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Jörg Lichtinger

 

Die Berliner “Initiative für einen starken Jazz in Deutschland” hat die hiesige Jazzszene ordentlich durchgeschüttelt. Jedenfalls ihre politische Vertretung, die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ). Die ist gewissermaßen von der Initiative übernommen worden und eine der Schlüsselfiguren, die Pianistin Julia Hülsmann, hat den bisherigen Vorsitzenden der Union Manfred Schoof abgelöst.

Was ist neu? Was bleibt? Welche Ideen hat die neue Führung der UDJ?

Nachzulesen im nmz-Interview mit Julia Hülsmann

Neue 1. Vorsitzende der UDJ: Julia Hülsmann. Foto: Charlotte Oswald

 

Der Wutbürger an sich tummelt sich nicht nur auf schwäbischen Bahnhöfen – auch in Tonstudios wird der eine oder andere zum unheimlichen Hulk,  wenn er daran erinnert wird, dass es im Zeitalter der unbegrenzten Downloads viel zu leicht ist, Schindluder mit geistigem Eigentum zu treiben. Zuletzt beobachtet bei Sven Regener von Element of Crime, als Zündfunk-Autor Erich Renz anrief, um Regeners Meinung zum Urheberrecht zu erfragen…

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Großer Sport! Wobei die Antwort durch den kulturpolitischen Sprecher der von Regener angegriffenen Piratenpartei Christoph Lauer – nein, nicht der “Urheber”-Lauer, den schreibt man mit ‘f’ – nicht ausblieb. Für die Piraten, ist das, was Regener so erbost, und was er als “ins Gesicht der Urheber pinkeln” bezeichnet, lediglich eine Kriminalisierung derer, die sich der hehren Sache verschrieben haben, “ohne kommerzielles Interesse Wissen zu teilen”.

Hm, bei dieser Pharisäer-Attitüde könnte man fast ein bisschen wütend werden. Vielleicht sollte ich vorsorglich mein Shirt ausziehen. Nur für den Fall, dass ich es “Hulk” Regener gleichtue…

 

Platz 1 für Schneeweiss und Rosenrot aus Berlin. Foto: Manfred Rinderspacher

Die Band Schneeweiss und Rosenrot hat sich am vergangenen Wochenende im Finale des Neuen Deutschen Jazzpreises durchgesetzt. Die 500 Zuschauer in der voll besetzen Alten Feuerwache in Mannheim gaben dem Quartett am meisten Stimmen und die Berliner (Lucia Cadotsch/Gesang, Marc Lohr/Schlagzeug, Petter Eldh/Kontrabass, Johanna Borchert/Piano) könnnen sich nun des MVV Energie-Bandpreises nebst 10.000 € erfreuen.

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Am 9./10. März 2012 geht der Neue Deutsche Jazzpreis Mannheim in die siebte Runde. Wer dabei sein und beim einzigen Publikumspreis für professionelle Bands seine Stimme abgeben will, muss am Samstag, 10. März in die Alte Feuerwache nach Mannheim kommen. Dort spielen drei Bands jeweils ein Set, das Publikum stimmt direkt im Anschluss an das letzte Set mittels Stimmzettel ab.

Die in Mannheim antretenden Bands sind:

1) Schneeweiss und Rosenrot
2) Center
3) DRA

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In der Titelstory der aktuellen Jazzzeitung (2012/01) hat sich BR-Jazzredakteur Roland Spiegel Gedanken über die Magie des Live-Augenblicks im Jazz gemacht, der in Zeiten von werbelastigen Vorberichten und Promotiontexten viel zu selten in Worte gefasst wird. Ein Plädoyer für die gute alte Konzertkritik…

Cecil Taylor im Neuburger Birdland im November 2011. Foto: Ssirus W. Pakzad

Cecil Taylor im Neuburger Birdland im November 2011. Foto: Ssirus W. Pakzad

 

Wie Enja Records auf seiner Facebookseite bekannt gab, ist Label-Mitbegründer Horst Weber am 24. Februar 2012 im Alter von 78 Jahren in Garmisch-Partenkirchen verstorben.

Im Juli 1971 legte Horst Weber gemeinsam mit seinem Partner Matthias Winckelmann mit einer Live-Aufnahme eines Konzerts des Pianisten Mal Waldron im Münchner Jazzclub “Domicile” den Grundstein für ihr Label, das in den folgenden Jahren große Bedeutung für den internationalen Jazz erlangen sollte. 1986 trennten sich die Wege der beiden – Weber zog sich ganz aus der Jazzszene zurück, Winckelmann führt das Unternehmen Enja weiter bis heute. Im vergangenen Herbst konnte Enja Records sein 40-jähriges Bestehen mit einer Konzertreihe und einem Festkonzert im Münchner Carl-Orff-Saal feiern.

Zum Gedenken, die Aufnahme, mit der damals alles begann…

Die Trauerfeier findet statt am Montag, 5. März um 13 Uhr am Münchner Waldfriedhof, Eingang Loretto-Platz.

 

Auf YouTube können sich Fans des Vijay Iyer Trios einen Teaser zur aktuellen CD (“Accelerando”) anschauen. Interviewschnipsel und Konzertausschnitte geben einen Eindruck der Stücke…

 

“Accelerando” ist bei ACT Music erschienen (VÖ: 24.02.2012)

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Ob Jazz noch von Interesse ist, wird derzeit wieder einmal mehr oder weniger heiß diskutiert. Jedenfalls innerhalb der betreffenden Interessensgruppe – also einem vielleicht ganz unrelevant kleinen Menschenhäuflein…

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk – ein respektabler Multiplikator von gewichtigem Inhalt – tut nun das Seine dazu und veranstaltet heute Abend, 13.02.2012, sozusagen einen überregionalen Themenabend. Continue reading »

 

Nach 12 Jahren geht in der laufenden Spielzeit die Konzertreihe “Jazz im Gärtnerplatz” zu Ende. Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz gibt mit der vom Trompeter Johannes Faber gestalteten Reihe ein festes Programmelement mit Seltenheitswert an einem staatlichen Opernhaus auf. Viele internationale Schwergewichte konnte Faber in das kleinere der beiden Münchner Staatstheater locken, das einen wesentlich intimeren Rahmen bot, als die großen Festivalbühnen, auf denen man Abdullah Ibrahim, Herbie Hancock oder Ron Carter sonst bewundern kann. Besonders waren in dieser Hinsicht auch die Jamsessions, die in der Kantine oder im Foyer des Theaters das ein oder andere Konzert zu einem wunderbaren Abschluss brachten. Ein Gag am Ende jedes Konzerts war der Auftritt von Faber selbst, der nicht nur alle Abende moderierte, sondern auch als musikalischer Gast immer wenigstens einen Song mitspielte. Faber dürfte wohl einer von ganz wenigen Konzertveranstaltern gewesen sein, bei denen sich die Musiker so etwas gefallen lassen.

Auch das Neujahrskonzert der Allotria Jazzband gehörte seit immerhin elf Jahren zu Jazz im Gärtnerplatz.

Johannes Faber verschwindet zum letzten Mal durch die Tür in der Bühne des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Foto: johannesfaber.info

Nach 65 Konzerten ist nun vorerst Schluss. Das Theater schließt in der kommenden Saison für umfangreiche Sanierungsarbeiten. Ob der Jazz danach wieder einen Platz haben wird, ist unklar. In den Ausweichspielstätten sei kein Platz für Jazz, heißt es. Das klingt eigenartig, wenn dort immerhin Opern und Operetten gegeben werden sollen. Aber einen Neustart der Reihe schließt das Theater zumindest nicht aus.

Es endet (zunächst) alles wie es vor zwölf Jahren am 11. Januar 2000 begann. Mit einem Konzert von Johannes Fabers Band “Consortium”.

Mit dabei sind Adrian Mears (Posaune und Didgeridoo), Joerg Reiter (Piano), Dave King (E-Bass), Guido May (Schlagzeug). Als Special Guest, Johannes Fabers Sohn, Joachim Deutschland (Gesang, Gitarre).
Wer noch dabei sein will, kann sich an der Abendkasse Stehplatzkarten besorgen. Ansonsten ist das Konzert ausverkauft.

 

Jazz im Gärtnerplatz – Das Abschiedskonzert
johannes fabers consortium
Dienstag, 31. Januar 2012, 20 Uhr, Staatstheater am Gärtnerplatz München

 

Links:

Staatstheater am Gärtnerplatz

Johannes Faber

 

 

Heute hätte Django Reinhardt seinen 102. Geburtstag. Leider war Django nicht so robust wie Jopie Heesters und starb bereits mit 43 Jahren. Claus Lochbihler hat in der FAZ vor zwei Jahren zum 100. an den alten Meister erinnert. Auch heute noch lesenwert…

Ein Jazz für die Ewigkeit – von Claus Lochbihler, FAZ 23.01.2010

 

 

 

Links:

http://en.wikipedia.org/wiki/Django_Reinhardt

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