allem in Karlsruhe. Seit 2008 lehrt er am Konservatorium in Ankara, T&#252;rkei, einem Land, zu dem er sich schon fr&#252;h und w&#228;hrend seines Studiums hingezogen f&#252;hlte. Aber dar&#252;ber wird er gleich mehr erz&#228;hlen&#8230;<br \/>\nBleibt noch hinzuzuf&#252;gen, dass Stefan gerade ein gro&#223;es und gewichtiges Ochesterst&#252;ck fpr das eclat-Festival in Stuttgart fertiggestellt hat (&#8222;taroq&#8220;, UA 2012) und seine Musik sich sich h&#246;chst differenziert dem Mittel der Mikrotonalit&#228;t bedient, auf eine Weise, die vielleicht den von Rihm immer wieder eingeforderten &#8222;Skulpturen aus Klang&#8220; sehr nahe kommt.<\/p>\n<p>Und hier das Interview, das durch die ausf&#252;hrlichen Antworten von  Stefan sehr lang geworden ist. Und versprochen, Arno, Fazil Say kommt  darin nicht vor\u2026<\/p>\n<p><em>1)      Was hat Dich damals bewogen, in die T&#252;rkei zu gehen?  Waren es musikalische oder private Gr&#252;nde, oder einfach nur Neugier auf  eine andere Kultur?<\/em><\/p>\n<p>Das hatte eine lange Vorgeschichte, und ich w&#252;rde diesen Weg eher als  Etappe einer fortlaufenden Expansion beschreiben. Heute sehe ich Istanbul eher als das Zentrum der letzten elf Jahre, in dem Sinne, wie  wir eigentlich immer an dem Ort landen, an den wir auf Grund von den in  uns aktiven Pers&#246;nlichkeits- oder Gedanken-Strukturen am besten  hingeh&#246;ren. Von 1993 bis 1999 war die zentrale Stadt in meinem Leben  Paris. Nicht, dass ich dort jemals fest wohnte, aber es war die Stadt,  die mich kulturell, als Komponist und auch privat am meisten pr&#228;gte und  wohin ich immer wieder gelangte. Bis 1999 wollte ich auch zeitgleich  noch Malerei studieren, aber danach haben sich meine Interessen  irgendwie verlagert. Ich war auf der Suche nach einer eigenen  kulturellen Identit&#228;t in einem neuen Kontext. Nicht, dass ich das  Deutsche an mir verwerfen wollte, ich war einfach innerlich \u201eweiter\u201c  geworden. In Karlsruhe wollte ich mich mit den dortigen T&#252;rken  verbr&#252;dern. Ich sah es nicht ein, dass ich nur einem Teil unserer  Gesellschaft angeh&#246;ren sollte. Im selben Sinne sehe ich mich auch heute  eher als \u201eMensch\u201c im generellen Sinne als in ethnischen Begrenzungen.<br \/>\nSeit 2000 f&#252;hrten dann meine Aktivit&#228;ten immer wieder nach Istanbul. Ich  bin eigentlich immer viel unterwegs gewesen, auch in der arabischen  Welt, und kam 1999 als Backpacker, auf der Durchreise nach Jordanien,  zum ersten Mal nach Istanbul. Es war der Islam, vor allem der Sufismus,  der mich besonders faszinierte, und ich lernte ab 2000 mit, f&#252;r einen  Amateur, relativ gutem Erfolg Arabisch. Dazu kamen dann ein paar  Tendenzen, die bei meinen Kollegen oft f&#252;r Kopfsch&#252;tteln sorgten. Zum  Beispiel setzte ich aus Spa&#223; mal einen Muezzin-Ruf auf meinen  Anrufbeantworter. Und dann rief Wolfgang Rihm an, um Bescheid zu geben,  dass er beim Donnerstags-Seminar in der Hochschule Karlsruhe nicht  kommen k&#246;nnte, und er f&#252;gte der Nachricht hinzu: \u201eSei so gut und  verk&#252;nde es den anderen \u2013 von Deinem Minarett herab\u201c. Die Besch&#228;ftigung  mit nah&#246;stlicher Musik erwuchs erst aus dieser kulturellen Expansion.  Und in Sandeep Bhagwati fand ich damals auch den idealen Lehrer, um  diesem Interesse auf den Weg zu helfen. So erhielt ich f&#252;r 2003 ein  Stipendium der Landesstiftung Baden-W&#252;rttemberg f&#252;r einen weiteren  Auslandsaufenthalt, den ich eigentlich in Jerusalem verbringen wollte.  Auf Grund der verst&#228;rkten Unruhen in Israel zu dieser Zeit entschied ich  mich aber daf&#252;r, mit Hilfe bereits bestehender Kontakte diesen  Aufenthalt in die T&#252;rkei zu verlagern. Dort war ich dann \u201eoffiziell\u201c  Student von Nevit Kodalli (1924-2009) in Mersin, verbrachte aber die  meiste Zeit entweder mit Reisen nach Ostanatolien oder in Istanbul. Mit  wurde von meinen t&#252;rkischen Freunden ausgiebig geholfen, ich wohnte die  meiste Zeit bei dem Dirigenten Murat Kodalli. Durch dessen Kontakte zum  Kulturministerium durfte ich sogar das Folklore-Archiv von Ankara  besuchen. In Istanbul erhielt ich Einweisung in osmanische Musik durch  Cihat Askin und Sehvar Besiroglu, die auch heute, zusammen mit Ruhi  Ayangil, meine Dissertation betreuen. Ich wurde dann seit 2003 meistens  mit einem T&#252;rkischbuch in der Hand gesichtet und arbeitete ernsthafter  an einer Spezialisierung in t&#252;rkischer Musik.<br \/>\n2006 suchte ich nach einem geeigneten Ort f&#252;r ein Dissertations-Studium,  weil es einfach immer evidenter wurde, dass ich f&#252;r eine dauerhafte  Anstellung an einer Universit&#228;t promovieren m&#252;sste. Anstatt meine  Besuche in London (wie z. Bsp. bei Musikethnologen wie Owen Wright oder  John Baily) weiterzuf&#252;hren, f&#252;hrte mich dieser Weg wieder in die T&#252;rkei.  Hierbei waren verschiedene Helfer wieder sehr ausschlaggebend, vor  allem der Musikwissenschaftler und Komponist Yigit Aydin, der damals  gerade in Marburg promovierte. Als das Staatskonservatorium in Ankara  mir dann die sehr selten vergebene Stelle eines \u201eausl&#228;ndischen Experten\u201c  in Komposition anbot, nahm ich das als Zeichen und bewarb mich f&#252;r das  PhD-Studium am MIAM (Musikforschungs-Zentrum der Technischen  Universit&#228;t Istanbul). Ich bin in den letzten Jahren viel umgezogen, und  aus den wenigen Haben, die ich 2007 dabei hatte, ist ein kompletter  Haushalt geworden. Seit der R&#252;ckkehr von Ankara, 2009, wohne ich auf  B&#252;y&#252;kada, einer der Prinzeninseln im Marmara-Meer vor Istanbul.  Landschaftlich ist das sicherlich der sch&#246;nste Ort, an dem ich bisher  dauerhaft Zeit verbracht habe.<\/p>\n<p>2)      <em>Was w&#252;rdest Du als die gravierendsten Unterschiede  zwischen der Deutschen und T&#252;rkischen zeitgen&#246;ssischen Musik(szene)  beschreiben? Welche Probleme gibt es\/ was ist besser (in der T&#252;rkei)?<\/em><\/p>\n<p>Also dieses \u201eBesser\u201c und \u201eSchlechter\u201c hat mich lange in einem  Polarit&#228;tsdenken festgehalten, das sich als kaum hilfreich erwies. Ich  betrachte Kultur heute mehr als Ganzes, als Auswuchs einer regional oder  ethnisch gewachsenen Epistemologie, die derzeit &#252;berall immer mehr  aufweicht. Die westlich-zeitgen&#246;ssische Musikszene der T&#252;rkei ist zu  allererst kleiner als die europ&#228;ische. Schon deswegen, weil sie auf  einer importierten Fremdkultur beruht. Diejenigen, die meine Essays  kennen, wissen von meiner langj&#228;hrigen Kritik an dem Konzept der  Verwestlichung, das ich als ein gef&#228;hrliches Missverst&#228;ndnis betrachte.  Als Dozent in Ankara (in der Stelle, die sich auf Grund meines  Studentenstatus am Ende nicht recht manifestieren konnte) war es mein  Ziel, neue Konzepte zur &#228;sthetischen Transformation zu motivieren, die  nicht mehr nach dem Westen schauten, sondern das echte lokal-kulturelle  Selbstverst&#228;ndnis kreativ entwickelten. Dagegen wurde ich aber erst  einmal darum gebeten, die veralteten Unterrichtsprogramme um die gesamte  zeitgen&#246;ssische Tradition nach 1945 zu komplettieren. Ich denke, die  T&#252;rken machen am Ende doch genau das, was sie am ehesten f&#252;r richtig  halten. Wenn es aber ein Problem gibt, das ich benennen sollte, so sind  es veraltete politische Motivationen, die die Gesellschaft in einen  polaren Dialog mit dem Westen stellen: \u201emodern\u201c\/\u201ccagdas\u201c gegen  \u201etraditionell\u201c\/\u201cgeleneksel\u201c \u2013 eine Aufspaltung kultureller Prozesse, die  die Neue Musik hier dauerhaft in einer Randposition halten. Hierbei  wird auch des &#214;fteren von westlichen Musiker(inne)n der Islam  d&#228;monisiert. Im MIAM gab es lange einen ausl&#228;ndischen Dozenten, der zum  Islam konvertiert war, dies aber geheim hielt, um keine ungewollten  \u201eMissverst&#228;ndisse\u201c hervorzurufen. Als Europ&#228;er war mir diese  Polarisierung fremd. Ich suchte ja gerade das Eigenst&#228;ndige in dieser  Kultur und bewege mich heute auch in \u201etraditionellen\u201c Zirkeln freier als  viele meiner komponierenden Kollegen vor Ort.<br \/>\nDie \u201emoderne\u201c t&#252;rkische Musikszene ist auch st&#228;rker an Amerika  orientiert als an Deutschland \u2013 was sich nur langsam zu &#228;ndern scheint.  &#196;sthetisch steht da Vieles der Jazz- und Techno-Szene nahe, die ja durch  die alternativen Clubs in Beyoglu relativ bekannt ist; au&#223;erdem  Minimal-Music im Americana-Stil. Einige der einflussreichsten  Kompositionslehrer, Kamran Ince oder Hasan Ucarsu, haben in den USA  studiert, und t&#252;rkische Student(inn)en folgen meist den Orientierungen  ihrer Lehrer(innen). Immerhin war &#214;zkan Manav (wie Hasan Professor am  Mimar-Sinan-Konservatorium) in Deutschland. Der amerikanische Komponist  Pieter Snapper hat im MIAM ein beeindruckendes Studio f&#252;r Elektronische  Musik aufgebaut, daneben das seit Kurzem er&#246;ffnete \u201eState of the  Art\u201c-Tonstudio \u201eBabajim\u201c in Beyoglu.<br \/>\nMeine t&#252;rkischen Kolleg(inn)en im Ausland aus meiner Generation, F&#252;sun  K&#246;ksal, Zeynep Gedizlioglu oder Mahir Cetiz, leben im Westen und  unterhalten kaum Beziehungen in die T&#252;rkei. Istanbul ist somit wohl ein  relativ abgeschiedenes Biotop, ein Au&#223;enposten der IGNM. Ich denke, man  wird mit der Zeit in diesem Au&#223;enposten zwangsl&#228;ufig noch rigider und  neugieriger ganz eigene Str&#246;mungen entwickeln, die vielleicht dann den  Westen wiederum noch neugieriger machen werden. Tendenzen dazu zeichnen  sich schon ab in den Bem&#252;hungen um intensivere Zusammenarbeit zwischen  den einzelnen Bildungseinrichtungen, die fr&#252;her auch isolierter  voneinander agierten. So findet im MIAM allj&#228;hrlich ein Festival f&#252;r  junge Komponierende statt, an dem alle gr&#246;&#223;eren Konservatorien, bis hin  zur Bilkent-Universit&#228;t Ankara, teilnehmen. Neben Istanbul und Ankara  gesellt sich als \u201eZentrum\u201c noch die Anatolische Universit&#228;t in der  aufstrebenden Stadt Eskisehir in Westanatolien, die noch nicht &#252;ber  einen eigenen Kompositionszweig verf&#252;gt. Dort unterrichtet auch der  bekannte Pianist Toros Can.<br \/>\nEs besteht auch eine Reihe von recht guten Ensembles, die jedoch meist  an eine relativ isolierte Institution gebunden sind, mit eigenen Zirkeln  und eigenen Vorlieben. Seit 2009 gibt es das \u201eHezarfen\u201c-Ensemble, eine  Kammer-Formation, die sich vor allem der Entdeckung junger t&#252;rkischer  Talente widmet. \u201eHezarfen\u201c wurde von meinen Freunden, dem Bratscher  Ulrich Mertin und dem Komponisten Michael Ellison gegr&#252;ndet.<\/p>\n<p>3)     <em> L&#228;sst Du Dich selber von musikalischen Erfahrungen in der  T&#252;rkei (oder auch anderen L&#228;ndern) beeinflussen, oder gibt es einen  Teil von Dir, der vollkommen unabh&#228;ngig agiert<\/em> (Anmerkung: Wir  hatten ja die kritische Diskussion, ob z.B. die vom Siemens Arts Program  ins Ausland geschickten Komponisten wirklich anders als zuhause  komponieren, wenn sie in einem 5-Sterne-Hotel in Dubai sitzen)<\/p>\n<p>Gute Frage! Also was sich mit mir hier in den letzten vier Jahren  ereignet hat, ist so weit und ausgreifend, dass ich heute kaum mehr an  diese \u201eArt Programs\u201c glauben kann. Ich kann sie aber nicht ganz als  subventionierten Tourismus abtun, weil ich die Erfahrungen von M\u00e1rton,  Samir und J&#246;rg Widmann usw. zu wenig kenne. Mich hat nur die Art, wie  das Konzert des Ensemble Modern im April 2010 in Aya &#196;rini pr&#228;sentiert  wurde, eher schockiert \u2013 trotz der guten Musik. Das klang so nach:  \u201eTadaaa, wir sind die Besten, und wir zeigen Euch jetzt mal, wie\u2019s geht\u201c  \u2013 und das vor einem vollkommen unvorbereiteten Publikum. Es ist immer  toll, wenn K&#252;nstler(innen) mit anderen Kulturen konfrontiert werden. Und  wenn das Geld eh da ist\u2026 es sind ja tolle St&#252;cke dabei herausgekommen.  Es geht weniger darum, dasselbe Geld anders einzusetzen, denn Geld  findet sich immer f&#252;r Projekte. Ich glaube aber eher an die F&#246;rderung  dauerhafter Strukturen, an Zentren, an \u201eEmpowerment\u201c von Kulturen, ihre  eigene Stimme klarer zu formulieren, ein Publikum zu schaffen, einen  N&#228;hrboden, auf dem alle avancierten &#228;sthetischen Kommentare &#252;berhaupt  verstanden werden k&#246;nnen. Diese Zentralisierung von Kultur aus Europa  hat f&#252;r mich etwas wie eine Suchtkrankheit, es ist ein ewiges Pendel.  Dahinter versteckt sich auch das Missverst&#228;ndnis, dass Kulturen  statische Gebilde und nicht permanent in Bewegung seien. Ich betrachte  Kultur als Prozess, daher bin ich auch kein \u201ePendler\u201c zwischen Europa  und dem scheinbar ethnisch-\u201eeren\u201c Osten.<br \/>\nAber meine Erfahrungen unterscheiden sich davon in einem anderen Punkt:  Ich glaube nicht an einen von au&#223;en subventionierten Kulturaustausch.  Wer sich darauf wirklich einlassen will, braucht keine lukrativen  Auftr&#228;ge und Verg&#252;tigungen daf&#252;r. Ich f&#228;nde es produktiver, wenn sich  die Aufmerksamkeit mehr auf diejenigen Menschen richtete, die ohnehin \u2013  auf Grund eigener Biografie \u2013 durch andere Kulturen hindurchgegangen  sind \u2013 und das oft trotz einer Vielzahl von Schwierigkeiten.  Interkulturalit&#228;t kann man nicht aufpfropfen oder erfinden.  Interkulturalit&#228;t hat auch nicht immer einen braunen Teint oder ein  gerolltes \u201er\u201c. Sie lebt dagegen schon lange in einer Vielzahl von  Menschen, die nationale Begrenzungen in ihrer Pers&#246;nlichkeit aufgehoben  haben und auf der Suche nach der \u201eeigenen Kultur\u201c (im Sinne von Dieter  Mack) sind. Viel Inspiration finde ich da bei meinen gleichaltrigen  Freund(inn)en mit islamischem Migrationshintergrund. Interkulturalit&#228;t  ist auf privater Ebene bei vielen Menschen schon lange Gewohnheit.<br \/>\nAls ich 2007 hierher aufbrach, hatte ich keine greifbare Aussicht auf  Geld, mein DAAD-Stipendium kam erst drei Monate sp&#228;ter, und trotz der  Risiken sp&#252;rte ich den Drang, diesen Schritt einfach zu gehen. Und ich  habe das Chaos hier nicht nur selbst gew&#228;hlt, sondern oft in  dramatischen Ausformungen durchlitten. Ich hatte keine deutsche  Kulturinstitution, die mich vor der eigentlichen Kultur da drau&#223;en  abschirmen konnte. Ich habe in der T&#252;rkei, vor allem anfangs, oft in  prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen &#252;berlebt. In &#220;sk&#252;dar hatte ich ein  Ostblock-Badezimmer, in dem das gesamte Bad gleichzeitig auch die  \u201eDusche\u201c war. Regelm&#228;&#223;ig wird nachts der Strom f&#252;r Minuten abgestellt,  bei Unwetter bricht er eventuell ganz zusammen. In Ankara habe in meiner  leeren neuen Wohnung drei Monate auf dem Boden geschlafen, und als sich  mein Leben dort zu materialisieren schien, wurde aus der Stelle nichts  mehr. Ich lebe seit zwei Jahren hier ohne festen Job, habe es aber  geschafft, hier ohne Sorgen kontinuierlich weiterzuleben und sogar meine  Arbeit extrem produktiv weiterzuf&#252;hren. Ich habe dadurch auch einen  Eindruck davon erhalten, wie viel h&#228;rter noch sich das Leben f&#252;r einen  Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung vollzieht, die ebenso wie ich von einem Tag auf  den n&#228;chsten zu leben scheinen, jedoch ohne die langfristigen  Perspektiven, die ich genie&#223;e. Da sind die Kutscher aus Van, die Fris&#246;re  aus Gaziantep, die kurdischen Ober in den Caf\u00e9s auf B&#252;y&#252;kada, die quasi  rund um die Uhr arbeiten und kaum Perspektiven haben; die Handwerker,  die beim \u201eReparieren\u201c gleich noch aus Versehen was Anderes zerschlagen;  die Wasserh&#228;ndler, die mich als \u201eIrfan Bey\u201c kennen. Aber auch die  Mitglieder der &#246;rtlichen CHP-Partei, die mich jedes Wochenende in Affan  Beys bekanntem Schreibwarenhandel mit ihren wahnwitzigen Pl&#228;nen  &#252;berraschen und beeindrucken. Ich habe letzten September Joachim  Sartorius\u2019 kleinen Schm&#246;ker &#252;ber die Prinzeninseln gelesen. Aber das  kommt, abgesehen von der am&#252;santen Erz&#228;hlweise, auch kaum &#252;ber das  Niveau des &#252;blichen \u201efayton gezisi\u201c-Wochenend-Ausflugs hinaus. Ich kenne  auf der Insel dagegen jeden Fleck, jeden verlorenen Waldweg, weil ich  diesen Ort einfach sehr sch&#228;tze, und habe au&#223;erdem nicht an  Sprachbarrieren Halt zu machen. Diesen Winter &#252;ber habe ich fast  durchweg mit Holz geheizt und fast jeden Tag im Wald Holz gesammelt.  Dieser bodenst&#228;ndige Aspekt ist mir nicht fremd, im Grunde habe ich  darin auch Kindheitserfahrungen vom Dorf in der Pfalz neu aufarbeiten  k&#246;nnen. Das alles tr&#228;gt zu einem fortlaufenden inneren Prozess bei,  Anziehung und Absto&#223;ung, aus dem heraus, als Spiegel (oder sozusagen  \u201eEcho\u201c) sich meine Musik formt. Was mich f&#252;r viele Jahr zu einem  Teilhaber hier machte, hatte daneben sicher mit tiefenpsychologischen  Strukturen zu tun, derer ich mir st&#228;rker bewusst wurde, die sich auch  wieder aufgel&#246;st und in neue innere Expansionen erweitert haben. Es ist  ja bekannt, dass ich mich sehr viel mit Spiritualit&#228;t besch&#228;ftige, und  diese Themen sind auch gegenw&#228;rtig pr&#228;senter in meiner Arbeit als noch  die T&#252;rkei selbst. Zudem nat&#252;rlich meine mikrotonal-harmonische Arbeit,  die mich eigentlich immer mehr als das Interkulturelle besch&#228;ftigt  haben.<\/p>\n<p><em>4)      Wie hat sich Dein Blick auf die musikalisch\/&#228;sthetische  Diskussion in Deiner Heimat (D) durch Deine Zeit im Ausland ver&#228;ndert? <\/em><\/p>\n<p>Diese von mir so betonte Polarit&#228;ts-Struktur sehe ich auch in den  Grundfesten der Neuen Musik, und exakt diesen Punkt an ihr habe ich nie  unterst&#252;tzen wollen. Also, in gewisser Weise, hat die T&#252;rkei die mir  unliebsamen Aspekte an meiner eigenen Musikkultur noch akzentuiert. Das  auszuf&#252;hren, w&#252;rde wohl einen eigenen Artikel bedingen. Es sind  ebendiese scheinbaren Gegens&#228;tze zwischen \u201eTradition\u201c oder \u201ekollektivem  Bewusstsein\u201c und den Forderungen einer Avantgarde, die diese  durchbrechen will. Ich ergreife f&#252;r keine der unterschiedlichen Pole in  solchen Strukturen Partei, weder f&#252;r die Postmodernen noch f&#252;r eine  Anti-&#196;sthetik. Ich glaube, dass Alles, dem ich mit einer \u201eAnti\u201c-Haltung  zu widerstehen versuche, durch meinen Widerstand umso st&#228;rker auf mich  zur&#252;ck schl&#228;gt. So ist es mit den S&#228;kularisten und dem dadurch &#252;berhaupt  erst entstandenen Islamismus in der T&#252;rkei. So geh&#246;ren \u201ePop\u201c und  \u201eE-Musik\u201c (vor allem in Form der Avantgarde) in ein universaleres System  akzentuierter Gegens&#228;tze. Ich glaube nicht, dass sich solche Strukturen  halten werden, denn sie tendieren dazu, sich entweder langsam  aufzul&#246;sen, oder durch Radikalisierung das System zum Kollaps zu f&#252;hren.  Ich glaube, dass in der Kultur eher ein \u201ekollektiv Unbewusstes\u201c am Werk  ist, das sich chronologisch mit der Ausbildung unserer  Wahrnehmungs-Organe entwickelt. Die wissenschaftlichen Werkzeuge und die  konkreten Beispiele daf&#252;r habe ich w&#228;hrend meines (stark  musikethnologisch gepr&#228;gten) Doktorandenstudiums in der T&#252;rkei erhalten.<br \/>\nIch habe auch den Fortlauf bzw. die Konsequenzen langwieriger  kultureller Prozesse besser verstehen gelernt und ihre Manifestation in  der Musik aufgesp&#252;rt. Zum Beispiel habe ich oft betont, dass sich die  islamische Welt momentan nicht in einer R&#252;ckkehr zur Vergangenheit  bewegt, sondern so etwas durchl&#228;uft wie das Abendland in der Gotik. Wenn  die Menschen nicht mehr von sich aus \u2013 aus ihrem eigenen intuitiven  \u201eLeitsystem\u201c heraus \u2013 wissen, wie sie sich kleiden oder verhalten  sollen, dann befindet sich ihr kultureller Zustand gewisserma&#223;en auf  einer Eisbahn, in einem fortlaufenden Glissando, in einem &#220;bergang. Und  ich bin davon &#252;berzeugt, dass dieser &#220;bergang in eine neue, harmonische  Standortbestimmung einm&#252;nden wird. Man muss ihm nur Gelegenheit zur  Entfaltung lassen. Ich glaube, ein sehr optimistisches Beispiel bietet  sich uns gerade in der arabischen Welt. Und all diese Stellungnahmen  treffen auch auf die Neue Musik zu, in ihren eigenen Grenzen.<br \/>\n<em><br \/>\n5)      W&#252;rdest Du Deine Zeit im Ausland als \u201ekarrieref&#246;rderlich\u201c  bezeichnen? Oder eher als pers&#246;nlichkeitsbildend (was f&#252;r Musik  nat&#252;rlich wichtiger sein kann)?<\/em><\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass es f&#246;rderlich war, wenn man den &#252;blichen  Karriereweg von Komponierenden in Deutschland als Vorbild nimmt. Dort  geht es oft darum, dabei zu sein, Kurator(inn)en zu treffen, obschon  diese H&#252;rde durch das Internet etwas gemildert wurde. Mein Interesse, in  der T&#252;rkei als Komponist hervorzutreten, war auch nie seri&#246;s vorhanden.  Ich habe das hier immer als Ort meiner Forschung gesehen, so als eine  Mischung von Parsifal und Indiana Jones. Ich muss zugeben, dass ich  damals in Deutschland immer versucht habe, zu kaschieren, wie anders ich  eigentlich war, sowohl in meinen &#220;berzeugungen als Komponist, als auch  in meinem Lebensweg. Ich war daher oft zu pessimistisch. Langfristig  habe ich durch die Zeit hier unheimlich Kraft gesammelt und bin mir &#252;ber  die verschiedensten Aspekte meiner selbst mehr bewusst geworden. Das  sind ja oft mentale Prozesse, das mit dem Selbstbewusstsein. Das wird  sich &#252;ber kurz oder lang sicher \u201ekarrieref&#246;rderlich\u201c auswirken oder  zumindest Aufmerksamkeit anziehen.<\/p>\n<p><em>6)      Wo m&#246;chtest Du selber am liebsten dauerhaft leben?<\/em><\/p>\n<p>Das ist momentan ganz offen. Ich habe mich innerlich in den letzten  Jahren eher nach Indien bewegt, aber ich werde wohl wieder in den Westen  zur&#252;ckkehren. Sicher nicht hier, aber vielleicht sp&#228;ter wieder auf so  einer idyllischen Insel im S&#252;den mit Holzbauten aus dem 19. Jahrhundert,  Pferdekutschen, Pinienw&#228;ldern und soviel diverser Kultur. Ich strebe  momentan eher eine gute akademische Stelle an\u2026<\/p>\n<p>(Interview gef&#252;hrt von Moritz Eggert)<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" style=\"display:none\"><div class=\"ShariffHeadline\"> <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button mastodon shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#563ACC\"><a href=\"https:\/\/s2f.kytta.dev\/?text=In%20der%20Fremde%20%281%29%3A%20Stefan%20Pohlit https%3A%2F%2Fblogs.nmz.de%2Fbadblog%2F2011%2F02%2F25%2Fin-der-fremde-1-stefan-pohlit%2F\" title=\"Bei Mastodon teilen\" aria-label=\"Bei Mastodon teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#6364FF; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"75\" height=\"79\" viewBox=\"0 0 75 79\" fill=\"none\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\"><path d=\"M37.813-.025C32.462-.058 27.114.13 21.79.598c-8.544.621-17.214 5.58-20.203 13.931C-1.12 23.318.408 32.622.465 41.65c.375 7.316.943 14.78 3.392 21.73 4.365 9.465 14.781 14.537 24.782 15.385 7.64.698 15.761-.213 22.517-4.026a54.1 54.1 0 0 0 .01-6.232c-6.855 1.316-14.101 2.609-21.049 1.074-3.883-.88-6.876-4.237-7.25-8.215-1.53-3.988 3.78-.43 5.584-.883 9.048 1.224 18.282.776 27.303-.462 7.044-.837 14.26-4.788 16.65-11.833 2.263-6.135 1.215-12.79 1.698-19.177.06-3.84.09-7.692-.262-11.52C72.596 7.844 63.223.981 53.834.684a219.453 219.453 0 0 0-16.022-.71zm11.294 12.882c5.5-.067 10.801 4.143 11.67 9.653.338 1.48.471 3 .471 4.515v21.088h-8.357c-.07-7.588.153-15.182-.131-22.765-.587-4.368-7.04-5.747-9.672-2.397-2.422 3.04-1.47 7.155-1.67 10.735v6.392h-8.307c-.146-4.996.359-10.045-.404-15.002-1.108-4.218-7.809-5.565-10.094-1.666-1.685 3.046-.712 6.634-.976 9.936v14.767h-8.354c.109-8.165-.238-16.344.215-24.5.674-5.346 5.095-10.389 10.676-10.627 4.902-.739 10.103 2.038 12.053 6.631.375 1.435 1.76 1.932 1.994.084 1.844-3.704 5.501-6.739 9.785-6.771.367-.044.735-.068 1.101-.073z\"\/><defs><linearGradient id=\"paint0_linear_549_34\" x1=\"37.0692\" y1=\"0\" x2=\"37.0692\" y2=\"79\" gradientUnits=\"userSpaceOnUse\"><stop stop-color=\"#6364FF\"\/><stop offset=\"1\" stop-color=\"#563ACC\"\/><\/linearGradient><\/defs><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button bluesky shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#84c4ff\"><a href=\"https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=In%20der%20Fremde%20%281%29%3A%20Stefan%20Pohlit https%3A%2F%2Fblogs.nmz.de%2Fbadblog%2F2011%2F02%2F25%2Fin-der-fremde-1-stefan-pohlit%2F \" title=\"Bei Bluesky teilen\" aria-label=\"Bei Bluesky teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Warum ist es relativ selten, dass deutsche Komponisten ins Ausland gehen oder dort wirken?<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" style=\"display:none\"><div class=\"ShariffHeadline\"> <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button mastodon shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#563ACC\"><a href=\"https:\/\/s2f.kytta.dev\/?text=In%20der%20Fremde%20%281%29%3A%20Stefan%20Pohlit https%3A%2F%2Fblogs.nmz.de%2Fbadblog%2F2011%2F02%2F25%2Fin-der-fremde-1-stefan-pohlit%2F\" title=\"Bei Mastodon teilen\" aria-label=\"Bei Mastodon teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#6364FF; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"75\" height=\"79\" viewBox=\"0 0 75 79\" fill=\"none\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\"><path d=\"M37.813-.025C32.462-.058 27.114.13 21.79.598c-8.544.621-17.214 5.58-20.203 13.931C-1.12 23.318.408 32.622.465 41.65c.375 7.316.943 14.78 3.392 21.73 4.365 9.465 14.781 14.537 24.782 15.385 7.64.698 15.761-.213 22.517-4.026a54.1 54.1 0 0 0 .01-6.232c-6.855 1.316-14.101 2.609-21.049 1.074-3.883-.88-6.876-4.237-7.25-8.215-1.53-3.988 3.78-.43 5.584-.883 9.048 1.224 18.282.776 27.303-.462 7.044-.837 14.26-4.788 16.65-11.833 2.263-6.135 1.215-12.79 1.698-19.177.06-3.84.09-7.692-.262-11.52C72.596 7.844 63.223.981 53.834.684a219.453 219.453 0 0 0-16.022-.71zm11.294 12.882c5.5-.067 10.801 4.143 11.67 9.653.338 1.48.471 3 .471 4.515v21.088h-8.357c-.07-7.588.153-15.182-.131-22.765-.587-4.368-7.04-5.747-9.672-2.397-2.422 3.04-1.47 7.155-1.67 10.735v6.392h-8.307c-.146-4.996.359-10.045-.404-15.002-1.108-4.218-7.809-5.565-10.094-1.666-1.685 3.046-.712 6.634-.976 9.936v14.767h-8.354c.109-8.165-.238-16.344.215-24.5.674-5.346 5.095-10.389 10.676-10.627 4.902-.739 10.103 2.038 12.053 6.631.375 1.435 1.76 1.932 1.994.084 1.844-3.704 5.501-6.739 9.785-6.771.367-.044.735-.068 1.101-.073z\"\/><defs><linearGradient id=\"paint0_linear_549_34\" x1=\"37.0692\" y1=\"0\" x2=\"37.0692\" y2=\"79\" gradientUnits=\"userSpaceOnUse\"><stop stop-color=\"#6364FF\"\/><stop offset=\"1\" stop-color=\"#563ACC\"\/><\/linearGradient><\/defs><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button bluesky shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#84c4ff\"><a href=\"https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=In%20der%20Fremde%20%281%29%3A%20Stefan%20Pohlit https%3A%2F%2Fblogs.nmz.de%2Fbadblog%2F2011%2F02%2F25%2Fin-der-fremde-1-stefan-pohlit%2F \" title=\"Bei Bluesky teilen\" aria-label=\"Bei Bluesky teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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