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	<title>Comments on: Wozu noch Darmstadt? &#8211; Gastartikel von Malte Giesen</title>
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		<title>By: Alexander Strauch</title>
		<link>http://blogs.nmz.de/badblog/2012/08/12/wozu-noch-darmstadt-gastartikel-von-malte-giesen/#comment-4615</link>
		<dc:creator>Alexander Strauch</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 21:37:20 +0000</pubDate>
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		<description>den vorgang einer ausdifferenzierung der dinge unter dem hut neue musik in neue musiken sowie der daraus resultierenden raumfragen kann man erstens nur begruessen. zweitens ist aber davor zu warnen aus dem differenz ein exkludieren zu machen. die raueme muessen letztlich auch v.a. akustisch sinn machen. nur aufgrund des offoffcharakters und dessen charme sollte nicht massstab der klaerung sein. ich kann nur zu gut verstehen, wenn kommunen auch ihre teuren kulturinfrastrukturen genutzt sehen wollen. was ich nicht goutiere, ist dann die finanzielle ausdifferenzierung auf seiten der kulturbehoerden, wenn unter dem mantel offoff ist sexy neue musik letztlich aus kostengruenden dorthin abgeschoben wird. sprich, neue musik auch ganz anders gearteter natur gehoert sehr wohl auch mal in einen traditionellen groesseren saal. strebt doch das aktuelle vorbild bandbasierter musik sehr wohl auch mal vom bunker in die philharmonie. was von relevanz redet, diese einfordert, gehoert auch mal aufs hauptforum einer stadt. sonst gibts sehr bald wieder nur fruechte von worthuelsen. also die uebliche musikrhetorik, an welch zuletzt herr vogl erinnerte. 

noch was: allgemein wird gerade von gehaltsaesthetischer wende gesprochen. ich simpler kopf verstehe darunter, dass zur form auch gerne wieder aktiv das inhaltliche stark hinzutreten soll. neben konzeptverkuendenden wie konzeptverschweigenden neuen praesentationsformen sollte man aber auch.nicht das dramaturgische element vergessen. da lugt ggf. bald der kitsch um die ecke oder werden doch mal alte kammermusikformate bedient, was manchem denker gar nicht gefallen wird. dennoch sollte man die platte wirkung von in der zeit entfalteten gedankengaengen in, mit u. ueber musik nicht unterschaetzen. was relevanz fordert, muss so nicht nur auf entspr. foren, sd.  auch in die hirne und herzen der hoerer. ich kann nur ueber mich sagen: ich fuehle mich gerade schon mal wieder weitestgehend exkludiert und zum kitschmacher reduziert! aber sprach nicht der 80er jahrgangsgenosse benjamin lebert in der zeit davon, dass man sich trotz aller wiederholungsgefahr auch trauen muss, sein eigenes ja zu kitsch und romantischer haltung zu erwecken? was nutzen die besten politismen im powerpointformat, wenn sie.nicht auch mal ganz aplombhaft ihre relevanz in toenen und phon statt nur konzept, konferenz und performance herausschreien? aushauchen? ich stehe sehr wohl im richtigen moment von relevanz des inhalts und der form auf jene emphase...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>den vorgang einer ausdifferenzierung der dinge unter dem hut neue musik in neue musiken sowie der daraus resultierenden raumfragen kann man erstens nur begruessen. zweitens ist aber davor zu warnen aus dem differenz ein exkludieren zu machen. die raueme muessen letztlich auch v.a. akustisch sinn machen. nur aufgrund des offoffcharakters und dessen charme sollte nicht massstab der klaerung sein. ich kann nur zu gut verstehen, wenn kommunen auch ihre teuren kulturinfrastrukturen genutzt sehen wollen. was ich nicht goutiere, ist dann die finanzielle ausdifferenzierung auf seiten der kulturbehoerden, wenn unter dem mantel offoff ist sexy neue musik letztlich aus kostengruenden dorthin abgeschoben wird. sprich, neue musik auch ganz anders gearteter natur gehoert sehr wohl auch mal in einen traditionellen groesseren saal. strebt doch das aktuelle vorbild bandbasierter musik sehr wohl auch mal vom bunker in die philharmonie. was von relevanz redet, diese einfordert, gehoert auch mal aufs hauptforum einer stadt. sonst gibts sehr bald wieder nur fruechte von worthuelsen. also die uebliche musikrhetorik, an welch zuletzt herr vogl erinnerte. </p>
<p>noch was: allgemein wird gerade von gehaltsaesthetischer wende gesprochen. ich simpler kopf verstehe darunter, dass zur form auch gerne wieder aktiv das inhaltliche stark hinzutreten soll. neben konzeptverkuendenden wie konzeptverschweigenden neuen praesentationsformen sollte man aber auch.nicht das dramaturgische element vergessen. da lugt ggf. bald der kitsch um die ecke oder werden doch mal alte kammermusikformate bedient, was manchem denker gar nicht gefallen wird. dennoch sollte man die platte wirkung von in der zeit entfalteten gedankengaengen in, mit u. ueber musik nicht unterschaetzen. was relevanz fordert, muss so nicht nur auf entspr. foren, sd.  auch in die hirne und herzen der hoerer. ich kann nur ueber mich sagen: ich fuehle mich gerade schon mal wieder weitestgehend exkludiert und zum kitschmacher reduziert! aber sprach nicht der 80er jahrgangsgenosse benjamin lebert in der zeit davon, dass man sich trotz aller wiederholungsgefahr auch trauen muss, sein eigenes ja zu kitsch und romantischer haltung zu erwecken? was nutzen die besten politismen im powerpointformat, wenn sie.nicht auch mal ganz aplombhaft ihre relevanz in toenen und phon statt nur konzept, konferenz und performance herausschreien? aushauchen? ich stehe sehr wohl im richtigen moment von relevanz des inhalts und der form auf jene emphase&#8230;</p>
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		<title>By: malte</title>
		<link>http://blogs.nmz.de/badblog/2012/08/12/wozu-noch-darmstadt-gastartikel-von-malte-giesen/#comment-4613</link>
		<dc:creator>malte</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 11:46:14 +0000</pubDate>
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		<description>In der Tat gibt es die beschriebene Problematik schon seit ca. 2 Jahrzehnten, ich will mich auch nicht in die &#252;blichen Kritiken &#252;ber &quot;die&quot; Neue Musik einreihen. Ich fand, dass Darmstadt dieses Jahr eher ein Beweis daf&#252;r war, dass sich etwas &#228;ndert. Johannes Kreidler hat in seinem Blog mittlerweile auch dar&#252;ber berichtet, ich sehe das auch so wie er. Neue Musik differenziert sich aus, der klassische Konzertsaal beginnt, Randerscheinung zu werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In der Tat gibt es die beschriebene Problematik schon seit ca. 2 Jahrzehnten, ich will mich auch nicht in die &#252;blichen Kritiken &#252;ber &#8220;die&#8221; Neue Musik einreihen. Ich fand, dass Darmstadt dieses Jahr eher ein Beweis daf&#252;r war, dass sich etwas &#228;ndert. Johannes Kreidler hat in seinem Blog mittlerweile auch dar&#252;ber berichtet, ich sehe das auch so wie er. Neue Musik differenziert sich aus, der klassische Konzertsaal beginnt, Randerscheinung zu werden.</p>
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		<title>By: Willi Vogl</title>
		<link>http://blogs.nmz.de/badblog/2012/08/12/wozu-noch-darmstadt-gastartikel-von-malte-giesen/#comment-4610</link>
		<dc:creator>Willi Vogl</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2012 10:57:51 +0000</pubDate>
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		<description>Als &quot;Jahrmarkt der Eitelkeiten&quot; bezeichnete mein Kompositionslehrer Alfred Koerppen die Darmst&#228;dter Sommerkurse. Nicht zuletzt durch seine kritische &#196;u&#223;erung neugierig geworden fuhr ich hin und erlebte spannende, anregende und aufregende Wochen mit ambitionierter und exaltierter, aber auch &#246;der und emotionsferner neu komponierter Musik – Musik wie sie in ihrer Art und in dieser H&#228;ufung kaum anderswo zu h&#246;ren ist. Die vorgestellten Werke in der Bandbreite zwischen des Kaisers neuen Kleidern und tiefgr&#252;ndig schillernden &#228;sthetischen Standpunkten wurden wortreich bis hitzig diskutiert. 
Mit Erstaunen und kreativer Verunsicherung nahm ich 1988 als Stipendiat der Sommerkurse einen Vortrag von Claus-Steffen Mahnkopf wahr.  Der gleichaltrige Student aus Freiburg stellte hier mit befremdender Eloquenz  und horrendem Selbstbewusstsein  sein  neues St&#252;ck f&#252;r Oboe solo vor. In seinen kompositionstechnischen und &#228;sthetischen Bemerkungen sowie den Einlassungen zur Wirkung, der kompositionsgeschichtlichen und gesellschaftsrelevanten Einbindung bekam ich den Eindruck, hier hat einer den Stein der Weisen gefunden. Einen gleichsam ungewollt kabarettistischen Anstrich bekam der Vortrag zudem durch die Tatsache, dass das St&#252;ck im Notentext erst als Torso vorlag und die verbalen Ausf&#252;hrungen zum gro&#223;en Teil lediglich auf einer detaillierten Konzeption beruhten.
Man kann sich lebhaft vorstellen, dass diese scheinbar historisch legitimierte, letztlich jedoch hoch spekulative  Pr&#228;sentationsform zu einer kontroversen Diskussion f&#252;hrte. (Nichts f&#252;r Ungut, lieber Prof. Mahnkopf!  Nicht erst unsere j&#252;ngeren Leipziger und Hallenser Gespr&#228;che brachten mich zu der Erkenntnis, dass Polarisierung eine wichtige Tugend im Zusammenhang mit der (eigenen) Positionsbestimmung sein kann.)
 
Wenngleich die in Darmstadt aktiven Spezialensembles die dort gespielten Werke nicht automatisch zur Repertoiref&#228;higkeit oder gar zur Publikumsf&#228;higkeit f&#252;hren, und der verbale Austausch nicht immer eine kompositorische Entsprechungen im Hintergrund hat, kann man den enormen kommunikativen Wert der Darmst&#228;dter Sommerkurse und die damit verbundenen M&#246;glichkeiten zur (eigenen) Standortbestimmung nicht hochgenug einsch&#228;tzen. Dar&#252;ber hinaus sind M&#228;rkte und damit verbundene Chancen wichtig. Kompositionsb&#246;rsen wie Darmstadt m&#246;gen eine Momentaufnahme von modischen Str&#246;mungen geben und bei &#228;sthetikkonformen Komponisten gelegentlich auch Karrieren bef&#246;rdern. Sie sind jedoch nur ein Element in einer Reihe mit weiteren ebenso wichtigen Vernetzungsm&#246;glichkeiten wie etwa dem st&#228;dtischen Orchester vor Ort, befreundeten Musikern oder p&#228;dagogischen Projekten in Schulen. 
Zudem ver&#228;ndert sich mit zunehmendem Abstand zu meinem damaligen Darmst&#228;dter Erlebnis meine Sicht auf das Verh&#228;ltnis zwischen Entwicklung meines kompositorischen Standpunktes und dem Aufwand zu seiner Vermarktung. Der Blick auf die Werksubstanz wird wichtiger – eine Entwicklung weg von affektiver verbaler Pr&#228;sentation auf der Suche nach der Emotionalit&#228;t einer bekennenden Faktur.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Als &#8220;Jahrmarkt der Eitelkeiten&#8221; bezeichnete mein Kompositionslehrer Alfred Koerppen die Darmst&#228;dter Sommerkurse. Nicht zuletzt durch seine kritische &#196;u&#223;erung neugierig geworden fuhr ich hin und erlebte spannende, anregende und aufregende Wochen mit ambitionierter und exaltierter, aber auch &#246;der und emotionsferner neu komponierter Musik – Musik wie sie in ihrer Art und in dieser H&#228;ufung kaum anderswo zu h&#246;ren ist. Die vorgestellten Werke in der Bandbreite zwischen des Kaisers neuen Kleidern und tiefgr&#252;ndig schillernden &#228;sthetischen Standpunkten wurden wortreich bis hitzig diskutiert.<br />
Mit Erstaunen und kreativer Verunsicherung nahm ich 1988 als Stipendiat der Sommerkurse einen Vortrag von Claus-Steffen Mahnkopf wahr.  Der gleichaltrige Student aus Freiburg stellte hier mit befremdender Eloquenz  und horrendem Selbstbewusstsein  sein  neues St&#252;ck f&#252;r Oboe solo vor. In seinen kompositionstechnischen und &#228;sthetischen Bemerkungen sowie den Einlassungen zur Wirkung, der kompositionsgeschichtlichen und gesellschaftsrelevanten Einbindung bekam ich den Eindruck, hier hat einer den Stein der Weisen gefunden. Einen gleichsam ungewollt kabarettistischen Anstrich bekam der Vortrag zudem durch die Tatsache, dass das St&#252;ck im Notentext erst als Torso vorlag und die verbalen Ausf&#252;hrungen zum gro&#223;en Teil lediglich auf einer detaillierten Konzeption beruhten.<br />
Man kann sich lebhaft vorstellen, dass diese scheinbar historisch legitimierte, letztlich jedoch hoch spekulative  Pr&#228;sentationsform zu einer kontroversen Diskussion f&#252;hrte. (Nichts f&#252;r Ungut, lieber Prof. Mahnkopf!  Nicht erst unsere j&#252;ngeren Leipziger und Hallenser Gespr&#228;che brachten mich zu der Erkenntnis, dass Polarisierung eine wichtige Tugend im Zusammenhang mit der (eigenen) Positionsbestimmung sein kann.)</p>
<p>Wenngleich die in Darmstadt aktiven Spezialensembles die dort gespielten Werke nicht automatisch zur Repertoiref&#228;higkeit oder gar zur Publikumsf&#228;higkeit f&#252;hren, und der verbale Austausch nicht immer eine kompositorische Entsprechungen im Hintergrund hat, kann man den enormen kommunikativen Wert der Darmst&#228;dter Sommerkurse und die damit verbundenen M&#246;glichkeiten zur (eigenen) Standortbestimmung nicht hochgenug einsch&#228;tzen. Dar&#252;ber hinaus sind M&#228;rkte und damit verbundene Chancen wichtig. Kompositionsb&#246;rsen wie Darmstadt m&#246;gen eine Momentaufnahme von modischen Str&#246;mungen geben und bei &#228;sthetikkonformen Komponisten gelegentlich auch Karrieren bef&#246;rdern. Sie sind jedoch nur ein Element in einer Reihe mit weiteren ebenso wichtigen Vernetzungsm&#246;glichkeiten wie etwa dem st&#228;dtischen Orchester vor Ort, befreundeten Musikern oder p&#228;dagogischen Projekten in Schulen.<br />
Zudem ver&#228;ndert sich mit zunehmendem Abstand zu meinem damaligen Darmst&#228;dter Erlebnis meine Sicht auf das Verh&#228;ltnis zwischen Entwicklung meines kompositorischen Standpunktes und dem Aufwand zu seiner Vermarktung. Der Blick auf die Werksubstanz wird wichtiger – eine Entwicklung weg von affektiver verbaler Pr&#228;sentation auf der Suche nach der Emotionalit&#228;t einer bekennenden Faktur.</p>
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		<title>By: Peter Koeszeghy</title>
		<link>http://blogs.nmz.de/badblog/2012/08/12/wozu-noch-darmstadt-gastartikel-von-malte-giesen/#comment-4609</link>
		<dc:creator>Peter Koeszeghy</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Aug 2012 08:57:46 +0000</pubDate>
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		<description>Sagen wir so: die Inhalte und das Geschriebene betreffen Darmstadt seit ca. 1985.
Ein sehr sch&#246;ne &quot;Sozialstudie&quot;! Ob die aber was &#228;ndert? Ich bef&#252;rchte kaum.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sagen wir so: die Inhalte und das Geschriebene betreffen Darmstadt seit ca. 1985.<br />
Ein sehr sch&#246;ne &#8220;Sozialstudie&#8221;! Ob die aber was &#228;ndert? Ich bef&#252;rchte kaum.</p>
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	<item>
		<title>By: Moritz Eggert</title>
		<link>http://blogs.nmz.de/badblog/2012/08/12/wozu-noch-darmstadt-gastartikel-von-malte-giesen/#comment-4608</link>
		<dc:creator>Moritz Eggert</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Aug 2012 08:49:19 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank f&#252;r diesen ganz tollen Artikel, Malte!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank f&#252;r diesen ganz tollen Artikel, Malte!</p>
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