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Ursula Gaisa

 

Regensburg. Zur Neuordnung der rechtlichen Strukturen und der Organisation von Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Jazz in Bayern e.V. und des Bayerisches Jazzinstituts (BJI) hat der neugewählte LAG-Vorstand in den letzten Wochen mehrfach um Gesprächstermine bei den Zuwendungsgebern Ministerium und Stadt Regensburg gebeten.
Diesem Wunsch ist die Stadt Regensburg ohne Zögern nachgekommen und hat dem LAG-Vorstand das Weiterbestehen der Rechtsträgerschaft für das BJI am Standort Regensburg praktisch zugesichert. Das Wissenschaftsministerium hat die Bitte dagegen mehrfach abgelehnt.
Stattdessen hat Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch in einem Schreiben mitgeteilt, er habe für das BJI einen Trägerwechsel zum Verband bayerischer Sing- und Musikschulen entschieden. Der Staatszuschuß für das BJI, heißt es in dem Schreiben weiter, sei ab dem 1. Juli 2012 eingefroren. Zitat: „…habe ich entschieden, eine weitere staatliche Förderung des Bayerischen Jazzinstituts von einem Wechsel der Rechtsträgerschaft auf den Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen abhängig zu machen“.
Da der Zuschuss des Ministeriums vollumfänglich die Personalkosten der Mitarbeiterinnen der LAG finanziert, sah sich der Vorstand aus Haftungsgründen veranlasst, seinen sofortigen Rücktritt zu erklären. Die LAG und somit der Vorstand haften als Arbeitgeber für das Gehalt der Mitarbeiterinnen, welches aus dem Vereinsvermögen nicht bedient werden kann. Dieser Zustand ist dem Ministerium bekannt. Trotzdem hat Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch diese einschneidende Maßnahme ohne Rücksprache mit dem LAG-Vorstand und der Stadt Regensburg – als weiterer Finanzier und Kuratoriumsmitglied – getroffen.
Durch den Rücktritt der Vorstandsmitglieder Theo Geissler, Barbara Heinrich, Steffen Schorn werden die derzeit noch im Vereinsregister eingetragenen Mit-glieder des abgewählten, mehrfach und bis heute nicht entlasteten Alt-Vorstan-des Martin Schmauch, Harald Rüschenbaum und Joe Viera wieder in die Vorstandsverantwortung zurückgerufen.

Stellungnahme des Vorsitzenden Theo Geissler zur Rolle
des Ministeriums bei der Neuordnung des BJI:

„Jazz ist Freiheit“ – so hieß die Biografie über Dusko Gojkovic, dem langjährigen Lei-ter unserer „Landjugend“ – wie das Bayerische Landesjugend-Jazzorchester sich selbst gern nennt. Jazz ist Verschiebemasse für ein kenntnisarmes Ministerium – so schaut es heute aus.

Während zukunftsorientierte und reformwillige Kräfte in der LAG viel Zeit und Hirnschmalz aufbrachten, um die gröbsten Konstruktionsfehler in den Bezie-hungen zwischen Geldgebern, Jazzinstitut und LAG auszubügeln, pflasterten Ministerium und Jazzinstitut einen „kleinen Dienstweg“. Auf ihm soll die Trägerschaft für das Institut weg von der unbequem gewordenen LAG hin zu einem sicherlich sehr fleißigen, ministeriumsnahen Verein, dem „Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen“ (VBSM) transportiert werden. So könnten vergangene Zuwendungsproblematiken gewissermaßen im Vorzimmer des verantwortlichen Ministeriums geräuschlos aus der Welt geschafft werden.
Abgesehen davon, dass dieser Transfer fachlich gesehen so schlau ist, wie die Zwangseingliederung eines angeschlagenen Fußballvereins in einen Gleitschirm-Verband: Dem Jazz in Bayern – förderungstechnisch völlig unterbelichtet im Vergleich zu anderen Bundesländern – wird die Chance genommen, sich sachkundig und zielorientiert neu aufzustellen. Das nimmt Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) mit seinem Beschluss-Schreiben in Kauf. Drei Ansuchen um persönliche Gespräche mit dem gewählten LAG-Vorstand hat Heubisch aus „Zeitgründen“ ausgeschlagen.
Dass dieser in nur zwei Monaten viel Zuspruch erhalten hat – bis hin zum Deutschen und Bayerischen Musikrat – und frische Mitgliederkompetenz ver-sammelt (die drei Bayerischen Musikhochschulen, zwei Berufsfachschulen und andere Jazz-Institutionen), ist entweder nicht bis zum Minister durchgedrungen – oder es ist ihm egal: Jedenfalls hat er die Finanzierung der Geschäftsstelle der LAG am 1.7.2012 eingefroren. Aus Verantwortung für die bislang vom Ministerium finanzierten Arbeitskräfte der LAG am Bayerischen Jazzinstitut, sieht sich deshalb der amtierende neue Vorstand gezwungen, zurückzutreten. Er hätte sonst die Gehälter aus ehrenamtlich-privater Tasche zu zahlen. Das kann weder Sinn noch Grundlage von Jazzförderung in Bayern sein.

Unser Foto zeigt Theo Geißler

 

Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ror Wolf, ein Virtuose der Sprache, der nicht zuletzt wegen seiner Hörspiele und Radiocollagen auch einem breiteren Publikum bekannt wurde (Stichwort: Fußball), hat sich Jazzmusikern und –fans vor allem durch sein großartiges Hörspiel „Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus Nordamerika“ eingeprägt. Wolf zeichnet darin in ungemein fesselnder Weise das tragisch kurze Leben des wichtigsten Musikers des Chicago-Stils nach, der genial, aber nie mit sich zufrieden, bereits mit 28 Jahren dem Alkohol erlag. Die1986 mit Christian Brückner in der Titelrolle entstandene ARD-Produktion wurde unzählige Male wiederholt und gilt als eines der erfolgreichsten deutschen Hörspiele überhaupt, für das Wolf 1988 den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden erhielt.

Der in Saalfeld / Thüringen geborene Autor hatte schon als Jugendlicher den Jazz für sich entdeckt. Auf die Frage, was das Besondere an seiner Neigung zum Jazz sei, erwiderte er dem Berliner „Tagesspiegel“ in einem Interview anlässlich seines 80. Geburtstags: „Das Besondere ist, dass ich (den Jazz) in der DDR kennen gelernt habe, wo er nicht geradezu verboten, aber unerwünscht war. Eine Sache, die man gern hat, aber nicht leicht erreicht, erhöht ja ihre Wirkung.“ Mit einigen Freunden gründete er damals die Kunst- & Jazz-Gruppe „Styx-Union“. Als ihm nach dem Abitur ein Studium verweigert wird, verlässt er über West-Berlin die DDR und schlägt sich in Stuttgart und Frankfurt mit Hilfsarbeiten durch, immatrikuliert sich dann aber an der Frankfurter Universität, „weil ich Jazzfan war, und Frankfurt war die Hauptstadt des Jazz, da wollte ich hin“ („Tagesspiegel“). Er studierte bei Adorno, Horkheimer und Walter Höllerer und schrieb für die Studentenzeitung „Diskus“ erste Lyrik und Prosa sowie Literatur- und Jazzkritiken. Letztere heute wieder zu lesen, dürfte nicht nur von musikhistorischem Interesse sein.

In einer Ankündigung seines Verlags Schöffling & Co. heißt es bezeichnenderweise: „Ror Wolfs Bücher und Hörspiele sind in all ihren Variationen ebenso spielerische wie abgründige Auseinandersetzungen mit der Realität. Sie sind artistisch und unterhaltsam zugleich und dabei geprägt von einer tiefen Musikalität.“
Dietrich Schlegel

 

Da Jazz ja jetzt nicht sooo viel mit Essen zu tun hat, gebe ich hiermit meine Kolumne “Jazzredakteurin Cooks” auf. Wer weiter an meinen Rezepten interessiert ist, sei auf meinen nicht mehr ganz neuen Blog verwiesen…

http://franz-allesmitliebe.blogspot.com

 

Herbstzeit ist Steinpilzzeit: wer jetzt keine frischen mehr bekommt, kann auch getrocknete benutzen, die müssen aber vor dem Anbraten ca. 30 Minuten in warmem Wasser eingeweicht werden.
Für 4 Personen braucht man also ca. 200 g Arborio- oder anderen Risottoreis, 50 g Butter, Olivenöl, eine Zwiebel oder drei kleine Schalotten, 500 ml heiße Gemüsebrühe, 1 Glas Weißwein, eine handvoll getrockneter Steinpilze, 100 g Parmesan gerieben, pro Person zwei Jakobsmuscheln

Uns so geht’s: Butter und etwas Öl in einem Topf mit dickem Boden erhitzen, dann klein gewürfelte Zwiebel/Schalotten darin glasig dünsten, Reis dazu und ebenfalls anbraten. Mit Weißwein ablöschen, und dann heißt es rühren, rühren, rühren. Die Kunst ist es, immer wieder genügend aber auch nicht zu viel von der heißen Brühe dazu zu geben und wieder so lange zu rühren, bis die Flüssigkeit aufgesogen ist. Währenddessen, die klein geschnittenen Steinpilze kurz in Öl oder Butter anbraten und mit etwas Petersilie oder anderen Kräutern und Salz und Pfeffer würzen. Ist der Risotto fertig gegart (probieren, dauert ca. 15 Minuten!), Parmesan und die Steinpilze unterrühren und gegebenfalls mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Mit den in der Grillpfanne kurz glasig angebratenen Jakobsmuscheln servieren – auch eine perfekte weihnachtlich-festliche Vorspeise, dann reicht aber die halbe Menge Reis. Bon appétit!

 

Das möchten wir Ihnen / euch nicht vorenthalten:

 

Dazu braucht man – für 2 Personen:
400 g ausgelösten Rehrücken, 300 g grüne Bohnen, 1 Tomate, 1 dünne Scheibe Speck, 2 frische Feigen, 50 g Himbeeren (frisch oder TK), 1 rote Zwiebel, 2 Schalotten, 3 frische Thymianzweige, 1 Zweig frischer Rosmarin, Portwein, 50 ml Rotwein, 1 Prise gertrockneter Estragon; Öl zum Braten, Salz, Pfeffer, etwas Sahne und Zucker zum Abschmecken
Bohnen putzen, waschen und in mundgerecht Stücke schneiden, in sprudelndem Salzwasser bissfest kochen (ca. 15 Min.). Tomate in kleine Würfel, rote Zwiebel und Speck in dünne Streifen schneiden. Öl in der Pfanne erhitzen, die Zwiebel und den Speck darin scharf andünsten, nach 3 Minuten die Bohnen und die Tomatenwürfel zugeben und weitere 5 Minuten braten, mit Salz, Pfeffer und etwas Estragon abschmecken und warm stellen.
Inzwischen den Rehrücken in 1 cm dicke Medaillons schneiden, salzen und pfeffern, die Feigen in nicht zu kleine Stücke zerteilen, die Schalotten in dünne Scheiben schneiden. Die Rehmedaillons zusammen mit dem Thymian und Rosmarin in einem Schuss Öl von beiden Seiten scharf anbraten, dann bei 80 Grad abgedeckt in den vorgeheizten Ofen stellen. Im Bratensaft Feigen, Himbeeren und Schalotten anbraten, mit Portwein, einem Schuss Balsamico und Wein aufgießen und etwas einköcheln lassen, mit Salz, Pfeffer, etwas Sahne und – falls zu säuerlich, etwas Zucker abschmecken.

 

In genau zwei Tagen, um Mitternacht des 15. Septembers, ist die Deadline zum Online-Workshop und -Wettbewerb jazz:kritik! jazz:kritik adressiert alle Interessierte an dem Bereich Musikjournalismus, ob bereits praktizierender Freiberufler, etablierter Journalist/in oder Schreiber/innen mit Interesse an Jazz und aktueller Musik … aber auch alle, die sich als Kritiker ausprobieren und ihre verborgenen Talente wecken wollen.
Musik erfassen – Texte verfassen: Unter www.jazzkritik.de können Besucher die Videomitschnitte zweier Konzerte anschauen und über eine kurze (anonyme) Registrierung eine eigene Rezension schreiben.
Korrigiert werden die Texte, nur für Autoren selbst sichtbar, von einer Fachjury.
Als Gewinn lockt die Einladung zum 12. Darmstädter Jazzforum inkl. Reisekosten und Übernachtung im 5-Sterne Maritim Konferenz-Hotel Darmstadt (3 Nächte/Einzelzimmer inkl. Frühstück), kostenlosem Eintritt zu allen Konzerten des Jazzforums sowie einer Tageskarte für das Darmstädter „Jugendstilbad“ (www.jugendstilbad.de) oder zum »Institut Mathildenhöhe« (www.mathildenhoehe.info).
Die öffentliche Auszeichnung als Gewinner des jazz:kritik-Preises findet am Samstag, den 1. Oktober im Rahmen des Abendkonzerts (Nils Wülker Group) während des 12. Darmstädter Jazzforums im Kulturzentrum »Bessunger Knabenschule« statt.
Machen Sie mit – Die Uhr läuft!

 

Fotografiert sich leider nicht so gut, schmeckt aber um so leckerer: passend zur Jahreszeit eine Kürbissuppe mit Ingwer. Als Vorspeise für 4 Personen gedacht oder als Hauptgericht für 2…
Dazu braucht man: einen halben großen Hokkaidokürbis (den muss man nicht schälen!), eine Zwiebel, zwei Knoblauchzehen, ein daumengroßes Stück Ingwer, eine Kartoffel, 3/4-Liter Gemüsebrühe und einen halben Apfel.
Und so geht’s: Zwiebel, Ingwer und Knoblauch grob gehackt in reichlich Öl scharf anbraten, dann Kartoffel, Apfel und Kürbis (alles natürlich klein geschnitten) dazu geben und etwas mit anbraten. Das Ganze mit der Brühe aufgießen und eine halbe Stunden leicht köcheln lassen, pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und als Garnitur etwas geriebenen Ingwer oder einen Klacks der grünen Kräutersoße (siehe Rezept mit den Doraden!) auftröpfeln, bzw. streuen. Bauernbrot schmeckt am besten dazu. Bon appetit!

 

lauther Wolfgang Lauth, „einer der führenden Pianisten und Komponisten der deutschen Jazzszene“ (Emil Mangelsdorff) starb am 30. August im Alter von 80 Jahren in seinem Wohnort Mannheim. In den Fünfzigerjahren gehörte er zu jenen deutschen Jazzmusikern, die „dafür sorgten, dass der Jazz im Nachkriegsdeutschland nicht nur hinter den Amis herhechelte, sondern eigene Bahnen einschlug“ (Werner Burkhardt). Mit seinen Quartett-Formationen orientierte er sich am Modern Jazz Quartett, ohne bei gleicher Vorliebe für Bach und Barock das Vorbild zu imitieren. Sein „individueller Beitrag zum Cool Jazz macht(e) Lauth zu einem seiner europäischen Innovatoren“ (Martin Kunzler) Mit Joachim Ernst Berendt tourte Lauth in 150 Vorstellungen mit dem Programm „Jazz und Alte Musik“ durch die Bundesrepublik. Die daraus entstandene LP erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik. In dem von ihm mit gegründeten legendären Heidelberger Jazzclub „Cave 54“ war er musikalischer Leiter und Hauspianist. Später komponierte er viel für Film und Fernsehen, Theater und Ballett. Trotz angegriffener Gesundheit trat er bis ins hohe Alter mit seinem Trio auf. Von seinen zahlreichen Plattenaufnahmen haben Bear Family („Lauther“ und „Noch Lauther“) sowie Vineta records („Rückblicke“ 1 + 2) noch heute hörenswerte Zusammenstellungen auf CD wieder veröffentlicht.

 
Knoblauchsoße

Knoblauchsoße

Doraden

Doraden

Kräuter

Kräuter

Kochen ist in, Kochen boomt. Koch-Blogs auch, aber können Jazzer kochen? Wollen sie kochen?
Ich tue es (meistens) mit Freuden und möchte Sie/euch in Zukunft manchmal daran teilnehmen lassen. Falls jemand auch den Wunsch hat, sein leckeren Rezepte unter Jazzfans zu bringen: Rezept einfach als Kommentar anhängen oder mailen an gaisa@jazzzeitung.de – dann stelle ich es ein…

Und los geht’s mit einem spätsommerlichen Gericht, zu dem man eigentlich nur herrlich frische Doraden braucht, jede Menge Kräuter (zum Beispiel Dill, Petersilie, Minze, gibt’s – noch – alles auf dem Wochenmarkt oder dem Balkon), gutes Olivenöl und viel Knoblauch.
Den Knoblauch fein hacken und in Olivenöl baden, am besten über Nacht ziehen lassen, hält sich im Kühlschrank mindestens eine Woche und wird immer besser. Ebenso die grüne Soße – oder Salsa Verde, die man folgendmaßen herstellt: alle Kräuter gut waschen, trocken schleudern und abzupfen, mit 50 ml Olivenöl, 4 Esslöffeln Essig, einem Teelöffel Dijonsenft und etwas Salz in einem hohen Gefäß mit dem Stabmixer pürieren.
Ofen auf 200 Grad vorheizen, die Doraden außen und innen mit Meersalz und Pfeffer würzen, das Innere etwas von der Knoblauchmischung bepinseln und nach Gusto noch eine Limettenscheibe in den Bauch, fertig. Ab in den Ofen für etwas 40 Minuten (bei großen Exemplaren). Bon Appetit!

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