christoph schlingensief ist tot. obwohl diese nachricht niemanden unvorbereitet trifft, ist es schockierend. es hätte der tag der premiere sein sollen von smash, in hilfe ersticken, einer produktion der ruhrtriennale, die bereits vor wochen abgesagt worden ist.
irgendwie habe ich wohl tief drinnen geglaubt, dass es ihm gelänge die gesetze dieser welt außer kraft zu setzen. dass es ihm gelänge, den tod zu überwinden. nun ist auch diese hoffnung futsch. er wird der welt fehlen.
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22. August 2010 um 09:18 Uhr
@ phahn
bei einem Titel wie “welt ohne schlingel” wird die danach zur Schau ausgestellte Trauer zum reinen theatralischen Akt, zur Pflichtübung und narzisstischen Geste.
Die Thematik, die der Moralist Schlingensief mit seinen Theaterarbeiten (hier in Wien besonders bemerkenswert der BigBrother-Container vor dem Opernhaus, aber noch beeindruckender seine Performance “Begnadete Nazis”)zu enträtseln, zu entschlüsseln und rückzuspiegeln versuchte war denn auch die Verlogenheit unter den Bedingungen der Selbstblindheit.
– wechselstrom -