Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 14. bis 20.08.2017

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 33. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Gustav Mahler Kompositionspreis 2017, Analogue Natives – Alte Medien in der Neuen Musik, 25. Todestag des Komponisten John Cage, Wendejahr 1967 – Aufbruch aus der Nachkriegs-Musikwelt, Experimentelle Musik in Neu Delhi, 20 Jahre ensemble mosaik, V:NM Festival 2017, Klangkunst: documenta 14, Tubist Constantin Hartwig, Nickelsdorfer Konfrontationen 2017, Forum neuer Musik 2005, „Gelebter Fado“ – Mit dem Eselskarren unterwegs in Portugal, Das Shape Jahr 2017 in ICAS Radio und ACOUSTIC.SPACE.LAB.


14.08.2017


23:03 | Ö1
Prämierte Werke beim Musikforum Viktring. Gustav Mahler Kompositionspreis 2017. „Mein Herz ist wie ein Stein“

Gestaltung: Angelika Benke. Seit mehr als 20 Jahren versteht sich der Gustav Mahler Kompositionspreis, der gemeinsam von Stadt Klagenfurt und Musikforum Viktring alle zwei Jahre veranstaltet wird, als Motivation für Komponistinnen und Komponisten, sich auf neues Terrain zu begeben, das Zusammenwirken von improvisierter und notierter Musik neu zu erfahren und sich gleichzeitig mit vorgegebenen Texten auseinanderzusetzen.

Die Ausschreibung 2016/17 war, wie schon seit vielen Jahren, dem Themenschwerpunkt „Menschenrechte“ und „Würdigung indigener Völker“ gewidmet, drei Texte von Sitting Bull, Winston Churchill und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai sollten ein inszeniertes Oratorium mit dem Titel „Mein Herz ist wie ein Stein“ ergeben.

Die Gewinner in diesem Jahr sind Katharina Klement (1963, Österreich), Krzysztof Knittel (1947, Polen) und Otto Wanke (1989, Tschechien), sie gestalteten je einen Akt des Oratoriums für vier Tasteninstrumente, Schlagwerk und Chor, das am 21.Juli 2017 im Stift Viktring unter der musikalischen Gesamtleitung von Christoph Cech uraufgeführt wurde.


15.08.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Analogue Natives – Alte Medien in der Neuen Musik

Von Michael Rebhahn (Wdh. v. 23.10.2012). Ob Plattenspieler oder Analog-Synthesizer – angeblich obsolete Medien sind bis heute aktuell. Nostalgie oder ästhetisches Argument?

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Viera Janárceková: „Dreifenster-Duo“ (Bianca Breitfeld, Violoncello; Stefanie Schumacher, Akkordeon); Konstantia Gourzi: „for four“, op. 59 (Slava Cernavca, Klarinette; Miltiades Papastamou, Violine; Sven Kacirek, Marimba; Konstantia Gourzi, Klavier); Helga Pogatschar: „Underground surround“ (Reinhilde Gamper, Leopold Hurt, Martin Mallaun, Zither); Dorothee Eberhardt: „Xenon Phi“ (Münchner Flötentrio); Isabel Mundry: „Liaison“ (Sofija Molchanova, Klarinette; Georgios Panagiotidis, Violine; Anna Khubashvili, Violoncello; Minas Koutsambasopoulos, Klavier); Gloria Coates: Streichquartett Nr. 5 (Modern String Quartet)

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 25. Todestag des Komponisten John Cage

John Cage: „The wonderful widow of eighteen springs“ (Cathy Berberian, Gesang; Bruno Canino, Klavier); „In a landscape“ (Yvar Mikhashoff, Klavier); „Second construction“ (Cabaza Percussion Quartet); Aus: „Sonatas and Interludes“ (Steffen Schleiermacher, Klavier)

22:05 | Ö1
Ö1 extra. Wendejahr 1967 – Aufbruch aus der Nachkriegs-Musikwelt

Gestaltung: Irene Suchy. Für die Musik-Szene, die Avantgarde der Künste in Österreich, ist 1967 ein Wendejahr. Vieles bahnt sich an: Friedrich Gulda bereitet die Musikforen Ossiacher See vor, die zweite Gesamtaufnahme der Beethoven-Klaviersonaten im Jahr 1967 wird ihm 1968 den Mut geben, den Beethoven-Ring an die Wiener Musikhochschule zurückzugeben. Erstmals ist die Verkrustung der Ausbildungsstrukturen ein öffentliches Thema. Gulda moniert, dass die Hochschule, weil sie eine autoritäre Ausbildungsinstitution sei, keine nach dem „Revolutionär Beethoven“ benannte Ehrung verleihen dürfe.

In der Nachkriegspolitik verlieren die Einrichtungen der Alliierten an Bedeutung: die Innsbrucker Jugendkulturwochen, literarische und musikalische Brutstätte der jungen Generation, machen in Protesten und Disputen ihr nahendes Ende absehbar. Giselher Smekal erinnert sich an den Eklat, der zum Ende führt und an dem er nicht unbeteiligt war. Damit ist die letzte kulturelle Einrichtung der Alliierten Geschichte. Hier hatte sich in den Jahren 1950 bis 1969 die Literaturszene von Jelinek bis Jonke, der Kompositionsnachwuchs von Cerha bis Zykan gefunden und inspiriert.

An der Grazer Akademie für Musik wird viel organisatorische und pädagogische Energie in die Überwindung der NS-Zeit investiert, für Harald Kaufmann, den Pionier der Forschung an jüdischer Kultur, wird 1967 das Institut für Wertungsforschung begründet. In steirischen Politik-Kreisen wird der steirische herbst erfunden, er ist ab 1968 Forum und vorgezeichneter Raum für die Avantgarde-Kunst. Jazz findet hier in Graz Eingang in die akademischen Ausbildungsstrukturen und findet sogleich in Heinz Conrads einen prominenten Zweifler. Ein Tondokument eines Interviews von Heinz Conrads mit dem Jazz-Institut-Begründer erinnert daran.

Nicht nur Ansätze zur konsequenten Aufarbeitung des verfemten jüdischen Erbes, sondern auch zu deren Wiedererlangung bereichern das Musikleben: Die Wiener Festwochen geben den ersten kompletten Gustav Mahler Zyklus und bekennen sich damit zum Repertoire, das in der NS Zeit als „entartete Kunst“ diffamiert und verboten war.


16.08.2017


20:00 Uhr | SRF2-KULTUR
Jenseits von Bollywood: Experimentelle Musik in Neu Delhi

In Neu Delhi etabliert derzeit eine junge Szene Musik fernab vom Mainstream. Sie veranstaltet Wohnzimmerkonzerte wie die «Listening Room Sessions» und teilt ihre Musik über SoundCloud und Facebook mit der Welt.

23:03 | Ö1
Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Gestaltung: Heinrich Deisl. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


17.08.2017



00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: 20 Jahre ensemble mosaik

Johan Svensson: „Down“ für Violine und Elektronik; Liza Lim: „Gyfu“ (Gift) für Oboe; Mathis Mayr/Niklas Seidl: „PROJEKT 2“ für zwei Violoncelli und Elektronik; Enno Poppe: „Fell“ für Schlagzeug solo; Ann Cleare: „eyam iii“ für Bassflöte; Stefan Prins/Simon Strasser/Roland Neffe: „PROJEKT 4“ für Elektronik, Oboe und Schlagzeug. ensemble mosaik. Ackerstadtpalast Berlin. Aufzeichnung vom 02.07.2017

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Erna Woll: „Requiem für Lebende“ (Anneke Abel, Sopran; Gerda Knauer, Flöte; Stephan Reitschuster, Oboe; Brunhilde Wagner, Kontrabass; Schwäbischer Madrigalchor: Helmut Maschke); Fritz Froschhammer: Sonate (Uwe Stransky, Oboe; Fritz Froschhammer, Klavier); Walter Prokop: Sonatine (Hermann Klemeyer, Flöte; Fritz Froschhammer, Klavier); Tom Sora: „20 Töne“ (Tom Sora, Kurbel-Spieluhr, Stimmen); Philippine Schick: Liederkreis, op. 15 (Ildikó Fezer, Mezzosopran; Annemarie Hollo, Klavier)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

John Cage: Concerto (Róbert Regös, Präpariertes Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Lucas Vis); String Quartet in four parts (Leipziger Streichquartett); „Living Room Music“ (Die Schlagwerker)

23:03 | Ö1
V:NM Festival 2017 (1). V:NM Festival: Zwischen Neuer, Elektronischer und improvisierter Musik

Gestaltung: Franz Josef Kerstinger. Es ist wie immer ein Wagnis, ein Experiment ohne Netz und gleichermaßen spannend, sowohl für das Publikum als auch für die am V:NM Festival in Graz teilnehmenden Musikerinnen und Musiker: Vom 24. bis zum 27. Mai fanden an den unterschiedlichsten Veranstaltungsorten unzählige Konzerte statt, die österreichische Musikerinnen und Musiker aus der Neue-Musik-, der Elektronik- und der Improvisationsszene sowie deren Gäste zu einzigartigen Konstellationen zusammengeführt haben, in denen man sie bisher nicht erleben konnte. Das sind sozusagen die Spielregeln des V:NM Festivals, des biennal stattfindenden Festivals des „Vereins zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik“.


18.08.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: documenta 14: Every Time A Ear di Soun. The Gramophone Effect. Von Gilles Aubry und Robert Millis

Mit: Gitanjali Dang, Usha Deshpande, Renee Lulam, Farah Mulla, Travelling Archive (Moushumi Bhowmik und Sukanta Majumdar). Produktion: documenta 14/Deutschlandfunk Kultur 2017. Länge: 44’30. (Ursendung)

Auf den Spuren britischer Grammophon-Aufnahmen in Indien. ‚Grammophoneffekt‘ nannte Jacques Derrida das Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Festhalten einer Erinnerung und der Unmöglichkeit, lebendige Stimmen als solche zu bewahren. Der Ausdruck bezeichnet auch die entfremdende Gegenwart aufgezeichneter, wiederabgespielter Stimmen. Die Komposition ‚The Gramophone Effect‘ entstand aus der Zusammenarbeit von Gilles Aubry und Robert Millis mit indischen Klangkünstlern. Sie enthält frühe indische Schellackaufnahmen, Fieldrecordings aus dem Grenzgebiet Indiens, Klänge von Instrumentenbauern und Musikern sowie Improvisationen auf einem Grammophon.

Gilles Aubry lebt als Klangkünstler und -forscher in Berlin. Viele seiner Arbeiten basieren auf Recherchen historischer und kultureller Aspekte von Klangprdoduktion und -rezeption. 2016 gewann er den European Sound Art Award vergeben vom Skulpturenmuseum Marl und WDR3.

Robert Millis, geboren 1966 in New York City, ist Musiker, Produzent und Klangkünstler. Bekannt wurde er mit seinen Arbeiten für das Label „Sublime Frequencies“ und als Gründungssmitglied der Experimentalgruppe „Climax Golden Twins“. Sein Interesse gilt frühen, akustischen Aufnahme- und Vervielfältigungstechniken, insbesondere der Wachswalze und der Schellackplatte. 2012 und 2013 forschte er als Senior Fulbright Research Scholar über indische Musik und Klangkunst in Indien.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Philippine Schick: Passacaglia und Choralfuge über das Magnificat, op. 37 b (Münchner Philharmoniker: Kurt Striegler); Tobias Peter Maria Schneid: „Manchester-metrics“ (Jörg Widmann, Klarinette); Peter Kiesewetter: Symphonie Nr. 1, op. 50 – „Purgatorio“ (Adelheid Maria Thanner, Sopran; Martin Haselböck, Orgel; Frauenchor des Bayerischen Rundfunks; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Alicja Mounk); Josef Anton Riedl: Aus „Sila Silaspihr“ (Lorenzo Ferrero, Alberto Vignani, Synthesizer; Edith Salmen, Schlagzeug; Josef Anton Riedl, Klangregie)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Romuald Karmakar: Nacht über Gospic (BR 1993)

Das Readytape „Nacht über Gospic“ ist der erste Teil der Hörspiel-Trilogie „Warheads“ von Romuald Karmakar. Diese Hörspiele, die dokumentarische Formen variieren, stehen in engem Bezug zur filmischen Arbeit des Autors, insbesondere zu dem 182-minütigen Dokumentarfilm „Warheads“, der von 1989 bis 1992 als deutsch-französische Koproduktion entstand. Zum Readytape „Warheads: Nacht über Gospic“ schreibt der Autor: „Gospic liegt im Süden Kroatiens, 40 km östlich der Adriaküste. Die erste Frontlinie umschließt die Stadt in 4-5 km Entfernung. Vor Kriegsbeginn lebten hier 30.000 Zivilisten. Die britischen Söldner Karl und Richie wohnen in einer möblierten Privatwohnung. Das Readytape dokumentiert etwa eine halbe Stunde lang den Artillerieangriff auf Gospic und den Rhythmus, in dem sich ein- und ausfliegende Geschosse abwechseln.“

Romuald Karmakar, geb. 1965, Drehbuchautor, Filmregisseur und Hörspielmacher. BR-Hörspiel u.a. „Das Warheads-Oratorium“ (mit Michael Farin,1997).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Klischee ade – Der Tubist Constantin Hartwig

Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbes 2016. Roland Szentpáli: „Pearls III“ für Tuba solo, Klavier und drei Background-Tuben; John D. Stevens: „The Liberation of Sisyphus“ für Tuba solo und Tuba-Euphonium-Oktett; John Harmon: „Silhouette“ für Tuba und Klavier

23:03 | Ö1
Nickelsdorfer Konfrontationen 2017 (2). Musikalische Höhepunkte bei den diesjährigen Nickelsdorfer Konfrontationen

Gestaltung: Nina Polaschegg. Alljährlich finden Mitte/Ende Juli im Burgenländischen Nickelsdorf die Konfrontationen statt. Es ist eines der ältesten Festivals für Free Jazz, improvisierte und experimentelle Musik, kuratiert von Gastwirt Hans Falb, dessen Wirtshaus zugleich Jazzgalerie und Veranstaltungsort ist. Zum bereits 38. Mal betraten heuer Musikerinnen und Musiker die überdachte Bühne im Hof.

Ob hochsommerlich hitzige Temperaturen oder Gewitter, die Atmosphäre in Nickelsdorf ist immer besonders. Nicht zuletzt ist es auch ein Ort der Kommunikation – Musiker/innen und Zuhörende vertiefen sich bis spät in die Nacht bei einem Glas kühlen Getränkes in Gespräche. Wir haben auch diesmal wieder zwei Festivaltage aufgezeichnet. Heute und an den beiden folgenden Freitagen präsentieren wir Ihnen Ausschnitte aus diesen Konzerten. Zu hören sein wird sowohl Musik von Konfrontationen-Stammgästen wie Nickelsdorf-Neulingen.

Darunter zwei Trompeterinnen: Susana Santos Silver und Birgit Ulher mit ihren Formationen, heimische Musikerinnen und Musiker wie Klaus Filip, Noid, Katharina Klement und Isabelle Duthoit oder auch langjährige Freunde der Festivals wie u.a. Frank Gratkowski, Mazen Kerbaj oder das ICP Orchester.


19.08.2017


22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik. Revisited. Forum neuer Musik 2005. Iris ter Schiphorst: aus kindertagen: verloren

Daniel Göritz, Gitarre; Christoph Greund, Klavier; Gordon MacKay, Violine; Anton Lukoszeviece, Violoncello; Ensemble 01. Aufnahme vom 5.3.2005 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Ein Personalporträt, das auf Musiktheatrales verzichtet, war bereits seinerzeit ein Problem. Aber auch in ihrer Instrumentalmusik geht es der gebürtigen Hamburgerin Iris ter Schiphorst (*1956) um Ausdruck und Mitteilung. Beim Forum neuer Musik 2005 boten ihr besonders verbundene Musiker vier Werke unterschiedlicher Art, die die jeweilige Einbeziehung von Sprache verband: Verse aus einem Volkslied, Fragmente von William 
Blake, die Stimme von Maguerite Duras. Uraufgeführt wurde der Deutschlandfunk-Auftrag ‚aus kindertagen: verloren‘.


20.08.2017


22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Gelebter Fado“ – Mit dem Eselskarren unterwegs in Portugal

Von Katalin Fischer. (Wdh. v. 05.08.2012)

22:08 | Ö1
Das Shape Jahr 2017 in ICAS Radio (2). Das vielgestaltige Klanguniversum der ICAS Plattform Shape

Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn. In drei „Zeit-Ton extended“-Ausgaben im August tauchen wir in das vielgestaltige Klang-Universum der Plattform Shape für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst ein. Ins Leben gerufen wurde sie im Dezember 2014 von 16 Festivals des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound, das vor zehn Jahren vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst mitbegründet wurde.

Gemeinsam werden jedes Jahr 48 Künstler/innen und Projekte ausgewählt, auf die dann jeweils zwölf Monate lang die ICAS Scheinwerfer gerichtet sind. Einige davon werden Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn in diesen drei „Zeit-Ton extended“-Ausgaben näher vorstellen – und dabei auch den einen und anderen Abstecher in die Shape-Jahre 2015 und 2016 unternehmen.

23:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio. Museum der Meisterwerke: ACOUSTIC.SPACE.LAB

Wiederholung einer Live-Sendung anlässlich des Projektes ACOUSTIC.SPACE.LAB in Irbene (Lettland) vom 12.8.2001

Das Radioteleskop im lettischen Irbene hat gigantische Ausmaße – 32 Meter ist der Durchmesser des Parabolspiegels – und dennoch war seine Existenz lange ein streng gehütetes Geheimnis, wurde es doch von der Sowjetischen Armee eingerichtet, um feindliche Satellitenkommunikation abzuhören und U-Boote im Baltischen Meer aufzuspüren. Seit dem Zerfall der UdSSR und der Unabhängigkeit Lettlands dient es wissenschaftlichen Zwecken. Und für ein paar Tage, im August 2001, wurde es der Kunst zugänglich gemacht. Über 30 Künstlerinnen, Theoretiker und Aktivistinnen wurden eingeladen, im Rahmen des Symposiums ACOUSTIC.SPACE.LAB vor Ort oder von außerhalb mit dem Radioteleskop zu experimentieren. Die Performances wurden live gestreamt und on air auf ROI und Radio 1476 gesendet.

In einem „Kunstradio“-Spezial wurde der Stream und Ausschnitte aus Performances gesendet und vom Live-Studiogast Robert Adrian kommentiert, der als Künstler an der Veranstaltung in Irbene teilnahm. Den Mitschnitt dieses außergewöhnlichen Unterfangens präsentiert „Radiokunst-Kunstradio“ im Rahmen der Ö1 Reihe „Museum der Meisterwerke“ aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Senders.

23:04 bis 23:30 | hr2-kultur
ARD Radiofestival 2017 Radio Lab – „Zurück in die Zu(sammen)kunft“ von Flowin IMMO

Seit 1993 ist Immo Wischhusen aka Flowin IMMO als Rapper unterwegs, arbeitete mit verschiedenen Künstlern zusammen, nahm vier Alben auf und am Bundesvision Song Contest teil, er tourte durch Südost-Asien und spielte an der Komischen Oper in Berlin. Er gibt Rap-Workshops, spielt komplett improvisierte Konzerte auf Zuruf mit seinem Sooper Looper und arbeitet seit 2016 am Kulturprojekt DKP. „Die komplette Palette“, die am Fuldahafen im norddeutschen Hemelingen entstand, ist ein Gelände für Kunstprojekte jeglicher Form, für Lesungen, Theater oder Konzerte – und das alles aus Materialspenden, Altholz und Europaletten in Eigenregie mit Hilfe freiwilliger Hände. „Mach’s dir selbst“ ist so auch der Hashtag, unter dem seine Sendung läuft. Als Freiheitsproduzent will er Stadtmenschen zurück in die Zu(sammen)kunft führen und fragt sich, was der Freie Wille, die Freiwilligkeit heute bedeuten kann.

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei |

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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