Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 06.11. bis 12.11.2017

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 45. Jelena Firssowa, Konrad Lechner, Bo Wiget, Márton Illés, Arnulf Herrmann, Stefan Fraunberger, Klarenz Barlow, Enno Poppe +++ Quatuor Diotima, Ingo Metzmacher, Jascha Spiwakowsky, Dhafer Youssef +++ Künstlerhaus Boswil, Karl-Sczuka-Preis, : Donaueschinger Musiktage 2017, Tradition Revolution, Snape Maltings in Aldeburgh, Analog versus digital, Neue Musik-Cyborg, Oper „Electric Dreams“ beim musikprotokoll, Erzählte Landschaften in Island und Australien, Plattler – Beatbox – Pfeifen in Walde, JUGEND. Volume I: Freud, Ch’ungmu – Farben des Lichts und die Prometheus-Protokolle von Thomas Feuerstein.


06.11.2017


21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Die Komponistin Jelena Firssowa

Mit Ulrike Klobes. Das Komponieren sei fast immer ein quälender und schmerzhafter Prozess, sagt die 1950 in Leningrad geborene Komponistin, die in ihren Werken eine erstaunlich poetische und filigrane Klangsprache entwickelt. Ein Porträt.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Oase auf dem Abstellgleis Europas – Das Künstlerhaus Boswil zwischen Ost und West

Von Thomas Meyer. Als die politischen und ideologischen Mauern zwischen Ost und West noch hoch aufragten, trafen sich Komponisten aus Ost- und Westeuropa in der helvetischen Provinz zum Gedankenaustausch. Das Künstlerhaus Boswil wurde mit den von Klaus Huber gegründeten Komponistenseminaren während der 70er- und 80er-Jahre eine wichtige Begegnungsstätte und eine Oase der Toleranz. Mehrere Komponisten aus der DDR kamen hier mit ihren westdeutschen Kollegen in Berührung. Thomas Meyer hat sich in die Boswiler Vergangenheit vertieft und Zeitzeugen getroffen.

23:03 | Ö1
Das Quatuor Diotima beim musikprotokoll (1)

Gestaltung: Franz Josef Kerstinger. Das Streichquartett als Seismograf des Zeitgenössischen: Das renommierte Quatuor Diotima feierte heuer sein musikprotokoll-Debüt mit gleich drei Konzerten. Das in Paris gegründete Quartett gehört zu den gefragtesten Ensembles Europas. International reüssiert haben sie mit ihren intensiven, sinnlichen, klangschönen und gleichzeitig intelligenten und präzisen Interpretationen neuer Musik.

Beim musikprotokoll haben sie eine Uraufführung und vier österreichische Erstaufführungen gespielt – Musik von Enno Poppe, Petr Bakla, Rune Glerup, Mikel Urquiza und Alberto Posadas.


07.11.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Lumen in Tenebris – Der Komponist, Multiinstrumentalist und Pädagoge Konrad Lechner (1911-1989)

Von Stefan Fricke. Konrad Lechner bewegte viele und vieles, entdeckte Altes neu, schuf selbst Neues und geriet in Vergessenheit.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Wilfried Hiller: „Gilgamesch“ (Simon Pauly, Bariton; Muriel Cantoreggi, Violine; Silke Avenhaus, Klavier; Marta Klimasara, Schlagzeug; Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Peter Kiesewetter: „La notte“, op. 44 (Debussy Trio München); Peter Michael Hamel: „Oh Erde …“ (via-nova-Chor München: Kurt Suttner); Heinz Winbeck: Streichquartett Nr. 2 – „Tempi notturni“ (Mannheimer Streichquartett); Peter Schöbach: Drei Lieder (Anja Jergius, Sopran; Martin Wolfrum, Klavier)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Das Hörspiel vom Hörspiel 2017 – Werke aus dem Wettbewerb um den Karl-Sczuka-Preis

Vorgestellt von Michael Grote. Regie: Nicole Paulsen. (Produktion: SWR 2017). Den Pionierjahren des Rundfunks entstammt eine Überlegung von Kurt Weill, die zur Definition einer neuen Kunstform geworden ist: „Wir können uns“, schreibt er 1925, „sehr gut vorstellen, dass zu den Tönen und Rhythmen der Musik neue Klänge hinzutreten, Klänge aus anderen Sphären: Rufe menschlicher und tierischer Stimmen, Naturstimmen, Rauschen von Winden, Wasser, Bäumen und dann ein Heer neuer, unerhörter Geräusche, die das Mikrofon auf künstlichem Wege erzeugen könnte, wenn Klangwellen übereinander geschichtet oder ineinander verwoben, verweht und neugeboren werden würden.“ Das nannte er „absolute Radiokunst“ und unterschied es von allen funktionalen Darstellungsformen des Mediums.

1931 führte Friedrich Bischoff, damals Intendant in Breslau, bei der „Rundfunk- und Phonoschau Berlin“, dem Vorläufer der heutigen Funkausstellung, Ausschnitte aus neuen Hörspielproduktionen vor. Er gab seiner Beispiel-Sammlung aus der Entwicklungsarbeit der Radiokunst den Titel „Das Hörspiel vom Hörspiel“. Unter diesem Titel stellen Mitglieder der unabhängigen Jury Werke aus dem jährlichen Wettbewerb um den Karl-Sczuka-Preis vor – Werke der autonomen Radiokunst.

23:03 | Ö1
Das Quatuor Diotima beim musikprotokoll (2)

Gestaltung: Franz Josef Kerstinger. Das Streichquartett als Seismograf des Zeitgenössischen: Das renommierte Quatuor Diotima feierte heuer sein musikprotokoll-Debüt mit gleich drei Konzerten. Das in Paris gegründete Quartett gehört zu den gefragtesten Ensembles Europas. International reüssiert haben sie mit ihren intensiven, sinnlichen, klangschönen und gleichzeitig intelligenten und präzisen Interpretationen neuer Musik.

Beim musikprotokoll haben sie eine Uraufführung und vier österreichische Erstaufführungen gespielt – Musik von Enno Poppe, Petr Bakla, Rune Glerup, Mikel Urquiza und Alberto Posadas.


08.11.2017


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Willy Spilling: „Alt-Nürnberg“, Suite (Nürnberger Symphoniker: Günter Neidlinger); Hans-Günther Allers: Quintett, op. 92 (Ensemble Kontraste); Gunter Dornheim: Concerto I. (Mitglieder der Nürnberger Symphoniker: Max Loy); Hermann Müllich: „Dualismen“ (Bayerisches Landesjugendorchester: Werner Andreas Albert); Gottfried Müller: Konzert, op. 5 (Bamberger Symphoniker: Peter Gülke)

20:00 Uhr | SRF2-Kultur
Pick mich auf, mein Flügel – Bo Wiget, Cellist und Performer

Im Anfang war die Volksmusik, dann ging es klassisch zu. Worauf Rock und Jazz das Szepter übernahmen. Bo Wiget verliess das Konservatorium und erschloss sich als Cellist neue Welten. Heute ist er als Theatermusiker und Komponist international tätig und hat kürzlich Beethovens Eroica überschrieben.

21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Der Komponist Márton Illés

Mit Margarete Zander. Der ungarische Komponist zählt zu den gegenwärtig gefragtesten Vertretern der jüngeren Komponistengeneration. Mit einem Stück für die ungarische Klarinettistin Boglárka Pecze und einem Orchesterwerk, das im Rahmen der Donaueschinger Musiktage uraufgeführt wurde, begibt er sich auf die Suche nach dem Farbklang des Ungarischen in der Musik unserer Gegenwart.

21:26 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Ingo Metzmacher wird 60 Jahre

Von Margarete Zander. Ob in seiner Heimatstadt Hannover als Festivalleiter oder als Dirigent der Starorchester der Welt – Ingo Metzmacher nimmt Musiker und Publikum auf grandiose Weise mit in fantastische Welten. Er lässt sich begeistern und begeistert.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2017

Paul-Alexandre Dubois (Rezitator). Ensemble Musikfabrik. Leitung: Enno Poppe: Eivind Buene: „Lessons in Darkness“ für Ensemble (Uraufführung); Misato Mochizuki: „Têtes“ für Rezitator und Ensemble (nach Texten von Lafcadio Hearn) (Uraufführung). (Konzert vom 22. Oktober im Mozart Saal, Donauhallen, Donaueschingen)

Viele der schönsten japanischen Geistergeschichten verdanken wir dem Schriftsteller Lafcadio Hearn, der auf seinen Reisen spirituelle Begebenheiten und Legenden sammelte. Misato Mochizuki nimmt diese Texte zum Ausgangspunkt eines Werks, in dem sie Motive wie Gesichtsverlust und Kopflosigkeit zu einem szenischen Monodram zusammenfasst. Eivind Buene wiederum erforscht in seinem neuen Stück die Klangpalette historischer Tasteninstrumente, wozu im 21. Jahrhundert auch das Fender Rhodes und der Moog gehören.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Zeit-Ton Magazin. Gestaltung: Rainer Elstner. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


09.11.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Tradition Revolution (3/4)

Erik Satie: „Parade“, Ballet réaliste in einem Akt (1917). Philharmonia Orchestra; Leitung: Igor Markevitch; Karheinz Stockhausen: Klavierstücke I-IV (1952-53). Aloys Kontarsky, Klavier; Johannes Kreidler: „Fremdarbeit“ für Ensemble, Sampler und Moderator (2009); Johannes Kreidler, Sprecher; Ensemble Mosaik

Welche ästhetischen Qualitäten verleihen Musik Substanz und befähigen zu adäquaten Antworten auf gesellschaftliche Aktualität?

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Gloria Coates: „Lunar-Loops“ (Ruth Fischer, Stephan Stiens, Gitarre); Wilhelm Killmayer: „Eichendorff-Lieder“; „Hölderlin-Lieder“, 3. Zyklus; „Trakl-Lieder I“ (Markus Schäfer, Tenor; Siegfried Mauser, Klavier); Konstantia Gourzi: „Flammenarie“, op. 44 (Vassilis Agrokostas, Gesang; Michalis Cholevas, Tarhu; Christian Elsässer, Klavier); Ruth Zechlin: „Ruhe und Bewegung“ (Werner und Andreas Jacob, Orgel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: 50 Jahre Snape Maltings in Aldeburgh – Eine Malzfabrik wird zum Hotspot für Britten-Liebhaber

Der Komponist Benjamin Britten war ein sesshafter Mensch – und er war ein Landei. Nicht in London, wo sich alle Künstler tummeln, lebte er, sondern in Aldeburgh, einem beschaulichen Küstenstädtchen, gut 150 Kilometer nordöstlich von der englischen Hauptstadt. Und dort gründete er 1948 ein Musikfestival, das schnell so erfolgreich wurde, dass Britten einen größeren Konzertsaal brauchte. Und den fand er: in einer stillgelegten Malzfabrik. Snape Maltings heißt die Anlage, inzwischen ein Künstlerdorf. Ein inspirierender Ort: backsteinfarbene Industrieromantik inmitten von wunderschöner Natur. In den Konzertpausen flanieren die Zuschauer durchs Schilf, lauschen den Vögeln und atmen die Nordseebrise. 2017 feierte diese Pilgerstätte für Britten-Liebhaber 50-jähriges Jubiläum. Anlass für eine Reise nach Aldeburgh und in die Vergangenheit des Festivals. Eine Sendung von Kathrin Hasselbeck.

20:04 bis 21:00 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Der Komponist Arnulf Herrmann im Gespräch über sein neues Musiktheater „Der Mieter“

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Analog versus digital | Über Vor- und Nachteile dieser Audiotechniken

Eine Sendung von Friederike Kenneweg. Ist digitale Technik besser als analoge? Welchen Einfluss nehmen die unendlichen Möglichkeiten des Computers auf die Kreativität? Wie klingen Filterblasen, wenn man sie in Neue Musik transformiert? Das Digitale ist auf dem Vormarsch und bestimmt zunehmend fast alle Lebensbereiche: von der Alltagskommunikation bis zur Musikaufnahme. Gleichzeitig werden an vielen Stellen althergebrachte analoge Techniken wieder entdeckt. Wie unterscheidet sich die Welt des Analogen vom Digitalen? Wie modifiziert die verwendete Technik den künstlerischen Prozess? Und auf welche Weise finden sich die veränderten technischen Voraussetzungen in der (Neuen) Musik wieder? hr2-Autorin Friederike Kenneweg ist diesen Fragen nachgegangen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Der Neue Musik-Cyborg

Wenn Technologie Menschen zu Instrumenten macht. Von Theresa Beyer

23:03 | Ö1
Die Oper „Electric Dreams“ beim musikprotokoll – Eine Zeitreise in alle Richtungen: Die Oper „Electric Dreams“

Gestaltung: Astrid Schwarz. Der australische Komponist Matthew Shlomowitz träumt sich mit der Oper „Electric Dreams“ in eine besondere Variante der Eighties. Die Achtziger, das bedeutet hier Frisuren mit viel Haar und Schulterpolstern, zuckersüße Synthesizer, hallende Schlagzeugrhythmen, aber auch aufgemotzte Autos, Flanellhemden und Siebziger-Rockmusik. Shlomowitz hat die Handlung in ein Hotelzimmer gebannt, in dem sich eine schlaflose Person durch das Programm zappt. Sie wechselt zwischen Dokumentarfilmen, Verbraucher-TV, Sportberichten und Quizsendungen – ein ferngesteuertes Nebeneinander von Arien, Rezitativgesang und Background-Sängerchören.

Befinden wir uns in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts oder in einem postmodernen Traum über eine postmoderne Zeit? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigte sich der Regisseur Philipp M. Krenn und inszeniert die Uraufführung mit Studierenden der Kunstuniversität Graz in Kooperation mit dem musikprotokoll und unter Wolfgang Hattingers musikalischer Leitung.


10.11.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Hidden Places – Erzählte Landschaften in Island und Australien

Von Gabi Schaffner. Ton: Die Autorin und Hermann Leppich. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016. Länge: 52’08. (Wdh. v. 05.08.2016). Rückzugsorte an entgegengesetzten Enden der Welt: Island und Australien. Ein Farmhaus in der Wildnis, eine Senke im Hügel, ein Versteck im Staudamm, Schlaf zwischen Blaubeeren und Lavagestein: Worin liegt das Geheimnis eines Ortes? Was verbirgt sich hinter seiner pflanzlichen oder mineralischen Architektur, seinen Geräuschen, dem Klang einer Stimme, die von ihm erzählt?

Island und Australien bilden die zwei Pole dieser Montage aus situativen Feldaufnahmen, Interviews und musique concrète. „Hidden Places“ handelt vom Zustand des Reisens, Denkens, Sprechens in zwei diametral entgegengesetzten Ländern, die erstaunlich viel gemeinsam haben.

Gabi Schaffner, geboren 1965, lebt und arbeitet zwischen Frankfurt, Berlin, Helsinki und Lobo (Texas/USA). Studium der deutschen und amerikanischen Literatur sowie der Ethnographie und visuellen Kommunikation. Ihre Medien sind Fotografie, Audioaufnahmen und Sprache. Daneben zahlreiche Radioproduktionen, z.B. „Otto Mötö“ (HR 2012, Hörspiel des Monats August), Wurfsendung „Gartenstücke“ (2012), „Schnupfensymphonie“ (2017).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Wolfgang Jacobi: Sonate (Julia Rebekka Adler, Viola; Andreas Skouras, Klavier); Konstantia Gourzi: „Kastalía“, op. 35 (Michalis Cholevas, Saz; Apollon Musagète Quartett); Fredrik Schwenk: „Neue Kinderszenen“ (Andreas Skouras, Klavier); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Alexander Strauch: „Logo & Animated Gif“ (Andreas Skouras, Klavier); Elke Tober-Vogt: „CHAllenge“, op. 34 (Orchester „Expression“: Vladimir Chernikov); Nikolaus Brass: „Undine geht“ (Jan Philip Schulze, Klavier); Gloria Coates: Streichquartett Nr. 3 (Fanny Mendelssohn Quartett)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Plattler – Beatbox – Pfeifen in Walde. Der Körper als Musikinstrument

Der Körper ist das älteste Musikinstrument: ob Pfeifen, Stampfen oder Schnalzen: Bauch, Mund, Gesäß, Hände und Beine sind vielseitig einsetzbar. Allein der Mund erzeugt – neben Singen und Pfeifen so viele Klänge, dass Tiere, Maschinen und ganze Eisenbahnzüge damit imitiert werden können.

Wenn es sein muss, auch mit Orchesterbegleitung. Imitieren von Instrumenten oder Mundperkussion ist vielleicht die häufigste Art, den Körper als Instrument zu benutzen. Professionelle Showtruppen zwischen Kuba und Wien treten außerdem mit ihren Körpern als Orchester auf. Unterhaltungskünstler und Popstars bilden ihr eigenes Orchester, in dem sie das Publikum mit den Fingern schnipsen lassen – und das Tanz-Ensemble „Sons o Sissi“ setzt die alte Art des polyrythmischen „Paschens“ und tänzerischen Stampfens in ein Perfomance-Projekt um. Von Ulrike Zöller. Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Nanni Balestrini: Der Verleger (2/2)

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Wataru Hisasue, Klavier – (Preisträger des Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerbes 2016)

César Franck: Prélude, Choral et Fugue; Aziza Sadikova: Fantasie für Klavier

23:03 | Ö1
Ornamentrauschen mit Stefan Fraunberger beim musikprotokoll

Gestaltung: Susanna Niedermayr. Schon immer seien es vielmehr die Dialekte als die Hochsprachen gewesen, die ihn interessiert hätten, so Stefan Fraunberger, der neben Computermusik auch Philosophie, Islamwissenschaften und Arabistik studiert hat – in linguistischer und kultureller Hinsicht ebenso wie in musikalischer.

Immer wieder unternimmt Fraunberger ausgedehnte Forschungsreisen, die ihn in den vergangenen Jahren u.a. nach Aleppo, Sana’a und Teheran brachten. Auf einer dieser Reisen lernte er auch eines seiner derzeitigen Hauptinstrumente kennen, die Santur, eine Verwandte des Hackbretts. Sie kommt vor allem in der klassischen Musik des Iraks und Persiens zum Einsatz, aber auch in der indischen Kunstmusik.

Fraunberger hat im Laufe der Jahre auf der Santur seine eigene Spieltechnik entwickelt; seinen ganz persönlichen musikalischen Dialekt ausgebildet, in dem er aus verschiedenen Stimmungssystemen – in einem Rausch der Ornamente – neuartige Klangmuster webt. Oder um es in den Worten des Musikers zu formulieren: „Welche Form der Permutation braucht es, um den Teppich am Fliegen zu halten?“


11.11.2017


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Plattler – Beatbox – Pfeifen in Walde. Der Körper als Musikinstrument

Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22.04 – 23.00 Uhr | WDR 3
Profil [63]: Klarenz Barlow – 11.11.2017

Der im westbengalischen Kalkutta geborene Komponist Klarenz Barlow siedelte 1968 für ein Kompositionsstudium nach Köln über. Hier begann er Anfang der 1970er Jahre erste Strukturen für seine Werke mit Hilfe des Computers zu berechnen.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: REVISITED – Forum neuer Musik 2005 – JUGEND. Volume I: Freud

Oliver Augst, Stimme; Marcel Daemgen, Elektronik; Thomas Dézsy, Keyboards, FX-Pad; Christoph Korn, E-Gitarre, Sprache, Text. Aufnahme vom 6.3.2005 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Erinnern sie Jugendkult? Persiflieren sie Freud? Zitieren sie aus Selbstfindungsseminaren? Oder imitieren sie gar die Band Kraftwerk? Vier Anzugträger an Mikrofonen, Gitarren, Reglern und Keyboards sorgten mit ihrem Electronic Music Theater seinerzeit für Irritation. Mit dem Begriff ‚Jugend‘ verbindet die Frankfurter Künstlergruppe Arbeit um Oliver Augst und Christoph Korn das Unverbrauchte, das jugendlich revoltierende Erkennen. Beim Forum neuer Musik 2005 bedienten sie sich des an Freud orientierten analytischen Zweiergesprächs. Zugleich sichteten sie Liedgut und Texte der deutschen Romantik und mischten alles zu einer eruptiven Collage.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Franz Martin Olbrisch: Ch’ungmu – Farben des Lichts

Duryong-po, Chunwon-myeon, Tongyeong-myeon, Ch’ungmu, Tongyeong… die Stadt im Süden der koreanischen Halbinsel wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach ihre Namen.

Im 16./17. Jahrhundert erreichte das einstige Fischerdorf seine Blütezeit. Danach verlor es wieder an Bedeutung. 1910 wurde der Ort, wie ganz Korea, bis 1945 zu einem Teil des japanischen Kaiserreichs. 1917 wurde hier der Komponist Isang Yun geboren und damit eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt, dessen Biografie ebenso wechselhaft verlief wie die Geschichte seiner Geburtsstadt. Yun geriet in den 1960er Jahren zwischen die Fronten der beiden koreanischen Staaten. Er wurde vom südkoreanischen Geheimdienst entführt, inhaftiert und gefoltert. Nach vehementen internationalen Protesten von Künstlern wurde er freigelassen, und er konnte nach West-Berlin zurückkehren, wo er seit 1957 lebte und 1995 starb. Trotz dieser grausamen Erfahrungen waren es stets die Erinnerungen an seine Heimatstadt, die sein Schaffen prägten. Was ist noch von der Klanglichkeit geblieben, die Yun einst in seiner Kindheit erlebte? Der Komponist Franz Martin Olbrisch (* 1952) hat sich in Tongyeong auf akustische Spurensuche begeben, auf Yun’sche Klänge, die sein Gedächtnis füllten.


12.11.2017


22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Vergessen in Australien – Der deutsch-russische Pianist Jascha Spiwakowsky

Von Albrecht Dümling. Der Pianist Jascha Spiwakowsky entstammt einer russischen Familie, die 1907 vor antijüdischen Pogromen nach Berlin geflohen war. Dreizehnjährig erhielt er 1909 den angesehenen Blüthner-Preis und konzertierte bald darauf mit den Berliner Philharmonikern. Nach zwei erfolgreichen Australien-Tourneen übersiedelte der Pianist 1933 in diesen fernen Kontinent, wo er bis zu seinem Tod  lebte. In Europa geriet er in Vergessenheit. Die Sendung erinnert anhand von Aufnahmen, die kürzlich aus dem Nachlass veröffentlicht wurden, an diesen bemerkenswerten Künstler.

22:08 | Ö1
Genügsamkeit, Bescheidenheit und Intensität: „Fié ma fié“ von Dhafer Youssef

Gestaltung: Astrid Schwarz. Die Wüste oder vielleicht ein Wüstenteppich klingt in der Komposition „Fié ma fié“ des in Persien geborenen Komponisten Nader Mashayeki nach, wenn der gebürtige Tunesier, Oud-Spieler und Sänger Dhafer Youssef auf seinem Instrument improvisiert. „Fié ma fié“ erzählt von Genügsamkeit, Bescheidenheit, keine großen Gesten sind nötig um Intensität entstehen zu lassen. Frei schwebende Klänge orientalischen Ursprungs und zugleich ein Bekenntnis zur kompositorischen Ästhetik des Westens. Nader Mashayeki studierte bei Roman Haubenstock-Ramati Komposition in Wien wo er Dhafer Youssef kennenlernte, der lange Zeit ebendort lebte. Youssefs Musik ist in der Sufi-Tradition verwurzelt, jedoch offen für und verändert durch andere Einflüsse, wie dem Jazz.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio – Die Prometheus-Protokolle von Thomas Feuerstein

Sound und Komposition: Peter Szely, Regie: Nehle Dick mit Ildiko Babos, Haymon Maria Buttinger, Swintha Gersthofer, Christian Rainer. Die Prometheus-Protokolle. Hörspiel und Audioinstallation.

Das Hörspiel erzählt eine Geschichte zwischen Science-Fiction und Horror, Utopie und Dystopie. Die Erzählung führt in die Tiefen eines neuen Materialismus, bei dem der Mensch, sein Körper und Gewebe einer radikalen Nachhaltigkeit unterworfen werden. Der Mensch wird zum Homöostat, der sich ausschließlich aus sich selbst ernährt und alle Güter des täglichen Gebrauchs wie Textilien, Möbel und Werkzeuge aus eigenen Körperzellen biotechnologisch züchtet. Nicht das Amoralische oder ein dunkles Böses begründen den Kannibalismus, sondern das Handlungsprinzip einer autoökologischen Ressourcennutzung.

Die Geschichte halluziniert eine Gesellschaft sich selbst verzehrender Individuen, die autark sich selbst genügen. In der Kultur des Ouroboros, in der sich jeder selbst verschlingt, verschiebt sich der Narzissmus aus der Psyche in die zelluläre Materialität des Körpers. Ouroboroi heißen ab nun Individuen, außerhalb derer nichts existiert. Sie benötigen keine Tiere und Pflanzen zur Ernährung und folgen einem Selbstkult als vollkommenste aller Existenzweisen. Anthropophagie steht nicht länger für das Wilde, Unzivilisierte und Vormoderne. Sie wird zum ethischen Imperativ des Humanen, mit dem Ziel einen paradiesischen, in sich selbst ruhenden Zustand zu zelebrieren.

Das Hörspiel ist Teil der Ausstellung „Prometheus Delivered“, die im HAL Berlin (13.9. bis 14.11.2017), in der ERES-Stiftung München (ab Jänner 2018) und im Kunstraum Dornbirn (ab Mai 2018) gezeigt wird. Eine dramaturgisch inszenierte Fassung wird im Rahmen von Future of Demonstrations am 6.11.2017 in Wien aufgeführt.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Buch, Tier – Enno Poppe

Buch für Streichquartett / Tier für Streichquartett; Quatuor Diotima

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei |

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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