Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 16.10. bis 22.10.2017

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 42. Im Zentrum: Die Donaueschinger Musiktage 2017. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Harrison Birtwistle, Øyvind Torvund, Amerikanische Komponistinnen (II), Die letzte Oper von Gerhard Schedl, Harry Partch, Milica DordjeviÄ, Rolf Riehm, Tzvi Avni, Stefan Fraunberger und das deranged orchestra, Christina Kubisch, 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie, Pauline Oliveros +++ Donaueschinger Musiktage, Tanzmusik für Fortgeschrittene, musikprotokoll 2017, Luther-Projekt, Karl-Sczuka-Preis 2017, Phonofemme Festival 2017 +++ 100 Jahre Russische Revolution, Deutscher Herbst 1977, Geigenbögen und ihr Klanggeheimnis, 250. Todestag von Johann Ulrich Haffner, Russland 1917 und die Moderne, (K)eine Männersache: Neue Musik und zur Geschichte der Telekommunikationskunst.


16.10.2017


21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Sir Harrison Birtwistles Auftragswerk der Staatsoper Berlin und der BBC

Mit Margarete Zander. Der Querschnitt der Gesteinsablagerungen auf der Insel Sassay hat den 83jährigen britischen Komponisten Harrison Birtwistle nachhaltig beeindruckt. Für sein jüngstes Orchesterwerk hat er sich in die Tiefe der Zeit begeben und die Energie der gewaltigen Gesteinsbewegungen eingebrannt. Der Dialog mit dem Komponisten wird zu einer Zeitreise in die Tiefe der Zeit „Deep Time“.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: On Zukunftsmusik – Roger Scrutons Lecture bei den Donaueschinger Musiktagen 2016

Mit einem neuen Format wurde bei den Donaueschinger Musiktagen 2016 der ästhetische Diskurs im Programm verankert. Die erste Ausgabe der „Donaueschingen Lectures“ bot dem englischen Philosophen und Schriftsteller Sir Roger Scruton ein Podium. „On Zukunftsmusik“ war der Titel seines Vortrags, der, zumal in Donaueschingen, für viel Aufsehen sorgte. Schließlich attestierte Scruton der musikalischen Avantgarde nichts  als ein Scheitern und stellte die Frage nach alternativen Entwürfen einer veritablen Gegenwartsmusik. In der SWR2 JetztMusik ist Roger Scrutons Lecture im englischen Original zu hören; eine deutsche Übersetzung kann unter swr2.de eingesehen werden.

23:03 | Ö1
RSO Wien spielt Neue Musik für den Tanzboden – musikprotokoll 2017. Tanzmusik für Fortgeschrittene mit dem RSO Wien

Gestaltung: Rainer Elstner. Um die 50. Ausgabe des musikprotokolls zu feiern, gab das Radio-Symphonieorchester Wien im Stefaniensaal des Grazer Congress am 6. Oktober 2017 ein besonderes Konzert: Es spielte auf zum Tanz, und das ganz im Ernst. Wobei der Spaß natürlich nicht zu kurz gekommen ist: Die Tanzenden waren nämlich die Besucherinnen und Besucher des musikprotokolls, die Tanzfläche gehörte also ganz dem Publikum.

Getanzt wurde zu Musik von Komponisten wie Gabriele Proy, Judit Varga, Jorge Sánchez-Chiong, Peter Herbert, Johannes Kalitzke, Bernd Richard Deutsch, Johanna Doderer, Arturo Fuentes, Gerald Resch, Gerhard E. Winkler und Johannes Maria Staud, die neue Stücke für dieses Format des Tanzabends geschrieben haben. Dirigiert hat das schwungvolle Konzert Johannes Kalitzke.


17.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Bilder im Wald – Objekte und Übergänge in der Musik von Øyvind Torvund

Von Emil Bernhardt

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Markus Zahnhausen: „Kirschblüten-Caprice“ (Aki Sunahara, Violine); Rodion Schtschedrin: Konzert Nr. 1 (Münchner Rundfunkorchester: Dmitry Sitkovetsky); Carl Mansker: Variationenen und Improvisationen über ein Thema von Mompou, op. 38 (Carl Mansker, Klavier); Gloria Coates: Symphonie Nr. 1 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Elgar Howarth); Paul Engel: Klaviertrio – „Calliopes descent from Olympus“ (Alfons Kontarsky, Klavier; Christos Kanettis, Violine; Reinhard Latzko, Violoncello); Russell Smith: Konzert (Arnold Riedhammer, Schlagzeug; Münchner Philharmoniker: Dmitrij Kitajenko)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Amerikanische Komponistinnen (II)

Laurie Anderson: „O superman“; Carla Bley/Steve Swallow: „Walking batteriewoman“; Meredith Monk: „ascent“ (Meredith Monk & Vocal Ensemble; The M6; Montclair State University Singers; Todd Reynolds Quartet); Pauline Oliveros: „Essay“ (Sabine Liebner, Klavier)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Amerikanische Komponistinnen (I)

Barbara Kolb: „Rebuttal“ (Beate Zelinsky, David Smeyer, Klarinette); Joan Tower: „Sequoia“ (Nürnberger Symphoniker: Horst Neumann); Tania León: „Momentum“ (Dorothea Hofmann, Klavier); Libby Larsen: „Slow Structures“ (Meininger-Trio)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Nie mehr warten – 100 Jahre Russische Revolution – Ein Sprech-, Sing- und Musikdrama über die beiden russischen Revolutionen von 1917

Von Dietmar Dath (Text) und Thomas Weber (Musik). Mit: Effi Rabsilber, Christian Redl, Martin Rentzsch und Susanne Marie Wrage. Musik: Kammerflimmer Kollektief (Heike Aumüller, Johannes Frisch & Paul Lovens). Komposition: Thomas Weber. Regie: Iris Drögekamp und Thomas Weber. (Produktion: SWR 2017)

A, B und C – eine Stimme für den Umsturz, eine dagegen und eine, die sich nicht entscheiden will: Das Stück bildet den Moment ab, in dem Lenin aus dem Exil zurückkehrt und deutlich macht, dass die Revolution, die das Regime des Zaren gestürzt hat, ihm nicht genügt. Der Umsturz, der nach seinem alten russischen Kalenderzeitraum „Februarrevolution“ heißt, war für ihn nur das Vorspiel einer Umwälzung hin zum Sozialismus. Das Szenario ist ein dreiseitiger Konflikt: Ja, nein, vielleicht.

Eine besondere, geheimnisvolle Rolle spielen Briefe Lenins an seine Geliebte Inessa Armand, deren verborgener zweiter Text zwischen den Zeilen sich im Drama „Nie mehr warten“ als eine Art Song herausstellt.

23:03 | Ö1
Die letzte Oper von Gerhard Schedl auf CD – Der Komponist Gerhard Schedl: Kunst als utopisches Potenzial menschlicher Träume und Hoffnungen.

Gestaltung: Hannes Heher. „Julie & Jean“, die letzte Oper von Gerhard Schedl, ist auf CD erschienen. Grund genug, sich im Jahr der 60. Wiederkehr seines Geburtstags wieder an diesen bedeutenden österreichischen Komponisten zu erinnern, der vor nun bald 17 Jahren tragisch aus dem Leben geschieden ist. Schedl bezeichnete sein Komponieren als persönlich-emotionelle und dramatische, dennoch intellektuelle Handlung. Er wollte in seiner Musik sowohl „das zarte Rauschen der Stille“ wie „die großen, wilden, pathetischen Gesten“ darstellen, mit seinen Tönen und Klängen direkt „ins Herz treffen“.


18.10.2017


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Stefan Hippe: Klavierkonzert (Ilona Weimer, Klavier; Nürnberger Akkordeonorchester: Stefan Hippe); Matthias Schmitt: „Ghanaia“ (Katarzyna Mycka, Marimbaphon); Lorenz Schmidt: „Die Straße nach Areopolis“ (Ivan Tanzil, Gitarre); Ulrich Schultheiß: „Poème“ (Kammerorchester Conrad von der Goltz); Christoph Weinhart: „Überall“ (Regina Johanna Kleinhenz, Sopran; Christoph Weinhart, Klavier); Holmer Becker: Fantasie (Katja und Ines Lunkenheimer, Klavier); Zsolt Gárdonyi: Divertimento (Würzburger Bläserquintett); Uwe Strübing: „Artotop“, op. 100 (Nürnberger Symphoniker: Alexander Shelley)

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Musik unserer Zeit: Der Aussenseiter. Harry Partch, ein amerikanischer – Komponist?

Er war ein Rebell, reiste quer durch die Vereinigten Staaten, zeichnete Landschaften und stellte vieles in Frage: die Musiktradition, die Konzertrituale, das temperierte Tonsystem. Er entwickelte ein 43-stufiges Tonsystem – das in einem herkömmlichen Instrumentarium natürlich keinen Platz hatte. Also erfand und baute er seine eigenen, abenteuerlichen Musikinstrumente und komponierte eigenartige Musik für diesen Instrumentenpark: eine faszinierende, fremdartige Welt. Ein Gespräch mit dem Musikwissenschaftler und Publizisten Roman Brotbeck über den Aussenseiter Harry Partch.

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Für eine Vernunft des Herzens – Portrait von Klaus Huber

«Lart pour lart ist nicht meine Sache», sagte er. Mystizismus und Revolution, introvertierte Töne und existenzieller Schrei – kein anderer vermochte die grössten Gegensätze so zwingend zu einem musikalischen Ganzen zu fügen wie Klaus Huber.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Deutscher Herbst 1977 – Notturno für die trauerlos Sterbenden

Der Oktober 1977 war der Höhepunkt des RAF-Terrors in Deutschland. Dieser fand auch seinen musikalischen Niederschlag. Nicht nur Liedermacher von Wolf Biermann bis Schobert & Black, auch Rock- und Schlagersänger wie Marius Müller-Westernhagen und Udo Jürgens sangen über Terroristenangst, Sympathisantenjagd und Berufsverbot. Rolf Riehm komponierte ein „Notturno für die trauerlos Sterbenden“, und Helmut Lachenmann verarbeitete Texte seiner einstigen Kammermusik-Partnerin Gudrun Ensslin in der Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“. Moderation: Niels Kaiser

21 – 22 Uhr | SRF2Kultur
Neue Musik im Konzert: Der Ruf des Windes

Die Flöte begleitet die menschliche Zivilisation durch alle Orte und Zeiten. «Der Ruf des Windes» thematisiert die Wahrnehmung von Zeit und Raum innerhalb verschiedener Kulturen und Zeitalter und stellt Flöten aus drei Kulturkreisen in den Mittelpunkt: Fernost (Daegeum), Nahost-Kaukasus (Shvi und Duduk) und Europa (europäische Blockflöte sowie moderne Querflöten).

Programm: Neue Kompositionen und Bearbeitungen traditioneller koreanischer, armenischer und sephardischer Musik von Junghae Lee und Giorgio Tedde; Giacinto Scelsi: «Pwyll» (1954); Joseph Bodin de Boismortier (1689–1755): «Tanzsätze» aus den Suiten für Flöte Solo; Beat Furrer: «Invocation VI» (2004); traditionelle Stücke aus Armenien und Korea

21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Klanginszenierungen mit Sogwirkung: Die Komponistin Milica DordjeviÄ

Mit Eckhard Weber. Dichte Klangflächen und kräftige Gesten werden stetig modifiziert, destabilisiert, aufgelöst. Implosionen, überraschende Brüche und jähe Neuanfänge, Kontraste und Verschmelzungen – das sind Strategien im Schaffen der Komponistin von Milica DordjeviÄ. Ihre Werke geraten zu ausgefeilten Klanginszenierungen, die in ihren Bann ziehen.

21:05 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: „Ich schreibe keine Musik zu Bildern!“ (Harrison Birtwistle)

Von Margarete Zander. „Ich schreibe keine Musik zu Bildern!“ erklärt Sir Harrison Birtwistle. Der 83-jährige britische Komponist möchte vermeiden, dass man seine Musik rein oberflächlich betrachtet. Aber er liebt Vergleiche. Die Idee zum Orchesterwerk „Deep time“ (Uraufführung von der Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim), geht zurück auf Eindrücke von Gesteinsablagerungen auf der Insel Saasay, die auf einen riesigen Erdrutsch verweisen. „Die Gewalt, eingefroren wie in einer Fotografie“, schwärmt Sir Harrison Birtwistle. In dieser Sendung spricht er über seine Philosophie der Zeit.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Luther-Projekt“ mit dem Experimentalstudio des SWR

Ensemble Experimental (Konzert vom 24. Juni 2017 im Studio Freiburg): Petra Strahovnik: Appulse für Klavier solo und Live-Elektronik – Vito Zuraj: TIME-OUT für Gitarre und Live-Elektronik – Jonathan Harvey: Ricercare una melodia für Violoncello und Live-Elektronik – Detlef Heusinger: CROSSROAD 2 und 1 für E-Gitarre, Klavier, Percussion, Violoncello und Live-Elektronik – Detlef Heusinger: Matthäus 344 für Knabensopran, Crotales und Synthesizer – Uros Rojko: Aufs Maul geschaut für Halbklarinette und Live-Elektronik

Neue Werke für Soloinstrumente und Live-Elektronik entstanden im Experimentalstudio des SWR für ein den Reformatoren Luther und Trubar gewidmetes Festival im Schloss von Ljubljana. Sie beziehen sich jeweils auf ein markantes Wort Martin Luthers. Detlef Heusingers „Crossroads“ thematisieren Schnittstellen – u. a. zu Popmusik mit religiösen Bezügen.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen Zeit-Ton Magazin

Gestaltung: Marlene Schnedl. Mit u.a. einer Vorschau auf das Festival Phonofemme, das dieses Jahr Pauline Oliveros gewidmet ist.



19.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vor 50 Jahren – Die Donaueschinger Musiktage 1967

György Ligeti: „Lontano“ für großes Orchester, SWF-Sinfonieorchester, Leitung: Ernes Bour – SWF-Jazz-Session: Alexander von Schlippenbach, „Globe Unity 67“, Globe Unity Orchestra

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Josef Anton Riedl: Aus „Sila Silaspihr“ (Lorenzo Ferrero, Alberto Vignani, Synthesizer; Edith Salmen, Schlagzeug; Josef Anton Riedl, Klangregie); Konstantia Gourzi: „Ieratiki Poíisi“, op. 34 (Vassilis Agrokostas, Gesang; Christian Elsässer, Klavier; Michalis Cholevas, Ney; Apollon Musagète Quartett); Peter Michael Hamel: „morton feldman in my life“ (Alissa Rossius, Flöte; Rebekka Hartmann, Violine; Henri Bonamy, Klavier; Marcel Kentaro Morikawa, Marimba); Gunild Keetman: Aus „Spielbuch für Xylophon“ (Martin Mallaun, Zither; Laszlo Hudacsek, Schlagzeug); Carl Orff: Fünf kleine Kanons (Karl Peinkofer Percussion Ensemble); Ruth Zechlin: „Hommage à Bettina von Arnim“ (Ruth Zechlin, Cembalo); Wilfried Hiller: „Gilgamesch“ (Simon Pauly, Bariton; Muriel Cantoreggi, Violine; Silke Avenhaus, Klavier; Marta Klimasara, Schlagzeug; Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen)

20:04 bis 22:30 | hr2-kultur
Tänze aus Frankfurt und ein Gletscher, der weint (Rolf Riehm)

Rolf Riehm, einst Bläser im legendären „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“ der Frankfurter Sponti-Szene, bezeugt in seinen Konzertsaal-Kompositionen, dass Musik ein Politikum ist. Orchesterwerke von Rolf Riehm (* 1937): „Tänze aus Frankfurt“ (1980), „Die Tränen des Gletschers“ (1998), „Schubert Teilelager“ (1989), „Wer sind diese Kinder“ (2009)u.a. – Interpreten: u.a. hr-Sinfonieorchester, Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Ensemble Oriol. Am Mikrofon: Stefan Fricke

Eigenwillig ist seine Musik, ein aufklärendes Wollen, mit klang- wie sinnvoller, zudem sinnlicher Gestik zu erzählen, was auf der Welt los ist, was die Welt von heute mit ihren Vorzeiten verbindet – und auch trennt. Der 1937 in Saarbrücken geborene, seit Studienzeiten in Frankfurt am Main lebende Rolf Riehm hört der Menschen vielstimmigen Geschichte(n) ganz genau und entsendet seine kritischen Befunde und Botschaften in unsere Ohren. Rolf Riehms Musik ist ebenso erhellend wie aufhellend.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
1. Studiokonzert Saarbrücken: „Individualitäten“ – Tzvi Avni zum 90. Geburtstag

Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Leitung: Jamie Philipps, Heidrun Holtmann, Klavier. Zoltán Kodály: Variationen über ein ungarisches Volkslied „Der Pfau“ – Tzvi Avni: Klavierkonzert – Carl Nielsen: 6. Sinfonie („Sinfonia semplice“). Direktübertragung aus dem Großen Sendesaal, Funkhaus Halberg, Saarbrücken

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Mein Herz ist leer – Hörspiel von Werner Fritsch

Frei nach Haikus von Taneda Santôka. Mit: Michael Altmann und Kae Uchihashi – Musik: Miki Yui – Regie: Werner Fritsch – (Produktion: DLR/RB 2016)

Ein Meister des Haikus ist ein „Dichter des Gehörs“, er lebt „in der Welt der Klänge“. Das schrieb der japanische Wanderdichter Taneda Santôka (1882 – 1940) über sein Metier, das die kurze japanische Versform in die Moderne übertrug. Seine Haikus erzählen vom Brüllen der Brandung, vom harschen Klang des Brettspiels, vom Stimmengewirr in der Gaststube, der Stille der Berge. Werner Fritsch dichtete Santôkas Haikus nach, ordnete sie zu einem Zyklus und verzahnt musikalisch den Klang der Rezitation mit den inneren Hörbildern der Verse. Die Jury für den Kriegsblindenpreis 2017 hatte das Stück in die Shortlist der drei besten Produktionen des Jahres gewählt.

23:03 | Ö1
Stefan Fraunbergers deranged orchestra beim musikprotokoll – musikprotokoll 2017. Stefan Fraunberger und das deranged orchestra

Gestaltung: Susanna Niedermayr. Bei einer Klangforschungsreise in der Gangesebene hat Stefan Fraunberger unlängst acht Muscheln gefunden, die ursprünglich aus der Tiefsee geborgen wurden, um – nach dem Absägen ihrer Spitzen – den Brahmanen-Priestern als Instrumente zu dienen, mit denen sie ihre Riten ankündigen und einleiten.

In Fraunbergers „deranged orchestra“ werden die acht Tiefseemuscheln zu Signalhörnern, mit denen der Komponist in einer gleichsam rituellen Darbietung eine „punktungleiche Permutation“ in der menschlichen Wahrnehmung auszulösen versucht.

Trotz des Klimawandels begreift sich der Mensch noch immer als das Maß aller Dinge, anstatt wieder vermehrt auf die Rhythmen der Natur zu hören. Stefan Fraunberger ist eine jener drei Musiker/innen, die 2017 vom musikprotokoll für die ICAS Plattform Shape nominiert wurden.


20.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Schall und Klang (Von Christina Kubisch)

Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017 – Länge: ca. 54’30 – (Ursendung). Der Dirigent Hermann Scherchen experimentierte in Gravesano mit der Räumlichkeit von Klängen.

„Ich möchte einen Raum haben, in dem ich den Raum ausschalte.“ In der Mitte des letzten Jahrhunderts zog der Dirigent Hermann Scherchen nach Gravesano, ein abgelegenes Tessiner Dorf. Auf seinem Anwesen baute er ein experimentelles Tonstudio und schuf so einen Begegnungsort für Wissenschaftler, Elektroakustiker und Musiker aus aller Welt. Über die Weihnachtsfeiertage 1956 befasste er sich intensiv mit der Positionierung von Mikrofonen. In ihrer Komposition transformiert Christina Kubisch die Aufnahmen dieser Studie – erst unmerklich, dann entschieden – und reflektiert so ein weiteres Mal die Verbindung von Klang und Raum. Besonderen Dank an die Akademie der Künste Berlin für das Archivmaterial.

Christina Kubisch, geboren 1948 in Bremen, zählt zur ersten Generation der Klangkünstler in Deutschland. Studium der Malerei, Musik und Elektronik. Eigene Kompositionen seit 1972. Ab 1980 vermehrt Klanginstallationen, Klangskulpturen sowie elektroakustische Kompositionen und Hörspiele. Internationale Stipendien und Auszeichnungen. Lehrtätigkeit als Professorin für audiovisuelle Kunst von 1994 bis 2003 an der Kunsthochschule Saarbrücken. Christina Kubisch ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 2016 wurde sie zusammen mit Peter Kutin und Florian Kindlinger für das Stück „Desert Bloom“ (WDR 2015) mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Bertold Hummel: „Sinfonia piccola“, op. 66 (Christine Hoock, Tomoko Tadokoro, Maja Plüddemann, Andreas Müller, José Antonio Cortez, Arisa Yoshida, I-Jung Li, Luca Zuliani, Kontrabass; Hansjörg Angerer); Rainer Pezolt: Rondell „Blaue Veilchen“ (Nele Gramß, Gesang; Anne-Kathrein Jordan, Klavier); Hans Ludwig Schilling: Metamorphosen über ein altes Liebeslied (Bläservereinigung der Nürnberger Symphoniker); Hans Kraus-Hübner: „Hiatus I-III“ (Katja und Ines Lunkenheimer, Klavier); Karl Meßlinger: Sonate Nr. 2 (Dieter Meßlinger, Violoncello; Susanne Glauber, Klavier); „Quintett 1960“ (Gerhard Wiesner, Flöte; Eduard Pichl, Oboe; Hans Deinzer, Klarinette; Manfred Hartenstein, Fagott; Dieter Messlinger, Violoncello)

15.05-16:00 | swr2
Donaueschinger Musiktage – LIVE: SWR2 Cluster

Das Musikmagazin von den Donaueschinger Musiktagen. Zu Gast: Komponisten, Interpreten und Festivalmacher. Moderation: Christiane Peterlein und Björn Gottstein. (Liveübertragung aus dem Rathaussaal)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Der Zauber kommt von der rechten Hand“ – Geigenbögen und ihr Klanggeheimnis

Von Susanna Felix. Welches Instrument ein Geiger spielt, steht in fast jeder Biografie. Was aber ist mit dem Bogen? Über ihn wird kaum gesprochen. Dabei ist der Geigenbogen ganz entscheidend für den Klang – viel wichtiger als allgemein angenommen. Was aber macht einen guten Bogen aus? Gibt es überhaupt den idealen Bogen für jeden Musiker? Und wie steht es um das Handwerk des Bogenbaus und seine Zukunft? Fernambuk heißt das wundersame Holz, das als einziges genau die Eigenschaften besitzt, die ein moderner Geigenbogen braucht. Es wächst nur in Brasilien, ist aber vom Aussterben bedroht und steht seit Jahren unter Artenschutz. Das gefährdet nicht nur die Zukunft des Bogenbaus, sondern auch die Musiker selbst. Bogenbauer, Musiker und Wissenschaftler kommen in dem Feature zu Wort.

20:03-22:30 | swr2
Donaueschinger Musiktage – LIVE – Eröffnungskonzert

Bernhard Lang: DW 28 „Loops for Davis“ für Bassklarinette und Orchester (UA) – Øyvind Torvund: Archaic Jam für Orchester und Elektronik (UA) – Thomas Meadowcroft: The News in Music (Tabloid Lament) für Orchester (UA) – Andreas Dohmen: a doppio movimento für E-Gitarre, Harfe, Klavier und großes Orchester (UA). (Liveübertragung aus der Baarsporthalle Donaueschingen und Live-Videostream auf SWRClassic.de)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Mariola Brillowska/Günter Reznicek: Die Gaumler

Komposition: Günter Reznicek/Nova Huta – Regie: Mariola Brillowska/Günter Reznicek – WDR 2016 // Die Palette: Von Mariola Brillowska/Günter Reznicek – Komposition: Nova Huta – Regie: Mariola Brillowska – Autorenproduktion: 2016

Wir befinden uns im Jahr 2120. Die ganze Bevölkerung ernährt sich nur noch in Tablettenform. Die ganze Bevölkerung? Nein! Eine kleine, unbeugsame Untergrundbewegung lehnt sich gegen die verordnete kontrollierte Ernährung auf.

Nachdem Ernährungsexzesse und -tabus von Veganismus bis Paleo-Diät, von Ayurveda bis Bulimie zu zahlreichen Todesfällen geführt haben, wurde jede private Ernährung gesetzlich verboten. In Folge sind die meisten Krankheiten verschwunden, der CO2 Ausstoß minimiert, die Abholzung der Regenwälder für Ackerbau gestoppt. Die Menschen werden im Durchschnitt 100 Jahre alt, häufigste Todesursache: Langeweile. Aber eine kleine Untergrundbewegung unterhält ein illegales Netzwerk aus gut versteckten Kleinfarmern, Köchen, Gourmands und Widerständlern und verspeist in geheimen Restaurants echte Lebensmittel.

Ein siebengängiges Hörspiel mit musikalischen Amuse-Gueules, das den derzeitigen Ernährungswahn genussvoll auf die Schippe nimmt.

23:30 | Ö1
Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie – Die Ö1 Jazznacht mit Christian Bakonyi

Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie: Martin Eberle, Thomas Gansch, Daniel Nösig, Lorenz Raab und Mario Rom im Jazznacht-Studio.

Am 21. Oktober wäre John Birks „Dizzy“ Gillespie 100 Jahre alt geworden. Der 1993 verstorbene Trompeter hat den Jazz maßgeblich beeinflusst, er war in den 1940er Jahren neben Charlie Parker und Thelonious Monk ein Wegbereiter des Bebop. Im Studio spricht Christian Bakonyi mit einer prominent besetzten Trompeter-Runde in Gestalt von Martin Eberle, Thomas Gansch, Daniel Nösig, Lorenz Raab und Mario Rom über den Instrumentalisten, Komponisten, Sänger, Bandleader und Humoristen, der sich für Völkerverständigung einsetzte und als erster vermehrt lateinamerikanische und afrokubanische Elemente in den Jazz einfließen ließ.

Im Anschluss hören Sie ein Dokument aus dem Ö1 Archiv: Das Konzert des Star-gespickten Dizzy Gillespie Orchestra im Arkadenhof des Wiener Rathauses vom 17. Juli 1987.


21.10.2017


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Der Zauber kommt von der rechten Hand“ – Geigenbögen und ihr Klanggeheimnis

Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

14:05 bis 17:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – LIVE (Solistenensemble Kaleidoskop – Regie: Laurent Chétouane)

Michael von Biel: Streichquartett – Chiyoko Szlavnics: Memory spaces (appearances) für 14 Streicher (UA) – Dmitri Kourliandski: Maps of non-existent cities. Donaueschingen für 14 Streicher (UA) – Sebastian Claren: Kaleidoskopvillemusik II für 14 Streicher (UA). (Liveübertragung aus dem Bartók Saal in Donaueschingen). anschließend:

Remix-Ensemble – SWR Vokalensemble – Leitung: Emilio Pomàrico: Emmanuel Nunes: Minnesang für 12 Stimmen (Text: Jakob Böhme) – Emmanuel Nunes: Un calendrier révolu für Ensemble (UA). (Konzert vom 20. Oktober 2017 aus dem Mozart Saal in Donaueschingen)

17:00 bis 18:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – LIVE – Ictus Ensemble

Francesca Verunelli: Man Sitting at a Piano für Flöte, MIDI-Klavier und Elektronik (UA) – James Saunders: know that your actions reflect within the group für Ensemble (UA) – Hanna Eimermacher: Neues Werk für Ensemble (UA) – Martin Schüttler: (nur online) Container-TV für Fernensemble und Moderatorinnen (UA). (Liveübertragung aus dem Strawinsky Saal in Donaueschingen und Live-Videostream auf SWRClassic.de)

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Musik unserer Zeit: Der Aussenseiter. Harry Partch, ein amerikanischer – Komponist?

Er war ein Rebell, reiste quer durch die Vereinigten Staaten, zeichnete Landschaften und stellte vieles in Frage: die Musiktradition, die Konzertrituale, das temperierte Tonsystem. Er entwickelte ein 43-stufiges Tonsystem – das in einem herkömmlichen Instrumentarium natürlich keinen Platz hatte. Also erfand und baute er seine eigenen, abenteuerlichen Musikinstrumente und komponierte eigenartige Musik für diesen Instrumentenpark: eine faszinierende, fremdartige Welt. Ein Gespräch mit dem Musikwissenschaftler und Publizisten Roman Brotbeck über den Aussenseiter Harry Partch.

21:05 bis 22:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 250. Todestag von Johann Ulrich Haffner – „Die Wercke großer Meister in Kupfer“. Johann Ulrich Haffner als Verleger von Bach, Scarlatti und Mozart

Von Wolfgang Schicker. Carl Philipp Emanuel Bach und Leopold Mozart, Johann Ludwig Krebs und Johann Mattheson ließen Werke bei ihm drucken: bei Johann Ulrich Haffner (1711-1767), Lautenist und Musikverleger in Nürnberg. Als einer der wenigen seiner Zeit verzichtete er auf die lukrativen Raubdrucke und brachte nur Stücke heraus, die ihm von den Komponisten selbst zur Verfügung gestellt wurden. Zu seinem europäischen Vertriebsnetz gehörte etwa Leopold Mozart als Agent in Salzburg, aber auch in Amsterdam, London, Prag, Stockholm oder Wien waren seine Drucke erhältlich.

Das Musik-Feature beleuchtet die Rolle Haffners „hinter den Kulissen“ des Musiklebens – eines Verlegers, der mit seinen beliebten Ausgaben von Claviermusik einen bedeutenden Beitrag zur Verbreitung des galanten Stils in Deutschland geleistet hat.

22.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
Open Sounds: Blaues Rauschen 2017

An fünf Tagen im Oktober wird das Ruhrgebiet zum Zentrum  elektronischer Musik. „Blaues Rauschen“ heißt der neue Stern am Festivalhimmel. WDR 3 präsentiert die Konzerte von Mouse on Mars, Demdike Stare, Dominic Robertson und Leafcutter John in Herne. Das blaue Rauschen verbindet in diesem Jahr einerseits die Veranstaltungsorte Herne, Essen und Dortmund und andererseits verschiedenste aktuelle Sound-Konzepte zwischen Electronica, Klangkunst, Postdigitalia, Field Recordings, Performance und Maschinen-Folk.

WDR 3 Open Sounds dokumentiert u.a. die Konzerte von Mouse on Mars, Demdike Stare, Dominic Robertson und Leafcutter John in den Flottmann Hallen in Herne.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Russland 1917 und die Moderne – Maschinenklänge des Fortschritts

Am Mikrofon: Hanno Ehrler. Hämmernde Rhythmen, avancierte Harmonien strömen aus dem Klavier. Ihre Urheber sind heute vergessene Komponisten aus Russland. Sie fühlten sich dem Futurismus verwandt. Einige von ihnen begeisterten sich gleichfalls für die Oktoberrevolution, vor der andere flohen. Nikolaj Roslavetz und Nikolaj Obuchov entwarfen in jener Zeit ganz neue Tonsysteme. Die suggestiven Rhythmen von Sergej Protopopov und Alexander Mossolov spiegeln die Geräuschwelten großer Fabriken.

Vier CDs umfasst die kürzlich bei Cybele Records erschienene Box ‚Klavierwerke um den russischen Futurismus‘. Pianist Thomas Günther hat sie im Deutschlandfunk Kammermusiksaal eingespielt. Die raren Noten hat er über viele Jahre zusammengetragen. Nun wird er für seine Pionierleistung mit einem ECHO Klassik geehrt.

22:30 bis 00:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – (K)eine Männersache: Neue Musik

Thema Musik spezial (Podiumsdiskussion vom 19. Oktober 2017 aus dem Museum Art.Plus in Donaueschingen). Podium: Abbie Conant (Musikerin), Hanna Eimermacher (Komponistin), Adrienne Goehler (Kuratorin), und Elisabeth Treydte (Musikwissenschaftlerin). Moderation: Kristin Amme und Stefan Fricke

Hanna Eimermacher: Frames für Schlagzeug – Unsuk Chin: Allegro ma non troppo für Schlagzeug. Christian Dierstein (Schlagzeug)

In Zusammenarbeit mit BR-KLASSIK und hr2-Kultur. Im vergangenen Jahr brachten Studien einen eklatanten Gendergap in deutschen Kulturbetrieben ans Licht. Ausgerechnet im vermeintlich aufgeklärten Kulturbereich wird die Gleichbehandlung von Mann und Frau kaum umgesetzt. Die Reaktion war Wut und Empörung. Mittlerweile hat sich Widerstand formiert, z. B. in der Gruppe „Gender Research in New Music“, die radikale Veränderungen einfordert. Auf dem Podium diskutieren darüber eine Komponistin, eine Kuratorin, eine Musikwissenschaftlerin und eine Musikerin, die sich jahrelang gegen chauvinistische Anfeindungen wehren musste.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Zukunft aus Tradition – Eine neue Orgel für Kassel

Vorgestellt von Michael Hoeldke. In ihr vereinigen sich gleich mehrere Weltneuheiten, ohne dass man von einem Orgelexperiment sprechen müsste. Dieses Instrument ermöglicht spannende und universelle Reisen durch die „königliche“ Musikgeschichte. Die neue „Königin der Instrumente“, die Rieger-Orgel von St. Martin bietet allen Musikepochen ein Zuhause, Gegenwart und Zukunft inbegriffen.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt. „Bufa y sons“ – Flötentöne aus einer seltsamen Welt

„Musik ist überall. Es braucht nur einen Musiker. Ich möchte zeigen, dass ein wahrer Musiker eigentlich nicht unbedingt ein reales Instrument braucht, um Musik zu machen.“ Das sagt  Xavi Lozano, der kreative Kopf des Trios „Bufa y Sons“, denn er sieht sich unter Zugzwang, dem Publikum zu erklären, weshalb er mit einem großen Koffer auf die Bühne kommt und Dinge auspackt, die man normalerweise eher auf dem Sperrmüll wissen möchte: Ein Absperrgitter, eine Leiter, einen Backstein, eine alte Gießkanne, diverse Schläuche. Angefangen hat alles mit der Krücke des Großvaters: Xavi studierte damals arabisches Flötenspiel. Der Großvater brach sich ein Bein, kam mit einer Krücke daher, die der neugierige Enkel etwas näher untersuchte, um festzustellen, dass es da – ähnlich wie bei einer Flöte – Löcher gab. Ein kurzes Hineinblasen brachte Gewissheit: Hier hatte er ein neues Instrument in der Hand – eine Krücke! Nun wurde alles Mögliche ausprobiert und für „spielbar“ befunden, und Lozano erweiterte kontinuierlich sein ebenso seltenes wie seltsames Instrumentarium. In Guillem Aguilar, Saiteninstrumente, und Marc Vila, Percussion, fand er fantastische Mitstreiter, die ihr Handwerk beherrschen und die zirkusreifen „Flöten-Töne“ von Lozano mit großer Musikalität flankieren. Dass Spaß und Kreativität bei diesem Ensemble die Hauptrolle spielen, versteht sich von selbst! Eine Sendung von Roland Kunz.


22.10.2017


11:03 bis 13:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – LIVE (Ensemble Musikfabrik)

Eivind Buene: Lessons in the Dark für Ensemble (UA) – Marina Rosenfeld: Deathstar Orchestration für Ensemble (UA) – Misato Mochizuki: Têtes für Rezitator und Ensemble (Libretto: Dominique Quélen nach Texten von Lafcadio Hearn) (UA)

Marino Formenti (Klavier), Paul-Alexandre Dubois (Rezitator), Regie: Frédéric Tentelier, Leitung: Enno Poppe. (Liveübertragung aus dem Mozart Saal der Donauhallen Donaueschingen)

17:05 bis 20:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – LIVE (Abschlusskonzert)

Bunita Marcus: White Butterflies für Posaune solo, Harfen, Schlagzeug und Streicher (UA) – Diego Grossmann: æquilibrium für Orchester (UA) – Márton Illés: Ez-tér für Orchester (UA) – Chaya Czernowin: Guardian für Violoncello und Orchester. SWR Symphonieorchester, Abbie Conant (Posaune), Séverine Ballon (Violoncello), Leitung: Pablo Rus Broseta. (Liveübertragung aus der Baarsporthalle Donaueschingen und Live-Videostream auf SWRClassic.de)

20:03 bis 23:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage: Karl-Sczuka-Preis 2017

Preisverleihung und Preiswerk. Moderation: Walter Filz. In diesem Jahr wird der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst an den bildenden Künstler Olaf Nicolai für sein Hörwerk „In the woods there is a bird …“ verliehen. Die Auszeichnung wird vom Südwestrundfunk (SWR) vergeben und ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden. Die Auftragsproduktion für die documenta 14 und Deutschlandfunk Kultur wurde am 9. Juni 2017 urgesendet. Die Preisverleihung findet am 22. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2017 statt. Der Karl-Sczuka-Förderpreis wurde in diesem Jahr nicht vergeben.

Der Preis wird vom SWR Programmdirektor Kultur, Wissen, Junge Formate Gerold Hug verliehen. Die Vorsitzende der unabhängigen Jury und ehemalige Kulturstaatsministerin Christina Weiss und der Komponist Helmut Oehring werden ein Gespräch mit Olaf Nicolai zu seinem Preiswerk führen.

22:08 | Ö1
Ein Streifzug durch die Geschichte der Telekommunikationskunst mit Seppo Gründler

Gestaltung: Susanna Niedermayr. Das Duo Klammer&Gründler ist stets am Puls der Zeit, und das seit langem: Nach den Projekten „Razionalnik“, das bereits vor 30 Jahren das musikalische Potenzial digitaler Datennetzwerke auslotete, und „RGB“, das vor 20 Jahren beim musikprotokoll das Thema der Synchronisation behandelte, gingen im Rahmen der heurigen Festivalausgabe Josef Klammer und Seppo Gründler gemeinsam mit Stefan Doepner nun der Frage nach, wie das Internet der Dinge klingt, und erforschten den Raum autonomer, vernetzter Maschinen mit musikalischen Mitteln. Wir präsentieren Ihnen den Mitschnitt dieses Konzertes am 27. Oktober in Zeit-Ton. Bereits heute begeben wir uns im Rahmen unserer diesjährigen Shape Lecture mit Seppo Gründler auf eine Reise in die Geschichte der Telekommunikationskunst.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik – Pflicht oder Kür?

Vito Zuraj: nterfret für Gitarre solo – Pascal Dusapin: Piano Works, Nr. 1 „Did It Again“ – Thierry Eschaich: Cantus III für Oboe solo – Avner Dorman: For Solo Violin

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio – „Can you hear a forest listening? For Pauline Oliveros“

Hommage an die legendäre Musikerin und Begründerin von Deep Listening Pauline Oliveros (1932 bis 2016) im Rahmen des Phonofemme Festival 2017.

Das Phonofemme Festival 2017 ist der im Vorjahr verstorbenen Pionierin der Electronic Music und Begründerin des Deep Listening Institute (DLI) Pauline Oliveros (1932 – 2016) gewidmet. Und findet am 21. Und 22. Oktober 2017 unter anderem in der Tonspur-Passage im MQ21, sowie im Café Korb in Wien statt. Seinen Abschluss findet das Festival in Radiokunst – Kunstradio im Rahmen des Ö1 Kunstsonntags.

Die Live Radioperformance „Can you hear a forest listening? For Pauline Oliveros“ von Mia Zabelka und Zahra Mani mit Radio Hommagen von Carole Ione, Maria Chavez, DJ Spooky, Maia Urstad und Doug Van Nort ist der 2016 verstorbenen amerikanischen Komponistin und Pionierin der elektronischen Musik Pauline Oliveros gewidmet. Mit der Begründerin des Deep Listening Institutes verband die Wiener Noise Violinistin, Komponistin und Radiokünstlerin Mia Zabelka eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit.

Als Basis für die Live-Performance dienen Mia Zabelka und Zahra Mani Klangmaterial von Zabelkas Solo Performance, die sie im Rahmen einer Audio & Videosession im ORF Funkhaus aufnimmt, außerdem werden Aufnahmen von Gesprächen mit Pauline Oliveros, sowie persönliche „Erinnerungsstücke“ in Form von gemeinsam eingespielten Audioaufnahmen und die Hommagen der beteiligten KünstlerInnen zu weiteren Bestandteilen.

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei |

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

2 Antworten

  1. Mathias Richter sagt:

    Der Tod Klaus Hubers hat einige Änderungen zur Folge. SRF2 sendet am Mittwoch um 20 Uhr ein Portrait Klaus Hubers.
    BR-Klassik hatte letzten Donnerstag eine Huber Sendung in den Horizonten. Darum gibt es die amerikanischen Komponistinnen in dieser Woche: Teil 1 am Dienstag um 22.30 Uhr, Teil 2 am Donerstag um 22.05 Uhr. Hoffe, es ist in Ordnung, dass ich das hier anmerke. Möglicherweise ist es für den einen oder die andere von Interesse.
    Das Eröffnungskonzert aus Donaueschingen am Freitagabend wird doch auch übertragen, oder?

    • Selbstverständlich ist es richtig, dies anzumerken. Vielen Dank für die Hinweise. Unsere Angaben beruhen auf den Daten der ARD-Suchmaschine und auf Informationen, die uns von den Sendern zur Verfügung gestellt werden. Aktuelle Änderungen bekommen wir daher nicht immer mit. Und manche Sendungen fallen durch das Raster. Die Donaueschinger Musiktage übertragen natürlich das Eröffnungskonzert. Hinzu kommt dann noch ein „Cluster“ am selben Tag vor dem Start um 15:05.

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