auf der Rückfahrt…
Ja, und dann ist plötzlich auch schon das zweite Konzert vorbei und man findet sich im Zug wieder, auf der Rückreise…
10 Tage nach dem Konzert in Warschau sind wir alle am letzten Sonntag bzw. Montag in Dresden eingetroffen. Einige Mitglieder des Ensembles kommen sowieso aus Dresden, der Rest von uns war in einem sehr luxuriösen Hotel untergebracht, auf halber Strecke zwischen Innenstadt und dem Konzertort.
Den Montag verbrachten wir größtenteils mit Proben, um die Stücke nach der zehntägigen Pause wieder fürs Konzert aufzufrischen und uns auch an den neuen Raum zu gewöhnen, der doch deutlich anders war als der in Warschau. K. Nepelski hatte noch einige kleine Änderungen an seinem Stück vorgenommen, außerdem wurde sein Stück diesmal von Christian dirigiert (wie auch das Stück von Matuszewski), so dass wir einiges an Probenzeit benötigten, um alles gut vorzubereiten.
Danach kam Xenakis an die Reihe, dem die Probenpause offensichtlich sehr gut getan hatte! Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass es manchmal sehr sinnvoll sein kann, Stücke eine Weile beiseite zu legen und dann wieder aufzugreifen. Das Unterbewusstsein scheint in diesen Fällen den Verarbeitungsprozess fortzuführen, und gerade bei sehr schwierigen und komplexen Werken wie dem von Xenakis kann das sehr hilfreich sein. Jedenfalls hatte ich in der Probe den Eindruck, dass das Stück viel übersichtlicher und klarer geworden war, und dadurch auch wiederum viel stärker und kraftvoller; ich denke auch, dass viele das ähnlich empfanden. Natürlich bleiben die technischen Schwierigkeiten, aber auch sie verlieren etwas von ihrem Schrecken.
Nach der Probe gab es ein wenig Zeit, um durch die Stadt zu schlendern (auch hier sehr schönes Wetter, wie in Warschau, allerdings nur am Montag) oder sich auszuruhen, bevor sich abends alle in der Radeberger Brauerei trafen, auch die Hotelsauna wollte später noch getestet werden. Ich selbst war zum ersten Mal in Dresden, hatte schon oft gehört, dass es eine schöne Stadt sein soll, und war so ziemlich gespannt. Aber um sie richtig kennen zu lernen, müsste man einmal länger dorthin fahren, doch habe ich einen positiven ersten Eindruck.
Am Dienstag gab es morgens die Generalprobe, nachmittags war frei, und abends fand das Konzert statt. Es war ein Konzert im Rahmen des TonLagen-Festivals, eines zweiwöchigen Festivals für zeitgenössische Musik, in Hellerau, etwas außerhalb von Dresden. Meiner Meinung nach war es ein schönes und gelungenes Konzert, es hat viel Spaß gemacht, auch wenn das Publikum leider nicht sehr zahlreich war. Der Saal im Festspielhaus hat mir gut gefallen, es war angenehm, dort zu spielen. Im und um das Festspielhaus herum gab es einige Klanginstallationen zu erleben.
Nach dem Konzert wurde natürlich noch gefeiert, bevor sich die Wege vorerst wieder trennten…aber ich hoffe sehr, dass sie sich auch wieder kreuzen werden!
Und an dieser Stelle möchte ich noch kurz Olaf und dem Team vom Musikrat für die Organisation, Rüdiger Bohn und Christian für die Probenarbeit, aber auch dem Ensemble für die Zusammenarbeit, kurzum allen für dieses schöne Projekt danken!


