Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 15.04. bis 21.04.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 16: Ein Jahr Podcast „Neue Musik Leben“ von Irene Kurka. | Detlev Glanert, Roland Breitenfeld, Siegfried Matthus, Walter Zimmermann, Claude Vivier, Musik am Bauhaus, The DiMenna Center for Classical Music, Musik zum Abheben, Dirigent Dennis Russell Davies, Die Klarinette, Wenn Komponisten reisen – Entschleunigung auf hoher See, Über Selbstfindungen und Integrationserfahrungen in der Berliner zeitgenössischen Szene, Nouruz – Pessach – Ostern, Musik aus Mexiko, Osterbräuche aus Polen, Ultraschall Berlin.

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Jubiläumspodcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

33 – Tipps und Strategien im Umgang mit Neid und Eifersucht: Irene Kurka teilt mit dir heute Strategien, wie du mit Neid und Eifersucht konstruktiv umgehen und wieder ins Handeln kommen kannst. Neid und Eifersucht sind zutiefst menschliche und normale Gefühle, die jeder hat. Die Frage ist, aber wie gehe ich damit positiv um. Dankbarkeit ist ein wichtiger Schlüssel.

34 – Moritz Eggert interviewt Irene Kurka: Jubiläumsfolge – 1 Jahr Podcast „neue musik leben“. Am 10.April 2018 hat die Sopranistin Irene Kurka den Podcast „neue musik leben“ erfolgreich gestartet. In der heutigen Folge interviewt der Komponist, Pianist, Blogger Moritz Eggert Irene Kurka, wie es zu dem Podcast kam und wie ihr Alltag als Sopranistin aussieht. Er hat ihr auch sehr persönliche Dinge entlocken können.

Alle 34 Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


15.04.2019


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Detlev Glanert

Mit Andreas Göbel. Der Berliner Komponist verbindet Klangsinnlichkeit mit Theaterpraxis und zählt zu den erfolgreichsten Opernkomponisten der Gegenwart. „Es gibt nichts Heutigeres, weil es so unglaublich innovativ ist: Wir verhandeln uns auf der Bühne immer selbst, auf naiver, kindlicher und sehr hoher Intelligenzebene. Gleichzeitig. Das ist unübertrefflich“, so Detlev Glanert über die Faszination, die die Oper auf ihn ausübt. Am 28. April wird seine Fontane-Oper „Oceane“ an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt. Der Komponist ist zu Gast im Studio.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Jasmintee – Der Komponist Roland Breitenfeld zwischen Deutschland und Korea

Von Lydia Jeschke. Er war ein Pionier des Kulturtransfers: 2006 ging Roland Breitenfeld an die Seoul National University in Korea, als erster Ausländer erhielt er eine Festanstellung als Professor für Komposition. Der Austausch zwischen den Kulturen war Teil seines Arbeitsvertrags, und so knüpfte er Kontakte zwischen koreanischen und europäischen Komponisten und Musikern. Aber natürlich entstand auch eigene Musik, die beide Welten vereint oder in Kontrast setzt. Und nebenbei: ein persönlicher Erfahrungsschatz aus einer Zeit der noch unerprobten Annäherung.


16.04.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vom Aufbau der lebendigen Form – Musik am Bauhaus

Von Carolin Naujocks. Zwar wurde Musik am Bauhaus nicht gelehrt, doch viele Künstlerinnen und Künstler versuchten, strukturelle Analogien der Musik auf ihre Metiers zu übertragen. Das Bauhaus war keine Kunstschule und schon gar kein Konservatorium. Obwohl man in Weimar und Dessau davon ausging, dass alle Künste in enger Beziehung zueinander stünden und in ihrem Zusammenspiel der Architektur untergeordnet seien, blieben sowohl die Musik als auch die Literatur in der Satzung ausgeklammert. Das bedeutete jedoch nicht, dass beide Metiers für die am Bauhaus arbeitenden Künstler keine Rolle gespielt hätten. Allein die Schriften und Manifeste weisen deutlich literarische Züge auf, und es waren die Bauhäusler, die, auf der Suche nach neuen, zeitgemäßen Gestaltungsmöglichkeiten, mit synästhetischen Experimenten in die Grenzbereiche der Künste vorzudringen versuchten. Daraus gingen viele erstaunliche Projekte und Inszenierungen hervor, die bis heute ihre Originalität und Frische bewahrt haben.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Steffen Wick: „Beyond Vision“, Awakening, Breakdown und Silence (Stuttgarter Kammerochester: Steffen Wick); Minas Borboudakis: „Tautochronie“ (Andreas Skouras, Prodromos Symeonidis, Klavier; Mathias Lachenmayr, Carlos Vera Larrucea, Schlagzeug; Paolo Mariangeli, Live-Elektronik/Klangregie); Moritz Eggert: „Lasst uns ungereimt sein“ (Christoph Prégardien, Tenor; Moritz Eggert, Klavier); Tobias PM Schneid: „symphony of changes“ (Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Alexander Strauch: „Kampf von Asmund und Hildebrand“ (Roman Payer, Tenor; Timothy Sharp, Bariton; Ensemble Schwerpunkt: Peter Tilling)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Zum 85. Geburtstag von Siegfried Matthus

Von Margarete Zander. „Das Land Phantásien“, eine Orchesterphantasie nach „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende gehören ebenso zu seinem Werkkatalog wie „Luthers Träume“ und das Streichquartett „Das Mädchen und der Tod“. Frank Schneider schreibt über die internationale Reputation: „Diesen Ruf verdankt er vor allem seiner unverwechselbaren und anhaltend kreativen Musikalität, deren Entfaltung sich stets zuerst nach den individuellen Ausdrucksbedürfnissen richtet und nicht danach fragt, was offiziellen Kunstdoktrinen als wünschenswert erscheint.“ Wir sind diesem individuellen Ausdrucksbedürfnis auf der Spur.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 75. Geburtstag des Dirigenten Dennis Russell Davies

Philip Glass: Symphonie Nr. 3, Movement 2 (Stuttgarter Kammerorchester); Adriana Hölszky: „Space“ (Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken); William Bolcom: Symphonie Nr. 5, Scherzo mortale (American Composers Orchestra); Philip Glass: „Orphée“ (Stuttgarter Kammerorchester)


17.04.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Zum 70. Geburtstag des Komponisten Walter Zimmermann

Walter Zimmermann: „Ataraxia“ (Kärt Ruubel, Klavier; Neophon Ensemble: Konstantin Heuer); „Ursache und Vorwitz“ (Ensemble Recherche); „Voces abandonadas“ (Nicolas Hodges, Klavier); „25 Kärwa-Melodien“ (David Smeyers, Beate Zelinsky, Klarinette); „Ländler-Topographien“, Teil 3 und 4 (SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg: Cristóbal Halffter)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Nur Fliegen ist schöner – Musik zum Abheben

Der Himmel ist ganz schön in Bewegung. Lerchen und Kolibris flattern um die Wette, Adler und Schwäne schweben im eleganten Gleitflug zur Erde hinab, Bienen und Hummeln schwirren im Zickzack durch die Luft.

Weiter oben ist auch das Brummen von Propellern und das Rauschen von Düsentriebwerken zu vernehmen. „Kaisers Klänge“ schwingen sich heute in die Lüfte empor, bis über die Wolken. Denn in der Musik ist der Traum vom Fliegen schon seit langem wahr geworden.

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2019

Mit Eckhard Weber. Bei seinem Gastspiel im Rahmen von Ultraschall Berlin präsentierte das deutsch-isländische Ensemble Adapter Werke der Komponistinnen Bunita Marcus, Natacha Diels und Naomi Pinnock. Besonders Pinnocks „Music for Europe“ enthält dezidiert politische Bezüge, wenn sie darin die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg mit der Entscheidung Großbritanniens für den Brexit verbindet. Konzertaufnahme vom 19. Januar 2019 im Radialsystem V

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Hommage à Claude Vivier

Holst-Sinfonietta; Lena Kiepenheuer (Sopran); Leitung: Klaus Simon. Claude Vivier: „Hymnen an die Nacht“ für Sopran und Klavier; „Paramirabo“ für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier; „Ojikawa“ für Sopran, Klarinette, 4 Pauken und Vibrafon; „Pulau Dewata“ für beliebiges Ensemble (Fassung von Klaus Simon). (Konzert vom 3. November 2018 im Schlossbergsaal des SWR in Freiburg)

Der kanadische Komponist Claude Vivier zählt zu den aufregendsten Außenseitern der Neuen Musik. 1982 wurde das Leben dieses hoffnungsvollen Komponisten im Alter von nur 33 Jahren durch einen furchtbaren Mord jäh beendet. Aus Anlass seines 70. Geburtstages im vergangenen Jahr widmete die Freiburger Holst-Sinfonietta dem Komponisten eine Hommage.


18.04.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival TIME:SPANS – The DiMenna Center for Classical Music, New York

Aufzeichnung vom 02./04.08.2017. Christine Burke: „half murmur“ für Kammerorchester; Talea Ensemble; Leitung: Jeffrey Means | Jeffrey Shivers: „minimum enclosure“. Talea Ensemble; Leitung: Jeffrey Means | Jürg Frey: Streichquartett 3. Quatuor Bozzini

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Fredrik Schwenk: Streichquartett Nr. 1 (Leonardo Quartett); Volker Nickel: Kammermusik Nr. 9 – „Piano Puzzle Pieces“ (Andreas Skouras, Klavier); Tom Sora: „Wer sich nicht …, wird nicht …“ (Sarah Maria Sun, Sopran; Thomas Hastreiter, Schlagzeug); Leopold Hurt: „Erratischer Block“ (ensemble mosaik: Enno Poppe)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Tour d’Horizon: Tenebrae

Kompositionen von Matthias Pintscher, Roman Rutishauser, Zolt Gárdonyi, Max Reger, Klaus Huber, Gesualdo, Wjatscheslaw Artjomow, Peter-Anthony Togni und Benjamin Britten

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Die Klarinette, Teil 1 von 2

Von Christoph Reimann. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Monsieur Mortin (3/3) – Hörspiel von Robert Pinget

Aus dem Französischen von Gerda und Helmut Scheffel. Mit: Lukas Ammann, Günther Lüders, Karl Renar, Gerd Baltus, Klaus Schwarzkopf u. a. Regie: Heinz von Cramer. (Produktion: SDR/RB/1964)

Mortin war ein Sonderling. Aber was war er wirklich? Nachdem die ersten beiden Teile voyeurhaft sein Alltagsleben begleiteten und ihn über seine Taten und sein Denken aus der Erinnerung beschrieben, steht im dritten Teil die Rekonstruktion auf der Grundlage dokumentarischen Materials an. Aber vielleicht ist auch die nur erdichtet? Robert Pinget, einer der großen Autoren des französischen Nouveau Roman, zeichnet in diesem für den SDR geschriebenen Hörspiel ein vergüngliches wie faszinierendes Vexierbild einer menschlichen Existenz.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Siegfried Matthus: Violinkonzert (Manfred Scherzer, Violine; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: Gert Bahner); Klaus-Peter Werani: „3Räume“ (Klaus-Peter Werani, Viola); „Raum4“ (Maria Stange, Harfe)


19.04.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Vive les fantômes – Komposition und Realisation: Martin Brandlmayr

Produktion: SWR 2018. Länge: 53’30. Preisgekrönte Klangkomposition mit O-Tönen von Miles Davis, Jacques Derrida, Billie Holiday und Thelonious Monk.

Was in der Musik die Schleife ist, zum Beispiel der Loop oder die Fuge, ist in der Theorie von Jaques Derrida das Gespenst. Flüchtige Figurationen gespeist aus Erinnerung und Wiederholung. In seinem Radiodebüt trifft der Jazzmusiker Martin Brandlmayr mit den erweiterten Klangmöglichkeiten seines Schlagzeugspiels auf die Gespenster, die sein Schaffen geprägt haben: Miles Davis, Jacques Derrida, Billie Holiday und Thelonious Monk.

Martin Brandlmayr, geboren 1971 in Bad Ischl in Österreich, studierte Schlaginstrumente an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Mit der Band „Radian“ tourte er weltweit und veröffentlichte sieben Alben. Darüber hinaus ist er Mitglied der Gruppen Polwechsel und Trapist. Intensive Auseinandersetzung mit dem Schlagzeug als Groove-Instrument und als erweiterter Klangkörper. Die Komposition gewann 2018 den Karl-Sczuka-Preis.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Werner Jacob: „Sub cruce II“ (Elke Adrion, Mezzosopran; Stefan Romankiewicz, Tenor; Figuralchor Nürnberg; Ensemble Florian Müller; Kammerorchester St. Martha: Bernd Dietrich); Dieter Buwen: „Abend auf Golgatha“ (Gerhard Wiesner, Flöte; Dieter Buwen, Orgel); Klaus Hinrich Stahmer: „Parole ultime“ (Egidius Doll, Orgel; Bernd Kremling, Schlagzeug); Hugo Distler: Choralpassion, op. 7 (Nico van der Meel, Bruce Sellers, Tenor; Jelle Draijer, Bariton; Hans Pootjes, Bas Ramselaar, Bass; Netherlands Chamber Choir: Uwe Gronostay)


20.04.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Wenn Komponisten reisen – Entschleunigung auf hoher See

Von Markus Vanhoefer. Komponist sein heißt, unterwegs zu sein. Das abgeschiedene Arbeiten in der Künstlerklause ist nur ein Teil des Berufes. Die Zeit der Spätromantik ist die Ära der Ozeanriesen. Und so gehörte die Atlantiküberquerung für (fast) alle Komponisten dieser Jahre zum guten Ton. Und fast alle haben es gemacht: Mahler, Dvorák, Puccini, Richard Strauss. Diese und viele andere bedeutende Musiker waren oft und häufig auf großer Fahrt, ob zu Uraufführungen in einer Weltmetropole oder zu Tourneen in Übersee. Wie haben diese Komponisten die Zeit an Bord verbracht? Waren sie gelangweilt? Inspiriert? Und mit welchen musikalischen Konsequenzen? Begleiten wir einige Meister auf ihren Schiffs-Reisen und versuchen zu ergründen, mit welchen ozeanischen Gefühlen sie die Tage an Deck verbracht haben

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Les Tombeaux – Ein Audio-Ritual

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik – Tritt mir nicht zu nahe: Über Selbstfindungen und Integrationserfahrungen in der Berliner zeitgenössischen Szene

Von Martina Brandorff. „Ich hoffe, ich trete dir damit nicht zu nahe“ – diesen Satz hörte der 1977 nahe Tel Aviv geborene Komponist Eres Holz erstmals, als er 2003 nach Berlin ging. Wie viele junge Künstler aus aller Welt zog ihn die wiedervereinte deutsche Hauptstadt magisch an. Der herbe Slang mit seiner Direktheit, auch ,Berliner Schnauze’ genannt, irritierte ihn nicht – die Distanziertheit der zeitgenössischen Szene schon eher. Die 1978 in Kalifornien geborene Komponistin Leah Muir erlebt Berlin dagegen als offenen Ort. Direkte Publikumsreaktionen, unverstellte Worte begeistern sie hier. Eine Bühne für ihr eigenes Tun bot ihr vor allem die Hochschulwelt. Sarah Nemtsov, geboren 1980 in Oldenburg, kam zum Studium nach Berlin – ebenso wie die zwei anderen. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie einen eigenen Veranstaltungsort. Aufnahme in die gewachsenen Musikszenen der Hauptstadt verlangt Zugereisten auf jeden Fall einiges ab. Aber um was geht es genau? Und wie glücklich ist man damit? Und wie anregend ist dies für das eigene künstlerische Tun? Martina Brandorff fragte Komponistinnen und Komponisten neuer Musik nach ihren Berliner Erfahrungen bezüglich Integration, Teilhabe, Heimat und Globalität.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: DRAMAjetzt! Status von Chris Thorpe

Wir alle haben eine Nationalität, oder zumindest die meisten von uns. Das Drama „Status“ des britischen Autors Chris Thorpe, mit dem er den begehrten „Fringe First Award“ gewann, befragt darin sich und seine Zuhörer, ob man diese nationale Zugehörigkeit einfach ablegen kann, wenn man sich über die Politik und/oder gesellschaftliche Entwicklungen im eigenen Land ärgert. Kann man einfach irgendwo anders hingehen und seine Zugehörigkeit wie einen Anzug ausziehen – ist das nur eine Frage des eigenen Willens?

Kann man sich vielleicht so dem ewigen Kampf der Nationen um Grenzen und Abgrenzung entziehen? Die weltumspannende Flucht von seinem Heimatland England führt den Autor über Deutschland, nach Amerika, dann ins turbokapitalistische Singapur und schließlich über Frankfurt zurück nach England. In realen und surrealen Begegnungen wird die Frage, was heute nationale Identität bedeuten kann, immer wieder neu ausgelotet: Braucht Dein Land Dich oder Du Dein Land?

Im Stile eines Road Movie, mit der live singenden und E-Gitarre spielenden Schauspielerin Paulina Alpen, erlebte Status am Staatstheater Mainz seine deutschsprachige Erstaufführung unter der Regie von Jana Vetten. Marlene Breuer hat diese Inszenierung nun fürs Radio adaptiert.

Mit „Status“ von Chris Thorpe beginnen wir die Reihe DRAMA jetzt!, die neue Theatertexte in den Inszenierungen der jeweiligen Uraufführungen aus Hessen und der Kulturregion Rhein/Main ins Radio bringt und so einem größeren Publikum zugänglich macht.

Der aus Manchester stammende Autor und Performer Chris Thorpe ist neben zahlreichen Kooperationen mit dem Unlimited Theatre, der Performancegruppe Third Angel, der BBC und dem Belarus Free Theatre auch als Musiker und Übersetzer tätig. Mit dem Theaterstück „Status“ gewann er 2018 den „Fringe First Award“ des „Edinburgh Fringe Festivals“.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Nouruz – Pessach – Ostern – Ein Frühlingsfest aus drei Kulturen

Frühlingsfeste zur Feier der neuen Wachstumsphase der Natur kennen wir in fast allen Kulturen, wie beispielsweise das indische Holifest, das japanische Kirschblütenfest oder das chinesische Neujahrsfest. Im Christentum wie im Judentum liegt eines der Hauptfeste – bei den Christen das zentrale Fest des Jahres – ebenfalls im Frühjahr, am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Das jüdische Pessach erinnert daran, dass Gott das jüdische Volk aus der ägyptischen Sklaverei geführt hat. Das christliche Osterfest geht ursprünglich aus dem Pessachfest hervor und feiert die Auferstehung Jesu Christi. Das altpersische und kurdische Neujahrs- und Frühlingsfest Nouruz, das im Iran, in Afghanistan, auf dem Balkan und im Kaukasus den Beginn eines Neuen Jahres markiert, ist ein Fest der Schöpfung, des Friedens und des Lichts. Genauso, wie beispielsweise der in Irland noch gefeierte Brigidsday Anfang Februar, an dem der Frühlingsanfang gefeiert wird. Welche Lieder, Hymnen und Tänze werden zwischen dem Iran und Irland an den Frühlingsfesten zelebriert? Wie unterscheiden sie sich? Wo liegen die Gemeinsamkeiten? Ulrike Zöller hat sich auf die Suche der Frühlings-Festtagslieder begeben.


21.04.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Indio-Trommeln und Mariachi-Trompeten – Musik aus Mexiko

Die mexikanische Musik verfügt über viele Traditionen. Klassische Komponisten wie Revueltas oder Ponce setzen in ihren Orchesterwerken Indio-Trommeln und -Flöten ein und erinnern so an die Musik der Ureinwohner.

Der Bolero hat in Mexiko seine ganz eigene Tradition, genauso wie die berühmten Trauerkapellen. Die Mariachi-Musik erzeugt mit Gitarren, Geigen und Trompeten ihren typisch mexikanischen Sound. Und die Volksmusik hat weit mehr zu bieten als „La Cucaracha“. „Kaisers Klänge“ unternehmen heute eine Rundreise durch das Musikland Mexiko.

22:00 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Das müssen wir alles miterleben – Ein Schubert-Workshop mit dem Bariton Thomas Hampson

Von Carola Malter. Franz Schubert hat ein immens großes Oeuvre an Liedern hinterlassen. In oft nur wenigen Zeilen geht es manchmal um das ganze Leben: um Liebe und Tod, um Einsamkeit und Sehnsüchte, um die Seelenzustände von an der Welt leidenden Protagonisten. „Lieder sind das Tagebuch der Dinge“, sagt der weltberühmte Bariton Thomas Hampson, und sie überzeugend zu singen, ist für einen Sänger immer eine echte künstlerische Herausforderung. Zur Schubert-Woche im Berliner Pierre-Boulez-Saal im Januar 2019 gehörte deshalb ein intensiver Workshop mit jungen Sängerinnen und Sängern.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Asche

Lisa Streich: Asche für Klarinette und Violoncello; Shizuyo Oka, Klarinette; Åsa Åkerberg, Violoncello | Mark Andre: Asche für 5 Instrumente; Ensemble KNM Berlin | Heinz Holliger: Romancendres für Violoncello und Klavier; Christoph Richter, Violoncello; Dénes Várjon, Klavier

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Osterbräuche aus Polen – Weltliche und geistliche Musik

„Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden“ – rufen sich Christen in der ganzen Welt zu. Das ist eben die Kernbotschaft des Osterfestes und zugleich das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens. Die Feier der Auferstehung Christi ist in Polen das höchste kirchliche Fest und wird im gesellschaftlichen Leben besonders hervorgehoben. Die polnische Ostertradition hat ihren Ursprung im zehnten Jahrhundert mit der Einführung des Christentums im Land. In der vorösterlichen Karwoche, die von Trauer und Dunkelheit geprägt ist, nehmen Strenggläubige nur Brot und Wasser zu sich und bereiten sich mit Gebeten auf die Auferstehung Jesu Christi vor. Viele Menschen wachen über mehrere Stunden symbolisch am Grab Christi, sowohl am Tag als auch in der Nacht. Am Karsamstag beginnen die Vorbereitungen zum großen Fest. Es wird gekocht, gebacken und zum ersten Mal seit der Fastenzeit musiziert. Auf dem Land treffen sich Frauen aller Generationen, die gemeinsam die Ostereier verzieren und dabei österliche Lieder singen. Nach dem Befüllen der Osterkörbe, die nach einer alten Tradition Wurst, Salz, Pfeffer, Meerrettich, Rote Beete und Kuchen beinhalten, geht es zur Speisensegnung in die Kirche. Die Segnung gehört in Polen zu den bestbesuchten kirchlichen Feiern und findet mehrmals am Tag statt – unabhängig von einer Liturgie.

In vielen Regionen Polens feiern die Menschen in traditioneller Tracht die Osterliturgie, „Rezurekcja“ genannt, die als erste Heilige Messe am Ostersonntag mit einer Prozession und noch vor der Morgendämmerung beginnt. Während des feierlichen Osterfrühstücks am Ostersonntag, bei dem das Osterei als Zeichen eines neuen Lebens untereinander geteilt wird, herrscht eine familiäre und freudige Stimmung, es wird viel gesungen und gemeinsam musiziert. Bei der Eiersuche, die sich nur auf einige Regionen Polens beschränkt und dem allerorts bekannten traditionellen Wassergießen am Ostermontag, dem „smingus dyngus“, feiern die Menschen den Beginn einer neuen und hoffnungsvollen Zeit im liturgischen Jahr. Eine Sendung von Agnieszka Schneider

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seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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