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Der Wutbürger an sich tummelt sich nicht nur auf schwäbischen Bahnhöfen – auch in Tonstudios wird der eine oder andere zum unheimlichen Hulk,  wenn er daran erinnert wird, dass es im Zeitalter der unbegrenzten Downloads viel zu leicht ist, Schindluder mit geistigem Eigentum zu treiben. Zuletzt beobachtet bei Sven Regener von Element of Crime, als Zündfunk-Autor Erich Renz anrief, um Regeners Meinung zum Urheberrecht zu erfragen…

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Großer Sport! Wobei die Antwort durch den kulturpolitischen Sprecher der von Regener angegriffenen Piratenpartei Christoph Lauer – nein, nicht der “Urheber”-Lauer, den schreibt man mit ‘f’ – nicht ausblieb. Für die Piraten, ist das, was Regener so erbost, und was er als “ins Gesicht der Urheber pinkeln” bezeichnet, lediglich eine Kriminalisierung derer, die sich der hehren Sache verschrieben haben, “ohne kommerzielles Interesse Wissen zu teilen”.

Hm, bei dieser Pharisäer-Attitüde könnte man fast ein bisschen wütend werden. Vielleicht sollte ich vorsorglich mein Shirt ausziehen. Nur für den Fall, dass ich es “Hulk” Regener gleichtue…

 

In der Titelstory der aktuellen Jazzzeitung (2012/01) hat sich BR-Jazzredakteur Roland Spiegel Gedanken über die Magie des Live-Augenblicks im Jazz gemacht, der in Zeiten von werbelastigen Vorberichten und Promotiontexten viel zu selten in Worte gefasst wird. Ein Plädoyer für die gute alte Konzertkritik…

Cecil Taylor im Neuburger Birdland im November 2011. Foto: Ssirus W. Pakzad

Cecil Taylor im Neuburger Birdland im November 2011. Foto: Ssirus W. Pakzad

 

Der Jazz beim Bayerischen Rundfunk hat eine lange Geschichte und reicht bis zur Zeit zurück, als man noch als Radio München unter der Ägide der Amerikaner sendete – Mitternacht in München hieß die berühmteste Sendung mit Jazz in dieser Zeit. Als Redakteure in der Abteilung “Leichte Musik”, zu der der Jazz im BR bis heute gehört, arbeiteten nach dem Krieg u.a. Jimmy Jungermann, Werner Götze, Ado Schlier, Peter Machac und Joe Kienemann.

Jazz im BR-Hörfunk

Die heutige Hauptsendung Jazztime (tägl. um 23.05 Uhr) hat ihren Platz beim Sender BR-Klassik. Neben den festen Redakteuren Roland Spiegel und Beate Sampson (u.a. Jazz aus Nürnberg) moderieren auch die Jazzjournalisten Ssirus Pakzad, Marcus Woelfle und Ralf Dombrowski regelmäßige Sendungen. Außerdem seit 2003 fest dabei: Bassist Henning Sieverts, wobei man sich bei ihm fragt, wie er noch Zeit findet, um Sendungen zu fahren, nachdem er in gefühlt jeder Jazzband spielt, die in München und auch andernorts die Bühnen besetzt…

Jazztime – Die Jazzsendung beim BR.

Jazztime – Die Jazzsendung beim BR.

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Bayerischer Rundfunk Bildarchiv

Werner Götze. Foto: BR, Historisches Archiv

Bereits im Juni 2010 ist in München der ehemalige Rundfunkmoderator und -redakteur des Bayerischen Rundfunks Werner Götze verstorben. Etwas verspätet wollen wir an den Mann mit der Pfeife erinnern, der mit Sendungen wie “Mitternacht in München” und  “Jazz auf Reisen” das Jazzbild der Nachkriegsgeneration mitgeprägt hat.

Ein Nachruf von Roland Spiegel, Bayerischer Rundfunk:

Der Hörfunk trauert um seinen langjährigen Moderator und Abteilungsleiter Werner Götze. Lange Jahre prägte er mit seinen (Jazz-)Sendungen die Programme des Bayerischen Rundfunks. Von 1976 bis 1982 war er Leiter der Abteilung “Leichte Musik”. Jetzt ist Werner Götze nach längerer Krankheit kurz nach seinem 85. Geburtstag in München gestorben.
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