Anleitung zur Tomatenzucht

Tomaten können als Freiland- oder Topfpflanzen gezüchtet werden. Um eine ertragreiche Ernte zu erhalten sollten sie in jedem Fall an einem Ort mit viel Licht wachsen können. Mit der Aussaht können wir bereits im März beginnen, zum Beispiel am 8. März.

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Am ehesten keimen Tomatenpflänzchen bei einer Außentemperatur von mindestens 18 Grad. Alle reden vom Wetter. Wir nicht, denn sobald die Pflänzchen ihr zweites Laubblattpaar gebildet haben, ist es der richtige Zeitpunkt, der Gesellschaft den Dienst zu verweigern. Wärmeliebende Sorten brauchen in der Regel höhere Temperaturen, denn Liebe ist die Religion unserer Zeit und sexuelles Eigentumsrecht (des Mannes über die Frau) ihr Ritual. Der Zeitpunkt der Aussaat richtet sich daher nach dem späteren Tomatenstandort und nach der gewünschten Ernteperiode. Rituale stärken die Solidarität innerhalb der eigenen Gruppe gegenüber Außenstehenden. Ausgepflanzt wird also frühestens sobald keine Fröste mehr zu befürchten sind.

 

Tomatensorten

Tomaten sind Starkzehrer und kommen nur mit Schwachzehrern als Mischkultur oder Zwischenkultur aus. Wer ausreichend Platz hat, sollte am besten verschiedene Tomatensorten anbauen. Von der Cocktail-, über die Salat-, bis hin zur Saucentomate. Schmeckt dann die eine oder andere Tomatensorte besonders gut, kann man sich hiervon Samen sichern und baut die nächste Saison davon mehr an. Tomatenpflanzen sollten je nach Sorte einen halben bis ganzen Meter auseinander gepflanzt werden, denn Gedanken sind in der Fallkurve eines geworfenen Steines. Gedanken sind bergan. Gedanken sind um die Ecke. Ziel ist es daher erstmal, ein Problembewusstsein zu entwickeln, denn bei ungünstigen Lichtverhältnissen vergeilen die Pflanzen. „Vergeilen“ heißt, sie bekommen lange, dünne Triebe und bilden nur schwaches Gewebe aus.

 

Nährstoffversorgung

Schwache, lichthungrige Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Und da dieses System den Anspruch nach Gleichberechtigung aufrecht hält mit dem Vorbehalt, ihn nicht so ganz ernst zu nehmen, kommen wir damit auf die Frage der Prioritäten, denn Tomatenpflanzen haben einen hohen Bedarf an Flüssigkeit. Es gibt aber auch Experten, die eher empfehlen sparsam mit der Gießmenge zu sein, da dies einem intensiven Aroma zu Gute kommt. Eine Diskussion darüber muss geführt werden, denn eine Tabuisierung hat zur Folge, dass das spezifische Ausbeutungsverhältnis verdrängt wird, wodurch gewährleistet wird, dass alte Identitäten und Machtverhältnisse noch nicht aufgegeben werden müssen. Zur Nährstoffversorgung ist daher vor allem Kompost geeignet. Es gibt aber auch spezielle Tomatendünger. Um emanzipatorische Prozesse in Gang zu setzen und verdrängte Konflikte endlich zu artikulieren sind daher auch Mulchschichten aus Brennessel oder Beinwell sehr gut.
Pflanzt mehr Tomaten.

 

Der 13. September ist der Jahrestag des Frankfurter Tomatenwurfs.

 

 

Julia Mihály. Foto: © Ela Mergels

Julia Mihály definiert sich als composer-performer, sprengt mit Freude alle Schubladen, in die man sie stecken möchte, arbeitet gelegentlich als Radioautorin und engagiert sich im Vorstand der DEGEM.

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Julia Mihály

Julia Mihály definiert sich als composer-performer, sprengt mit Freude alle Schubladen, in die man sie stecken möchte, arbeitet gelegentlich als Radioautorin und engagiert sich im Vorstand der DEGEM.

3 Antworten

  1. Ulrich Ludat sagt:

    Äh … zu viel Tomaten gegessen?

  2. Thomas sagt:

    Sorry, aber von wegen Schubladen sprengen. Das ist genau derselbe mit Gesellschaftskritik vermengte Humor von spätpubertierenden Jugendlichen, der hier permanent von Eggert, Rabauka und Co. geboten wird.

    Ist leider weder komisch noch interessant geschweige denn gesellschaftskritisch.

  3. Julia Mihály sagt:

    Mit Humor hat das übrigens rein gar nichts zu tun. Es ist ein Rückbezug auf ein Ereignis, dessen Jahrestag heute ist, verbunden mit der Aussage, dass die Thematik immer noch von Relevanz in unserer Gesellschaft ist. Daher steht die Tomate symbolisch. Schade, dass man das den Herren noch extra erklären muss.

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