Engländer in New York

Stings „Englishman in New York“ (1987) ins sinnvoll gereimte Deutsche zu übertragen, das hielt ich immer für unmöglich. Angesichts eines Urlaubs allerdings, welchen ich mir fürderhin gönnte, ging ich dieses Unterfangen gleichsam übermotiviert an. Dabei fiel mir zunächst eklatant auf, dass ich gleich für die erste Strophe zwei Mal ein Wort finden musste, welches sich auf „York“ (von „New York“) reimt. Da gibt es im Deutschen tatsächlich nur „Borg“, „Kork“ und „Ork“. Als Kenner von Studentenliedern allerdings fiel mir da noch das gute alte burschenherrliche „schmorg“ („knausern“) ein, wie es am prominentesten in dem Lied „Ergo bibamus“ vorkommt, in einer ganzen Reihung von New-York-adäquaten Optionalitäten: „Und was auch der Filz vom Leibe sich schmorgt, so bleibt für den Heitern doch immer gesorgt, weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt, drum, Brüderchen, ergo bibamus!“

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Das half mir bei der – ausgehend vom englischen Original – rhythmisch kongruenten Übersetzung der Liedzeile „And you can hear it in my accent when I talk, I’m an Englishman in New York.“ allerdings nicht weiter, weshalb meine alte Liebe zum Tennissport hier beispringen musste, denn „borg“ wollte ich nicht als Verb verwenden.

So nehmet also hin und esst, Brüder und Schwestern: Zunächst das bekannte Original – und gleich darauf meine gereimte Neu-Übersetzung, die bis in die letzte Silbe deckungsgleich singbar ausgearbeitet ist sein müsste.

Englishman in New York
Text und Musik: Sting (1987)

I don’t take coffee, I take tea, my dear
I like my toast done on one side
And you can hear it in my accent when I talk
I’m an Englishman in New York.

See me walking down Fifth Avenue
A walking cane here at my side
I take it everywhere I walk
I’m an Englishman in New York.

Oh, I’m an alien, I’m a legal alien.
I’m an Englishman in New York.

Oh, I’m an alien, I’m a legal alien.
I’m an Englishman in New York.

If „manners maketh man“ as someone said
He’s the hero of the day.
It takes a man to suffer ignorance and smile
Be yourself no matter what they say.

Oh, I’m an alien, I’m a legal alien.
I’m an Englishman in New York.

Oh, I’m an alien, I’m a legal alien.
I’m an Englishman in New York.

Modesty, propriety can lead to notoriety
You could end up as the only one.
Gentleness, sobriety are rare in this society
At night a candle’s brighter than the sun.

Takes more than combat gear to make a man
Takes more than a license for a gun.
Confront your enemies, avoid them when you can
A gentleman will walk but never run.

If „manners maketh man“ as someone said
He’s the hero of the day.
It takes a man to suffer ignorance and smile
Be yourself no matter what they say.

Be yourself no matter what they say.

Be yourself no matter what they say.

Be yourself no matter what they say (oh, I’m an alien, I’m a legal alien).
Be yourself no matter what they say (I’m an Englishman in New York).

Be yourself no matter what they say (oh, I’m an alien, I’m a legal alien).
Be yourself no matter what they say (I’m an Englishman in New York).

Be yourself no matter what they say (oh, I’m an alien, I’m a legal alien).
Be yourself no matter what they say (I’m an Englishman in New York).

Be yourself no matter what they say (oh, I’m an alien, I’m a legal alien).
Be yourself no matter what they say (I’m an Englishman in New York).

Be yourself no matter what they say.

Engländer in New York
Übersetzung ins Deutsche von Arno Lücker (2018)

Ich trink’ kein Kaffee
Ich nehm‘ Tee, mein Schatz.
Mag meinen Toast einseitig braun.
Ich sprech‘ nicht schwedisch
Spiel‘ nicht Tennis wie Björn Borg
Bin ein Engländer in New York.

In Manhattan geh‘ ich meinen Weg
Mit dem Spazierstock in der Hand.
Er ist aus Holz – und nicht aus Kork
Bin ein Engländer in New York.

Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier
Bin ein Engländer in New York.

Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier
Bin ein Engländer in New York.

„Benimm dich immer wie ein Gentleman!“
Sei ein Held, benutz‘ dein Hirn.
Ein starker Mann erträgt mal Häme und mal Spott
Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.

Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier
Bin ein Engländer in New York.

Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier
Bin ein Engländer in New York.

Anstand und Benehmen, willst du alleine leben?
Denn Freund Hein, der ist stets ziemlich schnell.
Alles Tun und Streben, vergessen und vergeben
Ein kleines Licht scheint nachts besonders hell.

Du brauchst kein‘ Krieg mehr, um ein Mann zu sein
Du brauchst keinen Waffenschein dazu.
Stell‘ dich dem Feinde jetzt, ach, lass sie doch allein!
Bleib‘ aufrecht und nun finde deine Ruh‘!

„Benimm dich immer wie ein Gentleman!“
Sei ein Held, benutz‘ dein Hirn.
Ein starker Mann erträgt mal Häme und mal Spott
Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Bin ein Engländer in New York.)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Bin ein Engländer in New York.)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Bin ein Engländer in New York.)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Oho, bin ein Fremder hier
Mit Papier ein Fremder hier)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.
(Bin ein Engländer in New York.)

Sei du selbst – und lass dich nicht beirr’n.

Author profile

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitet von Berlin aus für das Brucknerhaus Linz, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

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