Kategorie: kulturpolitik

Crime Scene Bad Blog. Foto: Hufner 1

Klassische Musik und Rechtsextremismus – und die „Jüdischen Freunde“

In letzter Zeit gab es zunehmend heftig geführte Diskussionen über Rechtspopulismus, AfD-Politik und den Umgang damit im Bereich der klassischen Musik. Einer der Streitpunkte entzündete sich dabei an der Frage, inwieweit es legitim oder angemessen ist, wenn ein Konzertveranstalter nicht oder nicht mehr mit einem Musiker zusammenarbeiten möchte, der durch...

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Rechtspopulismus und klassische Musik III – Matthias Moosdorf (Leipziger Streichquartett)

Wie vor einer Woche schon erwähnt: Bereits 2016 hatte ich über die rechtspopulistischen Facebook-Postings von Matthias Moosdorf, Cellist im Leipziger Streichquartett, geschrieben. Damals noch, ohne den Betreffenden beim Namen zu nennen. Angesichts der Beharrlichkeit selektiv flüchtlingsfeindlicher Stimmungsmache auf seinem (bis neulich öffentlich einsehbaren) Facebook-Profil und trotz der Drohungen, die Moosdorf...

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„Wir kriegen dich!“ – Rechtspopulismus und klassische Musik I

Diese paradoxe Situation… Man selbst kennt niemanden, der AfD wählt. Von meinen circa 1.200 Facebook-Kontakten hat niemand die Seite der AfD geliked, was natürlich nicht heißt, dass von den 1.200 Leuten niemand AfD gewählt hat oder wählen wird; aber ich gehe einfach mal mit einem Lächeln im Gesicht davon aus....

Achtung Konzert. Foto: Hufner 1

Esfahani, Reich und das Kölner Publikum – Zweiter Versuch

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ein Konzert des Cembalisten Mahan Esfahani in der Kölner Philharmonie ziemlich gestört und führte zu einer regen Resonanz über das, wie die Publika in Konzerten so allgemein und im besonderen strukturiert sind. Wir haben das im mittlerweile eingestellten Sperrsitz der nmz kommentiert und die...

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Edward II. auf der Bühne, Homophobie in der Kritik

Führt das deutsche Musikfeuilleton „rosa Listen“? Neulich las man statt einer Kritik oder eines echten Verrisses eine Statistik der sexuellen Orientierung des Premierenteams: „Der Komponist der Oper: schwul. Der Librettist: schwul. Der Regisseur: schwul. Der Dirigent: wissen wir nicht. Der Intendant: schwul. Der Chefdramaturg: auch.“ Aus dem Kontext gelöst sieht...

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Opernhäuser – die schwarze Liste der ewig Gestrigen (Teil II)

Noch ernüchternder aber ist nicht der Blick auf allein die Premieren, sondern auf den tatsächlichen Spielplan des ganzen Jahres, nicht nur die Premieren sondern auch die Wiederholungen schon aufgeführter Inszenierungen. Da stellt man schnell fest, dass die 45673te Aufführung von „Carmen“ in der alten Inszenierung von 1951 im Jahr 70 Mal gespielt wird, die neue Oper von X.Y. Pendegratzki-Mrnza aber eben nur 6 Mal. Aber über die liest man wenigstens im Feuilleton, über die zahlreichen Kinderstücke dagegen gar nichts.

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Opernhäuser – die schwarze Liste der ewig Gestrigen (Teil I)

Der Spielbetrieb des heutigen Opernbetriebes ist also extrem besorgniserregend in seinem immer stärker werdenden Anachronismus. Jede Inszenierung muss entweder eine „radikale Neudeutung“ eines schon tausend Mal durchgekauten Stoffes sein, oder es geht bei der neuen Uraufführung von XY gleich um die Neuerfindung des gesamten Genres

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Butter bei die Fische: Ratschläge für die Verhandlung von Auftragshonoraren.

Honorarverhandlungen sind nicht Jedermanns Sache. Das Selbstwertgefühl von Komponisten ist durch jahrelang eingetrichtertes Minderwertigkeitsgefühl und fehlendes Selbstbewusstsein bzgl. des öffentlichen Wertes der eigenen Musik meist angeknackst, und sie gehen in Verhandlungen wie kleine eingeschüchterte Pudel. Ja, es gibt sogar Komponisten, die dafür zahlen würden, dass ihre Werke aufgeführt werden.

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Von den Grenzen des Gesangsrepertoires

Vokalmusik ist zu kostbar, um unter solchen grotesken Beschränkungen zu leiden – das Singen sollte überhaupt nicht in irgendeiner Richtung begrenzt werden. Anstatt den Gegenstand der Gesangskunst auf einen bloßen Bruchteil des Möglichen zu beschneiden, sollten ihre Ziele mit ihren Tugenden in Einklang gebracht werden, insbesondere in Bezug auf die Gegebenheiten der Klangerzeugung und die soziale Funktion. Schließlich handelt es sich beim Gesang um den emotionalsten, individuellsten und vielleicht vielseitigsten musikalischen Ausdruck, der möglich ist.

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Der Wert der Musik. Gedanken zu Auftragshonoraren.

Mir ist natürlich klar, dass man nicht als junger aufstrebender Komponist an einem kleineren Haus mit strengen Budgetvorgaben ein gigantisches Honorar verlangen kann, und natürlich spielt die eigene Lust auf ein Projekt eine große Rolle bei den Honorarverhandlungen. Aber man muss sich dann auch klar machen, dass es sich hier nur noch um ein „symbolisches“ Honorar handelt, wogegen jeder einzelne weitere Mitarbeiter an dem Theater bis hin zu den Pförtnern, Nachtwächtern und Putzkräften sehr wohl reelle Honorare erhält.