Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 02.12. bis 08.12.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 49. Schwerpunkte: Mieczyslaw Weinberg wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Den 80. Geburtstag feiert dagegen Nicolaus A Huber. Ansonsten gibt es aber auch beispielweise „Musikalische Träume vom Adventstellerchen“.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

58 – Authentizität als Musiker

Was Authentizität für die Sopranistin Irene Kurka bedeutet. [Zum Podcast]

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


02.12.2019


20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musikfabrik im WDR 72 – Nether

Bnaya Halperin-Kaddari: Top Game für verstärkte Tops, 9 Spieler, 3 Induktoren und Live-Video, Uraufführung | Stephan Winkler: Schweres tragend für 2 Sänger, 5 Instrumentalisten und Elektronik | Rebecca Saunders: Nether für Sopran und Ensemble / Molly Bloom

Sachita Iko und Juliet Fraser, Sopran; Daniel Gloger, Countertenor; Thomas Hupfer, Erzähler; Bnaya Halperin-Kaddari, Spin-Top Operator; Ensemble Musikfabrik, Leitung: Bas Wiegers

Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus. Im 72. Konzert in der Reihe „Musikfabrik im WDR“ ist die Komponistin Rebecca Saunders zu Gast. Musikalisch geht es um Musik zu Texten von James Joyce und Max Goldt.

Rebecca Saunders, die in diesem Jahr mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet wurde, ist Stammgast bei der Reihe „Musikfabrik im WDR“. Auch beim 72. Konzert kommen zwei Werke von ihr zur Aufführung. In beiden hat sich die Komponistin von James Joyce inspirieren lassen: von seinem Roman „Ulysses“ im Allgemeinen und der Figur „Molly Bloom“ im Besonderen. Außerdem wird ein Werk ihres Schülers Bnaya Halperin-Kaddari uraufgeführt. Er kommt gebürtig aus Israel und ist derzeit Stipendiat am Berlin Centre for Advanced Studies in Arts and Sciences der Universität der Künste. Stephan Winkler ist ebenfalls aus Berlin angereist. Er lehrt dort derzeit an der Barenboim-Said-Akademie. Auch seine Komposition fußt auf einem Text, geschrieben von Max Goldt. Der Schriftsteller und der Komponist haben schon einige musikalische Projekte gemeinsam gestaltet.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Neue Musik aktuell – mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ahnenforschung – das Orquestra experimental de instrumentos nativos aus Bolivien

Von Martina Seeber. Als Sergio Prucencio vor fast 40 Jahren in Bolivien ein Orchester ins Leben rief, brachte er einen Stein ins Rollen. 36 Jahre lang arbeitete der Komponist und Dirigent an der Versöhnung seiner Kultur mit ihren Wurzeln. Komponistinnen und Komponisten schrieben neue Werke für „instrumentos nativos“. In Bolivien, wo die Musikausbildung bis heute westlich geprägt ist, gilt die vorkoloniale Kultur nach wie vor als minderwertig. 2016 löste ein Team aus jungen Musikerinnen und Musikern die Leitung des „Orquestra Experimental de Instrumentos Nativos“ ab, betreibt jedoch zunehmend kulturelle und sozialhistorische Forschungen und bringt verloren geglaubtes musikalisches Erbe zurück in die Dörfer.

23:03 – 24:00 | Ö1
Intermedialität und hohe Dichte. Wien Modern 2019. Die Erste Bank-Preisträgerin 2019 Mirela IviÄeviÄ

Intermedialität und Konzeptkunst sind zentrale Pole im Komponieren der 1980 in Split geborenen und daselbst aufgewachsenen Mirela IviÄeviÄ. Seit vielen Jahren lebt sie in Wien. Im Rahmen von Wien Modern wurde ihr der Erste Bank Kompositionspreis verliehen.

Realitätssplitter und klangliche Fiktion – Das Klangmaterial, das IviÄeviÄ verwendet, ist zum Teil äußerst disparat, fügt sich andererseits über das Prinzip harter Kontraste oder Überblendungen wieder zu einer Einheit zusammen. Hohe Energie und Dichte sind keine Seltenheit, sondern bestimmendes Merkmal ihrer Musik. Sie zählt zur Generation junger Komponierender, die sich aktiv mit ihrem Lebensumfeld auseinander zu setzen suchen und in und mittels ihrer Kunst die heutige Gesellschaft aktiv befragen und kritisch hinterfragen möchten. „Zeit-Ton“ präsentiert den Mitschnitt des Preisträgerkonzertes, das im Rahmen von Wien Modern am 13. November 2019 im Wiener Konzerthaus stattgefunden hat. Gestaltung: Nina Polaschegg


03.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Transformationen des Vergangenen – Komposition und Improvisation bei Daniel Matej

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Harald Genzmer: „O Heiland reiß die Himmel auf“ (Hedwig Bilgram, Orgel); Klavierkonzert Nr. 2 (Oliver Triendl, Klavier; Bamberger Symphoniker: Werner Andreas Albert); Günter Bialas: „Moments musicaux III“ (Jörg Widmann, Klarinette; David Adorján, Violoncello; Anna Gourari, Klavier); Wilhelm Killmayer: „Hölderlin-Lieder“, 2. Zyklus (Christoph Prégardien, Tenor; Ensemble Kontraste); Moritz Eggert: „Morphing“ (Sofia Ahjoniemi, Akkordeon; Ensemble Schwerpunkt); Enjott Schneider: Orgelsymphonie Nr. 11 – „Advent“ (Hans Leitner, Orgel)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Künstliche Intelligenz und Computermusik – Marco Stroppa wird 60 Jahre alt

Von Margarete Zander. Klavier, Chorleitung, Komposition und elektronische Musik hat der in Verona geborene Komponist studiert, ehe er die Klangforschung am IRCAM auf Wunsch von Pierre Boulez weiter vorantrieb. Heute ist er Professor für Komposition an der Musikhochschule Stuttgart und gibt Kurse für Computermusik. In seinen Werken spielen mythologische Texte eine zentrale Rolle, vieles ist motiviert von ökologischen und soziokulturellen Anliegen.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Palma Ars Acustica – Klangkunst aus dem Wettbewerb der EBU Ars Acustica-Gruppe

Von Wojciech BIazejczyk, Tomaz Grom, Electric Indigo und Hubert Zemler. Komposition und Realisation: die Autor*innen. (Produktion: Polskie Radio 2019 / Radiotelevizija Slovenija 2019 / ORF 2019)

„Étude semi-concrète. Study for Many Strokes on Different Objects for Objectophones and Guitars“ von Wojciech BIazejczyk, „Ballade about B20“ von Hubert Zemler, „What we listen to, connects us / what we hear, separates us“ von Tomaz Grom und „Ferrum A“ von Electric Indigo.

Vier Stücke aus dem internationalen Wettbewerb, der herausragende Produktionen aus den Bereichen der Radiokunst, Klangkunst, Medienkunst, Text-Klangkomposition, elektroakustischen Musik, Elektronik und Live Elektronik prämiert. Die Ars Acustica-Gruppe der European Broadcasting Union (EBU), die diesen Preis ausschreibt, ist ein Zusammenschluss europäischer Klangkunst-Redaktionen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Schallfeld-Debut bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik

Seit über 30 Jahren sind bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik alljährlich im Herbst interessante und vor allem neue Klänge zu hören. Das „älteste“ beim diesjährigen Festival präsentierte Werk wurde vor 19 Jahren komponiert. Insgesamt standen in fünf Konzerten 13 Uraufführungen auf dem Programm. Das Grazer Schallfeld Ensemble war zum ersten Mal bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik zu Gast und präsentierte neue Werke der Ukrainerin Anna Korsun, des Russen Alexander Khubeev und der italienischen Dirigentin und Komponistin Sara Caneva. (Mitschnitt vom 4. Oktober 2019, Remise Bludenz)Gestaltung: Stefan Höfel


04.12.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Tobias PM Schneid: Klaviertrio Nr. 1 – „Towards the abstract seas“ (ensemble trioLog münchen); Heinz Winbeck: Symphonie Nr. 4 – „De Profundis“ (Wolf Euba, Sprecher; Christel Borchers, Alt; Werner Buchin, Countertenor; Günter Binge, Bariton; Konzertchor Darmstadt; Beethoven Orchester Bonn: Dennis Russell Davies)

20:00 bis 21:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in Concert: Benefizkonzert 2019

Die Bremer Philharmoniker und die norwegische Sängerin Rebekka Bakken wollen mit dem Konzert auf die Vorweihnachtszeit einstimmen, Dirigent ist Torodd Wigum. Der Erlös des Abends und der Konzert-CD fließt direkt in den großen Topf der „Spendenaktion Weihnachtshilfe“.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit süßem Schmelz – Musikalische Träume vom Adventstellerchen

Am 1. Advent beginnt auch wieder die Zeit von Lebkuchen, Marzipan & Co. Kaisers Klänge servieren heute vorweihnachtliche Leckerbissen mit viel musikalischem Süßstoff.

Vom kulinarischen Tanz der Zuckerfee bis zum mehrstimmigen Lobgesang auf die italienische Eiscreme. Von zart tönenden Schilderungen des Schlaraffenlands bis zum kalorienschweren Hochzeitstorten-Walzer. Dazu gibt’s zuckersüße Koloraturen und zum Schluss natürlich noch ein Tässchen Kaffee. Mit Sahne.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Der Opernkosmos von Olga Neuwirth – mit Eckhard Weber

Olga Neuwirth ist eine der derzeit erfolgreichsten Komponistinnen, vor allem im Bereich des Musiktheaters. An der Wiener Staatsoper kommt jetzt die neueste Oper von Olga Neuwirth zur Uraufführung: „Orlando“ nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf.

21:05 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Psalmvertonungen von Heinrich Schütz „Das Finale der Schütz-Edition“

Die 20. und letzte Folge der Gesamtaufnahme. Dresdner Kammerchor. Ltg.: Hans-Christoph Rademann

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2019: Klangkunst

Barbara Lüneburg (E-Violine); Susanne Scholz (Barock-Violine); Marko Ciciliani (Live-Elektronik); Davide Gagliardi (Klangregie); Matthew Conley, Brad Henkel (Trompete); Sabrina Ma (Schlagzeug und Gesang); Misha Cvijovic (Keyboard und Gesang).

Marko Cicialiani: Anna & Marie, Konzertante Installation | Kirsten Reese: Neglou, Performative Installation im Schwimmbad für Trompete, Unterwasserklang und verschwommene Aktionen | Bernhard Leitner: TONSPIEGELRAUM, Klanginstallation | Michael Rauter: Music for Hotel Bars: DONAUPARADIES

Vier Klangkunstprojekte der Donaueschinger Musiktage: Marko Ciciliani schafft eine Computerspiel-ähnliche Situation, in der zwei Pionierinnen der menschlichen Anatomie im Mittelpunkt stehen. Kirsten Reese inszeniert ihre neue Arbeit in einem Schwimmbad, wo die Hörer über und unter Wasser Musik hören. Bernhard Leitner bereichert die Donauhallen um ein lebendiges Klangpanorama. Michael Rauter komponiert eine Musik für Hotelbars und fügt sich elegant in das Ambiente der Hotelgastronomie ein.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl


05.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Ein Tag für Nicolaus A. Huber (1/3)

Ackerstadtpalast, Berlin. Aufzeichnung vom 06.09.2019. „Darabukka“ für Klavier / „Disappearances“ für Klavier / „Statement zu einem Faustschlag Nonos“ für Klavier. Catherine Vickers, Klavier (Teil 2 am 12.12.2019)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Philippine Schick: Sonate, op. 43 (Franz Amann, Violoncello; Ingeborg Schneider, Klavier); Wolfgang Zoubek: Introduktion, Allegro und Epilog (Trio Armin Rosin); Peter Schammberger: Sonate d-Moll (Peter Schammberger, Orgel); Gertraud Kaltenecker: „O Virgo pulcherrima“ (Chor der Kirchenmusikschule Regensburg, Orgel und Leitung: Karl Norbert Schmid); Dieter Schnebel: „Ekstasis“ (Michael Hirsch, Sprecher; Sidonie von Krosigk, Nils Keller, Kinderstimme; Isolde Siebert, Sopran; Isao Nakamura, Schlagzeug; Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Lothar Zagrosek)

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Die Schönheit ist nicht tot – Der polnisch-russische Komponist Mieczyslaw Weinberg

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Die Posaune, Teil 1 von 2 – von Sebastian Loelgen

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Verwirrungen des Zöglings Törless (2/3)

23:03 – 24:00 | Ö1
Ein Festival gegenwärtiger Musik in Kärnten – New Adits 2019 (Teil 1)

New Adits wurde vor einigen Jahren von Ingrid Schmoliner, Martin Schönlieb und Matthias Erian als zweitägige Veranstaltung ins Leben gerufen, um auch in Kärnten ein Podium für zeitgenössische Musik, Jazz, Performance und Film bis hin zur Klanginstallation zu schaffen. Nach schwierigen Anfangsjahren hat sich das Festival nun als mehrtägige Veranstaltung etabliert, die sowohl von den Künstler/innen und Komponist/innen als auch vom Publikum gut angenommen wird. In der Villa for Forest in Klagenfurt wurden beim diesjährigen Festival von 13. bis 16. November vielversprechende junge und auch schon erfahrene Musiker/innen eingeladen, ihre Kunst und Musik zu präsentieren. Angelika Benke und ihr Team konnten sich am 14. und 15. November von der außerordentlichen Wirkung von neuer Musik in der heutigen Zeit überzeugen. Am 14. November waren unter anderem Klaus Lang, string & noise und gischt zu hören, am 15. November haben Martin Brandlmayr & Ingrid Schmoliner & Joke Lanz sowie das Velharmonische Orchester ihr Können gezeigt. Gestaltung: Angelika Benke – Kärnten


06.12.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Crossing Map – Von Liliane Lijn

Bearbeitung und Übersetzung: Gaby Hartel. Mit: Liliane Lijn und Gabriele Blum; Regie: Giuseppe Maio; Ton: Thomas Monnerjahn. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2015. Länge: ca. 54’30. (Wdh. v. 08.11.2015)

Zweisprachige Hörspieladaption eines Sprach-Kunstwerks der amerikanischen Künstlerin Liliane Lijn. Visionär, oratorisch und teils autobiografisch.

‚Crossing Map’ ist ein visionäres, oratorisches und teils autobiografisches Sprach-Kunstwerk, entstanden in den Jahren 1967 bis 1974. Liliane Lijn wurde 1939 in New York geboren. Ihre Kindheit verbringt sie im vitalen Umfeld von sechs Sprachen. Diese Vielstimmigkeit begleitet sie auch während ihrer Aufenthalte in Europa. Im Kontakt mit André Breton, William Burroughs, Takis oder Caresse Crosby entwickelt sie ihren Stil. Entscheidend für Lijns Arbeiten ist die Verbindung zwischen Kunst und Physik. Mit ihren technisch forcierten Arbeiten, Licht- und Bewegungsskulpturen, wird sie eine frühe Vertreterin von Computerkunst.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Klaus K. Hübler: Sonate (David Alberman, Violine); Wilhelm Keilmann: „Sonnengesang“, op. 45 (Cora Bethke, Sopran; Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau: Jessica Hartlieb); Ernst Kutzer: Klaviertrio, op. 101 (Elisabeth Schwarz, Klavier; Erich Keller, Violine; Ulrich Bode, Violoncello); Frank Michael Beyer: „Fuga fiammata“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Zoro Babel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Ein Fremder in dieser Welt – Der Komponist MieczysIaw Weinberg

Von Monika Kursawe. Wie konnten wir diesen unglaublichen Komponisten nur so lange überhören? Diese Frage stellt sich so mancher, der die Musik MieczysIaw Weinbergs hört. Unglaubliche Welten tun sich da auf: emotional, spannungsreich, vielschichtig und nach immer neuen Ausdrucksformen suchend. Über 30 sinfonische Werke, zahlreiche Lieder, 17 Streichquartette, sechs Opern und unzählige Film- und Theatermusiken zählen zu seinem Schaffen. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen und lebenslangen, engen Freund Dmitri Schostakowitsch geriet Weinberg jedoch schon zu Lebzeiten in Vergessenheit und das aus einem einfachen Grund: als polnischer Jude war er ein Opfer seiner Zeit und seiner Herkunft. Einsam, verarmt und völlig vergessen von der Musikwelt, verstarb MieczysIaw Weinberg 1996 in Moskau. Eine Spurensuche.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Chinchilla Arschloch, waswas“ von Haug/Guschas

Mit Christian Hempel, Phillis Hempel und Bijan Kaffenberger. Komposition: Frank Böhle. Regie: Helgard Haug. WDR 2018

Roadtrip mit vielen Verbalattacken ohne Steuerungsmöglichkeiten. Als Phillis vorschlägt, mit dem VW-Bus durch Deutschland zu fahren, ist ihr Vater Christian begeistert. Mit seinem Tourette-Syndrom hatte er in den letzten Jahren die Öffentlichkeit immer mehr gemieden. Nicht jeder reagiert verständnisvoll auf die Schimpfworte und Tabubrüche, für die die Krankheit ein so feines Gespür hat. Ein Nachbar hatte gar versucht, eine einstweilige Verfügung gegen ihn zu erwirken. Tourette hält jedem und allem den Spiegel vor. „Es ist immer ein Test, wie weit geht es. Krieg ich jetzt gleich eins auf die Fresse oder begegnet mir Wohlwollen“, sagt Christian. Doch Phillis und er finden beide: Wir haben lang genug gewartet. Die Zeit scheint reif für den Stresstest Deutschland – aus dem heimischen Wohnzimmer mit dem mobilen Hörspielstudio nach Berlin und dann ans Meer.

Helgard Haug, geb. 1969, Autorin und Regisseurin. Mit Stefan Kaegi und Daniel Wetzel Teil von Rimini Protokoll, 2011 ausgezeichnet mit dem Silbernen Löwen der Theaterbiennale Venedig für das Gesamtwerk, Theater unter anderem Situation Rooms (2013), Welt-Klimakonferenz (2014), Hörspiel unter anderem Deutschland 2 (WDR 2002), Karl Marx: Das Kapital, Erster Band (DLF/WDR 2007, Hörspielpreis der Kriegsblinden).

Thilo Guschas, geb. 1976, Journalist und Autor. Feature unterr anderem Munition Gedicht (mit Helgard Haug, SWR/NDR/WDR 2016), Dem Himmel so nah-ost! – Ein akustisches Himmelfahrtskommando (mit Helgard Haug, NDR/SWR 2017).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Vom Schicksal diktiert“ – Der Komponist MieczysIaw Weinberg

Von Julia Smilga. MieczysIaw Weinberg musste 1939 aus seiner Heimatstadt Warschau flüchten, seine jüdische Familie blieb zurück und wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Der damals 20-Jährige ließ sich in Minsk nieder, doch musste er 1941 erneut flüchten. Über mehrere 1.000 Kilometer kam er nach Taschkent und schließlich nach Moskau. Dort war er eng mit Dmitrij Schostakowitsch befreundet. Er lebte in Moskau bis zu seinem Tod 1996. Weinberg war ein unglaublich produktiver Komponist: Rund zwei Dutzend Sinfonien hat er geschrieben, zwölf Bühnenwerke, etliche Streichquartette und Sonaten, darüber hinaus Filmmusik, mit der er seinen Lebensunterhalt verdiente.

23:03 – 24:00 | Ö1
Ein Festival gegenwärtiger Musik in Kärnten – New Adits 2019 (Teil 2)

New Adits wurde vor einigen Jahren von Ingrid Schmoliner, Martin Schönlieb und Matthias Erian als zweitägige Veranstaltung ins Leben gerufen, um auch in Kärnten ein Podium für zeitgenössische Musik, Jazz, Performance und Film bis hin zur Klanginstallation zu schaffen. Nach schwierigen Anfangsjahren hat sich das Festival nun als mehrtägige Veranstaltung etabliert, die sowohl von den Künstler/innen und Komponist/innen als auch vom Publikum gut angenommen wird. In der Villa for Forest in Klagenfurt wurden beim diesjährigen Festival von 13. bis 16. November vielversprechende junge und auch schon erfahrene Musiker/innen eingeladen, ihre Kunst und Musik zu präsentieren. Angelika Benke und ihr Team konnten sich am 14. und 15. November von der außerordentlichen Wirkung von neuer Musik in der heutigen Zeit überzeugen. Am 14. November waren unter anderem Klaus Lang, string & noise und gischt zu hören, am 15. November haben Martin Brandlmayr & Ingrid Schmoliner & Joke Lanz sowie das Velharmonische Orchester ihr Können gezeigt. Gestaltung: Angelika Benke – Kärnten


07.12.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Ein Fremder in dieser Welt – Der Komponist MieczysIaw Weinberg

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: 10 Jahre reihe M (1) – Anthony Moore & Peter Blegvad / David Toop

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Vom Fluchen und Lächeln – Die Salzburger Taschenoper 2019

Von Egbert Hiller. „Wie viel Realität braucht und verträgt das Musiktheater?“ Dieser Frage stellt sich das Salzburger Taschenopernfestival alle zwei Jahre aufs Neue. Es läuft seit 2005 unter Federführung des Regisseurs Thierry Bruehl. Das diesjährige Motto lautet ,Salzburg liegt am Meer’. Zur Inspiration wurden Stücke William Shakespeares vorgeschlagen – z.B. ,Othello’, ,Was ihr wollt’ und ,Ein Sommernachtstraum’. Für die ausgewählten Komponistinnen und Komponisten Sarah Nemtsov, Stephan Winkler, Sara Glojnariæ, Gordon Kampe und Gerald Resch galt allerdings, nicht historische Szenen zu komponieren, sondern – ganz in der Tradition des Festivals – aus verschiedensten Perspektiven auch aktuelle kulturelle Phänomene und gesellschaftliche Zustände zu reflektieren. Inszeniert wurden die fünf neuen Kurzopern in Form eines in sich geschlossenen Musiktheater-Abends. Das Österreichische Ensemble für Neue Musik (oenm) interpretierte sie unter Leitung von Peter Rundel.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik – Das Alphorn – von Sebastian Hanusa

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Musik des Friedens – Das Caravan Orchestra in Haifa

Was ist Frieden überhaupt? Mehr als die Abwesenheit von Krieg? Eine Übereinkunft, eine gelungene Kommunikation oder ein Gefühl? Unsere Autorin Friederike Haupt geht der Frage musikalisch nach. Ihre Reise zur Frage nach Friedens-Konzepten in der Musik beginnt in „Südtirol“ – das auch „Alto Adige“ heißt – und endet in „Jerusalem“, die Stadt im Zentrum dreier Religionen, die auch „Al Quds“ heißt. Zwischendrin werden wir die Auseinandersetzung junger deutsch-jiddischer Musiker mit Weihnachten und Chanukka erleben und eine serbische Komponistin mit einem traditionellen „Dona nobis pacem“… In Israel verbinden Studenten der Universität Haifa palästinensische und jüdische Musiktraditionen des Orients und des Abendlands. Wir erfahren mehr im Interview mit dem Leiter des Musikinstituts, dem Komponisten Prof. Yuval Shaked. Musik wird ausgetauscht, tradiert, weitergegeben und verändert, soviel fanden die Forscher in Haifa heraus, und kreierten die Idee des „Caravan-Orchesters“, voneinander lernen, miteinander spielen! Frieden, das ist auch eine Frage der Wahrnehmung. Klingt er immer schön und harmonisch? Komponisten, wie der Italiener Mauro Cardi setzen sich auseinander mit der akustischen Umwelt unserer Zeit, versuchen unsere Ohren zu sensibilisieren für das, was wir vielleicht ablehnen. Dissonanzen, Geräusche, ungewöhnliche Klänge, die musikalische Qualität von akustischen Elementen gilt es zu erforschen. Gerade im Advent wimmelt es doch nur so von Harmonien: Farben, Formen, Klänge werden uns serviert wie ein süßlicher Zauber und überschwemmen unser Gehör. Sind da ein paar Dissonanzen nicht ganz erfrischend zu „Weihnukka“?  Eine Sendung von Friederike Haupt


08.12.2019


11:00 bis 13:00 | NDR Kultur
Das Sonntagskonzert: Edward Gardner und Vilde Frang

Henri Dutilleux: Métaboles | Igor Strawinsky: Violinkonzert in D | Claude Debussy: Images pour Orchestre. Vilde Frang, Violine / NDR Elbphilharmonie Orchester. Ltg.: Edward Gardner. Live aus der Elbphilharmonie Hamburg

17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit Crescendo in die Lüfte – Der Traum vom Fliegen

Seit Urzeiten träumen die Menschen den Traum vom Fliegen. Kaisers Klänge sind heute unser musikalischer Flugbegleiter und erzählen die klingende Geschichte der Fliegerei.

Von Ikarus’ vergeblichen Versuchen bis zu da Vincis frühen Flugapparaten. Vom sanft schwebenden Heißluftballon bis zum Meere überquerenden Zeppelin, von den ersten knatternden Propellermaschinen bis zum Ohren zerreißenden Überschallflugzeug. Alles das wird heute zu Musik.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Klavierabend mit Marc-André Hamelin

Der Auftritt des kanadischen Pianisten Marc-André Hamelin war ein Highlight beim letztjährigen Musikfest Bremen. Der 1961 in Montréal geborene Künstler gehört schon lange zu den bedeutendsten Pianisten unserer Zeit, doch erst in den letzten Jahren ist er vom Geheimtipp zum Weltstar geworden. Hamelin ist nicht nur ein Virtuose mit „überirdischer“ Spieltechnik, er ist auch und vor allem ein Musiker mit enormer Intelligenz und gestalterischer Tiefe. Hier ist die Konzertaufnahme.

22:08 – 22:55 | Ö1
Lieblingsstücke von Bernhard Lang – Der Klangkosmos von Bernhard Lang

Bernhard Lang erhielt am 25. November 2019 den Österreichischen Kunstpreis in der Sparte Musik. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wurde heuer in den Bereichen Bildende Kunst, Film, Kulturinitiativen, Künstlerische Fotografie, Literatur, Medienkunst sowie Musik verliehen. In einer vom Komponisten kuratierten und moderierten Spielliste erkunden wir in diesem „Zeit-Ton extended“ den Klangkosmos von Bernhard Lang – mit eigenen Werken und Stücken, die ihn inspiriert haben. Gestaltung: Rainer Elstner

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Sehnsuchtstrilogie

Nicolaus A Huber: Póthos für einen Schlagzeugsolisten / Hímeros für Harfe, Schlagzeug und Zuspielung / Erosfragmente für 18 Klangschalen, Toy-Piano und weitere Zusatzinstrumente; Johannes Fischer, Schlagzeug; Andreas Mildner, Harfe

Seine Kompositionen verheißen nüchterne Botschaften wie „Informationen über Töne“ und drastische Schockmomente in Gestalt von „dialektischen Donnerschlägen“. Nicolaus A Hubers Musik ist klar strukturiert. Das zeigen besonders eindringlich seine Werke für Schlagzeug, die Johannes Fischer neu im WDR eingespielt hat.

Im ersten Teil unseres Zweiteilers steht das, was Huber Sehnsuchtstrilogie nennt, im Fokus: Die beiden Solostücke Póthos und Erosfragmente, in dem 18 Klangschalen, Toy Piano und weitere Zusatzinstrumente zum Einsatz kommen, ergänzt durch Hímeros für Schlagzeug, Harfe und Zuspielungen. „Póthos, Hímeros und Eros sind nach einer griechischen Mythoserzählung Söhne des düsteren Zephiros. Eros ist die Energie schlechthin, das Streben nach dem Vollkommenen, nach dem Guten und Schönen, wie Platon Sokrates sagen lässt. Eros ist ein Helfer auf dem Erkenntnisweg.“

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Zwischen Historie und Moderne – Die Musik der Bretagne

Die bretonische Musik ist geprägt von Instrumenten, die vor allem aus dem keltischen Raum stammen. Auf der Bombarde, der bretonischen Variante der Oboe, und dem Dudelsack, der Cornemuse, werden ursprünglich rein vokal konzipierte Stücke auch instrumental wiedergegeben. Die in Duo-Formation oder in großen Musikgruppen, dem Bagad, gespielten Melodien stammen auch aus dem arabischen Raum. Das Festival de Cornouaille im nordwestlichen Frankreich ist eines der wichtigsten Festivals für bretonische Musik. In Konzerten, bei Festen (dem Fest-noz) und Wettbewerben wird getanzt und die traditionelle Musik wird dabei ebenso erfahrbar, wie die neuen Strömungen der Zeit aus Elektro- und Rockmusik. Eine Sendung von Philipp Quiring

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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