Markiert: Hans Magnus Enzensberger

Ab sofort bin ich KomponistIn!

So, es reicht! Die Tage begegnete ich so viel Unsinn. Angefangen von der Fussball-WM, als die schwedische Mannschaft Durmaz einwechselte, worauf jemand posaunte, „der sieht aber nicht so schwedisch“ aus. Bis zu Druckfehlern in der nmz, wo aus Chaya Czernowin ein Komponist wurde. Oder auf Facebook eine dieser überflüssigen Diskussionen...

Kunst und Moral. Oder: wie anständig muss man als Künstler sein?

Es geht hier also keineswegs um Sex, es geht um Macht. Denn natürlich sollte es jedem klar sein, dass die eigene Freiheit da aufhört, wo die Freiheit des anderen anfängt. Niemand kann ja etwas gegen einen „libertinären“ Lebensstil einwenden, denn es sollten sich heutzutage eigentlich leicht genügend Menschen finden lassen, die diesem Lebensstil ebenso frönen und mit denen man sich dafür zusammenfinden kann. Das Problem beginnt da, wo ich meinen eigenen „libertinären“ Lebensstil anderen aufdränge, oder sie ungefragt dazu verführen will. Wer keinen Zungenkuss bei einem rein beruflichen Gespräch erwartet, wird davon schockiert sein, so viel sollte klar sein. Wer vorhat eine musikalische Probe mit Gitarre zu spielen, erwartet nicht unbedingt vom damaligen Chef der Hochschule bedrängt zu werden.

Münchener Biennale 2016 III – der finale Rundumschlag

Das wundersamste Werk der Münchener Biennale 2017 war mit „Underline“ eine Tanz-Musik-Performance, eine perfekte Synthese von Tanz und im Tanz erzeugter Elektromusik mit Grundkurs in sozialen Hierarchien und Malewitschformen, so dass man provokant die Frage stellen muss, ob ein ausdrückliches, eigenständiges Musiktheaterfestival in München noch vonnöten ist. Wäre es nicht...