{"id":1276,"date":"2009-11-21T03:33:55","date_gmt":"2009-11-21T02:33:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/?p=1276"},"modified":"2009-11-23T08:42:49","modified_gmt":"2009-11-23T07:42:49","slug":"endzeit-sonate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/2009\/11\/21\/endzeit-sonate\/","title":{"rendered":"endzeit-sonate"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>f&#252;r <a href=\"https:\/\/blogs.nmz.de\/badblog\/2009\/11\/21\/2012\/#comment-1288\">die kommentarspalte<\/a> doch viel zu lang, was theo gei&#223;ler hier eingestellt hat. dem geb&#252;hrt mehr raum. er sei ihm hier gew&#228;hrt. eintrag zur&#252;ckdatiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hubert Stuppner<br \/>\nEndzeit-Sonate<\/p>\n<p>Frankenstein<br \/>\noder<br \/>\nDie Minnes&#228;nger des Untergangs<br \/>\nEine Satire, ein Totentanz, eine Parabel<\/p>\n<p>1999 ConBrio Verlagsgesellschaft<\/p>\n<p>Einleitung<br \/>\nEcce Homo: Frankenstein!<\/p>\n<p>Dieses Jahr einmal nicht nach Donaueschingen, sagte ich mir, als<br \/>\nich vergangenen Herbst, unmittelbar vor Antritt der Fahrt zu den<br \/>\nber&#252;hmten Donaueschinger Musiktagen, deren Besuch f&#252;r meine<br \/>\nmusikalische Kunst- und Geistesverfassung zu einem wahren, allj&#228;hrlich<br \/>\nwiederkehrenden &#228;sthetischen Bed&#252;rfnis geworden war,<br \/>\nzuf&#228;llig und ganz nebenbei im Kulturteil einer mir bis dato unbekannten<br \/>\n\u201eSchwarzw&#228;lder Chronik\u201c von der Er&#246;ffnung eines modernen<br \/>\n\u201eKur- und Krankheitszentrums f&#252;r leidende zeitgen&#246;ssische<br \/>\nKomponisten\u201c las. Dieses Sanatorium sei, so der Chronist, am Ende<br \/>\neines ungl&#252;cklichen musikalischen Jahrhunderts in bezeichnender-<br \/>\nWeise vis-\u00e0-vis zum exzessivsten musikalischen Dionysos-Fest der<br \/>\nNeuzeit, eben jenen Donaueschinger Musiktagen, die allj&#228;hrlich<br \/>\nvom S&#252;dwestfunk Baden-Baden veranstaltet werden, f&#252;r alle jene<br \/>\nKomponisten eingerichtet worden, die aus der \u201emusikalischen<br \/>\nKrankheit dieses Jahrhunderts, der Neurose eines kontroversen und<br \/>\nschockierenden Kunst-Verst&#228;ndnisses nicht mehr ein und aus wu&#223;ten<br \/>\nund physisch wie musikalisch dem Wahnsinn verfielen.\u201c<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDiese Musikklinik, las ich, war in bezeichnender Weise just im<br \/>\nalemannischen Dreil&#228;nder-Eck, \u201ewo die Inzidenz an geistiger und<br \/>\nk&#252;nstlerischer Exzessivit&#228;t traditionell die h&#246;chste ist\u201c, auf den Namen<br \/>\n\u201eSch&#246;neberg\u201c getauft worden, einerseits, um durch den<br \/>\nWohlklang des Namens, der auf eine liebliche Anh&#246;he schlie&#223;en<br \/>\nlie&#223; und den unvergleichlichen Reiz des Schwarzwaldes hervorhob,<br \/>\n\u201edie besorgte &#246;ffentliche Meinung in der Badener und Freiburger<br \/>\nRegion &#252;ber die Anwesenheit der musikalischen Exzentriker zu beruhigen\u201c<br \/>\nund andererseits \u201edie Kunst- und Geistesgef&#228;hrdeten, die<br \/>\nsich in diese Klinik begaben, &#252;ber die wahre Bestimmung dieses<br \/>\nEtablissements als Verr&#252;cktenanstalt und &#252;ber die Aussichtslosigkeit<br \/>\neiner Heilung jedweden musikalischen Wahnsinns im unklaren<br \/>\nzu belassen.\u201c<br \/>\nF&#252;r musikalisch Gewitzte, so der Chronist, sei es freilich klar, da&#223; der<br \/>\nName \u201eSch&#246;neberg\u201c eine Anspielung auf \u201eeine der meist verbreiteten<br \/>\nmusikalischen Kunst- und Geistesschw&#228;chen dieses Jahrhunderts\u201c<br \/>\nenthielt und jene \u201epernici&#246;se Dodekaphonitis\u201c meinte, die im Zwanzigsten<br \/>\nJahrhundert die musikalische Gesundheit von Grund auf ersch&#252;ttert<br \/>\nund zahllose Komponisten, vor allem aus der zweiten und<br \/>\ndritten Generation, \u201eins Ungl&#252;ck und in den musikalischen Wahnsinn<br \/>\ngetrieben\u201c habe.<br \/>\nDer Verfasser dieses obskuren und offensichtlich erzreaktion&#228;ren<br \/>\nBerichtes vermied es zwar, an die f&#252;r jedes normale Empfinden ekelerregende<br \/>\nAssoziation von \u201eEntarteter Kunst\u201c in bezug auf die Musik<br \/>\nder Wiener Schule anzukn&#252;pfen, doch konnte man aus dem Zusammenhang<br \/>\nunschwer erkennen, da&#223; dieses Sanatorium, sofern es<br \/>\ntats&#228;chlich existierte und nicht etwa die b&#246;sartige Erfindung eines<br \/>\nperversen Phantasten war, in erster Linie den nervlichen Folgeerscheinungen<br \/>\nder radikalen Dodekaphonie sch&#246;nbergscher Pr&#228;gung<br \/>\nvorbehalten war, all jenen \u201eavantgardistischen Affektionen\u201c, die \u201eim<br \/>\nZustande der Normalit&#228;t\u201c auf den Donaueschinger Musiktagen vorgestellt<br \/>\nwurden und \u201eauf der Nachtseite der zur Krankheit degenerierten<br \/>\nKunst\u201c eben in diesem Sanatorium, gleichsam in einer Art<br \/>\nDependance des Gesunden vom Kranken, des Normalen vom Abnormalen,<br \/>\ndes Ordin&#228;ren vom Verr&#252;ckten und umgekehrt, ihr trauriges<br \/>\nwiewohl artistisches Ende fanden.<br \/>\nDie Berichterstattung ging vorsichtshalber auf die Aspekte der vermeintlichen<br \/>\ninstitutionellen und psychologischen Wechselbeziehung<br \/>\nzwischen den Musiktagen und dem Sanatorium nicht n&#228;her ein, doch<br \/>\nwar es klar, da&#223; auf Grund der neuen Gegebenheiten m&#246;glicherweise<br \/>\ndie eine Institution nicht ohne die Existenz der anderen w&#252;rde<br \/>\nauskommen k&#246;nnen, in dem Sinne, da&#223; sich k&#252;nftighin kein Normaler<br \/>\nam Festival beteiligen brauche, ohne da&#223; ihm im Falle eines<br \/>\nepochalen Mi&#223;erfolgs f&#252;r die restliche Zeit seines Lebens ein Platz im<br \/>\nSanatorium sicher sein w&#252;rde und andererseits keinem Kunst- und<br \/>\nGeistesexzentriker, der produktiv genug w&#228;re und unerh&#246;rte neue<br \/>\nPartituren schrieb, eine Urauff&#252;hrung in den Donaueschinger Musiktagen<br \/>\nverweigert werden k&#246;nnte.<br \/>\nAuf diese und &#228;hnliche Zusammenh&#228;nge konnte man aus jenem<br \/>\nTeil dieses wahnwitzigen Berichtes schlie&#223;en, wo der Artikelschreiber<br \/>\n\u201edie Rolle des deutschen Musik- und Sozialstaates\u201c w&#252;rdigte, der,<br \/>\nwie er hervorhob, einerseits die Neue Musik in diesem Jahrhundert<br \/>\nwie kein anderer in der Welt f&#246;rderte und andererseits \u201eauf sozialer<br \/>\nEbene durch die Unterst&#252;tzung eines Sanatoriums f&#252;r die gescheiterten<br \/>\nzeitgen&#246;ssischen Komponisten nun alles tut, um die musikalischen<br \/>\nKunst- und Geistesexzentriker, die er durch die F&#246;rderung des<br \/>\nexzessivsten &#228;sthetischen Wahnsinns der Geschichte hervorgebracht<br \/>\nhat, sozial abzusichern und psychologisch zu betreuen.\u201c \u201eDeutschland\u201c,<br \/>\nstand da nicht ohne vaterl&#228;ndische Genugtuung geschrieben,<br \/>\n\u201eist auf Grund seines hohen Bruttosozialproduktes ein musikalischer<br \/>\nWohlfahrtsstaat ersten Ranges, der nach der Mobilmachung in der<br \/>\nmodernen Musik, die jener in beiden Weltkriegen an propagandistischer<br \/>\nSchlagkraft nicht nachsteht, nun alles tut, um die Sch&#228;den der<br \/>\nideologischen Feldz&#252;ge um Darmstadt und Donaueschingen wiedergutzumachen<br \/>\nund auf soziale Weise zu kompensieren.\u201c Die Errichtung<br \/>\neines Musik-Sanatoriums sei daher das beste Beispiel f&#252;r dieses<br \/>\nEngagement und \u201eein Zeichen der Piet&#228;t f&#252;r alles Leid, das die Avantgarde<br \/>\ndieses Jahrhunderts der sogenannten Klassischen Musik durch<br \/>\ndie Perpetuierung der ideologischen Exzesse angetan hat.\u201c Dieses<br \/>\nSanatorium, das au&#223;er seiner Funktion als moderne musikalische<br \/>\nTherapieeinrichtung auch \u201eals musikpsychologische Forschungsst&#228;tte<br \/>\nf&#252;r alle Varianten der Abnormit&#228;ten neuer Musik\u201c gedacht sei,<br \/>\nsolle deshalb auch \u201eals Mahnst&#228;tte f&#252;r die Folgen der grenzenlosen<br \/>\n&#228;sthetischen Libertinage dieses Jahrhunderts\u201c gelten und gleichzeitig<br \/>\ndas Endstadium der an den musikalischen Verr&#252;cktheiten gealterten<br \/>\nAvantgarde markieren.<br \/>\nIch mu&#223; gestehen, da&#223; mich die Wahnsinns-Idee einer Zw&#246;lfton-<br \/>\nKlinik in Verbindung mit der historisch durchaus nachvollziehbaren<br \/>\nEndzeitstimmung an der Wende zum dritten Jahrtausend, auf Grund<br \/>\nder endg&#252;ltig gesicherten Freiheit des modernen sch&#246;pferischen Individuums<br \/>\nund der vollkommenen Verdr&#228;ngung jedweden Tabus von<br \/>\nSchock und Skandal, zun&#228;chst eher belustigte als befremdete. Doch<br \/>\nmein Erg&#246;tzen verwandelte sich urpl&#246;tzlich in Entsetzen, als im<br \/>\nLaufe des Berichtes der Name des Gr&#252;nders und Leiters dieser wahnwitzigen<br \/>\nInstitution genannt wurde, jener ber&#252;hmt-ber&#252;chtigte<br \/>\n\u201eMusica Negativa\u201c-Spezialist H. C. Frankenstein aus Ingolstadt, seines<br \/>\nZeichens Diplom-Dodekaphonist und Professor f&#252;r musikalische<br \/>\nStoffwechsel-Erkrankungen im Bereich der von schwarzer Galle<br \/>\naffizierten Seele. Ich kannte Frankensteins nihilistische Methode der<br \/>\nnegromantischen Musikanalyse von seinem viel diskutierten \u201eLexikon<br \/>\nder musikalischen Negativit&#228;t\u201c und von einer Reihe negativer<br \/>\nKomponisten-Monographien her, in denen er mit Hilfe nekrophiler<br \/>\nKatalogisierungs-Verfahren den Beweis erbringen wollte, da&#223; auf der<br \/>\nKlassischen Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart ein Fluch<br \/>\nlaste, der jedes gelungene Musikst&#252;ck von Anbeginn mit einem, wie<br \/>\ner sagte, \u201etranscendentalen &#228;sthetischen Ungl&#252;ck\u201c begleite. Ich wu&#223;te<br \/>\nauch, da&#223; er mit seinem woll&#252;stigen Interesse f&#252;r die Anatomie des<br \/>\nMakabren, offensichtlich das Erbe seines ber&#252;hmten Vorfahren Baron<br \/>\nVictor von Frankenstein, das Morbide und Marode an die oberste<br \/>\nStelle der \u201eWissenschaft vom Schwarzen\u201c stellte, da&#223; er Gr&#228;ber<br \/>\nvon Komponisten aufbrach, Leichen exhumierte oder umbettete und<br \/>\nkranke musikalische Gehirne sezierte; ich kannte auch seine \u201eNeo-<br \/>\nDoktrin des Monstr&#246;sen\u201c, derzufolge er sich von seinem ber&#252;chtigten<br \/>\nAhnherrn aus Genf darin unterschied, da&#223; er nicht mehr Tote ins<br \/>\nLeben zur&#252;ckholte, sondern ganz im Gegenteil \u201edie lebenden Komponisten<br \/>\nzum Tode erweckte\u201c. Ich h&#228;tte es mir jedoch nie und<br \/>\nnimmer tr&#228;umen lassen, da&#223; dieser in Musikkreisen zwar heftig<br \/>\numstrittene, aber doch hoch angesehene Schwarzkunst-Apologet, der<br \/>\nin seiner Jugend als Komponist mit dem Anspruch angetreten war,<br \/>\ndie gesamte europ&#228;ische Tradition mit einem einzigen, unvollendet<br \/>\ngebliebenen Werk zu Ende zu komponieren, auf solcherart zwielichtige<br \/>\nund fragw&#252;rdige Weise, noch dazu mit Unterst&#252;tzung der<br \/>\n&#246;ffentlichen Hand, sein Lebenswerk w&#252;rde kr&#246;nen wollen. Mein Entsetzen<br \/>\nund meine Neugier wuchsen ins Unerme&#223;liche, als ich beim<br \/>\nWeiterbl&#228;ttern, am Ende des Berichtes, auf ein aktuelles Gespr&#228;ch<br \/>\nstie&#223;, in dessen Verlauf Professor H. C. Frankenstein dem Redakteur<br \/>\ndes Artikels auf allerlei naheliegende Fragen &#252;ber Zweck und Ausrichtung<br \/>\ndes \u201eSch&#246;nebergschen Musik-Sanatoriums\u201c Rede und Antwort<br \/>\nstand und dabei mit Schauer-Begriffen wie \u201emusikalisches<br \/>\nGolgatha\u201c, \u201eavantgardistische Sch&#228;delst&#228;tte\u201c, \u201eEndstation f&#252;r die Auss&#228;tzigen<br \/>\nder Negativit&#228;t\u201c, \u201eEschatologie des Stillstandes\u201c und \u201eAsyl<br \/>\nf&#252;r Sakramentales Schwarzes\u201c das D&#252;stere und Perverse seiner nekrophilen<br \/>\nVeranlagung offenbarte und unmi&#223;verst&#228;ndlich zur Schau<br \/>\nstellte. Zwar bem&#252;hte er sich nach au&#223;en um einen sachlichen und<br \/>\nin Ma&#223;en verst&#228;ndlichen Umgangston, nicht nur, um sich in der &#214;ffentlichkeit<br \/>\ng&#252;nstig zu pr&#228;sentieren, sondern auch um die Vern&#252;nftigkeit,<br \/>\nja Notwendigkeit seines Unternehmens, nicht zuletzt mit Blick<br \/>\nauf die staatlichen Geldgeber, zu legitimieren, doch konnte man unschwer<br \/>\nhinter der Maske seiner pseudo-wissenschaftlichen Formulierungen<br \/>\nden Zynismus des Sadisten erkennen, der mit dem Leid<br \/>\nder Komponisten mehr spekulierte, als da&#223; er sie zu heilen in Aussicht<br \/>\nstellte. Auf die naheliegende Frage des Redakteurs, wie denn<br \/>\n&#252;berhaupt ein Musiksanatorium, das unweigerlich die Erinnerung<br \/>\nan totalit&#228;re Psychiatrie und \u201eArchipel Gulag\u201c evoziere, in unserer<br \/>\nZeit zu rechtfertigen sei, antwortete er ausweichend, indem er sich<br \/>\n&#252;ber allerlei abstruse \u201eTodestrieb\u201c-Theorien, \u201eSchmerzens-Paradoxe\u201c<br \/>\nund \u201eLeidens-Apoplexien\u201c auslie&#223;, mit deren Hilfe er den zu erkl&#228;renden<br \/>\nSachverhalt in der gewohnten Weise im schwarzen Rauch<br \/>\nseiner Worte erstickte und sich dabei sophistisch aus der Aff&#228;re zog.<br \/>\nAuf &#228;hnlich diabolische Weise beantwortete er die Frage, ob man ihn<br \/>\ndenn angesichts der humanen Herausforderung seines Unternehmens<br \/>\nals einen \u201eguten Menschen\u201c bezeichnen k&#246;nne, mit dem bissigen<br \/>\nSch&#246;nberg-Zitat, er halte sich eher f&#252;r einen \u201eunbarmherzigen Samariter\u201c,<br \/>\nder den leidenden Komponisten am wirksamsten damit<br \/>\ndiene, da&#223; er sie f&#252;r immer aus dem Verkehr ziehe und sie in der so<br \/>\nveranla&#223;ten negativen Existenz innerhalb der Mauern eines Sanatoriums<br \/>\nf&#252;r weitere negative musikalische Experimente gebrauche. Man<br \/>\nd&#252;rfe ja nicht vergessen, da&#223; der miserable Zustand, in dem sich die<br \/>\nKlassische Musik am Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts befinde,<br \/>\nmedizinische und psychiatrische Experimente geradezu herausfordere,<br \/>\nman brauche dar&#252;ber keine Krokodilstr&#228;nen zu vergie&#223;en oder<br \/>\nsich pietistisch den Kopf zu zerbrechen, man habe es ja schlie&#223;lich so<br \/>\ngewollt. Da&#223; im &#252;brigen der endg&#252;ltige Zusammenbruch der Klassischen<br \/>\nMusik nur noch eine Frage der Zeit sein k&#246;nne, sei ja doch<br \/>\nklar. In diesem Stadium der Entwicklung m&#252;sse man es deshalb als<br \/>\ndas einzig Richtige ansehen, die Krankheit nicht noch l&#228;nger zu verschleppen,<br \/>\nsondern sie durch \u201eMusica-Negativa-Pharmaka\u201c, durch<br \/>\nallerlei \u201e&#228;sthetische Verneinungs-Strategien\u201c, durch \u201eLigaturen des<br \/>\nStillstands\u201c musicaliter und physicaliter zu beschleunigen, damit, zur<br \/>\nVerkl&#228;rung des Untergangs, noch ein letztes Mal die \u201eBlumen des<br \/>\nB&#246;sen\u201c bl&#252;hen.<br \/>\nMir graute es bei diesen Worten. Unwillk&#252;rlich erinnerte ich mich<br \/>\nan einen weiteren seiner skandal&#246;sen Ausspr&#252;che aus fr&#252;heren Jahren,<br \/>\nals er auf \u201eMusica Negativa\u201c-Veranstaltungen Land auf Land ab<br \/>\ndas Ende der Klassischen Musik voraussagte und dazu immer wieder<br \/>\nseinen diabolischen Refrain sprach: \u201eVon der Negativit&#228;t sind sie ausgegangen,<br \/>\nzur Negativit&#228;t kehren sie wieder zur&#252;ck.\u201c So wurde mir<br \/>\nallm&#228;hlich klar, da&#223; hier keine humane Idee von Therapie am Werk<br \/>\nwar, sondern wahrscheinlich der versteckte Versuch, das musikalische<br \/>\nLeid in Endzust&#228;nde zu treiben, um es, mit gest&#228;rkter Immunit&#228;t,<br \/>\nf&#252;r ein neues Negatives zu disponieren und ewig fortzupflanzen.<br \/>\nAus diesem Grunde wohl, dachte ich mir, reist er unerm&#252;dlich von<br \/>\nFestival zu Festival und sammelt verkrachte kompositorische Existenzen<br \/>\nein, die er dann, zur besseren Indoktrinierung, mit Exzessivit&#228;ts-<br \/>\nCremen, Radikalit&#228;ts-Pudern, Zerrissenheits-S&#228;uren traktiert,<br \/>\nin seinem Sanatorium interniert und schlu&#223;endlich als freie kreative<br \/>\nIndividuen liquidiert: alles zur Vervollkommnung seiner apokalyptischen<br \/>\n\u201eDisharmonia Mundi\u201c. Sein negativer Zynismus war in der Tat<br \/>\nnicht zu &#252;berbieten. \u201eJe mehr eine Musik mich st&#246;rt, um so mehr<br \/>\nzieht sie mich an\u201c, sagte er. \u201eJe verr&#252;ckter und perverser Komponisten<br \/>\nsich auff&#252;hren, um so normaler erscheinen sie mir.\u201c<br \/>\nIch dachte mir, da&#223; sein Drang ins Paroxystische, die Kehrseite<br \/>\nseiner eigenen expressiven Impotenz, tats&#228;chlich grenzenlos sei. Er<br \/>\nsprach so ostinat von den \u201eStrategien der negativen Steigerung\u201c,<br \/>\ndozierte so hartn&#228;ckig von der \u201eMaximierung der endzeitlichen Exzesse\u201c<br \/>\nund faselte unentwegt von der \u201e&#196;sthetik des Zusammenbruchs\u201c,<br \/>\nda&#223; mir beinahe &#252;bel wurde. Auf die Frage, ob es denn<br \/>\ngegen sein Unternehmen von den zeitgen&#246;ssischen Musik-Verb&#228;nden<br \/>\nund vom organisierten musikalischen Verbraucherschutz nicht<br \/>\nProteste hagle, gab er zur Antwort, da&#223; ihn die sogenannte &#246;ffentliche<br \/>\nMeinung vollkommen kalt lasse und da&#223; ihn noch weniger das<br \/>\nzeitgen&#246;ssische Publikum k&#252;mmere. Dieses sei sogar als eine Art St&#246;rfaktor<br \/>\nanzusehen, ein \u201elebendes Mi&#223;verst&#228;ndnis\u201c, das sich auf peinliche<br \/>\nWeise, durch die ungeb&#252;hrlichen Beifalls- oder Unwillens-&#196;u&#223;erungen<br \/>\nzwischen ihn und seine Komponisten stelle. Er &#228;u&#223;erte<br \/>\nsich auf die abf&#228;lligste Weise &#252;ber die sogenannten \u201eTage der Neuen<br \/>\nMusik\u201c und fand vor allem f&#252;r jene Kritiker, die allj&#228;hrlich wie \u201eavantgardistische<br \/>\nKreuzfahrer das Heilige Land der Neuen Musik erobern\u201c,<br \/>\nkein gutes Wort. Er spottete &#252;ber die pluralistisch eingestellten Modernit&#228;ts-<br \/>\nRezensenten und &#252;ber die \u201ewiderliche Kakophonie-Begeisterung<br \/>\nder deutschen Feuilletonisten\u201c, die als \u201eRedakteure des Unerh&#246;rten\u201c<br \/>\nzu Dutzenden die Festivals der Neuen Musik bev&#246;lkerten<br \/>\nund sich \u201emunter zwischen schlecht komponierten St&#252;cken wie durch<br \/>\ndie Spielbuden eines irren musikalischen Vergn&#252;gungsparks tummelten<br \/>\noder auf der Achterbahn der Stile wie unartige Kinder St&#252;ck-auf<br \/>\nund St&#252;ck-ab rutschten\u201c. Er beschimpfte sie obendrein als \u201egeile Erlebnis-<br \/>\nTouristen\u201c, als \u201eaufgekl&#228;rte Jahrmarkt-Gourmets\u201c, als \u201epostmoderne<br \/>\nAlles-Fresser\u201c und \u201eheruntergekommene Wohlstands-Kr&#252;ppel\u201c,<br \/>\ndie alles Zeitgen&#246;ssische gierig hinunterschluckten und ihren<br \/>\nHunger nach Neuem dennoch nie stillten. \u201eSie lieben das Groteske ja<br \/>\nnicht um seiner Einmaligkeit willen oder wegen seines makabren<br \/>\nApriori an Boshaftigkeit\u201c, sagte er, \u201esondern weil sie die eigene spie&#223;erhafte<br \/>\nNormalit&#228;t nicht zur Kenntnis nehmen wollen.\u201c Er, f&#252;r<br \/>\nseinen Teil, pl&#228;diere f&#252;r die totale kompositorische Enthaltsamkeit<br \/>\nund sei vom Vorteil, musikalisch ein Vegetarier zu bleiben, zutiefst<br \/>\n&#252;berzeugt. Er preise die Originalit&#228;ts-Potenz der Androgynen, die<br \/>\nWahnsinns-Kapazit&#228;t der Unzeitgem&#228;&#223;en, das negative Talent der<br \/>\nVersager. \u201eIhre Originalit&#228;t und Oppositionalit&#228;t\u201c, sagte er, \u201eist in der<br \/>\nBereitschaft zum Scheitern und zum musikalischen Selbstmord die<br \/>\nh&#246;chste.\u201c Eine Idee, die sich im Augenblick des Entstehens nicht<br \/>\nauch selbst negiert, betonte er, ist es nicht wert, im Werk weiterzubestehen.<br \/>\nAus diesem Grunde fiele es ihm auch schwer, irgend ein<br \/>\nSt&#252;ck zu nennen, das f&#252;r alle Zeiten als ein Meisterwerk gelten k&#246;nnte.<br \/>\nEr r&#252;hmte den Wert des \u201eungeborenen musikalischen Lebens\u201c und<br \/>\nwar der Ansicht, da&#223; die gr&#246;&#223;ten Werke diejenigen sind, welche nie<br \/>\ngeschrieben werden. \u201eIm Augenblick des Zerfalls\u201c, sagte er, \u201ewerden<br \/>\nim radikalen Werk ungeheure negative Potentiale frei, die das Herz<br \/>\ndes progressiv disponierten H&#246;rers h&#246;her schlagen lassen.\u201c Er habe<br \/>\n&#252;brigens zur Messung dieser perversen Energien ein ,,Stetoskop der<br \/>\nNegativit&#228;t\u201c entwickelt, dazu einen musikalischen \u201eWahnsinns-Seismographen\u201c,<br \/>\nden er in Anerkennung der Verdienste um die negative<br \/>\nSache der Kunst nach seinem Assistenten und Gefolgsmann Doktor<br \/>\nScardanelli benannt habe. Mit Hilfe dieser nach oben offenen<br \/>\n\u201eScardanelli-Skala\u201c, sagte er, sei er nun in der Lage, selbst die kleinsten<br \/>\nErsch&#252;tterungen der Negativit&#228;t nachzuweisen und tabellarisch<br \/>\nfestzuhalten. Doktor Scardanelli habe als \u201eAdjutant des Negativen\u201c<br \/>\nwahrlich Gro&#223;es geleistet: seine \u201eWerkverzeichnisse des B&#246;sen\u201c seien<br \/>\ndie vollst&#228;ndigsten und gr&#252;ndlichsten, die man sich in der zeitgen&#246;ssischen<br \/>\n\u201eNekro-Musikologie\u201c vorstellen k&#246;nne. Die \u201ed&#228;monische<br \/>\nHermeneutik\u201c und die \u201eMetaphysik des Makabren\u201c seien ohne seine<br \/>\nMithilfe und ohne die regelm&#228;&#223;igen Blutproben, die er den herun-<br \/>\ntergekommenen und gescheiterten zeitgen&#246;ssischen Komponisten<br \/>\nentnehme, undenkbar. Hier sei, ohne falschen Stolz gesprochen, tats&#228;chlich<br \/>\nPionierhaftes geleistet worden.<br \/>\nAls der Redakteur ihn schlie&#223;lich fragte, ob man denn allen Ernstes<br \/>\nin der Unterscheidung des Negativen so sicher sein k&#246;nne, wich<br \/>\nH. C. Frankenstein der Frage aus und antwortete, das sei \u201eSache des<br \/>\nabsoluten negativen Geh&#246;rs\u201c. Negative Komponisten verhielten sich<br \/>\ngrundlegend anders als positive. W&#228;hrend n&#228;mlich die Verr&#252;ckten<br \/>\nauf die wahnsinnigen Stoffe hereinfielen und von ihnen verfolgt<br \/>\nw&#252;rden, suchten die Normalen positive Stoffe aus und entfernten<br \/>\nsich von ihnen wieder nach Belieben. So einfach sei das mit den<br \/>\nbeiderseitigen Aspekten des negativ und positiv besetzten Wahnsinns.<br \/>\nJe mehr ich mich in die Lekt&#252;re dieses obskuren Artikels mit der<br \/>\nzwielichtigen Frankensteinschen Postille vertiefte, um so st&#228;rker<br \/>\nwurde in mir der Zwiespalt, ob ich mir den Besuch einer solchen<br \/>\nKlinik aus Anstand &#252;berhaupt w&#252;rde leisten k&#246;nnen, oder ob es nicht<br \/>\ndoch besser w&#228;re, jeder Vereinnahmung und Identifikation mit fragw&#252;rdigen<br \/>\nfaschistoiden Zielsetzungen von Macht und Manipulation,<br \/>\nzumal in der manich&#228;ischen Konfrontation des Guten mit dem B&#246;sen,<br \/>\ndes Gesunden mit dem Kranken, aus dem Wege zu gehen. Allein<br \/>\ndie Unerh&#246;rtheit des Unternehmens und der dunkle Drang, der<br \/>\nuns zu den Nachtseiten des Lebens, zu Wahnwitz und Wollust hinabzieht,<br \/>\nlie&#223;en in mir den Entschlu&#223; reifen, diesem wie auch immer<br \/>\nentarteten musikalischen \u201eZauberberg\u201c einen Besuch abzustatten.<br \/>\nDie Seele ist wie die Neugier ein Fa&#223; ohne Boden: sie will angesichts<br \/>\nder vor ihr aufgerichteten Geheimnisse und Tabus mehr und immer<br \/>\nmehr wissen. Wer zu ihr \u201eA\u201c sagt, mu&#223; zu ihr auch \u201eB\u201c sagen, dachte<br \/>\nich mir. Nicht einmal Herzog Blaubart, der in seinem Schlo&#223; hinter<br \/>\nsieben verriegelten T&#252;ren die schrecklichsten Geheimnisse verborgen<br \/>\nhielt und keinen Menschen dahinterblicken lie&#223;, hatte gegen<br \/>\ndiese Neugier ein Mittel, sein sorgsam geh&#252;tetes Grauen zu sch&#252;tzen.<br \/>\nAlso, sprach in mir eine dunkle Stimme, f&#228;hrst du dieses Jahr nicht<br \/>\nnach Donaueschingen, wo, wie immer, lauter erfolgreiche zeitgen&#246;ssische<br \/>\nKomponisten auftreten, sondern gehst ins \u201eSch&#246;nebergsche<br \/>\nMusiksanatorium\u201c, in dem angeblich gescheiterte Avantgardisten &#252;ber<br \/>\nden Zustand der Neuen Musik tiefere Ausk&#252;nfte geben als alle gro&#223;sprecherischen<br \/>\nProgrammtexte der Musiktage zusammen. Es kann<br \/>\nja tats&#228;chlich sein, dachte ich mir, da&#223; die normalen Komponisten<br \/>\ndie \u201emusikalische Kunst- und Geistesgef&#228;hrdung\u201c nicht ertragen, da&#223;<br \/>\nsie sich alles Unregelm&#228;&#223;ige und Gesetzwidrige vom Leibe halten,<br \/>\num ihre sogenannte musikalische Gesundheit zu bewahren, w&#228;hrend<br \/>\ndie vermeintlichen kranken Avantgardisten alles tun, um mit<br \/>\nder kreativen \u201eKunst- und Geisteskrankheit\u201c in Ber&#252;hrung zu kommen<br \/>\nund so ihr ungl&#252;ckliches k&#252;nstlerisches Dasein auf endg&#252;ltige,<br \/>\naber &#228;sthetisch eindrucksvolle Weise verwirken. W&#228;hrend in Donaueschingen<br \/>\nin der Mehrzahl die sogenannten erfolgreichen Komponisten<br \/>\nauftreten und viele Worte machen, die Rauch sind, dachte ich,<br \/>\nsagen die gescheiterten Komponisten meistens gar nichts und lassen<br \/>\nstatt dessen ihre kranke Kunst sprechen.<br \/>\nEs war nicht leicht, &#252;ber ungen&#252;gend beschilderte Stra&#223;en und<br \/>\nschlecht markierte Waldwege, zwischen sp&#228;rlich belichteten Laubw&#228;ldern,<br \/>\nim tr&#252;gerischen Licht des Sp&#228;therbstes, zu dem Sch&#246;nebergschen<br \/>\nMusiksanatorium, unweit des St&#228;dtchens Donaueschingen,<br \/>\nvorzusto&#223;en. Dazu kam, da&#223; sich wegen der gro&#223;en Dichte an<br \/>\nSanatorien und Kliniken im Schwarzwald die Nachfrage bei den<br \/>\nOrtsans&#228;ssigen besonders schwierig gestaltete. Jeder der Gefragten<br \/>\nkannte zwar jemanden, der &#252;ber das neu erbaute Etablissement<br \/>\nBescheid wu&#223;te, aber dieser Jemand verwies regelm&#228;&#223;ig auf einen<br \/>\nanderen Jemand, der wiederum nichts Genaues wu&#223;te und seinerseits<br \/>\nauf einen Dritten verwies, mit dem es aber nicht minder schwer<br \/>\nwar, die Heilanstalt zu lokalisieren und in der Gegend ausfindig zu<br \/>\nmachen. Alle Befragten legten ein seltsam ver&#228;ngstigtes und geheimnisvolles<br \/>\nGebaren an den Tag, einige schlugen das Kreuz, andere<br \/>\nstie&#223;en Gebete und Verw&#252;nschungen aus, wieder andere<br \/>\nsuchten erschrocken das Weite. Die Mutigsten unter ihnen gaben<br \/>\nwarnende Hinweise und konnten es nicht lassen, sich in sp&#246;ttischer<br \/>\nWeise &#252;ber meine Neugier auszulassen: \u201eAch, die Frankenstein-Stiftung?\u201c,<br \/>\nfragten die einen, \u201eJa nat&#252;rlich, Blaubarts Klangschlo&#223;!\u201c,<br \/>\nspotteten die anderen und \u201eBewahre uns Gott vor dem Leibhaftigen!\u201c,<br \/>\nsagten sie alle.<br \/>\nIch verstand aus der Steigerung der Unruhe unter der Bev&#246;lkerung<br \/>\nund der Dichte der b&#246;sen Titulierungen, von denen \u201eHypochonder-<br \/>\nFreaks\u201c und \u201eElektronische Radaumacher\u201c noch die<br \/>\nharmlosesten waren, da&#223; ich mich in unmittelbarer N&#228;he zur<br \/>\nFrankensteinschen Klinik befand. So war ich noch vor Einbruch<br \/>\nder Dunkelheit am Ziel.<br \/>\nDas \u201eSch&#246;nebergsche Musiksanatorium\u201c pr&#228;sentierte sich von seiner<br \/>\nKonstruktion und Anlage her zun&#228;chst gar nicht wie eine krankheits&#252;bliche<br \/>\nHeilanstalt, denn es erschien funktionell und &#228;sthetisch<br \/>\nnach den Prinzipien der rationalistischen Bauweise organisiert, in<br \/>\nder Artikulation des Komplexes in zw&#246;lf voneinander unabh&#228;ngigen<br \/>\nPavillons offensichtlich auf die metaphorische Vergleichsebene der<br \/>\nSch&#246;nbergschen Zw&#246;lfton-Reihe anspielend.<br \/>\nIch ging, bevor ich um die Besuchserlaubnis ansuchte, unschl&#252;ssig<br \/>\nund mit &#228;u&#223;erst zwiesp&#228;ltigen Gef&#252;hlen einige Male um das Geb&#228;ude<br \/>\nherum und vergewisserte mich der Kapazit&#228;t und Ausdehnung<br \/>\nder gesamten Anlage, um mich sowohl im architektonischen<br \/>\nals auch im akustischen Bezug auf die h&#246;llische Dimension der G&#246;ttlichen<br \/>\nKom&#246;die einzustellen, die ich nun, von den ambivalenten<br \/>\nGef&#252;hlen aufs &#228;u&#223;erste angespannt, zu durchschreiten mich anschickte.<br \/>\nSo sah ich von weitem, wohl unter dem Eindruck des Gelesenen<br \/>\nund von unsichtbarer schwarzer Magie gelenkt, wie in einem verzerrten<br \/>\nPanoptikum, alle Endzust&#228;nde von Musik auf einem Male,<br \/>\nsah durch die Gitter der Heilanstalt monds&#252;chtige, bleiche Gestalten,<br \/>\nTonk&#252;nstler mit verengten Brustk&#246;rben, sah schwinds&#252;chtige<br \/>\nSchlafwandler, von klanglicher Askese abgemagerte Artisten, sah rachitische<br \/>\nKomponisten in m&#252;der, dahinschleifender Pose, K&#252;nstler auf<br \/>\nantriebsgehemmten, paralytischen Beinen, und h&#246;rte eine Musik, deren<br \/>\nT&#246;ne vor lauter Gehirnpressen nicht mehr ansprach, Kl&#228;nge, denen<br \/>\nman eine mehrst&#252;ndige Narkose anmerkte und die erst nach ewigen<br \/>\nFermaten wieder zum Leben zogen. Ich h&#246;rte Akkorde unter &#228;sthetischer<br \/>\nCortisonbehandlung, Strukturen voller &#220;berspanntheit und<br \/>\nVerunsicherung, und h&#246;rte r&#246;chelnde Melodien und Harmonien voll<br \/>\nfiebernder Luft. Ich merkte, wie diese Musik, die offensichtlich rasch<br \/>\ngealtert war und also nicht mehr lange zu leben hatte, im Vergleich<br \/>\nzur gesunden doppelt so viel Zeit brauchte, um sich zu bewegen oder<br \/>\neinen Gedanken auszudr&#252;cken. Ich dachte mir, da&#223; diejenigen, die<br \/>\nsolche T&#246;ne produzieren, in bezug auf die gew&#246;hnliche Musik tats&#228;chlich<br \/>\nVer-R&#252;ckte sind, denn w&#228;hrend die sogenannten normalen Komponisten<br \/>\ndie Zeiten schwer finden und also eine leichte Musik schreiben,<br \/>\nfinden diese Tonk&#252;nstier die Zeiten eher leicht und schreiben eine<br \/>\nvollkommen unverst&#228;ndliche und schwer verdaubare Musik.<br \/>\nW&#228;hrend ich solches und &#228;hnliches bedachte, las ich an der Anschlagstafel<br \/>\nvor dem Sanatorium viel Aufschlu&#223;reiches &#252;ber Entste-<br \/>\nhung und Ausrichtung der unvergleichlichen Institution. Schwinds&#252;chtige<br \/>\nSchwanenges&#228;nge, dachte ich, die Aura des Letzten und<br \/>\nEndg&#252;ltigen liegt &#252;ber der Musik, die im Sterben liegt. &#220;ber der Gehirnkatastrophe<br \/>\nder Neuen Musik, die ihr Alter erreicht hat, kreist<br \/>\nder Engel des Untergangs. Im Sch&#246;nebergschen Musiksanatorium,<br \/>\nlas ich, waren grunds&#228;tzlich keine Kassen-Patienten zugelassen, weil,<br \/>\nso die knappe Begr&#252;ndung, deren geistige und &#228;sthetische Langzeitbehandlung<br \/>\nund Observation bei der Einlieferung von vornherein<br \/>\nfeststehe und also keine Versicherung der Welt bereit w&#228;re, bei solcherma&#223;en<br \/>\nfixierter Aussichtslosigkeit nur einen Pfennig zu bezahlen.<br \/>\nAn besagter Anschlagstafel vor dem Sanatorium waren f&#252;r die Insassen,<br \/>\nWoche f&#252;r Woche, besondere, von der Sanatoriums-Leitung<br \/>\nausgearbeitete und von h&#246;chster Stelle bewilligte \u201eWahnsinns-Fortbildungskurse,<br \/>\nSeminare der Irrungen und Vortr&#228;ge &#252;ber spezielle<br \/>\nArten der zeitgen&#246;ssischen Kunst- und Geisteskrankheiten\u201c angek&#252;ndigt,<br \/>\ndie als eine Art Prolegomena der Metaphysik des musikalischen<br \/>\nWahnsinns gedacht waren und den Besucher in bezug auf die<br \/>\nabsto&#223;endsten musikalischen Affektionen wohlwollend und verst&#228;ndnisvoll<br \/>\nstimmen sollten. Die Verr&#252;ckten-Seminare dieser Woche waren<br \/>\nin spezialistischer Weise den neurotischen St&#246;rungen des zentralen<br \/>\nmusikalischen Nervensystems vorbehalten, insbesondere der<br \/>\n\u201ehirnrissigen Disjunktion von Tonhervorbringungs-Aktionen\u201c, sowie<br \/>\nden verschiedenen Formen der bewu&#223;tseinsgespaltenen Aufsplitterung<br \/>\ndes Klangbildes. Dieses \u201eThema generale\u201c betraf im einzelnen<br \/>\ndie Krankheitsbilder der musikalischen Phlegmatiker, deren agogisches<br \/>\nAntriebsverm&#246;gen gest&#246;rt war, die strukturellen Anankiker, die<br \/>\nan einer schweren Form der kompositorischen Zwangsneurose litten,<br \/>\ndie Phantasie-behinderten, an musikalischer Insuffizienz leidenden<br \/>\nTon-Spastiker, sowie die gro&#223;e Gruppe der Epileptiker, die bei<br \/>\nder geringsten musikalischen Aufregung dynamische Tobsuchtsanf&#228;lle<br \/>\nbekommen. Die Woche zuvor, das konnte man am Rande der<br \/>\nTafel noch sehen, waren besagte Wahnsinns-Seminare der Gruppe<br \/>\nder innerlich Geh&#246;rgesch&#228;digten vorbehalten gewesen, den<br \/>\nmusikalischen Folgeerscheinungen der seelischen Apathie sowie der<br \/>\nRegression der Repetitionsk&#252;nstler unter musikpathologischen Gesichtspunkten.<br \/>\nDie Woche danach, das stand auch schon fest, w&#252;rde<br \/>\ndas Sch&#246;nebergsche Musiksanatorium in Absprache mit den Donau-<br \/>\neschinger Musiktagen \u201eDas Wahnsinns-Ph&#228;nomen der klanglichen<br \/>\nGehirnerweiterung\u201c abhandeln und neben der pathologischen Clusterbildung<br \/>\nauch die daraus resultierende kompositorische Megalomanie<br \/>\nuntersuchen, die, wie zu lesen war, \u201ein besorgniserregender<br \/>\nWeise in den umfangreichsten und schw&#228;rzesten Partituren der j&#252;ngsten<br \/>\nVergangenheit\u201c zum Vorschein gekommen sei.<br \/>\nIn der Halle des Sanatoriums, die f&#252;r alle, Kranke, Therapeuten<br \/>\nund Personal, eine Art Aufenthaltsraum und multimedialen medizinischen<br \/>\nTreffpunkt darstellte, konnte man zahlreiche skurrile Figuren,<br \/>\n&#228;sthetische Quacksalber, akustische Medizinm&#228;nner und linkischdiabolische<br \/>\nPsychiater beobachten, die unter einer st&#228;ndig gerunzelten<br \/>\nStirn, mit l&#228;cherlich affektierter Gestik so taten, als m&#252;&#223;ten sie<br \/>\nalleine und in letzter Instanz &#252;ber den Ernst der Lage beraten, daneben<br \/>\nobscure Ober&#228;rzte und Primare, die in aseptisch wei&#223;en Kitteln<br \/>\nmit irgendwelchen Instrumenten hantierten, so als gelte es, eine fatale<br \/>\nEntscheidung &#252;ber folgenreiche neuromusikalische Eingriffe zu<br \/>\ntreffen oder &#252;ber die Entsorgung ansteckender klanglicher Materialien<br \/>\neine Verf&#252;gung herauszugeben. Ich konnte mich in dieser Halle<br \/>\nder neurotischen musikpsychiatrischen Eitelkeiten selbst vergewissern,<br \/>\nwie hilflos die sogenannten Primare an neuartigen Diagnose-<br \/>\nMethoden arbeiteten, wie kompliziert sich die von ihnen entwickelten<br \/>\nVerfahren der Isolierung von unbekannten pathologischen Tonkomplexen<br \/>\ntrotz des Gebrauchs von neuartigen Ton-Sonden und<br \/>\nKlang-Kathedern gestalteten. Ich sah, wie dilettantisch sie mit irref&#252;hrenden<br \/>\nwissenschaftlichen Bezeichnungen umgingen, mit Tricks<br \/>\nhantierten und nichtsdestotrotz diesen offensichtlichen neuro-musikalischen<br \/>\nDilettantismus mit der Geste des Unbedingten und Endg&#252;ltigen<br \/>\nbegleiteten. Das sind wohl jene Neurosen-Spezialisten und<br \/>\nmusikalischen Wahnsinns-Pfuscher, dachte ich mir, die einige nicht<br \/>\nohne Ironie als \u201eVerweigerungs-Deuter\u201c und \u201e&#228;sthetische Abgrunds-<br \/>\nStudiosi\u201c bezeichnen! Sie gebrauchten durchwegs lateinische und<br \/>\ngriechische Formulierungen, wodurch sie sich offensichtlich auf hygienische<br \/>\nWeise von dem musikalischen Leiden distanzierten und<br \/>\nsich jede M&#246;glichkeit der musikalischen Ansteckung vom Leibe hielten.<br \/>\nDie kritischen psychiatrischen Seelenkundler sind, wenn sie sich<br \/>\nwissenschaftlich auf die musikalische Neurose einlassen, nicht nur<br \/>\ndie inkompetentesten und gef&#252;hllosesten Musikverbesserer, dachte<br \/>\nich mir, sondern auch die gr&#246;&#223;ten Fehldiagnostiker, die es in der ge-<br \/>\nsamten Disziplin der Kunst- und Geisteskrankheiten gibt. Diese &#228;sthetisch<br \/>\nDreimalklugen, die selbst nie einen musikalischen Nervenzusammenbruch<br \/>\nerlitten haben, die das musikalische Leid nur aus<br \/>\npsychiatrischen Fachb&#252;chern der &#196;sthetik des Untergangs kennen,<br \/>\nbesitzen selbst keinen Funken Empathie, die sie zum Mitleiden, zum<br \/>\nEinf&#252;hlungsverm&#246;gen mit dem musikalischen Schmerz und zur Solidarit&#228;t<br \/>\nmit den musikalisch Gescheiterten bef&#228;higte. Ihr ganzes Leben,<br \/>\ndachte ich, haben die hochsensiblen Komponisten Angst vor<br \/>\ndem geistigen und &#228;sthetischen Zusammenbruch gehabt und sind<br \/>\nnun, nach der schmerzlichsten musikalischen Gehirnkatastrophe, in<br \/>\ndie H&#228;nde dieser psychiatrischen Pfuscher gefallen, die sie, anstatt<br \/>\nmit einf&#252;hlsamen, ganzheitlichen Methoden zu heilen, mit skrupellos<br \/>\nerstellten Tabellen und zynischen Psychogrammen blo&#223;stellen und<br \/>\nkritisch ruinieren.<br \/>\nIch wandte mich zum Zwecke der Orientierung an den ersten wei&#223;en<br \/>\nKittel, dem ich begegnete, und erkundigte mich &#252;ber Zeiten und<br \/>\nFormalit&#228;ten eines Besuches f&#252;r musikpsychologisch Interessierte von<br \/>\nau&#223;en. Die Auskunft war ebenso knapp wie pr&#228;zise: jederzeit, aber<br \/>\nnur mit autorisierter musikpsychiatrischer Assistenz. Die Besuchserlaubnis<br \/>\nm&#252;sse &#252;berdies von der Oberleitung der Klinik im B&#252;ro des<br \/>\nAufnahme-Ambulatoriums genehmigt werden.<br \/>\nZu besagtem Ambulatorium gelangte man durch einen langen<br \/>\nGang, der diesen bereits eindeutig zur Klinik geh&#246;rigen Raum von<br \/>\nder eher unverbindlichen Allerwelts-Halle des Eingangs abhob und<br \/>\ndem L&#228;rm der Stra&#223;e entzog. Dieses Ambulatorium diente au&#223;er als<br \/>\nAufnahme- und Einlieferungsstation auch als Voruntersuchungsraum,<br \/>\nin dem die Leidenskapazit&#228;t der Hospitanten im Augenblick<br \/>\nder Einlieferung, ihre nervliche Belastbarkeit f&#252;r alle weiteren Kuren<br \/>\nund Schocks gepr&#252;ft und getestet werden sollte.<br \/>\nAls ich das Ende des Ganges erreichte, trat mir ein hagerer,<br \/>\nironisch grinsender, offensichtlich gebildeter, in seinem linkischen<br \/>\nGehabe jedoch unheimlich wirkender Herr entgegen, der sich als<br \/>\nDoktor Scardanelli, seines Zeichens Wahnsinns-Studioso und<br \/>\nStellvertreter H. C. Frankensteins im Sch&#246;nebergschen Musik-Sanatorium<br \/>\nvorstellte. Seine sp&#228;rlichen, gegen den Strich gek&#228;mmten<br \/>\nHaare, die einen von den h&#228;ufigen Aufregungen rot angelaufenen<br \/>\nKopf zierten, standen ihm allesamt zu Berge, so als w&#252;rde irgend<br \/>\neine verdeckte negativ gepolte Spannung sie in die H&#246;he ziehen.<br \/>\nEs bedurfte nicht vieler Worte und Komplimente, und wir waren<br \/>\nuns &#252;ber Bedingungen und Modalit&#228;ten meines Sanatoriums-Besuches<br \/>\neinig. Doktor Scardanelli f&#252;hrte mich sogleich ins Aufnahme-<br \/>\nAmbulatorium, wo ich die vorgeschriebene Besuchserlaubnis ausgeh&#228;ndigt<br \/>\nbekam und meinerseits die Garantie unterschrieb, f&#252;r alle<br \/>\nm&#246;glichen Konsequenzen nervlicher Art die volle und alleinige Verantwortung<br \/>\nzu &#252;bernehmen und gleichzeitig die Anstaltsleitung jeder<br \/>\nzivilen und strafrechtlichen Haftung zu entbinden.<br \/>\nDer Raum, den ich an der Seite Doktor Scardanellis betrat, war<br \/>\nmit den hygienischsten psychiatrischen Ger&#228;ten, symmetrischen Ma&#223;-<br \/>\nEinheiten, seriellen Stethoskopen, krebsg&#228;ngigen Injektoren, spiegelverkehrten<br \/>\nTabellen und geometrisch disponierten Strukturen<br \/>\nausgestattet. Alles streng in Schwarz und in der Verteilung nach dem<br \/>\nPrinzip der &#196;quidistanz und Gleichberechtigung der Objekte im Sinne<br \/>\neiner h&#246;heren Ordnung und menschlichen Indifferenz, vollkommen<br \/>\nkalt und aseptisch angelegt. Die Stations&#228;rzte, sagte mir Doktor<br \/>\nScardanelli, wechselten in diesem Ambulatorium alle Tage die Pr&#228;senz.<br \/>\nIhre Anwesenheit sei nach dem Prinzip der seriellen Abfolge<br \/>\ngenauestens geregelt: zw&#246;lf voneinander unabh&#228;ngige Kontroll-&#196;rzte<br \/>\nan zw&#246;lf voneinander unabh&#228;ngigen Wochentagen, nach den Gesetzen<br \/>\nder Gleichberechtigung auf demokratisch zweifelsfreie Weise,<br \/>\nalso reihentechnisch nach dem Prinzip der Nicht-Wiederholbarkeit<br \/>\neines Dienstes vor Ablauf der Pr&#228;senz aller anderen geregelt.<br \/>\nAn diesem skurrilen Ambulatorium, das die Insassen des Sanatoriums<br \/>\nauch \u201ePurgatorium der Zw&#246;lfton-S&#252;nden\u201c nannten, kam in<br \/>\nder Tat niemand vorbei. Alle, sowohl Gesunde als auch Kranke,<br \/>\nmu&#223;ten sich an diesem Vorort der H&#246;lle einer musikpathologischen<br \/>\nEignungspr&#252;fung unterziehen und eine Art \u201eTest der musikalischen<br \/>\nWahnsinnsf&#228;higkeit\u201c, sozusagen \u201edie Talentprobe der transzendentalen<br \/>\nVerr&#252;cktheit\u201c, &#252;ber sich ergehen lassen.<br \/>\nMir stockte beim Anblick dieser vollkommenen Entsprechung des<br \/>\nKalten und Gef&#252;hllosen mit der &#196;sthetik des Makabren das Blut in<br \/>\nden Adern. Was ist denn der moderne Leibhaftige &#228;u&#223;erlich f&#252;r ein<br \/>\nWesen?, dachte ich mir, und suchte am Erscheinungsbild meines<br \/>\nobskuren Begleiters nach den Merkmalen des Schaurigen. Aber sosehr<br \/>\nauch meine Phantasie sich vom abwegigen Gedankengut dieses<br \/>\nAmbientes zu erhitzen begann, ich konnte an ihm nichts auff&#228;llig<br \/>\nUnnat&#252;rliches erkennen: kein Klumpfu&#223;, kein von Exzessen abge-<br \/>\nmagerter K&#246;rper, keine rote Hahnenfeder, kein schwarzer Umhang,<br \/>\nkeine Spur von Krallen oder Klauen, weder H&#246;llenru&#223; noch Schwefelgeruch,<br \/>\nnicht einmal eine Habichtnase, h&#246;chstens ein Paar starr<br \/>\nblickende, funkelnde Augen. Der moderne Mephisto, dachte ich, tr&#228;gt<br \/>\ndie Z&#252;ge eines philisterhaften B&#252;rgers, d&#252;nn, hager und unstet, ein<br \/>\nwenig wie der Teufel in Adalbert von Chamissos \u201ePeter Schlemihis<br \/>\nwundersame Geschichte\u201c, mit einem h&#228;misch verzogenen Mund, wie<br \/>\nder \u201eSignor Dapertutto\u201c in E. T. A. Hoffmanns Erz&#228;hlung \u201eDie Abenteuer<br \/>\nder Sylvesternacht\u201c, oder so wie der unscheinbare \u201eSeelenk&#228;ufer<br \/>\nund Prokuristen des Satans\u201c in Tiecks \u201eDie Bergwerke zu<br \/>\nFalun\u201c. Man kann diesem modernen Leibhaftigen nur wie Luther<br \/>\nbegegnen, dachte ich mir, und nach ihm im &#252;bertragenen Sinne mit<br \/>\nTintenf&#228;ssern werfen.<br \/>\n\u201eDie einzigen Freunde, die wir unter den T&#246;nen haben, sind tote<br \/>\nT&#246;ne\u201c, begann Doktor Scardanelli seine unheimliche F&#252;hrung durch<br \/>\ndas Sch&#246;nebergsche Musiksanatorium. \u201eMan mu&#223; in der Musikgeschichte<br \/>\nwarten, bis die lebendigen T&#246;ne altem und absterben. Erst<br \/>\nwenn die T&#246;ne tot sind, kann man sich auf sie kompositorisch einlassen.\u201c<br \/>\nDoktor Scardanelli gebrauchte den Begriff \u201eeinlassen\u201c, so, als<br \/>\nn&#228;herte er sich einem Leichnam, den es sorgf&#228;ltig, Faser um Faser,<br \/>\nzu sezieren galt. \u201eDie Musik erkennen wir mit der gr&#246;&#223;ten Klarsicht<br \/>\nund Vernunft in dem Augenblicke, da sie vollkommen erkaltet und<br \/>\nerstarrt ist. So wie die T&#228;tigkeit des Psychiaters erst dann den therapeutischen<br \/>\nH&#246;hepunkt erreicht, wenn sie in ihrem Innersten zu Stein<br \/>\ngeworden ist, so befindet sich die Musik im Zustand der endg&#252;ltigen<br \/>\nAbk&#252;hlung, im Anblick der k&#228;ltesten Raison und sentimentalen R&#252;cksichtslosigkeit,<br \/>\nganz bei sich selbst. Ein erfolgreicher Psychiater wie<br \/>\nein erfolgreicher Komponist sind vom Mi&#223;trauen gegen alles Normale<br \/>\nund Lebendige beseelt.\u201c Skepsis gegen das Lebendige, Mi&#223;trauen<br \/>\ngegen das Spontane, das sei die Lebensgrundlage und das Berufsethos<br \/>\nf&#252;r beide. Mit diesem Problem, das man in gewissem Sinne als<br \/>\neine Art \u201eExercitium mortale\u201c bezeichnen k&#246;nne, habe er sich eingehend<br \/>\nin Form einer universit&#228;ren Dissertation &#252;ber das \u201eSch&#246;nbergsche<br \/>\nMusikalische Opfer\u201c auseinandergesetzt und sich damit f&#252;r<br \/>\ndie Laufbahn eines zeitgen&#246;ssischen Wahnsinnsforschers habilitiert.<br \/>\n\u201eDas menschliche Gef&#252;hls- und Wahrnehmungs-System\u201c, sagte er,<br \/>\n\u201eist in ein Stadium der vollkommenen Isolation und Inkommunikabilit&#228;t,<br \/>\nja Gef&#252;hlsd&#252;rre, eingetreten.\u201c Er nannte diesen Zustand das<br \/>\n\u201eSyndrom der kommunikativen Verlassenheit\u201c und brachte es unmittelbar<br \/>\nmit der h&#246;chsten Vergeistigung in Verbindung, die im Stadium<br \/>\nder endg&#252;ltigen Versteifung der expressiven Strukturen das<br \/>\nGewebe der Musik befallen habe. Er sprach von \u201etranscendentaler<br \/>\nGeistesarbeit\u201c, die von Nekrophilie angesteckt, eine ausgezehrte Sublimation<br \/>\nhervorbringe, und spekulierte mit der Hypothese, da&#223; die<br \/>\nmusikalische Kunst das H&#246;chste mit dem Verlust der inneren Organe<br \/>\nund mit der vollkommenen St&#246;rung der im Geh&#246;r verankerten Sinne<br \/>\nhervorbringe.<br \/>\nIn besagtem Ambulatorium war an diesem Abend der Dienst-Turnus<br \/>\nan dem mir reichlich bekannten Anton von Kalk, einem musikalischen<br \/>\nNachfahren jenes Anton von Webern, der am Beginn des<br \/>\nJahrhunderts die Musik in eine neue, folgenschwere Richtung gelenkt<br \/>\nhatte. Da auf Grund der sp&#228;ten Stunde gerade niemand ins<br \/>\nSch&#246;nebergsche Sanatorium eingeliefert wurde und ich, was die<br \/>\nBesuchserlaubnis anging, bereits von Doktor Scardanelli bedient worden<br \/>\nwar, stand besagter Musik-Neurologe f&#252;r keine weiteren Informationen<br \/>\nzur Verf&#252;gung. Dies pa&#223;te &#252;brigens vollkommen in sein<br \/>\nCharakterbild, das, wie ich von der neueren Kunst- und Geistesgeschichte<br \/>\nher wu&#223;te, von dem seines geistigen Onkels Anton von<br \/>\nWebern nicht weit entfernt war. Anton von Kalk, so die Charakterisierung<br \/>\nDoktor Scardanellis, sei ein ostinater Statistiker und Rei&#223;brett-<br \/>\nFanatiker, der keinen auch noch so kurz gefa&#223;ten Gedanken<br \/>\nohne \u201e&#228;u&#223;erstes Gehirnpressen\u201c zustandebringe. Von ihm erz&#228;hle<br \/>\nman sich, da&#223; ihn fortw&#228;hrend die Angst qu&#228;le, es k&#246;nnte ihn jemand<br \/>\nmitten in seiner Geistesarbeit st&#246;ren und den Gedankengang,<br \/>\nden er gerade begonnen habe, unterbrechen. Er m&#252;sse sozusagen<br \/>\nseine Arbeit in vollkommener Verlassenheit, ja sogar Selbstverlassenheit,<br \/>\nangehen und zu Ende f&#252;hren. Nicht selten, erz&#228;hle man sich,<br \/>\nsei er mitten in der Nacht &#252;berrascht worden, wie er in einem sp&#228;rlich<br \/>\nerleuchteten Raum, abwechselnd seine Brille putzte und mit<br \/>\neinem Ohr am T&#252;rschlo&#223; nach irgendwelchen Ger&#228;uschen nach drau&#223;en<br \/>\nlauschte. Er sei tats&#228;chlich von der Obsession verfolgt, es k&#246;nnte<br \/>\njemand unangemeldet in seine transzendentale Konzentration<br \/>\nhereinplatzen und mit einem Male die subtil gesponnenen Gedankeng&#228;nge<br \/>\nzum Einsturz bringen. Immer wieder m&#252;sse er seine<br \/>\nGeistes- und Geh&#246;rarbeit von vorne beginnen, damit er &#252;berhaupt<br \/>\nweiterwisse, er m&#252;sse sich sozusagen fortw&#228;hrend vergewissern, wo<br \/>\ner mit seinen Erfindungen stehe und sich so durch die Best&#228;tigung<br \/>\ndes Geleisteten in &#252;bertragenem Sinne Mut machen. \u201eEr ist ein Fanatiker<br \/>\nder menschlichen Verlassenheit\u201c, sagte Scardanelli. \u201eEr ist<br \/>\ndaf&#252;r ber&#252;hmt, da&#223; er, wenn er komponiert, gleichzeitig nach drau&#223;en<br \/>\nhorcht, um jeder St&#246;rung aus dem Wege zu gehen und im selben<br \/>\nAugenblick nach innen lauscht, um den Faden seines d&#252;nnen<br \/>\nEinfalls nicht zu verlieren. Manchmal ist er von dieser doppelten Anstrengung<br \/>\nso ersch&#246;pft, da&#223; er tagelang v&#246;llig leer und ausgelaugt,<br \/>\nwie ein verdorrter Ast, dasitzt und geistesgest&#246;rt vor sich hinstarrt.<br \/>\nDas ist im &#252;brigen nicht schlimm, weil die Patienten, die sich von<br \/>\nihm inspizieren lassen, in &#228;hnlicher Weise mit mutistischen Problemen<br \/>\nund Kommunikationsst&#246;rungen aller Art behaftet sind, so da&#223;<br \/>\nsie sich &#252;ber seinen neuropsychologischen Solipsismus im Grunde<br \/>\nnicht wundern. Aus seiner perversen F&#228;higkeit, mit der Geduld einer<br \/>\nSpinne tagelang, ja wochenlang in einem musikalischen Gehirngespinst<br \/>\nauszuharren und auf einen blitzartigen Einfall zu warten,<br \/>\nhat dieser Musik-Neurologe, zum Nutzen seiner Arbeit im Sch&#246;nebergschen<br \/>\nMusiksanatorium, ein enormes, wiewohl perverses Einf&#252;hlungsverm&#246;gen<br \/>\nf&#252;r alles Ausgezehrte und Verdorrte entwickelt.<br \/>\nUnd nichts kann seine Phantasie so befl&#252;geln, wie wenn es wochenund<br \/>\nmonatelang nicht regnet. Dann steigt in ihm eine Vision von<br \/>\nFortschritt und Fa&#223;lichkeit auf, die er metaphysisch mit dem H&#246;chsten<br \/>\nund Reinsten in Zusammenhang bringt. Er sagt, es sei ein allgemeines<br \/>\nGesetz des Geistes, da&#223; das &#220;ppige abgebaut, das Feuchte<br \/>\nvertrocknet und das Lebendige zu Staub wird. Er nennt dieses Zur&#252;cknehmen<br \/>\ndas ,Gesetz der Landgewinnung und Urbarmachung\u2018<br \/>\nund beruft sich zur Untermauerung seiner Theorie auf die psychoanalytischen<br \/>\nGedankeng&#228;nge von Sandor Ferenczi. So wie die Gliedma&#223;en<br \/>\ndes Menschen eine Art ,Prothese der Seele\u2018 darstellten, die<br \/>\nden ungl&#252;cklichen Individuen nach dem Rauswurf aus der thalassalen<br \/>\nGeborgenheit des Urmeeres gewachsen seien, so sei der sogenannte<br \/>\ngeistige Mensch nach &#220;berwindung einer im &#252;bertragenen<br \/>\nSinne feuchten See-Existenz, w&#228;hrend der Romantik endlich aufs<br \/>\nTrockene gelangt und k&#246;nne nun, mit Hilfe seiner im Laufe der Jahrtausende<br \/>\nentwickelten rationalen Geisteskr&#252;cken, sich r&#252;cksichtsloser<br \/>\nals je zuvor auf das karge Landleben der Phantasie konzentrieren.<br \/>\nErst im Zustand des vollkommenen Austrocknens, sagt<br \/>\ner, gelangt der Geist zu sich selbst. Mit dieser Erkenntnis habe er<br \/>\nsogar ein ganz spezielles historisches Bewu&#223;tsein entwickelt, das in<br \/>\nbezug auf seine kargen Erfindungen gr&#246;&#223;enwahnsinnig ist. Er bringt<br \/>\ndabei seine ostinate Verk&#252;mmerungs&#228;sthetik ohne falsche Bescheidenheit<br \/>\nmit den gr&#246;&#223;ten Trieb- und Wahnsinnsschicksalen in der<br \/>\nGeschichte vor ihm in Zusammenhang und spricht gerne vom Weltgeist,<br \/>\nder im Laufe der Jahrhunderte durch Sublimation und Verd&#252;nnung<br \/>\nin ihm vollkommen zu sich selbst gekommen sei. Er geht<br \/>\nsogar soweit, da&#223; er seine eigene kreative Abmagerung als eine gl&#252;ckliche<br \/>\nKoinzidenz von Geschichte und Individuum ansieht und sich<br \/>\nmusicaliter als metaphysisches Opfer der Geschichte darstellt, das vom<br \/>\nWeltgeist auf dem Weg der Erleuchtung gefordert sei, damit die reine<br \/>\nmusikalische Idee durch Struktur und Fa&#223;lichkeit zum Vorschein<br \/>\nkomme. Er h&#228;lt sich schlie&#223;lich zugute, da&#223; er, und nur er, durch<br \/>\nobjektive mathematische Strukturen, das Irrationale in der Kunst<br \/>\ngeb&#228;ndigt und zur Raison gebracht habe. In diesem Sinne betrachtet<br \/>\ner Poesie, wie Novalis, als gro&#223;e ,Kunst der Construction der transcendentalen<br \/>\nGesundheit\u2018. Sein musik-pathologisches Bekenntnis, das<br \/>\nvor allem seiner Arbeit im Sanatorium zugute kommt, ist vom fanatischen<br \/>\nGlauben getragen, da&#223; alle gro&#223;en Ideen durch einen Nervenzusammenbruch<br \/>\nund im Zustande einer unheilbaren Zwangsneurose<br \/>\nentstanden sind. Sehen Sie nur die Instrumente auf seinem<br \/>\nSchreibtisch und in der Studierecke! &#220;berall liegen intellektuelle Fangnetze<br \/>\nherum, mit deren Hilfe er Partikel von Gef&#252;hlen, Reste von<br \/>\nEnthusiasmus und Splitter romantischer Gef&#252;hlspracht wie Schmetterlinge<br \/>\neinf&#228;ngt, aufspie&#223;t und \u2013 wie er sagt \u2013 in einen h&#246;heren<br \/>\nSinnzusammenhang einf&#252;gt. Er verf&#228;hrt dabei mit der gr&#246;&#223;ten Hygiene,<br \/>\ngebraucht aseptische Instrumente, entwickelt prophylaktische<br \/>\nMa&#223;nahmen und hemmt mit seinem unerbittlichen Willen zum System<br \/>\ndas Aufkommen unreiner, triebhafter Kr&#228;fte. Das Psychische<br \/>\nzum Physikalischen machen: das ist sein Leitsatz in der st&#228;ndigen<br \/>\nBereitschaft zur Abstinenz. Da, wo die Seele die F&#252;hler einzieht und<br \/>\nsich scheintot stellt, sagt er, ist die Wahrheit am n&#228;chsten, die Kunst<br \/>\nam wahrsten. Erst wenn der Ausdruck sich endg&#252;ltig nicht mehr<br \/>\ngetraut, zum Vorschein zu kommen, k&#246;nne man seiner Ansicht nach<br \/>\nvon Sublimation sprechen und mit der Durchdringung des Lebendigen<br \/>\ndurch das Geistige zufrieden sein. Die F&#252;hler einziehen, die Gef&#252;hle<br \/>\nausschalten, die Verbindung zur Au&#223;enwelt abbrechen, das sind<br \/>\nseine Vorstellungen von Kunst. Er nennt dieses Verhalten des kreati-<br \/>\nven Ichs die autoplastische Reaktionsweise, gleichsam als ob die<br \/>\nSchnecke bei Gefahr die F&#252;hler abbaut und sich beleidigt in das Geh&#228;use<br \/>\nzur&#252;ckzieht. Deshalb sammelt der Tonk&#252;nstler Anton von Kalk<br \/>\nnur noch Splitter von Seufzern, Segmente von Lauten, Schmerzensfasern<br \/>\nund letzte Zuckungen von Ausdruck. Aus ihnen verfertigt er<br \/>\nwie ein Diamantenschleifer Kristalle der Verletzlichkeit, Axiome des<br \/>\nimmerw&#228;hrenden musikalischen Eises. Er nennt sie die ,Strindbergschen<br \/>\nArchetypen\u2018, die das Vielf&#228;ltige und Ungeordnete angreifen<br \/>\nund auf wenige Grundmuster reduzieren, oder in H&#246;lderlinscher<br \/>\nWeise die ,Schicksals-Atome\u2018, deren Aufgabe es ist, in der Kunst dem<br \/>\nreinen Geistigen zum Durchbruch zu helfen. Seine kompositorischen<br \/>\nBefehlsformeln sind deshalb in entsprechender Weise kurz und pr&#228;zise:<br \/>\n,Urbild! Verwandlung! R&#252;ckkehr! Erinnerung! Seele! Geist!\u2018 So<br \/>\nstark ist sein Drang zur Konzentration, da&#223; er vollkommen und in<br \/>\nbeinahe religi&#246;ser Weise in der Idee des Absoluten aufgeht. Seine<br \/>\n&#196;sthetik der totalen Symmetrie, die, wie wir wissen, aus der gr&#246;&#223;ten<br \/>\nInstabilit&#228;t des Ichs entstanden ist, hat beinahe religi&#246;se Z&#252;ge. ,Da&#223;<br \/>\nsich also die g&#246;ttlichen Dinge in der Welt in Entsprechungen darstellen!\u2018,<br \/>\nlautet sein rationalistisches, von Mystik angehauchtes kompositorisches<br \/>\nCredo. B&#246;swillige meinen, Anton von Kalk reflektiere in<br \/>\ndieser Idealisierung strikter Gesetzm&#228;&#223;igkeiten das Beispiel seines<br \/>\nOnkels Anton von Webern, der seine Inferiorit&#228;ts-Komplexe in der<br \/>\nVerehrung starker M&#228;nner und in der Anwendung diktatorischer<br \/>\nKompositionsprinzipien zum Ausdruck brachte.\u201c<br \/>\nAnton von Kalk mu&#223; wohl &#252;ber das Fl&#252;stern Scardanellis ungehalten<br \/>\ngewesen sein, denn er drehte sich unversehens um und stie&#223;,<br \/>\nv&#246;llig geistesabwesend, apodiktische S&#228;tze aus: \u201eInnere Reinigung!,<br \/>\nich sag es: innere Reinigung! Die Gesetzm&#228;&#223;igkeiten sind die einzige<br \/>\nPsychohygiene, die noch m&#246;glich ist. Deterministische Entscheidungen,<br \/>\nfolgerichtiges Handeln und alle Dinge auf einen Nenner, einen<br \/>\ntoten Nenner bringen! Der Mensch, hat schon Strindberg erkannt,<br \/>\nertr&#228;gt leichter die vom Schicksal verh&#228;ngten Schmerzen als die selbstverschuldeten.<br \/>\nDer Wahnsinn verbirgt eine Logik, wenn er zur Katharsis<br \/>\nwird, in der Feuersbrunst der Reinigung liegt Wahrheit. Das<br \/>\nBeste und Haltbarste findest du in der Asche nach der Feuersbrunst:<br \/>\nnon multa, sed multum!\u201c<br \/>\nAls ich solches h&#246;rte, war ich nicht mehr zum Fortgehen zu bewegen.<br \/>\nIch bat Doktor Scardanelli, mich im Ambulatorium mit Anton<br \/>\nvon Kalk alleine zu lassen und verabredete mich f&#252;r den Morgen des<br \/>\ndarauffolgenden Tages f&#252;r die F&#252;hrung im ersten Pavillon des Sch&#246;nebergschen<br \/>\nMusik-Sanatoriums. Doktor Scardanelli ging auf meine<br \/>\nBitte ein und verabschiedete sich mit einem h&#228;mischen Grinsen.<br \/>\nAnton von Kalk fuhr indessen fort, in monomaner Manier &#252;ber<br \/>\ndas eigene System musikalischer Gesetzm&#228;&#223;igkeiten zu r&#228;sonieren.<br \/>\nIch machte den sch&#252;chternen Versuch, durch einen Gru&#223; seine apodiktischen<br \/>\nBehauptungen zu unterbrechen und versuchte, ihn auf<br \/>\nseine musikalische Wahnsinns-Theorie anzusprechen. Ich stellte Fragen<br \/>\n&#252;ber den Wiederholungszwang, &#252;ber das unbewu&#223;te Symmetrie-<br \/>\nBed&#252;rfnis der Seele im Zustand der Niedergeschlagenheit und<br \/>\n&#252;ber die neurotischen Gesten beim Komponieren. Anton von Kalk<br \/>\nging jedoch nur scheinbar auf meine Fragen ein und fuhr in seltsam<br \/>\nstimulierter Weise monologisch fort:<br \/>\n\u201eWenn man es genau betrachtet, so ist das gesamte System der<br \/>\nSeele eine gl&#252;cks- und gesundheitsvernichtende Anlage zur Erzeugung<br \/>\neines noch gr&#246;&#223;eren Ungl&#252;cks auf einer noch h&#246;heren Ebene,<br \/>\nder Kunstebene. Die Seele des Menschen, vor allem seine musikalische,<br \/>\nist zerrissen und naturgem&#228;&#223; dem Untergang geweiht. Nur Gesetzm&#228;&#223;igkeiten,<br \/>\nunerbittliche Strukturen und die Bereitschaft zum<br \/>\nTotalit&#228;ren verm&#246;gen das Innere zusammenzuhalten!\u201c Anton von Kalk<br \/>\nwandte sich allm&#228;hlich mir zu und gab Anzeichen, da&#223; er mich<br \/>\nals Gespr&#228;chspartner akzeptierte. \u201eNehmen Sie das Beispiel der<br \/>\nMusik\u201c, sagte er, \u201egibt es denn eine Kunst-und Geistesform, die zerbrechlicher<br \/>\nw&#228;re als sie? Zerbrechlicher und anf&#228;lliger f&#252;r die<br \/>\nUngleichgewichte der Seele? Man mu&#223; jeden vern&#252;nftigen Kunstund<br \/>\nGeistesmenschen warnen, sich leichtfertig auf sie einzulassen.<br \/>\nUnd wehe dem, der sich, ohne sie zu bedenken, ihren Launen ausliefert!<br \/>\nEr verf&#228;llt der Paralyse, der Aufl&#246;sung der Gehirnstr&#228;hne, dem<br \/>\nKollaps der Geh&#246;rg&#228;nge. Sehn Sie, ich habe diese Kunst wie eine<br \/>\ntranszendentale Therapie praktiziert, zuerst die praktische, dann die<br \/>\ntheoretische, beide bis zum Letzten und &#196;u&#223;ersten. Eine ungeheure<br \/>\nGed&#228;chtnisanstrengung, kann ich Ihnen sagen, eine Gehimbelastung<br \/>\nohnegleichen! Ich h&#228;tte sie ohne System und Geometrie nicht ertragen<br \/>\nk&#246;nnen. Nur durch die Geometrie, verstehn Sie, ist es mir<br \/>\ngelungen, im &#220;ber-Ich der Seele die Ordnung wiederherzustellen.<br \/>\nOrdnung ist das einzig wirksame Antibiotikum, das wir gegen die<br \/>\nHitze des Unbewu&#223;ten haben. Die psychischen und musikalischen<br \/>\nSchutzsysteme, allen voran die zw&#246;lf aufeinander bezogenen T&#246;ne,<br \/>\nlehren uns diese Wahrheit.\u201c<br \/>\nManisches Numerieren, dachte ich mir, sprach es jedoch nicht aus,<br \/>\num den spontanen Flu&#223; seiner freien Rede nicht zu st&#246;ren. Vorsichtig<br \/>\nfragte ich: \u201eUnd die Kabbala? Was hat es mit der Kabbala f&#252;r eine<br \/>\nBewandtnis?\u201c \u201eAch, die Kabbala!\u201c, ging Anton von Kalk spontan auf<br \/>\nmeine Frage ein. \u201eDie Kabbala ist eine numerische Speculatio, die<br \/>\nalgebraische Ausstrahlung des Wesens der Gottheit. Der Kabbalist<br \/>\nstellt intellectualiter an den Geist dieselbe Frage wie der Psychologe<br \/>\nspiritualiter die Seele befragt. Die Grundfrage lautet n&#228;mlich, ob denn<br \/>\ndas Gute und B&#246;se von Anbeginn gez&#228;hlt wurde und also vorhanden<br \/>\nwar, oder ob die Spaltung von Gut und Schlecht erst durch die mathematische<br \/>\nNeurose der Menschen, durch das unbewu&#223;te Z&#228;hlen<br \/>\nder Seele hervorgebracht wurde. Die kabbalistische Lehre, m&#252;ssen<br \/>\nSie wissen, beruht, ganz im Gegensatz zur platonischen, die den Kontrapunkt<br \/>\nerfunden hat, auf der numerischen Einheit von Gut und<br \/>\nB&#246;se, von Wahr und Falsch, von Sch&#246;n und H&#228;&#223;lich, von Gesund<br \/>\nund Krank. W&#228;hrend in der Philosophie des Abendlandes diese Qualit&#228;ten<br \/>\neinander schroff gegen&#252;berstehen, vereinigt sie die Kabbala<br \/>\nzu einem unteilbaren Ganzen. Kabbala ist demnach eine zahlenm&#228;&#223;ig<br \/>\ndefinierte &#196;u&#223;erung von Kraft, eine mathematische Ausstrahlung<br \/>\ndes Sch&#246;pferischen in Gott.\u201c<br \/>\nSo meinte es auch Cezanne, dachte ich mir, als er die Natur mit<br \/>\nihren nat&#252;rlich vorkommenden Dreiecken, Quadraten, Kreisen, Kegeln<br \/>\nund Pyramiden als das wahre Buch der Philosophie bezeichnete.<br \/>\n\u201eDie Zahlen\u201c, lehrte Anton von Kalk weiter, \u201esind in der Kabbala,<br \/>\nwie die Buchstaben des Schreibers, konzentrierte Tropfen der Eigenschaften<br \/>\nGottes, der guten wie der b&#246;sen, der sch&#246;nen wie der h&#228;&#223;lichen,<br \/>\nder gesunden wie der kranken. Die Erkenntnis Gottes geschieht<br \/>\nmit Hilfe dieser Zahlen, ihre Kombination erfreut das Herz<br \/>\nund erhebt den Geist. Erkenntnis durch Z&#228;hlen, verstehn Sie?<br \/>\nPermutation, Temura, Notarikon, Gematria, Nummernspiele, Ziffernreihen,<br \/>\nheilige Symmetrien! Die Zw&#246;lf, die Drei, die Eins, Allintervall-<br \/>\nReihen, pythagoreische Proportionen, enigmatische Quadrate!<br \/>\nIn der kabbalistischen Methode der zw&#246;lf aufeinander bezogenen T&#246;ne<br \/>\nist der platonische Dualismus von Ich und &#220;ber-Ich, von Materie<br \/>\nund Geist, von Trieb und Idee auf vollkommene Weise &#252;berwunden.<br \/>\nDodekaphonie der Seele, verstehn Sie, Demokratie der Affekte, uni-<br \/>\nversale Ordnung im Zeichen der Gleichberechtigung! Zw&#246;lfton-Musik<br \/>\nals &#220;berwindung von Konfliktsituationen, Abschaffung der Vorherrschaft<br \/>\nder Dominante; vor dem Gesetz, sagt die Dodekaphonie,<br \/>\nsind alle T&#246;ne gleich! Es gibt keine Obert&#246;ne und keine Untert&#246;ne<br \/>\nmehr, keine Ober-Gef&#252;hle und keine Unter-Gef&#252;hle, und auch der<br \/>\nBegriff der Ober-Neurose wie der Unter-Neurose ist zu streichen!\u201c<br \/>\nAnton von Kalk wurde mit seiner Verteidigung der Dodekaphonie<br \/>\nimmer heftiger, die Worte, die Konzepte &#252;berschlugen sich, ich dachte,<br \/>\nda&#223; es vielleicht besser w&#228;re zu gehen. Also machte ich ein paar<br \/>\nSchritte nach hinten und verschwand unbemerkt aus dem wahnsinnigen<br \/>\nRaum.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\" style=\"display:none\"><div class=\"ShariffHeadline\"> <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button mastodon shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#563ACC\"><a href=\"https:\/\/s2f.kytta.dev\/?text=endzeit-sonate https%3A%2F%2Fblogs.nmz.de%2Fbadblog%2F2009%2F11%2F21%2Fendzeit-sonate%2F\" title=\"Bei Mastodon teilen\" aria-label=\"Bei Mastodon teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#6364FF; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"75\" height=\"79\" viewBox=\"0 0 75 79\" fill=\"none\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\"><path d=\"M37.813-.025C32.462-.058 27.114.13 21.79.598c-8.544.621-17.214 5.58-20.203 13.931C-1.12 23.318.408 32.622.465 41.65c.375 7.316.943 14.78 3.392 21.73 4.365 9.465 14.781 14.537 24.782 15.385 7.64.698 15.761-.213 22.517-4.026a54.1 54.1 0 0 0 .01-6.232c-6.855 1.316-14.101 2.609-21.049 1.074-3.883-.88-6.876-4.237-7.25-8.215-1.53-3.988 3.78-.43 5.584-.883 9.048 1.224 18.282.776 27.303-.462 7.044-.837 14.26-4.788 16.65-11.833 2.263-6.135 1.215-12.79 1.698-19.177.06-3.84.09-7.692-.262-11.52C72.596 7.844 63.223.981 53.834.684a219.453 219.453 0 0 0-16.022-.71zm11.294 12.882c5.5-.067 10.801 4.143 11.67 9.653.338 1.48.471 3 .471 4.515v21.088h-8.357c-.07-7.588.153-15.182-.131-22.765-.587-4.368-7.04-5.747-9.672-2.397-2.422 3.04-1.47 7.155-1.67 10.735v6.392h-8.307c-.146-4.996.359-10.045-.404-15.002-1.108-4.218-7.809-5.565-10.094-1.666-1.685 3.046-.712 6.634-.976 9.936v14.767h-8.354c.109-8.165-.238-16.344.215-24.5.674-5.346 5.095-10.389 10.676-10.627 4.902-.739 10.103 2.038 12.053 6.631.375 1.435 1.76 1.932 1.994.084 1.844-3.704 5.501-6.739 9.785-6.771.367-.044.735-.068 1.101-.073z\"\/><defs><linearGradient id=\"paint0_linear_549_34\" x1=\"37.0692\" y1=\"0\" x2=\"37.0692\" y2=\"79\" gradientUnits=\"userSpaceOnUse\"><stop stop-color=\"#6364FF\"\/><stop offset=\"1\" stop-color=\"#563ACC\"\/><\/linearGradient><\/defs><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button bluesky shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#84c4ff\"><a href=\"https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=endzeit-sonate https%3A%2F%2Fblogs.nmz.de%2Fbadblog%2F2009%2F11%2F21%2Fendzeit-sonate%2F \" title=\"Bei Bluesky teilen\" aria-label=\"Bei Bluesky teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Hubert Stuppner Endzeit-Sonate Frankenstein oder Die Minnes&#228;nger des Untergangs Eine Satire, ein Totentanz, eine Parabel 1999 ConBrio Verlagsgesellschaft Einleitung Ecce Homo: Frankenstein! 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