Rechtspopulismus und klassische Musik II – Hubert Paul Kuchar

Mein gestriger Artikel über die Hass-Postings eines gewissen Uwe D. Fischer war, das möchte ich festhalten, ein Extrembeispiel.

Und es ist ein heikles Unterfangen, einen adäquaten Übergang von den Worten dieser Person (ich lasse mich noch heute juristisch beraten, um gegen diesen Menschen wegen Beleidigung und vor allem wegen Volksverhetzung vorzugehen) zu den Fällen „normaler Rechtspopulisten“ im Klassik-Milieu zu wagen.

Denn darüber wollte ich doch eigentlich schreiben. Nicht von den konservativen Menschen in der Welt der Klassik. Davon gibt es eine Menge. Und das ist in Ordnung. Wir E-Musik-Menschen sind doch alle ein bisschen konservativ. Es geht um genau diesen Schritt hinaus… Um diesen Schritt, der Menschen dazu bringt, ihre Abneigung oder sogar ihren Hass gegen Flüchtlinge, gegen Homosexuelle und so weiter öffentlich hinauszuposaunen (…).

Diese Leute würde ich nicht als „Nazis“ bezeichnen. Aber es sind Rechtspopulisten. Und seit den Äußerungen von AfD-Mann Björn Höcke – das Denkmal für die ermordeten Juden Europas nannte er im Januar ein „Denkmal der Schande“ – sollte klar sein, dass die Übergänge von Rechtspopulismus zu Rechtsradikalismus viel fließender sind als ich es mir selber eingestehen wollte.

Heute geht es um Hubert Paul Kuchar. Kuchar ist ein österreichischer Konzertagent und wohl auch Veranstalter. Er bietet Coachings für Sängerinnen und Sänger an. Und von einer Sängerin, die mal mit ihm zu tun hatte, habe ich auch den Hinweis auf das (öffentliche) Facebook-Profil Kuchars bekommen.

Ich bin ja kein investigativer Journalist – und will das auch nicht sein. Aber Kuchar macht es einem doch fast zu leicht, anhand seiner Facebook-Pinnwand die typisch rechtspopulistischen Taktiken (Die Medien lügen / Flüchtlinge sind kriminell / Merkel muss weg und so weiter…) wiederzufinden…

PS: Genau in diesem Moment wurde fälschlicherweise Moritz Eggert von Matthias Moosdorf, dem Cellisten des Leipziger Streichquartetts, der (laut einer Mail eines sehr glaubwürdigen Kollegen von gestern Nacht) bei der Hochzeit von Frauke Petry (AfD) Cello gespielt und auch sonst organisatorisch dabei mitgeholfen haben soll, per Facebook-Mail angegangen. Die nächsten Tage wird hier dann mehr darüber berichtet werden.

Arno

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet Arno Lücker als Musiktheater- und Konzert-Dramaturg.

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