Neue Musik / Musikfeature: Die Radio-Woche vom 17. bis 23. April 2017

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 16. Jetzt leider das zweite Mal ohne die Beiträge vom rbb-kulturradio, die es weiterhin nicht hinbekommen, ihre Beiträge in die ARD-Suchmaschine einzupflegen. Wir verweisen statt auf Ultraschall dann auf einen Beitrag zum Musikland Brandenburg. Beschwerden bitte an rbb-kulturradio (https://www.kulturradio.de/), sofern Sie da eine Kontaktadresse finden. Ebenso ergeht es jetzt BR-Klassik mit seiner Sendung „Horizonte“. Auch diese wird nach wie vor nicht gelistet (auch dieses Mal wieder eine Ausnahme …). BR-Klassik ist in Kenntnis, aber bekommt das Problem offensichtlich nicht in den Griff. Schade. Beschwerden bitte direkt an BR-KLASSIK.

  • Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen finden sich bei Stefan Hetzel.
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17.04.2017 (Oster-Montag)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ästhetik der Schleife. Vom Loop in der Musik

Von Raphael Smarzoch. Loops sind Endlosschleifen. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Ihnen wird nachgesagt, stumpf, eintönig und langweilig zu sein. Dabei sind sie viel komplexer als man erwarten würde. Musik, die auf Loops basiert, unterliegt nicht einer zielgerichteten Struktur. Sie macht andere Hörerfahrungen möglich. Komponisten wie Pierre Schaeffer und Karlheinz Stockhausen experimentierten mit Loops. Bernhard Lang sucht in seiner Arbeit nach einer allumfassenden Loop-Grammatik. William Basinski setzt den Loop als romantische Sehnsuchtstechnik ein, während die Computermusiker von Evol das psychoakustische Potenzial des Loops zwischen Ennui und Transzendenz erforschen. Raphael Smarzoch untersucht für SWR2 JetztMusik die Magie des klingenden Augenblicks.


18.04.2017 (Dienstag)

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: Auf der Spur eines Vergessenen. Das Projekt „Re-inventing Smetak“ des Ensemble Modern

Von Michael Rebhahn. 1937 ging der Schweizer Walter Smetak nach Brasilien und schuf ein visionäres kompositorisches Werk, das nun neu entdeckt wird.

22:05 bis 23 Uhr | BR-KLASSIK
Horizonte: halb im Spaß/Ernst: Kreidleriana

Musik und Konzepte des Komponisten Johannes Kreidler … Von Julia Schölzel

23:08 | Ö1
Zeit-Ton:

Gestaltung: Rainer Elstner


19.04.2017 (Mittwoch)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Kerstin Thieme: „Psalm 90“ (Gabriele Schmid, Sopran; Renate Kaschmieder, Alt; Thomas Wittig, Bass; Bachchor St. Lorenz; Manfred Meier-Appel, Orgel; Nürnberger Symphoniker: Matthias Ank); Edgar Bredow: „Quatuor a Cordes“ (Bamberger Streichquartett); Siegfried Fink: „Motion Pictures II“ (Bernd Kremling, Jeff Beer, Jochen Sponsel, Schlagzeug; Werner Berndsen, Tonbandrealisation); Erwin Walther: Duo (Günter Kehr, Violine; Erich Sichermann, Viola); Dieter Salbert: „Johannis-Zauber“ (Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck: Stefanos Tsialis)

20:00 Uhr | Radio SRF 2 Kultur
Der Talk: Neue Musik auf dem Sofa

BadBlog-Hörtipp

BadBlog-Hörtipp

Zwei Gäste hören sich zusammen mit dem Moderator Musik an. Stücke, die aus Gegenwart kommen oder ganz frisch in diese hineinstrahlen. Gäste von Benjamin Herzog sind Anja Wernicke und Dimitri Ashkenazy. Was hören wir, was löst diese Musik in uns aus, welche Gedanken, Bilder, Emotionen kommen beim Hören hoch? Das sind die Fragen, die wir ganz entspannt dabei diskutieren. Welche Rolle spielt dieses Stück in einer persönlichen Musikgeschichte, in unserer Gegenwart? was wird da zeitgeistig ausgedrückt? Eine Hörschule mit zeitgenössischer Musik. Gespielte Musik: Helena Winkelmann: «Quadriga» (2011); Carola Bauckholt: «Der aufgefaltete Raum» (2015); Chaya Czernowin: «The Quiet» (2010); Alice Shields: «Vegetable Karma» (1999)

21:20 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Finnlands Neue Musik im Jubiläumsjahr

Von Helmut Peters. Nach langen Jahren unter der Herrschaft der Schweden und danach als Großfürstentum im Russischen Reich wurde Finnland 1917 endlich unabhängig erklärt und erhielt zwei Jahre später eine republikanische Verfassung. Im Jubiläumsjahr „100 Jahre Unabhängigkeit“ schauen wir nun einmal auf die außergewöhnlich rege Szene der Neuen Musik in Finnland mit Protagonisten wie Kalevi Aho, Kaija Saarhiao und Esa-Pekka Salonen. Außerdem sprechen wir mit Osmo Tapio Räihälä, einem ehemaligen Radiomoderator und heute erfolgreichen Avantgardekomponisten.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Sentimentales. Ensemble Ascolta. Marija Skender (Klavier)

Gordon Kampe: „Moritaten und Sentimentales“ für Trompete, Posaune, 2 Schlagzeuger, E-Gitarre, Violoncello und Klavier; Vito Žuraj: „Etouffée“ für Klavier; Beat Furrer: „linea dell’orizzonte“ für Ensemble.
Neue Studioproduktionen des SWR mit Werken von Gordon Kampe und Vito Žuraj, zwei Komponisten, die spielerisch und ohne falsche Ehrfurcht die Sprachpalette der Neuen Musik erweitern, und die beweisen, dass sich das verbissene Experiment und eine schelmische Selbstironie nicht ausschließen müssen.

23:08 | Ö1
Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen.

Gestaltung: Nina Polaschegg


20.04.2017 (Donnerstag)

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: MaerzMusik. Festival für Zeitfragen. Memory Space: Chennai – Berlin (3/3)

Radialsystem V, Berlin. Aufzeichnung vom 20.03.2017. Jeremy Woodruff: „Construction with Boismortier & Sankarabharanam“ für Bassklarinette, Violine, Viola, Mridangam/Tabla und Tanpura (2016); Ramesh Vinayakam: „Svara Varam-Boon of Notes“ Kompositionen für Stimme, Bambusflöten, Mridangam, Bassklarinette, Violine, Viola und Tanpura. Ramesh Vinayakam, Stimme; Shantala Subramanyam, Bambusflöten; Jeremy Woodruff, Tanpura; Anantha Krishnan, Mridangam/Tabla; Ensemble KNM Berlin

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Norbert R. Stammberger: „re-recording no.29.3006.06“ (Stephan Stiens, E-Gitarre; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); Richard Wetz: Requiem h-Moll, op. 50 (Marietta Zumbült, Sopran; Mario Hoff, Bariton; Dombergchor Erfurt; Thüringisches Kammerorchester Weimar: George Alexander Albrecht); Elke Tober-Vogt: „Klezmer-Suite“ (Marcel Steinrichter, Klarinette; Florian Stadler, Akkordeon; Bayerisches Landeszupforchester: Gerhard Vogt); Nikolaus Brass: „Der Garten“ (Neue Vocalsolisten Stuttgart; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Eötvös)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Tour d’Horizon. Aus der Tiefe – in die Tiefe

Musik für Kontrabass, Bassklarinette, Tuba und andere tiefe Instrumente von Alfred Schnittke, Gavin Bryars, Charlotte Seither, Giacinto Scelsi, Charles Wuorinen, John Williams, Georg Kröll, Stefano Scodanibbio, Isang Yun und Morton Feldman

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik: Werkzeuge der Neuen Musik

Posaune, Teil 2. Von Sebastian Loelgen. http://www.hr-online.de/website/radio/

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Radio Penthesilea Hörstück von Julia Wissert, Kathrin Herm, Peter Blum, David Schnaegelberger

Mit: Natali Seelig, Kathleen Morgeneyer und Götz Schulte; Musik: Klaus Buhlert; Regie: Julia Wissert / Kathrin Herm / Peter Blum / David Schnaegelberger; Mitarbeit bei Konzept und Regie: Klaus Buhlert; (Produktion: Autorenproduktion für SWR 2014 in Kooperation mit dem Mozarteum Salzburg). Mit den Mitteln des Radios erzählen vier junge Künstler die Geschichte der „Penthesilea“ nach Heinrich von Kleist. Sie verstehen den Text als Fundus und Konzentrat für ihre Visionen von exzessiver Frauenliebe. Das Ergebnis ist ein „postmodernes“ Stück, das über die Rahmenhandlung einer Talk-Show, die über Frauenbilder heute und damals diskutiert, unterschiedliche Versionen dieser Geschichte entwirft: So kriecht das Stück mal in den Kopf der Amazonenkönigin hinein, mal wählt es die Perspektive der distanzierten Mauerschau, mal spiegelt es das „Zum-Fressen-Liebhaben“ durch Kleists Briefe in der Ästhetik heutiger Hörspieltechniken. Christian Deutschmann notierte in epd medien, hier werde kunstvoll verknüpft „das unverblümte Ausstellen explosiver seelischer Gewalttaten (…) und der intime Radioraum als Probierfeld, das zum Besinnen einlädt“. Das Realisationsteam studierte zur Zeit der Produktion am Mozarteums Salzburg. Der renommierte Hörspielmacher Klaus Buhlert war dabei Supervisor.

23:08 | Ö1
Zeit-Ton: Neues von Elektro Guzzi. Gestaltung: Susanna Niedermayr

Mit ihrem vergangenes Jahr erschienenen aktuellen Album „Clones“ schreiten Elektro Guzzi den auf „Observatory“ vorgezeichneten Weg fort. Bereits seit einiger Zeit arbeiten Jakob Schneidewind, Bernhard Hammer und Bernhard Breuer beharrlich an der sukzessiven Dekonstruktion ihres über die Jahre so perfektionierten Minimal Techno Sounds. Auf „Clones“ klingen sie nun so divers wie noch nie. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die drei Musiker sich diesmal gegenseitig bereits weitgehend ausformulierte Kompositionen vorgelegt haben, die dann gemeinsam ausgearbeitet wurden. Für die vier Stücke, die auf der unlängst veröffentlichten EP „Parade“ zu hören sind, hat sich das Trio die drei Posaunisten Hilary Jeffery, Daniel Riegler und Martin Ptak als Gastmusiker eingeladen. Die Initialzündung lieferte ein Kompositionsauftrag des Festivals artacts in St. Johann in Tirol.


21.04.2017 (Freitag)

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Klangkunst: documenta 14: Every Time A Ear di Soun. Our Musuem. Von Charles Curtis. Produktion: documenta 14/Deutschlandradio Kultur 2017; Länge: 36’58 (Ursendung)

Was bedeutet Gleichklang? Ein Essay aus Worten und Tönen. „Our Musuem“ lässt zwei voneinander unabhängige Text/Ton-Ströme gegeneinander laufen, die entweder zeitgleich auf verschiedenen Radiofrequenzen gesendet und auf vielen Geräten gehört werden können oder einander auf derselben Frequenz mal verstärken, mal stören, dabei aber kaum ineinandergreifen. Die Textfragmente hinterfragen gängige Vorstellungen vom Wesen der Klänge, vom Musikmachen als solchem und vom Akt der Darbietung. Einzelne Klangelemente heben einander durch Frequenzabgleich und nahezu vollständigen Gleichklang auf. Gleichklang in der Musik bedeutet die Dopplung ähnlichen Materials. „Our Musuem“ unterzieht den Gleichklang einer Auseinander-Setzung im eigentlichen Sinn des Wortes, macht aus ihm einen Dis-Kurs oder geteilten Strom. Charles Curtis ist Cellist. Zusammenarbeit unter anderem mit La Monte Young und Marian Zazeela, Alvin Lucier, Éliane Radigue und Christian Wolff. Ehemaliges Mitglied der Band „King Missile“. „Every Time A Ear di Soun“ ist eine gemeinsame Radiokunst-Ausstellung von documenta 14 und Deutschlandradio Kultur. Sie zeigt 30 neue Hörstücke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Diese Klänge werden von acht Rundfunksendern auf der ganzen Welt ausgestrahlt – und sie erscheinen im Klangkunstprogramm von Deutschlandradio Kultur während des documenta-Zeitraums vom 8. April bis 17. September. Der Titel der Ausstellung ist einem Song des jamaikanischen Dub-Poeten Mutabaruka entlehnt. Er bedeutet „Immer wenn ich den Klang höre“.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Tobias Giesen: „Belsazar“ (Claudia Hübl, Klavier); Joachim F.W. Schneider: „Goldberg“, Aria (Jürgen Ruck, Petri Kumela, Gitarre); Claus Kühnl: „Offene Weite …“ (Michinori Bunya, Kontrabass; Catherine Vickers, Klavier); Jürgen Schmitt: „Vil Sturm & linde Zeit“ (Toscana Ensemble für Neue Musik)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Kammermusik eines fast Vergessenen. Der französische Komponist Édouard Lalo

Von Johannes Jansen. Fragt man nach französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, fällt sein Name meist nur in Verbindung mit einem einzigen Werk: „Symphonie espagnole“. Musikkenner beeilen sich hinzuzufügen, eigentlich sei es keine Symphonie, sondern ein Violinkonzert. Viel mehr als das weiß freilich kaum jemand über Édouard Lalo. Um zu erfahren, dass er auch ein „richtiges“ Violinkonzert und – das noch bekannteste seiner unbekannten Werke – ein Cellokonzert geschrieben hat, daneben große Bühnenwerke, Kammermusik und eine beträchtliche Zahl von Liedern, muss man schon ein Lexikon befragen. Oder nach Venedig fahren. In der versinkenden Stadt bemüht sich eine Privatstiftung darum, das musikalische Erbe Lalos und anderer vom Vergessen bedrohter Repräsentanten der französischen Romantik vor dem Untergang zu bewahren.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Claudius Lünstedt: Krieger im Gelee

Von Claudius Lünstedt. Mit Max Mauff, Jörg Hartmann und Friederike Kempter. Komposition: Andreas Bick. Regie: Cordula Dickmeiß. DKultur 2016. Die Stimme vor Augen. Alice Elstner (Hörspielmacherin) im Gespräch mit Julian Doepp. BR 2011. Immer nach dem Fechtunterricht schaut sich der 14-jährige Mervin teure Uhren in den Auslagen an. Seine Eltern können sich solche Geschenke leisten und behüten ihren Sohn, der sich nach der weiten Welt und nach Freundschaft sehnt. Eines Tages bekommt er ein Angebot. Am andern Ende der Stadt sitzt Martin täglich acht Stunden auf seinem harten Holzstuhl und kasteit sich mit Gedanken und geregelten Abläufen. Dann gerät alles aus der Bahn. „Man muss Lautréamonts Chants de Maldoror nicht kennen, um dieses Hörspiel zu verstehen. Aber wenn man weiß, dass der sechste Gesang aus einem der schwärzesten Texte des Weltliteratur hier Pate gestanden hat, kann man die Raffinesse, mit der Claudius Lünstedt den Stoff in die Gegenwart überführt, nur bewundern. Entscheidend ist aber die Erzählweise dieses spannenden Kammerspiels: In drei voneinander vollkommen unabhängigen Monologen wird dasselbe unerhörte Ereignis auf einer Brücke beleuchtet.“ (Jurybegründung zum Hörspiel des Monats September 2016). Claudius Lünstedt, geb. 1973 in München, Autor. Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Theaterstücke u.a. „Vaterlos“ (2004), „Freiburg“ (2008). Auszeichnungen u.a. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis (2003).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandradio Kultur
Einstand: No piano, no problem

Werke von Florentine Mulsant, Sebastian Currier und Astor Piazolla. Philippe Villafranca, Violine; Manon Louis, Harfe

23:08 | Ö1
Zeit-Ton extended: 200 Jahre Wiener Musikuniversität. Gestaltung: Rainer Elstner

Antonio Salieri eröffnete 1817 in der heutigen Singerstraße in Wien eine Singschule, in der zwei Lehrer je zwölf Schüler und Schülerinnen unterrichteten. Heute heißt diese Singschule Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) und hat etwa 3.000 Studierende in mehr als 100 Studienrichtungen. Ihren 200. Geburtstag feiert die Wiener Musikuniversität mit zahlreichen Veranstaltungen. In dieser Sendung widmen wir uns dem zeitgenössischen Musikschaffen in Lehre und Forschung – vom Kompositionsstudium über den Lehrgang für Computermusik und elektronische Medien (ELAK) bis hin zum Instrumentalstudium.


22.04.2017 (Samstag)

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK (Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr)
Das Musik-Feature: Kammermusik eines fast Vergessenen. Der französische Komponist Édouard Lalo

22.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
Open Sounds: Iggy Pop 70 – Zwischen Proto-Punk und Post-Chanson

Immer wieder sind Iggy-Pop-Songs zu klassischen Hymnen der jeweils neuen Generation von Punks geworden, die ihn zum Urvater der Dissidenz erkoren haben. „1969“ auf dem Debütalbum der Stooges z.B., in dem der damals 22-jährige seine Langeweile und Perspektivlosigkeit herausschreit – und damit konträr zum Zeitgeist der Woodstock-Euphorie stand. Dutzende von Alben hat er seitdem aufgenommen. Iggy Pop ist der zuverlässige, desillusionierende und auch poetische Chronist des zeitgenössischen Amerika. Die Platte „New Values“ von 1979 nahm hellsichtig das Erstarken einer religiösen Rechten vorweg. Das Konzeptalbum „American Caesar“ (1993) entwarf im Jahr 23 vor Trump das dekadente Bild Amerikas auf der Folie von Gibbons klassischer historischer Studie „Verfall und Untergang des Römischen Reiches“. Mit „Avenue B“(1999) und „Préliminaires“ (2009) wendet Iggy Pop sich dem Jazz und Chanson zu. In WDR 3 Open Sounds stellt sich Iggy Pop den Fragen von Thomas Mense.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Es lebt (Aktuelle Produktionen von Milica Djordjevic aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal)

Am Mikrofon: Leonie Reineke. Musik sei dazu da, um gehört zu werden, sagt die aus Serbien stammende Komponistin Milica Djordjevic. Musik ist für sie „nichts, was man nur intellektuell analysieren sollte. Ich möchte dem Hörer die Möglichkeit geben, meine Musik unmittelbar zu erfahren, von ihr mitgerissen zu werden. Auf keinen Fall möchte ich, dass meine Kompositionen die Menschen gleichgültig zurücklassen.“ Auf ihrer Porträt-CD, die in der Reihe ‚Edition Zeitgenössische Musik‘ des Deutschen Musikrats erscheint, versammelt Djordjevic Kammermusik und Solostücke, denen eines gemeinsam ist: ihre physische Erlebbarkeit. Was die Musiker als extreme Verausgabung und Erschöpfung am eigenen Leib erfahren, präsentiert sich dem Hörer als Ballung und Entfaltung wuchtiger Klangenergien. Dabei geht es der Komponistin keineswegs um virtuos-manieristische Formspiele, sondern, im Gegenteil, um das Derbe, das Kompromisslose, das Hochexpressive und das Lebendige. Alle vorgestellten Aufnahmen entstanden im Deutschlandfunk Kammermusiksaal.


23.04.2017 (Sonntag)

18:04 | rbb-kulturradio
Musikland Brandenburg. „Auf, auf mein Herz, mit Freuden“ – Österliche Orgelmusik aus St. Nikolai in Lübbenau

Mit Claus Fischer. Einer der beliebtesten Ausflugsorte in Brandenburg ist die Spreewaldstadt Lübbenau. Doch nicht nur die vielfältige Natur rund um die unzähligen verzweigten Kanäle sind eine Reise wert, sondern auch das intakte Ortsbild. Im Zentrum steht die barocke Nikolaikirche. Sie beherbergt eine klangvolle sinfonische Orgel, erbaut 1984 von der Dresdner Firma Jehmlich. Das Instrument hat eine Ausdrucksskala von großer stilistischer Breite.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandradio Kultur
Musikfeuilleton: Saties „musikalische Tochter“. Die Komponistin Germaine Tailleferre

Von Sabine Fringes. Im Paris der 20er-Jahre zählte sie zur Avantgarde, zu den Enfants terribles der Komponistenszene: Als einzige Frau der Groupe des Six setzte sich Germaine Tailleferre gemeinsam mit ihren Freunden Francis Poulenc, Darius Milhaud, Georges Auric, Arthur Honegger und Louis Durey für einen Neuanfang in der Musik ein. In ihrer Musik spiegelt sich das unterhaltsame Paris wieder, Musik, inspiriert von Zirkus- und Casinobesuchen, von Music Hall und Jahrmarkt. Es ist eine Absage an die Kunst des 19. Jahrhunderts, wie ihr Vorbild Erik Satie sie forderte.

23:03 | Ö1
Kunstradio – Radiokunst.“Farewell Prayer for One Galiola“ von Arsenije Jovanovic

Das Ö1 Kunstradio präsentiert die neue Radiokunstarbeit „Farewell Prayer for One Galiola“ des Künstlers und Regisseurs Arsenije Jovanovic.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Meilensteine der Moderne (18): Charles Ives Fourth Symphony

Von Barbara Eckle. Charles Ives: Fourth Symphony für Chor, Orchester und Fernorchester  http://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-studio-neue-musik/index.html

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei |

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

2 Antworten

  1. Mathias Richter sagt:

    Ist jemandem bekannt, ob es ein Forum zum Austauschen von Radiomitschnitten von Neuer Musik gibt? Ich habe die Sendung über Charles Ives 4. Sinfonie verpasst. SWR und BR-Klassik bieten Möglichkeiten zum Nachhören ihrer Feature Sendungen. Der WDR leider nicht.

  2. Martin Hufner sagt:

    Ist mir leider nicht bekannt.

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