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Die Berliner “Initiative für einen starken Jazz in Deutschland” hat die hiesige Jazzszene ordentlich durchgeschüttelt. Jedenfalls ihre politische Vertretung, die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ). Die ist gewissermaßen von der Initiative übernommen worden und eine der Schlüsselfiguren, die Pianistin Julia Hülsmann, hat den bisherigen Vorsitzenden der Union Manfred Schoof abgelöst.

Was ist neu? Was bleibt? Welche Ideen hat die neue Führung der UDJ?

Nachzulesen im nmz-Interview mit Julia Hülsmann

Neue 1. Vorsitzende der UDJ: Julia Hülsmann. Foto: Charlotte Oswald

 

In der Titelstory der aktuellen Jazzzeitung (2012/01) hat sich BR-Jazzredakteur Roland Spiegel Gedanken über die Magie des Live-Augenblicks im Jazz gemacht, der in Zeiten von werbelastigen Vorberichten und Promotiontexten viel zu selten in Worte gefasst wird. Ein Plädoyer für die gute alte Konzertkritik…

Cecil Taylor im Neuburger Birdland im November 2011. Foto: Ssirus W. Pakzad

Cecil Taylor im Neuburger Birdland im November 2011. Foto: Ssirus W. Pakzad

 

Wie Enja Records auf seiner Facebookseite bekannt gab, ist Label-Mitbegründer Horst Weber am 24. Februar 2012 im Alter von 78 Jahren in Garmisch-Partenkirchen verstorben.

Im Juli 1971 legte Horst Weber gemeinsam mit seinem Partner Matthias Winckelmann mit einer Live-Aufnahme eines Konzerts des Pianisten Mal Waldron im Münchner Jazzclub “Domicile” den Grundstein für ihr Label, das in den folgenden Jahren große Bedeutung für den internationalen Jazz erlangen sollte. 1986 trennten sich die Wege der beiden – Weber zog sich ganz aus der Jazzszene zurück, Winckelmann führt das Unternehmen Enja weiter bis heute. Im vergangenen Herbst konnte Enja Records sein 40-jähriges Bestehen mit einer Konzertreihe und einem Festkonzert im Münchner Carl-Orff-Saal feiern.

Zum Gedenken, die Aufnahme, mit der damals alles begann…

Die Trauerfeier findet statt am Montag, 5. März um 13 Uhr am Münchner Waldfriedhof, Eingang Loretto-Platz.

 

Kurz vor seinem 82. Geburtstag ist nun auch Posaunist Bob Brookmeyer gestorben. Ein verlustreiches Jahr war 2011. Hoffen wir, dass das kommende Jahr in dieser Hinsicht besser wird…

 

 

Links:

http://www.bobbrookmeyer.com/

http://en.wikipedia.org/wiki/Bob_Brookmeyer

 

Berliner Musiker sehen die Berliner Jazzförderung, wie sie bisher vom Senat praktiziert wurde, in Gefahr. Das Jazzkollektiv Berlin hat deshalb zur Unterzeichnung einer Online-Petition der freien zeitgenössischen Musikszene Berlins aufgerufen:

Der Aufruf des Jazzkollektivs Berlin

Liebe Freunde der Musik!

Einige von Euch haben es sicher schon mitbekommen:
die Beibehaltung der bisherigen Förderstrukturen des Senat Berlin für Jazz, Neue Musik und Klangkunst sind in Gefahr!

Um den Senat davon zu überzeugen, dass die freie zeitgenössische Musikszene Berlins eine starke Lobby hat und etwaige Änderungen an den Fördersystemen nicht ohne unsere Beteiligung möglich sein dürfen, müssen wir jetzt alle mit einer Stimme sprechen und unsere Meinung kundtun!

Aufgrund der brisanten Situation der Entwicklung der Förderstrukturen der Jazz- und freien zeitgenössischen Musikszene des Senat Berlin haben die Musiker Berlins eine Onlinepetition verfasst mit der wir den Senat dazu aufrufen möchten, die bisherige Form der Musikförderung der freien zeitgenössischen Szene beizubehalten und auszubauen – vor allem aber, diese direkte Künstler- und Projektförderung nicht in die Hände von kommerziell tätigen Unternehmen der Musikwirtschaft zu legen.

Ihr findet die Petition unter folgendem Link:
Onlinepetition zur Situation der Förderprogramme des Senat Berlin

Bitte unterzeichnet diese Petition und leitet den Link an möglichst viele Kollegen, Bekannte und Freunde weiter. Nur wenn wir in kurzer Zeit eine große Masse an Unterschriften für unsere Forderungen vorweisen, können wir uns beim Senat Gehör verschaffen!

Wir danken Euch allen für Euer Engagement und sind uns sicher, wenn wir zusammenstehen und gemeinsam tätig werden, können wir etwas bewegen!

Euer Jazzkollektiv Berlin

weitere Infos:

Eine offene Debatte, in der Argumente für und wider die Petition vorgebracht werden können, findet sich hier.

 

In unserem Post “Wo bleibt der deutsche Jazz” über den ZEIT-Online-Artikel zur Deutschen Jazzszene kam kürzlich wieder die Situation des deutschen Jazz zur Sprache. Im genannten Artikel hat unter anderem Felix Falk von Mo’ Blow die fehlende Exportförderung für deutsche Bands beklagt, die es zum Beispiel in skandinavischen Ländern sehr wohl gibt, mit der Folge, dass deutsche Jazzbands einen Wettbewerbsnachteil bei Engagements für Festivals und Clubs haben. Julia Hülsmann hat im nmz-TV-Studio auf der Musikmesse 2011 ins selbe Horn gestoßen:

Über die Bedingungen in der deutschen Jazz- und Popszene im Vergleich zum stark subventionierten Klassikbetrieb hat Jazzzeitungs-Redakteurin Ursula Gaisa auf der Messe mit Julia Hülsmann (Musikerin, Sprecherin Bundeskonferenz Jazz), Peter Ortmann (Deutscher Musikrat, Projektleiter “Jugend jazzt”, Bundeskonferenz Jazz), Udo Dahmen (Pop-Akademie Baden-Württemberg) und Ina Keßler (Initiative Musik) über Themen wie Spielstättenförderung und Exportsubventionierung für deutsche Bands gesprochen.

Das komplette Gespräch im Stream auf nmzMedia


v.l.n.r.: Udo Dahmen, Ina Keßler, Ursula Gaisa, Julia Hülsmann, Peter Ortmann. Foto: nmzMedia

v.l.n.r.: Udo Dahmen, Ina Keßler, Ursula Gaisa, Julia Hülsmann, Peter Ortmann. Foto: nmzMedia


 

In der Jazzsendung von WDR3 wird heute einer interessanten Frage nachgegangen:

Was wissen Jazz-Studenten an europäischen Hochschulen über die Jazz-Geschichte?

Offenbar gar nicht mal so viel. Müssen aber junge Trompeter heutzutage noch wissen, wer Bix Beiderbecke war? Muss ein junger Pianist, der spielen will wie Michael Wollny, auch James P. Johnson kennen? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass an Jazzinstituten die Jazz-Geschichte-Vorlesungen oft genug als Notwendigkeiten angesehen werden, die den Studenten davon abhalten, Achtelketten und Akkordfolgen zu üben. Besonders gilt dies für die frühe Zeit des Jazz. Wenn diese Gleichgültigkeit allerdings auch schon Charlie Parker oder, wie im Infotext zur Sendung genannt, Keith Jarrett betrifft, geht sie wohl schon bis weit in die Moderne hinein.

Eine “PISA-Studie” mit Jazz-Studenten…

Samstag, 19.02.2011; 22.00 Uhr

“Riesengroße Felder sind unbekannt – Kennen Jazz-Studenten die Jazz-Geschichte?”

Mit Michael Rüsenberg

Infos zur Sendung

WDR 3 im Livestream

WDR Radio Recorder

 
Education sucks!

Im Jazz ist die musikalische Bildung so weit fortgeschritten wie nie. Überall gibt es Landesjugendjazzorchester, in denen die Kids ihre Fähigkeiten schon im Teenageralter ausbilden können. Jazzmusiker an Musikschulen sorgen als Lehrkräfte dafür, dass der Nachwuchs weiterhin sprießt und die bösen Hip-Hopper mit den schweinischen Texten nicht die Oberhand gewinnen. An den Musikhochschulen gehen genug [...]

 
Jazz ist nicht tot, er wird nur spät gesendet!

Nachdem in unserem Blog kürzlich die Beschaffenheit und Qualität der Hamburger Jazzszene zur Diskussion stand und in einem dabei geposteten Video-Link behauptet wurde, es fände so gut wie kein Jazz mehr im Radio statt, soll hier eine kleine Überprüfung dieser Aussage folgen und das vorgestellt werden, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch an Lebenszeichen aussendet. Zu [...]

 

Die Jazzahead steht vor der Tür. Am Wochenende werden wieder Musiker, Agenturen, Labels, Händler, Veranstalter und andere Jazz-Netzwerker durch die Bremer Messehallen ziehen. Es treffen sich Gleichgesinnte, die in erster Linie die Leidenschaft für Jazz verbindet. Doch erfreulicherweise trifft man hier auch viele, die mehr nach Bremen gelockt hat als nur die Aussicht auf den [...]

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