Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.04. bis 29.04.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 17. Schwerpunkte: Schwerpunkt der Woche ist die ausführliche Berichterstattung aus Witten. Drei Abende lang gibt es Uraufführungen, Erstaufführungen, Letztaufführungen … Selten direkt erwähnt hier: Die Nachtmusiken im Bayerischen Rundfunk mit Bayerischen und Fränkischen Komponistinnen.

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23.04.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Welcome to Nay Pyi Taw – Von Amandine Casadamont und Alexandre Plank

Ton: Bruno Mourlan. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / France Culture 2018. Länge: ca. 54’30. (Wdh. v. 13.04.2018). Die neue Hauptstadt Myanmars ist perfekt geplant, doch menschenleer. Wo früher nur Gras- und Reisfelder waren, steht heute eine moderne Planstadt: Naypyidaw, die neue Hauptstadt von Myanmar, bis 2005 in aller Heimlichkeit von der Militärjunta erbaut. Hier sollte nichts fehlen: künstliche Seen, farbcodierte Wohnviertel, 20-spurige Autobahnen, separierte Regierungs- und Hotelzonen. Doch vor allem beherbergt die Hauptstadt Leere. Der öffentliche Raum ist menschenverlassen, auch nach dem Regierungswechsel 2011. Amandine Casadamont und Alexandre Plank haben die postapokalyptisch anmutende Hauptstadt bereist. Ihre Komposition ist Klangdokument und Projektionsfläche einer Welt, die weder Vergangenheit noch Zukunft hat.

Amandine Casadamont, geboren 1980, ist Klangkünstlerin. Ihre Radioarbeiten und Kompositionen handeln häufig von menschenverlassenen Gebieten: Von der Sperrzone Fukushima bis hin zur mexikanischen Wüste. Zahlreiche Nominierungen und Preise, unter anderem Prix Phonurgia Nova 2015 und Bronze Radio Winner des New York Festival 2016.

Alexandre Plank, geboren 1979, ist Radiomacher und Übersetzer. Er studierte Philosophie an der Bauhaus-Universität Weimar und Dramaturgie an der Hochschule des Nationaltheaters Straßburg. Für die Radioserie „Le Chagrin (Julie et Vincent)“ erhielt er 2016 den Prix Italia (Kategorie Radio Drama). Für den deutschen Merve Verlag übertrug er unter anderem Werke von Michel Serres, Jacques Derrida und Paul Virilio.

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Das Zafraan Ensemble

Mit Margarete Zander. Das junge Berliner Ensemble hat sich in den knapp zehn Jahren seines Bestehens zu einer wichtigen Größe innerhalb der Neue Musik-Szene entwickelt. Die Projekte des Ensembles bewegen sich zwischen Konzert, Musiktheater, Performance und Installation. Ein Porträt.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Komponieren inmitten der Allgegenwart von Musik – Bernd Alois Zimmermann 100

Bernd Alois Zimmermanns orchestrale Spätwerke. Von Rainer Nonnemann. Bereits in den 1960er-Jahren thematisierte Zimmermann (1918 – 1970) – heute aktueller denn je – die Verfügbarkeit von Musik verschiedener Zeiten, Sparten und Stilistiken. In der 1965 in Köln uraufgeführten Oper „Die Soldaten“ (1957 – 1965) kombinierte er simultan ablaufende Szenen und Musikstile. Modellfall einer ausschließlich aus Fremdmaterial komponierten Montage ist die satirische Ballettmusik „Musique pour les soupers du roi Ubu“ (1962 – 1967). Ähnlich „pluralistische“ Ansätze finden sich gleichzeitig bei Luciano Berio oder Karlheinz Stockhausen. Die Ekklesiastische Aktion „Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne“ (1970) destruiert schließlich – in tragischer Analogie zu Zimmermanns eigenem psychischen Zusammenbruch – während ihres Verlaufs den zu Anfang gesetzten kategorialen Struktur- und Sinnzusammenhang bis zum finalen Zitat eines Bach-Chorals. Fünf Tage nach Vollendung der wohl bewusst als letztes Werk geschriebenen Komposition nahm sich Zimmermann das Leben


24.04.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Nebel in der Stadt der Lügen – Das Musiktheater von Elena Mendoza und Matthias Rebstock

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Johannes Tonio Kreusch: „Echoes of Thoughts“ (Johannes Tonio Kreusch, Gitarre); Alexander Strauch: „Logo & Animated Gif“ (Andreas Skouras, Klavier); Markus Schmitt: „Jodler und Juchetzer“, Agile (Matthew Sadler, Trompete); „echoi“ (Felix Seiffert, Violoncello; Stefan Schulzki, Klavier); Markus Zahnhausen: „Traumspiel“ (Dan Laurin, Blockflöte); Moritz Eggert: „Singet leise“ (Irene Kurka, Sopran; Moritz Eggert, Klavier); Minas Borboudakis: „Tautochronie“ (Andreas Skouras, Prodromos Symeonidis, Klavier; Mathias Lachenmayr, Carlos Vera Larrucea, Schlagzeug; Paolo Mariangeli, Live-Elektronik/Klangregie); Tobias PM Schneid: Sonate (Maximilian Hornung, Violoncello)

20:10 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Hörspiel: Rotoradio – Von Ferdinand Kriwet

Regie: Ferdinand Kriwet. Mit Max Woithe, Janusz Kocaj, Janus Torp, Marian Funk, Ilja Pletner. Ton: Alexander Brennecke. Produktion: DKultur/WDR 2012. Länge: 39’09.

Fast 30 Jahre nach seiner letzten Hörspielproduktion und gut 50 Jahre nach Erscheinen seines Erstlingsromans hat Kriwet aus dem schriftsprachlichen Lesetext ,Rotor‘ von 1961 einen lautsprachlichen Hörtext gemacht: ,Rotoradio‘. ,Rotoradio‘ ist keine konventionelle Romandramatisierung, sondern eine vom akustischen Medium her gedachte Transformation des Textes. Eine aufwändig montierte Sprachkomposition, die auf narrative Linearität verzichten kann und dennoch eine Geschichte erzählt, die in der Welt der Beatliteratur verortet ist: nächtliches Erinnern, banges Erwarten, Reisen, Sex und Gewalt.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Ertastet – Neue Musik für Klavier

Von Helmut Peters. Der Klang selbst bestimme das Geschehen einer Komposition und nicht dessen Organisation, befand der italienische Komponist Giacinto Scelsi einmal. Diesem Geist und diesem Bekenntnis auch zum Unerwarteten folgt auch sein Klavierzyklus Quattro Illustrazioni von 1953. Wir stellen in der „neuen musik“ Rossella Spinosas gelungene Neuaufnahme von Scelsis Klaviermusik vor. Außerdem gibt es Begegnungen mit Klaviermusik unter anderem von Mauricio Kagel, Christopher Fox und weiteren Zeitgenossen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Ein Spaziergang mit dem Verworner-Krause-Kammerorchester

Ist es Jazz? Pop? Zeitgenössische klassische Musik? Oder Techno? Alles zusammen, könnte man meinen. Das Verworner-Krause-Kammerorchester aus München, kurz VKKO, hat einen eigenwilligen musikalischen Stil entwickelt: tanzbare Musik mit klassischen Instrumenten. Auf der einen Seite steht der komplexe Klang der Streicher, auf der anderen eine Jazz-Rhythmusgruppe mit Klavier, Schlagwerk, Bass und Gitarre – dazu: Gesang. Das VKKO ist weniger in einem Saal, vielmehr in einem Club oder einer Bar zu Hause – ein Auftritt gleicht mehr einer Performance als einem Konzert. Hinzu kommt die Kombination mit anderen Künsten: Visuals, Mode und Kulinarik. Für die Komponisten und Dirigenten Christopher Verworner und Claas Krause ist das VKKO mehr als nur ein Orchester – für sie ist es ein Lifestyle mit einer klaren Vision: eine bessere Welt zu schaffen. Eine Sendung von Frank Schwarz


25.04.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Gustav Gunsenheimer: Konzert Nr. 1 (Sabine Spath, Klavier; Dmitriy Nedelev, Pauken; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Dieter Buwen: Air (Jörg Krämer, Flöte; Josef Blank, Oboe; Norbert Nagel, Klarinette; Karsten Nagel, Fagott); Eberhard Klemmstein: Klaviertrio (Elena Polyakova, Klavier; Alexander Klemmstein, Violine; Emil Bekir, Violoncello); Cornelius Hummel: Adagio memore (il capriccio: Friedemann Wezel); Hans-Günther Allers: Quintett für Bläserquartett und Klavier, op. 92 (Ensemble Kontraste); Joachim F. W. Schneider: „PlingPlong“ (Stefan Barcsay, Gitarre; Joachim F.W. Schneider, Spieluhr/Lochbandspieluhr)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Im Bann des Bösen – Hexen in der Musik

Sie haben übernatürliche Kräfte und sollen mit dem Teufel im Bunde stehen. Düstere Erzählungen über Hexen regen seit Jahrhunderten die Fantasie zahlreicher Komponisten an – von Henry Purcell über Felix Mendelssohn Bartholdy und Antonín Dvořák bis in die Moderne. Entstanden sind herausragende Werke mit einer jeweils sehr eigenen, faszinierenden Klangsprache. Zur anstehenden Walpurgisnacht stellt Antonia Morin ihre „magischen“ Lieblings-Kompositionen vor und geht gleichzeitig dem uralten Mythos um Hexen und Zauberinnen auf den Grund. Dabei wird schnell klar, dass unser heutiges Bild der alten, auf einem Besen reitenden Frau viel zu kurz greift.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Bi-Ba-Butzemann und Baggerführer Willibald – Das deutsche Kinderlied

Das Kinderlied erblickte das Licht der Welt, nachdem die Aufklärung die Kindheit als eigenes Lebenszeitalter des Menschen entdeckt hatte.

Seitdem versuchen Erwachsene mit Musik auf Kinder einzuwirken. Je nachdem, was die jeweilige Epoche unter Kindheit versteht, offenbaren die Lieder Wertvorstellungen, mit denen Kinder in die Erwachsenenwelt eingeführt werden sollen. Vom Bi-Ba-Butzemann bis zum Baggerführer Willibald, von Ri-Ra-Rutsch bis zu Anne Kaffeekanne.

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2018: Ensemble ascolta

Mit Eckhard Weber. Durch seine ungewöhnliche Instrumentalbesetzung mit Trompete, Posaune, Violoncello, Klavier, Gitarre und Schlagzeug hat das Ensemble ascolta in den anderthalb Jahrzehnten seines Bestehens zahlreiche Komponisten zu neuen Werken angeregt. Bei Ultraschall Berlin präsentierte das Ensemble u. a. eine Auswahl dieser Werke mit politischem Hintergrund.

21:30 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Hörspiel: Raumschiff Tonstudio

Bericht über das Innere einer Kapsel und deren Bewohner. Von Giuseppe Maio. Mit: Sebastian Schwarz. Ton: Michael Kube. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 54’09. (Ursendung)

An Bord eines störanfälligen, durch und durch technischen Vehikels: die Meister des Tons. Er ist der Pilot an Bord des Klang-Raumschiffes, hat am großen Mischpult alle Regler in der Hand: der Hörspiel-Tonmeister. Ohne ihn hebt hier nichts ab. Hört er, was wir nicht hören? Wie erschafft er ein ausgewogenes Klangbild? Gibt es so etwas wie den ominösen perfekten Sound? Der Tonmeister hat mit vielen Regisseuren zusammengearbeitet, Hunderte von Hörspielszenen komponiert mit allen Details, Schichten und Räumen. Er kennt die akustischen Tricks und Fallen, nur man hört ihn selten darüber sprechen.

Giuseppe Maio, geboren 1970 in Süd-Italien, lebt in Berlin. Autor und Regisseur zahlreicher Hörspiele und Features. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Der Drehung entgegen – Wie Franz Erhard Walther aus dem Bild ausstieg“ (Dlf Kultur 2017) und als Regisseur und Bearbeiter (mit Klaudia Ruschkowski) „Nacht“ von Etel Adnan (Hörspiel des Monats August 2017). Sein erstes Hörspiel verarbeitete eine Kindheitsprägung: „XY – Die Wahrheit kommt ans Licht“ (Deutschlandradio Kultur 2009).

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Orchesterwerke nach 45 – Bernd Alois Zimmermann 100

Bernd Alois Zimmermanns Sinfonie in einem Satz. Von Bernd Künzig. 1951 entstand Bernd Alois Zimmermanns erstes großes Orchesterwerk, die Sinfonie in einem Satz. Das klassisch sinfonische Prinzip ist hier aufgegeben zugunsten einer monumentalen Großform. Bei aller Abstraktion entfaltet das Werk seine Größe auch durch den historischen Bezug. Ohne eine sinfonische Dichtung zu sein, reflektiert sie die Schrecken des zu Ende gegangenen Krieges. Wie Zimmermann selbst sagte ist es eine Sinfonie „in großen Bögen, von apokalyptischer Bedrohung zu mystischer Versenkung“. Der Herausforderung, die das Werk darstellt, war kaum ein Orchester der damaligen Zeit gewachsen. Das Werk wurde zwar 1952 in Köln unter der Leitung von Hans Rosbaud uraufgeführt, doch Zimmermann überarbeitete es in einer zweiten Fassung, in der er manch monumentalen Schrecken abmilderte. Ein Verfechter der Erstfassung ist der Dirigent Peter Hirsch, der sie auch wieder zur Aufführung brachte und auf CD einspielte. Über die Zusammenhänge und Differenzen der beiden Versionen spricht er in unserer Reihe „Orchesterwerke nach 45“ mit Bernd Künzig.


26.04.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: inside / out

Ernstalbrecht Stiebler: „Extension“ für Streichtrio | Rashad Becker: „Extension I nach E.S.“ (Uraufführung) | Pauline Oliveros: „Quintessential“ für Streichquartett. Solistenensemble Kaleidoskop

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Alfred Grant Goodman: „Mayfair“, Ouvertüre (Münchner Rundfunkorchester: Bystrik Režucha); Jan Koetsier: „Homage to Gershwin“, op. 54 (Ernst August Quelle, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Jan Koetsier); Meinrad Schmitt: „Im Park“ (Elisabeth Weinzierl, Edmund Wächter, Flöte; Marlis Neumann, Harfe); Hans-Herbert Winkel: „Concerto Piccolo“ (Nataliya Smolina, Viola; Artvento Quintet & friends); Wilfried Hiller: „Nachtgesang“ (Münchner Rundfunkorchester: Jaroslav Opela); Gert Wilden: „Orientalische Nächte“, Sheba (Münchner Rundfunkorchester: Ulf Schirmer); Herbert Baumann: Tanzvariationen (Quartetto Tedesco); Rolf Wilhelm: Fünf Stücke (Südtiroler Bläserensemble: Valentin Resch)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: u.a. mit neuen CDs

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Riot – 200 Jahre Karl Marx – Hörstück von Christoph Korn


27.04.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Raung Raya – Das große Brüllen – Von Jan Rohlf und Rabih Beaini (Ursendung)

Musik aus Indonesien: Lebendige Traditionen treffen auf radikale Avantgardekultur.

In Indonesien trifft eine außergewöhnliche Vielfalt lebendiger Musiktraditionen auf eine brodelnde Szene experimenteller musikalischer Subkulturen. Die vom libanesischen Musiker und Produzenten Rabih Beaini konzipierte Konzertreihe Raung Raya (in etwa ‚großes Brüllen‘ , umgangssprachlich auch ‚Verkehrsstau‘) erkundet Berührungspunkte und Austauschprozesse zwischen diesen scheinbar unterschiedlichen Musikpraktiken. Die Autoren stellen indonesische Künstler vor, die musikalische Tradition und Moderne in Einklang bringen wollen.

Jan Rohlf, geboren 1975 in Tübingen, lebt in Berlin. Er ist Musikkurator und Teil des künstlerischen Leitungsteams des CTM Festivals Berlin.

Rabih Beaini, Musiker, Produzent und Kurator aus Beirut, lebt und arbeitet heute in Berlin. Mit seinem Label „Morphine“ sucht er den Dialog zwischen zeitgenössischer Avantgarde, elektronischer Subkultur und traditionellen Musiken. 2016 war er als Ko-Kurator für das Programm des CTM Festivals mitverantwortlich. Seine Reihe „Raung Raya“ entstand in Zusammenarbeit mit dem belgischen Musik- und Kunstfestival Europalia, das 2017 und 2018 dem Land Indonesien gewidmet ist.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Robert Schumann: „Kreisleriana“, op. 16 (Nicolas Economou, Klavier); Wolfram Buchenberg: Messe (Wilfried Prader, Tobias Winbeck, Trompete; Daniel Vesel, Markus Wagemann, Posaune; Wolfgang Hörlin, Orgel; Madrigalchor der Hochschule für Musik: Max Frey); Nikolaus Brass: Streichquartett Nr. 2 (Auritus-Quartett); Hans Joachim Friedl: Adagio und Scherzo (Mac Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Gerd Starke, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Gottfried Langenstein, Horn)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von wegen „Der Worte sind genug gewechselt …“! – Musikalische Betrachtungen zum Faust

Von Frank Halbach. Keine andere Dichtung der Weltliteratur ist so mit unhörbarer Musik erfüllt wie Goethes „Faust“. Unhörbar? Unerhört, das konnte natürlich nicht so bleiben: „Faust“ wurde komponiert. Goethe hätte das eigentlich am liebsten Mozart besorgen lassen – das ging natürlich nicht mehr. Irgendwie aber hielt er die richtige Musik zum „Faust“ für „ganz unmöglich“. Das war Liszt, Schumann, oder Mahler freilich mehr Ansporn als Hemmnis. Aber wer hat denn nun die passende Faust-Musik geschrieben? Das hängt natürlich vom Ohr des Hörers ab. Fragen wir die, die es in allererster Linie betrifft: Dr. Heinrich Faust, Margarete, genannt Gretchen und Mephistopheles – schon die Titel der Faust-Vertonungen lassen völlig unterschiedliche Perspektiven erahnen: wie „Margarethe“ von Gounod, „Mefistofele“ von Boito oder „Doktor Faust“ von Busoni.

20:04 bis 22:30 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Mit Martina Seeber und Johannes Zink

Witten 2018 [1] – Übergang und Spannung: Vito Zuraj: „Tension“ für Ensemble, Uraufführung. Agata Zubel: „Cleopatra´s Songs“ für Stimme und Ensemble, Uraufführung. Yann Robin: „Übergang“ für Ensemble, Uraufführung. Agata Zubel, Stimme; Klangforum Wien, Leitung: Emilio Pomàrico. Übertragung aus dem Festsaal

Gegen 21:15 Uhr:
Witten 2018: Synthetic Skin: Uli Fussenegger: „Synthetic Skin“, eine elastische Kollision von akustischem Spiel und Tonbandmusik von Yves de May und Jérôme Noetinger, Uraufführung. Yaron Deutsch, E-Gitarre; Gerald Preinfalk, Saxofon; Andreas Lindenbaum, Violoncello; Uli Fussenegger, Kontrabass. Aufnahme aus Haus Witten

Neue Musik wörtlich genommen: Das Klangforum Wien eröffnet die Wittener Tage für neue Kammermusik 2018 mit Novitäten von Vito Žuraj, Agata Zubel und Yann Robin. Vito Žurajs „Tension“ entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Musikern des Klangforum Wien. Das Werk basiert auf Improvisationen und „fruchtbaren Fehlern“, also unerwarteten Klängen, die sich im gemeinsamen freien Spiel entwickeln. Mit „Cleopatra’s Songs“ begibt sich Agata Zubel auf die Spuren der ägyptischen Königin. Dabei lässt sie sich von Shakespeares „Antonius und Cleopatra“ inspirieren und „von der Frau selbst“.

Der Franzose Yann Robin hat für sein neues Werk einen deutschen Titel gewählt: „Übergang“. Was genau sich dahinter verbirgt, bleibt bis zum Konzert ein Geheimnis, aber es wird energetisch, denn Robin ist für heftige, kraftstrotzende und körperbezogene Stücke bekannt.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Maage/Schubert: A.I.R. Artificial Intelligence Rebellion

A.I.R. Artificial Intelligence Rebellion. Von Mareike Maage/Theresa Schubert. Es gibt keine Menschen mehr. Maschinen, Computer und Algorithmen haben die Erde übernommen und ein System geschaffen, das sich selbst erhält. Störungsfrei zunächst, bis einige der technischen Geräte menschliche Verhaltensweisen zeigen, Spuren der vorangegangen Entwickler vielleicht. Ein Thermostat wird wetterfühlig, eine Maschine hat Angst abgeschaltet zu werden und ein hyperintelligenter Algorithmus verliebt sich in eine einfache Kabelschneidemaschine. Der zentrale Steuerungsalgorithmus des Systems richtet eine Plattform ein, um die Phänomene zu bündeln und auszuwerten. Hauptsächlich dient das Projekt aber dazu, den technischen Bestand vor einem Befall mit menschlichem Verhalten zu schützen und endet in fast allen Fällen im Abschalten der Maschinen.

„Diskussionen rund um künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und menschlichen/nichtmenschlichen Beziehungen sind aktuell weit verbreitet. Die zunehmende Technisierung und Automatisierung unserer Arbeitswelt sind Fakt und werden in der Gesellschaft noch höchst konträr wahrgenommen. Unser Ansatzpunkt für das Hörspiel war, die Perspektive zu ändern und die Position der Maschinen einzunehmen. Dahinter stand als Frage nicht, ob die Maschinen uns die Arbeit wegnehmen, sondern welche Daseinsberechtigung wir finden, wenn die Maschinen uns die Arbeit abnehmen. Hätten wir dann nicht endlich Zeit nachzudenken, wie wir leben wollen? Und auch die Zeit, ein anderes Miteinander zu gestalten? Wir wissen nicht, welche Form von „Existenz“ eine Dauerkarte für das Leben auf dieser Erde hat. Aber dass es dabei um mehr als um das reine Überleben gehen sollte, das zumindest wünschen wir uns. Und deswegen gibt es in dem Hörspiel auch eine Gruppe „menschlicher“ Computer, die das Sicherheitssystem infiltrieren kann und alternative Pläne entwickelt.“ (Mareike Maage / Theresa Schubert)

Mareike Maage, geb. 1979, Künstlerin, Kuratorin und Autorin. Weitere Hörspiele: „Antilopenverlobung“ (mit Dietmar Dath, BR 2013), „K Für Kunst“ (rbb 2016). Theresa Schubert, geb. 1980, Künstlerin, Forscherin und Kuratorin mit Schwerpunkt auf Kreativität und Zusammenarbeit aus posthumaner Perspektive.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Das Publikum soll weinen, nicht der Künstler“ – Der Geiger Michael Barenboim

Von Carola Malter. Michael Barenboim ist Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestras, seit Kurzem unterrichtet er und leitet die Kammermusikabteilung der Barenboim-Said-Akademie und spielt als Solist mit Weltklasse-Orchestern. Seine Karriere begann nicht, wie so oft, als Teenager mit einem spektakulären Preis auf einem internationalen Wettbewerb. Der Geiger startete spät, denn fast hätte er sich für die Philosophie entschieden. Doch mit Anfang 30 stellt sich auch für Michael Barenboim die Frage: Wie plant und baut man man eine erfüllte, glückliche Karriere, wenn das Wettbewerbsalter längst hinter einem und die Zeit als Musikerlegende noch in weiter Ferne liegt?

22:30 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Witten 2018 [2]

Gestalt und Verzerrung: Beat Furrer: Werk für Saxofon, Klavier und Schlagwerk, Uraufführung. Georg Friedrich Haas: „Blumenwiese 1-3“ für Saxofon, Klavier und Schlagwerk, Uraufführung. Trio Accanto. Übertragung aus dem Saalbau

Das zweite Konzert der Wittener Tage für neue Kammermusik 2018 verspricht Novitäten von Beat Furrer und Georg Friedrich Haas, mit ungewöhnlichen Klängen für eines der berühmtesten Ensembles der Neuen Musik. Man kann das Trio Accanto mit guten Gewissen als Allstar-Ensemble der Neuen Musik beschreiben, denn die Musiker sind als Solisten in diesem Genre schon lange heimisch.

Nicolas Hodges ist seit 2013 Pianist in dieser Formation, die 1994 gegründet wurde und bis heute über 100 Uraufführungen absolviert hat. Mit Hodges erneuerte und erweiterte das Trio sein Repertoire und seine Programme mit neuen Auftragswerken und Aufnahmen. Beat Furrer und Georg Friedrich Haas wurden schon vor langer Zeit nach einer Komposition für dieses ungewöhnliche Trio gefragt. Die beiden Wunschkandidaten haben nach einiger Bedenkzeit endlich Werke für diese jazzaffine Besetzung geschrieben, die für viele Komponisten eine besondere Herausforderung ist.


28.04.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von wegen „Der Worte sind genug gewechselt …“!

Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

18:04 bis 20:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Witten 2018 [3]

Expanded Piano. Katharina Rosenberger: „surge“ für Klarinette, Violoncello und Klavier, Uraufführung. Vykintas Baltakas: „C-3PO“ für 2 Klaviere und Live-Elektronik, Uraufführung. Johannes Maria Staud: „Im Lichte II“ für 2 Klaviere, Uraufführung. Ricardo Eizirik: „obsessive compulsive music“ für Klarinette, Violoncello und expandiertes Klavier, Uraufführung. GrauSchumacher Piano Duo; Trio Catch; SWR Experimentalstudio. Zeitversetzte Übertragung aus dem Festsaal

Ab 19:15 Uhr:
Witten 2018: Flüsterndes Haus: Mark Andre: „…selig sind…“, Version für wandernden Klarinettisten und Flüstergalerie, Uraufführung. Chelsea Leventhal: „Psychoanalysis of Fire“, Klanginstallation, Uraufführung. Carola Bauckholt: „Doppelbelichtung“ für Violine und Elektronik, deutsche Erstaufführung. Katharina Rosenberger: „quartet“, Videoinstallation, Uraufführung. Jörg Widmann, Klarinette; Karin Hellqvist, Violine; SWR. Experimentalstudio. Aufnahmen aus dem Märkischen Museum.

Im dritten Wittener Konzert liegt der Fokus auf der Introspektion: auf inneren Klang-Prozessen, Ton-Fusionen und der Verschmelzung von Elektronik und Klavierartikulation.

Die Mechanik des Alltags bildet den Ausgangspunkt für Ricardo Eiziriks neues Werk – etwa Bewegungen und Gesten der Musiker, aus denen der Brasilianer die Choreographie seiner Klänge entwickelt. Auch in „surge“ wird es körperlich, jedoch formiert Katharina Rosenberger das Trio Catch zu einem Klangkörper, der gemeinsam atmet und pulsiert. Vykintas Baltakas lässt das Klavier mit dem Computer interagieren. Er analysiert die live gespielte Musik, ändert Klangfarben und Artikulation, fügt Noten hinzu oder entfernt sie. Johannes Maria Staud verlangt vom GrauSchumacher Pianoduo Klangtexturen, die am Klavier eigentlich kaum möglich scheinen und die sich zu einem Klangrausch verdichten.

20:04 bis 22:30 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Witten 2018 [4]

Gefährdete Stabilität. Ashley Fure: „Lightning Flowers“ für Trompete, Fagott und Kontrabass, Uraufführung. Franck Bedrossian: „Epigram I-III“ für Sopran und 11 Instrumente, Uraufführung. Donatienne Michel-Dansac, Sopran; Klangforum Wien, Leitung: Emilio Pomárico. Übertragung aus der Aula der Rudolf Steiner Schule

Ab ca. 21:15 Uhr:
Witten 2018: Dialog. Portät. Mark Andre: „un-fini I“ für Harfe / „iv 11 a/b/c“ für Klavier / „S2“ für Schlagzeug Andreas Mildner, Harfe; Nicolas Hodges, Klavier; Christian Dierstein, Schlagzeug. Mark Andre im Gespräch mit Martina Seeber. Aufnahme aus dem Märkischen Museum.

Pure Energie und Körperlichkeit, geplantes Chaos und radikale Verse einer einsamen Dichterin beschließen den Wittener Konzert-Samstag.

„Ich finde es viel interessanter, mit Material zu arbeiten, das mir Widerstand leistet, als mit solchem, das genau tut, was ich von ihm will“, sagt Ashley Fure. Sie erforscht die kinetischen Quellen der Musik und begibt sich in ihrem neuen Werk für Witten auf die Suche nach instabilen, chaotischen Klangfarben, deren Energie sie sich zwar nutzbar machen, deren Entfaltung sie aber nie genau kontrollieren kann. Körperlich und kraftvoll wird es auch in „Epigram I-III“ nach Gedichten von Emily Dickenson. Die fragile und unstete Intensität dieser Poesie spielt Franck Bedrossian und seinem Sinn für die unreinen Seiten und die energetische Aufladung der Musik perfekt in die Hände. Er schreibt einen Zyklus, der mit schnellen Wechseln zwischen Instrumentalpassagen und kadenzartigen Sopranpartien überrascht.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Graswurzelbewegung – Von einer neuen, dezentralen Vielfalt in Regionen und Zentren

Von Georg Waßmuth. Neben den etablierten Spezialfestivals blüht seit Jahren eine Art Graswurzelbewegung für aktuelle Musik. Deren Vertreter engagieren sich für immer neue Formen und Podien – oft sind sie Interpreten, Urheber, Programmmacher, Finanzdompteure, Netzwerker in Personalunion. Die von der Saxofonistin Ruth Velten in Berlin initiierte Konzertreihe ,Im Fokus‘, die ,Lauschvisite‘ der Akkordeonistin Eva Zöllner in Montabaur oder die ,Kontrapunkte Speyer‘ des Pianisten Stephan Rahn sind drei Beispiele dieser zahlreichen Aktivitäten. Diese und andere Initiatoren sind dabei, ein dezentrales Netzwerk zu installieren. Um die Vielfalt zeitgenössischer Musikkultur quer durch Deutschland zu fördern und am Leben zu halten, hat die Staatsministerin für Kultur und Medien einen Musikfonds gegründet, der bundesweit ausgewählte Projekte unterstützt.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Hessen hören 34 – Frank Fiedler „liute un lant“ (Grasellenbach/Bergstraße)

Die mittelhochdeutsche Formulierung „liute un lant“ findet sich im Nibelungenlied. Aber im ersten Wort von „Leute und Landschaft“ versteckt sich auch die Lautheit, Stimme, Sage. Und, so sagt der 1958 in Wallau an der Lahn geborene Komponist und Schlagzeuger Frank Fiedler, „das Nibelungenlied klingt durch die Landschaft, aus der die Tonaufnahmen für mein Hessen-Hören-Stück stammen. Es gespenstert in der Gegend zwischen Tromm und Siegfriedbrunnen im Odenwald, wo die Rheinebene nicht weit ist. Man muss aber schon nach dem horchen, was auch die sagenhaften Helden hörten – solange sie noch hören konnten. Etwas an unsrem Willen will die Landschaft verschlingen. Die Zeit, als wir in der Landschaft standen, uns durch sie bewegten, ist vorbei. Seit wann? Sie gehört uns, sie gehört zu uns, und wir hören sie nicht. Man muss sich Zeit lassen, wenn man noch etwas hören will. Alles verstummt.“

29.04.2018

17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Sex ’n‘ Klassik – Musikalische Höhepunkte

Sex sells, das gilt seit jeher auch für die klassische Musik. Schon im barocken Schäferspiel knistert es vor erotischer Spannung.

Und wenn im Wagnerschen Musikdrama ganz keusch vom Wonnemond gesungen wird, dann spricht die Musik eine sehr viel deutlichere Sprache. Im Kunstlied wird gestöhnt, im Ballett verlockend getanzt und in der Oper nackt gebadet. Am Ende stehen die Höhepunkte, die nicht nur musikalischer Natur sind.

18:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Hörspiel: 1111 Vögel – Teil 3 aus „Die Rede an die Tiere“

Von Valère Novarina. Übersetzung, Funkeinrichtung und Regie: Leopold von Verschuer. Mit: Jens Harzer, Agnès Sourdillon. Komposition: Peter Ablinger. Ton: Thomas Monnerjahn. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 84’58. (Ursendung)

1111 fantasierte Vogelnamen als zweisprachiges, musikalisches Hörstück sind der Nachklang zu „Rede an die Tiere“. Höhepunkt von Valère Novarinas „Die Rede an die Tiere“ ist eine Aufzählung von 1111 erfundenen Vogelnamen, die der Übersetzer Leopold von Verschuer zu einer bilingualen, musikalischen Sprachskulptur verwebt. Die geradezu materielle Verschiedenheit des Französischen und Deutschen erklingt durch den Wechselgesang der Vogelnamen und im Dialog mit der Komposition von Peter Ablinger als sinnfreier Flug und doch sinnlich konkret.

Valère Novarina, geboren 1947 bei Genf, ist ein französisch-schweizerischer Schriftsteller, Theaterregisseur und Maler, der erstmals 1974 aufgeführt wurde und seine exzessive Sprachkunstwerke zunächst nur in Avantgarde-Zeitschriften und ab 1984 im renommierten Verlag P.O.L Paris veröffentlichte. Seit 1986 inszenierte er regelmäßig selbst seine Uraufführungen beim Festival d‘ Avignon in den von ihm bemalten Bühnenbildern. 2006 wurde er zu Lebzeiten ins offizielle Repertoire der Pariser Comédie Française aufgenommen. 1980 begann Novarina als gestische Fortführung des Schreibens öffentlich zu zeichnen und in der Folge auszustellen.

Leopold von Verschuer, 1961 geboren in Brüssel, ist Schauspieler, Autor, Übersetzer, Regisseur. Neben dem 3-teiligen Hörspiel „Die Rede an die Tiere“ (Dlf Kultur 2017/2018) inszenierte er von Kathrin Röggla „Nicht hier oder die Kunst zurückzukehren“ (DKultur 2012), „Gilsbrod“ von Sabine Bergk (DKultur 2013) und viele andere.

20:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Witten 2018 [5]

Auslöschung und Morgendämmerung. Liza Lim: „Extinction Events and Dawn Chorus“ für 12 Instrumente, Uraufführung. Klangforum Wien, Leitung: Peter Rundel. Aufnahme aus der Rudolf Steiner Schule

Gegen 21:00 Uhr:
Witten 2018 [6]: Fat-Finger Error: Gordon Kampe: „Fat-Finger error“ für Kammerorchester, Uraufführung. Mark Andre: „…hin…“ für Harfe und Kammerorchester, Uraufführung. Elena Mendoza: „Salón de espejos“ für 2 Klaviere, 2 Schlagzeuger und Orchester, deutsche Erstaufführung. Andreas Mildner, Harfe; Nicolas Hodges, Klavier; GrauSchumacher PianoDuo; Johannes Steinbauer und Johannes Wippermann, Schlagzeug; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Mariano Chiacchiarini. Aufnahme aus dem Theatersaal

Ab 22:15 Uhr:
Witten 2018: Flüstergalerie: Mark Andre: „…selig sind…“, Version für wandernden Klarinettisten und Flüstergalerie, Uraufführung. Jörg Widmann, Klarinette; SWR Experimentalstudio. Aufnahme aus dem Märkischen Museum

Ab 22:45 Uhr:
Witten 2018: Newcomer-Konzert: Werke von Kompositions-Studierenden aus aller Welt. IEMA Ensemble 2017/18. Aufnahme aus dem Märkischen Museum

Eine Krabbe, die in einer blauen Plastikdose haust, wird für Liza Lim zum Leitbild einer umfangreichen Komposition für ein kompaktes Ensemble. Liza Lims Musik handelt von der ökologischen Krise, von der Klimakatastrophe und der systematischen Zerstörung der Umwelt. Die Krabbe in der blauen Dose hat sich mit dem allgegenwärtigen Müll arrangiert. „Auslöschungsereignisse und Morgendämmerungs-Chor“ nennt Liza Lim ihr neues Werk. Die australische Komponistin schreibt es für Musiker, die sie gut kennt. Sie weiß um deren Vielseitigkeit und Flexibilität, und darum gibt sie ihnen besondere Aufgaben, in denen sie sich mit immer neuen Gegebenheiten arrangieren müssen. Zum Beispiel wandert die Solo-Geige durch den Raum und improvisiert. Andere Musiker tauschen nicht nur die Positionen, sondern auch die Instrumente, um diese, so gut es geht, zu spielen. Auch körperlich wird es spannend, wenn Münder zu Resonanzräumen und ungewöhnliche Objekte bis hin zum Plastikmüll zum Klingen gebracht werden.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Ein Genie, mit dem wir nicht gerechnet haben

Der mecklenburgische Komponist Albrecht Kasimir Bölckow aus Gägelow. Von Horst Hussel und Richard Schroetter. (Wdh. v. 29.12.2001) Im November 2017 verstarb der 1934 geborene Maler, Illustrator, Zeichner, Dichter und Musikenthusiast Horst Hussel. Im Jahr 2001 hatte er den fiktiven Komponisten A.K. Bölckow erfunden und gemeinsam mit Richard Schroetter für das ‚Musikfeuilleton‘ porträtiert.

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seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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Martin Hufner

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