Ich will einen Oper-O-Maten bauen! – Teil I

Eine eigene Oper – so wie es Klaus Kinski sich in dem Film „Fitzcarraldo“ wünscht – brauche ich (noch) nicht.

Aber ich will einen Oper-O-Maten haben! Einen eigenen! Und zwar analog zu dem von mir entwickelten Sinfon-O-Maten, den ich 2016 für unsere lieben Kollegen vom VAN Magazin gestaltet habe. Dafür hatte ich letztes Jahr weit über einhundert Sinfonien kategorisiert (ein Artikel zur Entstehung des Ganzen findet sich hier) – und aus diesen Kategorien (beispielsweise „dramatisch“, „humorvoll“ oder „versöhnlich“) Statements entwickelt, auf die man mit „Ja“ oder „Nein“ zu reagieren hat. (Auf „Weiß nicht“ hatte ich irgendwie keine Lust. Weiß nicht.)

Ich mochte vor allem den Gedanken, den jeweiligen Benutzer des Sinfon-O-Maten eventuell für eine für ihn ganz neue, noch bisher unbekannte Sinfonie zu begeistern. Und ich glaube, das ist mir auch gelungen – das zeigen jedenfalls die vielen Likes und die vielen Shares auf Facebook und sonst wo.

Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl, wird wieder rege der Wahl-O-Mat verwendet, der am 30. August mittags online geht.

Deshalb habe ich mich ein paar Wochen fast ausschließlich mit der Entwicklung des Oper-O-Maten beschäftigt – für diejenigen, die keine Lust auf Politik haben.

Eine Woche vor der Bundestagswahl wird der Oper-O-Mat veröffentlicht. Und an dieser Stelle möchte ich über ein paar Ergebnisse berichten, die die Arbeit an dem Ding zutage förderten.

Für den Oper-O-Maten habe ich dieses Mal noch selbstzerstörerischer gearbeitet; ja, ich fühlte mich bei der Abgabe wie nach Vollendung einer Komposition (was bei mir zuletzt im Mai der Fall war; danach bin ich erst einmal eine Woche nach Sizilien geflogen; nach dem Oper-O-Maten war es die Toskana; Hauptsache Spanien!).

219 Opern habe ich ausgewählt. Mit Hilfe einer Liste auf Wikipedia, die sich aber dann doch – bei aller Quantität – als überraschend unvollständig herausstellte. So fehlen dort beispielsweise alle Opern von Sergei Prokofjew – natürlich einschließlich meiner Lieblingsoper „Die Liebe zu den drei Orangen“. Also war Ergänzungsarbeit nötig.

Die Auswahl der Opern ging relativ schnell. Natürlich spielten subjektive Vorlieben wieder eine Rolle. Das bleibt nicht aus. Alles von Wagner musste freilich dabei sein – aber hey, bitte nicht „Die Feen“, dafür aber „Das Liebesverbot“ – und halt der überschaubare Rest, lol.

Schwieriger wurde es gewiss bei Mozart. Da schafften es letztlich „Bastien und Bastienne“, „Così fan tutte“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Die Zauberflöte“, „Don Giovanni“, „Idomeneo“, „La clemenza di Tito“, „La finta giardiniera“ (eine ziemliche Scheiß-Oper, wie ich finde übrigens, haha!) und „Le nozze di Figaro“ in den Oper-O-Maten.

Morgen oder so mehr Ergebnisse. Für euch hoffentlich ein wenig interessant. Wenn nicht, dann klickt doch auf Alt + F4. Arrivederci.

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

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