Neue Musik / Musikfeature: Die Radio-Woche vom 20. März bis 26. März 2017

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 12. Eigentlich sind in dieser Woche ja alle unterwegs: Maerzmusik in Berlin, Buchmesse in Leipzig, Umbruch bei der nmz oder bei upgrade in Donaueschingen. Was könnte da schöner sein als sich nach Mitternacht ein Feature reinzuziehen? Oder das Concerto bavarese?

Leider schaffen es immer noch nicht alle Sender, ihre Sendungen für die ARD-Suchmaschine adäquat zu melden. So fällt rbb kulturradio durch einen Totalausfall negativ auf. Auch BR-KLASSIK schafft es noch nicht seine „Horizonte“ dort listen zu lassen (trotz Hinweis und Aufforderung).

  • Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen finden sich bei Stefan Hetzel.
  • Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

20. März 2017

21:04 | rbb-kulturradio
Musik der Gegenwart – Neue Aufnahmen mit dem Scharoun Ensemble

Zu Gast im Studio: Peter Riegelbauer und Wolfram Brandl. Am Mikrofon: Andreas Göbel. Seit 1983 besteht das Scharoun Ensemble, gegründet aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker. Zum breit gefächerten Repertoire der Musikerinnen und Musiker gehört auch zeitgenössische Musik. Kulturradio hat mit dem Ensemble Werke von Hans Werner Henze produziert. Zu Gast im Studio sind Peter Riegelbauer und Wolfram Brandl vom Scharoun Ensemble.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Orchesterwerke nach 45. Musik des Rituals: Pierre Boulez „Rituel“

Von Bernd Künzig. Das Orchester hat der Dirigent Pierre Boulez (1925 – 2016) als Komponist lange Zeit umkreist. Die Haltung war charakteristisch für die Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg, die die musikalische Sprache neubestimmen und damit auch auf Tradition verzichten wollte. Auch auf solch institutionalisierte Tradition, wie die des Orchesters. „Figures, Doubles, Prismes“ (1957 – 1968) ist bis heute unvollendet, die „Poésie pour pouvoir“ (1958) vollständig zurückgezogen. Erst mit der instrumentierten Fassung der frühen Klavierstücke der „Notations“ erfüllte sich Boulez seit Mitte der 1970er-Jahre den Traum vom großen Orchesterstück. Auf dem Weg dorthin liegt aber vielleicht das in seiner erhabenen Strenge für diesen Komponisten außergewöhnlichste Werk: das dem Andenken des 1973 überraschend an Lungenkrebs verstorbenen Komponisten, Dirigenten und Weggefährten Bruno Maderna gewidmete „Rituel“ für ein in acht Gruppen aufgeteiltes Orchester.

23:08 | ORF I
Zeit-Ton: Tristan Murail zum 70. Geburtstag – „Die Musik hat gewonnen“. Gestaltung: Philipp Weismann

Am 11. März 2017 hat Tristan Murail seinen 70 Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass sendet „Zeit-Ton“ ausgewählte Musikstücke des französischen Komponisten – allesamt Produktionen des Landesstudios Salzburg aus den Jahren 1978 bis 2016. Die Werke vermitteln einen Eindruck über die große Bandbreite in Murails musikalischem Schaffen. Auf dem Programm steht Musik für eines der frühesten elektronischen Musikinstrumente, die Ondes Martenot, bis hin zu Orchesterwerken.
Murail gilt als ein Hauptvertreter der „Musique spectrale“. Die Spektralmusik beruht auf den Obertönen der Klänge und ihrer Kombination. Murail, selbst ein Schüler von Olivier Messiaen, hat die Möglichkeiten und Grundlagen dieser Kompositionsrichtung maßgeblich mitentwickelt und geprägt. Klänge werden dabei – auch mit Hilfe von Computerprogrammen – untersucht. Diese Analysen dienen als Ausgangsmaterial für neue Kompositionen.
In Salzburg – wo er auch als Lehrer am Mozarteum gewirkt hat – ist Murails Werk bis in die Gegenwart präsent: 2016 stand der 1947 geborene Komponist als Composer in Residence im Mittelpunkt des 40. Aspekte Festivals. Mit „reflections/reflets“ kam ein Orchesterwerk aus dem Jahr 2013 zur Aufführung, das die Musik von Debussy als Inspirationsquelle nicht verleugnen kann, aber auch Murail in seiner sehr spezifischen Klangsprache erleben lässt: „Tatsächlich spektralistisch kann der zweite Satz aufgefasst werden, ein kunstfertiges Spiel mit Kontrabass-Tremolo, Pizzicati und sich stauender Energie im Wechselspiel von Idylle und Dissonanz“, so der Komponist.
Zu „Mach 2,5“ aus dem Jahr 1972 für zwei Ondes Martenot bemerkt Murail: „‚Mach 2,5‘ wurde ziemlich rasch komponiert, jedoch nach einer längeren Periode von Versuchen auf dem Instrument. Rückblickend liegt die Bedeutung des Stücks hauptsächlich darin, dass es an einen neuen Ausgangspunkt, für die Ondes Martenot zu schreiben, geknüpft ist – und zwar insofern, als man das Instrument nicht mehr als einen Ersatz für Cello und Saxophon, oder im Gegenteil, als eine Quelle billiger Klangeffekte verwendet“.
Murail betrieb Studien der klassischen und arabischen Sprachen sowie der Wirtschaftswissenschaften, dazu kam eine intensive Beschäftigung mit Politikwissenschaften, um dann letztlich doch bei der Musik anzukommen: „Ich habe also Wirtschaftswissenschaften, Politik und Arabistik studiert und habe gedacht, ich könnte als Diplomat Karriere machen – aber die Musik hat gewonnen“. Ab 1968 war Murail Kompositionsschüler von Olivier Messiaen, 1971 Rompreis-Gewinner. Er ist Mitbegründer des Pariser Ensembles „L’Itinéraire“, arbeitete als Kompositionslehrer in den USA und war von 2011 bis 2014 Gastprofessor an der Universität Mozarteum in Salzburg. Bereits 1978 war Tristan Murail beim aspekte Festival zu Gast und seither immer wieder – auch bei den Salzburger Festspielen.


21. März 2017

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: Initiierte Freiheit. Der Tubist Carl Ludwig Hübsch

Von Hubert Steins. Als Initiator diverser Ensembles setzt sich der Tubist Carl Ludwig Hübsch mit Strategien gelenkter Improvisation und offener Komposition auseinander.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Hans Werner Henze: Drei Orchesterstücke (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Ingo Metzmacher); Karl Amadeus Hartmann: Aus Sinfonie Nr. 1 (Hertha Töpper, Alt; Münchner Philharmoniker: Michael Gielen); Günter Bialas: Streichquartett Nr. 4 – „Assonanzen“ (Auryn-Quartett); Wilhelm Killmayer: „Hölderlin-Lieder“, 3. Zyklus (Christoph Prégardien, Tenor; Siegfried Mauser, Klavier); Harald Genzmer: Klavierkonzert Nr. 2 (Oliver Triendl, Klavier; Bamberger Symphoniker: Werner Andreas Albert)

 

22.05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte. Faszination Neue Musik: Helmut Lachenmann: Streichquartett Nr. 3 – „Grido“

„Das Publikum soll nicht hörig werden, sondern hellhörig“, sagt Helmut Lachenmann. In der Tat: Kaum ein anderer Komponist der Gegenwart hat die Hörgewohnheiten so verändert wie er. Er hat sein Publikum immer wieder neu überrascht, hat den Begriff des Schönen ausgeweitet auf das Reich der Geräusche. Seine Musik faucht und zischt, knirscht und rauscht, schabt und knarzt. Wie aber soll man sich dieser Klangwelt am besten annähern? Vielleicht zum Beispiel über das dritte Streichquartett mit dem Titel „Grido“, in dem Helmut Lachenmann zu einer Synthese zwischen Tradition und Experiment gelangt. Das französische Quatuor Diotima, eines der aufregendsten Streichquartette der Gegenwart, hat seit seinen Anfängen immer wieder mit dem Stuttgarter Komponisten zusammengearbeitet und „Grido“ erst kürzlich im Rahmen eines umjubelten Konzerts in Erlangen aufgeführt. In der Reihe „Faszination Neue Musik“ aus dem Studio Franken sprechen der Bratscher Franck Chevalier und der Cellist Pierre Morlet über ungewohnten Spieltechniken und überraschende Dur-Dreiklänge, über hartnäckige Proben und die überwältigende Freundlichkeit eines großen Komponisten – und erklären, warum der einfachste Weg nicht unbedingt der beste ist.. Von Thorsten Preuß und dem Quatuor Diotima

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: Räume für das denkende Ohr. Anmerkungen zur Zukunft des Konzertsaals

Von Georg Beck. Was fasziniert an einer Institution, die noch vor Kurzem hier und da als museales Refugium eines Minderheitengeschmacks verschrien war? Die solitäre Landmarke? Das technische Wunderwerk von Chefakustikern, Stararchitekten? Die Frischzellenkur urbaner Bebauung in Problemvierteln? Der Konzertsaal ist aber auch ein Ort sozialer Utopie. In Francis Bacons berühmtem Text ‚Nova Atlantis‘ von 1627 sind die soundhouses Tummelplätze eines Musizierens, das zwischen Ausführen und Experimentieren noch nicht trennt.
Im Gespräch mit Komponisten, Musikern, Dramaturgen, Musikfreunden fragt Autor Georg Beck nach dem Kreationsort Konzertsaal als Motor eines neuen Zusammenlebens – in lokalen wie in globalen Zusammenhängen. Vier Ortstermine liegen seiner Sendung zu Grunde: beim Bochumer Anneliese Brost Musikforum Ruhr, im Konzerthaus Blaibach im Bayerischen Wald, im neuen Pierre-Boulez-Saal der Barenboim-Said Akademie Berlin und im Musikerhaus auf der Insel Hombroich bei Neuss.

23:08 | ORF I
Zeit-Ton: Wien Modern 2016. Junge Musik: Schülerinnen und Schüler spielen Uraufführungen. Gestaltung: Nina Polaschegg

Die IGNM und die Musikschulen Wien sind längst ein eingespieltes Team in Sachen zeitgenössischer Musik. Cordula Boesze für die IGNM und Michael Weber von den Musikschulen organisieren und moderieren seit mehreren Jahren alljährlich im Herbst ein Projekt, in dem Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zeitgenössische Musik einstudieren und zur Aufführung bringen.
2016 fand das Konzert wieder einen würdigen Platz im Rahmen von Wien Modern. Vor allem aber gab es einige Besonderheiten. Musik zweier Jubilare stand auf dem Programm: Steve Reich und Sofia Gubaidulina. Und neben weiteren Stücken hoben die jungen Musikerinnen gleich vier ganz neue Kompositionen aus der Taufe. Dass zeitgenössische Musik zudem Freude beim Spielen bereiten kann – auch wenn besonders viel Arbeit und Vorbereitung dahinter steckt -, auch das merkte man beim Zuhören.


22.03.2017

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese. Fränkische Komponisten

Werner Heider: „nachdenken über…“, Fünf Legenden (Chandler Goetting, Trompete; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Gary Bertini); Toni Völker: „Continuamente“ (Gruppe 7529 – Ensemble für Neue Musik: Heinz Huber); Klaus Hinrich Stahmer: „Hommage à Daidalos“ (Belcanto-Ensemble-Frankfurt: Dietburg Spohr); Rainer Pezolt: Fünf Bagatellen (Antje Gerlof, Flöte; Antje Dampel, Violine; Nikolas Sahler, Viola); Volker Blumenthaler: „rooms/räume“ (Ensemble Phorminx)

20:00 Uhr | Radio SRF 2 Kultur
Musik unserer Zeit: Walter Smetak, der Klangalchemist von Bahia

Die «Plásticas sonoras», die der Exilschweizer Walter Smetak in Brasilien schuf, sind fantastische Produkte eines erfinderischen Geistes. Nach jahrelangem Dämmerschlaf werden sie jetzt vom Ensemble Modern musikalisch wiederbelebt.
Cretino, Ronda, Pindorama: einige der rund 150 experimentellen Klangerzeuger, die der Exilschweizer Walter Smetak im brasilianischen Salvador da Bahia schuf. Jahrelang blieben sie ungenutzt, doch nun sind sie von Musikern des Frankfurter Ensemble Modern und vier Komponisten in einem gemeinsamen Workshop in Salvador aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden. Das Resultat der Zusammenarbeit sind vier ungewöhnliche Uraufführungen. Eine Reportage über den spannenden Entstehungsprozess von Max Nyffeler.
Wiederholung: Samstag, 25. März 2017, 21:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

21:01 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: 40 Jahre Eleganz und Abenteuer: Das Ensemble Intercontemporain

Von Margarete Zander. Pierre Boulez hat 1976 ein Ensemble gegründet, das die Ideen der Komponisten unserer Zeit auf die Bühne bringt. Virtuosität und das Streben nach einer Schönheit des Klanges setzte er voraus. Er verlangte absolute Hingabe und einen festen Glauben an die Kraft des Neuen. Kein Wunder, dass dieses Ensemble den Herzschlag der neuen Pariser Philharmonie mit bestimmt. 31 Solisten spielen derzeit unter der Leitung von Matthias Pintscher. Gespräche mit Musikern und Management.

21:04 | rbb-kulturradio
Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2017. Das ensemble recherche

Am Mikrofon: Eckhard Weber. Seit Jahrhunderten ist die Volksmusik eine unerschöpfliche Quelle für zahllose Werke der Kunstmusik. Während jedoch in den meisten Fällen originale Melodien oder Tänze adaptiert, bearbeitet oder zitiert wurden, widmete sich das ensemble recherche in seinem Konzert folkloristischen Gesangstechniken aus Nordeuropa, die die Komponisten als Anregung für ihre Auseinandersetzung mit der Tradition verwendet haben. Mitschnitt vom 21. Januar 2017 im Radialsystem V

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2017 (Konzert vom 3. Februar 2017 im Theaterhaus Stuttgart)

Neue Vocalsolisten; Regie: Titus Selge

  • Christoph Ogiermann: inner empire III_pressuckiss für 7 verstärkte Stimmen mit nassen Spiegeln und kaputten Luftballons (2015) Uraufführung
  • inner empire IV/a_“über akustische Standards bei Gewaltanwendungen gegen sich selbst“, Stimmspiel (2014/16) – Szenische Lesung Uraufführung

23:08 | ORF I
Zeit-Ton-Magazin: Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl


23.03.2017

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin (3/3) Kunstquartier Bethanien Aufzeichnung vom 12.11.2016

  • Jannik Giger: „Karolina“ für Violoncello solo, „Verstimmung“ für fünf Instrumentalisten
  • Katharina Rosenberger: „Gesang an das noch namenlose Land“ für Streichtrio
  • Stefan Keller: „Prelude“ für Tabla und Live-Elektronik, „Schaukel“ für Klaviertrio
  • Ricardo Eizirik: „re/wind/re/write“ für Violoncello, Schlagzeug und zwei Performer, „junkyard piece I“ für Ensemble und Objekte

ensemble mosaik. Leitung: Enno Poppe

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Bernhard Weidner: „Flug für Klavier“ (Michael Schäfer, Klavier); Robert Rehan: „Aphoristische Suite“, op. 19 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Harald Behringer: „Music for four“ (Carina Mißlinger, Yu-Mi Kim, David Simon, Michail Khwostikow, Flöte; Carmen Amrein, Johanna Höbel, Tobias Vogel, Komale Akakpo, Hackbrett; Viktor Herzig, Michael Leopold, Jonas Göbel, Moritz Knapp, Marimbaphon); Georg Emmerz: „Das Wartburg-Rosenwunder“ (Karin Hautermann, Sopran; Claude-France Journès, Klavier); Wolfgang Hörlin: Sonate nach drei Volksliedern (Wolfgang Hörlin, Orgel); Konstantia Gourzi: „Israel“, op. 19 (Ensemble Coriolis)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Neue Musik und ihre Vermittlung

Ein Gespräch mit Prof. Matthias Handschick (HfM Saar). Aufnahmen mit dem Ensemble Musikfabrik:
Jonathan Harvey: Sringara Chaconne; Enno Poppe: Scherben; Carola Bauckholt: Schlammflocke; Robert Heppener: „Im Gestein“, Chorliederzyklus auf Gedichte von Paul Celan. Cappella Amsterdam & musikfabrik. Peter Ruzicka: Celan Sinfonie, Anne Carlyn Schlüter, Sopran; Thomas Mohr, Bariton
NDR Sinfonieorchester / Peter Ruzicka

20:05 bis 21:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Musik Modern

Mit Ausschnitten aus Werken von Marie Jaell, Younghi Pagh-Paan und Dora Pejacevic

21:30 | hr2-kultur
Engel der Geschichte – Walter Benjamins Klee-Interpretationen in der Neuen Musik

“ Ein berühmtes Motiv aus Walter Benjamins Thesenpapier „Über den Begriff der Geschichte“ ist der „Engel der Geschichte“, eine Interpretation des Bildes „Angelus Novus“ von Paul Klee. Benjamins düstere Geschichtsbetrachtung im Jahr 1940, als er – ohne Hoffnung auf ein Entrinnen vor dem Naziterror – in Port Bou Selbstmord begeht, ist später auch Gegenstand großer Werke der Neuen Musik, komponiert von Vinko Globokar, Wolfgang Hufschmidt und Claus-Steffen Mahnkopf. Eine Sendung von Sigrid Konrad

22:03 bis 23:23 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Das Dienen geht weiter (Produktion: Autorenproduktion für SWR 2017)

Die Badische Suite von SWR2 aus dem hotelharakiri.de. Hörstück mit Chartsliste, Videos und Website. Herausgegeben von Peter Fey und Stefan Veith. Mit: U. A. Smudo, Hans Zippert, O. M. Schmitt, Sebastian Hulk, Matthias Zimmer, Half Japanese, Joe Wentrup u. a. Konzept und Realisation: Stefan Veith und Peter Fey. Supervisor: Manfred Hess

Mit Peter Fey und Stefan Veith betreten zwei Grenzgänger, die in den Bereichen elektronischer Musik und Satire arbeiten, die Hörspielszene. Sie preisen so ihr Projekt an: „Sie wollen ein Hörspiel als Konzeptalbum zwischen Pop, Elektronik und Indiegrade, dessen semantische Klammer On-Interviews von Menschen aus Fleisch und Blut aus der badischen Region um die Bühler Höhe sind? Sie wollen dazu z. B. eine Chartsliste mit Songs von A über Smudo bis wirklich Z, die immer wöchentlich nach diktatorischen Gesichtspunkten aktualisiert wird? Sie wollen sich auch über badische Genussmittel informieren, mehr über ihre Herstellung wissen, die traditionsbewusst und innovativ ohne das Brüsseler Öko-Güte-Siegel das Licht der Welt erblickt?

Schalten Sie ein, im Radio, am Computer oder an mobile devices. Denn dann sind Sie richtig beim SWR2 Hörspiel, das in seiner Badische Suite das Stück „Das Dienen geht weiter“ präsentiert – als Gast im real-virtuellen ‚hotelharakiri.de‘!

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte. Faszination Neue Musik: „Neue Töne“ – Werke für Blechbläser und Klavier

23:08 | ORF I
Zeit-Ton: Denken am Klavier. Der deutsche Pianist Achim Kaufmann im Porträt. Gestaltung: Reinhard Kager

Jazzige Themen, auf die Momente des Innehaltens oder gar der Stille folgen; polyrhythmische Strukturen oder polyphone Linienführungen, sogar innerhalb einfacher Songs – das sind die Stilmittel, die der deutsche Improvisationskünstler Achim Kaufmann mit viel Bedacht immer wieder am Klavier einsetzt.
Ob im Trio „grünen“ mit Robert Landfermann und Christian Lillinger, ob im Trio mit Frank Gratkowski und Wilbert de Joode oder in größeren Formationen wie dem Sextett „skëin“. Im November 2015 erhielt Achim Kaufmann für seine neueste Solo-CD „Later“ während des JazzFests Berlin den renommierten Albert-Mangelsdorff-Preis. Grund genug, den 1962 in Aachen geborenen Pianisten mit einigen seiner neuen Projekte vorzustellen.


24.03.2017

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Klangkunst: CTM Radio Lab: Happy New Fear

Von Rima Najdi. Übersetzung: Julia Tieke. Komposition: Kathy Alberici. Produktion: Deutschlandradio Kultur/CTM-Festival in Zusammenarbeit mit Goethe-Institut, SoCCoS, ORF musikprotokoll im steirischen herbst und Ö1 Kunstradio 2017. Länge: ca. 54’30 (Ursendung)

Personifizierte Angst: Die Performancekünstlerin Rima Najdi ging mit einer Bombenattrappe um den Körper durch Beirut.

Was tut eine Gesellschaft in Angst? Hört sie auf zu funktionieren, oder verdrängt sie und macht weiter? Leben wir allein mit unserer Angst, oder teilen wir sie? Wie können wir über solche Gefühle sprechen?

Diese Fragen thematisierte die libanesische Künstlerin Rima Najdi 2014 in ihrer Performance ‚Madame Bomba: The TNT project‘. Mit einer Bombenattrappe um den Körper ging sie durch Beirut und personifizierte so, was alle dachten: An jeder Straßenecke könnte der nächste Anschlag auf mich warten. Ihre Erfahrungen als Madame Bomba hat Rima Najdi nun zu einem Hörspiel verarbeitet.

Rima Najdi lebt als Performancekünstlerin in Berlin und Beirut.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „Der Hofnarr“ (Renate Kaschmieder, Mezzosopran; Cabaza Percussion Quartett); Klaus Treuheit: „Beach crossing“ (Klaus Treuheit, Cembalo, Orgel, präpariertes Klavier); Gerald Eckert: „Gegendämmerung“ (Katja Kanowski, Stimme; Beatrix Wagner, Flöte)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix. Hartmut Geerken: bunker

bunker. Von und mit Hartmut Geerken. BR 1996. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool. Ausgewählte Hörspiele in der Bayern 2 App verfügbar

„der autor unterzieht sich 1986 einem chronobiologischen versuch & lebt vier wochen lang in einem schallisolierten bunker tief in einem berg. der proband ist von der außenwelt vollständig abgeschirmt, d.h. er weiß nichts von tageszeiten & tageszeitungen, er hat keinen zugang zu radio, fernsehen, telefon. er tritt während der vier wochen mit keinem anderen menschen in direkten kontakt. während das zeitgefühl bald nach versuchsbeginn verschwimmt, geht er unterschiedlichen beschäftigungen nach: er hat schallplatten mitgebracht, die er hört, zu denen er spielt & tanzt; er hat zwei defekte afrikanische xylophone dabei, die er mit unendlich viel aufwand repariert; er absolviert wissenschaftliche tests vor und nach dem wasserlassen; er schreibt auf einer mechanischen schreibmaschine ein buch; er verarbeitet den nur wenige tage zurückliegenden tod der mutter. selbstgespräche werden immer häufiger, schließlich stellen sich imaginierte partner ein. ezra pound kommt zu besuch & hölderlin, charles bukowski und ernst bloch. das erinnerungsvermögen reicht plötzlich weiter zurück denn je: bis in die früheste kindheit, wo ein bunker schutz bot vor fliegerbomben.“ (Hartmut Geerken)

Hartmut Geerken, geb. 1939, Hörspielmacher, Musiker, Komponist, Schriftsteller, Herausgeber, Künstler, Filmemacher. BR-Hörspiele u.a. „südwärts südwärts“ (Karl Sczuka-Preis 1989), „hexenring“ (Karl Sczuka-Preis 1994), „bombus terrestris“ (1998), „kalkfeld“ (2001).

Rund um international beachtete Musiker wie Giuseppe Ielasi und Nicola Ratti hat sich in Mailand eine experimentierfreudige Musikszene mit einem Bewusstsein für die musikalische Avantgarde-Vergangenheit der Stadt etabliert.

23:08 | ORF I
Zeit-Ton: 50 Jahre Société de musique contemporaine du Québec.
Gestaltung: Susanna Niedermayr gemeinsam mit der SMCQ

1966 gründeten einige prominente Montrealer Komponist/innen und Musiker/innen, darunter Wilfrid Pelletier, Jean Papineau-Couture, Serge Garant and Maryvonne Kendergian, die Société de musique contemporaine du Québec, kurz SMCQ. Seit damals setzen sich deren Mitglieder unermüdlich für die Bewerbung und Verbreitung neuer Musik ein, mit Konzertreihen und -tourneen, Radioprogrammen, CD-Produktionen, einem Kompositionswettbewerb, einem Jugendprogramm und einem Festival.
Die bereits 51. Konzertsaison und die heurige Ausgabe des SMCQ-eigenen MNM Festivals (Montreal/New Music Festival) sind ganz den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag gewidmet. Die Biennale wird seit 2003 in Kooperation mit Radio Canada und den Montrealer Universitäten veranstaltet, heuer fand sie vom 23. Februar bis zum 4. März statt.
Das Geburtstagsmotto lautete: „Back to the Future“. Gemeinsam mit den Mitgliedern der SMCQ lassen wir noch einmal die Visionen aufleben, die vor 50 Jahren die Gründung befeuert haben und reflektieren über die Entwicklungen der vergangenen fünf Jahrzehnte. Dabei schöpfen wir aus dem reichen Audio-Archiv.

23.15 – 00.00 Uhr | WDR 3
Open Sounds: Milano sperimentale

In den letzten beiden Jahrzehnten war das Image Mailands vor allem von Mode-Spektakeln und dem bizarren Glamour der Berlusconi-Ära geprägt. Doch mit dem ökonomischen Niedergang Italiens wandelt sich das urbane Zentrum der Lombardei wieder zur vibrierenden Kultur-Metropole.

Rund um international beachtete Musiker wie Giuseppe Ielasi und Nicola Ratti hat sich hier seit einigen Jahren auch eine experimentierfreudige Musikszene etabliert, die sich von Indie-Rock und Dancemania verabschiedet hat und die Spuren elektronischer, elektro-akustischer und improvisierter Musik aufnimmt, wie sie in Mailand von Mitte der 1950er bis Anfang der 1980er Jahre gelegt wurden.

Insbesondere das von Bruno Maderna und Luciano Berio für Rundfunkproduktionen der RAI gegründete „Studio di Fonologia“ war damals international einflussreich. Zahlreiche elektronische Produktionen dieses Studios werden neben Werken zeitgenössischer Komponisten seit Jahren vom Mailänder Label Die Schachtel in sorgfältigen Editionen für den Tonträgermarkt aufbereitet. Daneben widmen sich Labels wie Holiday und Black Sweat aktueller improvisierter Musik und verschollenen italienischen Schätzen zwischen Jazz, elektro-akustischer Musik und dem Library-Sektor, während Alga Marghen mit seinen Veröffentlichungen schon seit 20 Jahren die nicht-kanonisierte Avantgarde des 20. Jahrhunderts präsentiert. Darüber hinaus tragen Veranstaltungsorte wie Macao oder O’ und Festivals wie Saturnalia oder Terraforma weit über Mailand hinaus zur Popularisierung experimenteller Musik bei. Nicht zuletzt fungiert ein Plattenladen/Versandhandel wie Soundohm als zentrale Anlauf- und Informationsquelle für die wachsende Szene. Musiker, Labelbetreiber und andere Akteure geben Auskunft über die experimentelle Musik in Mailand von heute und gestern. Mit Olaf Karnik. Redaktion Markus Heuger


25.03.2017

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Im Takt der Sarabande. Ein Porträt der Cembalistin Zuzana Ružicková

Von Johannes Jansen. Anschließend: Johann Sebastian Bach: Konzert a-Moll, BWV 1044 (Jean-Pierre Rampal, Flöte; Josef Suk, Violine; Zuzana Ružicková, Cembalo; Prager Solisten: Eduard Fischer). Ein Notenzettel mit einem kleinen Stück von Johann Sebastian Bach war alles, was sie noch besaß. Aber zu wissen, es gibt diese Musik, hat ihr geholfen, dem Grauen der Konzentrationslager wenigstens in Gedanken für einige Augenblicke zu entfliehen. Tatsächlich befreit wurde Zuzana Ružicková erst nach drei Jahren bei Kriegsende in Bergen-Belsen. Da war sie achtzehn und wog noch dreißig Kilo. Ihre Hände waren zerschunden von Zwangsarbeit, aber der Traum noch lebendig, und mit eiserner Energie hat sie ihn sich erfüllt. Als Musikerin machte sie eine Weltkarriere und schrieb Schallplattengeschichte mit ihrer Gesamteinspielung der Klavierwerke von Bach. Die jetzt auf 20 CDs wiederveröffentlichte Produktion umfasst auch Kammermusikwerke in kleinerer und größerer Besetzung. Der Bayerische Rundfunk würdigt die Künstlerin aus Anlass ihres 90. Geburtstags mit einer 1968 entstandenen Aufnahme von Bachs Tripelkonzert a-Moll, BWV 1044, und einem Feature von Johannes Jansen.

18:04 | rbb-kulturradio
Maurice Ravel und sein Streichquartett. Der erste Wurf gleich ein Meisterwerk

Mit Dirk Hühner. Der 27-jährige Maurice Ravel war mit seinem ersten und einzigen Streichquartett nicht voll zufrieden, nannte es selbst „unvollkommen“ und wollte den letzten Satz noch einmal gründlich überarbeiten. Claude Debussy erhob Einspruch: „Ich beschwöre Sie, rühren Sie keine Note an, die Sie in Ihrem Quartett geschrieben haben.“ So blieb es bei einem ersten Wurf, der sogleich zum Meisterwerk geriet.

20:04 | rbb-kulturradio
ARTURO TOSCANINI ZUM 150. GEBURTSTAG   

Von Kai Luehrs-Kaiser. Temperamentsbolzen und italienischer Dandy, Choleriker und Genauigkeitsfex: Dem Maestro Arturo Toscanini wird nachgesagt, als Erster dem Notentext sklavisch gefolgt zu sein. Das führte zu regelmäßigen Wutanfällen gegenüber Orchestern, die das noch nicht gewohnt waren. Die Riege der von ihm „gemachten’ Künstler reicht von Enrico Caruso bis zu Vladimir Horowitz (der seine Tochter heiratete). Zum 150. Geburtstag des Jahrhundert-Dirigenten fragen wir: Was bleibt? Und betrachten die Sterne.


26.03.2017

22:00 bis 22:30 | Deutschlandradio Kultur
Musikfeuilleton: „Mit der Präzision eines Metronoms“. Zum 150. Geburtstag des Dirigenten Arturo Toscanini

Von Bettina Brand. Seine Wutanfälle waren gefürchtet und wo er dirigierte, stahl er den Sängern die Schau. Dennoch zum größten Dirigenten aller Zeiten gekürt, dirigierte Arturo Toscanini weltweit charismatisch und dabei akribisch notengetreu. Geboren 1867 im italienischen Parma, waren seine wichtigsten Stationen die Mailänder Scala, die New Yorker Metropolitan Opera und ab 1937 das eigens für ihn gegründete NBC Symphony Orchestra. Er starb im Januar 1957 in New York. Gespräch mit dem Toscanini-Biographen Harvey Sachs.

22:30 | ORF I
matrix – computer & neue medien. Der Klang der Großstadt. Mit Machine Listening gegen Lärm. Das Projekt SONYC

Gestaltung: Lukas Plank. Wissenschafter „belauschen“ New York City: Laute Autos, Baulärm, Hundebellen, Musik – mit zahlreichen Mikrofonen nehmen die Experten allerlei Stadtgeräusche auf. Und sie kategorisieren die vielen kurzen Audioclips automatisch mittels Machine Listening. Die Sensoren können quasi erkennen, was sie aufnehmen. Mit dem Projekt „Sounds of New York City“, kurz „SONYC“, soll eine Art Audio-Landkarte erstellt werden, mit der man gezielt gegen Lärmbelästigung vorgehen will. Lukas Plank ist für matrix in die Geräuschkulisse des Big Apple eingetaucht.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Surrogate Cities (Heiner Goebbels)

Surrogate Cities für großes Orchester, Stimme, Mezzosopran und Sampler; Jocelyn B. Smith, Mezzosopran; David Moss, Stimme; Junge Deutsche Philharmonie, Leitung: Peter Rundel; Rolf Riehm: Hamamuth – Stadt der Engel für Klavier; Nicolas Hodges; Sam Auinger/Bruce Odland: Ausschnitte aus „BOX 30/70“, mobile Klanginstallation bis 24:00 Uhr

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei |

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

3 Antworten

  1. Mathias Richter sagt:

    Zwei kleine Korrekturen:
    Die erste der beiden Sendungen „Musik der Gegenward“ vom rbb kulturradio ist nicht am Dienstag sonder Montag, den 20.03. um 21.04 Uhr.
    Die erste der beiden Sendungen „Horizonte“ von BR-Klassik ist nicht am Montag sondern Dienstag, den 21.03. um 22.05 Uhr.

  1. 19. März 2017

    […] Hauptbild:  Weiterführende Informationen:  Die Radiowoche im Bad Blog Of Musick […]

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