MaerzMusikBericht III

Motto: „Leben aus der Kraft der Versöhnung“

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Inspiriert durch die gleichnamige Festschrift für Johannes Kreidler.

Gestern war ich bei dem – für mich – letzten Maerz-Musik-Konzert 2010.

Das Programm:

JOHANNES SCHÖLLHORN
Hero und Leander II (2008) UA

MENG-CHIA LIN
Tulisan II (2009) UA

EDUARDO MOGUILLANSKY
121 (2010) UA

BEAT FURRER
Aer (1991)

SASKIA BLADT
V erschütt er ung (2010) UA

ISABEL MUNDRY
Das Rohe und das Geformte III (2010) UA

Ensemble ascolta
Johannes Schöllhorn, Leitung

Über das Konzert (gähn…) selbst möchte ich nichts schreiben.

Spannender: die erste richtige persönliche Begegnung mit dem Komponisten und schön streitlustigen Erik Janson. Zuerst im Sophieneck, in der Nähe des Konzertortes, der Sophienkirche in Berlin-Mitte, einen Kaffee getrunken. Dann gemeinsam zum Konzert gegangen. Das musikalische Geschehen während des Konzerts leise, aber rege kommentiert – und das ganz ohne, daß sich Erik dazwischen „für immer“ verabschiedete!

In der Pause vor einem geschmackvollen Bauzaun ein gemeinsames Foto gemacht – nein: machen lassen. Und von wem? Natürlich von dem großartigen Musikphilosophen Harry Lehmann, entschuldigung: Harry Lehmann. Schade, daß Johannes Kreidler, entschuldigung, Johannes Kreidler nicht da war.

Die gnadenlose Liebe (Slavoj Žižek) - so der Titel des Buches, das Erik Janson (rechts) auf dieser feinsinnigen Abbildung vorzeigt

Die gnadenlose Liebe (Slavoj Žižek) - so der Titel des Buches, das Erik Janson (rechts) auf dieser feinsinnigen Abbildung vorzeigt

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Arno Lücker wuchs in der Nähe von Hannover auf, studierte Musikwissenschaft und Philosophie in Hannover, Freiburg - und Berlin, wo er seit 2003 lebt. Er arbeitet als Autor (2020 erschien sein Buch »op. 111 – Beethovens letzte Klaviersonate Takt für Takt«, 2023 sein Buch »250 Komponistinnen«), Moderator, Dramaturg, Pianist, Komponist und Musik-Satiriker. Seit 2004 erscheinen regelmäßig Beiträge von ihm in der TITANIC. Arno Lücker ist Bad-Blog-Autor der ersten Stunde, Fan von Hannover 96 und den Toronto Blue Jays.

5 Antworten

  1. eggy sagt:

    unglaublich, aber wahr!
    Schönes Bild von euch beiden, wäre auch gerne dabei gewesen…

  2. peh sagt:

    schickes foto. aber angesichts deines schweigens frage ich mich:

    utopie: verloren?

    die hier angemahnte rettung der musikkritik ist ein müdes – oder gütiges? – „(gähn…)“ aber auch nicht…! lass bitte hören: wer sind saskia bladt und meng-chia lin? und wie klingt ihre musik?

    fragt sich im rheinland:
    patrick

  3. mist, jetzt ist es raus. jahrelang konnte ich unerkannt in der neuen-musik-szene mein unwesen treiben, um sonntags wieder ganz brav den seelsorgerischen dienst zu tun. aber neuerdings ist die katholische kirche zur deckung von schandtaten einfach nicht mehr tauglich. ich gehe jetzt in die „innerste“ (w.rihm) emmigration.

  4. Erik Janson sagt:

    @ dem /zu Hause gebliebenen? – Co.-Rheinländer…?:
    utopie lost? – gewiss nicht, nur weil ich mich (oder auch Arno) nicht zu jedem Konzert öffentlich kritisch äußere oder den live-Kontakt zu einem Mit-Blogger suche und mich nun mehr den kompositorischen Taten widmen möchte als der Bloggerei. Vielleicht wird meine „priesterliche Gnade“, meine gelassen „post-Rihmsche innere Emigrations-Aura“ erleben zu dürfen, ja auch noch manch anderen Bloggern hier zu Teil…

    „Ego te absolvo“, Johannes Kreidler!
    Aber keine Angst, Deine Vermutung, dass ich mich nun brav in ein schweigend-katholizistisches Priestergewand hülle oder unter Talaren mich verstecke, sind völlig unbegründet! Lies z.B. mal meinen kritischen Artikel in MUSIK UND KIRCHE, Sommerheft 2009 zu dem ich im Übrigen (NICHt von der Kirche sondern vom Verlag der Zeitschrift!) eingeladen wurde. Makaber nur etwas Dein Vergleich [@ Stichwort „Schandtaten“), da in diesem Kontext doch euphemistisch und implizit auch auf Kosten der Missbrauchsopfer.

    Zum Konzert in der Sophienkirche: es hat mich nicht um gehauen, das Konzert: keine großen Erkenntnisse. Wie es geklungen hat? Handwerklich einiges solide, gut durchgehört, vor allem auch bei Saskia Bladt. Aber vieles klang eben typisch, Gesten-haft, Stille-terroristisch, un-dramaturgisch. Selbst raus finden.

    Der Milchkaffe davor im Sophieneck war aber dafür hervorragend und auch das Gespräch mit Arno. Und das Konzert am Vorabend (Fr., Orchesterkonzert im Konzerthaus) mit der (angeblich so reflektiert errechneten) dann aber vom Ergebnis/Phänomen her „Hollywood“-artigen Musik von Mc Guire war eines der langweiligsten Orchesterkonzerte mit „Neuer Musik“, das ich je gehört habe. WENN nicht am Schluss der Varèse gewesen wäre! Bezeichnenderweise hatte man den wohl ans Ende gesetzt, damit möglichst viele Leute noch da blieben.

    @ Kreidler: Hinter manchem (kulturpolitischem) Aktivismus (inklusive zu Technologie-gläubigem Überbau, kann sich – mehr oder minder unbewusst – eine umso stärkere Bestätigung des heteronomen spätkapitalistisch-globalistischen Systems verbergen bzw. jede Kritik wird ja (je intellektueller oder radikaler sie sich gibt) ohne es zu merken in das (Kunst-)System einverleibt.
    Mal dazu z.B. Slavoj lesen…

    Frohes Schaffen, passt auch Euch auf
    […]