Wer wird Münchener Biennale Chef ab 202x?

Bald steht wieder die Biennale-Pressekonferenz an. Die Produktionen in 2020 werden vorgestellt werden, Detailfragen diskutiert. Die interessanteste Frage kommt vielleicht am Ende, vielleicht auch erst am Ende der PK in 2021 für 2022: wer wird Nachfolger von Tsangaris und Ott? Mancher in München sehnt sich gerade im Oktober, ganz Starkbier vernebelt, nach einem echten Spezl, also einem Ur-Münchner. Henze war ja nett, der hat was mit Toskana und Süden zu tun, so wie wir Münchner gerne mal zum Frühstück nach Italien sprinten. Ruzicka war dann super-seriös, das verstand hier keiner, aber das war eben der Aspekt Laptop des Slogans Lederhose & Laptop, wenn es um Modernisierung geht. Aktuell die Herren Tsangaris und Ott.

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Nachdem die jetzt Musiktheater vor allem in Bade- und Wohnzimmern oder als nette Schifffahrt auf dem Starnberger See veranstalten, könnten die hier richtig angekommen sein: wer braucht noch Musik, wenn das Ambiente so gemütlich ist? Was gibt’s netteres im Isarathen als Wohnzimmerbesuche in fremden Hütten oder Seeschifffahrt. Ob da nun eine Blaskapelle im Suff immer schräger spielt oder jemand mit dem Wasserhahn um die Wette tropft oder die Kapelle sich auf dem Dampfer stundenlang im Dunklen einspielt, Alles eins. Hauptsache, der Gesamteindruck is‘ „schee“.

Irgendwie kam der Pressewelt unserer Lokalfeuilletons das Alles aber eher schal vor. Denn ein wenig Inhalt oder eben sogar Musik wünscht man sich hier halt schon von Mal zu Mal. Das ist so wie mit dem Strauss Ritschie: passt schon, wenn die Wilde Gungl seine Jugendwerke spielt. Irgendwann braucht selbst der absolute Gesundbeter und Asket in München mal eine Protion Alpensinfonie, um weiter gesundbeten zu können und asketisch zu leben. Wir haben in München keinen Karneval oder auch keine Pegida, wir haben auch keine Gebetsscheunen – wir brauchen die volle Dröhnung.

Aber wer könnte uns denn nach den jetzigen Leitern die richtige Dröhnung verschaffen? Ein Münchner sollte es endlich sein, würde mancher sich gerne wünschen. Ich wäre wiederum mehr für Import. Egal. Ein echter Spezl müsste es sein. Etwas älter ist auch gut, damit die hier so gern nach vorne drängelnden 30 bis 60 Jahre alten nicht den anderen zu sehr das Wasser abgraben. Kontakte in den Bayerischen Wald wären auch was, wer will schon immer mit den Opern im Rheinland oder gar Berlin zu tun haben – wo liegt das überhaupt? Nein, nein! Ein richtig netter Onkel, ein wenig griabig, bei den Damen beliebt. Vielleicht auch ein wenig Knasterfahrung gefällig? Ich meine natürlich nicht, was Sie jetzt mir sofort unterstellen würden. Nein, nicht Konstantin Wecker oder wen auch immer.

Nein, der Hoeneß Uli, der wäre der Richtige! Hört beim FC Bayern auf. Und hätte ab 2022 oder 2024, 2026 richtig viel Zeit. Wie Ruzicka wäre er zudem bestens mit der Hochfinanz vertraut. Man stelle sich 5% des Fussballverein-Transfer-Etats als neue Mittel für die Biennale vor. Nichts mehr mit Schifffahrten oder Wohnzimmeropern! Der Chiemsee würde in den Starnberger See umgepumpt, ganz Grünwald würde von ein paar Biennale-Besuchern in jeder Villa besucht werden dürfen, am Geisel-Gasteig würde man die Henze-Saga, die Ruzicka-Saga, die Tsangaris-Ott-Saga aufwändig verfilmen. Alle verpassten Audio- und Videoproduktionen aller Biennale-Musiktheater von Unitel re-enacted – oder so ähnlich.

STOPP! Herr Strauch, das geht so nicht. STOPP! Erstens, wie kann man jetzt schon über neue Biennale-Chefs nachdenken und dann noch so ein Hoeneß-Geschwafel abliefern, ja, das mit dem Knast hätte man auch weglassen sollen. Denn sowas stört die „Szene“, ja, allein durch die Fragestellung ist sie verschreckt und schimpft wieder auf das „Politische“ Ihrer Ergüsse. Nein, nein. Klappe, Herr Strauch!

Ok, ok. Nun gut. Wer wird also nachfo…. – STOPP, KLAPPE!
Darf ich noch was nettes sagen?
OK!
Also, eine Nachfolgerin, das wäre doch mal was!
JETZT ABER REICHT’S! Immer dieser Biennale-Gossip hier.

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