Teil 3 _ Cough City New Music Festival

10. Juli

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Sie proben mein Stück. Für eine Stunde. Flöte und Klavier spielen extrem gut. Die Marimbas machen nicht das, was sie sollen.
An wem es liegt, weiß ich nicht, weil ich vor allem auf den Trompeter achte. Der Trompeter verspielt sich zwischendurch und macht mehrmals die gleichen Fehler.
Deshalb gehe ich zwischendurch zu ihm hin und zeichne ihm Dinge ein.
Am Ende der Probe gehe ich noch einmal zu ihm hin, weil es eine Stelle gibt, die er einfach immer wieder doppelt so schnell spielt.
Er reagiert unsagbar aggressiv auf diese Tatsache und ich habe den Eindruck, dass ihn meine gesamten Eintragungen extrem gekränkt haben. Er ist die Kritikunfähigkeit in Person und tut so, als ließe sich über Rhythmus diskutieren. Nein, er kann nicht einfach spielen, was er will. Er muss spielen, was in seinen Noten steht! Das ist doch nichts Neues, oder?
Ich ertrage seine Wut und sage, dass er das doch ansonsten großartig macht und dass er die Stelle sicher noch üben wird. Ich habe nur sicher gehen wollen, dass er weiß, dass er diese Stelle nicht richtig gespielt hat.
Aber eigentlich will ich ihm ins Gesicht schlagen! Sein Benehmen ist eine Zumutung. Ich weiß nicht, warum ich bei der Probe anwesend sein soll, wenn ich nichts sagen darf. Anbeten kann er sich selber. Übrigens ist sein Ringfinger fünfmal so lang wie sein Zeigefinger.
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